BIBLIOTHEK

DES

LITERARISCHEN VEREINS

IN STUTTGART.

XXIII.


STUTTGART.

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.

1851.

LITERARISCHER VEREIN

IN

STUTTGART

GEGRÜNDET 1839.


PROTECTOR:

SEINE MAJESTÄT WILHELM KÖNIG VON WÜRTTEMBERG.

*   *

*

Präsident:

Dr Keller, professor in Tübingen.

Secretär:

Dr Holland, privatdocent in Tübingen.

Kassier:

Huzel, reallehrer in Tübingen.

Ausschuß für das jahr 1851:

G freiherr Cotta v. Cottendorf, k. b. kämmerer in Stuttgart.

Dr Fallati, professor in Tübingen.

Hofrath dr Grimm, akademiker in Berlin.

Dr E. v. Kausler, archivrath in Stuttgart.

Dr Klüpfel, bibliothekar in Tübingen.

F. v. Lehr, director der k. privatbibliothek in Stuttgart.

Dr Menzel in Stuttgart.

Dr Michelant, professor in Rennes.

Dr Schmeller professor in München.

Oberstudienrath dr C. v. Stälin, oberbibliothekar in Stuttgart.

Dr Wackernagel, professor in Basel.

Dr G. v. Wächter, kanzler in Tübingen.

Agent:

Fues, sortimentsbuchhändler in Tübingen.


DER RING

VON

HEINRICH WITTENWEILER

HERAUSGEGEBEN

VON

LUDWIG BECHSTEIN.

EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.


STUTTGART.

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.

1851.


DRUCK VON H. LAUPP D. J. IN TÜBINGEN.


BIBLIOTHEK

DES

LITERARISCHEN VEREINS

IN STUTTGART.

XXIII.


STUTTGART.

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITERARISCHEN VEREINS.

1851.


DER RING

VON

HEINRICH WITTENWEILER

HERAUSGEGEBEN

VON

LUDWIG BECHSTEIN.

EINGELEITET DURCH ADELBERT KELLER.


VORREDE.

Das gedicht der Ring, von welchem, wie es scheint, noch kein litterarhistoriker berichtet hat, erscheint hier zum ersten mal im drucke.

Als abfaßungszeit ist ihm das fünfzehnte jahrhundert anzusetzen. Gegen eine spätere spräche die beschaffenheit des einzigen bekannten originalmanuscripts und der schriftzüge, gegen eine frühere die erwähnung des schießpulvers und seines gebrauches im kriege, [57b] und wenn man will [56a]. Auf eine nähere spur leitet vielleicht die erwähnung des markgrafen von Ferrara [21c].

Der dichter nennt sich [1d] Häinreich Wittenweilär. Über seine heimat ist nichts sicheres bekannt. Ein Wittenweiler (nicht Wittenweil) ligt in der nähe des zum württembergischen oberamtssitz bestimmten marktfleckens Blaufelden. In diese gegend weist auch der name des früheren besitzers der handschrift, obwohl man von einer Blauburg nichts mehr weiß; in jener gegend findet sich aber ein flüßchen Blau, der genannte marktflecken Blaufelden und ein weiler Blaubach. Auch die dortige volkssprache gibt manche erinnerungen an eigenthümlichkeiten unseres gedichtes. Jedenfalls gehört der verfaßer dem südlichen Deutschland an, ohne zweifel Bayern. Preußen ist ihm seiner eigenen aussage nach [46c] nicht so gut bekannt, daß er seine städte benennen könnte, während er sonst sich als einen mit deutschen landen, städten und flüßen wohl bekannten mann zeigt und auch von dem auslande mancherlei kunde auskramt [46b]. Die scene des gedichtes hat offenbar erdichtete und leicht deutbare namen, wie die personen: Lappenhausen, Mätzendorf, Nissingen, Seurensdorf, Rützingen, Fützenswille [42b]. Vielleicht werden sie im bayerischen oberlande gedacht. Die münze ist der Berner [34b]. Schmeller 1, 200. In nicht weiter ferne ligt die Schweiz und Österreich [33]: Appenzell, Glarus, Aurach im Schweizerthal [42c]. [48b]. [49b], Lauenthal, Marchfeld, Prettengau, die Alpen, die Scherr werden erwähnt; ferner Schwaben [30b], der Neckar [33a], der Rhein [42b]. [52b], Stockach [51d] und als entlegen der Schwarzwald [57d].

Heinrich Wittenweiler ist ein vielseitig unterrichteter mann des bürgerstandes, der auf den rohen sich überhebenden bauernstand mit unerschöpflicher satire und ironie herabfährt, ganz in der weise wie die gleichzeitigen fastnachtspiele vielfach thun.

Seine manchfachen kenntnisse sucht er am faden der erzählung in sein buch einzureihen: insbesondere über religiöse, philosophische und politische dinge [44], länderkunde [46b], hofsitte, kriegskunst, reitkunst [50a], haushaltung. Der damit verbundene didaktische zweck ist in der einleitung bestimmt ausgesprochen.

Mit der vaterländischen litteratur zeigt sich der dichter manchfach vertraut. Die deutsche heldensage kennt er und läßt ihre figuren in abenteuerlich phantastischer weise in seiner erzählung hervortreten. So begegnen wir Dietrich von Bern [36d]. [48d]. [49b]. [51b]. [53c]. [54], dem meister Hildebrant [48d]. [53b]. [54a] [c], Sigenot [48b], Egge [48b]. [54], Wolfdietrich [48d]. [54b], Laurin [49b]. [51]. [52a] [b] [d]. [53d], Dietleib [48d]. [54a] [b], Eckart [55b] [c]. Von artusischen rittern wird [48c] Lanzelot und Tristan, aus der antiken sage Troja und Alexander [45b], aus dem kreiße der thiersage und der fabel der fuchs Reinhart [32c], die ameiße [31b], die mäuse und der löwe [43d] erwähnt. Auch Freidank ist dem dichter bekannt [45b].

Das gedicht ist eine erzählung, in welche aber absichtlich und nicht ohne geschick der lehrhafte stoff eingereiht ist. Einmal, in dem briefe des mädchens an Bertschi, tritt auch die in jener zeit so beliebte figur der allegorie, nicht ohne einen anflug von ironie, auf. Häufig sind kernhafte sentenzen eingestreut, welche manchmal ([31c]) an die form der priamel streifen und welche in der handschrift am rande meist durch ein notabene ausgezeichnet sind.

Die metrische form des gedichtes sind die gewöhnlichen kurzen verspaare der mittelhochdeutschen kunstepik, oft durch ziemlich unvollkommene reime gebunden. Mitunter kommen lyrische metren, einige male selbst prosa in liturgischen stellen.

Die sprache hat bayerische eigenthümlichkeiten. Dahin gehört z. b. die pronominalform es statt mhd. ir. [1c]. [3d]. [5b]. [19c]. [20b]. [22b]. [23b] [c] [d]. [24c]. [31b]. [32d]. [33a] [b]. [35c]. [36b]. [40d] und oft. Schmellers mundarten s. 187; die dualform enk [8b]. Schmell. 187; die silben der- statt er- in dergangen [8b], dersach [8d], derhaben [9], dertrinken [9c], derlechen [9d], derwachen [9d]. w = mhd. b zumal im anlaut z. b. wehalten [21d], wesitzent [21d], weleiben [22b], wehag [22d], wereit [25a]. Schmell. 83. Spil von einem keiser und eim apt s. [9]. Des von Wirtemberc pueh s. [10]. Siben meister, Erlanger hs. 79. Zu beachten ist die ein paar mal (z. b. [7c]. [13c] [d]. [22d]. [48]) vorkommende instrumentalform we. Schmell. 211. Anlehnungen sind häufig und sehr gewagt, namentlich des artikels und der pronomina: manr = man ir [44b] u. s. f. Die construction des accusativs mit dem infinitiv ist nicht selten, z. b. [25a] wiz sei sein geleich. [41c]. Das wörterbuch wird manche bereicherung aus dem gedichte schöpfen. Auch hier kommen wieder bayerische eigenheiten. So gazlen [8d]. [56d] und sonst. Schmeller 2, 72. gissübel [57b]. Schmeller 2, 75. Schmids schwäb. wörterb. 232. Eritag [45c]. Grimms mythol. b 113. In einem unzweifelhaft aus Nürnberg stammenden Wolfenbütteler manuscript mit fastnachtspielen steht bl. 202b: Finis am Erichtag vor vitj 1486 jar. serten Schmell. 3, 283. [2b]. [5d]. [9d]. [15c]. [18, 39]. [18d]. [22]. [23a] [b] [c]. [24d]. [36a] [d]. [37a] [d]. [38b]. [39d]. [40d]. [46a]. [50c] [d]. [53b]. [55c]. [57b]. Altswert 54, 24 verbeßert J. Grimm versorteniu.

Die handschrift, welche außer unserem gedichte nichts enthält, ist ein in zwei holzdeckel gebundener folioband, auf pergament von einer nicht übeln hand des fünfzehnten jahrhunderts geschrieben, es sind 57 blätter, 2 spalten auf der seite. Die anfangsbuchstaben der zeilen sind durch eine die ganze seite herab reichende verticale linie durchschnitten, welche bald roth, bald grün ist, je nach dem eingangs des gedichtes angedeuteten wechsel des inhaltes. Übrigens trifft der farbenwechsel mit dem des inhaltes häufig nicht überein, so daß es scheint, es sei diese bemalung einem ungeschickten schreiber überlaßen geblieben. Im abdrucke ist der anfang farbloser stellen mit *, der rother mit **, der grüner mit *** bezeichnet worden.

Die handschrift gehörte früher einem Jakob Markwart von Blauburg, der seinen namen mit etwa ins sechszehnte jahrhundert gehörigen schriftzügen auf das erste blatt eingeschrieben hat, nunmehr aber der herzoglichen bibliothek in Meiningen.

Ich füge einige bemerkungen über einzelne stellen bei: die von herrn doctor Holland mitgetheilten bezeichne ich mit H.

[1] Die überschrift ist von späterer hand. Darauf folgen die worte Est Iacobi Marqvardi à Blauburg.

[1c] Der text beginnt mit einer gemalten initiale, worin das brustbild eines klerikers in gelbgrünem rocke und barett dargestellt ist, welcher in der linken einen ring hält und mit der rechten darauf deutet. Unter diesem buchstaben ist ein wappenschild, worin sich der oberleib eines stehenden schwarzen bockes befindet, vielleicht das wappen des besitzers.

[1d, 15] Der rest der spalte ist eingenommen von einer federzeichnung, ein kosendes liebespaar darstellend.

[2, 2] Lappenhäuser kennt auch Rollenhagen. Froschmäusler. Frankf. 1683 s. 396. 496.

[2, 21] Mätzlî = Mehthilt. K. Roths kleine beiträge 1, 4. Über die bedeutung von Rüerenzump s. [14b, 29]. [22, 24]. Über die bildung des wortes s. Grimms deutsche gramm. 2, 961. 1020. Diezs rom. gr. 2, 360. So Bohrdenschink (Rollenhagen 638), Fegenbeutel (fastnachtspiele. Wolfenbütteler hs. bl. 165b), Fegenteufel (fastnachtsp. 166), Fleuchdiekelt (Rollenhagen 625), Füllnbauch (Uhlands volkslieder 1, 612), Füllenmagen ([23b]), Gangdiequer (Uhlands volkslieder 1, 576), Griep-en-kerl, Habedanc, Habenschaden (in München), Haltenhof (in Zainingen), Hauenschild (fastnachtsp. 165b), Hebenstreit (fastnachtsp. 128b. 166), Klingezôr, Kützeldarm ([33b]), Lærdasglas (Uhland 1, 612), Lærenkopf (d. h. leere den becher [22d]), Lærenschrein (fastnachtsp. 165b), Lærenstadel (fastnachtsp. 165b), Leckdenspiez ([2c]), Leckenprei (fastnachtsp. 197b), Leichdenman ([17c]), Merkenstein (Khauz österr. gelehrtengeschichte 185), Nagenfleck ([17c]), Raubengast (fastnachtsp. 165b), Raumslant (fastnachtsp. 165b. mhd. Rûmezlant), Richteinschant ([23]), Rüerenbrei (fastnachtsp. 165b), Rüerenmost ([17b]), Rührendreck (Rollenhagen 639), Saugenfinger, Scheuhentag (fastnachtsp. 165b), Schintdennak ([33b]), Schlagdengast (Uhland 1, 576), Schlickdasbier (Uhland 1, 576), Schreckenfuchs (Khauz 185), Schürenprand ([23]), Siertdazlant ([23]), Slintdenspeck ([17c]), Störenfrid (Immermanns Münchhausen 3, 130; sonst Störefried), Suchensinn, Suchenwirt, War-n-könig (schwerlich Warn-könig), Wegendrüssel (fastnachtsp. 279 neben Wagendrüssel), Wentenschimpf (fastnachtsp. 166ab), Zuckenrigel (fastnachtsp. 165b, jetzt auch Zuckrigl), Zucksschwert (fastnachtsp. 165b).

[2b, 11] ? slehteclîch. Vgl. [14d, 27]. [22b, 35]. [54d]. So [11c, 7] liehten. [14, 7] rehten (?). [15d, 36] flühten. [16b, 4] geflohten. [17, 6] getihtet. [19, 10] niht. [20b, 7] tohter. [20d, 44] seht. [22, 13] mahts. [23c] tohter. [24] allmähtigen. [25b] niht. [27d] gerehtikeit. [30] ahten. [35c] danhten. [53] gefohten. [55] Mohten.

[2b, 35] ? Des.

[3, 12] ? strecken: recken.

[3c, 35] Hs. güter, das er ist aber untertüpfelt.

[3d, 23] ? Denn.

[4b, 20] ? Leckdenspiez herfür dô trat.

[4d, 27] ? nim.

[4d, 38] Vgl. [17b]. Helmbrecht 1781. Gr. 1, 954.

[5, 19] Die entsprechende reimzeile fehlt.

[5c, 38] corrigiert eine wenig spätere hand, die auch sonst auftrit, ze.

[5d, 2] ? Dîn.

[5d, 6] ? .

[6b, 7] ? ernstlîchen.

[6d, 21] Vgl. [10c].

[7d, 26] ? Ir seit nit wert, her twerc: berc. Oder im folgenden habt tal und berc und erd.

[9, 2] ? schrei. H.

[9, 3] ? Nu wê.

[9c, 8] ? kôt: gebrâht hât.

[10b, 6] ? stette: bette.

[10b, 26] Diese scene erinnert an ähnliche in den fastnachtspielen.

[11d, 21] ? Wan. Ebenso [12, 16].

[12, 40] ? gunnest.

[12c, 1] ? sprechen.

[13c, 27]. So [16, 36].

[14, 7] ? reichen. H. So [16, 19].

[14b, 16]. [19d, 35]. [20, 26]. [20c, 28]f. [20d, 26]. [21b, 18]. [23, 12]. [23d]. [28, 15]. [29c]. Haupts zeitschrift 8, 376.

[14c, 8] ? miuslî.

[14c, 29] ? secken.

[14d, 1] ? dritten.

[15b, 12] ? dar zuo.

[15d, 20] ? weiter.

[17b, 33] Zu dem fehlenden D ist raum gelassen für den miniator.

[17d, 38] ? deinem. H.

[18c, 36] ? verret.

[18d, 25] ? . Vgl. z. 4.

[20, 30] ? ritt.

[20b, 43] ? den.

[20d, 44] ? Seht.

[21, 11] ? sældenrîch.

[21b, 41] ? ir. H.

[21d, 13] Über Eustachius vgl. Gesta Rom. 110.

[21d, 22] alter part. Altswerts kittel s. [54].

[22, 6] ? krumb. H.

[22, 14] ? milch.

[22, 43] Vgl. Ecke.

[22b, 1] ? liet.

[22d] Vgl. Weinschwelg. W. Wackernagels deutsches leseb. 1b, 575, 18. Sanct Johannis minne. Vgl. J. Grimms deutsche mythol. b, 54. H. Oswald von Wolkenstein s. 114. Uhlands volkslieder 1, 814. Simrocks volkslieder s. 601.

[23b] rainvail Schmeller 3, 95. In dem fastnachtspiele von der verdienten ritterschaft Cgm. 4o. bl. 297 ff. sagt der kaiser zu einem heiseren Sänger: Iz all morgen ein feigen oder zwuo und vierzig air auz eim schmalz dar zuo, das kan dir schmieren deinen kragen, und ein viertail rainfals, so wirst du singen und sagen. In der Wolfenbütteler hs. dieses stückes 241b fehlt dieses wort.

[23c, 27] ätti ist in der hs. nicht sicher; vielleicht äni, noch schwäbisch = großvater.

[24c, 2] Eine alte correctur liest Zehen nocz.? Zehene.

[24c, 14] Eine alte correctur liest niht.

[25b, 22] ? bekleiden.

[27, 39] ? gereineget.

[27d, 33] ? eim. H.

[28, 8] ? Sie.

[29d, 30] ? am lîbe. Die hs. hat hier eine alte correctur, welche die lesung unsicher macht.

[29d, 32] ? schalk. H.

[30, 4] Die zeile ist wohl zu tilgen.

[31d, 31] ? tisch und bet.

[32c, 40] ? pottenbrot. H. 46, 29.

[33, 6] ? Ja. H.

[33b, 2] Hagens gesammtabenteuer 3, lxxxj. H.

[33b, 5] ? frou mær.

[36b, 31] ? sûfer d. i. sûber.

[37, 16] Freidank 125, 11. H.

[38, 8] ? chluog. H.

[38, 16] ? verheiter fastnachtsp. 218. 219b. 220. Altswert 54, 24.

[38b, 3] ? Wem. H.

[38b, 37] ? in. H.

[38d, 1] Diese und die nächsten entsprechenden zeilen sind doppelt zu denken.

[39, 5] Vgl. Massmanns denkmäler 1, 14.

[39c, 27] Holl]? her Oll.

[40c, 36] ? innen. H.

[40d, 23] ? mêrsten.

[41, 15] Der name Kühdaisch kommt noch in Württemberg vor.

[41, 42] ? verchlag. H.

[41c, 33] ? hat. H.

[42, 6] ? chäynem. H. Vgl. [42b, 35].

[42, 8] ? wolt. So [45c, 41].

[42, 40] ? Daz er.

[42d, 44] ? falscher.? solcher.

[43, 32] Athis 69.

[43b, 31] MSHag. 3, 452b.

[44, 33] ? trunken. H.

[45b, 7] ? Der. H.

[45b, 40] Freidank 72, 1. H.

[45d, 16] ? Daz seu der hanher. H.

[46b, 15] Parr ist wohl = Bâre, ital. Bari.

[46c, 10] ? Lintmat, Limmat. H.

[46d, 5] ? prîol.

[47b, 6] ? ungestochen. H

[47b, 11] ? Daz ein.

[47b, 17] ? mithelfen. H.

[47b, 26] ? Ez. H.

[47d, 16] Anklang an den Heuberg?

[48b, 17] ? kâmen.

[48b, 29] ? nant. H.

[48d, 26] ? zellet. H.

[49, 37] ? ziehen auz hin auf daz.

[49b, 9] Grimms deutsche mythol. 434. H.

[49b, 10] ? twerg. H.

[50, 5] ? unverzait. H.

[50c, 17] ? hant. H.

[51, 26] Grimms deutsche rechtsalterth. 320. H.

[51b, 22] ? Ez. H.

[51c, 6] ? zwing in. H.

[52b, 25] ? bolz. H.

[52b, 33] Grimms deutsche mythol. 454. H.

[54b, 18] W. Grimms deutsche heldensage s. 105. Havelok z. 71. F. Wolf in den jahrbüchern für wißenschaftliche kritik 1834. 2, n. 31, s. 256. H.

[54b, 37] Grimms deutsche mythol. 521. H.

[55b, 7] ? einen starken risen.

[55b, 17] ? Dar. H.

[56d, 2] ? hahen. H.

[57c, 11] ? arm man. H.

Tübingen, 5 Dec. 1850.

ADELBERT KELLER.


DIS BUCH IST GENANDT DER RINGK.

* Der obresten trivaltichäyt, 1c

Marien, muoter, räynen mayt,

Dar zuo allem hymelschen her

Ze lob, ze dienst und auch ze er,

Den guoten zlieb, ze fröden schein, 5

Den bösen zläyd, ze hertzen pein

Sült es hörren so zehant

Eyn puoch, daz ist der Ring genant,

Mit äynem edeln stayn bechläyt,

Wan es ze ring umb uns beschäyt 10

Der welte lawff und lert auch wol,

Was man tuon und lâzzen schol.

Chäyn vingerli ward nie so guot,

Sam ditz, gehabt in rechter huot.

In drew schol ez getäylet sein 15

Besunder nach den sinnen mein.

Daz erste lert hofieren

Mit stechen und turnyern

Mit sagen und mit singen

Und auch mit andern dingen. 20

Daz ander kan uns sagen wol,

Wie äyn man sich halten schol

An sel und leyb und gen der welt;

Daz hab dir für daz best gezelt.

Daz dritte täyl dir chündet gar, 25

Wie man allerpest gevar

Ze nöten, chrieges zeyten,

In stürmen, vechten, streyten.

Also leyt dez ringes frucht

An hübschichäyt und mannes zucht, 30

An tugend und an frümchayt.

Nu ist der mensch so chläyner stät,

Daz er nicht allwege hören mag

Ernstleich sach ân schympfes sage

Und fräwet sich vil mangerläy. 35

Dar umb hab ich der gpawren gschräy

Gemischet ünter disew ler,

Daz sey desta senfter uns becker,

Beschäyden doch mit varwen zwäyn: 1d

Die rot die ist dem ernst gemäyn,

Die grün ertzäygt uns frölich leben.

Doch vernempt mich, welt ir, eben!

Er ist äyn gpawr in meinem muot, 5

Der unrecht lept und läppisch tuot,

Nycht eyner, der auz weysem gfert

Sich mit trewer arbäyt nert,

Wan der ist mir in den awgen

Sälich vil, dez schült ir glawben. 10

Secht er aver ichts hie inn,

Das weder nutz noch tagalt pring,

So mügt irs haben für äyn mär,

Sprach Häynreich Wittenweylär.

Derschallend in dem hertzen fro 15

Hebt die täyding an also.

*** In dem tal ze Grausen 2

Äyn dorff hyezz Lappenhausen,

Was gelegen wunechleich,

An holcz und wasser uberreich,

Dar inn vil esler pauren 5

Sassen ane truren,

Under den ein junger was,

Der hiess Bertschi Triefnas,

Ein degen säuberleich und stoltz,

Sam er gedrait wär aus holtz. 10

An dem feyrtag gieng er umb,

Er wär schlecht oder chrumb,

Er wär nahent oder verr,

Der muost im sprechen junkherr.

Was schol man euch nu mer sagen? 15

Also wol chond er sich betragen,

Daz die alten und die jungen

Frauwen sere nach ym drungen;

Doch was einew sunderbar

In sinem herczen, daz ist war, 20

Die hiez Mäczli Rürenzumph.

** Sey was von adel lam und krumpf,

Ir zen, ir händel sam ein brand,

Ir mündel rot sam mersand,

Sam ein mäuszagel waz ir zoph, 25

An ir chelen hieng ein chroph,

Der ir für den bauch gie.

Lieben gesellen, horet, wie

Ir rugg was uberschossen!

Man hiet ein gloggen daruber gossen. 30

Die füzzli warend dick und bräit,

Also daz ir chain wind läid

Getuon moht mit vellen,

Wolt sey sich widerstellen,

Ir wängel rosenleicht sam äschen, 35

Ir prüstel chlein sam smirtäschen;

Die augen lauchten sam der nebel, 2b

Der âten smacht ir, alz der swebel;

So stund ir daz gwändel gstrichen,

Sam ir die sel wär enwichen.

Sey chond so schon gparen, 5

Sam ob sey wär von drien jaren.

*** Welt ir ander lagweis,

Über all truog sey den preis,

Also daz der Triefnas

Mäczleins selten ie vergas, 10

Und ward ir schletheleich also holt,

Das er nach ir zuo serten wolt.

Do huob sich ein hofieren

Mit stechen und tornieren,

An einem sonttag daz geschach, 15

Daz man do Bertschin chomen sach

Hit zwelf gsellen wol getan

Ze Lappenhausen auf den plan,

Die ritten also unverdrossen,

Sam si der regen hiet begossen. 20

Der erst was unser Triefnas,

Ein held recht sam ein giesfas;

Des wappen warend gablen zwo

In einem mist, der was er fro.

Der ander Chuoncz von Stadel hies, 25

Ein helde sam ein waldmies.

In seinem schilt gemalet was

In grünem veld ein toter has.

Der dritte Chunczo waz genant,

In allen schanden wol erkant. 30

Er füert für seynew wappen

Zwen hulczin chrieshaken.

Dem vierden sprach man junkher Troll,

Ein cheker sam ein anchenzoll;

Daz sein zäichen was ein rechen, 35

Der sich ungern liess zerprechen.

Der fünft was Hainczo mit der gaiss,

Ein eselmann vnd rittigmäiss,

Dem hiet der pharrer wâppen geben 2c

Drey nuss an einer weinreben.

Der sechste hiet den namen Twerg,

Ein hochgeporner auf dem perg,

Des wappenrok gemâlet was 5

Mit dreyn fleugen in eim glas.

Den sibenden so nenmet man

Her Eysengreyn ein snauferman.

Er fuort auf seinem drüssel

Neun löffel in einer schüssel. 10

Der aht der häist, alz ich es mäin,

Graf Burkhart mit dem überpäin,

Der liess ym machen seyneu wappen

Mit zwain ruoben häiss gepraten.

De neunden ich euch tauffen wil, 15

Er häisset Pencza Trinkavil.

Daz er do in dem schilte truog,

Daz wârend rinder in eim phluog.

Der zehend lept nit ane schaden,

Er häist her Jächel Grabinsgaden; 20

Der fuort von seiner alten gpürt

Vier rindrin chäis auf einer hürd.

Des einlften namen sey man gwiss!

Der was her Rüfli Lekdenspiss;

Er was des torffes mäiger, 25

Seyn wappen warend äyger.

Des lesten namen ich enwäiss,

Doch cham er auf den selben chräiss

Geritten mit eim fuchszagel.

Ich wäin, es wär der pauren hagel 30

Her Neythart, trun ein ritter chluog,

Der allen törpeln hass truog.

Ir chläinet was das aller best,

Ein kalb in einem storchennest,

Daz fuortens gmaincleich in dem her 35

Durch junkfrawn Mätzen zuht und er.

Die helm sam chörbe warent gstricht,

Also daz käynr dar inn dersticht; 2d

Dar under sach man hangen

Ir schilt, daz wârent wannen;

Ir geplayt daz was von loden

Mit häw und stro wol underschoben. 5

Wolten si die päyn verpinden,

Dar zu nâmens paumrinden.

Si sâssen ritterleichen

Auf saumernsätteln reichen,

Auf eseln und auch veltrossen, 10

Es möht ein juden han verdrossen,

Mit tächen und auch sekken

Sach man si die phert techen.

Ufen krücken wârent sper,

Si vegten greuleich hin und her 15

Mit irem pheiffer Gunterfay,

Der ein beki blies enzway.

Si schrien all gemainchleich:

Hört, ir herren, arm und reych,

Der muot hab heut ze stechen, 20

Schilt und sper ze prechen

Durch aller frawen eren,

Der schol sich gen uns keren!

Do vand man nieman auf dem plan,

Der die rekken törst bestan, 25

Also daz her Triefnas,

Der sein selbers nie vergas,

Sprach zuo den gesellen sein:

Und gieng es an daz leben mein,

Es muoss halt sein ghofieret, 30

Gestochen und gturnieret.

Ist daz uns niemant gtar bestan,

So räiten wir enander an.

Der rede sin warend si alle fro.

Zuo Gunterfay man ruoffet do: 35

Pheyff auf, lieber spilman!

Wir wellend dir wol lonan.

Gunterfay sein bek erschal,

Das man es höret uberal. 3

Die helm seu aufpunden

Mit jungem holcz gewunden,

Die sper si underschluogend

Und in einander fuorend. 5

So herte ward daz reyten,

Daz ir enkainr gepaiten

Mocht bis daz ym hilfe chäim,

Dann her Neythart der gemäin,

Den man selten mocht gevellen 10

Mit chrukken und mit dorfgsellen.

Seht, do sach man streben

Ein und zehen degen

Auf der erd und in dem bach,

Daz waz ir aller ungemach. 15

Triefnas der vil trostleich man

Wider zuo ym selber cham.

Er sach, daz er gevallen was

Für frawen Mäczen in daz gras,

Des schemet er sich über dank. 20

Er sprach: Mir ist daz jar ze lanch,

Und wär mir dicz allein geschehen,

Man müss vil kumbers an mir sehen.

Do cham doch seines vatters chnecht

Und half ym auf, daz waz sein recht. 25

In den selben sachen

Her Troll begund erwachen

Und schreyen: Wâffen, wâffen!

Wie hart han ich geschlaffen!

Er ward sich in der seyten clagen, 30

Dar umb man in muost häim tragen.

Graf Burkhart waz auch niht gar träg,

Wie er an dem ruggen läg.

Er batt die herren von dem rât

Daz man ym hulffi aus dem chât. 35

Chuoczen waz ein stich gemessen

In den pauch, daz ym daz essen 3b

Zuo der selben stunde

Fuor aus seinem munde.

Weder singen noch gesagen

Mocht er, noch sein smerczen clagen, 5

Dennocht wär im hilff gegeben.

Do giengs den andern an daz leben,

Den daz wasser in den schlund

Güsselt in des baches grund.

Die huob man auf, alz gesellen. 10

Waz scholt mans fürbas swellen?

Doch hiet der gtwerg getrunken,

Daz ym die augen sunchen.

Daz muost man ym do büessen.

Auf hub man pey den füessen, 15

Daz wasser liess man rinnen

Von ym, er cham ze sinnen.

Do sprach Pencza Trinkavil:

Für wars ich euch daz sagen wil,

Türstes mir nie buosse wart 20

Trâwen, wen zuo diser vart.

Grabinsgaden was gewäschen

Ane laug und ane aschen.

Er sprach: Ich han gewunnen.

Vor waz ich verprunnen, 25

Vor waz ich derstunken,

Dar zuo sein mir die laus ertrunken.

Des lobt er got mit fleizz.

Do sprach Hainczo mit der gäiss:

Dein gewinn der ist ein stro 30

Gen dem mein, des bin ich fro.

E ich in den bache chäm,

Ich waz häiden ungezäm,

Ich waz auch in der keczzer orden,

Erst bin ich ze cristan worden. 35

Secht, daz tet dem Chuonczen zorn.

Er sprach: Mich duncht, daz wir verlorn

Habin mere, dann gewunnen.

Wir sein in dem bach grunnen 3c

Sam die toten mäuse.

Sprecht ir, daz euch die läuse

Sein dertrunken, daz ist glogen.

Die bruoch ich oft han ab gezogen 5

Und gewäschen in dem bach,

Käin laus ich me dertrinken sach.

** Und du, Hainczo mit der gäiss,

Deins gewinnes ich enwäiss.

Bist du also worden cristan, 10

das ist gescolten und gefisten,

Wan nâch der weisen phaffen sag

Nieman sich getauffen mag

Selber in eim bache

Von chäinr lay sache; 15

Es muoss ein underschäidung sein

Zwüschem tauffer und auch dein;

Dar zuo der tauffer sprechen schol

Genantew wörter, die man wol

Vindet in der hailigen gschrift; 20

Dennocht ist ez als ein wicht,

Hat der tauffer nit den muot

Ze tauffen, so er daz tuot.

In gottes dienst bist du verdrossen,

Dar umb so hâst du wenk vergossen 25

Deins pluotz in seiner minne.

Du prinst auch nit mit sinne

In dem gäyst, daz sag ich dir,

Noch bist ein jud, gelaubes mir!

*** Eysengrayn mocht nit enbern 30

Einer red, die höret gern!

Siha durch gotz plunder,

Ist daz nit ein wunder,

Daz Chuoncz da häim uf seinem mist

Ist worden ein so guot jurist? 35

Wolt ir euch en wench enthaben,

Ein red mag ich für war sagen 3d

Ane brief und ane potten,

Es mügt wol euch er selber spotten.

Die täyding allen misseviel,

Ieder schluog sich an den giel, 5

Der schimpz begond seu reuwen.

Woy, wie laut sey schreuwen:

Nu we min und umbnâmen,

Daz wir ie ze samen châmen!

Daz wir ie gestochen haben, 10

Des müss wir schand und laster tragen.

** Lechdenspiss der unverzayt

Hort die clag, es waz ym layd.

Er sprach: Herfür mit schalle,

Hört, ir herren alle, 15

Ein red, die ich euch sagen wil!

Wir chömend noch zuo guotem spil,

Wolt ir volgen miner lere.

Wir behalten noch die ere,

Ist, daz wir stechen mit dem gast 20

Und bindent uns ind sättel vast.

Des rates fröwtens sich gemain,

Dem Chuoncz vom Stadel, der alläin

Do sprach: Ich wil nit stechen,

Lung und leber brechen. 25

Ie mer ich mich so wolt verpinden,

Ie e mir wurd von we geswinden.

*** Der red si nit vernamen,

Auf iren rossen si komen,

Mit widen sey sich do verpunden, 30

So si aller beste kunden.

Doch mocht der Chuocz beleiben niht,

Sein reiten daz waz gar enwicht.

Der ärs begond in smerczen,

Wie wol ers hiet am hertzen, 35

Also daz nicht mer dann äht

Châmend her mit irm gepraht

Auf den plan und widern gast.

Sey ruoften laut, sey schrewend fast: 4

Her, frömder gesell, wes hâst du muot?

Wilt du stechen umb daz guot,

Wilt du reiten umb die er,

So halt dich her und wart nit mer! 5

Her Neythart ward der rede fro,

Wie wol ers nit erzäigti do.

Er äntwürt züchtecleich und sprach:

Ich wolte haben mein gemach,

Den frid so wolt ich suochen, 10

Wolt ir es sein geruochen.

Wie wol es sey ein rehter schimph,

So wär es doch nit mein gelimph

Gen sölhen herren zuo reyten,

Die mir ze allen zeiten 15

Ze edel und ze stark seyn.

Waren der joch nür einr alläin,

Ich getörst in nit bestân,

Des schült er mich geniessen lân.

Do man die red verhörret, 20

Ir forht die was zerstörret,

Künew herczen seu gewunen,

Si sprâchend: Höra zuo der nunnen,

Waz sey spricht und waz sey säyt,

Recht sam ein gfrorner has verzäit. 25

Graf Burkhart für die andern brach

Und sunder zuo hern Neythart sprach:

Ich wäiss nit, wie dus kochest,

Ich sich wol, daz du sochest

In dem sattel, so wir vallen. 30

Die schand missvelt uns allen

Und tuot uns in dem magen we

Dar umb so muost du stechen me.

Trun, sprach der gast vil hofeleych,

Daz wis gott von hymelreich, 35

Daz ich es han verwegen mich. 4b

Waz ich tuon muoss, daz tät ich.

Da mit man pheiffet schon, alz e.

Helm auf! he, wie laut man schre!

Des ward nit lenger do gepitten, 5

Vil drât si auch zesamen ritten

So chrefticleichen und so hart,

Daz grâf Burchart an der vart

Dem rosse auf dem ärs gelag.

Hört, waz ich euch mer sag! 10

Do sach man seinen gsellen

Her auf der prüche prellen.

Erst huob sich jamer angst und not,

Die frawen lachten sich ze tot.

** Grâf Burkhart in den sattel kam. 15

Sym so, ir ziegglin, sprach der man.

Durch aventewr so seyt er chomen,

Aventewr habt er vernomen.

*** Do mit so huob er sich von stat.

Lechspiss do her fürher trat 20

Mit seiner scharffen angesicht.

Er sprach: Ir gast, ir seit ein wicht,

Des dunket mich in meinem herczen;

Dar umb so muost ir leiden smerczen.

Des antwürt ym der frömde man: 25

Mein juncherr, waz han ich getan,

Daz ich schol smerczen dulden?

Ich pitt euch pey gotts hulden,

Last mich reiten meineu vart

Durch aller werden frâwen art. 30

Süsser red mocht er engelten.

Lechspiss erst huob an ze schelten,

Ein langes sper er under schluog

Und lieff hin an reht sam ein phluog.

Er stach den gast, daz im wol halb 35

Aus dem nest emphiel daz kalb.

Des frewtend si sich alle,

Si ruoften hoch mit schalle:

Ge hain, Üli mit der nasen, 4c

Hilf deim weyb der kuo grasen!

Lechspiss ruoffet aus dem mund:

Da für näm ich nicht hundert phund.

Doch muoss ich in noch aber rüren, 5

Er chan mirs trawen nit enphuren.

Daz sper so nam er in die hant,

Gen dem gast er anhin rant

Und traff in pey dem sattelpogen

Also ser und ungezogen, 10

Daz in die riemen liessen,

Er mocht ir nit geniessen,

Vallen muost er in die erde

Drey sprang tieff der werde.

Secht, do huob sich jamers chlagen. 15

Ir ghort es nie pey ewern tagen,

Wie schier ze wäinen waz geraten

Ir lachen, daz si vor taten.

Dem mäyger mund und nase pluot,

Doch ruoft der held aus freyem muot: 20

Hört, ir herren überall,

Ir schült nit chlagen meinen val,

Er hat mich nit getroffen,

Ich han mich selber ab gestochen.

Man truog in fuder so zehant, 25

Vil drât so cham her für gerant

Eysengrein ein küner degen,

Er sprach: Der tiefel müss sein phlegen,

Miss ich im nit einen stich,

Daz er werd gagent unter sich. 30

Eyn lautes gschray er do an huob:

Sym so, ir her verlauffner buob,

Wolt ir daz treyben ymer mer,

Daz tuot mir zorn und müt mich ser.

Her Neythart äntwurt ym aldo: 35

So, min lieber herr, so!

Ich lâsses gern beleiben,

Welt irs nit fürbas treiben.

Ich säit euchs vor, vernemet mich!

Was ich tuon muss, daz tät ich. 40

Nit so, sprach her Eysengreyn,

Es muoss noch bas getumbelt seyn. 4d

Ich muoss dir deinen chübel rüren,

Der hanher wolt dich dan enphüren.

Die helme sey verpunden

Ze den selben stunden, 5

Eysengrein begräiff daz sper.

Über in herr, so, über in herr!

Die andern alle schrewen vast,

So häiss in waz auff disen gast,

Do mit sey zu zemen wolten seyn. 10

Der esel unter Eysengreyn

Schreyn und fliehen do began

Alse schänczleich hin und dan,

Daz er wenich do gestechen

Mocht, noch seynen schaden rechen. 15

Daz sper gie auf die erde.

Do ruoft der degen werde:

Hilffa, herr, und hilffa schier!

Ich wil verderben auf dem tier.

Do cham ein müllner noch glauffen. 20

Herr, wolt ir daz tier verchauffen?

Zehen schilling an ein phunt

Gib ich euch ze diser stund.

Des äntwurt ym der wolgetan:

Häiss nür den esel stille stan 25

Und hab den sattel sampt mit im!

Nim hin, lieber müllner min!

Hagen ward gevangen

Mit des müllners zangen,

Die andern ranten all her nach, 30

Zuo dem esel waz in gach.

** Si schrien laut: Es ist enwicht,

Verpint dem esel sein gesiht,

So mag er lauffen drichcz hinan.

*** Secht, daz waz so schier getan. 35

Hagen stuond verpunden

Sam in die wolf geschunden

Hieten, also draft er her

Röschleich gen her Neythartz sper.

Do ward vil ritterleich gestochen, 40

Schilt und sper ân zal zerprochen.

Der gast mocht nit lenger payten,

Er stiess den esel in die seyten

Daz er also schiere 5

Streket ällew viere.

Eysengrein dar unter glag.

Seht, do huob sich new clag

Umb den edeln herren, 5

Der sich so schon chond weren.

** Eysengreyn was unverzäit,

Er sprach: Mir tuot daz clagen läid.

Syha durch einr merhen fist,

Ob mein phärt gevallen ist. 10

Waz schulden schol ich dar um tragen?

Wer mag sich an den hymel haben?

*** Ich han verwüst die rehten hand,

Daz tuot mir wirser, dann die schand.

Da mit so was die red ergangen. 15

Eysengreyn sich huob von dannen,

So er aller röschest kond.

** Triefnas rügen sich begond,

Die nasen ward er rimphen,

Daz feur im aus den augen glast, 20

Aus seinem maul der gäifer prast.

Jo, wie zittert er von zorn!

Sein varw hiet er so gar verlorn,

Stamblent ward sein räisseu zung.

*** Waz man saget oder sung, 25

Dem gast wolt er do nit vertragen,

Er wolt in nür für toten haben.

Do huob er an ze lurggen do:

So, du du du hürrensun, so,

Des ha ha hab du dich verwegen, 30

Du ma ma macht nit mer geleben.

Her Neythart waz ein cristan man,

Dar umb so ruoft er Bertschin an:

Min he he herr, duorch unsern got,

Lâst mi mi mich vor meinem tot 35

Ze re re reuwe chomen!

Daz mocht in layder nicht gefromen.

Bertschin tet der spot we.

Er sprach: Nu chla la laff nit me!

Wie drat er seinen helm auf band! 40

Daz sper er vasset in die hant,

Eylen wolt er gen dem man

Und in der herberg rayten an,

Do stiess sichs phert, ich wäiss nit wie, 5b

Über ein ärws, daz ym die chnie

Zuo der erden sunken,

Sam es nit hiet getrunken.

Triefnas über und über viel 5

Also hart auf seinen giel,

Daz er wainet und auch gräin.

Er fluochet allen frawen rain:

Ir gunten, koczen, bösen breken,

Daz euch der ubel tot müss streken 10

Um die marter, die ich duld

Nit anders dann umb ewer huld.

War zuo habt es mich nuo pracht?

Her widerumb er do gedacht

An frawn Mäczleins wirdichayt, 15

Vil drât er swäig, ez waz im layt,

Ein anders gsanch do huob er an:

So sey ich nit ein biderman,

Frâwen gnad wil ich derwerben

Scholt ich vierstund dar uber sterben. 20

Uber sich so ward er sehen

Und schrein: Mir ist nit recht geschehen,

Helft mir in den sattel wider!

Und stech ich in dann nit da nider,

So sprecht, daz ich ein esel sey. 25

Also châmen ir wol drey

Und hulffen do dem chünen man,

Daz er auf die merhen cham.

Waz er vor gepunden ser,

Si punden in noch dreistund mer. 30

Den peyffer hiess man aber dönen.

Haltab, haltab, wurdens hönen.

Die sper si under drukten,

** Ir ruggen sey do smukten

Hinter die schilt vil werleich 35

*** Und ranten also erleich,

Daz zwo ofenchruken

Vielend hin ze stuken,

Des muost der ofner do engelten.

Fluochend ward er und auch schelten 40

Umb seyn chruken bäyde.

Bertschi jach: Hab dir nit laide!

Ich wil dir geben häw und stro,

Pring mir ander chruken zwo!

Daz waz so schier geschehen. 5c

Triefnas sprach: Nu schol man sehen,

frawen dienen chan.

Den gast so rant er wider an,

Herrn Neytharten des do verdross, 5

Er gab dem minner einen stoss,

Daz man in selten mer hiet funden.

Do waz er also stark gepunden,

Daz er mit käinir geparde

Mocht chümen von dem phärde. 10

Daz cham alz zuo seinen schanden,

Hangend ward er in den panden

Der merhen auf die hüfe,

Ob ich es rechte brüfe,

Ze hart ym an der selben vart 15

Gestrigelt ward sein har und bart,

Und wär man ym ze hilf nit chomen,

Daz schläpfen hiet im sel benomen,

Doch ward ym von we geswinden.

Secht, do ward er erst enphinden, 20

Daz Chuoncz ym vor gesaget hiet,

Do er ze lesten von ym schied.

Die frawen schreuwen, daz es clanch:

Helm ab, helm ab! waz ir gesanch.

Daz pheiffen was vil gar gelegen. 25

Wes scholten do die andern phlegen?

Daz muogt es äigenleichen wissen.

Sey heten sich vil nach beschissen

Von rechter forcht, die si do hieten.

Si wolten sich des schimphes nieten. 30

Dennocht sprach her Lechspiss:

Des lebens seyn wir noch gewiss

Und möchtin dar zuo er bejagen,

Hietin wir den gast erschlagen.

Unser sind noch vier beliben. 35

Schölten wir nit eim gesigen,

So wär doch ubel, daz wir ässin

Oder zuo Lappenhausen sässin.

Dar umb so schüllen wir nu reyten

Mit ein ander und nit payten 40

Auf den schalk mit plossen swerten

Und in von ein ander serten. 5d

Do sprach Jächel Grabinsgaden:

Des rat was selten ie an schaden,

Dar umb ich dir nit volgen wil.

Des frewt sich Pencza Trinkavil. 5

Jo, sprach Heinczo mit der gäiss:

Er achtet unsz nit einen schäiss.

Mich dunkt, er sey ein fuchs wild,

Den zagel fürt er an dem schilt.

Der täidinch waz so vil beschehen, 10

Daz sich her Neythart ward versehen,

Si gtörsten nit mer stechen,

Die forht wolt er in brechen

Und auch geben künen sin.

Fliehent macht er sich do hin. 15

Secht do huob sich söleich jagen,

Man chönd euchs nimmer gar gesagen,

Und ein schreyen nach dem gast,

Man hört es uber drey rast.

Ze eylen waz in also not, 20

Daz sich ir zwen ervielen ztot.

Do daz die andern sahen,

Si liessen von irm gahen.

Die sünd die ward seu reuwen,

Si ruoften nach mit treuwen: 25

Lieber herr von frömden landen,

Behütend uns vor bosen schanden,

Vergebt uns unser bosshait!

Sey reuwt uns ser und ist uns läid,

Wen wir nu trun enphinden wol, 30

Ir seyt des heiligen gaistes vol.

Des ward der gast von herzen fro,

Gen in so cheret er sich do

Und sprach mit senftem herczen:

Got büs euch allen smerczen 35

Und vergeb euch ewer sünde,

** Doch für wars ich euch daz künde

Nach der häiligen geschrifte sag,

Die sund ich nit vergeben mag

Ane reuw und peicht und puoss, 40

Die der sunder tuon muoss

Gänczleich ane falschechäit

Daz sey euch von mir gesäit. 6

*** Erst do vieng sich an ein reuwen,

Sy worden iren herczen pleuwen

Also ser, daz in daz bluot

Ze mund und nasen aus schluog. 5

Ir wäinen daz was gross.

Hainczo gab ym einen stoss,

Daz er zuo der erden sanch.

Von rehter andacht ward er chrank.

Lechspiss der sach auf zuo got, 10

Es waz ym chomen aus dem spot,

Er ruoffet laut mit ganczer macht:

Hergot gib mir sinn und chraft,

Daz ich meiner sunden ledig werde

Und so nit var von diser erde, 15

Sam Pencz und Jächel sind verschaiden

Alz lästerleich auf diser häyden.

Dar nach er gen dem ritter gie

Und näygt sich nider auf die chnie

Also treuleich in den plan, 20

Er mocht die pain zerprosten han.

Auf ruoft er: Mein lieber herr,

Hört mein sünd durch Marien er

Und gebt mir auch der buoss genuog!

Ich han gesündet ane fuog. 25

Her Neythart in dem grünen gras

Den pauren do ze peychte sas,

Ein crucz er machet über sey

Und sprach: Got schaff euch sorgen frey!

Gen Lechspiss er sich keret do 30

Und sprach: Durch got, der haw und stro

Geschaffen hat, und durch den gäist,

Sag mir alles, daz du wäist!

Also huob mein Leckspiss an

Und sprach: Ich pin ein schuldig man 35

Und han gesündet aus der mass

Wider euch auf diser strass.

Noch gedenk ich, sam er sprach,

Einer sünd, die gester gschach,

Die ist läider also gros, 40

Daz ich mich an der zungen stoss 6b

Und wäiss nit, ob ichs sagen schol;

Doch getraw ich euch so wol,

Daz irs nit fürbas pringet,

Daz mich mein andacht zwinget, 5

Euch ze sagen an gotes stat.

Wie erstleichen er in des patt,

Her Neythart sprach vil taugen:

Du scholt mir daz gelauben,

Daz mir war von herczen läit, 10

Scholt ich meine phaffhäit

Mit deiner peychte so verliesen.

E wolt ich den tot herkiesen.

Sag mir freyleich deine sünd,

Wilt du werden gottes fründ. 15

Lechspiss zuo seinr peychte cham,

Doch zittert er vor sünden scham

Und sprach: So wil ichs sagen

Und wil dar an nit verzagen.

Herr, mein weib, nu we, nu we, 20

Ich gtar euch nit gesagen me.

Es ist ein so grösseu sünd,

Daz ichs euch nit gerne künd.

Der peychter aber gen ym sprach:

Got nem dir alles ungemach, 25

Lieber sün! Du fürcht dir nicht!

So werd ich heüt ein böswicht,

Sag ich ieman deynen sin,

So ich alters aünig pin.

Lechspiss daz nit recht vernam, 30

Dar umb so huob er wider an:

Herr, mein weib ist nit gar lanch,

Dar um so nam sey einen banch,

Mit iren paynen sey dar auf stäig,

Ein stuch sey ab dem bachen snäyd. 35

Do ich des nu innen wart,

Geschlichen kam ich an die vart

Und zucht den stuol so schon von stat,

Daz sey reht an dem ruggen glag.

Daz gwändel huob ich ir do auf 40

Und chust sey dreistund in den bauch.

Her Neythart smieren do began,

Er sprach: Sim, phü dich, böser man! 6c

Wes hast du wütreich dich gezigen?

Sel und leib so gar verstigen?

Deiner sünd der ist also vil,

Daz ich dich nit enledigen wil, 5

Noch enkan dir bessers sagen,

Du muost dich zuo dem bischolf draben.

** Daz sagt er ym nit ane sach

Her Neythart do der gumppelphaff,

Der ym gedâcht in seinem muot: 10

Böser schimph ward nie guot,

Mit der sel ist nit ze scherczen,

Ich wäiss daz wol in meinem herczen

Nach der wäisen lere sag,

Daz ich in nit gelösen mag 15

Noch gepinden gäistechleich,

So mag er auch nit sicherleich

Seyneu sünd eim läyen sagen,

So er priester mag gehaben.

*** Lechspiss macht sich dannen. 20

Do cham do her gegangen

Heinczo der vil reuwig man,

Seineu peycht die huob er an

Und sprach: Mein herr, helft mier aus not!

Ich han gesundet in den tot, 25

Ich hab auch gottes huld verlorn.

So we mir, daz ich ie geporn

Ward hie auf diser erde.

Do sprach der Neythart werde:

** Sym, sün, du scholt nit so verzagen. 30

Ich wil daz für wâr sagen

Gottes herbarmherczichchait

Ist so michel und so bräit,

Daz nie chain sünd so grosse wart,

Si wurd vergeben an der vart, 35

Wolcz den menschen ruwen

Von grunt mit ganczen treuwen.

*** Da mit so huob mein Heinczo an

Und saget, waz er hiet getan.

Er sprach: Mein herr, es ist ein schand; 40

Gestern fuor ich über land

Bis daz ich cham zu einem bach, 6d

Do huob sich läid und ungemach.

Aufzeschlauffen mich verdross

Und durch ze watten also bloss,

So wolt ich auch nit wider keren 5

Und mein gelt umb süst verzeren.

Secht do vand ich dört ein kuo,

Die fuort ich bey den orn hin zuo,

Ich stäig auf sey und räyt hin an,

Bis daz ich durch daz wasser cham. 10

Ir fäyger keczer, sprach der ritter,

Daz euch der übel tod der bitter

Nemen müss, ir böser man!

Ir möcht nit wirser han getan.

Ich sag dirs nit aus einem trauwm, 15

Du muost dich machen hin gen Rom

Mit henden und mit füessen,

Wilt du dein sünde büssen.

Also macht sich Häincz do hin

Gen Rom, daz waz sein ungewin. 20

Lechspiss hincz zum bischolff trat,

Daz ward ym in dem sekel schad.

Neythart gab in seinen segen.

Ewer müss der tiefel phlegen,

Got geb euch payden smerczen, 25

Sprach er in dem herczen.

Do mit so stuond er von der peycht,

Sam ein pruoder ungewäicht.

Mit dem so kam da her geritten

Triefnas schon auf einem schlitten. 30

Den gast besorgt er vast und ser.

Er sprach: Mein lieber juncherr,

Hab ich wider euch getan,

Daz schölt ir mir nu faren lân

Durch den uberreichen got 35

Und râten mir an allen spot,

Ob ich schüll hofieren

Furbas mit turnieren,

Mit sagen und mit singen

Und auch mit andern dingen. 40

** Darzuo sprach her Neythart:

Mich dunkt, du säyst von hoher art 7

Ein degen chün mit deinem leib.

Ist, daz du nemen wilt ein weib

Zuo der e, ich dir daz chünd,

Du macht ir dienen ane sünd, 5

*** Und dar zuo wil ich helffen dir

Zuo dem besten, glaub es mir!

Dar zuo wil ich dir vergeben

Alz, daz du pey deinem leben

Hâst begangen wider mich. 10

Dar umb, du freyer held, vergich,

Waz dunket dich in deinem muot

Wol getan umb er und um guot?

Des dankt ym Bertschi so zehant.

So wol, daz ich euch ie derchant, 15

Sprach er zuo dem Neythart

Und swuor ym auf sein lesten vart,

Daz er Mäczen näm zun eren,

Scholt er joch de bruoch verzeren.

Da mit so wurdens jausen 20

Hin wider zLappenhausen,

Sam ein bleiens fögelleyn,

Und châmend zuo den gsellen sein,

Der wârend dännoch sechs beliben.

Bertschi sprach: Ich sey gestigen, 25

Es müss noch sein gehofieret

Und ritterleich geturnieret

Durch deu lieben Mäczen mein.

Ir kayner wolt der zag sein,

Si sprachen alle: Nu hin, daz sey! 30

Do mit so huob sich ein geschray

Turnierens trun wir müssen kosten,

Scholtin wir joch all zerchnosten.

Wistin wirs nur an ze keren!

Her Neythart sprach: Ich wil euch leren 35

Eygenleich mit ganzer treuw.

In dem spil pin ich nit new.

Des benügtend sie sich alle

Und schrewen auf mit schalle:

Got hât uns seinen engel gsant, 40

Einen man von fremdem land

Dar zuo so sein wier ghäilet. 7b

Vil schier si wurden getäylet

Nâch her Neytharts reden

In zwäy täil gar eben.

In dem ersten täile waz 5

Er und Bertschi Triefnas,

Burkhart mit dem überpäyn

Und der wütend Eysengrayn.

In dem andern was der twerg

Chuoncz vom Stadel der vil werd, 10

Chnocz und Troll die herren.

Für wârs möcht ich des sweren,

Daz chäin turner nie so schier

Gtäilt wart sam die vier und vier.

** Her Neythart huob an ze sprechen: 15

Der turner und daz stechen

Sind nit erdâcht um daz allain,

Daz man hofierr den frawen räyn,

Sey sein auch dar zuo jo gemacht,

Daz man da mit die ritterschafft 20

Erzäig und dar zuo lerne.

Dar umb so schült ir gerne

Üben euch in sölhen dingen,

Daz euch destofter werd gelingen

In ernst und auch in streitten. 25

Stechen lert uns reyten

Creftichcleichen mit dem sper.

Dar zuo so hilf der turner

Daz swert vil ritterleichen füren,

Fleisch und päyn und eysen rüren. 30

*** Si sprachen all: Gelobt sey Crist

Und alles, daz ym hymel ist!

Tuon wil wellen, waz wir schullen

Und ewer gpott mit ernst herfüllen.

** Her Neythart aber redet do: 35

Ewer eren pin ich fro,

Dar umb wir schüllen wellen

Zwey unter uns gesellen

Von part und widerparte

Zuo zaumern an der varte, 40

Die habend anders nit ze schaffen,

Dan hin und her im turner gaffen,

Ob si vinden unter allen, 7c

Die man schlahen sol mit schallen.

Die selben schullen sie ziehen

Pay dem zaum, daz si nit fliehen

Mügen so geswinde, 5

Bis daz daz ander gsinde

Der ir geschellschaft chäm hernach

Und in umb und umbe fâch

Und dar zuo schlahi, doch nit hert,

Oder schüphi von dem phert; 10

Und ist, daz si in vellen,

So schol er dar so zellen

Phenning vier und nit der bösen,

Wil er seinen esel lösen.

Die red geviel in allen wol, 15

Doch ruoften si, mit we man schol

Die gezäumpten gsellen treffen,

Mit schlagen und mit stechen.

Des antwürt in her Neythart so:

Mit pengeln gstriket aus dem stro. 20

Si ruoften laut: Wie guot, wie guot!

Dis stro uns chlainen schaden tuot.

* Da mit so wurden aus herwelt

*** Chnocz und Burkhart, und gezelt

Für ir zäumer also gemäyn. 25

Yeder täil macht sich allain

Zu eim winkel also drât

Und wurden unter in ze rât,

Uber welh der turner gieng.

Do mit her Burkhart an vieng 30

Und sprach: Enkäinr ist schlahens werd,

Denn der hürrensun der twerg,

Der den ärs wüscht an daz phayt.

Daz schol uns allen wesen läid.

Daz dunket Bertschin nit gar guot. 35

Er sprach: Mich dunkt in meinem muot,

Daz wir schüllen streichen

Chunczen haut die weichen,

Wan er in der kyrchen stanch

Über aller unserr danch. 40

Eysengräin hin wider säyt:

Daz wär mir umb den Chuonczen läid. 7d

Ist nit waiger, daz wir Trollen

Schllahin uber seinen schollen,

Der die leut und lande läicht

Und dar zuo in daz pette säicht? 5

Des selben râtes wârens fro

Und sprachen all: Dem sey also!

Chnocz im andern winkel sprach:

Went ir hörren, was geschach?

Es ist geleich, sam ich es sag, 10

Das an einem sunnentag

Eysengrein den seinen stall

Mistet, daz es uber all

Smecht in der gassen.

Dar umb man scholl in vassen 15

Pay dem hâr und pey dem part,

Daz ym sein misten chüm ze hart.

Daz mocht dem twergen nit behagen.

Er sprach: Ein anders wil ich sagen,

Des ich so mich nu han bedacht. 20

Der gast der hat uns hie zuo pracht.

Dem gast dem schüllen wir gelten

Mit schlahen und mit schelten.

Do daz der Troll erhörret,

Die red waz gar zerstörret. 25

Er sprach: Her twerg, ir seit nit werd,

Daz ir habt erd und tal und perg.

Wist ir nit, waz überlast

Wir haben glitten von dem gast

Nur von unsern schulden? 30

Nu sein wier chomen zhulden;

Scholten wir nu daz verscheissen?

E wolt ich dirs hâr zerreissen.

Der rede ward den twerg verdriessen.

Er sprach: Du chanst wol pölcz schiessen, 35

So werd ich heut erstochen.

Die schand muoss sein gerochen.

Do mit si in die messer griffen,

Die warend neulech wol geschliffen.

Chuoncz der schre: Drucz, morder, drucz! 40

Iedem gab er einen smucz

Und schied si von einander bäid.

Er sprach: Mir ist dicz ding läid; 8

Wolt ir treiben disen täil,

** Daz macht uns allen unhäil.

Wir muossen uns zunanner haben,

Wollen wir die er bejagen. 5

*** Da mit so was ein frid geschehen.

Cuonczo der ward furbas jehen:

Mich dunkt in meinem sinne,

Der schimp chöm von der minne.

Den minner, daz ist Triefnas, 10

Schüllen wir bezalen bas.

Dar zuo so hab ich funden,

Daz Bertschi hat geschunden

Ein kaczen mit der tenggen hand,

Daz ist ein laster und ein schand. 15

Des selben râtes wârens fro

Und schreuwen all: Dem sey also!

Aus den winkeln sey do drungen

Und santend bäidenthalben einen jungen,

Daz er scholt die gloggen leuten, 20

Die den turner wurd beteuten.

Secht, daz was so schier geschehen!

We was fröden hiet man gsehen

Mit singen und mit swaczen

Unter den torffmäczen! 25

Dar zuo ward geschaffen,

Daz man auch scholte machen

Einen zaun all umb den plan.

Daz waz jo also schier getân

Und dar auf scholt man prügi legen 30

Durch der schönen frawen wegen,

Die den turner scholten sehen.

Daz waz also schier geschehen

An den selben stunden.

Die rekken sich verpunden, 35

Ein halbe chuo si frâssen

Und auf die esel sassen

Mit den kolben von dem stro.

Doch waz her Neythartz nit also,

Ich wil euch des beweisen, 40

Sein knüttel waz von eysen,

Mit stro wol übermachet,

Won er vil läides schaffet 8b

Taugenleichen mit gelimph

Allen gesellen in dem schimph.

In den plan seu ritten do

Nach irem alten sitten so 5

Mit Gunterfäyn dem pheyffer,

Dem der pauch waz selten lär

Von ruoben und von gersten.

Also rant des ersten

Bertschi in dem ringe umb. 10

Heya he, wie gsunt, wie jung

Bin ich an dem herczen mein!

Daz was do das jauchczen sein.

Wie ritterleichen kond er reyten

Mit den sporen zpayden seyten! 15

Den kolben wand er umb daz haubt.

Er ist ein narr, der mir daz glaubt.

Dar nâch secht, der fröleich man

Macht sich an sein art hin dan

Zuo den seinen gsellen. 20

Cer ander täyl sich zstellen

Trachtet an daz ander art.

Hie mit sprach der gast: Daz wart

Zuo den chäphern von dem gäw,

Die warent beschläyt von stro und häw. 25

Hört, ir herren dfiessen,

Die portten schült ir schliessen

Die abgeworffnen heft in dan!

Das stet enk wol und ghört euch an.

Der turner ward herhaben, 30

Schrenkpäum zuo geschlagen,

Seu ritten in enander,

Recht sam die säw von Flander,

Des tämers des ward gnuog und vil

In der gmäin bis an daz zil, 35

Daz her Burchart Trollen vand

Und in zaümpt mit seiner hand.

Er sprach: Du muost dich mit mir traben

Und von ärs auff werden geschlagen.

Do mit so sach man Chnoczen 40

Gen Triefnasen hoczen.

Er sprach: Nu gib dich zgfangen!

Es ist umb dich dergangen.

Ein flieher bist du vor gesin,

Dar umb so muost du leiden peyn. 8c

Man fuort ein hin, den andern her

Besunder in dem turner.

Ieder viel in sattelpogen,

Er wär anders ab gezogen 5

Und huob sich also vast,

Daz ym des atens gprast,

Die päyn die schlugens untnan zemen,

Daz man die ross nit kond genemen,

Doch ward mans pengeln mit dem stro, 10

Daz die frawen schrien do

Von grundauf gar ze vollen:

Retta Bertschin und auch Trollen!

Daz hört her Troll, es gie ym zherczen,

Gen dem ritter ward er ferczen 15

Und sprach: Daz sey dem gast geschankt!

Des ward ym ie so schier gedankt.

Her Neythart pand ym ab die hauben

Und craczt, daz yms pluot von augen

Schreyt, und mass im einen schlag, 20

Daz er do unterm esel gelag.

Do mit waz er entrunnen

Und auch sein Hagen gwunnen.

Her Burkhart sprach: Nu schullen wir

Bertschin retten: volgend mir! 25

Daz ist pilleich, sprachen sey.

Zuo Bertschin vegtens alle drey.

Do nu Triefnas hiet vernomen,

Daz sein gesellen wären chomen,

Starks gemüt er do gewan 30

Und huob auch sein gespötte an.

Er sprach: Ich sicz so sanft und wol,

Daz mich joch nieman retten schol.

Pringt mir chäs und dar zu prot!

Ich pins nahent hungers tot. 35

Daz prot man im vil schiere gab.

Triefnas peyss ein stukke ab

Und trukt es genczleich in den schlunt.

Wie laut er schre: Wie guot, wie gsunt!

Neythart lachen do began 40

Chnoczen räyt er hintnan an

Und hub in auf von seinem phert,

Er warff in nider in die erd.

Die chäpfer namen in hin dan,

Die merhen muost er varen lan. 8d

Do daz Eysengreyn dersach,

Es tet ym läid und ungemach,

Er hiet es zstet gerochen gern,

Do muost er sein von forht enbern. 5

Der twerg hiet sich der er verwegen,

Er sprach: Sein muoss der tiefel phlegen!

Mit Bertschin zfechten ist enwicht,

Er hât gefressen und wir nicht.

Da mit so waz der turner aus, 10

Den lüller hiess man trüllen auf.

Do ruoffet Geri mit dem kruog:

Nuwe ist sein yecz genuog.

** Des antwürt ir der pharrer do:

Sim so, du hürrrsun, so, du so! 15

Winst, es seygin hodenschleg?

Daz dein der übel tiefel phleg!

*** Geri gswaig, doch sprach der gast:

Noch schüllen wir uns streken vast

Und in enander reyten 20

Mit schlahen zallen seyten.

Daz häist der nachturner.

Secht, do wurdens gasslent her

Und rumplen unter enander

Sam wildeu swein von Flandern. 25

Dicz dinch verzoch sich also lanch,

Bis ein nebel und ein tamph

Von leuten und von phärden

Sich huob von den gepärden,

Also daz yeso ze hant 30

Nieman do den endern bkant.

Erst wir mügen spüren,

Ob sich her Neythart rüren

Chönd unter den gesellen

Mit schlahen und mit fellen. 35

Es gescach ze stunden,

Daz man da hiete funden

Fünf turnierer wol getan

Gestreket nider in den plan

Und dar zuo gstossen und gschlagen. 40

Man hiez in chörben fuder gtragen,

Daz schuoff her Neythartz pengellein,

Daz da so fro win scholta sein.

Dicz chond er dannocht teken

Vil sanft ward er sich streken 9

Nider zuo den gesellen seyn

Und schier: Nuwe der lunggen mein,

Die in mir zerschlagen ist!

Des muos ich ligen in dem mist. 5

Do daz die alten sahen,

Gemäinchleich seu des jahen,

** Daz si pey iren zeiten

So pöschleich nie gestreiten

Sahen, sam da was geschehen, 10

Scholt mans für ein ernst ersehen;

Wolt mans aber zellen

Für einen schimph daz vellen,

So sprachens, daz seu nie chäin schimph

Gesahen mit dem ungelimph. 15

Die gsellen wurden hin getragen.

*** Ein ander turner ward sich haben

Zwüschen eseln und den rossen,

Die wurden gumpend und auch poszen

So ser, daz niemand gtorst genâhen, 20

Die esel und die merhen zvahen.

Do schluog des Trollen Hagen

Bertschins rüssin in den magen,

Daz sey älleu vieri

Strechet also schieri. 25

Neythartz phart schluog hyntna auf

Eim esel zend und zungen aus,

Da mit er yeso tod gelag.

Daz waz niemand also schad,

Sam dem müllner von der wisen, 30

Der Hagen hiet von im gelihen,

Und auch Chuonczen weib der Jutzen,

Die von lachen und von chutzen

Obnen ab der prügi viel

Also hart auf iren gyel, 35

Daz ir die sel nit bleiben wolt

Und fuor do hin, daz faren scholt.

Dar um so ward ein gescray derhaben.

Hört, ir tohtern und ir chnaben,

Yederman far in sein haus! 40

Dem schimph dem ist der poden aus.

Do mit so ward zerhauwen 9b

Der zaun, vil e dann gepawen,

Schrenkpäyn nider gschlagen

Und hin und herr vertragen.

Do dicz so was ergangen, 5

Die werlt sich macht von dannen,

Ein täil so mit dem toten weib,

Daz da verlor den seinen leib;

Daz ward man so ze hand begraben,

Daz was dem pharrer an schaden. 10

Der ander täil der muosset ziehen

Den esel, der nit mocht gefliehen,

Und in emphelhen do den raben;

Daz was den wolfen ane schaden.

Der leste täil, daz muoss ich jehen, 15

Gie da hin die recken sehen,

Die so sere warent geschlagen,

Dem wundarzet ane schaden.

Doch mocht her Neythart nit geniesen

Noch Bertschins des vil raine süssen. 20

Die warint also schier genesen,

Sam in nie wär we gwesen,

Wan her Neythart kond sein schonen,

Dar umb wolt er chäym arczet lonen,

So hiet der minner hohen muot, 25

Daz was ym zuo den wunden guot,

Er hiet gesprungen und getanczet,

Dar zuo gsungen und geswanczet,

Do mocht ym niempt den haber tragen.

Der gast der hiet sich hin getraben. 30

Wie chond man Trollen läid zerstören?

Weder gsehen noch gehören

Mocht er, noch sein smerczen chlagen,

Also hart waz er geschlagen.

Chuonczen waz ein straich gemessen, 35

Daz er tanczens hiet vergessen,

Dar zuo waz ims weibe tod,

Daz pracht ym jamer und auch not.

Wär dem twergen bas gelungen,

Wie gern er hiet mit Bertschin gsprungen! 40

Do mohten in die füss nit tragen,

Also hart was er geschlagen.

Do sprach junkherr Eysengreyn

Und die andern gesellen seyn: 9c

Swanczens chan uns nit behagen,

Also hart sein wir geschlagen,

Und ob joch des nu nicht emwär,

So macht uns doch daz wachen swär, 5

So wir des morgens scholten eren,

Tröschen, sneyden, mäyn und perren.

Er müss dertrinken in dem kat,

Der uns hier zuo ie gepraht!

Dennocht Purkhart hiet gesungen 10

Rayns gesanch in süzzer zungen,

Do moht ers nit an herczen haben,

Also ser waz er geschlagen.

Hie mit muost der Triefnas

Aünich bleyben, daz ist das, 15

Doch wolt er nit er lassen ab,

Und dient frawn Mäczen nacht und tag

Mit sinnen und gedenken,

Von ir mocht er nicht wenken.

Des nahtes gie er alweg aus 20

Und schläich hin zuo irs vattern haus,

Den läym den räyss er von der maur

Und peyss dar in, es waz nicht saur.

Fegend ward er her und hin,

Zuom türlein eyn stund ym der sin. 25

Weil und zit was ym ze lanch,

Wie oft so huob er an und sanch:

Ich wil nach dir verderben,

Mäczli mein, nach dir so wil ich sterben.

Da mit so schiegt er hin zum laden, 30

Ob ers gesehen da möcht haben.

Do vand er nit, daz tet ym zorn,

Also was sein gesanch verlorn.

Daz träib er oft und dar zuo dik,

Es half in läider nicht ein stik. 35

Des chroch er zuo des pheyffers haus

Und sprach: Mein lieber gesell, ste auf

Und hilf mir heynt mit deiner chunst!

Ich arbäit in der minne prunst.

Gunterfay der snarchelt ser, 40

Ym traumpts, er fischet in dem mer.

Waz scholt der helde sprechen?

Der hals waz ym derlechen. 9d

Ungpitig waz mein Triefnas,

Er ward dem spilman ruoffent bas

Und in die haustür possen

Mit swäin stainen grossen, 5

Mit einem steken chlocht er an

Und sprach: Ste auf, biderman!

In den selben sachen

Der spilman begond derwachen

Und wüst auf, sam ein wilder has. 10

Was ist dicz und was ist das?

Ward er rüffend do ze stet;

Sein weib daz warff er ab dem pett,

Er wand, sey hiet diss alz getan.

Ir teuscherin, so sprach der man, 15

Wes siertst mich heint die langen nacht?

Bertschi hiet do schier gelacht,

Do martret in der minne gluot

So ser, daz ym die nas pluot.

Do daz verran, do schluog er an, 20

Er gie hin dan und ruoft dem man:

Ste auf durch den reichen got

Und ge mit mir, des ist mir not.

Gunterfay was zornes vol,

Dar zuo hiet er getrunken wol, 25

Er schre: Ge fuder, merhen sun,

Un chlok nit me! Daz ist dein frum.

Bertschin det daz schelten we

Und daz düczen dannocht me.

** Er gedocht, ich sey ein wicht, 30

Und betörft ich dein so nicht,

Ich zerschlüg dir kalb und kuo

Und deinen ruggen auch dar zuo.

Nu muoss ich singen, wie du wilt.

Doch kumpt ein tag, daz ich dirs gilt. 35

*** Süsse red die huob er an.

Zürn nicht, lieber spilman!

Ich pins, Triefnas; ge mit mir!

Siben haller gib ich dir.

Do dis erhörret Gunterfay, 40

Do huob er an ein anders gschräy.

Ja, mein lieber herr, seyt irs?

Ich bkant euch nicht, vergebt mirs!

Also stuond er auf aldo, 10

Die augen wüscht er mit dem stro,

Er suocht die pruoch, sey was verlorn,

Doch hiet er ir noch wol enborn,

Wär der sekel nicht ze den stunden 5

An die selben pruoch gepunden,

Des mocht er do nicht an gesein,

Daz gelt wolt er do legen drein.

Dicz suochen truwen ward so lanch,

Daz Bertschi dristund auf spranch 10

Von rehtem zorn, den er gewan.

Chümpst nicht? ruoft er zu dem man.

Ja, sprach diser, so geswind,

Ist daz ich die bruoch vind.

Des sprach Triefnas do vil drat: 15

Chüm, la sten daz niderwat!

Ich gib dir phenning und die täschen,

Ich schenk dir pier mit sampter fläschen.

Wer waz fro, dann Gunterfäy?

Er acht der pruoch nicht umb ein äy 20

Und cham her aus gestoben,

Gerumpelt und geflogen

Mit seinem bekkin, daz waz new.

Bertschi sprach: Nu plew und plew

Und lass uns heynt hofieren! 25

Ich zel dir dar mit vieren,

Uber al daz bekk erschal,

Daz es erchnal in perg und tal.

Seu chomen hin zuo Meczleins haus,

Die pot den ärs zum fenster aus. 30

Do sprach Bertschi yeso zhant:

So wol mir, daz ich ie derchant

Deinen amblik wol gestalt!

Halt her, liebes Maczeli, halt!

Des ward den andern allen 35

Daz tämer missevallen,

Seu hietin gerner gschlaffen,

Zuo Gunterfäyn si sprachen:

Wes schläist uns heint mit deinem pheyffen?

Wilt, daz wir dir dhant derstrichen? 40

Des antwurt in der Schollentrit:

Lieben Herren, zürnet nicht! 10b

Mich dunkt, er hab ins pad gschlagen,

Wier schüllen uns da hin dertraben.

Schollentritten glaubt man do,

Yederman der ward so fro, 5

Daz er also zsteite

Sich huob von seinem beite,

Wen seu pey allen iren tagen

Häiss pad chonden nie gehaben.

Gunterfayn dem lieffens nâch, 10

Do waz er gflohen also gâch

Hin mit Bertschin sam ein fiess,

Daz er sich nicht do vinden liess,

Des müsten sey engelten.

Ward in dhayn bad ie selten, 15

Daz mocht in dannocht selczner sein,

Da mit seu chertens wider eyn.

Triefnas der was fröden vol,

In daucht er hiets gschaffet wol.

Wie oft so ward mein narrel jehen: 20

Sym, so mir ein surt, ich han sey gsehen.

Sein akergen waz gar da hin,

Gen Mäczellein stund ym der sin.

Der andern nacht so gie er aus

Und chriemelt in irs vattern haus. 25

Er macht sich in den chuostal

Also leis, daz ez nicht hal,

Hinderd tür er sich verparg,

Bis daz Mäczli melchend ward.

Er cham her für and sprach: Nu sweig, 30

Liebes lieb! Minn dir nit läid!

Ich pins, Bertschi; ghab dich wol!

Ich mach dich aller fröden vol.

Mäczli do so hart dercham,

Daz sey Bertschin nit vernam 35

Und huob an zgreinen und auch gräyn.

Näyna, Mäczli, näyna, näyn!

Bertschi sprach, er was nicht faul,

Die hand schluog er ir für daz maul,

Ein zabeln huob sich und ein bossen, 40

Daz die milch ward umb gestossen.

Daz gie der kuo ze herczen,

Die hürner ward sie sterczen

Lüyen und auch rauschen 10c

Einmitten durch den hauffen.

Sey craczt, er rauft, die kuo die stach,

Daz wunder nie chain man gesach.

In dem selben streben 5

Die kuo ward messen eben

Bertschin über seinen dank

Zwen stich in einem swank,

Der möht er wenich sein genesen,

Wär sein dikker schop nicht gwesen. 10

Triefnas ward aldo vertriben,

Mäczleins maul damit entliben,

Dar umb sey rüffet und auch schre:

Hie deup, hie deup, he he he he!

Do man derhort fron Mäczen gschray, 15

Alleu gnad die was enzwäy;

Der do wâpen haben macht,

Der wappet sich hincz zmitter nacht.

Erst do chammens her geflogen

Mit iren swerten aus gezogen 20

Und schreuwen alle: Was ist dicz?

Sag uns, Friczo, durch poks swicz!

Friczo sprach: In einem stal

Ein deup ist gewesen über al.

Welt ir sein geruochen, 25

So schüllen wir in suochen

Unter der erd und ob der erd,

Ob uns der hürrensun nu werd.

Des sein wir gpunden, sprachen sey.

Fricz und seiner sünn drey 30

Wagten sich des ersten hin,

Die andern chamen all nach hin

In den stal all über al.

Vil laut erhal ir gschräy, ir schal,

Seu schluogen greuleich in die wend. 35

Woy daz dich der tiefel schend

Wirdist ie ein biderb knecht,

So chüm her für und mach es schlecht!

Des pumbelns do die kuo verdross

Und gab Friczen einen stoss, 40

Daz er belaib in seinem haus,

Da mit die andern fluhend aus,

Den deup man do nicht vinden maht,

Bis hincz auf die dritten nacht. 10d

Da pracht in zuo die minne,

Er gdacht in seinem sinne:

Du muost dich heven aber aus

Und steygen auf meins puolen haus, 5

So wirst du sehen durch daz tach,

Waz sey tuo und waz sey schaff.

Wie schier er do hiet vollepracht

Alles, daz er ym gedacht!

Triefnas auf dem tache was, 10

Fricz mit seinen kindern sas

Pey dem feur und ass der ruoben,

Bertschi wolt des zuo luogen

Und stiess daz haubet durch ein loch.

Do waz er swärer, dann ein bloch; 15

Dar umb so muost er vallen

Vor den chindern allen

Und dem vatter in daz feur,

Sam der tiefel ungeheur.

Häl und kessel viel dahin 20

Mit Bertschin zuo seim ungewin.

Wer mocht do lenger gpeyten?

Der nicht enhiet ze reyten,

Der floh mit henden und füssen,

Daz chond ym nieman gpüssen. 25

Mäczli die was also lam,

Das sey chaum zur stegen cham,

Secht, do rumpelt sey hin ab,

Sam ein ander mülrad.

Die andern vielen all hin nach, 30

Ze fliehen was in also gach.

Fricz der muost beleiben,

Er mocht sich nicht gescheiben,

Dar zuo hiet in pracht der schad,

Den ym die chuo im stadel gab. 35

Do dicz nu also was geschehen,

Fricz der ward sichs dings versehen

Und gedacht in seinem muot:

Gluot ist gvallen in die gluot,

Feur ist chömen zuo dem feur, 40

Daz schaft die Min, die Aventeur.

Bertschi wolt verprinnen

Ausrenthalbe und innen.

Do zoh in Friczo durch die äschen

Mit ruobwasser heyss gewäschen 11

Und farcz ym dreistund in den mund,

Also ward der minner gesunt.

Doch was ein wunder, daz er gnas,

So hart und er gevallen was. 5

Dem arczet gab er einen schlag

Ze lon, das er am ruggen glag.

Zur hinter tür er trumpelt aus,

Den wirt den liess er in dem haus.

Friczo der ward wüten ser. 10

Wie laut er schre: Wo schilt? Wo sper?

Fechtens hiet er do begunnen,

Do was ym der veint endrunnen.

Die rach do über Mäczen gie,

Pey den zöpfen er sey vie 15

Und warff sey dreistund wider derd.

Er sprach: Des bist du alles werd:

Ich gestochen und geschlagen

In daz maul und in den magen,

Daz tach daz ist zerprochen mir, 20

Sich, daz hab ich alz von dir.

Dar zuo gab er ir ein stoss

Und sey in ein speicher schloss.

Er sprach zuo ir: Da sicz und scheiss!

Der ärs ist dir ze dik und feyss. 25

Mäczel ward behalten.

Des müss ein fist walten!

Sprach do Triefnas an der stund,

Do ym die mär so wurden kunt.

Noch liebt sey mir ye bas ye bas. 30

Sprach aber: Das ist das,

Ich han gesworen, ich muoss sey haben,

Wär sey joch in erd vergraben.

Dicz was im zorn und ungemach,

Wie oft er gen dem speicher sach, 35

Und gedâcht ym: Häiliger Christ,

** Beschlossen prot, wie süss du pist!

*** Mäczlein mäynet Triefnas

So ser, daz im des nicht enwas,

Seyn hercz in seinem leibe 40

Wolt presten nach dem weibe.

Mäczli sas alläyne,

Sey schawt ir weissen päyne,

Do sach sey ir vil praunen muczen. 11b

Sölich zuchen, rupfen, smuczen

Huob sich auf den rauhen fleken,

Peyssen, chlenken und aynzweken,

Dar zuo fluochen, trewen, schelten, 5

Das des jamers ghort man selten.

Mäczel zuo der fuczen sprach:

Got geb dir läid und ungemach

Und dar zuo allen smerczen,

Den ich an meinem herczen 10

So pitterleichen dulde

Nur von deiner schulde.

Also schluog sey aber dar,

Bis daz ir das maul geswar

Und sprach: Se hin, das gib ich dir, 15

Das man umb dich hat geben mir.

Dar zuo so muoss er sterben,

Der nâch dir wil verderben.

** Do hiet Mäczel langes har

Und churczen muot, ja daz ist war. 20

*** Wie schier so ward die täyding chrumb!

Meczli chert sich wider umb,

Hiet sey vor geschulten ser,

Zartend ward sey dreystund mer

Mit streichen und auch mit salben 25

Die muczen allenttalben.

Hin wider sprach sey zuo dem plecz:

Got dich alles laydes dergecz

Und püss dir deinen smerczen,

Des bitt ich in von herczen, 30

Dar zuo wil ich dich auch pitten.

Habist von mir ichtz gelitten,

Vergib mirs! Auf mein rechten äid,

Es rewt mich ser und ist mir läid.

Der plecz der wolt geantwürt haben, 35

Da worend ym die zend aus gschlagen,

Daz maul waz im geswullen

Er hiet verlorn die wullen;

Doch ward ein frid gemachet,

Dar zuo sprach sey und lachet: 40

Sälich muoss er werden,

Der nach dir wil verderben!

Daz waz auf Pertschin do gedacht,

Der ir fröd und wunne pracht

Yoso schier in irem herczen, 45

Also daz sey alles smerczen 11c

Gar und ganczleich do vergass.

Hiez im vor getragen hass,

Daz ward alles do verchert,

Der minne feur sich also mert, 5

Daz sey dem gsellen ward so hold

Und hölder, dann dem liethen gold.

Erst do huob sich Mäczi gschaft,

Chlingeln chlangeln und ein gprächt

Zwüschen päyden seyten, 10

Die minn die ward seu reyten

Also ser, daz seu vergassen,

Was seu trunken oder assen.

Diz leben ward in gar ze saur,

Seu hietens päydeu von natur. 15

** Ye minr man lieb zuo libe liess,

Yemer sich hercz zuo herczen stiess.

*** An essen seu ab namen

Und chürczleich dar zuo chamen,

Daz seu die ärs nicht mohten wegen; 20

Dar umb so muosten seu sich legen

Nider auf die benke.

Ir sinn un auch ir gdenke

Wârend nach versunken.

Doch hiet do Bertschi gtrunken 25

Süssen met und pier und wein,

Daz er noch pey den chreften sein

Beleib und gedoht in seinem muot:

Ist sey nu so wol behuot,

Daz ich mit ir nicht greden gtar, 30

So send ich doch ein briefel dar.

Des ward do Triefnas so ze rât,

Also schier und auch gedrat

Sant er nach des torfes schreiber,

Der hiess Henricze Nabelreiber. 35

Mein tächenschreiber yeso zhant

Cham in Bertschins haus gerant.

Triefnas der lag auf der bank.

Ach und we daz waz sein gsank.

Do dicz der Nabelreiber sach, 40

Es waz ym läid und ungemach,

Wan in Bertschi ghöret an.

Hat dir iemant iht getan?

Sprach er zuo dem armen,

Daz müss er von mir armen! 45

Näyn du, sprach do Berchtold. 11d

Mäczlein bin ich also holt,

Daz ich nach ir verderben

Wil und dar zuo sterben.

Wilt du mir dicz vertreyben, 5

Ein briefel muost do schreyben

Häymleich zuo der frawen mein

Oder ich muoss leiden peyn.

** Des antwurt im der schreiber do

Und sprach: Dem ding ist nit also, 10

Sam du wänst, mein lieber gsell!

Welher reht hofieren well,

Der sey ein chnecht pey junger zeit,

Frisch und sauber an dem leib,

Und derwel im ein allayn 15

Unter allen frawen gmäyn,

Die im aller pest behag,

Mit niemant nicht zschaffen hab,

Die auch sein geleiche sey

An jugent und auch art da pey, 20

Von der ze hoh im stigen wil,

Der fleugt inn graben ze dem zil.

Sey schol auch wesen sunderbar

In allen deinen sinnen zwar,

Won die rechte liebeschaft 25

Zwüschent zwayen hat ir chraft

Und wil ir auch nicht mer haben.

Also vil chan ich dir sagen,

Wilt den buol dewerben dir

Ze deiner chan nâch rechter gir, 30

So vind in an der minne new,

Wilt daz es dich nicht gereuw,

Won die witwen und die alten

Sind von rehter min geschalten.

An die ersten man gedenket, 35

Daz die andern prüder chrenket.

Nu dar hast du dann aus derkorn

Ein lieb ze sälden dir gporn,

So derzäig dich nuofer gar

Fröleich chupplig hin und dar! 40

Wo sey sicze oder ste,

Da scholt du allweg wesen e

Und dein necze streken hin,

Daz ist du scholt nach meinem sin 12

Oft und dik sey smieren an

Mit spilnden augen hin und dan,

Daz sey innen werd die guot,

Waz du mäinest in dem muot, 5

Won die erste angesicht

Ist ein anvang ze der geschicht.

Tanzen macht du pflegen vil,

Dönens auf dem säytenspil,

Dar zuo singens und auch springens, 10

Sagens und auch anders dinges.

Doch geschech daz mit der mass

In dem haus und an der strass,

Mit geleychsnen häymleich gar,

Daz es nicht werd ze offenbar; 15

Von frawen gunst derwirbt der man

Alläyn, der taugen minnen chan.

Dar umb so suoche dir vil leis

Ein zementragerinen weys,

Der du mügst getrauwen wol, 20

Und schenk ir etwas, sam man schol,

Daz sey zuo der räinen var

Und sag ir die wörte gar:

Got grüss dich, blünder rose zart!

Chayn junkfraw nie so sälich wart 25

In langen zeiten, sam du bist,

Won dich so hat ze diser frist

Der schonest jungling diser welt

Im ze seinem lieb gezelt,

Der ist so hofleich und so chluog, 30

Seyn gleich die muoter nie getruog;

Nie kayn weib sein wirdig mag

Gewesen nach der waren sag;

Der von grosser diemuotchayt

Embeut dir seinen dienst beräyt 35

Und pitt dich auch von herczen gir,

Daz du äntwürst im pey mir,

Ob es yemer müg gesein,

Daz er gewinn die hulde dein,

Dar zuo, daz du auch gerumnist im,

Ze offenen allen seinen syn 12b

Dir in einer lieben stund,

Allayn von seines selbers mund;

Daz wil er ewechleych gen dir

Verdienen gern, gelaub es mir. 5

Und ob die rayn des ersten spricht:

Deiner red behabt mir nicht;

Lass die mare also bald!

Daz sein der ubel gaist gewalt!

Waynst ich sei ein heubscherin? 10

Du bist es selber an dem sin;

Ge da hin, und chüm nicht me!

Anders wiss, ich schaff dir we ...

Oder andrer red sey tuot

Durch scham und ere die vil guet, 15

Dar umb vil wenig du verzag

Und ge die gassen auf und ab,

Ze fröden singend deinem lieb,

Sunderleich daz hofelied:

Ze dienen hab ich ir gesworn, 20

Wil seis joch niemer han verguot,

Vält es mir heut, es trifft leicht morn;

Dar auf derfreuwet sich mein muot

Und harren ie auf guoten wan.

Ze dienen hab ich ir gesworn, 25

Wil seis joch niemer han verguot,

Dar um wil ich nicht abelan.

Hin wider umb der botten bhend

Zuo ir dik und ofte send!

Und hât mans vor gebeten ser, 30

So fleh man sey noch dreistund mer,

Bis daz seist von ir geert;

Won chäyn hercz ward nie so hert,

Daz man nicht mocht gmachen lind

Mit stätem gpett, das wäyss ein kind. 35

Nu dar geschicht die gnade dir,

Daz du scholt chümen hin zuo ir,

So saum dich nit und mach dich dar

Taugenleich vor neyder schar

Und näyg dich ir, du grüss sey so: 40

Got der mach euch gmütes fro

Und geb euch glüks und häyles vil!

Nicht anders ich nu pitten wil.

Dar nâch so macht du spiehen schier: 12c

Höchster hord, o mäygen zyer,

Bgenad mich, lieb der gnaden vol,

Zferhörren tugentleichen wol!

Da mit so häyss sey siczen hin 5

Und sicz zuo ir, daz ist der sin,

Und heb dein tayding an da mit

Züchtichleich, daz ist der sitt.

Du sprich vil senfticleich und leys:

O holder puol, mein paradeis, 10

Daz ich da her so mangen tag

Taugen liebschaft gen euch trag

Mit ganczen trüwen leident fro,

Des lasst mich heut geniessen so,

Und verhäysst mir ze der vart 15

Ganczeu treuw in lieber art!

Daz ist mir, fraw, die höchste gab,

Die mayste sald, die groste gnad,

Won chain ding ward nie so guot,

Sam herczen zwai in einem muot 20

Verstriket gar mit stätichait

In treuwer liebe gancz beräit.

So spricht sey leicht: Daz wisse got,

Der mein geruochet ane spot

Dem mag ich auch nicht hass gtragen. 25

Des scholt ir yeso danche sagen

Und sprechen: We, wie guot,

Wie frölech got was in dem muot,

Do er ym schuoff des menschen art,

Sunderleichen euch so zart, 30

In so rechter mâss und geng,

An der chürcz und der leng!

Aus ewrem mundlein ein rubein

Prinnet: sälich mus er sein,

Dem ir eins chüssens woltin gunnen! 35

Dar umb mich daucht, ich hiet gwunnen

Tausent march und dannocht vil,

Mocht ich chumen zuo dem spil.

So ist sey leyicht der listen vol

Und chan dir dicz versagen wol; 40

Durch er sey wil dir nicht verjehen,

Daz sey wolt yet, es wär geschehen.

Dar umb, her gsell, nim dir nit läid,

Greyff ir leysleich an daz chläid!

Mit seufczen sprich: O we, min hord, 45

Tötscht du mich, daz ist ein mord.

Nu wäist du wol, daz ich verderben 12d

Muoss also und dar zuo sterben.

Da mit so mach der red nich vil

Und mach dich zuo der minne spil

In süssen werchen, es ist zeit, 5

Mit kussen, merk, und andern streyt,

Biz daz die räyn derwarmet sey;

So macht du muoten sorgen frey

Die e, ob ir dein hercz begert,

Des wirst du sicher dann gwert. 10

Dar nach so tuo, sam ander leut!

Nicht mer ich dir yeso beteut.

* Des sprach Bertschi: Öhäin mein,

*** Daz vil salich mussist sein!

Wäist nicht, daz ze diser frist 15

Mäczli so verschlossen ist,

Daz niemand kömen mag zuo ir,

Ze sagen meines herczen gir?

Des muost du selber nemen war

Und machen dich zum speicher dar 20

Mit dem briefel, gselle mein,

Und werffen irs zum venster in,

Des wirt sey vindent einen fund,

Daz ir die mär leicht werdent künd.

Nabelreiber der ward jehen: 25

Waz du wilt, daz sey geschehen!

Sein feder er do fürher nam,

Und sprach: Nu sag auf, guter man,

Wie du den brief wilt haben!

Der minnesiech ward sagen, 30

Nach dem und er sich best versach,

Also huob er an und sprach:

Got grüss dich, lindentolde!

Lieb, ich pin dir holde.

Du bist mein morgensterne, 35

Pey dir so schlieff ich gerne.

Mich hat so ser verdrossen,

Daz du bist so verschlossen

In dem speicher uber tag,

Daz ich nit gschlaffen mag. 40

Dar zuo han ich mich vermessen,

Daz ich furbas nit wil essen

Noch gdrinken dehainer stund,

Mich tröste dann dein roter mund.

Dar umb so sag mir an oder ab, 45

Daz got dein lieben sele hab! 13

Trun Henreycze der waz chluog.

Sym, hörr auf, lieber, sein ist gnuog,

Sprach er zuo dem tichter do.

Ein andern brief den schräib er so: 5

** Nach wunsch so müss der zarten mein

Gelük säld und häyl bescheret sein,

Daz mir nu alles ist entwert.

Unmuot hat mich gar versert,

Den ich so sendecleichen duld, 10

Umb anders nicht, dann ewer huld.

Dar umb, fraw, o mäigenplüt,

Süsseu tugend, zarteu güt,

O meins herczen paradeis,

Bit ich euch mit allem fleizz, 15

Daz ir es tüt durch frawen zucht,

Durch mannes er, durch minne gnucht

Und mich begert ze gnaden

Mit treyer läye gaben:

Die erst ist daz mir sey beräyt 20

Guoter will mit stätikäyt

In ewerm herczen sicherleich,

Daz wil ich gdyenen ewencleich;

Die ander ist, daz ir den fund

Vinden schölt in churczer stund, 25

Daz sich herczen, mundel, augen

Zemen fügen sunder taugen;

Zum dritten mâl so wil ich flehen,

Daz ir mir seyt ein soleichs lehen,

Won ich ewer pin alläine, 30

Daz niemand hab mit mir gemayne,

Und wurd, daz nicht schol werden,

Daz ich auf diser erden

Die gnad enmöcht erwerben,

So wist, daz ich verderben 35

Müss und dar zuo sterben.

Da mit {

Euch geseg in steg und weg

Jhesus in seiner güti!

Euer phleg in leb und sweb

Venus in irm gmüti!

40

*** Do der brief geschlossen ward,

Der schreiber hub sich an die vart,

Zuo dem speicher er sich kert,

Da fro Mäczel was verspert.

Daz briefel pand er an ein stäyn 13b

Und warff es hin zum fensterleyn.

** Er sprach: Nu ge hin ane füss!

Dich umbschlahend armen süss.

Var hin, brief, dar ich dich sende! 5

Dich enphahend weisse hende.

*** Mein briefel daz ward fliegen

Zum fenster in hin stieben.

Und cham her, da er Mäczen vand.

Es verfäillet päyder hand 10

Und dar zuo lieber armen,

Es mocht da nicht erwarmen,

Also es der choph emphieng,

So schon, daz ym daz pluot aus gieng.

Da was der brief nicht schuldig an, 15

Es hiet sein gsell da pey getan,

Zuo dem es waz gestrichet,

Der so die menschen zwiket

Für daz grüssen an der vart,

So er zuo ym gsendet wart. 20

Mäczli was gevallen

Mit ärs und mit allem

Ab dem banch, da sey do sas,

Daz sey irs gemuocz vergas.

Do nu vergie daz streken, 25

Die oren ward sey reken

Und denken: Wie ist mir geschehen?

Also wol sei umb sich sehen

Und dersach den brief gpunden

Mit dem stäyn, der ir die wunden 30

Hiet geschlagen in den chopf;

Des nam sey wunder in dem kropf.

Doch sey zuo ir selben sprach:

Dicz ist nicht gschehen ane sach.

Hie mit und sey den brief entpand, 35

Den stäyn den warff sey wider dwand.

Woy, wie gern sey hiet gelesen,

Wär dhäyn kunst in ir gewesen!

Sey wolt sich ztod erfressen,

Daz sey der gschrift vergessen 40

Hiet in iren jungen tagen.

** Daz ward sey ruwenchleichen clagen

Und sprechend: We mir heut den tag,

Daz ich so wench gelernet hab

Lesen und auch schreiben! 13c

Daz pringt mir jamere leyden

Und macht mir schaden scham and läid.

Wie schol ich meinew haymleichait

Offnen einem fremden man, 5

Dem ich läyder nicht enkan

Getrauwen äigenleichen wol?

Die werlt ist böser listen vol.

Owe, chunst, du werdes guot,

Du höchster hord, du edler muot, 10

Gewizzer schacz, du blündeu frucht,

Der sele hayl, des leibes zucht,

Hiet ich deinen samen gsäyt

Mit sorgen und auch arbäyt,

So möcht ich ieczo sneyden 15

Mit fröden ane leiden.

Hiet ich gsaczt der wurczen dein,

Die mich so bitter dauchten sein,

So läs ich iecz in meinen sak

Öpfel süss und wol gesmak. 20

Secht, der han ich kains getan:

Des muoss ich disen jamer han.

*** Do nu die red was vollepraht,

In irem herczen sey gedacht,

Wie seys scholte legen an, 25

Daz sey chäym zuo einem man,

Der ir saget an gevär,

Was am brief geschriben wär.

Also kam ir in den muot,

Dar zuo so wär ein schreyen guot 30

Und ein ruofen durch den gatter

Zuo meinem alten toben vatter

Und zaygen ym daz pluot der wunden

Und wie mir was von we gswunden;

So wirt er mich leicht nemen aus 35

Und füren mich zuos arczetz haus

Viel schier und auch geswinde,

Daz er mich verpinde.

Wie schier waz daz geschehen,

Sam sey sich hiet versehen! 40

** Der arczet was ein weiser man,

Dar umb er fragen do began:

Wie pist du, maget, so gschlagen

Mit we und wan? Daz scholt mir sagen.

Das tet er alles umb daz, 13d

Daz er derfüri dester bas,

Mit we ir zhelfen wäre.

*** Mäczelein dem was swäre

Ze sagen im mit ganczem wâr 5

Vor den leuten offenbar.

Des antwürt sey: Trun ich enwäiss,

Die leut, die tun mir also häiss,

Die hie so nahent pey mir sten.

Ich fürcht, mir well die sel engen. 10

Chrippenchra der ward des innen,

Wes die junchfraw wol beginnen,

Er snarchet gen den leuten:

Sym, was wil dicz beteuten?

Welt ir uns dersteken, 15

Derstenken und dersmeken

Und dar zuo mir die chunst ableren?

Daz tuot mir zorn und sichs nit gern.

Ich mag ir nicht generen,

Man well sie dann versperren 20

In diser camer sunderbar,

Daz seit die kunst und ist auch war,

Da wirt man ir der wurczen geben,

Wil mans behalten pey dem leben.

Des schreuwens all: Hin für, hin für, 25

Wir schüllen tretten für die tür.

Mein tür die ward verschlossen,

Der arczt was unverdrossen,

Zum andern mal er fraget do:

Sag an, liebes diernel, so 30

Und sag mir freilich dein gemüt,

Wilt, daz got dirs leben bhüt.

Mäczli die huob an und sprach:

So wol mir, daz ich euch gesach!

Ir seit so gar ein biderman, 35

Daz ich dehainen zwivel han,

Wie irs yemant fürbas sagen

Werdint mein vil sendes klagen.

Des sprach der arczt: Du scholt nit sorgen,

Wenn waz du säyst, daz pleibt verporgen. 40

Sicher was der mäister do,

Waz er tet, das läist er so.

Die mayt hub an zferjehen:

Mein herr, dicz ist geschehen

Mit einem stäyn, der geworffen was 14

An die stat, do ich do sas,

Den hab ich also funden

Mit disem brief verwunden,

Den zäig ich euch in rehter peyicht, 5

Sam ir ze phaffen wärd geweicht,

Und pit euch durch den rethen got,

Daz ir mir sagent âne spot,

Was dar inn geschriben sey,

Des muost ir wesen läydes frey. 10

Der arczet nam den brief in dhand

Und sayt ir, waz er dar inn vand.

Des dankecz ym und was sein fro.

Zuo dem arczet sprach sey do:

Lieber herr, so schreibet mir 15

Hin widerumb auch mein begir!

Daz wil ich euch vergelten

Mit treuwen ane schelten.

Der arczet sprach: Daz sei geschehen!

Doch wil des ersten sehen 20

Zuo deinem haubt, gelaub es mir,

Dar nach zuo deines herczen gir.

Des ward er sey do wäschen

Mit esseich und mit äschen,

Mit zwivel und mit mersalcz, 25

Daz daucht sey süsser, dann ein smalcz.

** Die minn ward ir gevallen,

Die hönich gemacht aus gallen

Und dar nach aus dem hönich gpirt

Gallen, die ze pitter wirt. 30

*** Ze den selben stunden

Mäczli ward verpunden.

Des huob sey an und sprach zuo ym:

Herr, vernemet meinen sin!

Schreibt und lâst die feder gen! 35

Also schol mein briefel sten:

Got grüs dich, lieb von hoher art!

Chäim puolen ich nie lieber wart,

Dan dir, mein trost, daz sag ich dir

An allen spot, gelaub es mir! 40

Deinen brief han ich gelesen, 14b

Des muoss ich iemer froleich wesen.

Chum zuo mir pey diser nacht

Ins arczetz haus und gib mir chraft,

Und waz du wilt daz wil ich tuon. 5

Ich acht der andern nicht ein huon.

Da mit so phleg dein unser herr,

Du seygist nahent oder ferr.

** Do dics nu Crippenchra dersach,

Zuo ym selber er do sprach: 10

Trun, du macht ein hürrel sein,

Mich triegin dann die sinne mein.

Und gedacht ym an die geschrift,

Die von weiben also spricht:

Den frawen ist der ars ze präyt, 15

Daz hercz ze smal; daz ist gesäyt,

So vil und ich euchs betuten wil:

Frawen trew der ist nicht vil,

Frawen unkeusch ist ein vinden,

Den chan roch mag uberwinden. 20

Waz sag ich euch? Es ist nicht new,

Wie smal sey aller werlten trew

Und dar zuo churcz ir stätichait,

Ir sünde michel und auch prayt.

Man möcht es ewencleichen treyben; 25

Besser ist, wir lassins pleyben

*** Und kern wider zuo dem arczet.

Der ward do lachent, daz er farczet,

Und sprechen: Mäczli Rürenzumph,

Dein nam ghoret wol zuo meinem stumph, 30

So ghört mein stumph zuo deinem muot;

Unser dinch mocht werden guot,

Und wilt meinen willen tuon,

Ich mach dir gen dem vatter suon,

Gen deinem herwen vatter Friczen, 35

Der dich so oft macht ser swiczzen;

Und tuost dus nicht, ich mach dir schand.

Die brief die fasst er in die hant.

Sich, die wil ich Friczen zäygen,

Gibst duo dich mir nicht ze äygen. 40

Maczli wist nit, was er säyt,

Dar umb waz ir die rede läyd,

Und sprach: Ich pin in ewer hand;

Welt ir mich pringen so ze schand, 14c

Daz stet euch werleich ubel an,

Scholt ir sein ein bider man.

Ewers willens ich enwäiss,

Des stumphen bkenn ich auch ein schäiss. 5

Daz waz vil züchtichleichen geret,

Des arczet macht es alles wett

Er sängelt: Da da, nüssli, da!

Mäczli, sta sta! Hägili, sta!

Der stumphe daz sein wurczen 10

Ein langeu mit zwäyn kurczen.

Dar zuo so ist mein wille,

Daz du dich habist stille

Und lass dich nicht verdriessen,

Der wurczen muost du niessen, 15

Wilt du so nicht verderben

In deinen sünden sterben.

Nu dar, mein lieber herr, daz sey!

Sprach die junchfraw sorgen frey.

Da mit ward sey der wurczen essen 20

Also ser und unvermessen,

Daz sey yeso hiet vergessen,

Wo sey gestanden was und gsessen.

Des wolt der arczet fuder ziehen;

Daz fräwel sprach: Ir scholt nit fliehen! 25

Arczet mich en wenig me!

Ich derläid es bas dan e.

Hie mit so viels ym an den stekken

Und hielt in pey den päyden stekken.

Sey sprach: Ir mügt mirs nicht entragen; 30

Der wurczen wil ich aber haben.

Des gab er ir der wurczen do

Auf dem bauch und in dem stro.

Do sey des smakes innän ward,

Ir muost geswinden an der vard. 35

Der pfeffer was ir selczen,

Des muost der arczet engelten.

Er mocht es läider nicht gefügen,

Daz sei sich wölt des stumphes gnügen,

Er wolt sich von ir brechen. 40

Mäczli die ward sprechen:

Salbend mich in diser frist

Zum drittel mâl, alz recht ist. 14d

Ich pin läider ungenesen.

Wet der tiefel, mag dicz wesen,

Sprach der mäister so ze stund,

Dich müs der semper machen gsunt! 5

Benügt dich nicht, so ge zum se!

Ich mag nicht pöllen ymer me.

Da mit so huob er sich von stat,

Sam ein bok, dem dhürner ab

Neuleich sein gevallen. 10

Es was ym aus dem schallen.

** Doch hiet fra Mäczel iren täil.

Wie wol sey vor hin wär ze gäil,

Sey ward sich in der seiten chlagen,

In dem pauch und in dem magen, 15

Daz wasser schluog ir auf zum maul,

Ir glider wurden also faul,

Daz sei sich wenich moht gerüren.

Man muost sey zwischen armen füren,

Weil und zeit die ward ir lanch, 20

Herwer esseich waz ir getranch,

Amphern und nit mandelreis,

Äphel saur daz was ir speiss,

Die rehten varw hiet sey verlorn,

Ir prüstel wärczel warend gsworn 25

Und derswarczet all umb und umb.

Dis dink ward schletleich also chrump,

Daz der arczet sich versint,

Juncfraw Mäczel trüg ein chind.

*** Des ward er sich vil sere bsorgen 30

Und bhielt sey bis an dritten morgen.

Er sprach zuo ir: Waz duncht dich guot?

Hast du Bertschin in deinem muot

Und wilt in nemen zuo der e?

Sy swäig, er fraget aber me. 35

Sey sprach: Nu pin ich nicht ein mäyt:

Wäiss er daz, er tuet mir laid.

** Dar zuo antwurt ir Chrippenchra:

Nimp er dich, so sprich nür: Ja!

Dar noch so tuo, sam ich dich ler! 40

Wilt du bhalten noch dein er, 15

Ge zuo Strauben deinem vetter

Und häiss dir geben lilienbletter,

Dar zuo zipern und auch gallen,

Mit ein ander häiss gewallen. 5

Du wäist wol, Meczel, pey dem päyn

Und leg es dik und oft dar ein

Und sprich: Daz glük verhenge!

Die mucz die wirt dir enge;

Und verste mich, wilt du, eben 10

Der appenteker schol dir geben

Gallen, sam er vil wol wäyss,

Von dem paum und nicht der gäiss,

Und häiss dirs wegen äigenleich

Alleu dreu in einr geleich. 15

Dar nach so hab gewische

Ein plater von dem vische

Und füll sey mit einr Tauben pluot!

Da wirt dir an dem abent guot,

So man dich nu wirt legen zuo. 20

Mäczel, was ich sag, daz tuo!

In den selben zeiten

Scholt du nicht erpeyten,

Du legist hin daz pläterlein,

Da die mäytum schol da sein; 25

Und chumpt er in seinr herren land,

Daz pläterlein zerprist ze hand,

Daz pluot wirt hin so fliessen,

Des muost du ymer geniessen

An dem guot und an den eren. 30

Sich, ob ich dich chün geleren!

Wilt du dannocht sicher sein,

So zappel vast und dar zuo greyn,

So wäint er erst, du seist ein mäyt.

Hörst, waz ich dir han gesäit? 35

*** Ja da, antwürt sey ym do.

Seines rates was sei fro

Und sprach: Daz tät ich alles gern,

Wolt er mich der e gewern.

Der mäister sprach: Lass mich es treiben! 40

Ein söleichs briefel chan ich schriben

Mit guten worten und auch süssen

Daz er dich mit hend und füssen 15b

Nement wirt yeso ze stund,

So ym die märe werden chunt.

Des nam er so die federn do,

Sein briefel huob er an also: 5

** Got der obrest und der mäist,

Vatter sün und heiliger gäist,

Der in seiner magenchraft

Hymel hat und erd geschaft,

Wasser, luft und auch daz feur, 10

Vogel, visch mit seiner steur,

Vich und dar laub und gras,

Umb anders nichti, dann umb daz,

Daz der mensch mit zuht und er

Auf erd sein leben hie verzer, 15

Der muoss euch, liebes lieb, bgnaden

Mit seinen sayligen siben gaben,

Mit syben hailikait!

Dar zuo sey euch mein dienst berayt.

Ein briefeleyn han ich vernomen, 20

Mich daucht, es wär von himel komen,

So wunecleich kam es geflogen

Da her in einem regenbogen,

Einr wulchen swanch sein umbehanch,

Dar inn derchlanch der fröden gesanch 25

Mit worten in seiner angesicht,

Sam es ein engel hiet geticht.

Die süssichait mich uberwant

Also ser, dacz ich ze hant

Verlos des tages liechten schein, 30

Ein schlaff begraiff die augen mein,

Ein traum gevie die sinne,

Dar inn die obrest Minne

Ein chüngin allen frawen gmäin

Äigenleichen mir derschäin; 35

Nackent was sey und auch bloss,

Einr pey zweinczich jaren gnoss,

Auf dem haubet truogs ein chron

Von glas, da stuond geschriben schon:

Ich pins ein wunecleicheu stim, 40

Junchfraw Venus von der minn.

Dar unter stuond ir harel leys,

Geflochten in einr ketten weis;

An den augen was sey plind,

In ir gepärden gar ze geswind; 15c

Ein pogen fürt sey in der hand

Mit glünder stral, sam ich es vand;

Sey was gesessen in ein wagen,

Mit gold und silber schon beschlagen, 5

Dem ein bach von rotem pluot

Floss hin nach in sender fluot.

Sey ward mich nennent so zehant,

Mich wundert, wie sey mich derkant.

Dar zuo näigt sey sich gen mir 10

Und grüst mich schon, des dankt ich ir.

Do sprach sey: Wäist du, war umb ich

Chomen pin zuo dir? Vergich!

Näyn du, truwen, sait ich do.

Des huob sey an und sprach also: 15

Ich gepeut dir pey dem pan,

Daz du Bertschin deinen man

Gewerst alles, des er wil,

Sein seig wenich oder vil,

Und leb mit fröden sampt mit ym! 20

Das chumpt dir alles ze gewin.

Du vinst noch wol, daz dich da sirt,

So dich daz alter reitent wirt.

Ein swarczer gäist zür tenken seiten

Sprach: Der volg ze allen ziten. 25

Da mit die gespenst verswand

Vor meinen augen so zehand.

Des wär mir so geswunden,

Hiet ich do nit funden

Ein ander frawen schon und räyn, 30

Die mir auch in dem traum derschain,

Und cham für meinen angesicht

Also clar, daz mich des nicht

Endaucht, es war der sunnen glancz.

Auf irem hauben truogs ein krancz 35

Mit dreien chronen schon gemacht,

Obenander und gedakt

Mit einem sternen, der was vein,

Er schain sam ein karvunkelstäyn.

Von eysen was die erste chron 40

Und stuond dar umb geschriben schon:

Ich pins ein chron der vestichait, 15d

Der unreht tuot, daz ist mir läid.

Die ander chron von silber was,

Darinn man auch geschriben las:

Ich pins ein chron der küschichait, 5

Die so rayn ist und gmayt.

Die dritte chron was guldin gar

Und auch geschriben also dar:

Ich pins ein chron der sälichait,

Ze gnaden was ich ie beräit. 10

Unterm kränczel was verwunden

Ir harel sauber auf gepunden,

Der augen hiet sey viereu do,

So schön und also zveren so,

Daz mir jo des so nicht enwas. 15

Ich schauwet in ein spiegelglas,

Sey hiet einn mantel, der waz präyt

Und manich varw dar an geläyt;

Sey taut in auf mit einer hand

Er daucht mich weit dann ein land. 20

Ein kind sey an der andern truog,

Daz was so wunnechleich und chluog,

Daz ich alles ungemach

Vercläyt, wan ich es angesach.

In einer chirchen sey do sas 25

Auf dem alter, sam mir was,

Die was gemalet uber al

Mit zarten bilden ane zal;

Dar zuo hiet die selbig chilch

Ein se umb sich mit honk und milch, 30

Der was vil michel und auch gross,

In sälder wuot er umb sey floss.

Sey sach mich mit eim augen an

Und segnet mich die wol getan,

Des naigt ich ir mit züchten 35

Und wolt mich geben zflüchen.

Des ruoftcz mich an und redet do:

Beleib bei mir und fleuch nicht so!

Tuo, sam ich dir sagen wil,

Wilt tuo glükes haben vil, 40

Und folg nicht falscher min gepott,

Wonn das streket wider got,

Es wär dann daz dein lieber man 16

Der e dich wölti muoten an,

Des macht du in gar wol geweren

Mit sälden, treuwen und mit eren,

Won got selb von seinem rat 5

Die hailigen e geschaffen hat.

Dar nach sprach daz kindelein:

Volg der lieben muoter mein,

Wilt du leib und sel behalten,

Von uns nimer werden geschalten. 10

Ein weisser gaist zur rehten seyten

Sprach: Den dien ze allen zeiten.

Hie mit segent es mich so

Mit einem chreucz, daz macht mich fro.

Von fröden ich derwachet, 15

Vil drât mich auf machet

Und gie zuo meinem päyichtigär.

Ich sagt ym ganczleich diseu mär

Und patt in durch den reichen got

Und durch alleu sein gebott, 20

Daz er mich wolti des beschaiden

Und seinen rat da mit derzäigen.

Des wundert er sich gnuog und vil.

Doch, sam ich euchs kurczen wil,

Er sprach: Wir mügen schauwen 25

Daz pey der ersten frawen,

Und dunckt mich auch in meinem sinn,

Sei ist die falsch betrogen minn,

Fro Venus mit irm bösen rat,

Die oft ein sel verdampnet hat. 30

Gen zwainczich jaren hâst sey gzelt,

Sey ist noch elter, dann die welt;

Doch zaigt sei sich pey jungen tagen,

Die minn die wil nicht alter haben.

Nackent, sprichst du, daz sey wär. 35

Daz chan nicht wesen an geväre.

Die minn die wil, daz schoss ze schoss

Sich zemen fügin also bloss.

Die glesin chron, die sey da träyt,

Und die geschrift dar an geläit

Daz mag uns nicht betüten mer, 16b

Dann upig fröd, zergänclech er.

Ir har gestrichen also leis

Geflothen in einr ketten weis

Ist nicht anders, dann ein strik, 5

Der uns leib und sel verschlik.

Ist sey an den augen plind,

Daz weteut, sam ich es vind,

Daz oft ein schones mensch von art

Minnet einen grausen part. 10

An den gepärden ist sey ring,

Daz ist daz, das ich do sing:

Die minner habend wilden muot:

Was seu tuond, das dunkt seu guot.

Den pogen fürt seu in der hand 15

Mit der stral durch ällen land.

Da scheust sey jungen herczen mit

Zuo irem ersten angesicht.

Daz pheil ist scharff und heiss ze vil,

Won sey schürphen brennen wil. 20

Siczt sey dann in einem wagen,

Mit reichem gsmid al durch bschlagen,

Da pey sich mein hercz versicht,

Der minner schaft an phenning nicht.

Der bluotent bach rint aus den wunden, 25

Die da geschehent ze den stunden,

So der minner umb ein schaden

Wirt gestochen und geschlagen.

Den swarczen gäist zur tenken hand

Tuon ich dir yeso bekant. 30

Ein böser engel ist er zwar,

Deiner sele gar zgevar;

Darum, lieben tochter mein,

Daz du sälich müssist sein,

Volg nit einem bösen rat, 35

Wilt du meiden missetat!

Acht nicht falscher minne gebot!

Daz rat ich dir an allen spot.

Do ich des priesters red vernam,

In mir selber ich dercham 40

Und west nicht, was ich sagen scholt.

Doch cham ich zred, sam got do wolt,

Und sprach: Der ler euch got vergelt! 16c

Ich wil tuon alles, daz ir welt.

Sagt mir, herr, in diser schaw,

Waz beteut die ander fraw?

Des antwurt er mir züchticleich: 5

Mich dunkt, es sey die säldenreich

Muoter gocz und räyneu mäyt,

Maria, trost der cristenhäyt.

Daz chränczel mit den chronen drey

Dunkt mich, dass nicht sey, 10

Dann sam da geschriben ist

Mit hailiger hand in tieffer list.

Doch so mag ich nicht vergen

Den sternen, da pey man versten

Schol ir güt in liechtem scheyn 15

In hymel und auch erd gemäyn.

Ir har daz hiet sey auf gepunden,

Daz ist, daz sey ze allen stunden

Rainer cheuschikait was vol

Und leypleich glüst verdilgget wol. 20

Der augen hat sey viereu,

Daz sag ich dir so schiere,

Es sint die vier rät viel guot,

Die sey dem guoten menschen tuot.

Daz ist: Schlecht dich der ans wang, 25

So peut daz ander dar zehant!

Nym ein frawen zuo der chand,

Macht du nicht sein weibes an!

Verkauff dein habe gancz und gar

Und gib es armen leuten dar! 30

Vergib in, die dich hassent ser,

Vnd pit got, daz er seu beker!

Der welt sey sicht in vier täil

Und geust ir tugend uns mit häil.

Ir derbarmherczichäit 35

Manichvaltigen und bräyt

Merke pey dem mantel weit,

Mit so manger varw beräit!

So wiss auch, das daz chindel ist

Unser schepfer Jhesus Crist, 40

Unser löser, unser behalter,

Unser herr und unser vatter.

Pay der chirchen sey dir gesäit: 16d

Es ist die häilich christenhäit.

Daz gmäld zuo anders nit enfügt,

Den zguotem sinn des got bnügt.

Der alter, da die mäide sass, 5

Glaub, daz es der gelaube was,

Des sey vil selten ye vergas

Und stercht in noch ye bas und bas.

Was bezäichnet nu der se?

Daz pluot, daz in der neuwen e 10

Mit sampt dem wasser ist grunnen

Von dem lebendigen brunnen,

Augen zähern and daz pluot,

Die vergossen sein in guot

Und nu verchert in süssichait, 15

Sam uns sein milch und hönk derzäygt.

Der weisse geist zur rechten hand

Sey dir also schier genant!

Es ist ein guoter engel zart,

Der dich wehnet zuo aller vart. 20

Hie pey, maget sälden vol,

Macht du merchen sunder wol,

Was du lassen scholt und tuon,

Wilt du behalten gotes suon.

Also ward ich ausgericht 25

Nach meines herczen zuoversicht.

Nu gedenk, mein höhster hort,

An des grösten maisters wort,

Daz er zuo uns allen spricht

Mit seiner häiligen ler und gschrift: 30

Waz hulffi, ob du die welt

Gewunnen hietst mit allem gelt

Und dein sel wurd leiden haben?

Das scholt du in deim herczen tragen

Und mâssen dich des schreibens, 35

Des trumbels und des treybens,

Es sey dann mit den eren mein,

Wilt du von mir geweret sein.

Hie mit so gib ich ym ein end.

Got dir alles trauren wend 40

Und büsse deinen smerczen!

Die obrest küngin schirme dich,

Ob du in treuwen mäinist mich! 17

Des bit ich sey von herczen.

Dirr brief ist gescriben, sam ich sag,

In sälder stund, in fröden tag,

Mit lieber hand an guotem stad, 5

Getichet auf daz glükrad.

*** Do dicz nu so geschehen was,

Daz briefel er ir überlass.

Des dancht sey ym von herczen do

Und sprach: Wie schol mich reuwen so 10

Mein schand, die sich von euch derhuob?

Ir seicz ein mäister also chluog.

Wer schol in tragen? huob sey an.

Lâss mich schaffen! sprach der man.

Also vand er so zehand 15

Ein altes weib, daz er derkant,

Die chond waschen und auch reyben,

Chauffmanschaft mit schloern treiben,

Da mit jungen mägeteyn

Helfen von den eren sein; 20

Und mocht man nicht gevaren bas,

So viel sey selber in daz gras.

Den brief den bott er ir al do

Und underweist daz weib also:

Ge hin taugenleichen aus 25

Und mach dich hin in Bertschins haus,

Den brief den gib ym in die hand

Und sprich: Den hat euch Mäcz gesant.

Und grüss in von ir tausent stund!

Nicht anders sag ym mit dem mund! 30

Way, wie was ir dicz so gsmak!

Sey stob hin, sam ein spreuwer sak,

Bis daz sey zu Bertschin kam.

Sey sprach: Got grüss euch, junger man!

Sälich müst ir yemer sein! 35

Daz briefel sent euch Mäczli vein

Mit mangem minnechleichen gruoss.

Von dem haubt bis auf den fuoss

Wer waz froer, dann der chnecht?

Er sprach: Nu ist meim dinge recht. 40

Se hin, die zwen schilling,

Vertrinks durch meinen willen

Und ge zuo unserm schreiber 17b

Henreiczen Nabelreiber

Und sag ym, daz er chum zuo mir,

Won ich sein vil chäum embir.

Die riffianin lieff da hin, 5

Sam ein andreu heubscherin,

Und sagt dem schreiber, wie ym ware.

Dem gevielent auch die mär.

Er gab der zementragerin

Einen phenning ze gewin 10

Und traft sich, do er Bertschin vand

Auf der banch pey einer wand.

Schre: Wol auf so frödenreich,

Der käiser ist uns ungeleich.

Triefnas da von schanden 15

Vil gern wer auf gestanden,

Da was er worden also chranch,

Das er storczet ab der banch.

Die minn die pracht in zuo der not,

Daz er was nahent jungers tot, 20

Des halff ym doch die fröd also

Und ein halbeu kuo aldo,

Die er jo frass ze einer stund,

Daz er echt wider ward gesund

Und alles seines laides vergas. 25

Do man ym den brief gelas,

Da wist er wenich, waz er sayt,

Bis ym es Nabelreiber zäigt.

Der sprach: Es mag nicht anders sein,

Sey spricht, sey tät den willen dein 30

Und dar zuo vil und dannocht me,

Nämist du sey zuo der e.

Des ward Bertschi fröden vol,

Es geviel ym alles wol

Und sprach: Ich wil und muoss sey haben, 35

Hiecz mir all mein freunt erschlagen.

Wie ich mag, sey muoss mir werden,

Scholt ein ganczes land verderben!

Des nam er seinen freunt dar zuo,

Engelmaren Farindkuo 40

Und seinen vetter Gumpost,

Herman den Rürenmost,

Niggeln Fesafögellin,

Janseln Snellagödellin,

Hafenschleken, Nagenfleken, 17c

Schlinddenspek und Ofensteken

Und den alten Colman,

Den scholt ich vor genennet han,

Nabelräybern mit dem stil, 5

Und anderer erberer leuten vil.

Er ruoffet seinen mumen,

Juczin Scheyssindpluomen

Und Elsbethen Völlipruoch,

Engeldrauden Erenfluoch, 10

Snatereinen, Töreleynen,

Juncfrawn Feynen mit der seynen

Und die alten Läichdenman

Mit dem blöden reffzan,

Die sich daucht so wiczich sein. 15

Die châmend all zuo im hin ein,

Seu wurden alleu umb in sten

Und frâgen, wes er wolt begen,

Daz scholt er freileich in verjehen.

Bertschi sprach: Daz sey geschehen! 20

Sein parlament so huob er an:

Hört, ir frawen und auch man,

Lieben freunt, vernempt mich eben

Und geruocht mir rât ze geben!

Ich mag nicht lenger sein an weib, 25

Scholtz mich chosten meinen leyb.

Ich han mir eineu ausderkorn,

Die mir ze sälden ist geporn.

Ich muoss sey han, es tuot mir not,

Anders ich würd ligen tot. 30

Daz ist ein dink, daz ich euch bitt,

Und trauw, ir sayt mir treuleich mit

An rât und auch an hilf dar zuo.

** Des antwürt ym do Farindiekuo,

Der sein nächster öhaym was: 35

Ich chan dir nicht geraten bas,

Tuo ein dink, daz wesen muoss,

Und acht nicht umb einr hennen fuoss,

Was man sing und was man sag!

Des hilf ich dir, so vil ich mag. 40

Des wunders mich joch gar bevilt,

Daz du von uns nu haben wilt

Rât umb sach nach deiner sag, 17d

Die anders nit gewesen mag.

Hin wider sprach do Triefnas:

Wetter zieggel, was ist das?

Wer chan iederman gevallen 5

In ernst, in schymph und auch in schallen?

Nie chayn dink daz ward so schlecht,

Güter rat der chäm ym reht.

Dar umb Cumpost wiczen vol,

Rât mir, wie ich faren schol! 10

Gumpost der huob an und sayt:

Ich brüf, daz in der cristenhäyt

Dreu ding man vindet guot von art,

Zuo den nie guot ze raten wart

Durch der grossen fluochen wegen, 15

Die man geyt den rategeben,

Daz ist zuo einem münch ze werden,

Weyt ze farn auf diser erden

Und auch zuo der hailigen e.

Also sag ich dir nicht me. 20

Doy, was wunders was ist das?

Sprach do Bertschi Triefnas.

Wie mag yemer misselingen

Weisem rat zuo guten dingen?

Nu dar, mein lieber Rürenmost, 25

Gib mir warm in disem frost,

Mach mir chuol in diser hicz

Mit deinem rât von chluoger wicz!

Rürenmost der sprach aldo:

Dein dink daz ist gestalt also, 30

Daz du jo reuwich muost beleiben,

Welhen weg du dich wilt scheiben.

Nimpst ein weib, dicz wesen muos,

Daz dir wirt sorgen niemer buoss,

Arbayt get dir selten ab. 35

Merk vil eben, was ich sag!

Hast du danne weibes nicht,

Chäin sälde deinen leib geschicht,

So wilt dein äygen pluot verderben,

Ein frömder gast der wirt dich erben. 40

Do daz nu Bertschi so vernam,

Von läid er von ym selber cham,

Er sprach: Nu we mir heut den tod! 18

Umb und umb ist angst und not.

Fesafögili sag an,

Was tät noch ein cristen man?

Des huob der guot man an und sprach: 5

Wir horrend, daz in disem bach

Ieder furt ist bös ze reyten;

Dar umb so lassen wir die seitten,

Die die böser ist genant,

Und kerin zuo der bessern hand! 10

Daz ist, du scholt also beleiben

An eim weib dein zeyt vertriben.

Scheyssindpluomen dicz vernam,

Wie schier sey huob ir chläffen an,

Des auch nicht zfersweigen was! 15

Sey sprach: Her Niggel, wisset das,

Ein weiser man der chan her zellen

Alleu stuk und dar aus wellen,

Was daz besser wesen schol;

Dar inn man spürt sein wicze wol. 20

Daz böser habt ir aus gelesen,

Des muost ir unser narr wesen.

Ist nicht wäger, daz ein man

Hab ein frawen wolgetan,

Die sein phlege nacht und tag 25

Mit flisse, so sey beste mag,

Dann daz er also beleib

Arm und ellend an ein weib?

Was sorgen wil er danne haben?

Der sich vekeut mag betragen, 30

Daz ym gesund ist an dem leben,

Wil er gutter sinnen phlegen.

Snellagödili vil drat

Sprach: Dicz dink wil haben rât

Und bedarff noch wiczen vil. 35

Es ist nicht ein chindenspil.

Wissz, das besser ist, ze sterben,

Dann ein böses weib erwerben,

Die dich sirtet durch daz jar

Taugenleich und offenbar 40

Mit schelten und mit fluochen,

Mit straffen und versuochen.

Nieman mag vor ir genesen.

Pist du aus dem haus gewesen, 18b

So snarchelcz her in irm zorn

Und spricht: Du hast dein trew verlorn

Gen mir, des muost du liden;

Du gest zuo andern weiben. 5

Stest du aver in dem haus,

So sprichtz: Die nunn kümpt niemer aus,

Mich duncht, es sey ein stubenritter,

Er stinkt so saur, er feist so bitter

In der äschen bi dem feur, 10

Daz mir alleu fröd ist teur.

Emphilhst du ir das haus mit sampt,

So wil sey herschen in dem ampt.

Wilt du dir ein täil behalten,

So sprichcz: Sein müss der tiefel walten! 15

Getar er mir getruwen nicht?

Ich stift im gift dem bösen wicht.

Seczt sey dir dann hürner an,

So muost du tuon recht sam ein man,

Der sein laster schol verswigen, 20

Und sam ein wolf gefangen lygen.

Dar zuo sprach frou Follipruoch:

Mich zympt, du seist der weiben fluoch.

Waistu nicht, daz in aller hab

Guot und bös man vinden mag? 25

Dar umb spricht ein wiser man:

Suoch ein weib nicht verr hin dan!

Wilt du aber einen herren,

Sich den vinde die von verren,

Von dem dich mügest brechen wol, 30

Halt er dich nicht, sam er schol.

Hie pey macht du merken gar,

Wie ein man ym reht dervar

Ein weib geschikt von guoter art,

Vor der käin dink nie besser ward; 35

Wenn beleibst du in dem haus,

Sey ist dein phleg, sey wart dir aus;

Verst du aus, sey ist dein segen;

Gest du ein, sey kümpt hin gegen

Mit irem minnechleichen gruos, 40

Er tuot dir alles leides buoss.

So hâcz mit trewen schon behuot

Haus und er und ander guot.

Haffenschlek enmocht dicz nit leiden.

Er sprach: Waz schol ich fürbas sweigen? 18c

Siha, wunder, was die chlaft!

Sey wil uns leren kauffmanschaft

Zuo weiben, dar an ieder man

Betrogen wirt, wie vil er chan. 5

Man versuochet älle dinch,

E daz man den chauff volprinch,

Dann alläin die fäigen frawen,

Die sich so selten lâssen schauwen

Äigenchleichen vor der e. 10

Daz pringt vil mangem jamers we,

Der im da lernet gar ze spât

Die tädel, die sein weibe hât.

Erenfluoch der ward so gâch

Ze reden, daz sey sich vil nach 15

Besäichet hiet ze stunde.

Seu ruoft aus irem schlunde:

Her Hafenschlek, ir seicz ein chnecht,

Der wider got und widers recht

Wüsten wil die häiligen e; 20

Daz muot mich ser und tuot mir we.

Sagt mir, wo habt irs gelesen,

Daz yecleich weib schol ubel wesen?

Habt ir noch nicht daz gesehen,

Daz man iedem wol schol jehen, 25

All die wil er nicht enist

Bewärt ein mensch mit böser list?

Dis verhörret Nagenflek,

Er schre: Sim, siha durch ein zwek!

Die hat gelernt nach irm versehen 30

Der siben chünste vierzehen.

Noch wäiss sey wenich, daz die schrift

Für wârs von allen frawen spricht:

Von natur ist iecleich weib

Unkeusch gar an irem leib. 35

Snattereyna dicz verreit.

Sey sprach: Und ist es noch nicht wett,

So hörr noch eins, daz sag ich dir.

Wer nach seines herczen gir

Leben wil, der tuot nicht recht, 40

Es sey ritter oder knecht.

Dar umb so hat uns got gegeben

Beschäidenhait, nach der wir leben

Gmäynchleich und nit sam die hund,

Den käyn er ist worden chunt. 45

Schlinddenspek sich macht herfür, 18d

Er sprach: Hy yo, was ich noch spür

Mü und zerung pey der e!

Gnuog und vil und dannocht me

Haben muost du so zehant 5

Gelt und reiches pettgewant,

Frawencläynet, hausgeschier,

Cläyder vil für ander vier,

Wein und brot und fläisch und visch,

Und anders ghört zum tisch, 10

Haus und hof und knecht und vich

Äker, wisen. Bertschi, sich,

Merk und höre, waz seyn wirt,

Daz uns armen leute syrt.

Töreleyna: Sim so 15

Mich dunkt, du seyst gmacht us stro,

Also get dir von dem mund

Toren red ze diser stund.

Du sprichst, wil er ein frawen haben,

So muoss er gelt im pautel tragen, 20

Dar zuo gewand und ander ding.

Hörr ein anders, daz ich sing!

Sag mir, wie tet Adam,

Der dhain phenning nie gewan

Und lebt neunhundert jar und mer 25

Mit eren in der alten e.

War zuo ist daz bette guot?

Sichstu nit, wie ein Unger tuot,

Der nie kain vedergwand gesach

Und schaft im dannocht guot gmach? 30

Wilt du haben ander gewand,

Sich ein weib von Spangenland,

Die kain andreu chläider hat,

Ein leinlachen ist ir wat,

Gestrichet ob der achseln zuo, 35

Da mit so hütet sey der kuo

Und get zuo fuoss, wie schon sey spint,

Und träyt ein wiegen mit eim kint.

Frawen chläynet, was ist daz?

Daz ist ir tugend, die vil bass 40

Zierent schon ein yecleich weib,

Dan mit perlen chrönter leib.

Hausgeschier daz ist wol guot,

So tuo, sam oft ein soldner tuot,

Der ym umb einen schilling vint 45

Küchingrait zuo seim gesint.

Mag er dan nicht wein gehaben,

So schol er sich mit wasser laben, 19

Sam ein man von Preussenland,

Dem chäyn weinreb ist derkant.

Wem ist dann des fläisches not?

Ein prediger hat wangel rot, 5

Dar zuo fäissü angesicht

Und doch kains ochsen nicht.

Du retst umb visch? Du bist nicht weis.

Wis, es ist ein herren speis.

Der wein und pfeffer nith enhab, 10

Der tuo sich aller vischen ab.

Haus und hoff daz ist ein er.

Hörr, wie tuot ein Lamparter,

Der in eins andern herberch stet

Und sich noch dreistund bas beget 15

Mit seinem gelte fru und spat,

Dan der daz haus geschaffet hat.

So sprichst du: Wo ist knecht und dirn?

Mich dunkt, du seist ein tabigs hirn.

Wer nicht haben mag en knecht, 20

Der dien ym selber, daz ist recht.

Nu muoss oft einr eim andern dienen

Und ym in seinen drüssel gienen.

Vich ist nücz nach deiner sag:

Ja, äss es weder nacht noch tag, 25

Geschäch im von kaym schalmen layd

Noch von wolfen auf der häid.

Acker, wisen wärind guot,

Bhielt seu got vorm schaur behuot

Und vor frömder sichel gar, 30

Vor mausen und vor vogel schar.

Protz des ist uns allen not:

Gelobt sey er, der uns es bot!

Doch bedarff man sein nicht vil,

Der nach der masse leben wil. 35

Nach der weisen lerer sag

Kainem man gebresten mag,

Der sich benügt, die weil er wert,

Des, da die sein nataur begert.

Ofenstek dar uber sprach: 40

Jamer not und ungemach

Ist noch an den weiben vil,

Sam ich euchs beschaiden wil.

Ist sey schön und junger tagen,

Kain guot du macht von ir gehaben, 45

Du pist versmacht, so kans auch nicht. 19b

So ist es swär nach meinr versicht,

Ein dinch ze halten sunderbar,

Nach dem man stellet durch daz jar.

Ist sey alt und ungeschaffen, 5

So mag sey anders nicht dan klaffen.

Du bist versaumpt, sey fröwt dich nicht,

So ist auch hart, sam man da spricht,

Ewekleich ein dinch ze halten,

Des da niemant wil gewalten. 10

Hat sey dann der freunden vil,

So träyst du sorg zuo allem spil,

Ob ir einer richt scand

Und pring dich sampt mit ym vom land.

Die armen nagend dich aufs päyn, 15

Die reichen achtend dein vil kläyn.

Wilt du leben ungeschlagen,

So muost sey für ein frawen haben.

Ist sey ungefreund und arm,

So hast du wirser nie gevarn. 20

Wie oft man dirs in daugen schlecht,

Du hast dich gnidert und gswecht,

Du bist ze einem bettler worden

Mit weib und kindern gar verdorben.

Junchfraw Fina sprach zehant: 25

Yederman der sayt sein tant,

So wil ich auch den meinen an

Heven, so ich beste kan.

Ofenstech, noch pist ein gpaur.

Waz sayt der maister von nataur? 30

Spricht er nicht, daz seubreu gstalt

Rains gemüt in ir behalt?

Dar umb schol kain weiser man

Schones weib für übel han.

Ist sey jung und chan nicht vil, 35

Dar zuo ich dir sagen wil,

Daz sey noch gelernet wol,

Was ein hausfraw kunnen schol.

Sey lât sich piegen und auch smiegen,

Sam ein kindel in der wiegen. 40

Muost du dann ein alteu haben,

Daz scholt du dannocht wol verklagen.

Sey ist dein amm und peut dirs wol,

Sey tuot dir alles, das sei schol.

Mag sey dann nit kinder tragen, 45

So scholt sey für ein muoter haben.

Ist sey dann nicht hubsch, daz sey, 19c

So scheynt sey dester bas da pey.

Wie schon ich das bewaren mag

Nach der chluogen logich sag,

Ye ungestalter ist ein weib 5

Ye mer sey zieret iren leib

Mit bstreychen und aufmachen,

Mit gwand und andern sachen,

Ye mer sey dann gezieret ist,

Ye schöner scheynt sey ze der frist. 10

Warta, warta, durch ein schäiss,

Was sey der sophistrey wäiss!

Sprach do Ofenstech vil drat.

Der tiefel dichs geleret hat.

Nu dar, daz sey des tages guot! 15

So sag, wie er des nachtes tuot,

Wan sey so nakent pey ym leit,

Ungetan recht sam ein scheit!

Des antwurt sey ym so ze stet:

Kain liecht so lass er pey dem pett, 20

Des mag er auch geraten wol

Ze ligen, da man schlaffen schol.

Ist nu, daz er wenich gesicht,

Ir ungestalt die schadet nicht,

Wan an dem griff sind älleu weib 25

Des einen leders, wie mans treib.

Ze gelicher weis ist es gestalt

Umb de hünr, die manichvalt

Federn tragend in der heut,

Und so mans pringet für die leut 30

Auf den tisch gepraten häiss,

So zaygents doch nur ein fläsch.

So waynn ich auch in minem muot,

Du sprechist, es werd selten guot,

Ze hoch ze weiben und ze nider; 35

Dar umb so sag ich dir hinwider:

Welher wil mit sälden reichen,

Der füg sich zuo den sein geleichen!

Do nu die red ein end gewan,

Die alt fro Berchta Läychdenman 40

Ruoft vil laut: O jungeu kinder,

Ez seczt den wagen für die rinder.

Wisst ir nicht, daz alter hat

Für die andern weisen rât?

Dar umb so was ze heven an 45

Pey unserm vattern Colman

Und nit ze rauschen in dem rat

Einr fürn andern ungefragt.

Dar zuo sprach do Engelmar: 19d

Die red ist an ir selben war,

Doch sprichst sey mit neyder list,

Won du die aller eltest pist.

Der rât wär graten ze schanden, 5

Hiet mans nit understanden

Mit stangen und mit rechen.

Bertschi huob an ze sprechen:

Ir herren, wisst, es ist nicht recht,

So man daz chrumb schol machen schlecht, 10

Daz man es noch danne chrumber mach.

Da mit und er zuo Colman sprach:

Du waist wol, daz ze aller zeit

In dem rât und in dem streit

Die ersten und die lesten 15

Schüllen sein die besten;

Dar umb sag an, vil guoter man,

Was daz wäygist sey getan.

Colman sprach aus chluogem sin:

Wisst, daz her chumen pin 20

Lüsens und nicht claffens wegen,

Won mir got geruocht ze geben

Oren zway und einen mund.

Da pey schol euch auch wesen kund,

Daz einer wenich reden schol, 25

Hören vil, so tuot er wol.

Hin wider sayt do Triefnas:

Wiss, daz mir gevellet bas

Weyseu red in guoter zungen,

Dann ein sweigen von dem stummen. 30

Mas ist guot zuo allen dingen,

Bessers chan ich dir nicht singen.

Also huob der grawe man

Sein red vil züchtichleichen an:

Daz sprüchwart ist mir oft gsäit: 35

Alter part hat weisshäit.

Dar zuo pin ich worden innen:

Iunges hirn phligt cluoger sinnen.

So duncht mich auch, sam gwissen ist,

Die frawen sind nicht ane list. 40

Daz hab ich sunderleichen gesehen

In disem rât, des muoss ich jehen.

Hie ist gerürt so mancher punt

Und auch geschäyt so gar von grunt,

Daz ich euch nichcz gesagen chan, 45

Dann kindelred, die heb ich an. 20

Nu hin, daz sey, das yecleich weib

From und erber sey von leib,

Daz doch läider nicht gewesen

Mag, sam ich es han gelesen. 5

Dannocht fügt dir dhaine nicht.

Hört, was uns die warhait spricht!

Niemant zwain hern gedienen mag

Schon und eben nacht and tag.

So macht du nicht gevallen 10

Deinem weib mit schallen

Und mit andacht deinem got.

Daz sag ich dir aus kaynem spot,

Wie gleich es tönt ze einem zil

Der psalter mit dem saitenspil. 15

Dar zuo hab ich auch gelesen,

Wil ein man behalten wesen,

So bedarff er weibes nicht;

Daz ist auch war nâch meinr versicht.

Hie mit legt sey sich da nider 20

Auf die benk und in daz gefider;

Du muost sey für ein siechen halten

Und von ir nimer dich geschalten.

Und voll, wan sey nu swanger wirt,

Wann sey nu dann daz kind gepirt, 25

So spricht man, daz sey genesen sey.

Hörr, was ich versten da pey!

Sey ist genesen glich sam der,

Dem zergangen ist ein geswer

Und der rut ist an gevallen, 30

Das swer ich allen pey sant Gallen.

Secht ir nicht, daz erst sich hebt

Kindelgeschräy und kindelpett,

Windel waschen, kindel paden?

Darzuo muoss man ammen haben. 35

Chamerweib die getrunkend me,

Dann man wassers vind ym se,

Seu fressent vil und sagent an,

Es hab daz kindel alz getan.

Diss ist dannocht alz ein wind, 40

Bis daz jo nu gewachst daz kind.

Erst so muoss man leiden haben,

Wie mans erleich muog betragen

Mit chläidern und mit nerung

Mit geschüch und ander zerung. 45

Den knaben muoss man besorgen 20b

Den abent und den morgen

Vor stelen und vor rauben

Offenbar und taugen,

Vor schlahen und vor stechen, 5

Vor knüsten und auch brechen;

Die tother muoss man behuten

Vor laster und vor wüten,

Vor schuolern und vor phaffen,

In heusern und in gassen. 10

Nu dar, daz sei derlitten!

So hat daz kind den sitten.

Wenn nu der leib und sel

Gewaget hat umb guot und er

Im ze fröden und ze gewin, 15

Daz es ym spricht in seinem sin:

Zarter vatter, wärist begraben,

Daz ich das erbe mocht gehaben!

Des jamers wirt man selten an,

Wie schön daz kindel sey getan. 20

Wirt es aver gar verlorn

Oder lam und plint geborn,

Zum narren oder zstummen,

So ist uns erst zrunnen

Alleu fröd und sälichäit. 25

Die mär sein euch von mir gesayt.

Doch hiet ich uch ze sagen mer,

So matrent mich der huost so ser,

Daz ich es nicht volpringen mag,

Waz ich in den sinnen trag. 30

Do die rede so vergie,

Käyner kond gewissen, wie

Man scholt da wider sprechen.

Seu warend gar derlechen

Und woltens alleu mit ym han, 35

Dan die alt fraw Läichenman,

Die sich ieso furher macht.

Wie laut sie spächt, wie ser sey pracht!

Und tätin mir die zend nicht we,

Ich hiet euch wol geantwurt e. 40

Mit urläib sprich ichs, liebeu kinder,

Aus kelbern werdent stärkeu rinder,

Mit dem man pauwet und auch ert,

So in die hurner werdent hert.

Hie pei scholt es merken das, 45

Die weil ich chlainer tagen was,

Do verstuond ich mich auch chläyn, 20c

Do red ich, sam die kind gemäin,

Und tet auch nach der jungen orden:

Nu pin ich, secht, zum menschen worden

Und han verworffen kindel spil, 5

Dar umb so wisst, daz ich nicht wil

Volgen eines mannes sag,

So ich daz besser haben mag.

Ir scholt mirs nicht für übel haben,

Her Colman, daz ich euch wil sagen. 10

Do ir es scholtent heben an

Ze raten sam ein weiser man,

Daz ertrich ward sich wegen

Und über sich derheben,

Ich forcht, ein drak scholt kumen her, 15

Do sach ich zuo, es was ein scher,

Plint und plöd und ungestalt,

Den wil ich temmen also bald

Und heven an den lesten an,

So ich nu aller beste chan. 20

Ir sprecht, ir hiet uns mer gesäyt,

Do mocht ir nicht vor huostes läid.

Nu dar, der huost der ist do hin:

Sagt, waz hiet ir in dem sin?

Des äntwört so her Colman: 25

Lengeu red stet übel an,

Dar umb so sag ich anders nicht,

Dann kurzeu wörter, die man spricht.

Daz gwarest spruchwart daz ist daz:

Einiger vatter füret bas 30

Syben kinder durch einn gatter,

Dann siben kinder einen vatter.

Hie mit, fraw von hoher list,

Tuot es durch den süssen Crist

Und zaigt uns ewer wiczichäit! 35

Ze lernen was ich ie berayt.

Do sprach Laychdenman zehant:

Her Colman, wisst, es ist ein schand,

Ze lernen einen greysen partt,

Syben und sibenczig jaren alt; 40

Doch ist böser wann ein man

Pey alten zeiten nicht enkan

Und ym auch lernen nicht enwil,

Des hat er schand und lasters vil.

Dar umb so merk die rede mein, 45

Welt ir bas geleret sein. 20d

Got, do er geschaffen hiet

Daz erste mensch in rechter lieb

Und ym verpott des öpfels mas,

Die geschepht sein trew vergas 5

Und des schepfers gpott zerprach.

Dar umb so hab kain ungemach,

Ob dir deineu kinder nicht

Dankin nach deinr zuoversicht,

Won du deinen vordern so 10

Gelonet hast mit haberstro.

Doch so muoss ich dir des sprechen:

Ein man ist sneller vil, ze rechen

Seinen vatter, dann daz kind,

Ob seu ym päydeu gsmähet sind. 15

So sprichst, der rede sey genuog,

Claffen vil sey narren fuog.

Daz möcht sich alles wol begen,

Woltist du die red versten,

Für uppig und verdrossen, 20

Für schedleich ungenossen;

Aver ist die zunge guot

Und nücz, sey kaynen schaden tuot,

So mags auch nicht zlange gesein,

Daz leg dir in daz hercze dein. 25

Hast du nie gehöret, das

Grosses vich wil michel gras?

Da vor so hast du uns gesäyt

Den grosten jâmer und daz läid,

Die wir tragin auf und nider, 30

Hat daz kind nicht älleu gelider.

Hier zuo sag ich dir geswind:

Wiss, daz edler ist ein kind,

Hatz ein wesen in der hell,

Dan dacz mans für nichti zell. 35

Hörr auf, sprach da Colman.

Mich duncht, der aller vilest kan,

Der leugt and fäillet aller mäyst

Wider got und seinen gaist.

Waist nicht, daz die warhäyt spricht 40

Von Jaudessen dem falschen wicht,

Sein dink hiet ym vil bas gedigen,

Wär er ungeporn beliben.

Seth, daz tet fraw Leichdenman zorn.

Wie nâch sey hiet ir sin verlorn! 21

Sey sprach: Verhört, her Colman!

Mich duncht, ir leugt euch selber an.

Ir sprecht, daz lernen euch behag

Und welt mich straffen nacht und tag; 5

Daz stet nicht wol, es ist kain recht

Von einem schuoler oder knecht.

Wolt ir lernen, sweigt und hörrt

Mit ganczer dyemuot hie und dört!

Des sprach do Cholman zuchtichleich: 10

Genad, vil liebeu sädenreich,

Hab ich wider euch gjehen,

Daz ist umb anders nicht geschehen,

Dann daz ich die wârhayt gar

Mit red und widerred dervar. 15

Ich zweiveln in der vinster ler,

Helft mir, fraw, durch ewer er!

Ja du, sayt du Laychdenman.

Noch so wilt mirs gewinnen an.

Woltist solicheu rede tuon, 20

Du möchtist chomen noch ze suonn.

Wiss, ich pin da wider nicht.

Waz got tuot und was er spricht,

Ich sich es mit der warhait gen,

Der es gar eben mag versten. 25

Dar zuo ist die glos vil guot,

Wan der text uns zwivel tuot.

Daz sey uns beschäyde schon

Rechtes sinns in chlugem don.

Nu spricht mein text: Das böste ist, 30

Nichcz nicht wesen älleu frist;

So säyt der, dem daz besser wär,

Dem gotzverräyter nicht so swär,

Ob er gewesen wär ungporn,

Wan sein sel ist gar verlorn. 35

Hie pei so dunkt dein wiczichäit,

Es si ein widerwartikäyt;

Daz wil ich so geleichen dir,

Es ist auch war, gelaub es mir,

Wäger war ym das, daz er gesnitten 40

Von seiner muoter wär enmitten,

Dan daz er geporn wart

Und die muoter nicht enstarb,

Won er sey bschlieff dar nach vil tag,

Den hals er schluog dem vatter ab. 21b

Ein anders glösel also spricht:

Wäger wär ym, daz er nicht

Pey Cristes zeiten wär geporn,

Won daz schuoff im disen zorn. 5

Doch schol diss ein end haben!

Alleu mär sein nicht ze sagen

Und schüllen cheren zuo der sach,

Die dein torhäit vor dem sprach

Umb die chinder, die da geporn 10

Werdent tod und gar velorn.

Hie verleust der vatter an

Ze geleicher weis recht sam der man,

Dem man yeso gebent wirt

Ein paum, der taubeu nüssel gepirt. 15

So hâst gerett gar âne not,

Daz kind beger des vatters tod.

Was schad mir daz, sam man da spricht,

Gedench und wünsch mich chrenkent nicht?

So spricht man leide fruo und spat 20

Von gewachsner kinden missetât.

Hie für so ist daz lernen guot

Und daz straffen, daz man tuot

Jungen kinden nacht und tag,

Die wil man seu gepegen mag. 25

Was sayst danne von der zerung,

Von den chlaydern und von nerung?

Wäyst nicht, daz der mensche werden

Schol derzogen auf dirr erden

Mit einem sach, mit gfüger speis, 30

Wil man in machen from und weis,

In seiden alten werdend,

Vil reich und sälich sterbend?

So ist kain gelt dem jungen guot,

Dem die zerung schaden tuot. 35

Macht dann alter weiben nicht

Gehalten nach der ammen phlicht,

So emphilch der muoter zart

Ir kind, daz sey sein selber wart

Mit saugen, hüten und auch phlegen. 40

Daz ist dir von nataur gegeben.

Was chlafft von windelen und von wäschen,

Die weil daz wasser und die äschen

Mit holcz und altem leingewand

Sind so wolfäyl in dem land. 45

Da pey so wilt uns auch derschrechn 21c

Mit kindel geschray und kinderpetten,

Mit siechtuom und mit arebayt:

So hab dir daz von mir gesayt:

Äigen haus und aigen chind 5

Machend grosseu mü ze wind

Und klaineu fröd ze paradeys.

Der red ich dich also beweis:

Ist der smid in seinem haus,

So stet er von ym selber auf 10

Und smidet lustleich uber tag,

Daz er den gewin im peutel hab;

Ist er in eines smitten,

In dunckt, er hab ein jar gelitten,

So er gearbayt einen tag, 15

Wie chlain er sich geheven mag

Aus dem pett des morgens fruo,

Wan daz gelt get ym nicht zuo.

Greynt mein kind, mich dunkt es sing,

So wol gevellet mir die stimm; 20

Es ist dem nachgepauren schad,

Der da bey nicht geschlaffen mag.

Hab ich dann äiger in dem haus,

Da mach ich grösseu hüner aus,

Die mich dunchent fäysser sein, 25

Dann des mullners mesteswein.

Nuss und prott auf meinem tisch

Smekend bas, dann all die visch,

Die der marchgraf von Ferrär

Gäb mir, ob ich pey ym wär. 30

Sprichst du aver, daz ein man

An ein weib müg haus gehan,

Das ist nicht stät nach meinr versicht,

Won es enhat des grundes nicht.

Die gruntfest ist ein bider weib, 35

Die daz haus mit irem leib

Aufenthalt mit manigen sachen,

Mit kochen und mit kindermachen.

Wirt sey siech und dar zuo blöd,

So wirtz auch gesunt, daz ist ein fröd. 40

Du hast gelesen in der gschrift,

Ein man bedorff des weibes nicht,

Ob er gottes reichs geruoch.

Waz ghort daz zuo grawem tuoch?

Ist nit da geschriben pey, 45

Daz ym daz weibe schedleich sey?

So hört ich pey der ersten sag:

Niemant zwäin gdienen mag. 21d

Das merke, zwäin, sam ich es vind,

Die enander wider sind.

So ist dein weib der tiefel nicht;

Dar umb so acht ich wenich der gschrift 5

Und ker mich lieber an daz wort,

Daz ich hab funden an eim ort,

Und spricht, daz nicht allayn die mait

Wesizent ewich sälichait,

Es mag auch sein, daz gmähelt leut 10

Wehalten werden mit der heut,

Wie gewar es ist und nicht ein trom.

Sant Eustächi, purger ze Rom,

Hiet ein weib und dar zuo kind,

Die sampt mit ym wehalten sind, 15

Und ander grösser hailigen vil.

Claff nu, wer dergaffen wil!

Do die red sich hiet verdrapt,

Der an Cholman sich gehabt

Hiet, der warff sich wider umb; 20

Da mit so ward die tädinch krumb.

Dennocht ruort sich alter part

Hin wider umb ein ander vart.

Er sprach: Dis muoss der tiefel geben

Oder got mit sinen segen, 25

Daz ein weib zuo disen stunden

So genczleich hat mich uberwunden

An beschaidenhäit und an der gschrift.

Doch so mag ich gelauben nicht,

Daz Mäczli fuog dehainem man, 30

Dem die welt der eren gan,

Die so flach ist, dar zuo hinkt,

Der der aten also stinkt.

Sey ist so bugglocht und so churcz,

Der eren acht sey nit ein furcz. 35

Wie swarcz sey ist und ungevar,

Vor schand sey niempt genennen tar.

Do hatz auch nicht, daz ist der galg.

War zuo ist uns diser balg,

Den die fliegen so beschissen 40

Hant und auch die hund zerrissen?

Laychdenman huob wider an:

Sym, was er chan der schymlig zan!

Wiss, ich sag dirs unter daugen

Wilt du der warhait nicht gelauben, 22

So gelaubt man aver das von dir,

Du seysts ein esel und ein stir.

Was säist du uns mit deiner list?

Du waist noch wenich, wer du pist? 5

Ist sey chrofecht, kumph und lam,

Do schol man sey für edel han.

Stincht ir aten uber tag,

Kain frömder sey gehüssen mag.

Ist sey kurcz und hogrocht vil, 10

Dest minr tuochs sey haben wil.

Gesicht sey wenich an den augen,

So machs auch kind, daz scholt du gelauben.

Der swarczen frawen michil ist guot,

Grosses tuttli gypt ir gnuog; 15

Rosen wängel, roter mund

Sind vil scheder, dann gesund,

Won sey oft die jungen chnaben

Machent alt in kurczen tagen.

Schones har die frawen irt, 20

An dem gepett die man es siert.

Nüczer ist ein gärnel spinnen,

Dann mit pürsten härli swingen.

Rürenzumph ist sey genant,

Daz ist allaine dem ein schand, 25

Der sey also haissen wolt,

Do man sey zcristan machen scholt.

Chan sey dan geparen nicht,

Von rechten treuwen daz geschicht;

Und hiet sey joch die wol geporn 30

Ir er in süsser minn verlorn,

So gdient er antlass nach der schrift,

Der sich zuor e mit ir verphlicht.

Ist sey arm, nu hin, daz sey!

Dannocht lebt sey noch da pey, 35

Sey schlaft dest bas und furcht ir nit

Vor teupen und vor feursch gschicht.

Es ist behuot ir leib und guot,

So hats verguot, wie man ir tuot.

Neid ir auch nicht kan geschaden, 40

Daz recht wir sehend armuot haben,

Von der noch vil ze sagen wär,

Wurd daz püchel nicht ze swär.

Hörr zuo, was der weis gepeut!

Von rehter liebschaft sich die leut 45

Nemen schollen, nit umb gelt

So sein seu sälig in der welt.

Nu dar, so hat seu Bertschi lieb,

Dar umb so sing ich ym das lieb: 22b

Pertschi Mäczen nemen schol

Zuo seinem weib, so tuot er wol.

Do sängelt junker Triefnas:

Ich gehöret nie gesingen bas, 5

Noch ward der tädinch also vil

Hin und wider ze dem zil,

Daz in swindelt an den sinnen.

Ieder schre: Ich wil verprinnen

Und dertrinken in der wicz, 10

In dem rât und in dem swicz.

Wir möhtens ewicleichen treiben.

Dar umb so lassin wirs weleiben

Oder hörrin all gemäin

Des torffes schreiber muoters äin, 15

Der hat der bücher vil gelesen,

Und waz er sag, daz sei geschehen!

Henreicze der ward ausderwelt,

Ze einem gemainen man gestelt,

Daz er die urtäil scholte geben. 20

Der sprach: Nu dar, vernempt mich eben!

Ir hietind wol ein weisern funden,

Doch geschieht es ze den stunden,

Daz ein närrli vindt ein list,

Die dem weisen selczen ist. 25

Ich sich wol, warumb es gevält

Habt und ganczleich nichcz dertäilt;

Es seyt gestanden ze den wiczen,

So man mit ruwen scholte siczen;

Ir habt gereimet und geticht; 30

Chlugeu sach wil reymens nicht.

Wer mag ein disputyeren

Mit gmessner red florieren?

Dar umb so secz ich mich da hin

Und sag euch schlethleich minen sin. 35

In gottes namen! Amen. Hie mag man ein frag schephen, ob ein man ein weib schül nemen. Dar zuo wil ich also sprechen: Ist, daz ein man wil und mag stät beleiben, chinder machen, weib und chinder füren mil rechtvertigem guot, noch got wil dienen, sam ein engel keuschechleich, der nem ein hausfrawen zu einer chan, die ym gevallen und fruchtper sey, weis und from und sein geleich.

Der urteil ward do Bertschi fro.

*** Er sprach: Mein dinch daz stet also 22c

Ze geleicher weis nach deinem sagen,

Dar umb so wil ich Mäczen haben.

So hab sey, sprach do Varindkuo.

Got geb dir gluk und häil dar zuo! 5

** Colman sprach: Lass mich dir sagen!

Glük und säld daz mag er haben,

Sich nur, daz er ir gevall

Und iren freunden uber al.

Da mit so wurden aus gezelt 10

Zwen der besten und derwelt,

Daz was der schreiber sinnereich

Und Rürenmost im selber gleich,

Daz seu zuo Friczen giengin,

Die red mit im an viengin 15

Von verrem her mit werten schelben,

Sam seu es tätin vin in selben,

Und also prittlen zemen machen

Die ee an schuoler und an phaffen.

Also traften seu da hin, 20

Zuo Friczen haus stund in der sin.

Wer seu fragt wol hin also

Um ein sach, sey sprachent do:

Lass uns gen! Henricze sprach:

Wis, es ist ein endleich sach, 25

Es ist ein sach und ist so gros,

Kain sach die ward nie ir genos.

Rurenmost sich ward besinnend

Eines andern und beginnend.

Er sprach: Mich dunkt uns sey ze gach, 30

Und gen wir so dem Friczen nach

Mit eillen und mit lauffen!

Wie teur wir mussend kauffen,

Daz wir von ym nu wellin haben!

Dar umb lass dir ein anders sagen! 35

Wir schüllen cheren zur tavern.

Fricz der trincht des abents gern,

Wir mügent mit ym zechen;

So heb du an ze sprechen:

Warleich, Fricz, du pist ein man, 40

Dem ich er und guotes gan.

Dein früntschaft gfiel mir allweg wol,

Won du pist from und eren vol.

Nu dar, so hast ein tochter da,

Die wirt dir untern henden gra: 45

Es wär vil langes zeit gewesen,

Daz sey an einem chind genesen

Wär und stünd mit er auf erd,

Won sey ist gross und mannes werd.

Dar umb so han ich in dem muot 50

Ein dinch, das möcht wol wesen guot, 22d

Ob mir so wurd gelingen,

Daz ich es zuo möcht pringen,

Daz Triefnas der vil sauber knecht

Mäczen nemen wolt ze recht. 5

Der ist jung und dar zuo reich,

Einem fromen man geleich,

So ist er auch von guoten geschlacht,

Sam man im dorff gehaben mächt.

Und so du dann gesprichst daz dein, 10

So leg ich auch darzuo daz mein

Und rat ym so, daz er daz tuo,

Und was ich gehelffen mag dar zuo,

Daz wil ich werben nacht und tag,

Won mir sein mâgschaft auch wehag. 15

Hie mit wir werdent innen,

Wes es ym wil beginnen.

*** Der Schreiber reden do began

Und sprach: Nu hin, daz sey getan!

Wie schier sie hieten vollepracht 20

Des Rürenmost ym do gedocht!

** Des dankt ym Friczo züchticleich

Und sprach: Got mach euch sälden reich!

Ewer liebschaft gfiel mir wol,

Die suoch ich gern mit we man schol. 25

Doch mich dunkt, er sey mir zwäch,

An seinen sinnen gar ze gäch.

Enruoch, so wurden sey ym sagen,

Wie gross er ist, er lât sich gehaben,

Acht umb deiner freunden willen! 30

Wir getrauwent in wol stillen.

Da mit so huob er auf und tranch

Und sprach: Der red habt ymer danch!

Dar zuo so schol man haben rât

Des morgens fru und nit so spât! 35

Got der muss des ewern phlegen!

Trinkt hin sant Johansen segen!

*** Der wein sey euch gschenkt von mir!

Des danktens ym mit herczen gir

Und schieden von enander do. 40

Fricz der was der rede fro,

Er schlieff bis an den morgen fruo

Und nam auch seinen dar zuo.

Der erste was der Ochsonchroph,

Der ander häisset Lärenchoph, 45

Den dritten nempt man Lastersak,

Der vierd sey Uocz der übel gsmak,

Straub und Härtel Säichinchrug

Und ander erber leut genuog.

Sein freundin chamend auch dar zuo, 23

Daz was fro Hilda Leugafruo,

Schürenprand und Nimindhand

Richteinschand und Syertdasland

Und ander frome frawen gar, 5

Der ich doch nicht genennen gtar.

** Fricz der hiess sey nider siczen

Und sprach also von seinen wiczen:

Lieben muomen, freunt und mâg,

Wisst, daz ich vil ungern wâg 10

Grosseu dink an ewern rât,

Won der weis gesprochen hat:

Niemant ist ym selber genuog

In seiner sach mit rechtem fuog,

Man hat mir zuo gesprochen, 15

Von wan es sey gerochen.

Des waiss ich nicht, mich dunkt also,

Triefnas war meinr tochter fro,

Der ym sey gäb ze einer chan.

Sagt mir, waz ist guot gtan? 20

Ochsenchropf was namhaft,

Dar zuo hiet er sin und chraft.

Er sprach: Des sein wir schuldig dir

Ze helfen nâch deins herczen gir

Und auch ze râten ze allem spil; 25

So wiss, dein tochter haben wil

Einen man, der christan sey,

Jung und frisch und gesunt da pey,

Starch und sauber an dem leib,

Nicht ze lind, recht sam ein weib. 30

Die aller beste varw daz ist

Weiss ein täil mit rotem gemist.

Harr und part die schüllen sein

Ein wenich straublocht an irm schein,

Nicht ze swarcz, ze rot, ze hert, 35

Ein wenich auf daz praun geferwt.

Daz haubt schol haben hohes hirn,

Nicht ze grôss, mit gefuger stirn.

Prauneu augenprauwen leis,

Mund und nas ze mittler weis, 40

Starker hals und nicht ze lang,

Noch ze weibisch sey daz gesanch,

Weiteu prust und stärkeu päin,

Enmitten in der wüsti chläyn,

Hend und armen lanch und gross, 45

Die finger sein auch ir genoss, 23b

Negel churcz, die stend vil wol,

Der fuoss ze dik nicht wesen schol.

Sein ganch der sey vil rösch und schlecht.

Mittel man der kumpt uns recht. 5

Ist nu Bertschi so gestalt,

So rât ich, daz sein Mäcz gewalt.

Larenchoph des nicht benügt.

Schönes haus uns wenig fügt,

Sprach er, da ein böser wirt 10

Die geste auf und nider syert.

Ist nu Bertschi sauber gar

An dem leib und wol gevar

Und hat der frumkhait nit dar zuo,

Ich schäcz in böser, dann ein kuo. 15

Dar umb so muoss er sein ein knecht,

Da mit vil erber und gerecht,

Der wenig schlaff, nit müssig ste,

Noch gern mit bösen leuten ge,

Der reden künn und doch nicht liegen, 20

Noch den freunt mit listen triegen,

Dem der wein sey underchant,

Noch der würffel in der hand,

Der den frâss auf ym nicht trag,

Won der gieng ym niemer ab, 25

Der mit dem seinen müg besten,

Und lâss der leuten rinder gen,

Dem daz hercz sey nicht ze hellig,

Noch daz haubet gar ze schellig,

Der leid und tuo sam einer schol, 30

Dem zucht und er behaget wol;

Und hiet er alles daz an im,

So daucht mich des in meinem sin,

Mäczen der geschäch nicht we,

Nem sey Bertschi zuo der e. 35

Fullenmagen her sich rekt,

Er sprach: Diss dinch vil wenich klecht.

Was hilft, daz einer sauber sey,

Erber und auch from da pey,

Ist er nicht weis und chluog da mit? 40

Won es ist nu der welte sit,

Daz die esel und die narren

Zeuhent bäid in einem charren,

Der mit raynvail ist geladen,

Und muossent doch sich des wassers laben. 23c

Fro Leugafruo mit unfuog

Die red ym yeso underschluog.

Sey sprach: Vergest des ewern nicht

Und hört des ersten, was man spricht! 5

Der alleu dink dergrunden wil,

Der siert sich selb und schafft nit vil.

Dhäin e die wär noch nie geschehen,

Hiet man ens und dicz besehen,

Dhäin weltleichs mensch ward nie so rain, 10

Es hunch an einem überpayn.

Secht, ich sag euchs recht heraus:

Triefnas ist mir nicht ein laus.

Dar umb so wil ich nicht enliegen

Noch die fromen tochter triegen. 15

Er ist ein junger grader knecht,

From und erber, dar zuo schlecht,

Dann daz er mich dunchet faul

Und hât ein uberweites mul,

Dem wil ich selber antwurt geben. 20

Chleiner mund chumpt frawen eben

Und nit dem man, ich sag euchs vor.

Grosseu stat wil weites tor.

Ist er faul und schlaffet gern,

Des wirt er alles sampt enbern, 25

So daz chindel wirt von nöt,

Singent: Ätti, gib mir prott!

Was schol er dann der wiczen haben,

Ein junger knab, pey chläynen tagen,

Der auch geschrift in im nit hât? 30

Dar umb so wisst, es ist mein rôt,

Daz wir nu senden hin zuo ym

Und auch derfarin seinen sin

Chluochleich, sam er hat getan.

Und wil er unser muomen han, 35

So haiss man chömen so zehand

Und seczt in nider zuo der want

Und sagt ym alles sunder wol,

Was er tuon und meiden schol.

Und ist, daz er gelernen mag 40

Und auch getuon nach ewer sag,

So schol man ym sey geben so.

Des râtes wurdens alleu fro,

Dann der vatter Fricz allain.

Der sprach: Es wisst all gemäin, 45

Was mir Bertschi hat getan

Und meiner tother vor an.

Daz verredt ym ieso zhant 23d

Iunchfraw Hächel Schurenbrand

Und sprach: Du säist, sam einr der schaft.

Hat dir Bertschi schande pracht?

Won er hofieren kan so wol, 5

Dest e man ym sey geben schol,

So behalcz ir er dester bas.

Waist nicht, daz man spricht daz:

Maus im sak und laus im nak.

Mäcz ym haus und feur im kübel 10

Die bezalent iren wirten übel.

Ich wäiss es selber wol an mir.

Do ich nu cham zuo mannes gir

Und wär mir schier ze hilf nicht komen,

Ich hiet mir selber vier genomen. 15

Alteu junchfraw ist ein gift

Nieman haus, sam man da spricht.

Seu sprachent all: Du redest recht.

Wir schüllen senden nach dem chnecht

Und tuon sam uns geraten ist 20

Von Leugafruo ze diser frist.

Des stuonden Fricz und Härtel auf

Und traten gen des schreibers haus,

Den fundens da zuo irm gewin.

Er gruosst seu schon, des danchtens ym. 25

Da mit so huob an Fricz und sprach:

Umb die red, die nächt geschach,

Wis, wir sein des uberäin.

Wir wollen wissen, wie ers mäin;

Und wil er tuon nach deinem rat, 30

So chüm mit ym und nicht ze spat

Häym her, freunt, in ewer haus,

Da wöllen wir ym legen aus,

Waz er tuo und lass da pey.

Henricze sprach: Daz sei, daz sey! 35

We, wie schier dicz was geschehen!

Einr der hiet nit umb gesehen.

Do nu Pertschi chomen was,

Man gruosst in schon, er dankt vil bas.

Seu sprachen: Wes hast du ze muot? 40

Des antwürt er: Mich deuchti guot,

Es gebt mir Mäczen zuo der ee,

Ich tät ir wol und dannocht me.

Lastersak huob an zuo jehen:

Daz dinch möcht alles sampt geschehen, 45

Woltist stellen nach der er

Und dar zuo volgen unser ler. 24

Bertschi sprach: Es gefelt mir wol,

Ich tuon alles das, das man schol.

So sicz da nider, sprach do Fricz,

Und sag uns etwas deiner wicz! 5

Chanst den paternoster so?

Ja do, äntwurt Perchi do.

Daz Avemari und de glauben

Auch da mit an alles laugen?

So sag auf eben, nicht enlach! 10

Triefnas huob an und sprach:

Pater noster herrgot vatter unser, der da pist in dem hymel, *** gehaliget werd dein nam! Zuo chüm uns dein reich! Dein will werd hie in der erd, sam in dem hymel! Du verleich uns unser tägleich prot, und vergib uns unser schuld, sam wir tuon schüllen unsern schuldigern! Und verlâss uns nicht in böser versuochung, sunder lös uns von allem übel! Amen.

** Ave Maria! Gegrusset seist du, raineu maget Maria, vol *** aller gnaden! Got ist mit dir. Du pist gesegnet über alleu weib, gesegnet ist deu frucht deines leibes, unser herr Jhesus Cristus. Amen.

** Credo in deum, ich gelaub an einen got vatter allmäthigen, *** der schepfer ist hymelrichs und ertreichs, und gelaub an seinen eingepornen sun, unsern herren Jhesu Crist. Ich gelaub, daz der selbig gottes suon emphangen wart von dem hailigen gaist und auch geporn ward von der rainen mayt Marien, und gelaub, daz er gemärtrert ward untter dem richter Pylaten an dem hailigen creucz, derstarb, dar zuo auch begraben ward. Ich gelaub, daz sein hailigeu sel in die vorhelle fuor und nam alle die daraus, die seinen willen hieten getan, und daz er an den dritten tag erstuond von dem tod, gewarer got und gewarer mensch, und gelaub, daz er auf ze hymel fuor und da siczet ze der rechten hand des almäthigen gotz seines vatters. Ich glaub, daz er dar nach chünftic ist ze ricthen 24b uber die toten und uber die lebentigen, ieden man nach seinen werchen. Ich gelaub auch an den hailigen gast, an die hailigen kyrchen der cristenhäit und an die gemaine aller häiligen, und gelaub antlass aller meiner sünden ze gewinnen, ob seu mich reuwent von ganczem herczen meinem. Ich gelaub an der toten urstend und gelaub nach disem leben daz ewig leben ze besiczend werden, ob ich es verdient han. Amen, amen, amen, amen.

** Hörr auf, lieber, sein ist gnuog,

Sprach do Fricz. Du pist so chluog,

Daz mich des dünkt, du seist gestanden

Manich jar in frömden landen. 15

Pertschi wand, ym war also,

Und hiess ym Mäczen geben do.

Secht, daz wär do nicht vermitten,

Hiet es Lastersak gelitten.

Dem geviel daz eyllen nicht. 20

Grosseu sach wil zuoversicht,

Sprach er do und voll die ee.

Sag mir, gesell, kanst du icht me?

Des äntwurt Pertschi also schier:

Ich alz wol, sam ander vier, 25

Erren, tröschen und auch säyn,

Hakken, sneiden und auch mäyn

Und was zuo prott gehoren schol,

Daz tuon ich gern und kans auch wol.

Lastersak huob wider an 30

Und sprach: der mensche nicht enkan

Geleben mit dem prott alläin

An lib und an der sel gemäin,

Sunder mit des gottes wort,

Des leibes häil, der sele hort, 35

Daz ym da fleust aus seinem mund

Und tuot uns alle salde kunt.

Dar umb so muost du lernen bas.

Daz tuon ich gern, sprach Triefnas.

Des ersten ich doch hören wolt, 40

Wie ein junger lernen scholt.

Daz ist vil weisechleich geredet,

Sprach do Lastersak ze stet.

Dar umb so wiss, daz ich da wäiss, 24c

Zehi sind dem schuler gemäiss,

Der ze mäister werden wil,

Nucz und er gewinnen vil.

Daz erst ist, daz er dienen schol 5

Unserm herren besunder wol,

Der selb mit seinen häiligen mund

Sprach gen uns ze einer stund:

Des ersten schült es geruochen

Gottes reich ze suochen, 10

So wirt euch dar zuo auch gegeben,

Was man haben schol ze leben.

Salomon auch dar zuo spricht:

In böseu sel kumpt weisshait nit.

Ein anvanch aller wiczen ist 15

Gottes forcht mit sälger list.

Daz ander, daz er haben schol,

Ist ein frömdes land, daz fügt ym wol.

Nach der vil gewaren lere sag

Niemand wol gewesen mag 20

Ein prophet in seinem land,

Won er ist ze wol bekant;

Freunt und gesellen, dar zuo weib

Saument in an sel und an leib,

An guot, an nucz und auch an er, 25

An kunst, an zucht und dar zuo ler.

Doch wolt er sich ir massen,

Bösen gesellschaft lassen,

Er mocht gelernen ane zal,

Die chunst ist offen uber al. 30

Daz drit ist, daz er heb da pey

Ein gesundes haubt, daz gelirnig sey,

Und wil er chomen uber all,

So lerne, daz im best gevall.

Daz vierd ist, sam ich han gelesen, 35

Daz er vil dyemütlich schol wesen,

Won hat er hochfart in dem muot,

Kain schuoler wil er han verguot,

Er duncht sich seinem maister gleich,

Dar umb so wirt er selten reich 40

An chunst und auch an weiser hab,

Won niemant gross gewesen mag,

Der vor nicht klainer ist gesein.

Daz leg dir in daz haubet dein!

Wiss, der mensche wirt geporn 24d

Kunstlos, sam ein permet geschorn.

Daz fünft ist, daz ym hilfet ser

Stätes harren pey der ler.

Empschleichs lernen daz ist guot, 5

Unstates allen schaden tuot.

Daz sechst ist, daz hie pey schol wesen,

Sein leczgen muoss er uberlesen

Oft und auch dergrunden wol,

Wil er wiczen werden vol. 10

Daz sibend, sam der lerer spricht,

Ist daz zweiveln in der gschrift,

Ist, daz er sich nicht betragen

Lat an fundlen und an fragen.

Daz ächt, daz ich euch sagen wil, 15

Ist guteu kost und der nicht vil,

Wärmeu chleider, wein mit fuog,

Daz macht in hubsch und dar zuo chluog.

Daz neund ist, daz ym kumt geleich,

Nicht ze arm und nicht ze reich. 20

Grossen armutt siert in ser,

So saumpt in reichthuom dannocht mer.

Daz lest, daz ist, vernempt mich wol,

Daz er ym selb entleiben schol,

Unterweilen, nicht ze vil, 25

Mit singen und mit saytenspil

Oder halt mit andern sachen,

Die ym mügen fröde machen,

Doch mit züchten, daz stet wol.

Hie mit wirt er sinnen vol 30

Und verdirbt nit an dem leben,

Wil er sich der kunst hergeben.

Do sprach Triefnas gar mit gir:

Secht, daz han ich als an mir,

Guoten willen auch da mit, 35

Dar umb ich ewer tugend pitt.

Sagt mir, herr, zuo diser frist

All die künst, die yendert ist!

Lastersak do lachent wart.

Er sprach: Daz wär ein langen vart. 40

Nie kain man der ward so weis,

Der aller künsten hiet den preis,

Wen unser herrgot Jhesu Crist, 25

Dem kain dinch verporgen ist.

Die chunst ist lang, daz leben chläin,

Dar umb so lerne dir alläin,

Des ein laig nicht schol embern. 5

Daz sag ich dir von herczen gern,

Und heb so an dem besten an.

Wiss, daz yeder christan man

Uber alles, daz du wäist

Oder wäinst in deinem gäyst, 10

Schol ze glauben sein weräit,

Daz die gewär trivaltichait

Hat vil aygenleich und schon

In einem wesen drey person:

Die ein ist nach der gerechten zal 15

Der vatter, gwaltig uber al;

Die ander, die ich nennen schol,

Ist der suon der weisshäit vol;

Die dritt ist, merk in deinem gmüt,

Der häilig gäyst mit seiner güt. 20

Von niempt der vatter komen ist

Noch chömen mag dehäiner frist.

Stäts der sun vom vatter fleust

Und sich mit lieb zuo ym verschleust.

So get der häylig gäyst von päyden 25

Sunderleich an alles schaiden.

Des gib ich dir ein peyschaft,

Die älleu ler verstenleich macht.

Wiss, daz kol und hicz und schein

Mügend in einer glüte sein. 30

Die hicz die chümet von dem kol,

Der schein get von in päyden wol,

Und wie daz sey daz mans derkenne

Nach einander oder nenne

Oder joch dem vater kraft 35

Geb zuo einer äygenschaft,

Dem sun die wicz, dem haligen gäyst

Die gütichait so aller mäyst,

Doch so wis sey sein geleich

Auf erd und in dem hymelreich, 40

An mugent und an weisshäit,

An guot und an der ewichayt!

Hie zuo wiss, daz an den glauben

Niemant kümpt für gottes augen, 25b

Hiet er joch gewurket vil

Guoter werch ze allem zil.

So ist dir auch der gelaub enwicht

An die werch, sam man do spricht. 5

Dar umb behalt an allen spot

Die vil häyligen zehen gebott,

Daz ist: Hab got in deinem sin

Und swer nit üppichleich pey ym!

Feyrr auch, so man feyrren schol! 10

Vatter, muoter ere wol!

Kain mensche scholt du töten,

Noch dich mit unkeusch nötten!

Huet dich auch vor stelen,

Vor falscher zeuggnüss helen! 15

Des andern weibes beger auch nicht,

Nach frömdes guocz, die wârhayt spricht.

Dar zuo bis ze tuonn berayt

Die sechs werck der barmherczikait:

Speys daz hungerig mensche, 20

Daz dürstig dar zuo trenche,

Daz nachent scholt du beschläiden,

Dem frömden herberch zäygen,

Den siechen man gesehen schol

Und die gevangen trosten wol. 25

So muost du haben dir ze häil

Der siben hailichäit ein täil:

Daz ist den tauff ze anevang

Und den crisem, lebst so lang.

Hast gesunt, die rew ist guot, 30

Gottes leichnam und sein pluot

Und auch daz häylig öl da pey.

Wie sälich priester orden sey

Und wie guot die häilig ee,

Doch lat mans an der sele we. 35

Tauff und crisem und der orden

Sind dir die nür einest worden,

So schol man dirs nith geben me;

Die andern geyt man nu sam e.

Diss ist dannocht als enwicht, 40

Wilt du dich dar zuo hüten nicht

Vor den siben sünden gar,

Die tötleich sind und salden bar;

Daz ist vor böser hohfart,

Vor geytikait der argen art, 45

Vor neyd und zorn, unkeuschait, 25c

Vor dem frass und trachait.

Hier nach lerne dir ze lest

Daz nüczest dir und auch daz best!

Minne got vor allen dingen, 5

So mag dir nimer misselingen,

Dar zuo deinen ebencristan

In ganczer lieb ze allen fristen!

Tu auch, was die kirch gepeut,

Daz ist, sam ich es dir beteut, 10

Vasten sunder ane spotten

Allen häiligen zwelffpotten;

Doch sant Jacob und Philipp,

Sant Johans ewangelist,

Die pringent uns kain vasten we, 15

Daz selbig tuot sant Barthlome,

Wo man sein gewonet ist

Ze vasten im in kainer frist.

Da mit so vaste also schier

Die fronfasten alle vier, 20

Die langen fasten bis ze ostern,

Den phingstabent und ym augsten

Unser lieben frawen sterben

Und gocz gepürt der reinen werden!

Tägleich mess man hören schol 25

Mit rainem gpett, daz frumet wol.

Wer daz nicht volpringen mag,

Derfüll es an dem feyrtag.

Hier zuo du gepunden pist

Und yecleich mensch, daz cristan ist, 30

Dem rechten pharrer sunderbar

Einest zpeichten in dem jar,

Und da mit gottes leichnam

Emphahen, so man schonest kan.

Wer daz nit tät und sturb also, 35

Den sol man begraben, alz ein stro

In den aker, daz ist war,

Hat er uber vierzehn jar

Gehabt und sinn vernuft da mit.

Sich, daz ist der kirchen sitt. 40

Des sprach Triefnas ze der vart:

Nu we mir, daz ich gporn wart!

Ich wäiss nit, wie man peychten schol,

Dar umb ich senden smerczen dol.

Lastersak der chond sein vil. 25d

Hörr, was ich dir sagen wil,

Sprach er zuo dem Triefnas.

Wiss, ich wil dir sagen daz:

Du scholl dich noch vil wol gehaben 5

Und nicht so törleich gar verzagen.

Daz du nicht kanst, daz lerne!

Nu lert man dich doch gerne.

Hörr, ich pin noch ungeweicht

Und han gelernt die offen peicht. 10

Pey der selben lernt man wol,

Wie einer häymleich peychten schol.

Die sprich mir nach, sam ich dir sag,

Und behalt sey auf den lesten tag!

Ich sundiger mensch ich gib mich schuldig unserm herren *** got, meiner frawen sant Marien und alten gottes häiligen und auch euch, priester an gocz stat, daz ich grössleich gesündet han mit worten und mit werken, mit gedenchnüss und auch mit verlayssechäyt an den zehen gepotten unsers schepfers, daz ich die nicht behalten han, an den sechs werchen der erbärmde, daz ich die nicht begangen han, an den siben häylichäyt, daz ich die nicht geeret han, mit den siben totsünden, an den siben gaben des häiligen gäystes, daz ist an gottes forcht, an gütichait, an künst, an sterk wider die sünd, an rat, an sin und auch an weisshäyt. Ich derken auch, daz ich gesundet han mit meinen fünf sinnen, daz ist mit gesicht, mit gehörd, mit smakung, mit costung und anch mit der rürung und auch mit andern dingen, daz ist mit untugend, mit spot, mit hinterred, mit hass, mit liegen, mit triegen und auch mit zerganchleichen fröden, mit uppiger, mit zweiflen an cristem gelauben, mit ungedultikäyt, mit ungnaden, mit ungehorsami meinen obren, mit unstätichayt an guotem fursacz, mit ubergen der häiligen gpott der kyrchen, wie ich mich *** verschult han, es sey 26 wissend oder vergessen, daz ist mir läid und rüwet mich von ganczem meinem herczzen und pitt mein frawen sant Mari und alle gottes häyligen und euch, priester, daz ir mir gnad und antlass meiner sünd umb got derwerben und nach disem leben die ewigen sälichhäit. Amen.

Do nu diss so gesprochen was,

Lastersak sprach: Triefnas,

Wiss, daz ist die peyicht gemäin, 10

Und wilt du peychten joch alläin

Deinem priester all dein sünd,

So tuo, sam ich dir han gechünt,

Und sag ym sünderleich da pey

Dein missetât und wie ym sey 15

Äigenleich mit ganczer rew

Und secz dir für mit rechter trew

Die puoss ze tuon an widerstellen

Und fürbas nicht mer sunden wellen.

Tuost daz alles sament nicht, 20

So wiss, dein peychten ist ein wicht;

Du wirst verschuldent gottes zorn

Und sam eins juden sel verlorn.

Dar umb, vil lieber junger mein,

Daz du vil säilich müssist sein! 25

Gedench vil eben, wie die welt

Ist geleich dem räysgezelt,

Daz man da ruchet alle tag

Noch ganz und sich bleiben mag.

Sey ist ein ellend ane laugen, 30

Dar umb scholl du dich ir glauben

Und trachten häym ze paradeis,

So pist du gerecht und dar zuo weis.

Gedench auch, wie die weltleich er

Wütet, sam daz wilde mer, 35

Auf und nider und hin und her

Und nimpt ein ausganch sam daz gswer.

Wo ist der weis her Salamon?

Mit seiner schoni Absolon?

Samson mit der grossen kraft? 40

Des hohen Alexanders macht?

Aristotel mit seinr list?

Seu sind verswunden sam ein mist

Und ist in nichcz auf erd beliben,

Dan ir namen ungeswigen; 26b

Daz hilft seu an den selen chlein,

Sein sey nicht an sunden räyn.

Dar umb, so acht des lobes nicht,

Daz dir zuo sälden chläin geschicht! 5

Gedench, daz got dich hat geschaffen

Ze einem menschen, nicht zum affen,

Ze christan, nicht ze einem häyden,

Ze einem gesunten und beschäiden.

Des scholt ym danchen fleissechleich, 10

Die weil du lepst auf ertreich,

Und hüten dich vor missetat.

Und sunderleich, daz ist mein rat,

Fleuch daz unrechtvertig guot,

Wan dir kain büsse wirser tuot 15

An deinem lesten ende,

Dann wider geben behende.

Gedenk auch, wie her komen ist

Unser herr Jhesu Crist

In eim so strengen orden! 20

Er ist zuo menschen worden

Und hat derlitten turst und hunger,

Frost im winter, hicz im sumer.

Er hat geprediget und gelert

Mit arbayt hie sein tag verzert. 25

Pluotes swaiss hat er geswizzet,

Won er sein marter vor hin wisst.

Er ist geschlagen und gevangen,

Genegelt, sam ein deup derhangen,

An dem chrücz ist er verdorben 30

Jämerleichen und derstorben.

Sich, daz was ym alles väil

Umb anders nicht, dann unser häil,

Won er den sünder von dem tod

Erlösen wolt mit sölher not. 35

Dar umb so bitt in sünderbar,

Daz er dich schirme durch daz jar

Und helfe so mit seiner begir,

Daz dicz nicht werd verlorn an dir.

Gedench zuo lesten, daz du pist 40

Nicht anders, dann ein fauler mist

An deinem leib, daz siehst du wol,

Won du pist gesmaks und ayters vol.

Dar umb so scholt nicht gar umb sust 26c

Dein schonen sel mit bosem lust

Ewencleichen gar verderben

Und sey irs schepfers reychs enterben.

Wiss, daz du von ertreich pist, 5

Ze ertreich wirst in chläiner frist.

Dar umb so acht pey gesunthäit,

Daz du ze sterben seist berait!

Won nichcz ist gewisser todes schlund,

Nichcz ungewisser seiner stund, 10

Er schleicht da her vil sicherleich,

Im ist der arm recht sam der reich,

Er lat sich uber niempt derparmen

Und schleicht den reichen sam den armen.

Wer mag sich dann vor ym behalten? 15

Er niempt die jungen mit den alten.

Im ist der chrump recht sam der schlet,

Es kumpt ym alles sampt recht.

Dein sel enphil, sam ich dir sag,

Nicht einem, der dich liebe hab 20

Durch leybes oder guotes wegen,

Sunder lass den deiner phlegen,

Der die seinen liebe hat.

Doch so ist der obrest rat:

Tuo wol pey dem leben dein, 25

Wilt du gottes chindel sein!

Do nu die red ein end gewan,

Fro Leugafruo her fürher kam

Und sprach: Ich han mir oft gehört,

Der den leib mit vasten stört, 30

Pey dem weleibt die sele nicht;

Dar umb so tuo, sam man da spricht:

Halt dich eben an dem leib,

Wilt, daz dir die sele beleib,

Und voll ze stunden, gelaub es mir, 35

Hast du muot ze weiben dir.

Dar umb, her Straub, ir seitz ein man,

Der der erczney so vil chan.

Sag dem jungen gancz und eben,

Waz ym guot sey zuo dem leben, 40

Daz er gesünt und frisch weleib,

Starch und gerürich lange zeit.

Straubel antwürt, sam ein gesell. 26d

Niemant reit sich gern in dhell,

Sprach er, wisst ich pin ein man,

Der sich nicht wol betragen chan,

Dann mit leuten ungesünten, 5

Mit geschlagnen und gewunten;

Dar umb tuon ich dir nicht enchunt,

Wie du scholt beleiben gesunt.

Die chunst die wurd mir gar enwicht

Und auch mein appentech zu nicht. 10

Bertschi sprach: Du pists ein knecht,

Dem der phenning füget recht.

Nu se hin, alter haller drei!

Und sag mir ganczleich, wie ym sey.

Da mit der arczt ze sinnen kam 15

Und huob sein taidinch also an:

Chain erczney die ward nie so guot,

Sam sich gehalten in der huot;

Vor ze wenich und ze vil

Die gsunthäyt masse haben wil. 20

Sünderleich scholt du geruochen

Dir ein guten luft ze suochen,

Der ym hab ein claren gestalt,

Nicht ze heisse, noch ze kalt;

Und ist der winde gar ze scharff, 25

Da wider man der klaider bdarff

Von seiden dick und wol gemacht,

Von leyn und pauwull manigslacht.

Der luft ist auch den schlaffen guot,

Dar umb der mensch vil unrecht tuot, 30

Der ym schlaffet an der stat,

Da kain luft hin komen mag.

Ob du aber wonent pist

Pey der erd, die temphich ist,

Daz büsse dir ze winterzeit 35

Mit clarem feur, daz hicze geit!

Des sumers so tuo auf die tür,

Daz die feuchteu kum hin für

Und der luft her wider in.

Dar zuo schol gesträuwet sein 40

Mit chraut die chamer sunder wol,

Daz nicht sey mösich, wassers vol. 27

Daz ander ist der gesünthait guot:

Die übung, die der mensch tuot.

Dar umb so wiss, daz gefüget speis

Wil einer haben, spricht der weis, 5

Der im chlainen arbait hat;

Hin wider umb man geit den rat,

Grosseu speis er haben wil,

Der sich da übt und arbayt vil.

So wiss auch, daz dir vor dem essen 10

Ist besser gangen, dan gesessen,

Und doch nicht auf die mudi gar,

Daz macht dich uberflussen bar.

Nach dem essen macht du sten

Oder dich enwenig dergen, 15

Daz ist dir guot ze aller frist,

Bis daz die speis geseczet ist.

Daz drit, daz die nataur wil haben,

Ist daz twahen und daz paden.

Hie so scholt du mercken pey, 20

Daz man da vindet zwayerlay

Peder nach der gmainen sag,

Swaysspad und auch wasserpad.

Swaysspad daz sey dir beräyt,

Hast du uberflüssichait 25

Zwüschen flaysch und auch der haut.

Wasserpad mit edelm chrawt,

Daz lawich sey und nicht ze hayss,

Macht dich schön und dar zuo fäyss.

Und halt dich allweg da pey warm, 30

Ist daz dich dein leib derparm.

In der wuchen ze dem mäysten

Einest scholt daz twahen läysten

Deinem haubt, so tuost du wol,

Und ze dem minsten tzwahen schol 35

Der mensch sein haubt an widersprecht

In einem mänat, daz ist recht.

Die fusse nach der lere mein

Schüllent oft geraingo sein

Mit lawen wasser sunder wol, 40

Und alles wäschen geschehen schol,

So der mensche nüchter ist. 27b

Des driten stuks beschaiden pist.

Zuom vierden mal scholt wissen daz,

Daz die speis dir fuget bas,

So der hunger mit dir vicht, 5

Dann dehayner andern gschicht.

Doch so fülle dich nicht satt,

Lasse der speis ein läreu stat

In dem magen umbe daz,

Daz er gedewen müg dest bas. 10

Wilt, daz dichs mas nicht werd gereuwen,

So solt dus wol und endleich keuwen.

Manich tracht dir laide schafft,

Es nimpt dir kraft und dar zuo macht.

Und wilt du ir geraten nicht, 15

So nim vil schier daz ander gericht

Auf daz erst an underlass.

In den essen hab die mass,

Das daz gröbist sey daz erst

Und daz zertist nim ze lest, 20

Es sey dann ops vil lind getan,

Daz schol man geben vor hin an,

Sam kerssen, feygen, weinper.

Nach dem tisch, so ist mein ler,

Daz man der herter frucht hertrag, 25

Die die speise truk hin ab,

Daz sind phersich, pyeren guot

Und anders, daz daz selbig tuot.

Chäs nach fläisch und nuss zuo fischen,

Geb man uns ze allen tischen. 30

Daz fünft ist, daz man haben muoss

Trinken zuo des turstes buoss.

Wiss, den rechten turst ich mäyn,

Der den gesuntten chumpt alläin

Nach dem essen und nicht vor 35

Von hicze in des magens tor.

Wie schol aver sein daz gtranch?

Trun mit fuoge, nit ze lang,

In dem sumer weiss und clar

Oder rosenleicht, nicht swar. 40

Des winters lat sich trinken bas

Starker wein und rot im glas,

Und ist er liepleich wol gesmak,

So fügt es recht in deinen sak. 27c

Gelaub auch, daz ein neuwer wein,

Der lauter ist und dar zuo vein,

Ist vil besser, dann der alt.

Sey dir dann der mag ze kalt, 5

So trink enwenk des morgens fruo

Hohen wein, daz ghört dar zuo!

Doch huet dich, wilt du gsunt sein,

Mit fleiss vor allem gmachten wein.

Des sechsten ist uns allen not, 10

Daz ist der schlaff, den uns gepott

Die nataur ze ruowen wol.

Doch pist du geäczet vol,

So volg dem schlaff nit sam ein vich,

Ob er joch chomen ist an dich. 15

Du scholtz mit kurczweil ubergen,

Sitzen, tretten oder sten,

Bis daz dich zur andern stund

Der schlaff begreiff, so ist gesunt

Ze schlaffen, ruwechleichen gar, 20

Bis daz dein aug werd schlaffrens bar.

Dar nach tracht dir auf ze sten,

Ze dem stuole dich zdergen!

Lâss daz wasser von dir rinnen!

Huostens scholt du auch beginnen. 25

Rüspel ser und wasch dich drat!

Wirff aus allen unflat!

Strayl dirs haubt und chrecz die pain,

Dar zuo mach die oren rayn!

Ob dir aver pey dem tag 30

Voll des sumers schlaffens bhag,

So leg dich nider sorgen frey,

Da es aller frischest sey

Und dar zuo vinster, sam die nacht,

Ungeschucht und wol bedacht! 35

Dar zuo schol man wissen daz:

Daz haubt schol sein gedeket bas

In dem schlaff, dann in dem wachen.

So schol man sich des ersten machen

Nur auf die rechten seiten; 40

So lobt man dhaine zeiten

Ze schlaffen auf dem ruggen, so

Hangt daz haubet in daz stro.

Auf dem pauch mag einr geligen,

Ist ym der magen chalt gedigen. 27d

Daz sibend, daz dir füget wol,

Ist ein hercz mit fröden vol,

Da leit der gsunthäit gar vil an.

Dar umb so schol ein iecleich man 5

Sich hüten gar vor ungemuot

Und zorn, der ym daz pluot verpruot.

Unmuot dert, der zorn derpert

Und machent fläisch und pain ze hert.

Doch ist klainer zorn wol guot, 10

So er dem man derkükt daz pluot.

Daz feur kümpt auch zuo disem eben,

Won es geyt fröd und steurt daz leben.

Doch so ker dich gen ym nicht!

Es ist zum antlücz gar ein wicht. 15

Und wirst du gar von ym ze warm,

Es macht dich an den chreften arm.

Ze lesten wiss daz eins von mir!

Waz der man von herczen gir

Gerne singt, daz ist sein gesank, 20

Lustleich trinkt, daz ist sein gtrank,

Willkleich isst, daz ist sein speis;

Dar umb so saget uns der weis,

Wollust und gewonhait

Falschent kunst und gerethikäit 25

Und verkerent die nataur,

Daz auss dem edeln wirt ein gpaur,

Ein gepaur der wirt ein edelman,

Der sich dar nach gewenen chan.

Richteinschand die merket eben, 30

Daz Straub ym wolt ein ende geben,

Und sprach: Noch han ich nichcz vernomen,

Dann daz ein münche mocht gefromen.

Der chnecht wil unser muomen haben

Und sich mit diser welt betragen, 35

Dar umb so ziment seiner jugent

Guot gepard und ander tugend.

Ubelgsmach des nam sich an

Und sprach: Ein uberweiser man

Der spricht, er künn ein faulen schlehen 40

Und lat sich pitten und auch flehen

Umb ein wörtel oder zway.

Des aht ich alles nicht ein äy 28

Und sag dir, sam ich mich versich.

Der bessere kün, der trett für mich.

Lern und hörr, was ich chan singen!

Tugend ist vor allen dingen. 5

Niemant sälig wesen mag,

Ane tugent, ist mein sag.

So geyt alläyn dem adel chraft,

Den sein tugend edel macht.

So wil sey anders von dir nicht, 10

Dann guoten willen, sam sey spricht;

Won der ym gerne tugend schaft,

Der ist yeso tugenthaft.

Doch scheint sey an dem reichen bas,

Won ein sprüchwort saget daz, 15

Dem der seckel steket vol,

Den hört man gern und gelaubt ym wol.

Dannocht hab dir daz von mir:

Hast du tugend vil in dir,

Und ist dir joch der pautel lär, 20

Er wirt dir vol und dar zuo swär.

Hie so scholt du wissen pey,

Waz die obrest tugend sey.

Sich, es ist ein muoter alt

Von tag ze tag ye bas gestalt; 25

Tochtren hat sey schoner vier.

Merch, die nemn ich dir so schier.

Die erste die haisset die weishäyt,

Die ander ist die gerechtikait,

Die sterke und die massichäit 30

Sein dir auch für zwo geräit.

Nu dar gedenk, wie gar behend

Sind die hohen tugend gnempt!

Daz frümpt dir dannocht alz ein wicht

Hörst ir gpott und lere nicht, 35

So get dir hören nit ze handen

Und daz lesen unverstanden.

Waz hulfft dann daz funden golt,

Ob man es nicht behalten wolt?

Dar umb, mein lieber sun, vil gern, 40

Was die tugend singin, lern!

Hörr und merk und behalt ir gepot

Ir ler dar zuo an allen spot! 28b

Daz sag ich nach enander dir

Und wiss des ersten daz von mir:

Die weisshait ist ein erczetugent

Und leret uns mit ir vermugent 5

Derkennen, was ist bös und guot,

Daz kain andreu tugent tuot.

Sey ist die erst nach rechter sag,

Won niemant tugend gehaben mag

An die weisshäit, gelaub es mir! 10

Dar zuo so wil ich sagen dir:

Die weisshäit macht ein täyl geleich

Des menschen got von hymelreich,

Vil me, dann ander tugent zwo.

Dar zuo so spricht die ler also: 15

Her Salomon ym ausderwelt

Hat die weishäit und gezelt

Für reichen schacz und langes leben.

Dar umb so hat ym got gegeben

Mit der weishait alles guot, 20

Won daz volget weisem muot.

Bey der swar verkauft man swein,

Den menschen nach den wizzen sein.

Hier nach scholt du wissen schier,

Die weishäit hat der diernen vier: 25

Die erst gedenknüss ist genant,

Peu der gepeut sey dir ze hant

Vier gepott, die scholt du behalten,

Von in nimer dich geschalten.

Daz ist, du scholt gedenchen eben 30

An der bösen menschen leben,

Wie hart es oft geendet hat,

Und hüten dich vor missetat.

Gedenk hin wider an daz leben,

Daz den guoten ist gegeben, 35

Wie es mit sälden nimpt ein ende,

Und dich ze rainen werken wende!

Gedenk, waz man dir schuldik sey!

Gedenk auch, waz du scholt da pey,

Daz du gehaben mügst daz dein, 40

Dem andern geben auch daz sein.

Die ander haisset versichtikait.

Pey der gepott sei dir beräit

Viereu, die man lernen schol

Und den zuo volgen sunder wol. 28c

Daz ist besich, wer ist der man,

Der mit dir wil ze schaffen han,

Daz dir nicht geschech sam den gemäyn,

Die chaffent pech für augstain. 5

Besich ein dinch, daz dich an trift,

Von welher sach es sey gestift,

Waz auch dar us müg werden,

Wilt du bhentkleich nit verderben.

Besich, an welher stat du gest, 10

Ligest, siczest oder stest!

Und wo die schelke habent gewalt,

Da lass dich selten werden alt!

Besich, in welhem zeit du pist,

Dar zuo, wie daz weter ist, 15

Daz du deinen mantel gswind

Mugest keren gen dem wind!

Die dritte diern die haisset die List,

Pey der dir auch gepotten ist,

Daz du vernemist diseu viereu 20

Und auch verpringist also schiere.

Daz ist, geleich dich einem man,

Der dir mit worten gleysnen chan!

Hie pey merke und derkenn,

Wie man list mit listen tenn. 25

Dar zuo so dank betrogenleich

Einem, der unwillechleich

Gâbet dir und dienet wol,

So hat er das er haben schol.

Hier nach, hast du müssen sweren 30

Eim ze tröschen und ze eren,

So scholt du ym den naken peren,

Wilt du dich mit listen neren.

Dannocht uns die weisen sagend:

Wo die toren bessers habend, 35

Da scholt du dich ze narren machen

Listechleich an allen sachen.

Die vierde ist der lere fund,

Bey der gepeut man dir ze stund

Viereu, die dir chomend wol. 40

Wil du lernen, sam man schol;

Daz ist, du scholt dich dunken arm

An der chünst, sam ein lärer darm;

Und an der ler derzaig dich reich! 28d

So tuost eim weisen mäister geleich.

Lerr den junger nach dem sin

Mit rechter lieb, daz ist sein gewin.

Nach der sterki hebe den tramen, 5

Nach dem ertreich säy den samen!

Wilt du haben schuoler gunst,

So ler die aller besten chunst

Mit kurczer weis, der scholt du phlegen,

Und lass daz ander under wegen! 10

Schol die lere sein gemäin,

So bis mit deinem leben gezäin!

Wan des ler uns gar verdreust,

Der sich mit seiner zungen scheust.

Die gerechtikait ein tugent ist, 15

Die dich lert ze aller frist,

Wie du niemant schaden scholt

An leib, an er, noch an dem golt,

Sünder iedem scholt du eben

Daz sein vil willechleichen geben. 20

Die tugend schacz man für die grosten

In got von hymelrcich dem höchsten

Richter, der mit seinem gewalt

Die gerechtikait vor allen bhalt.

Wer möcht dann auf erd geleben, 25

War die rechtikait nicht geben?

Nu chondin rauber nicht beleiben,

Ir zeyt mit gesellschaft stacz verstreiben,

Hieltins unter enander nicht

Dacz geseczt, daz zwüschen in geschicht. 30

Die hat der dienerinen zehen,

Die wirst du nach enander sehen

Iecleichen besunder schiere,

Mit ir gepotten, der sein viereu.

Es sint die strengen und die gnad, 35

Die warhait und die eregabe,

Frid und minn mit freuntschaft,

Gehorsam, treuw unschadhaft.

Pey der strengeu gepeut man dir,

Daz du scholt legen dein begir, 40

Die bösen leut ze nöten

Mit stumbeln und mit töten, 29

Haubt gen haubt und fuoss gen fuoss.

Sich daz ist die rechtisch puoss.

Der frömdes guot mit gewalte hat,

Das schaff hin wider also drat 5

Mit allen nüczen, die man gnomen

Hat und mochten da von chomen.

Also scholt du an gesigen

Einem, hat er umb getriben

Den andern pöschleich an dem gricht 10

An aller zerung, die da geschicht.

Wil auch der man ungehorsam sein,

So gib ym nur die selben pein,

Die er aller maiste fürcht

Und voll hat ers vil oft verwürcht. 15

Pey der gnad man dir gepeut,

Hörr, wie eben sey dirs beteut!

Käin urtäil schol gevallen dir,

Die nicht enhât derbarmd in ir.

Ist die sach verworren gar, 20

So volg nicht böser juden schar,

Sunder ker dich auf daz best

Und auf daz gnädigost ze lest!

Hier zuo scholt du dich derparmen

Uber wittwen und die armen, 25

Uber wäysen, gäystleich leut

Und uber getruwer wirker heut.

Dennocht macht genade tuon,

Umb frid ze haben oder suon

Einem, der joch schuldig wär, 30

Ist er an der macht ze swär.

Pey der warhait gepeut men eben,

Daz du durch kainer sach wegen

Leugen scholt, geselle, sich,

Wilt du vor sünden hüten dich. 35

Wer sich leugens nit kan mâssen,

Den scholt du niemer sweren lassen,

Won der die zungen felschen wil,

Der acht des äides auch nicht vil.

Huet dich vor lugner her, 40

Wilt behalten guot und er,

Won kain flaisch ward nie so böse,

Sam die liegent zung die löse.

Hast du yemant ichcz versprochen, 29b

Daz scholt du läisten ungeprochen,

Er wärr dann, daz er an dir bräch,

Oder daz mit sünden geschäch.

Bey der ergab wil sey daz, 5

Daz du scholt eben wissen, was

Du gebist, warum und auch wem.

Es sey disem oder dem.

Gib daz dine und anders nicht,

Wan die warhäit also spricht: 10

Got der wil nicht opher haben

Mit des andern menschen schaden.

Gib auch freileich, will du geben,

Und lâss verziehen unterwegen!

Won geist du schier, so geist du zwier. 15

Pleybts pey dir, so nimpst es mir.

Lâss dich auch vil wench betragen,

Gâb ze geben wider gâben!

Niemant lâss dich uberwinden,

Es sey mit gaben oder schinden. 20

Pey dem frid man dir gepeut,

Daz du nicht hassen scholt die leut,

Won wo nicht frid ist in dem haus,

Da hat man got vertriben aus.

Wilt du han frid gen iedem man, 25

So tuo sam einer hat getan,

Der danket allem guot ze stett

Und swäig, so man ym ubel tett.

Wilt du stäts mit fride sein,

Bsunder mit den gesellen dein, 30

Emphilch ym wenig deiner sach,

Noch ste mit ym unter einem tach!

Wilt du krieg zuo fride machen,

So wiss, daz du in allen sachen

Scholt vil süsser red phlegen. 35

Daz fügt sich zuo dem suon vil eben.

Pey rechter minn ist dir gepotten,

Daz du niemants wellist spotten,

Anders swer ich dir pey gott,

Sicherleich du wirst ze spott. 40

Wilt du wesen lieb gehabt,

So tuo, sam uns die lere sagt,

Und halt in ganczer lieb die leut! 29c

Horr, was sey dir me gepeut!

Wilt du haben paradeis

Auf diser erd an helleweis,

So tracht, daz du dein eleich weib 5

Habist lieb, sam deinen leyb!

Hab auch liebe zuo andern dingen,

Wilt, daz seu dir sälde bringen;

Won kain sach die macht dich frey,

Hast nicht liebeu minn da pey. 10

Pey der freüntschaft daz vernim!

Du scholt den freunt zuo deinem gwin

Versuochen lang, der weise spricht.

Den bewärtten halt und lass in nicht!

Dem freuntleichen tuo wol auf erd, 15

Daz er dest freuntleicher dir werd!

Dem veint dem scholt int ubel tuon

Umb freuntschaft und umb lieben suon.

Hilf dem freunt ze aller frist

Ungerüft, so ym gebrist. 20

Der sein mag gehaben rât,

Dem hilf, so er dich gepetten hat.

Tuo dem freunt und iedem man,

Das du von ym begerest han,

Und mâss dich des, des seu bevilt, 25

Noch du von ynen nit haben wilt.

Pey der gehorsam schreibt man dir,

Daz du scholt volgen mit begir

Deinem herren, wer er sey,

An guoten gepotten sünden frey. 30

Deinen eltern und ierm rat

Scholt du volgen fruo und spât,

Ob seu treuleich mäynent dich

Und auch die sach wol füget sich.

Deinen mayster volg noch mer, 35

Dan dir selber, an der ler,

An gpott und allen dingen,

Wilt du nach eren ringen.

Dannocht wilt du sein gerecht,

Volg der dirnen, horr den knecht, 40

Bis gehorsam einem chind

An sachen, die dir nuczze sind!

Pey der trew man ruofft dich an:

Bis getrew, o werder man!

Die treuw ein schlussel ist der er. 45

Wer den verleust, der taugt nit mer.

Der würffel der ist gar enwicht 29d

Und hat der treuwen in im nicht.

Dar umb so spil nicht, so es gilt,

Mit dem du treuwe halten wilt.

Hat dir einr seyn haimlichäit 5

Auf getan und für gelayt,

Daz scholt du behalten sunder taugen

Mit ganczen treuwen, sam dein augen.

Doch scholt du getrauwen swach

Einem in vil grosser sach, 10

Hâst du noch nicht mit ym gessen

Ein vierding salcz wol aufgemessen.

Pey der unschad man dich mant,

Daz du dir selber nicht tügist ant.

Bis auch niemant anderm swär! 15

Das macht dich werd und dar zuo mär.

Wilt du sein unschadleich gar,

So hüt dich vor der schedleich schar,

Daz ist vor dienern andern dingen,

Die den schaden mugen bringen! 20

Ner din leben und din guot,

Halt dine ere mit rechter huot!

Gesigest joch den veinten an,

Dannocht pist kain schädleich man.

Pist du richter, hast den gewalt, 25

Hörr den andern täil vil bald!

Richt nach recht, daz ist mein rat,

Niemant dich für schedleich hat.

Die sterkeu nimpt man zwivaltkleich,

Die erste macht dye liibe reich, 30

Die schol man schäczen für kein tugend,

Wan oft ein schak hat die vermugend;

Die ander verstnet gar den muot,

Seu ist ein zarteu tugent guot

Und weist uns ubergen mit kraft 35

Alle böshayt ungeschlacht.

Die ist die vordrest und die best

An edelchäyt mit ganczer vest;

Won wer ir nit enwil gewalten,

Der mag die andern wench behalten, 40

Und hat fünf mägettein gemäyt.

Daz erst daz ist die Sicherhäyt,

Die ander haisset hoher Muot,

Die dritt daz Gedinge guot,

Der fünften spricht man Gedultikäyt, 45

Die vierd die ist genennet Stät. 30

Die erste chümpt und spricht zuo dir:

Fürchst dir, daz scholt sagen mir.

Sprichst du, das scholt sagen mir!

Sprichst du: Ja, ich pin in sorgen, 5

Ich köm ze armuot bis auf morgen.

Des antwürt sey dir ane zorn:

Ich wolt, du hietst da mit verlorn

Die geytikayt, die dich da reyt,

So warist reich ze aller zeit. 10

Fürchst du hinderred, so sprichcz!

Tuo daz best und besorg dein nichs!

Die bösen valscheu märe sagend

Und nicht, daz wir verdienet habent.

Besorgest aver siechtagen, 15

Dar zuo kans ein anders sagen.

Der siechtuom mag nit ewenchleich

Pey dir gesein und du geleich.

Fürchst den tod, so bist ein chind,

Spricht sey zuo dir gar geswind. 20

Er ist kain schand, so muost auch sterben.

Niemant mag sein ubrig werden.

Die ander get her muotes fro

Und spricht: Mein fraw die wil also.

Ze grossen dingen scholt dich piegen, 25

Won chäin adler vahet fliegen.

Streit vil e umb die gemäin,

Dan du vechtist umb dich äyn!

Gemäiner nucz der get hin für,

Äyniger beleibet pey der tür. 30

Hast ein hercz mit hohem muot,

Der peut den leuten er und guot;

Und ob man dein nicht athen wil,

Schlach hintnan auf und sorg nit vil!

Pist ein man, du scholt nit fliehen, 35

Es sey dann daz du fuder ziehen

Müssist in so grosser not,

Daz beleiben war dein tod.

Die dritt die saumpt sich auch nit lang,

Sey vert gen dir mit irem gesang; 40

Daz spricht: Hab trost in deinem muot! 30b

Daz ist dir zuo dem leben guot.

Verzag nicht, held, daz ist mein rât,

Wie oft ein man verloren hât

All sein hab in einem spil 5

Und darnach gewinnen zwir alz vil.

Hab geding und lâss es nicht,

Ob dir joch niemer guot geschicht;

Won oft ein Swâb der nimpt sein end

Mit guotem trost, der smerczen went. 10

Sünderleichen hab geding,

Ob dich der wind mit regen zwing,

Und kumpt der sunnen schein entzwischen,

So macht die fröd mit sorgen mischen.

Die vierd beräyt sich auf die vart 15

In blâwen gewand, ir red ist zart

Und spricht: In deinem gedenchen

Huet dich vor willwenchen,

Bis in endvarwe stät

In fraden und in herczeläid. 20

Mit dem ersten dich nicht weg,

Noch dich pey dem andern leg!

Ein recht daz hat die stäytichayt,

Daz du scholt ze tuon sein berait.

Pleib nit pey den bösen dingen! 25

Von gutten lâss dich niemant pringen!

Doch so war nicht ungezäm,

Ob ein man daz besser näm

Und liess daz guot, da ers hiet funden,

Er sey dann anders dar zuo gpunden. 30

Die fünft nicht lat, sey chöm zuo dir

Und pring der seken vier mit ir,

Die iedem sunder fugent wol,

Der ze hof beleiben schol.

Der erste sak schol chlaider haben, 35

Die scholt du sauberleichen tragen,

Won pist reich mit deiner wat,

Dest bas man dich in eren hat.

Der ander sak ist phenning vol,

Der kümpt dir sunderleichen wol, 40

Er schafft dir freunt und dar zuo gsellen,

Niemant tar dir wider stellen. 30c

Der dritte sak ist gtinstikait,

Der ist dir auch dar zuo bereit,

Daz du dich freileich machist her,

Nicht sam ein plauger winterper. 5

Des leste sak ist gedultichayt,

Der all dein leiden ubertrayt

An peyten, vasten und an wachen,

An sweigen und an andern sachen.

Ze stett do sprach fro Richteinschand: 10

Ich merch, ir seicz ze hof bekant,

Dar umb ich euwer wirdi pitt,

Lert in hofzucht auch da mit!

Des antwürt Lastersak vil drat:

Begert er daz, so ist mein rat, 15

Daz er sich selb ze hofe mach,

Da lernt er zucht an maniger sach.

Pey hünren lernt man gachczgen,

Pey sweinen seuwisch smaczgen;

Doch so spricht man oft und vil: 20

Wer ein hofman werden wil,

Der hab einn pauren in dem sinn,

Und wes der gepäurischen beginn,

So tuo daz widerwartich schier,

Des wirt er hofleich und gezier. 25

Also mag ich Bertschin sagin,

Wil er sich nach züchten haben,

Daz mug er lernen, sam man spricht,

Bey seyner hochzeit, ob sey geschicht.

Hie mit ker ich mein vermugend 30

Hin wider ze der lesten tugend,

Die ist die mässichait genant,

Mangem herczen underkant,

Won selten yemant phligt der mâss

Stäticleich an underlâss. 35

Dar umb so wiss, wann yedeu syt

Vor und hintnan alle zeit

Verwürchet ist mit bösen sitten,

So leit die mässichäyt enmitten.

Des nim ein beyschaft ander vart! 40

Hie ist der gouder, dort der karg;

Der gouder ist ein sölich man,

Der nichcz nit ym behalten kan;

Der karg verpirgt es alles sampt 30d

Und mag nicht geben aus der hand.

Die habend payde böseu weis,

Dar umb so trayt der milt den preis,

Der lebt nach mittlen mâssen 5

An haben und an lassen,

Daz ist, er geyt hin, daz er schol,

Und behalt daz überig wol.

Dar zuo wisst, daz mässichait

Ist ein tugend so gemäyt, 10

Daz niemant sey verlassen schol

Durch ander sach, so tuot er wol.

Sey hât der zarten junchfrawen

Drey und ein, die scholt du schawen,

Daz ist die demuot, gottes chläyt, 15

Schamung, gefuorung, cheuschäyt,

Pey den wirst du ieso sehen

Punden wol auf sechszehen,

Was die erste sagen well.

Daz merk vil eben, lieber gesell! 20

Sey spricht: Wilt du han den preis

Für ander gar gezellet weis,

So wil ich dich des einen beschayden,

Du muost dich diemütich derzäigen.

Wilt du chomen an gewalt, 25

Hab ein dyemütigen gestalt!

Won der sich höcht, der kumet nider,

Und der sich nidert, der get wider.

Wilt du, daz man dein nicht spott,

So hörr die andern zway gepott! 30

Wiss, du scholt dich selten

Loben oder schelten!

Bis auch nicht ze dyemütig,

Daz dir der narr nicht an gesig!

Was wil die schamung haissen dich? 35

Do spricht sey, sam ich mich versich:

Scham dich aller missetat,

Wilt du nicht schand, daz ist mein rat.

Schame dich auch andrer vart,

Die nicht gar erleich sey von art! 40

Won der sich nit kan haben inn,

Der ist ein tor in meinem sin.

Schämich mach auch deineü kinder, 31

Daz seu nicht leben, sam die rinder,

Wan man oft des kindes schand

Zelt dem vatter in die hand.

Doch so wiss, ein weiser man, 5

Der mächtig ist und alt getan,

Schol nicht gar ze schamig sein,

Daz er ze kindisch nicht enschein.

Was kan die dritte dir derzaigen?

Des lâss dich auch von mir beschaiden! 10

Hörr, du scholt gefuggig sein

An haus und an den chläydern dein!

Bis gefürig an der kost,

An dem wein und an dem most!

Won daz uberig schaden tüt 15

An sel und an leib und an dem guot.

Pist du eines erbern sins,

So lâss dich benügen kleines gwins!

Chläiner gwin ist got mär,

Den grossen suochent wuchrer. 20

Doch so macht du vil wol haben

Grosses guot pey deinen tagen,

Kumpt es alz von rechtem gwin

Und hilfft den armen auch mit ym.

Was singt uns dann die keuschait? 25

Anders nichcz, wenn daz ein mayt

Schol keusche sein mit iren augen,

Wil sie sich böser gdenken gelauben.

Sey schol auch keusch sein an gedenken,

Wil sey mit werchen sich nit krenken. 30

Minner werch schol sey nicht kiesen,

Wil sey daz krenczel nicht verliesen.

Dennocht ist ein mensche keusch,

Treybt es ander käyn geteusch,

Dann allaine bey der ee. 35

Da mit so sag ich dir nicht me.

Syertdazland die was behend.

Mich duncht, der rede sey ein end,

Sprach sey, noch ist eins beliben

Da hintnan nit gar wol verswigen, 40

Und daz einer muoss halt künnen,

Dem wir unser muomen günnen,

Daz ist, hort mich all geleich,

Haus ze haben wiczechleich. 31b

Waz hilf daz weibe, daz ir man

Ausrenthalb joch gar vil kan

Und ein narr ist in dem haus?

Dar umb sagt ym es gar her aus, 5

Was ym nucz sey zuo dem leben,

Wellen wir ym Mäczen geben.

Daz was auf Säychinkruog geredt,

Wenn die andern sprachen zstett:

Dicz kan niemand also wol, 10

Sam Härtel hausgeschäftes vol.

Er hat wol sechczig jar und me

Haus gehaltlen pey der ee.

Säychinkruog in antwürt do

Vil zuchticleich und sprach also: 15

Es wisst wol, sam ich wissent pin,

Alz manich haubt, alz manger sin;

Dar umb so hat such iecleich haus

Seinen sitten, seinen saus.

Also lerts sich selber wol, 20

Wie einr sein haus bewaren schol.

So ist des menschen gemuot so blind.

Wes er sich für wars versint,

Daz get ym oft nach stelczer fuoss,

Dar umb ich in nicht leren muoss. 25

Fro Siertdazland hin widerumb

Sprach: Euch ist daz maul ze chrumb.

Secht ir nicht, daz alles spil

Chünst und wicze haben wil?

Oft chan einr für ander ächt 30

Springen, tanczen, mäczigschäft.

So muoss man lernen scheiter spalten,

Daz lichter ist dann haus ze halten.

Was täutest dann von stelczer päin?

Waisst nicht, daz man spricht gemäyn: 35

Hilf dir selb, so hilft dir got?

Mich dunkt, du redist aus eim spott.

Der nicht wolt lernen für sich sehen,

Dem wurd ze geleicher weis geschehen,

Sam der fleugen gsach hie vor 40

Pey der weisen ämbess tor,

Die von hunger muosset vasten,

Do hiet die ämbess vollen casten.

Dar umb so sagt dem guoten gesellen, 31c

Wie er sein hause schül bestellen;

Daz chumpt ym recht und ist sein fuog.

Do sprach Härtel Saichinkruog:

Wol an, daz sey! So ler ich dich 5

Daz besten, so ich mich versich.

Wilt du halten haus mit eren,

Das scholt des ersten so an keren

Ze tragen in der täschen tracht

Ein ander haus von silber gmacht, 10

Daz du dir chauffen mügest so

Häw und fuoter, dar zuo stro,

Wein und korn und holcz da mit,

Hirs und kraut, daz ist der sitt,

Bonen, ärwess, gersten, smalcz, 15

Lynsen, fläysch ze terren, salcz,

Hausgeschier und bettgewand,

Käs und ops und manger hand

Yecleichs pey den seinen zeiten,

Daz ist dir nücz ze allen seiten. 20

Und chauff daz best mit ganczer treuw,

Wilt du, daz es dich nicht geruw,

Hochzeit und daz tägleich laden

Hat ein er und zwen schaden.

Mit gesten nicht dez dein verzer, 25

Wilt du behalten guot und er.

An pheyffern und an chläynet,

Sam es die lere mäynet

Zerung umb die ritterschaft,

Wiss, die ist vil erhaft. 30

Sunderleich lass dich herparmen

Uber deinen freunt vil armen!

Pauw nicht heuser durch den tod,

Dich zwingi dann die starke not,

Won gemachtez haus, gescribens buoch, 35

Beschlaffens weib, versnitten tuoch,

Dar zuo hefen alter plunder,

So wolfeil sind, es ist ein wunder.

Triefens tach man bessern mag,

Schadli wager dann ein schad. 40

Erber gwand und nicht ze reich,

Wiss, daz ist gar lobeleich,

Ist sauber, nicht beschissen,

Wol vernäyt, noch so zerrissen, 31d

Und daz gewönleich sey der zeit.

Neuwer sitt die narren reyt.

Hünren geschräy und gensen gsanch

Hörr vil gern, des gwinst du danch. 5

Dein hund daz sey ein rud vil guot,

Der dir daz dein beschirm mit huot.

Cost ist guot umb kinder ler,

Mit haymsteur auch daz dein verzer.

Taylst den armen mit dein hab, 10

Daz volgt dir nach bis in dein grab.

Doch besich in deinem sin,

Daz dir vil grösser sey der gwin,

Dann die zerung alle tag;

Won ein geschicht dir chomen mag, 15

Die dir zucht in einem zeiten

Deinen gwin von langen zeiten.

Wie man aver gewinnen schol,

Bewaren sich vor schaden wol,

Daz sag ich dir vil recht her aus. 20

Bis du herr in deinem haus!

Wiss, und träyt dein weib die pruoch,

Sey wirt dein hagel und dein fluoch

Wider got und sein gepott;

Hier zuo wirst der leuten spott. 25

Dar umb so sicz ir auf dem nak

Und halt sey sam den fuchs im sak!

Schaff, daz sey behalt vil eben

Was ir in die hend wirt geben.

Schaff auch mit ir so ze stett, 30

Daz sey kuchi, visch und pett

Schon beräyt und sauber halt,

Wol sey pey dir werden alt.

Häiss sey fürben, näyn und spinnen,

Melchen, saugen, wilt du gwinnen! 35

Lass sey selten müssig gen!

Daz selbig scholt du auch versten

Von deinen tochtren so ze hant.

Und ist es inen underchant,

So tracht, daz sey es lernin schier 40

Tag und nacht für ander vier.

Won was dein weib dir kunnen schol,

Daz fügt eim andern auch vil wol. 32

Dem suon emphilh daz stäbli nicht,

Sam lieb sant Bernhart spricht.

Ler in drat nach deiner macht

Hantwerch oder chauffmanschaft 5

Und die gschrift vor allen dingen,

Wilt du in ze selden pringen.

Mag er pey dir nicht werden teur,

So schik in aus, daz ist sein steur.

Hast du knecht in deiner huot, 10

Vertrag ir kainem ubermuot!

Getrauw dem geleichsner auch nit wol!

Merk, ein diener wesen schol

Ghorsam, getreuw, beleypleich,

Cheusch und gdultig, nit gar reich, 15

Sinnig, endlich ane chlagen;

So schol er auch ein herren haben,

Der erber sey und geb genuog,

Doch grober speis, daz ist sein fuog,

Und der ym seinen lon mit macht 20

Nichzen vorhab uber nacht.

Dar umb bezal und mach seu vol

Und tracht, daz seus verdienen wol.

Und wilt du haben sicher gewin,

So ste vil fruo auf sampt mit in 25

Und sich auch selber zuo dem vich,

Wilt du nit reichen hinter sich.

Waisst nicht noch, daz ich da wäiss,

Dein selbers aug daz vich macht fäiss.

Pist aber faul in deiner sach, 30

Dein gesind ym schaffet auch gmach

Und gedeycht, daz wirser ist,

In bös gedench ze kurczer frist.

So du dich von dem hause trabest,

Bedench, waz du ze schaffen habest. 35

Kümst du wider in dein haus,

Besich, was dir sey genumen draus.

Und hat sich nicht gemert dein chorn,

So wiss, du hast den tag verlorn.

Sein dein nachgepauren guot, 40

Des fröwe dich in deinem muot!

Tu in dienst nach deiner macht,

So bstet dein haus in langer kraft. 32b

Wilt du wein und korn verkauffen,

So scholt zuo in des ersten lauffen

Und geben bäss, dann andern leuten.

Dar zuo wil ich dir beteuten, 5

Gib auch deinen veinten hin

Ze dem teursten, daz ist gewin.

Und pist gerochen an daz pluot,

Daz ist ein râch vor allen guot.

Wilt verkauffen huoben täyl 10

Oder kauffen, ist es väyl,

So huot dich vor eim gemainen man,

Der reicher ist und mer kan,

Oder nicht gar erber sey,

Wilt du wesen sorgenfrey. 15

Doch so sag ich dir besunder:

Besser ist dir zleiden hunger,

Dann zferchauffen deyneu hab.

Dennoch besser ist noch sag,

Ein täil des erbes geben dar, 20

Dann dem wuochrer seczen gar.

Leich nicht gern, du sechst dann, wem.

Entlehen ungever vil von dem,

Won wer sich leyhens trosten wil,

Der jo verdirbt mit schanden vil. 25

Hie pey macht du sehen wol,

Wie gern man wider gelten schol.

Dar umb wilt du der wiczen phlegen,

So tuo dein geschäft pey gesuntem leben,

Daz du daz schuldig mügest schaffen 30

Deinem gültern vor den phaffen,

Deynen dienern auch gedanchen,

Des vergessent oft die kranchen.

Lâss deim weib, daz sey schol haben!

Dar zuo scholt ir freuntleich sagen, 35

Ob gott geputte uber dich,

Daz sey mit eren halte sich

Und daz sie durch der kinder wegen

Durch andâcht und umb besser leben

Geruoch zbeleiben ân ein chan, 40

Müg sey mannes wesen an.

Doch scholt du sie des nicht zwingen

Mit sweren, geld, noch andern dingen;

Won besser ist ein wirt mit recht 32c

Dem weib, dann herr oder knecht.

Hilf auch bas und gar geswind

Der tochter und dem chlainen chind,

Dann denn gesuntten starken knaben, 5

Die sich selber mugent betragen!

Ze lesten rat de suonen dein,

Ob seu kauffleut wellent sein,

Daz seu sich täyllin unter in,

So stellends dester bas nach gwin. 10

Schullens wesen hantwerchgsellen,

So lâss seu tuon nach irem wellen!

Trachtend seu nach müssig gen,

So haiss seu pey ein ander sten

Ungetäylt, daz ist in guot; 15

Won iedes haubt daz wil seinn huot,

Yeleich haus daz wil sein feur.

*** Nicht mer so sag ich dir ze steur.

Do nu der ler ein end ward,

Friczo der sprach an der vart: 20

Nu dar, herr Perchtolt, hörst du das?

Wilt es tuon und dannocht bas?

Das sag uns auf die treuwe dein!

So gib ich dir die tochter mein.

** Triefnass andacht die was gross 25

Gen seines lieben Mäczleins schoss

Und tett recht sam fuchs Raynhart,

Der umb die faissen hennen warb,

Und verhiess pey seinem äid,

Zu allen dingen sein beräyt, 30

Die ein fromer weiser knecht

Läysten scholt und tuon von recht.

*** Da mit so wurden so behent

Zwo der besten hin gesent

In die küchi aus dem rât 35

Umb die praut, die eylten drât

Und kament ze den selben stunden

An die stat, da seu sey funden,

Und sprachent: Wiss, wir schullen han

Daz pettenprot, du hast einn man. 40

Des was fro Mäczli sunder fro.

Wer ist der dann? sprach seu do.

Daz ist trun Pertschi Triefnass,

Der dein selten ye vergass. 32d

Was Mäczel vor hin fro gewesen,

** Von fröden mocht sey kaum genesen,

In ammacht viel sey yeso nider,

Des hulffend ir die andern wider 5

Und machten sey vil schön da her

Mit salben von Capponer smer,

Mit pürsten und auf machen,

Sam sitt ist ze den sachen.

*** Da mit so fuorten seis da hin. 10

Des sprach fro Mäczel so zuo in:

Ich waiss nicht, wie ich geparen schol.

** Die ein die sagt: Ich ler dich wol.

So man dir hevet also an:

Wilt du Pertschin ze dem man? 15

So scholt du dich des ersten weren

Enwench, daz stet dir wol ze eren.

*** Do seu nu zuo den andern chamen,

Hort in gottes namen, amen,

Sprach Ochsenchropf, hie schol geschehen 20

Ein ee, des schölt es mir verjehen,

Sag an, Pertholt, pey deiner treuw,

Got woll, daz es dich nicht geruw!

Wilt du Mäczen zuo der ee?

Bertschin dem was also we 25

Von fröden in dem herczen geschehen,

Do er sey hiet komen sehen,

Dar zuo was er ungewan

Ze einer sach also getan,

Daz ym die härel giengen zeperg; 30

Wie chaum bestuond er auf der erd

Und mocht recht gesprechen: Ja!

Dar umb so was sein antwurt gra.

Des ward do nicht geachtet so.

Zuo Mäczen chert er sich aldo 35

Und sprach: Nu sag auch, Mäczel, an,

Wilt du Pertschin zuo dem man?

Mäcz gedacht ir an daz lerren

Und ward sich heven an ze weren.

Mit füssen und mit elnbogen 40

Schlug sey umb so wol gezogen,

Daz der frawen wol auf vier

Vielend nider also schier. 33

Do sprach Friczo an der vart:

Tochter, scham dich nicht so hart

Und nim du Bertschin zuo der ee!

Sey swäyg, er frâget aver me, 5

Do sprach sey: Sta, gevelt es dir.

Also ward mit payder gir

Die ee yeso geschaffen

An schuler und an phaffen.

Des nam so Pertschi fürher do 10

Ein fingerli geworcht also:

Es was von pley und uberzint,

Mit einem stain, sam ich es vind,

Der hiess ein sapheyr von glas,

Dar umb von harcz ein gsmelcze was, 15

Mit naswasser durch laseurt;

Dar zu was es auch gesteurt

Mit zwain perlen von den augen

Aus dem visch, daz schult es glauben.

Er stiess irs yeso an die hand. 20

Secht, do huob sich soleich schand

Den preutgon ane ze lauffen,

Im har und part aus rauffen,

Also daz er an der vart

Mit enander glaczocht ward. 25

Bertschi wäint, die andern sungen

Und für die tür her aus drungen,

Seu schreuwent vast und dannocht me:

Bertschi Mäczen hat zuor ee

Genomen heut vil fruo fruo fruo. 30

Da schlach geluk und hayle zuo!

Die mär die chament so zehand

Gen Glaris und in Sweiczerland,

Gen Appenczell, ins Lauental

Und auf daz Marchvelt uberal 35

In Prettengö und auf die Alben,

Auf die Scherr und allenthalben.

Man luod die nâchgepauren

Dar zuo, die vil sauren,

Aus dem dorff von Nissingen, 40

Von Seurenstorff und Rüczingen,

Der machten sich vil schier dar

Mit grossem geschray ein michel schar

Mit iren dorffmäczen,

Die schült es alle schäczen 33b

Nach dem und seu auch seyn genant.

Hört, seu sein mir all bechant.

Von Nissingen was Galgenswanch

Sein fromer uber seinen danch, 5

Dar zuo Gerwig Schinddennak

Mit seinem gesellen Scheubinsak,

Dietreych von dem gatter

Und Gugginsnest sein gefatter,

Storchenpayn und Arnolt 10

Harnstäin und Chriembolt

Und sust vil junger drappen,

Die man da zalt für chnappen.

Der diernen was ein michel tayl:

Die erst hiess Chüczeldarm die gayl, 15

Die ander Gredul Ungemäss,

Die dritte Ändel Pfefferräyss,

Die reudig Wasserschepferin

Und die schön fro Gnepferin.

Von Seurenstörff ir chamen vier: 20

Daz was der Palstersach der zyer,

Teufelsgaden, Schabenloch

Und der grindig Guggoch.

Der tochtren trun der warent zwo:

Daz waz fro Lena Vallinsstro 25

Und Sophya ir gespil.

Der andern der was nicht gar vil,

Dann von Rüczingen ein gsell,

Den hiess man Jächel Reuschindhell,

Und sein pruoder Varindwand 30

Mit einer tochter Hüdel genant.

Sust so mocht ich nicht herkennen

Von andern landen noch genennen,

Dann einen der hiess Popphart

Von Appenczel ein fiess von art. 35

Seu chament her geritten

Auf eseln und auch schlitten,

Yeder mit seym wambesch guot,

Zwäyn roten hosen und ein hut,

Mit iren präyten swingen 40

Und auch mit andern dingen.

Etleich chament gangen

Mit iren hülczin stangen.

Die mäczel warent all bechläyt

Mit weissen chitteln schon beräyt, 45

Ir schäppel hieten pluomen glancz, 33c

Ir schühel nebent den lüchern ganz,

Seu zogten her mit ir vermacht

An der selben sampstagznacht

In daz dorff ze Lappenhausen 5

Mit iren sümbern in dem sausen.

Dem nicht enward des hauses gmach,

Der nam den hymel für sein tach

Und die strasse für daz gefider.

Secht, die vegtens auf und nider 10

Mit wüten all die langen nacht,

Daz niemant vor in gschlaffen macht

Auf dem häw noch in dem stro.

Dis tribens bis ann tag also.

Seu liessend keinen kerczen tragen, 15

Des cham der preutgom do ze schaden,

Der seinn esel hiet geschunden

Für die kuo ze denen stuonden

Und hiet daz fläisch ze kuchi pracht.

Der wär joch dannocht nie gedacht, 20

Hiet er zuo dem andern tag

Den esel funden an der stät,

Do er die haut do ligen sach

Zuo seinem grossen ungemach.

Do nu die nacht sich so vergieng 25

Und der liechte tag an vieng,

Gunterfay sein bek derschal

Ze Lappenhausen über al.

Yeder man sich macht her für

Für des jungen Pertschis tür, 30

Die frawen und die magetteyn

Machten sich zuor praut hin eyn.

Da mit so laut man zuo der mess.

Daz ich des pesten nicht vergess,

Sprach do Pertschi Trieffnas. 35

Ich han nicht phennig, daz ist daz,

Ze opfern, sam ich pilleich schol.

Do sprachent seu: Dem tuon wir wol.

Häiss dirs an einn rabasch sneiden,

Wilt tu nicht die schande leiden. 40

Also giengen seu da mit

Ze chirchen, do das was der sitt.

** Die jungen man die giengen vor,

Die alten nach durch alleu tor, 33d

Die jungen frawen giengen nâch,

Die alten vorhin gar ze gach.

*** Do nu die mess ein end genam,

Der pharrer huob ze sagen an: 5

** Hört, ir frauwen und ir knecht,

Wisst, es ist der kyrchen recht,

Daz einr ein chan im nemen schol

Offenleich, so tuot er wol,

Nicht so häymleich ane pfaffen. 10

Dar zuo ist mit uns geschaffen,

Daz wir chündin uberlaut

Von dem prautgom und der praut

Und vor allem volk dar zuo

In der kyrchen spât und fruo, 15

Ob yemant wär und wesen scholt,

Der da wider sprechen wolt.

Dar umb gepeut ich pey dem pan,

Wer der ist, der bewaren chan,

Daz die ee nicht redleich sey. 20

Der sag es ze der vart hie pey.

*** Des chroch ein altes weib her für

An einem stab, sey sprach: Ich spür,

Daz Pertschi mit des tiefels rât

Sein treuw an mir gesprochen hat, 25

Es ist ein jar und nicht vil me,

Daz er mir schlechcz verhiees der ee.

** Des wurdens älleu lachent do

Und gen pharrer sprechent so:

Wisst, die ee was geschaffen 30

Vor münchen und vor phaffen,

Dar umb so nem ym yeder gesell

Ein frauwen, do er gernest well.

*** Umb die red, die da geschach

Von dem weib, die in an sprach, 35

Ward hertäilt ze Lappenhausen,

Daz sey scholt ein bruoche lausen,

Und gesäch sey noch so wol,

Sam ein eweib gesehen schol,

Daz sey möcht derkennen 40

Die laus und dar zuo prennen

Und liess die knöpfe stil sten,

Daz sey schölt für sey alle gen 34

Und bewären iren dant,

Wolt sey Pertschin han zehant.

Des zoch der preutgonn ab sein bruoch

Und sprach: Nu se hin, hürr, nu suoch! 5

Und prennst du mir des fadens knöpf,

Ich reisse dir aus die grawen zöph.

Was schol man lengren dises lesen?

Sey liess die peysser all genesen

Und graffelt an hin mit der hand, 10

Und wo sie einen stricke vant,

Der hiet sein leben da verlorn.

Des lachtens all von rechtem zorn.

Der pheyffer hiess man schlahen auf

Und draten hin gen Pertschis haus. 15

Do sey nuo komen zuo der tür,

Die praut man seczet schon hin für,

Der preutgonn zuo ir nider sas,

Sam do des dorffes sitte was.

Des kam do Fricz und sprach also: 20

Euwer eren bin ich fro.

Ungelük daz hause scheuch!

Dar zuo will ich geben euch

Syben hennen und ein hann

Ze haymsteur, da gedenket an! 25

Dar zuo gib ich euch gestrak

Einn choczen und ein strosak

Und auch einen kyttel frisch,

Da mit ist sey werayt ze tisch

Und auch ze pett nach unserm recht. 30

Pist du dann ein söleich knecht,

Der leynlachen gerne hab,

So haiss sey spinnen nacht und tag!

Engelmar der kam zestund

Und schancht ym einen hausehund. 35

Er sprach: Got behuot euch payde

Und auch der hund vor läide!

Ochsenchroph der kam hin nâch

Mit einer kaczen, die hiess Vach,

Und sprach: Daz habt zuo andrer huot! 40

Es ist euch für die meuse guot.

Cholman drang do für die gemäyn

Mit einem kicz, daz was vil chläin, 34b

Und sprach: Daz send ich euch ze haus.

Da wirt ein gäyss mit hürnern aus.

Jächels treuw waz nicht verlorn.

Er pracht ein kälbel erst geporn 5

Und sprach: Daz gehört auch wol dar zuo,

Es mag geraten zuo einer kuo.

Do hiess einer Öttel Kriech,

Der truog ein äntten, die was siech,

Und schre ym: Se hin, junger man, 10

Ich wolt sie selber fressen han.

Ain ander, der hiess Blasindäschen,

Ward do greyffend in die täschen.

Die phenning nimpt man gerner,

Sprach er: Se den Perner! 15

Straub der hiet des gelaiches vil

Und gab dem preutgom ze dem zil

Stendelwürczen, chranichper,

Und sprach: Daz pringt man uber mer:

Es wirt dir zuo den nöten guot, 20

Wiss, so man daz dinge tuot.

Fro Läychdenman was gemütes frey

Und schancht der praut der nadeln drey,

Einn wierten und zwo spindlen,

Einn feurzeug und zwo windelen. 25

Sey sprach: Nu müssist gewinnen

Mit nayggen und auch spinnen!

Do gab fro Elsbet Follipruoch

Der praut ein hänfen ermeltuoch

Und sprach: Daz ist ein genameu steur, 30

Won der hanff ist heur ze teur.

Snatereyna räycht ir dar

Einen haspel ruossig gar,

Einen sekel, hentschuch zwen,

Die warend schymlich, sam ir zen. 35

Dannocht ward des dringens vil.

Einer gab einn pesmenstil,

Der ander her einn hafen truog,

Der dritt der bott einn essichchruog,

Der fünft einn korb, der sechst ein sib, 40

Der sibend gab ein uberlid

Ze einem salzvas, daz waz guot,

Der acht verschenchet einen huot,

Den hiet er dreyssich jar getragen,

Dennocht mocht ern kaum verclagen. 34c

Noch so gab man ane zal

Schüsslen, täller, kerczestal,

Gablen, rechen, löffel vil.

Wisst, daz ich euchs kürczen wil. 5

Die weil scholt man getanczet haben,

Do mochten sey die füss nicht tragen

Von hungers not, dar umb vil schier

Machten sich hin auf ir vier,

Die ze tische dienen wolten, 10

Und sprachent, daz seu haben scholten

Die ersten suppen nach ir gwan.

Daz was also schier getân,

** Ze fressen ward dem einn so not,

Daz er vil nahent sich ze tot 15

Verprüget hiet in seinem schlund.

Auf so sprang er do ze stund

Und schluog die schüssel mit der faust,

Daz die supp her aussher taust

Mit sampt dem prot bis auf die erd. 20

Yeder sprach: E ich verderb

Alz gar vor hunger, e wil ich

Es lesen aus dein kât in mich;

Und wär es joch noch bass beschissen,

Dennocht pleybt seyn nicht en bissen. 25

Trun daz geschach, es was in gsmak.

Darnâch yeder nam einn sak

Und strauwt in nider in daz gras.

Secht, wie schon ir tischtuoch was!

Man wuosch es äynest in dem jâr 30

Zu dem minsten, daz ist war.

Chöpf und gleser wâren krüg,

Ze hefen auf gar ungefüg,

Salcz und wädel wärind prâcht,

Hieten seu dar an gedacht, 35

Messern und durch snitten

Der ward da gar vermitten.

Gerstin läyb und häbrin prot

Trugens her, daz was in not,

Ruggins ward auch dar geläyt. 40

Also was der tisch beräyt,

Daz gaben auch ein ende nam.

Da mit so huob sich frauw und man 34d

Hin zum tisch, sam säw zum nuosch,

Kainer do sein hende wuosch,

Dann fro Els und Farindkuo,

Den was gewesen znot hin zuo, 5

Daz seu von eyllen also drât

Warend gevallen in daz kât.

Die muosten do des wassers haben,

Daz ward in yeso dar getragen.

Farindkuo für Elsen sprang 10

(Mich duncht, ym war die weile ze lang)

Und hiess ym yeso wasser geben,

Daz goss der diener ym vil eben

Von höhend auf die ermel sein,

Nicht ins pek enmit hin eyn. 15

Daz haubet er auf reket,

Die payn auch drichcz er streket,

Ir bek was ein sib vil weit,

Daz kauft man zuor hohzeit.

Junchfra Elsen das verdross 20

Und lieff auch zuo hin, da man goss.

Ir ermel wurden geneczet,

Niemant seis dergeczet

Mit einer zwähel, die man scholt,

So einer die hende zwahen wolt, 25

Zwüschem gwand und pek enmitten

Gestreket han nach hofes sitten.

So warent auch der diener negel

Lang und spitzig sam die kegel.

Also gtorst ir kainr dar gesmechen, 30

Ir daumen auf das beki strecken

Zemen gefügt, daz sib auch heben,

Dar umb so muost mans nider legen.

Farindkuo der hiet kain tuoch

Ze trüknen, dar umb er die pruoch 35

Zuo seiner zwähel do gewan,

Die was vil weit und auf getan.

Er lieff da her mit schalle

Und saczt sich uber alle.

Fro Els ir hend so lange twuog, 40

Bis man daz ander gericht her truog.

Woy, wie schier sey daz dersach,

Es tet ir laid und ungemach. 35

Sey hiet kain pruoch, so wolts auch nicht

Das hembd mit wüschen tuon enwicht.

Es was ir zlanch und ane frucht,

Die hend ze winden an dem luft, 5

Und kam gelauffen also nass.

Wie schier sey auf dem ärs gesass!

Die füss warent ir nicht chrumb,

Chrüg und tischtuoch stiess sey umb.

So sau, so sau so, 10

Sprach her Ochsenchroph aldo.

Wiss, dein schimph mir nicht behagt,

Wan er uns in dem magen schadt.

Und hieten seu getrunken bass,

Es wär ze stossen komen das. 15

Also ward es nider geläyt

Und der tisch hin wider bräyt.

Els die hiess in do her tragen

Daz erst gericht, sey wolt es haben.

Des was einr ir diener gar 20

Und pracht in blossen henden dar

Opfel, pieren, nuss und chäs,

Er was gehaissen Spiegelmäs.

Den chäs den legt er für sey do

Also gancz, des was sey fro 25

Und frass in gar mit sampt den rinden.

Was scholt sey an ym furbas schinden?

Die nusse päyss er mit dem zan,

Daz ym daz pluot hin nach da ran,

Die öpfel huob der selbig man 30

Pey dem stil ze beschnayden an

Und die pieren pey dem haubt.

Er ist ein gepaur, der an in gelaubt.

Dar nach gugt er in den chruog

Und sach dar eym, sein was nith gnug. 35

Des nam er do ein scheuchfas swär

Und schütletzs, ob dar in ichcz wär.

Do swanczt der most, daz gefiel ym wol,

Er gôss inn kruog und macht in vol,

Und also vol, verstet mich wie, 40

Daz er uber und uber gie.

Daz was doch alles nicht ze vil 35b

Nach dem und ich euch sagen wil,

Sey wolt den wirt nit schenden

Und fasst den chruog peynn henden,

Mund und nass stiess sey dar in, 5

Also wol smakt ir der wein.

Die weil sie drinn ein rufli vand,

Daz zuchcz her aus mit blosser hand

Und drank so treuleich und so fast,

Bis daz ir des âtens gprast. 10

Wie schier sey des wider kam,

Secht, do huob sey aber an

Ze schilen auf da hin da her,

Nicht anders sam ein wilder per.

Daz haubet liess sey sinchen 15

Und tranch, daz von dem trinken

Die augen ir vergiengen,

Die oren nider hiengen.

Dannocht was der feuchti mer.

Dar nach so wand sey sich vil ser 20

Und näygt ir haubt mit sampt dem chruog

Hinter sich, daz was ir fuog.

Den ruggen läynt sey an den paum

Und schre da her, sam aus dem traum:

We mir, we, es ist gestigen! 25

Der chruog ist truchen und dersigen.

Schench mir in und trag da her

Daz ander gericht, des ich beger!

Spiegelmäys der saumpts nit lanch

Und goss ir eyn daz öpfelgtrank, 30

Vollen chruog nach seinem sin,

Und macht sich nach essen hin.

Er pracht daz gepraten von dem esel,

Daz daucht sey sein ein willprät edel.

Sey zucht enn läyb her an ir prust 35

Und snayt da durch recht sam umb sust

Alweg dar, nur pey der mitten.

Secht, daz wurdent erber snitten,

Die legt sey an einn hauffen stolz

Ze sammen, sam ein peyg mit holcz. 40

Niemant wolt irs messer zuchen,

Daz flaische prach man ir ze stuken.

Daz was ir alles sampt gemäyn. 35c

Sey schlund daz gepröt und nuog die päyn.

Sey nuog und zerret also fast,

Daz ir ein zan ym drüssel prast.

Wes scholten do die hund geniessen? 5

Des nagens ward seu auch verdriessen.

Also tet ir einr einn sprung

Und zucht daz päyn ir aus dem mund.

Doch so âss sey an und an,

Bis sey zuo den andern cham, 10

Die hieten auch irn schimph getriben,

Uncz daz in nichcz nicht was beliben.

Des schreuwens greuleich: Pring uns me!

Wir ässin gerner vil, dann e.

Hiet fro Els gedrunken wol, 15

Ir kainer der mocht werden vol.

Hie mit do was daz chraut beräyt,

Mit spek und greuben uberlait.

Daz truog man her und visch da mit.

Hofleich was der diener sitt. 20

Die schüsslen hieltens an dem pauch,

Die finger laytens auch dar auf,

Ein täyl dar eyn verzettet halb

Und wurfens für recht sam einn kalb.

Man gab daz gras in einem stal 25

In die chripp und uber al.

Des danthen in die herren do.

Des fäyssens chrautes wârens fro.

Lastersak hiet gross begir.

Er sach dar eyn recht sam ein stir. 30

Des hiess er ym ein löffel geben.

Die andern sprachend: Und uns eben!

Des gewunnen etleich löffel do,

Etleich nicht, die taten so:

Seu machtend yre hend ze kellen 35

Und assend sam zerleich sam die gsellen.

Secht, do huob sich söleich mü

Umb daz chraut und in der prü,

Daz daz eyllen und daz jagen

Gsacht es nie pey ewern tagen. 40

Man hiet in einer schüssel gesehen

Hend und löffel mer, dann zehen,

Mit enander varen her

Durch daz chraut recht sam die sper. 35d

Nâch den greuben waz in gach,

Den fuorens mit den ruodern nach.

Des cham der twerg ze einer stund

Und warff des spekes in den mund 5

So eben, secht, daz ym sein part

Mit enander smalczich wart.

Graf Purkhart tet in allen schaden,

Er hiet ein hand mit kraut geladen

Und fuor do her zuo seinem mund. 10

Got den ruoft er an ze stuond,

Daz er behielt daz wetter genäm,

Bis daz daz fuoder eyn chäm.

Wie schier sich Chnocz an ym do rach

Und rumpelt, daz der loffel prach! 15

Des fuor er her mit payden henden

In daz chraut zuo allen enden,

Er fasst der speis ein gaussen vol.

Nu wetter ubel oder wol,

Sprach er zuo der selben stund, 20

Du muost da her in in meinen schlund.

Gery huob die schüsslen auf

Und trank ein starken tranch dar aus.

Sey sprach: Got geb, es müsst derstinken!

Habt irs frass, so wil ichs trinken. 25

Und saczt sey wider nider so,

Daz des ubrigen aldo

Ein michel tail auf sprüczet.

We wie sey do küczet!

Des warend do die andern hie 30

Und sauftens auf, ich wais nit wie,

Daz daz tischtuoch also truken

Beläib do pey von irem supfen.

Aber was des andern was

Es wâr joch laub oder gras, 35

Prosem, rinden oder päyn,

Daz liessens ligen all gemäin.

Er leich sassen auch gepogen

Uber die schüsseln gar gezogen,

Daz die vart dest churczer wär, 40

Won die pürdin warent swär.

Seu hieten auch ein andern sin,

Ob in ichcz emphiel da hin

Von dem löffel und dem drüssel,

Daz daz wider kam in dschüssel, 45

Won die maulr in warend weit

Und offen gar ze aller zeit. 36

Dar umb so taten seu auch daz,

Wan in die finger wurdent nass,

So derswangen seu die hend

Ubers chraut vil gar behend. 5

Daz uberig wuschten seu vil drat

An die stifel und die wat.

Daz muostens tuon umb die geschicht,

Daz hanttuoch hietens vor in nicht.

Des fuorens her ein ander vart; 10

Der ward dann lenger nicht gspart.

Dar zuo in auch äyns geviel,

Wan dem esser ichcz emphiel

Auf die erden ab dem tisch,

Es wär gekauwen oder frisch, 15

Daz scholt man wider auf heben

Und es hin für seu alleu legen,

Es wär dann, daz es gtroffen wär

Auf daz gwand ym an gevär.

Daz mocht er behalten, ane zol 20

Gevielin ym die spängli wol.

Also gieng es in dem saus

In dem smaczgen und dem jaus,

Bis die schüsslen wurden wan

Und sam die gwäschnen schön getan. 25

Hungers was in doch entliben.

Hiettens vor von not geswigen,

Secht, do ward do yeder schreien:

Ich syrt dirs weib mit sampt der gsweigen,

Triefnas, pringst du uns nit schier 30

Wein und mett und dar zuo pier.

Da mit verleust du unser huld.

Daz was do niemant anders schuld,

Dann deren, die da dyenten,

Und in die fresser gienten, 35

Mit den augen gar von verren

Oder vil ze nach den herren.

Ir kainer eben sehen wolt,

Waz der tische haben scholt.

Des hiet der preutgom do wol acht 40

Und wolt derzäygen auch sein macht.

Er nam den einen pey dem part

Und raufft in, daz er schreient wart.

Des chament her die andern drey

Und nament Pertschin auch da pey 45

Und stiessent in, daz er gelag,

Die pruoch die zugens ym do ab, 36b

Seu gussen ym des wassers her

In den ärs und auch enzwer,

Pey den päynen namend in

Und possten seinen hintern hin 5

An eim paum, daz es derknal,

Der stössen tâtens ane zal.

Die andern frawten sich der geschicht

Und hiettens für die pest gericht.

Des kam er wider auf die payn 10

Und sprach: Es wisst wol all gemayn,

Daz ich mich nicht enkond erweren;

Drey sein alweg eines herren.

Also ward nicht mer dar aus.

Aller most, der in dem haus 15

Mocht gesein, den trugens dar,

Den verschancht man yeso gar.

Do trunchens her und suffend,

Daz in die augen truffend.

Pencza Trinkavil der trank 20

Uber aller gesellen danch

Den ersten chruog uncz an den dritten

Und den dritten bis enmitten.

Secht, do ward er cheychent,

Den swayss ans tischtuoch streichent. 25

Er läyt sich auf den tisch gezogen

Mit henden und auch elnpogen.

Da mit so hiet ers uberwunden.

Des tranch auch ze den selben stuonden

Junchfraw Feyna aus eim chruog 30

Also so frent und so gfuog,

Daz sey da der huost an kam.

Daz uberig durch den puosem ran;

Dem lekt sey mit der zungen nach.

Umb die seuri was ir gach. 35

Die andern trunken also fast,

Daz oft ir eim der gürttel prast,

Das doch den weisen nicht geschach.

Die gurten sich des ersten gmach

Und drunkend da pey für sich an, 40

Bis in der gürtel rechte cham.

Dar nach so gieng es an die visch,

Die da warent auf dem tisch.

Seu wolt der Straub chredenczet haben

Des sach er do ein söleichs jagen 36c

Auf dem täller und ein streken,

Das chosten liess er unterwegen

Und grayff hin an zuo einem stuk,

Das was daz gröst zuo seim gelük. 5

Wie schier daz was verswunden so!

Wer scholt se disen stunden do

Des andern gepayten legen für?

Es was nicht zeit, sam ich es spür.

Die diener hietten gsnitten 10

Die visch für seu enmitten.

Do mochten seu gepayten nicht,

Also süss was in daz gericht.

Reuschindhell der tet ein druch

Hin an nach einem haubetstuk, 15

Das was vil schleymig guot umb in.

Des gedacht er in dem sin:

Chiflest du daz haubt, so pist

Sich gar versaumpt ze diser frist.

Last dus dann, so hast chäyn glüst. 20

Und pist her chomen sam umb sust.

Des zoch ers dreystund durch den mund

Und läyt es wider ze der stund

Für sich dannocht also gancz

Und cham ze einer bessern schancz. 25

Ein mittelstüch derwüscht er do,

Daz was vil drât verschlunden so,

Die weil der snelle Varindwand

Daz haubtstüch zucht mit seiner hand.

Er wand, er gfiel seim pruder nicht. 30

Wie schier ers hiet hin eyn verschlicht,

Des chond er doch vil wench geniessen,

Die grät ym seinen hals abstiessend.

Dar zuo sprach do Galgenswanch:

Zarter got, hab ymer danch! 35

Also fuor do Varindwand

Da hin gen Schläuraffenland

Mit seiner sel, daz was ir fuog.

Den leib man in den Neker truog.

Was scholt den gesellen schaden das? 40

Mich dunkt, seu ässind nür dest bas.

Won die gnuog in essen wellen,

Die hütin sich vor vil gesellen;

Der aber vechten wil mit häyl,

Der hab der freunt ein michel täyl. 36d

Dar an gedacht auch Uocz vom hag,

Er wolt eim fresser legen ab

Und sprach: Her Guggoch ist ein man,

Der selber lieder tichten chan 5

Von Dyetreychem dem Perner,

Den hörten wir vil gerner,

Dann daz wir also sassin,

Die totin fisch da assin.

Des daucht sich Guggach do gemäyt, 10

Er huob seyn tädinch an und säyt:

Es sâssen held in einem sal,

Die âssen wunder uber al

Et cetera bis an ein end.

Die weil die loser warend behend 15

Und assen auf die viscbe gar,

E sein der singer ward gewar.

Do nu daz lied ein end gewan,

Guggoch der wolt heben an

Ze essen nâch seinr zuoversicht, 20

Do sach er umb, da vand er nicht,

Des nikket er sich in dem grind,

Er schre vil laut: Ich pins ein kind

Und du, Uocz, ein rechter wicht.

Daz prüft man wol ze diser gschicht. 25

Was er vor mit singen fro,

Des traurt er so mit wainen do;

Daz was der andern aller schimph.

Triefnas sach den ungelimph

An essen und an trinken, 30

Daz haubet ward ym sinken,

Die zerung bswaret in vil ser,

Und gedacht ym an die ler;

Chlaineu hochzeit schol er haben,

Der sich hüten wil vor schaden. 35

Dar umb so was sein fröd zerstört,

Des hiet er ärczney auch gehört,

Und gie da hin vil maysterleich.

Hört, ir herren, ärm und reich,

Ruofft er ze der selben stund, 40

Daz essen ist euch nicht gar gsunt,

So tuot euch auch daz trinchen we.

Dar umb stet auf und esst nit me!

Des sneuczt her Chnocz sein nasen gros 37

Durch sein hende also bloss

Und warfs dem preutgom unter daugen.

Nu lek du das, so wil ichs gelauben,

Sprach er zuo dem Pertschin do. 5

Des waren do die andern fro

Und sprachen zuo dem preutgom:

Uns dunkt, du redist aus dem traum.

Trag her würst mit sampt dem bachen,

Wellist du uns gsunde machen, 10

Oder wir gend wider häym

Und essin sam uns ist gezam.

Wilt du uns derhungern hie,

Du pist ein chnecht, du waist nit wie.

Äin rechter arczet daz gelaubt; 15

Auf vollem pauch stet fröleychs haubt.

Des sprach so Arnolt sunderbar:

Dein red war guot und gänczleich war,

Tätist sey auf meinem tisch.

Gib uns etwas auf die visch! 20

Pertschi sprach: Es ist gesorten

Umb und umb ze allen orten.

Er fullt ein schalen von der nuss

Mit most, daz was ein erleich guss.

Rochunsauber, trag den wein, 25

Sprach er zuo den knechten sein,

Und sprich, daz er vier äyger prât.

Verderben daz wil haben rat.

Sich, daz was so schier getan!

Die weil die herren huobend an, 30

Ze schreygen: Trag uns her den wein!

Die vische wellent gswemmet sein.

Des hieten seu do keinen danch.

Piermost und daz öpfelgtranch

Und daz schlechenwasser gar 35

Waren vor vergeben dar.

Doch pracht man in einn eimer vol

Der sauren milch, die trunkens wol.

Rüfli ze der selben stund

Saczt den eymer an den mund 40

Und chert sich gen der wand von in.

Daz stuond ym wol nach seinem sin.

Er tranch ym ein so lengi vart,

Daz es die praut verdriessen ward,

Und huob in an ze straffen. 37b

Sey sprach: Du pist enschlaffen

In dem vas nach meinen dunken

Oder in der milch dertrunken.

Des ward do Rüfel lachen: 5

Was hiet die milch ze schaffen?

Sey fuor ym in daz hirn hin auf

Und ran ym zuo der nasen aus

Wider in den chübel so,

Er pot den andern ze trinken do. 10

Der chübel der gie umb und umb.

Lärenchopf der macht es chrumb,

Der ym nicht gnuog der milche vand

Und warff den chubel an die wand.

Da mit die äyger warent bräyt 15

Und fur die gesellen all gelayt.

Erst do was das zeit do chomen,

Daz man da chrepfen scholt ze fromen.

Des ward auch trauwen nicht vermitten,

Seu tâten nach irem alten sitten 20

Und drungen nach den äygern her

Nicht anders, sam die wilden per,

Mit henden und mit füssen,

Des chond in niemant gpüssen.

Der erst der was der peste, 25

Der ergest und der leste.

Chrimbolten dem ward ein äy,

Scheubinsak gewan ir zway

Chnocz und Troll die hieten gfangen

Daz vierd, des was der tayl dergangen, 30

Gralf Purkhart mit dem uberpain

Sprach: Der schimph ist uns nit gmäyn,

Mir und meinen gesellen hie.

Die pösten tayler daz sind die,

Die einen lassend trunchen werden 35

Und den andern durstes sterben.

Da mit gräyff er hin gestrak

Und zucht ein äy dem Scheubinsak

So vestechleich und ungetan,

Daz ym daz wäych durch hende ran, 40

Die finger stiess er in den mund

Und schlickts es ab, daz waz ym gsund.

Do sprach Jänsel: Gib mir auch!

Sweig, sprach dirr, du pist ein gauch.

Die negel lang an seinem taumen 37c

Hulfend ym daz äy ze raumen.

Scheubinsak daz ander hielt.

Wie schier ers von einander spielt

Und fuor her mit einr grossen snitten 5

Durch und durch daz äy enmitten.

Des muost das totter rinnen hin

Mit sampt dem clar ân allen gwin,

Wan es die kaczen begriffend

Ir zungen damit schliffend. 10

Es ist verclayt, sprach do der man;

Dem daz gelük nicht guotes gan,

Der muoss verliessen uber nacht

Künges hort und käysers macht.

Des nam do Chriembolt eben war 15

Und fasst daz äy so gancz und gar.

Er warff es yeso in den mund

Und schlikt es eyn in einer stund,

Des wär er gstorben an der zeit.

Do was ym der schlund so weit, 20

Daz das äy ym durch den kragen

Gänczleich fuor bis in den magen.

Des sprach er: Hie wie guot, wie guot!

Nu ist mein täyl vor euch behuot.

Chnocz und Troll die waren gesellen, 25

Niemant gtorst sich gen in stellen.

Des trosten seu sich sunder wol,

Dar zuo so warens sinnen vol.

Daz ay seu vassten bäyd geleich

Und tatens auf vil rüwentcleich, 30

Seu assen hofeleichen gar,

Die snitten stiessens gemächlich dar

Und naczten seu enwench da vor,

Daz wurffens in des mundes tor.

Die snitten schlunden seu nicht gar, 35

Daz überig stiessens wider dar

Und fuoren zgleycher weis, sam vor,

Umb hin ze des schlundes tor.

Yeder daz so lange träyb,

Daz auf dem tisch kain brot beläyb. 40

Die andern all die sahent zuo

Recht sam die wolf gen ainer kuo.

Dennocht was des äys ein täyl,

Daz hieltens vast, es was nicht väyl.

Nâch zwayn läyben was in we. 37d

Do vand man in dem haus nit me.

Was scholten do die armen haben?

Trun daz kan ich euch nit sagen.

Do schülten seu den wirte do. 5

Daz äy den dienern gabens so,

Daz seu dar an gedächtin

Und in ze trinken prächten.

Do mochtens nicht der milch gehaben.

Des muost man an des wassers tragen. 10

Erst schanktens her mit eren,

Die wirtschaft ward sich meren,

Won der turst neu stätes sart,

Secht, bis an die selben vart.

Man gab ins ungemessen dar, 15

Das macht seu vol und läydes bar.

Also huob do yeder man

Ze singen und ze sagen an,

Und was der herr hiet an gehaben,

Es wär von singen oder sagen, 20

Daz chond der chnecht mit züchten storren.

Niemant wolt den andern hörren,

Yeder wolt verhoret sein

Und schre: Vernement die rede mein!

So lange wert der unfuog, 25

Bis daz man in daz leste truog,

Daz warent kerssen, weinper,

Feygen, kriechen und nicht mer.

Hieten sey daz erst gericht

Sauberleichen auf gezücht, 30

Das leste ward zuo der geschicht

Vil mächticleicher gar verschlucht.

Doch so tet die praut ir recht

Und frâss nicht schlindent sam die knecht.

Sey bäiss ab einer kerssen mer, 35

Dann siben stund, daz was ein er.

Do sach Pertschi Trieffnas,

Daz kain salcz vor inen was;

Des pracht er in den geren vol

Und sprach: Daz ghört zun kriechen wol. 40

In den selben stunden

Ein flo die was gesprungen

Fro Hudeln zwüschen yreu payn

Und päiss sey, daz sey dar zuo gräyn.

Des wolt sey sich do puken, 45

Die floh ze tot ertruken. 38

Secht, do ward ir dhaut ze kurcz,

Ir geschach nicht recht, sey liess einn furcz;

Der schanden wolt sey sich dergeczen

Und ward sich mit den füssen kreczen, 5

Dar umb, daz man scholt glauben han,

Die füsse hietens alcz getan.

Des was Henricze ir ze schluog

Und sprach: Daz ist nicht enes fuog.

Ich sing dir eins vil wol geticht: 10

Creczen geleycht sich ferczen nicht.

Hüdeln tett der spot vil we

Und liess einn grossen furcz, sam e,

Und dar nach drey, der waren vier.

Sey schre hin ze dem schreyber schier: 15

Set hin, ir vercleiter knecht,

Clinglent aver die icht recht?

Damit so was der schreyber bezalt,

Graf Purkhart doch des gsmaks engalt

Oder leycht sein äy was faul. 20

Die speis die schluog ym zuo dem maul.

Des muost er speiben ze der vart

Auf den tisch durch seinen part.

Do hiet der alt her Gumpost

Getrunchen wasser, milch und most, 25

Daz sich der pauch ward pläygend ser,

Wütend, plodrent, sam daz mer.

Die vische wurden swimmend

Und in so harte grimmend,

Das er von dem tisch muost sten. 30

Er sprach: Ich wil gen smeyssen gen,

Ich chum her wider, päytend hie!

Die andern auf ich wayss nicht wie

Und leuffen all dem Gumpost nach,

Ze säychen waz in also gâch. 35

Dennocht playb fro Laychdenman,

Sey hiet es unter sich getan

In daz phäyt, daz ward ir nass,

Won sey dez swams do häym vergass;

Des macht sey sich doch auf die päyn 40

Und wolt nicht siczen da alläyn.

Da nu die herren chament wider,

Sey hieten sich geseczet nider.

Do was daz tischtuoch auf gehaben,

Daz konden seu do nie verclagen. 38b

Wârens gesessen an den segen,

Wenn wolten seu dann danke geben?

Die diener wuoschend do ir hend,

Da mit so nam der tisch ein end. 5

*** Secht, do was nu tanczens zeit!

In der wisen, die was weyt,

Gunterfay, sich huob ein geschray,

Nym hin ein äy und pheiff zwäy!

Der spilman was des weines vol, 10

** Des emphand er an ym wol,

Doch gedacht er in dem sin:

Ob ich joch nu gar trunken pin,

So sein seu trauwen auch nich lär.

Dar umb ist es mir nicht swär 15

Ze pfeyffen hin ein narrenvart,

Won seu verstend es auch einn sart.

*** Da mit und er sein bek derschal,

Das es io in dem perg derhal.

Ofenstek do fürher sprang 20

Und nam fro Juczen an die hand.

Er tanczt da hin, sey vegt ym nach,

Die andern auf und an vil gach.

Daz gzöder michel ward und lang.

** Ieder sunderleichen sprang 25

Auf und nider in dem traum,

Sam die äpfel von dem paum.

Gunterfay der schluog und schluog

So lange weil und ane fuog,

*** Des was do Ofenstek ze fäyss 30

Und hiet geswanczt, daz ym der swäiss

Durch seinen diken schoppen ran.

Des ward er auch so müd der man,

Daz er nicht furbas mocht gesten;

Des muost er ab dem tancze gen. 35

Er legt sich in daz gras und sprach:

Gott geb ym alles ungemach,

Die dich pfeiffen geleret ie,

So we ist mir geschehen hie.

Schabenloch den haber truog, 40

Den liess er sten und was so chluog,

Daz er die ersten begraiff aldo

Und sprach: Vil höh mit ir hyo!

Do was der rek ze mager gar,

Die pruoch ze weit, des ward er gwar, 45

Dar nach und sey ym was gevallen 38c

Für die chnie vor inen allen.

Des muost er strauchen in daz gras,

Jücz auf in, sam billeich was,

Chuoncz auf Juczen, Els hin nach, 5

Ze vallen was in also gach.

In den sachen es geschach,

Daz Els den iren spiegel brach,

Ein stuk daz gieng ir in die haut,

Daz tet ir we, sey schrey vil laut: 10

Hör auf, fayger Gunterfay,

Won mein spiegel ist enzway.

Der spilman geswäig, der Gumpost schre:

Got geb ym läid und alles we,

Der an dem spiegel schuldig sey! 15

Hie verstuond man vil wol pey,

Wer den spiegel kauffet hiet

Und wen er mit dem fluoch erryet;

Des lachet man, es was nicht zeit,

Daz sich derheben scholt ein streyt. 20

Des ward nu von dem tancz gelassen,

Die man von müdi nider sassen,

** Die frawen stuonden, daz was wol,

Won tanczens werdens niemer vol.

*** Sey hieten für die knaben gsungen, 25

Stayn geworffen und gesprungen,

Da was es in nicht gar gewon,

Dar umb so liessen seu dar von.

Was scholt man in dann ze trinken tragen?

Die chruog die warend all zerschlagen. 30

Also kam daz ander geschray:

Pheiff auf, lieber Gunterfay!

Des antwurt er: Ich mag nicht me.

Wisst, mir tuet der schedel we.

Daz ist mir läid, nu hab es dir! 35

Sprach do Pertschi mit begir,

So schullen wir eins singen,

Ze ring umb älleu springen.

Der red warend sey vil fro.

Des huob do Pertschi an also: 40

** Daas schaffet alz die minn, die minn,

Daas schaffet alz die minn, die minn,

Daz wir leben ane syynn,

Daz wir leben aneee synn.

Daz schaffet als der wein, der wein, 38d

Daz wir müssen froleich sein.

Daz schaffet alz daz gold, daz gold,

Daz niemant ist dem andern holt.

Daz schaffet alz daz phand, daz phand, 5

Daz man porget so ze hand.

Daz schaffet alz daz spil, daz spil,

Daz ich nit mag behalten vil.

*** Et cetera, daz ward so lang,

Daz yeder auf ze lesten sprang 10

Mit einem füss, dar umb daz,

Daz er geruwen mocht dester bas

An dem andern, so er gelag,

An tretten, sam ein fauler mag.

Söleich gnepfen und ein hopphen, 15

Hupfen lupfen und ein zoppen

Hiet sich an dem ring derhaben,

Ir gsacht es nie pey ewern tagen.

Des gie dem singer dar nach ab.

Er sprach: Nu we mir heut den tag! 20

Daz ich nicht kan des liedes me,

Daz tuot mir in der versenn we.

Die andern warend tanczens vol,

Yeder sprach: So tuocz mir wol.

Seu vielent nider in daz gras 25

Und ruowten da, das fuogt in bas.

Des nam do Galgenswanch ein äy

Und sprang her gen dem Gunterfay.

Er sprach: Se hin und mach ein guocz!

Ich pin nicht eines chranchen muocz. 30

Do nu der pfeiffer hiet sein lon,

Er schluog dar an, es donet schon.

Galgenswank fro Schurenprand

Nam pey ir sneweissen hand

Und spranch da hin mit seinen gesellen 35

Röschleich gar an alles stellen,

Er feget umb und umb und umb,

Daz seu vil schiere warind tumb

Worden von der selben geschicht.

Do was der pheiffer nach dersticht 40

Von dem staub, der in in kam,

Und leczet so den guoten man,

Daz er muost lassen von dem gäyl.

Daz cham den andern auch ze häyl,

Den von trümelen swindlent wart, 39

Und vielent nider an der vart.

Daz tet dem vorspringer zorn,

Er schre: Ich han ein äy verlorn

An dem choczen spilman, 5

Des muoss er heut den hoger han!

Dar zuo geb ym got den rampf!

Daz schol er han von mir ze danch.

Warens vor ym gras gelegen,

Erst do muostens schlaffens phlegen. 10

Doch so snarchelt Uocz so ser

Und stanch so saur durch frowen er,

Daz ym daz gnafzgen gar vergieng.

Da mit der Schreiber ane vieng

Und sprach: Stet auf, wir müssen springen, 15

Ich chan ein hübschs, daz wil ich singen.

Seiner red der warens fro.

Da mit huob er an also:

** Wem schol ichs geben,

Ze fröden seinem leben?

Was ist das? 20

Sagt uns, herre, was?

Es ist fro Gredel Erenfluoch; wem fuogt sey bas?

Es ist fro Gredel Erenfluoch; wem fuogt sey bas?

Anders niempt, dann mir;

Sey ist meins herczen gir.

Jächel Gumpost, seysts ein gesell, so hab sie dir!

Jächel Gumpost, seysts ein gesell, so hab sey dir! 25

Nu muoss mirs got gesegen!

Wie schon wil ich ir phlegen!

Wem schol ichs geben,

Ze fröden seinem leben?

Waz ist daz?

Sagt uns, herre, was?

Es ist die schon fro Genepferin; wem fuogt sey bas? 30

Es ist die schon fro Genepferin: wem fuogt sey bas?

Anders niempt, dann mir;

Sey ist meins herczen gir.

Rüfli Lechspiss, pist ein gesell, so hab sey dir!

Nuo muoss mirs got gesegen!

Wie schon wil ich ir phlegen! 35

*** Et cetera so gie daz lied,

Bis daz yeder seinen hiet,

Die da warent an dem tancz.

Da mit so was die fröde gancz.

Do sprungen plümlen durch den cle, 40

Von liebe schayden, daz tuot we,

Sungen sey da in dem gras.

Des cham do Pertschi Trieffnas

Und macht sich hin zuo Gunterfay.

Er sprach: Pfeiff auf und nim daz äy! 45

Da mit her Colman cham der alt

Und fro Perchta mit gewalt. 39b

Se hin zway, der ist vil me,

Und pfeiff uns nach der alten ee

Eines, sprachen seu zuo im.

Perschti hiet einn hohen sinn 5

Und sprach: So hab dir dreu von mir

Und pheiff mir nach meines herczen gir

Nach dem neuwen sitten eins!

Der alten chan ich aller cheins.

Der stoss was gross von inen payden, 10

Doch warts ze lesten also gschayden,

Daz Colman und fro Laychdenman

Hofieren scholten vor hin an

Und dem preutgom tanczen vor

Mit der praut vil hoh enbor, 15

Die Genepferin und Grabinsgaden

Scholten in den zagel haben.

Secht do huob sich erst ein swingen,

Ochsendringen, kälberspringen!

Der spilman pfeyff, daz nie gestaub 20

Nie gedont noch nie geflog.

Do chnatens hin, do trattens her,

Nicht anders sam die wilden per.

We wie, wie höh seu sprungen,

Ir armen auf swungen! 25

Der ein der schre: Hie ju, hy jo!

Der ander: Jo, wie get es so?

Storkenpäyn der waz vil jung

Und mass ym selber einen sprung

Also höh, in daucht er fluog. 30

Dez tet er wider einen zuog

Also geswind, daz er gesass

Mit dem hintern in dem gras.

Die Mäczli warent also also rüg

Und sprungen her so gar gefüg, 35

Daz man in oft ich wayss nit wie

Hin auf gesach bis an die knie.

Hilden haubtloch was ze weyt,

Dar umb ir an derselben zeit

Daz tüttel aus dem puosem sprang. 40

Tanczens gyr sey dar zuo twang.

Hüdellein der ward so hayss,

Daz sey den kittel vor auf rayss;

Des sach man ir die iren do

Und macht vil mängeu herczen fro. 45

Seu schreuwen all: Sey wil ein man, 39c

Sey hat ein maul und har dar an.

Chnopfeln, nestell prachent vil,

Und recht, sam ich euchs kurczen wil,

Von dem gumpen und gedreng 5

Ward der tancz so übrigs eng,

Daz der preutgom wisst nicht, wo

Er was und keren scholt aldo.

Er was gesteket in der mitt

Sam in dem sne ein andrer schlitt. 10

Waz scholt daz do die gsellen btragen,

Die der minn mit grifflen phlagen?

Pertschi zuo dem trüller schre:

Läss dar von und pheiff nicht me!

Der spilman tet nach seinem sin, 15

Da mit so was der tancz da hin.

Do woltens gesessen sein da nider;

Des schre her Troll hinwider wider:

Die weil es in der hicze sey,

Macht euch an den ring hie pey! 20

Ich wil euch sunderleichen singen

Eins, daz füget wol ze springen.

Der red wurdens alle fro.

Da mit so huob er an also:

** Es ass mein vatter Eberhart 25

Und tranch in eyn ein rympart

Es schlieff mein vetter Oll, her Oll, Hol, her

Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll, her Oll,

Es schlie ie ief her Oll Oll Oll Oll,

Es sang mein sun der Perchtold 30

Und sprang mein nef her Hylpold,

Es tanczt her Scholl, lo, lo, lo, loll, lo, lo,

Lo, lo, lo, lo, loll, lo, lo, lo, lo, lo, lo, lo, loll,

Es swanczt her Scho o, o, o, o, o oll

*** Et cetera. Er sang ye bas; 35

Und do es an dem besten was,

Da sât der tiefel aschen dreyn,

Daz schuoff der laidig Eysengreyn,

Der wolt in Greduln minn verprennen

Und sey des lassen werden innen 40

Mit chraczlen haymleich in der hand.

Daz stuond nicht wol, es waz ein scand,

Won die junchfraw an der vart

Von dem chreczen pluotend wart.

Dar umb so cham der gpauren schimph 45

Nach ir gewon ze ungelymph.

Do nu dis geschehen was, 39d

Schindennak hiet gesehen das,

Es muot in ser und ward sich rymphen.

Er sprach: Es ist mir aus dem schimphen,

Her Eysengreyn, daz schült ir wissen. 5

Mich düncht, ir habt die fröd verschissen.

Wes habt ir so mein niftel gezigen,

Ir hend verwüstet und verstigen?

Die gest man erleich halten schol

Und nicht enschenden, daz stet wol. 10

Was chlaffst du? sprach do Ysengreyn.

Ich siert dir noch die muoter dein

Mit sampt der niftel, hörstu das,

Wilt sein nicht geraten bas.

Schinddennack, schre Eysengreyn, 15

Und siertst du mir die muoter mein,

Ich siert dich selb und als dein gschlecht.

Da mit so griet der dörpel pracht

Zuo einem rauffen, daz ist war,

Einr dem andern viel ins har, 20

Die frauwen machten sich ze flucht,

Die knecht derzäigten ire zucht,

Yeder zuo seym freunde sprang,

Mit rauffen durch die andern drang.

** Fesafögili besunder 25

Rauffet so, es was ein wunder,

Er fasst der löken nur enchlain

Und zucht daz wider sich so räyn,

Daz ym die hand ward hares vol.

Diecz vergalt ym Dyetreich wol, 30

Er nam in pey seym langen part

Und zucht in so, daz an der vart

Der kumpagg viel zer erden;

*** Des muosst er yeso sterben.

Daz tribens lang ye bas und bas, 35

Bis daz der löken nicht enwas

In dem haubt noch in dem part,

Also daz das reissen wart

Geraten ze den feusten do.

Do schluogens umb so wertleich so, 40

Daz oft ir eim die nase pluot,

Daz maul dar zuo, daz waz ym guot

Für daz aderlassen do.

** Snellagödel hielt sich so,

Er want den taumen umb die faust 40

Und schluog zun oren, daz es taust.

Er spiczt der finger chnoden

Und stiess vil ungezogen

Auf zuor nasen gen dem herczen 5

An die chropf, daz schuoff ir smerczen

Und tet dem Scheubinsak vil ant,

Der umb sein faust die gugel want

Und styess ims in den weiten schlund,

Daz er derstiket so ze stund. 10

*** Der feusten ward seu do verdriessen

Und grieffen her zuo iren spiessen,

Seu wurden schirment her von tach

Mit iren swingen ungemach,

Dar zuo mit den stangen grossen. 15

Söleich schlahen und ein stossen

Hiet sich auch von in derhaben,

Ir gesacht es nie pey ewern tagen.

** Seurrenstorffer Rüczinger

Sâhind zuo von verrem her. 20

Der andern schaden warens fro

Und sprachent zuo einander so:

Die herren sind uns zstark gewesen;

Sterken seu, so sein wir genesen.

*** Die weil des vechtens vil geschach 25

Und Arnolt in den mülpach

Was geworffen an der stund,

Daz wasser gie ym in den mund.

Dannocht täyschet er her aus,

Er lieff in des mullners haus, 30

Der lech ym yest einen spiess.

Secht, do vecht er sam ein fiess!

Er stach den Chnoczen pey dem nabel

Und sprach: Nu se, da lig und zabel!

Dez was hern Trollen do kain danch. 35

Der ward do vechtend, daz er stanch.

Mit seiner helmparten

Schluog er her ein scharten

Dem Arnolten, daz ym der mag

Unter seinen füssen glag. 40

Da mit so was der Chnocz gerochen

Und die helmpart auch zeprochen.

Wie schier der Troll einn mantel vand 40b

Und wand in dreystund umb die hand!

Er zucht ein bräyte swingen aus

Und facht, sam in dem grind ein laus.

** Da hiet daz messer nicht sein zeit, 5

Won daz velt was ym ze weit.

Daz füget speren stangen,

Dar umb kam er gegangen

*** Mit einem spiess her Galgenswanch

Und stach in über seinen danch, 10

Daz er an dem ärs gelag

Bis an seinen lesten tag.

Juncher Troll der was verlorn.

** Do kam der twerg vil hoh geporn

Mit seiner list ein chlainer wicht, 15

Der stangen mocht er getragen nicht,

Des muost er seine veinde zwingen

Mit wurgen, chreczen und mit ringen.

Galgenswanken lief er an,

Pey der mitt er in gewan 20

Und huob in auf und warfff in nider,

Daz er noch nie derstuond herwider.

Dar zuo hiet dirr ander wicz.

Er tratt dem Harnstayn auf die spicz,

Die er an den schuohen truog, 25

Und stiess in hin so ungefuog,

Daz er gelag an seiner stat.

In den drüssel er in trat

Und hielt in so, ich wayss nicht wie,

Bis daz ym die sel vergie. 30

Des liess er sich benügen nicht

Und lieff da her der selbig wicht.

Hern Dyetrichen den grossen man

Es pey seinen päynen gwan

Und schwancht in umb also geswind, 35

Daz er sich streket, sam ein rind.

Doch so schiermpt er seinen chragen,

Daz in der gfuog nicht mocht gehaben.

Des ward ein anders gehebet an.

Wie schier erkam der Gaggelman 40

Und her uber den vil grossen

Mit seinen henden also blossen!

Woy, wie hiet er in so geswind

Gemacht an einem augen plind!

Mit schürpfen und mit kreczen 40c

Kond er die veinde leczen.

Das maul wolt er ym reissen,

Des huob dir an ze peyssen

Und behuob in mit dem zan, 5

Bis er ym den gürtel gwan.

Do stiess er den vil künen twerg

Mer dann drey stund wider derd

Und warff in uber Pertschis tach,

Daz man in niemer me gesach. 10

*** Der zorn hiet in begriffen,

Er zucht sein swert, daz geschliffen,

Und schluog umb, daz von einem schlag

Ein michel diet vor ym gelag.

Niemant getorst ym genahen, 15

Ze fliehen muostens gahen.

Do dicz der preutgom so dersach,

Es schuof ym läid und ungemach,

Er lieff hin in den wendelstain

Und laut die gloggen all gemayn 20

Ze sturm, daz macht ein grossen schal

In dem pofel uber al.

Seu fuoren auf: Wo schilt und sper?

Mit ungewüschten ärsen her

Und chament ungezogen 25

Mit armbrusten und pogenn,

Mit pölczen und mit pfeyllen.

Machtig was ir eyllen

Auf die von Nissingen die fiessen

Mit stechen, schlahen, schiessen, 30

Mit werffen und mit stossen,

Mit staynen, stangen grossen,

Gablen und auch rechen

Sach man vil da brechen,

** Also daz die fremden geste 35

Wurden inen des ze leste,

Daz das schayden was ze swär

Yerem leben gar zgevär,

Und huoben sich zesamen so

Mit den ruggen chechleich do. 40

Seu schluogen ire lanczen für.

Des kam do einr, sam ich es spür,

Der was der Fladenranft gnant,

Auf einem esel her gerant

Und wolt sich an yn rechen, 45

Ir maur vil gar zerprechen.

Da seczet einr dem esel an, 40d

Der ander huob sich gen dem man,

Also daz mein Fladenranf

Viel da hin, ym was nicht sanft,

Und der esel sampt mit ym, 5

Tod daz was sein ungewin.

Do daz die andern sahen,

Erst huob sich ein gahen

Mit werffen und mit schiessen.

Des ward die gest verdriessen 10

Also ser, daz sey nicht wolten

Leiden me, noch pleiben scholten.

Des trosten seu sich hasenwer

Und lieffent snell, daz was ir er.

Do gesach man nie kain flieher 15

An seinen nahezieher.

*** Ze jochen ward den andern gach.

Also ward in geeyllet nach

Gen Nissingen bis an daz tor.

** So habt es wol gesehen vor, 20

Daz yeder hund auf seinem mist

Für ander drey geherczer ist;

Der minst erbaysst den maysten;

*** So taten auch die ersten,

Die kerten sich hin umb ze wer 25

Und fachten wol und dannocht mer,

Dann seu hiettin vor getan.

Da mit man schluog ze sturme an

Mit schlegen unverdrossen,

Die glogg was noch nicht gossen, 30

Mäntleich auf und an die prugg,

Da ward der jäger macht ze lugg.

Hietens vor geeyllet ser,

Des muostens gahen dreistund mer

Wider umb auf halben weg, 35

Bis daz seu chament ubern steg,

** Den wurffens ab, da warens frey

*** Und koment häym gar gmach da pey.

Seu viengen pey den henden

Die mäcznen ellenden 40

Ze sertenn und ze schenden,

Des chonnd in niemant gewenden,

Des warent doch von Saurrenstorff

Und von Rüczingen dem dorff

Die diernen all gefüret hin, 45

Daz was ir er und auch gewin. 41

Die Nissinger auch wider umb

Seu wuotten ser und machtens krumb,

Der purgermayster schre vil drat:

Auf, ir herren, in den rat! 5

Wir schüllen wissen, wie ym sey

Und was ze schaffen auch da pey.

Des chamen zwelff der geswornen

Die allerpest gepornen

In den rât gegangen 10

Parfuoss hin und dannen.

Den ersten hiess man Strudel so,

Der was ir purgermaister do,

Dem andern sprach man Pachenfläsch,

Dem dritten Egghart Rindtäysch, 15

Der vierd was Snegg, der fünft der Zing,

Dem sechsten ruoff man Schilawingg;

Wütreich und der Luodrer,

Pütreich und der Marnär,

Eselpagg und Fülzan 20

Machent auch wol sechs man.

Ir rauthaus was ein scheur mit stro,

Da sassens ein und sprachen so:

Wir schüllen senden nach den knaben,

Daz seu uns vil eben sagen, 25

Wie daz dinch sey an gevangen,

Dar zuo wie es sey dergangen.

Des ruoffens so dem Deupenpäyn,

Der was do schrey der gemain,

Und santten nach dem Chraymbolt, 30

Der cham vil endleich, sam er scholt,

Und sayt vil eben, wie ym was.

Do nu Egghart gehöret daz

Und wie Arnolt was derschlagen,

Secht do huob sich jâmers chlagen 35

Von dem vatter umb sein knaben;

Ir gehort es nie pey ewern tagen.

** Er sprach: O we, du pitter tod,

Du greuleichs end, du sende not,

Wie hast du mir mein liebes kind 40

Emphüret hin so gar geswind?

Daz laid ich nimer mer verschlag,

Die weil ich leb, nur einen tag.

Da mit so viel er yeso hin 41b

Und lag geswunden in dem sin,

Er tett sam vatters treuwe tuot,

Dem seins herczen äygen pluot

Vergossen ist so gar ze drat, 5

Daz er so lang derzogen hat

Mit grosser mü pey seinen tagen.

Doch was ym vil me ze clagen,

Daz sein sun, recht sam ein perg

Ein man, derstarb von einem twerg 10

Lasterleych und ane peycht,

Seiner er und sel unleycht.

*** Des hiet auch Snegg verhört daz äyn,

Daz sein vatter Harrenstayn

Hiet den seinen leyb verlorn. 15

Do zittert er von rechtem zorn.

Daz wolt er yeso schiere rechen.

Des huob er an also ze sprechen:

** Ir herren, ich wisst langes wol,

Wie sich einr bedenken schol 20

Langeu zeit und schaffen drat,

Des er sich so hat bedacht,

Won zorn und eyllen sint dem rat

Widerwartig fruo und spat.

Die regel falt, daz secht es wol, 25

So einr seynn schaden rechen schol

Mit schlahen, rauben und prennen,

Des mügt ir auch da pey derkennen.

Hat mich einer yecz verwunt

Und rich ich daz nicht so ze stund, 30

So köment ander leut ze stett

Und machent frid, so ist es wett.

Seu sprechent nicht: Stich in hin wider!

Da mit so leyt min er da nider.

Min pluot verrert, daz fläsch gestochen 35

Beleybt so ganczleich ungerochen.

Dar umb verhört, daz ist mein rat,

Die weil daz dinch sein zeite hat,

Daz wir gepeuten auf ein puoss

Yedem man ze röss und zfuoss 40

Und tügin zstetts ein rennen

Ze schlahen und ze prennen,

Ze rauben und zschalmüczen,

Mit spiessen, für und schüczen 41c

Auf die von Lappenhausen.

Daz wirt ein erleich sausen.

Und schol dis haben fürgang,

So tuot es schier und machcz nit lang. 5

Secht, daz wär gschehen so.

Des gedacht ym Putreich do

An sein tochteren Küczeldarmen,

Er muost sich uber sey derparmen

Und sprach: Her Snegg, daz tät ich gern, 10

So muoss man sein umb sach enbern.

Wäyst nicht, daz gevangen seind

Unser tochtren? Pist du plind?

Dar umb so volgt es meinem rât

Und eyllt nit zuo der rach so drat! 15

Lasst uns e mit cluogen sinnen

Unsreu kinder wider gewinnen!

Daz ist, wir schüllen trachten eben

Den veinten susseu red ze geben

Und verhaissen wol mit sagen, 20

Bis daz wir daz unser haben.

Dar nach, rürens uns ein tahen,

So schol man eins zum andern schlahen,

Dar mit smuczen uber seu her

Ze ross und zfüss mit schilt und sper, 25

Mit schlahen, hawen und mit stechen

Und also alten schaden rechen.

Do nu der das sein gesprach,

Wütreich auf gen hymel sach.

Er wolt sich zaygen erber sein 30

Und sprach: Her freunt, die rede dein

Ist wol nücz nach meinr versicht,

Doch hant sey der eren nicht.

Des sprachent do die andern all

Gemainclaich auf in lautem schall: 35

Was nicht enhat der eren scheyn,

Daz mag auch nimer nücz gesein.

Hie mit was des râtes geswigen

Und auch die sach in ir beliben.

Strudel fragen do began, 40

Was noch wâre guot getan.

Des antwurtent seu ym gemäyn

Und sprachent: Herr, ir seyts der äyn,

Der uber uns gesaczet ist

Ze rat und schirm ze aller frist. 41d

Darum so schult ir heven an,

Und was ir welt, daz sey getan.

Strudel rüspelt seinen chragen

Und huob sein tadinch an ze sagen. 5

Er sprach: Der streyt geschaffen was

Umb anders nicht, dann umb das,

Daz man an unzucht schon und eben

Möcht mit ganczem frid geleben.

Dar umb wir mügen vechten 10

Mit got und mit dem rechten

Wider yedem, der uns tuot

Ze kurcz an leibe oder guot.

Nu dar, so habts vernomen wol,

Des ich vil grossen chumber dol, 15

Wie die Lappenhauser heut

Gemürdet habent unser leut,

Gevangen, gschlagen gar unleys

In irem dorff nach schelcher weis,

Etleich gflohet uf der häid, 20

Daz schol uns pilleich wesen layd;

Won besser ist, noch weiser ler

Frisleich sterben umb die er,

Dann mit schanden leben, secht!

Nu hat auch got die seinen knecht 25

Moysen und Josue

Gehaissen in der alten ee

Streyten wider falsche schar

Und half in dar zuo gancz und gar,

So mag ein volk auch streiten wol, 30

So man daz sein beschirmen schol.

Den gewalt wir von dem kayser haben.

Doch so lat euch eines sagen!

Des menschen grosser übermuot

Vil oft eim solhen schaden tuot, 35

Daz einem wirdet an gesiget,

Wie wol er süst des rechten phliget.

Dar umb so schüllen wir die sach

Gütleich heven an mit gmach.

In ganczer diemuot wellen wir 40

Daz end ersehen nach begir

Und senden unser boten hin

Gen Lappenhausen in dem sin,

Daz seu uns widersenden schier 42

Unser tochtren alle vier

Und auch die Wasserschepferin,

Dar zuo allen ungewin

Und schaden wider tügin 5

Fürbas chaymen mügin,

Der von disem dorff sey,

Wollens wesen streytes frey.

Des rât ich euch und dünkt mich so

Vil guot, des wurdens alle fro. 10

Des wurden yeso ausderwelt

Zwen der besten und gezelt:

Daz was der weis her Albrecht Zingg

Und auch juncher Schilawingg

Zuo der potschaft in der sach. 15

Daz geviel dem Zinggen nit und sprach:

Der häbch und sparwer vahen wil,

Der schol mich des nicht bitten vil,

Daz ich der sein neczfogel sey.

Hie so schült es merken pey, 20

Daz ich nicht gecheren gtar

Zuo einer ungeheuren schar,

Die so scheidleich ist uns bös,

So ungeschlacht und auch so lös;

Dar zuo seyn seu trunken auch. 25

Waynt ir, daz ich sey ein gauch,

Daz ich so swäre botschaft werben

Well und ane wer verderben.

Des was do Schilawingg vil jung,

Er macht sich auf und tett einn sprung 30

Und sprach: Schol ich der zag nu sein?

Welt ir ichcz, bedorft es mein?

Ich trost mich meiner süssen so,

Daz ich sein pin von herzcen fro,

Ob ich die botschaft werben schol 35

Alters äyn. Daz gefiel in wol,

Er hiet die schönen Gnepferin

Ze einem lieb in seinem sinn.

Daz was die sach, dar umbe daz,

Daz so gar gehorsam was. 40

* Des lieff er hin der fröleich man,

*** Bis er gen Lappenhausen cham. 42b

Da vand ers all nach pey dem tancz,

Springen höh von rechter schancz.

Er machet sich gen in zuo dem spil.

** Hört, was ich euch sagen wil, 5

Sprach der bott zum herren do.

Ir seyt des ewern lasters fro,

Dunchet mich in meinem muot,

Daz heut so manger helde guot

Verloren hat sein leben hie 10

Und ir noch tuot, ich wäiss nit wie.

*** Secht, da liessens von dem tancz.

Niemant hiet vernomen gancz,

Was der pott in hiett gesäyt;

Des waren seu da hie beräyt, 15

Und sprachen: Was wil diser gauch?

Sag uns, daz wirs hören auch!

** Schilawingg was unverzäyt,

Sein botschafft huob er an und säyt:

Ir habt vil recht, ich pins ein gauch, 20

Ein chind dar zuo und tobig auch,

Dar umb kan ich auch liegen nicht,

Die leut betriegen, sam ein wicht;

Won liegen daz wil haben list.

Also sag ich, wie ym ist 25

Gewarleich in eim schlechten schein.

*** Von Nissingen die herren mein

Der purgermayster und der rât

Enpeuten euch pey gedrat,

Daz ir die tochtren alle vier 30

Gebin wider also schier

Und auch die Wasserschepferin,

Dar zuo allen ungewin

Und schaden wider tügind,

Fürbas niemant mügin 35

Der von irem dorffe sey,

Welt es wesen streytes frey.

Do nu das verhöret was,

Der do schelten chondet bas,

Daz was ir mayger Ruofli do. 40

Der huob es an und sprach also:

Her gsell, ich waiss nit, wer du pist;

Doch gäb man umb dich nit ein fist

Noch umb dein herren von dem rât,

Den paurenmäyster, der dich hat 42c

Gesant so törisch zuo uns her,

Noch umb alle Nissinger.

** Wiss, er was dir nicht gar holt,

Der dich also her senden wolt; 5

Und war es nicht so gar ein schand,

Botten fräveln so ze hand,

Sterben muossist umb dein spil.

Des troste dich, doch nicht ze vil,

Und cher vil endleich wider häym, 10

Als dir wäscht ein uberpäyn.

*** Schylawinggen ward so häyss

Ze fliehen, im enphuor ein schäyss.

Daz was der segen, den er gab

Den leuten an dem sunnetag. 15

Daz wär ym alles ein getrencht,

Hiet er sich en wench verrencht

An seinen löffern, den was gâch,

So veintleich eyllten seu ym nâch.

Des cham er doch vor inen häym 20

Und sagt die mär in allen gemäyn.

Da mit seu santen überall

Gen Aurach in Sweiczer tal

Und zuo den von Gäygenhofen,

In Gadubri zuo dem ofen, 25

Gen Kenelbach und Leybingen,

Gen Hofen und gen Vettringen,

Gen Ruczingen und Füczenswille,

Gen Seurrenstorff und Wattwille,

Dar zuo abhin an den Reyn, 30

Da ir freunde scholten sein,

Duz seu ze hilfe kämin in,

Won ze streytten stuond ir sin.

Des waren so die botten bhend,

Daz bis morgens hiet ein end 35

Ir potschaft gwunnen, daz ist daz.

Die weil ze Lappenhausen was

Daz hochzeit schon begangen

Von frauwen und von mannen.

Seu hietten ser gesprungen, 40

Getrunchen und gesungen,

Daz nachtmâl wol gefressen.

** Man schol auch nicht vergessen

Des, daz Bertschi Triefnas

Tet, do er pey Maczen was 45

In dem pett der selben nacht. 42d

Daz sag ich euch nâch meinr vermacht.

Er hyels sey mit den armen sein

Und küsst sey in das maul hin ein

Siben stund nach seinem lust 5

Und trücht ir prustli an sein prust.

Des wol er fürbas sein gevarn:

Mäczli chond den weg verwarn

Und huob ze schreyen an so vast,

Man hört es uber ein halben rast. 10

Die päyn seu huob ze samen ser,

Daz was der junchfrawen er.

Des liess der preutgom von dem streyt

Und gedacht ym an der zeyt,

Wie mit spächten scholt der man 15

Daz dinch den frauwen gewinnen an.

Da mit so huob er an und sprach:

Wol mir, daz ich ie gesach

Die stat, da mundel sich ze mund

Gefuget hat in süsser stund! 20

Deineu prüstel zuo meiner prust

Getruket sind so gar mit lust

In rechter lieb und auch so geleich,

Des lob ich got von hymelreich,

Der die wun geschaffen hat 25

Sunderleich mit seinem rât,

Daz die menschäyt wachsen schol.

Dar umb, mein lieb, nu tuo so wol!

Gedench, daz got gesprochen hat:

Ein mensche seinen vatter lat, 30

Er tuot sich auch seinr muter an

Und haltet sich zuo seiner chan,

So werdent zway in einem fläisch

Nach der glos, die ich da wäiss,

Daz ist ze einem chind zgeperen, 35

Und geruoch mich des zgeweren,

Daz die gens tuond in dem bach!

Liebes lieb, daz ist ein sach,

Daz ich ewecleichen dich

Halten muoss und wil, sam mich. 40

Mäczli do mit ungemach

Wainent zuo dem knechte sprach:

Ja, ich wayss wol, wie ym ist.

Du pists ein gesell mit falcher list,

Sam einr, der vogel vahen wil, 43

Der pfeiffet süss und macht sein vil,

Und so seu koment in sein hab,

So würgt er in die chragen ab.

Näna, Mäczli, so sprach dirr, 5

Mich dunkt, du seygist worden irr

In disem bett, daz sag ich dir.

Wayst nicht, daz von payder gir

Zwüschen uns geschehen ist

Die häylig ee an bosen list? 10

So leyst auch in dem prautpett.

Dar umb so trachtin wir ze stett,

Daz die ee werd vollepracht,

Der so mit willen ward gedacht!

Secht, do tett er sam ein man 15

Und grayff sey chrefticleichen an!

Wie schier er ir die päyn auf kert,

Sam in der schreiber hiet gelert,

Und macht sich zwüschen seu enmitten!

Er tet nach seiner vordern sitten. 20

Mäczli was auch nicht ze träg,

Wie sey an dem ruggen läg,

Sey hüczret vast und zappelt ser

Und bhielt auch wol des arczzets ler.

Do nu daz erst vergangen was, 25

Daz wisst man wol und machet das,

Das die pettstat was ze chranch

Und hiet getan daz best gesanch,

Daz man joch yemer mag gesingen.

Da mit der preutgom wolt verprinnen 30

Von grossem durst, des ruoft er:

Wasser her, jo, wasser herr!

Des pracht man in do von Venedi

Ein suppen gemachet mit tragedi,

Und auch von malvasey da mit. 35

Daz was ir aller pester sitt.

Do assen seu und trunkend dar,

Bis daz seu wider chamen gar,

Da mit die geste bald hin für.

Die praut stuond auf und bschlass die tür 40

Inrentalb vil gar ze stett

Und legt sich wider in daz bett.

Doch chuond sey sich vil übel ghaben,

Den pluomen in irn fröden chlagen.

Des sprach der preutgom: Wäynn nicht mer, 43b

Gehab dich wol, daz ist mein ler.

Hast den pluomen nu verlorn,

Da wider wirt ein chind geporn,

Daz ist ein säylich dinch vil guot. 5

Dar zuo nym dir in den muot,

Daz du in treuwen mäynist mich

Und tügist was ich haysse dich,

Daz doch mit nüczen sey und eren.

Sich, so wil ich dir daz sweren, 10

Dich in rechter lieb ze halten

Und von dir auch niemer mich gschalten.

Der rede danket sey ym do

Und verhiess auch tuon also.

Des ward do lenger nicht gspart, 15

Er tett irs noch en ander vart.

Des wären seu do müde worden

Und schlieffend hin bis an den morgen.

*** Hiet die praut nur einen man;

Küczeldarm ir vier gewan, 20

Annen ärs der ward zerriben,

Sey hiet der gsellen mer dann siben.

Zehner phlag die Gnepferin,

Yecleichem nach seinem sin.

Ungemäss die hiet ir acht, 25

Die veilten all die langen nacht.

Die Wöscherin so reudich was,

Daz sey vor inen allen genas.

** Do nu der liechte tag herprach,

Der wachter an der zinnen sprach: 30

Wer an lieben armen leit,

Der mach sich auf, won es ist zeyt;

Die sunne hat den morgen streyt

Mit chreften uberwunden;

Der man entweycht, ich wäyss nicht war; 35

Die sternen sein verblichen gar,

Die nacht ir still ist worden bar,

Daz brüf ich ze den stunden

Et cetera, daz sang er gar.

Des ward fro Mäczli do gewar 40

Und gedacht ir in dem sin:

Wär, daz ich derweket in,

So tät er mirs zür dritten stund,

E man uns in dem bette funde.

Des ward sey sich do rüren, 43c

Daz bettgwand alz durchfüren,

Bis er doch muosst derwachen do.

Pertschi auf und sprach: Wie so?

Ich hiet mein fingerli verlorn, 5

Antwurt sey, daz tett mir zörn,

Und han gesücht bis an den tag.

Der macht, daz ich es funden hab.

We wie schier do ward vollpracht

Des, so ir Mäczli hiet gedacht! 10

*** Dar nach die gsellen kament all

Mit pheiffern und mit grossem schall

In daz gaden ze dem zil

Und wunschten in des glükes vil.

Du scholt uns nicht versweygen, 15

Mocht sey es derleyden?

Gevelts dir an der sneiden?

Sprachen seu zuo Pertschinn do.

Des antwürt er und sprach also:

Mir geviel nie kayni bas. 20

Wisst, daz sey ein junchfraw was!

Dar umb so gib ich ir vil drât

Ein par schuoch ze morgengab.

Do huob mans von dem bette auf.

Secht, do was die hochzeit aus, 25

Won in wâren chumen mär

Notleich gar und dar zuo swär,

Daz Nyssinger ze denen zeiten

Hieten muot mit in ze streyten,

Und wie ir botten in die land 30

Warent hin umb hilf gesant.

** Des machten sich die jungen fro

Und die alten nicht also;

Die wisten wol in iren sinnen,

Was man mocht mit krieg gewinnen. 35

*** Also leutet man ze rât.

Des chamen her der herren drât

Wol auf zwaynzig und auch me:

Etleich seint genennet e,

Die andern wârent Ruoprecht, 40

Gaggsimachs und Niemansknecht,

Hilprand, Grämpler und der Gnäst,

Gumprecht und der Hellegayst,

Künchelstil und Ochsenchäys,

Fuczenpart und Fleugenschäyss 45

Peter Stümph und Ryffyan

Und der werd her Pylyan, 43d

Dar zuo Lyenhart mil dem phlegel,

Symon Kegel, Jaudas Schlegel

Und der Höseller der gra.

Da mit so warens alle da 5

In einem stadel auf dem tan.

** Des huob do Rüfli mayger an

Und sprach: Ir herren arm und reich,

Es habt gesehen all geleich,

Wie die von Nyssingen die bösen 10

Mit iren faygen herczen lösen

Gestern schulten uns ym gras

Umb anders nicht, dann umb daz,

Daz Eysengreyn gejuket hiet

Greduln hand in ganczer lieb. 15

Nu lekt der hund den herren sein

Von treuwen ym ze frödenscheyn,

Dar umb so taten sey nicht wol

Und namend daz einr nemen schol

Der ane recht und ane sach 20

Wil ym schaffen ungemach;

Des wolt seu noch benügen nicht

Und santten uns enn argen wicht

Mit böser täydinch und mit treuwen,

Sam die mause tuond den leuwen. 25

Dar zuo habent seu gesant

Umb hilf und rât in alleu land

Und habend gir mit uns ze streyten.

Wes schüllen danne wir gepeyten?

Wisst, es ist uns nicht ze leyden, 30

Furbas also lange sweygen.

Dar umb so ist der râte mein,

Daz wir die ersten schullen sein

In des streytes an ze muoten

Und warnen uns mit wappen guoten, 35

Ze reytten auf die meuse,

Ze rüren in die leuse,

Sam die löwen unverzäyt.

Die mär habt euch von mir gsäyt!

Die red geviel den jungen wol, 40

Won seu ir gemuotes waren vol,

Dar umb daz in gelungen was

Des vordern tags auf irem gras,

Und wanden, daz in yemant icht

Geschaden mocht dehayner gschicht, 45

Und sprachent all: Daz sey getan! 44

Wer bessers wiss, der sag es an!

Dar zuo fuor do Ryffyan,

Der was der alten einer do

Und sprach: Dem dinch ist nicht also, 5

Sam ir nu wäynt nach euwer sag,

Won ich oft daz vernomen hab,

Daz niemant mag einn veldestreyt

Gefüren recht pey seiner zeit,

Dann ein hoher fürst gestalt 10

Oder einr von seinem gewalt.

Dar umb mügt es gestreyten nicht,

Sam des käysers rechte spricht.

Lyenhart sprechent ward vil drat:

Sag mir eins, des ich dich frag! 15

War aus sein die fürsten gmacht?

Von wannen chümpt die herschaft?

Sein seu nicht alz wol, sam wir,

Adams kinder? Daz sag mir!

Trauwen, sprach do Riffian, 20

Es ist wol war, daz yederman

Chömen ist von Adams leib

Und von Evan, seinem weib;

Doch sein etleich sunderbar

So from gewesen, daz ist war, 25

Daz seu von dem volk derwelt

Seyn ze herren und gezelt.

Etleich warent tugenthaft,

Etleich auch gar ungeschlacht.

Die tugend die prach alweg für, 30

Die bosshäyt chrangelt vor der tür

Sam her Noes sünen geschach,

Do einr sein vater trunke sach,

Do huob er sein ze spotten an;

Dar umb ward er ein äygen man; 35

Und die den vatter erten do,

Die wurden erber frien so.

Also sein wir nicht geleich,

Einr ist arm, der ander reich,

Einr ein gpaur, der ander edel. 40

*** Do sprach Lienhart mit dem phlegel:

Nu dar, daz fügt uns allen wol,

Won wir sein from und tugend vol. 44b

Dar zuo wir haben auch ein gfäss

Allen dörffern mit ubermäss

Mit einem zaun gemauret wol,

Dar umb ein pach rint wassers vol, 5

Zwäy tor und huotten vier

Mit einem teuffen graben zier

Hat daz dorff zuo seiner maur

Allen veinten gar ze saur.

So machtig sein wir und so reich, 10

Nie käyn volk ward uns geleich;

Dar umb so mag ich sprechen so,

Sind sein meyn gsellen fro:

Bis du, Rüfel Lechdenspiss,

Kayser uber all gewiss, 15

Und du, Walther Fleugenschayss,

Kunig in der Grausner chrayss!

Dar zuo sey auch Fuczenpart

Herczog zuo des streites vart,

Und sunderleich zuo einem ruom 20

Hab er sein herzogentuom

In dem anter tayl dem land,

Daz macht in uber all derkant!

Und du, Pertschi Triefnas,

Ich kan dir nicht geraten bas, 25

Marchgrâf bis von Nyenderthäym

Über als daz gepyet gemäyn!

Grâf Purkhart ist gewesen vor

Ein grâf geporn von Nydrentor.

In Ungern ist sein grâfschaft, 30

Da man vil der grâfen macht.

Wir andern seygin freyge herren!

Secht, daz kan uns niempt derweren!

Wer dann zritter werden wil,

Der chum zum streyt, da machit manr vil! 35

Unser diener seygin knecht!

Die jungen sprachent: Daz ist recht.

** Ruoprecht des ward lachent do,

Er sprach: Nu hin, dem sey also,

Daz doch nicht gewesen mag, 40

Die weil du lebest einen tag.

Dennocht schüllen wir nicht streyten

Mit Nissingern ze disen zeiten,

Wellen wir vil recht hie pey

Sehen, was der streyte sey 45

Und des streytes manig vach 44c

Des ungerehten krieges sach.

Das sag uns, sprach do Farindkuo,

Wir hörren dir vil gerne zuo.

Do sprach Ruprecht ze der frist: 5

Wisst, der streyt ein chriege ist,

Der an schlahen leyt und stechen,

An schiessen, muosten und auch brechen,

So ist der streyt auch manigvalt,

Etleichen man gaystleich halt, 10

Etleicher ist leypleich gar.

Gaystleichs streyts sein zwo schar:

Die erste ist daz himelher,

Die sich vil chrefteleich ze wer

Stellet wider Lucifern 15

Und alle die ym volgten gern,

Also daz er muosset vallen

In die hell mit seinen allen.

Die peyn er billeich leyden scholt,

Won er für got sich seczen wolt. 20

So leyt die ander gaystleich schar

Des streytes an den pfaffen gar,

Die die leut an gottes stat

Pannend schedleich nacht und tag,

Die kirchen in dar zuo verschlahent 25

Und auf von nücz und eren habend.

Der streyt mag etswen wesen guot,

Etswen böss, dar nach man tuot.

Leypleichs streyts ist zwaygerhand:

Der erst ist gemayn in allem land, 30

Gen dem andern daz geschicht,

So der hohe fürste vicht

Oder volk von seim gewalt.

Daz ding ist auch also gestalt,

Daz der streit mit recht bestet 35

Oder nur von gewalte get.

Der ander streyt ist taylsam

Und geschicht oft, so der man

Seynes lebens sich dernert.

Daz ist von glük und recht beschert. 40

Taylsam streyt auch hevet an

An dem seinen, so ein man

Geschadigot ist von eim alläin

Und wil sich rechen an der gemayn.

Das mag auch nimer recht gesein, 44d

Won allayn schol leyden peyn

Die sele, die auch sunderbar

Hat gesundet, daz ist wâr.

Ze dem dritten man in sicht, 5

So einer mit dem andern vicht

Sunderleich in einem champf.

Got geb ym läyd mit sampt dem rampf,

Der in des ersten ye derdacht

Und so mangen man hât pracht 10

Umb sein leben ane sünd.

Doch ficht man, sam ich euchs künd,

Daz der grechte ob geleyt

Ofter ze derselben zeit,

Dan der schuldig, umbe daz, 15

Won er seins rechten getruwet bas;

Daz gibt ym hercz und dar zuo sterk.

Doch so hörr noch eins und merk:

Ander sünd die machend dik,

Daz er beleybet in dem strik. 20

So kumpt der streyt von manger sach.

Doch, daz ich es kurczer mach,

Die sach der sachen ist vil wol

Fünferlay, die man euch schol

Kunden eben ze dirr frist. 25

Dar umb so wisst, die erste ist,

Daz man nicht bessert ubeltat

Nach dem und seu verdienet hat,

Die ander daz ist voller chäst,

Die den chriege steuret fast, 30

Die dritte ist, vernim mich eben,

Daz wir den zehenden nicht geben

Wellen unserm pfarrer,

Dar umb so nimpt der söldner,

Die vierd ist daz, daz wir nicht enwellen 35

Uns dem tiefel widerstellen,

Won wer umb die sele vicht,

Der achtt des leybes streytes nicht;

Die leste sach, darumbe wir

Habent zuo der tât begir, 40

Die kriege schaffet und auch streyt,

Ist, daz wir nicht rechter zeit

Wissen mügen allen schaden,

Den man von dem krieg mag haben

An sel und leyb und an dem guot. 45

Also hab auch in dem muot

Von dem varen uber mer

Und umb das lant ze pauwen verr,

Won wer daz leyden wisst eben, 5

Der liess es alles unterwegen.

Hie so mügt es merken pey,

Ob euch guot ze streyten sey.

*** Daz verredt vil schiere do

Eysengreyn und sagt also: 10

Lechspiss uns des ersten sprach,

Wie recht wir hietin zuo der sach.

Haben wir nu recht dar zuo,

So schol man trachten spat und fruo,

Daz wir es treyben an ein end. 15

Da von uns auch niemand wend,

Won wir schüllen er beyagen.

Was schadens schüllen danne haben

Die, so mächtig sein und kek,

Daz seu umb niemant einen zwek 20

Gabind, so es not tuot!

Die rede daucht die jungen guot.

** Da mit so huob her Pylian

Auch sein widerrede an,

Won er auch ein alter was, 25

Der sich verwisst auf kriege bas,

Und sprach: Wisst, daz niemant schol

Ym selb so gar getruwen wol,

Won kaynr so stark ist noch so reych,

Er vinde dannocht sein geleich. 30

So spricht man auch nach harscher ler:

Der veldstreyt haben wil ein her

Ze fuoss auf sibentausent man

Und hundert, ob mans zellen kan,

Und sybenhundert schüllen sein 35

Geritten nach der zale mein,

Dannocht mer auf neunzehen,

Die schol man pey enander sehen

Schon gewappent gancz und gar!

Der schüczen sey ein michel schar, 40

Die sich machen vor hin an,

Die veint ze schlahen verr hin dann.

Nu dar, daz habt ir alles nicht!

Dar umb so ist der streyt enwicht

Juncher Hayncz sprang auf von zorn 45b

Und sprach: Sym siha durch ein horn,

Wil uns nu der gemessens geben,

Wie man schol ze streytten leben?

Ich han von reken streyt gehört, 5

Von Alexanders hie und dört,

De Troyaner ganz und gar

Mit Kriechen hin und dar

Und der Römer dort und hie.

Ich vernam des zellens nie. 10

Dar umb so wisst und ist mein rat,

Der nicht auf zehen tausent hat

Gewâppenter zuo seinem streyt,

Der chäm gegangen mit eym scheyt,

Mag er nicht gevaren bas 15

Und schlach die veinde in das gras!

Ein pfefferchorn vil hässer ist,

Dann ein grosser hauffen mist.

*** Da mit so kam fro Laychdenman

Für die tür und chlochet an, 20

Des ward sey in gelassen do.

Sey gie hin für und sprach also:

** Vorhin wisst ich alweg wol,

Daz chäyn weiser chomen schol

Von ym selber zuo dem rât, 25

Da man in nicht gepetten hât;

So wäyss ich nu hin wider daz,

Ob einer mag geraten bas,

Dann ein andrer zuo der geschicht,

Die in an so grössleich trifft, 30

Des hât er recht und dar zuo er.

Dar umb so pin ich chomen her

Und sag euch auch die tayding mein

Mit manger clag von grosser peyn,

Deu ich an meinem herczen trag. 35

Unser mayger ist ein knab,

Und der rât von jungen leuten

Daz mag uns anders nichtz beteuten,

Dann sam ich es geschribens vind:

We dem lande, daz ein kind 40

Haben muoss ze einem herren!

Won das wil ich yeso sweren,

Schol daz streyten für sich gen,

Diss dorf vil wenich mag besten

Einen tag, daz wayss ich wol, 45c

Es wirt verprent zuo einem kol,

Dar zuo daz guot geraubet gar,

Und ob ich es gesprechen glar,

Daz kind in seiner muoter leib 5

Dermürdet wirt mit sampt dem weyb,

Die man derschlagen und gevangen,

Dar zuo hoh embor derhangen.

Daz hab ich alles sampt gelesen

In der gescrift und muos auch wesen, 10

Won die Nyssinger die sind

Des planeten Marten kind.

Das muogt es dar an spuren wol,

Won ir dorff ist sunden vol,

Der fläschhaker seu habent vil, 15

Die der sterne haben wil.

Da mit so wirts am Eritag,

Der ist auch seinn, sam ich euch sag.

So ist dar zuo der selbig stern

In seinem haus, do stet er gern, 20

Daz ist in dem hymelstier,

Da ist er auch wol sterker zwir

Trun, dann ob des nicht enwär.

Dar zuo so sag ich euch die mär,

Dem sternen Venus ist gegeben 25

Sunderleichen unser leben,

Daz mügt es sehen also drât,

Won diss dorff nur weyber hat

Und auch sneyder uber all,

Die schaczet man in seiner zall, 30

Dicze süne sein kinder schullen seyn.

So hat der stern auch den peyn,

Daz er widersinnigs get

Und in dem hymel taraut stet,

Er hat ein böseu angesicht, 35

Daz saumpt euch zuo der geschicht.

Dar umb, vil lieben kinder meyn,

Daz ir vil sälich muossin sein,

Massent euch des streytes

Und wartent bessers zeytes, 40

Wol ir behalten leib und sel,

Chinder, weyber, guot und er!

*** Do nu diseu red geschach,

Wie greuleich Niggel gen ir sach

Und sprach: Get aus, ir alteu hür! 45

Daz euch der ubel gayst enphür 45d

Mit ewerm sternensehen!

Ich wil dir des vergehen:

Wär ein stieg in disem haus,

Du müssist vallen ab und auf. 5

Laychdenman die lieff da hin

Und liess den jungen iren sin.

** Colman was ein weiser pach,

Dar umb er haysse waynend sprach:

Nu dar, vil lieben herren guot, 10

Sagt, wes habt ir noch ze muot?

Des sprachen do die jüngen gmäyn:

Wir wellen streyten umb daz äin,

Daz wir der allen keczern tant

Mügin pringen ze einr schand. 15

Dis seu der haher musse streken!

Schullens uns also derschreken?

Colman sprach: So tut so wol

Und sent umb hilfe, sam man schol

Tuon in sölher grossen not! 20

Daz ding ist nicht ze verr dem tod,

Es ist nicht umb einn ryemn alläyn,

Wisst, es gilt die haut gemäyn.

Secht, das mag euch schaden nicht,

Won die weyshayt also spricht: 25

Den freund man in den noten mag

Versuochen bas, dann ander tag.

So tuot uns bitten auch nicht vil!

Ob einr uns nicht herhören wil,

Dar umb so tuot er uns kayn we, 30

Und wissent dar zuo bas dann e,

Wer uns getreuw ist oder nicht,

Daz man sich auch darnach verricht.

Dar zuo ist des streytes recht,

Daz man den veinten send ein knecht 35

In einem rosenvarwen tuoch,

Mit swert und auch mit hantschuoch,

Gesprenget ser mit rotem pluot.

Daz ist ze einem zaychen guot,

Daz man vechten mit in well. 40

Dar zuo widersäyt der gesell

Yrem leyb und yrem guot,

Daz seu sich dester bas in huot

Haben schüllen, so tuot ir,

Welt ir haben streytes gir. 45

*** Diss geviel den jungen allen

Und schreuwen auf mit grossem schallen:

Sim daz wär joch uns ein gnad, 46

Daz Colman so gesprochen hat.

Und santten drat den mesner hin

Zuo den veinten in dem sin,

Daz er die märe scholte sagen 5

Und daz er von in würd zerschlagen,

Won sey truogen hass gen ym.

Das cham ym alles ze gewin,

Won er gen Nyssingen do kam

Und huob also ein red an: 10

** Mein herr der mäyger und der rat

Von Lappenhausen yeso drât

Haben mich zuo euch gesant,

Daz ich euch machen schol bekant

Yren gruoss nâch dem und ir 15

Verdienet habt, daz gelaubent mir!

Dar zuo ich euch widersag

Ewerm leyb and euwer hab

Von meinen herren allesampt.

Den häntschuoch nempt in ewer hand 20

Und auch daz pluotig swert dar zuo,

Ze weren euch des morgens fruo.

Auf dem Nyssvelt pey der linden

Da wellen seu sich lassen vinden.

Do die potschaft was gesagt, 25

Strudel der was unverzagt

Und sprach: Du macht ein gselle sein,

Se hin den esel, der sey dein!

Ze pottenprot den gib ich dir

Von meinen purgern und von mir, 30

Won du hast uns wol gmuot

Gemacht mit deinen mären guot.

Trag hin swert und hantschuoch

Und sag in auch den unsern fluoch,

Won mit unsern äygnen swerte 35

Wollen wir seu all zerserten,

Kämin seu nur an die stat,

Da seu uns hin habend gladt.

*** Der râche ward der botte fro.

Gieng er vor, des räyt er do 40

Gen Lappenhausen wider häym

Und sayt die antwürt allen gmäyn.

** Des wurden seu von fröden springend,

Wütend ser und dar zuo singend

Und santten hin von gemaynem rât, 45

Also schier und auch gedrât 46b

In die pesten stete so,

Die man vinden mocht aldo.

Rom die erste was genant,

Gelegen in Campanierlant, 5

Venedy sey die ander,

Und dar zuo Prugg in Flander,

Galiczi hat Compostellan,

Navarr allayne Pampilon,

In Cathaloni Barsalon, 10

Die gröst in Spangen ist Sibili

Und in Provincia Marsili,

Palerm der insel ze Scycili,

Nâpels in dem chüngreich,

Parr litt in Püllen, die geleich 15

Ligend alle an dem mer,

Daz selbig tuond auch Januer

Mit äyner statt die haysst Schavon,

Dar zuo in der march Ancon,

Die ligend auch dar an vil schon, 20

Constantinopol sey derkant

Den kindern dört ze Chriechenland,

Ze Zyppern in der inseln ist

Famagost ze aller frist,

Mayorica mit seinem strich 25

Hat ein insel auch für sich.

Das ertreych ker ich wider an,

Es ist Florencz in Tuscan,

Paraus und auch Asseys,

Lugg, die hohe Syen und Peys, 30

Bolony, Pern und Mäylan

Ein Lamparter dyr zaigen chan,

Dar zuo Padaw und Ferrär,

Ist dir frâgen nicht ze swär,

In Freyaul ist Weyden, 35

Der was auch nicht ze fersweygen,

Peuschendörff an underläss

Phligt der besten lantsträss,

Poczen daz leyt an der Etsch,

Tyrol dar zuo die herren fest, 40

In Sophoy ist Losan,

Pareys in Franchreich wol getan,

Tolosen und auch Montpalier

Sein der steten drey vil zyer,

Leuden in Prabanden, 45

Köln in Niderlanden, 46c

Wurms und Speyr, Triel, Mäncz und Ach

Die ligend all enander nâch

Pey dem Rein, sam Basel tuot,

Dar zuo Costencz die vil guot 5

Liget in dem land ze Swaben,

Von Ulme schol man dar zuo frâgen

Und von Augspurg auch da pey,

Welheu da die beste sey,

Und Zürich auf der Lintmag, 10

In der Steyrmarch Neuwenstät,

In Elsayss Rastet, Strasspurg

Und in Türing Erdfurt,

In Franchen vint man Wirczpurg

Und den markt ze Frankenfurt, 15

Pabenberg schol man da kiesen

Und Münster suochen pey den Friesen,

In Spenvelden Nürenperg,

Prag daz leyt auf Pehmer erd,

Prünn in Märhern an der march, 20

In Paiern Regenspurg die starch,

Salczburg, München die vil reich,

Passaw ist doch ir geleich,

Wyen in Osterreich ist gewachsen,

Halberstat das stet in Sachsen, 25

Meychsen ist ein stat alläyn

Und hat ein march für sich gemayn,

Ofen, Grân und Prespurg

Ligent auf Ungern furt,

Chrakaw ist in Polner reich 30

Und auch Presslaw sein geleych,

In Kärndern vint man Villach

Nicht gar verr von Friesach.

Preussen und auch ändreu land

Sein mir nicht so wol bekant, 35

*** Dar umb ich nicht genennen chan

Ir stett und ker hin wider an,

Da ich der gepauren botten liess,

Churczleich, daz euch nicht verdriess.

Die stett die brief vernament, 40

Wie schier sey zemen châment,

Ze bedenken sich vil eben,

Wem man scholte hilfe geben.

Und do der tayding vil geschach,

Der senador von Rôm der sprach: 45

** Lamparter sein weis genuog, 46d

Die von Franchreich sunder chluog,

Teutscher man ist auch gelert,

Dar umb sey in die er beschert,

Was der pol von Florencz 5

Und der amman von Costencz,

Von Pareys der haubtman

Sprechent, daz sey alcz getan!

Der priol, des ist mir ze vil,

Sprach, doch nicht, sam ich da wil, 10

Sünder was ir wellt, daz sey!

Und leg ein wortli aus da pey,

Daz ein weiser sprach, daz ist:

Besser ist ze aller frist

Ze richten zwüschen veintten zwäyn, 15

Danne zwüschen freuntten gemäin,

Won der freunden in verleur

Äinen, des chum ich ze teur,

Der veintten mag ich gewinnen äyn

Ze freunt, daz ist daz ich da mäyn. 20

Also mag ich sprechen hie:

Yeder man, der wayss wol, wie

Unser freunt sein Nissinger

Als wol sam Lappenhauser,

Die schol man nicht also verliesen 25

Und den andern tayl derchyesen

Zuo unserm grossen ungewin,

Das dunket mich in meinem sin.

Der haubtman auch gefraget ward;

Der äntwurt ze der selben vart 30

Und sprach: Her priol hat geredt

Also weysleich hie ze stett,

Daz ich nicht bessers han ze sinne,

Dar umb so wil ich volgen yme

Und beweren sein geticht 35

Mit andrer red, die also spricht:

Ist ein man auf häylem eys,

Der ge vil gmach, so ist er weis,

Und hab sich auf entwedern täyl,

So vert er seine sträss mit häyl. 40

Also rât ich ze der sach,

Daz wir beleiben mit gemach,

Daz mügen wir auch sanft getuon,

Won wir weder fried noch suon

Prechent an den dorffgesellen, 47

Ob wir in nicht envolgen wellen,

Und behalten ane schuld

Den andern täyl in ganczer huld.

Doch so leg ich eins dar zuo, 5

Daz man da sprichet spât und fruo:

Verfluochet sey die maysterschaft,

Die chupfer aus dem silber macht!

Dar umb so schüllen wir die botten

Schon enphahen ane spotten. 10

Und in es auch derbieten wol,

Sam man frömden gesten schol,

Und voll die also sein gesant

Mit botschaft in ferreu lant,

Da mit so Lappensauser sag 15

Zuchticleichen sagen ab

Und sprechen, wie ir alteu treuw

In unsern herczen ist so neuw,

Daz wir tätin an gevar

Alles das, das billeich wär. 20

So ist der edeln leuten muot

So häyss auf unser leib und guot,

Daz wir von unsern stetten nicht

Varren mügen ze der geschicht,

Darr umb wir bitten ire huld, 25

Daz seu uns halten ane schuld.

Dar nach man vil sere batt

*** Den gelerten amman von der stat

Ze Costäncz an dem Podemse,

Ob er ichzit wisset me 30

Für die andern, daz er das

Saget wol und rieti bas.

** Des huob der amman an und sprach:

Die vorhin rieten zuo der sach,

Seyn so gerechte an ir sag, 35

Daz ich es nicht verbessern mag

Von nataur in meinem sin,

Doch sam ich geleret pin

Von einem, der was ein jurist,

Sprich ich, daz die hilfe ist 40

Zwivaltich nach rechter chunst,

Daz ist der schirm und auch der gunst.

Ze schirmen sein wir alle gepunden

Einen Cristan ze den stunden, 47b

So man ym vil unrecht tuot

An leib, an er, ald an dem guot,

Doch geschech das in der mass,

Daz man allermanchleich lass 5

Ungeschlagen und gestochen,

Won daz würd an uns gerochen,

Ob der so geschlagen man

Wär eins andern undertan.

Des gunstes vint man dreyerlay, 10

Daz sein der rât, der gewalt die zwäy,

Mitworchen ist daz dritt.

Râtes schol man helfen mit

Yedem man, der sein begert,

Ist sein sache rates werd. 15

Tuot dann einer, daz er schol,

Dem schullen wir mit hellen wol

Und ym geben also bald

Unsern gunst und unsern gewalt.

So mügen wir auch wirchen mit 20

Einem, phligt er guotter sitt,

Und schafft es wol ze rechten stunden.

Doch sein wir sein nit gepunden,

Wen die hilfe haben wil

Mü und auch der zerung vil, 25

Er war dann, daz der selbig man

Uns ein soleyichs hiet getan

Oder tätt von herczen gern,

Wolten wir sein nicht enbern.

Die täding schol man doch versten, 30

Ob sich das dinch mag so vergen,

Daz wir auch weder er noch leben

Müssin mit der hilfe geben,

Ald daz äyner nicht da pey

Wolt der pfaffhayt werden frey, 35

Oder ob das helfen wär

Unsern freunden nicht ze swar,

Den schüllen wir missevallen nicht,

Sam die tugent uns vergicht.

Warind aber paydeu täyl 40

Unser freunt ze geleichem häyl,

So schüllen wir daz schaiden

Zwüschen inen payden.

Mag mans dann nicht untersten,

So schol man zua dem ermern gen 45

Und in schirmen, hat er recht.

Secht das duncht mich alles schleht. 47c

Seyn sie aber bayd geleich,

An iren willen gar ze reich,

So lassen wir seu also rüg,

Bis seu selber werden müd; 5

Und was ich von den freunden sprich,

Daz macht du merken hinter sich

Von den veinten nâch der welt,

Die die sel verkauft um gelt.

Also wisst, daz ist mein rat, 10

Daz wir senden ieso drat

Mit ir potschaft unser zwen,

Die mit worten untersten

Schüllen gütleich, ob seu mugen,

Yren streyt mit ganczer tugend; 15

Und ob ir tading nicht enklek,

So lâssen wir die spreuwersek

Vechtens werden ubervol,

Ob es euch gevellet wol.

*** Der herczog von Venedy sprach: 20

Besser red noch nie geschach.

Dar zuo sagt der potestat

Von Padaw: Daz ist mein rât.

Von Prâg der schepfer warend drey,

Die sprachen all: Daz sey, daz sey! 25

Also ward yeso ze hand

Ir erber potschaft hin gesant

Gen Lappenhausen zuo dem rât.

Ir täydinch huobens an vil drât

Umb den frid ze reden do. 30

Des geantwürt in also:

Sagt den ewern von den steten,

Wir haben seu umb hilf gepetten

Und nicht umb frid ze machen,

Dar umb wir in den sachen 35

Zuo allen heiligen sweren,

Yr gepeit auch nicht ze eren.

** Die botten hin was scholtens sagen!

Seu möchten vor gwisset haben,

Daz ein gpaur vil selten tät, 40

Wes man in mit züchten pät,

Dem daz haubet grosser gar,

So man in gebitten gtar,

Und tuot allaine, daz er muos. 45

Gewalt der ist sein rechteu buoss.

Daz war dem Höseller ze swär

Und gedâcht, wie besser wär 47d

Ym, auf frömder erde leben,

Dann da haym des todes phlegen.

Des macht er haymleich sich dar von,

Sam noch die weisen sein gewon. 5

*** Die andern santen yeso hin

Zuo den dorffen in dem sin,

Daz man in ze hilfe chäm.

Daz erste dorff was Narrenhäym,

Do hiettens mangen ohäym inn. 10

Daz ander dorff hiess in der Chrinn.

Seu santen hin züm weyler,

Den hiess man Rupfengeyler,

Gen Torenhofen in dem tal

Zuo iren freünden uber al, 15

Gen Leusaw unterm Höperg,

Da sassen herren und auch twerg,

Vil nach da pey auf grunen wisen

Sassen reken und auch risen.

Da hietens umb und umb gesant, 20

Dar zuo in der hayden land,

** Die Juden und die Chriechen

Hielten sey für siechen

*** Und für nunnen zuo der geschicht,

Darum so wolten seu ir nicht. 25

Des dauchten sich die häxen gmät.

We, wie schier seu waren beräyt!

Yecleicheu sass auf ein gäyss

Und flog da her, daz ich nicht wäyss,

Weder tiefel in ir wär 30

In einem phät, daz was nicht swär,

Dar an ir gemaynes zaychen was

Pelsabuken chrumbe nas.

Ze Lappenhausen fuorens ein

Mit langen pürsten von dem sweyn 35

Und mit püchsen vol mit salb,

Das mustens haben allenthalb.

Daz wissten nu vil wol die twerg

Gesessen in dem Höperg

Und wollen mit den häxen nicht 40

Wesen ze der selben geschicht,

Wen seu mäynten sey nicht wol.

Des warens auch der sinnen vol

Und yeder mit seym mantel veh 48

Ward sieh seczent auf ein reh,

Die, sprungen höh den häxen zdracz

Bis gen Nyssingen an placz.

Die wâppen fuort man in vil gâch 5

Auf hohen chämeltyeren nach,

Ir zaychen was ein chronter löw

Mit einem spruch: Mir niemant tröw!

Vor inen farnder leuten vil

Mit pfeyffen und mit saytenspil 10

Dönten sunderleichen wol.

Die freunt seu machten fröden vol

Hie mit und auch die risen her.

Yder fuort ein ysen sper

Und mit ir ein chläynet schon, 15

Daz was ein drake also hön.

Des drâtten seu in siben schritten

Gen Lappenhausen bis enmitten

Auf den plan, des was man fro.

Daz sâhent so die reken do, 20

Den die risen truogend hass,

Und bedachten sich auch bass

Ze Nyssingen ze varen ein.

Secht, daz geschach und scholt auch sein!

Iecleichs swert waz lang und präyt, 25

Dar an des stahels vil geläyt.

Daz seu do fuorten zuo eym schein,

Daz was einer maget bild so vein.

Die häyden wisten auch vil wol,

** Mit we der man sich rechen schol. 30

Und do sey hieten so gehört,

Wie der Cristan minn zerstört

Was, des wurden seu vil fro

Und sprachen gen enander so:

Veint mit veinten temmen schol 35

Ein man, der sich wil rechen wol.

*** Des zoh ir her ein michel dyet

Bis in Lappenhauser gepyet,

Etleich ze fuoss, die andern ze röss,

Mit iren krölen und irm geschöss, 40

Mit einem sternen sampt dem man.

Der wappen wurdens selten an.

Wes scholten do die Sweyczer warten?

Mit iren geschliffenn helmparten

Cham ir her ein michel täyl 48b

Nur den Nyssingern ze häyl.

Etleich do ze fuosse giengend,

Die andern auf den sätteln hiengend,

Seu waren frays und dar zuo ubel, 5

Ir paner hiet einn melchkübell

Von dem dorff ze Aurach,

Daz allweg für die andern prach;

Narrenhäymer auch da hin,

Gen Lappenhausen stuond ir sin 10

Mit iren oren von dem esel.

Der dauchtens sich nicht wenig edel,

Hakken truogen seu ze wer,

Die schluogen fast und heuwen ser;

Torenhofner auch hin zuo, 15

Den zagel fuortens von der kuo

Und kamer her gegangen

Mit eim und dreissig mannen,

Iecleicher mit seinem stab,

Mit dem er grosse peullen gab. 20

Fünfzig waren chomen dar

Von Narrenhayme sunderbar.

Der hayden tausent was und me

Chömen auf der Cristan we;

Ir haubtman hiess her Mägeron, 25

Gewappent all mit leder schon.

Der risen warend siben:

Den ersten hiess man Sigen,

Den andern namp man Egg,

Der dritte was der Wegg, 30

Der vierd Golyas was genant,

Dem fünften sprach man Ruolant,

Neymprecht und her schön Syren

Warend do die lesten zwen.

Hächel zaubermaysterein 35

Hiet der fäygen fräwelein

Einlfhündert gzöhet dar.

Da was der Lappenhausner schar

Zwelff und dreu hundert,

So gerad, daz mich des wundert, 40

Was seu hyetin gessen.

Seu waren unvermessen

Yeder mit seinr lanczen hie,

Ze ross und ze fuoss, ich waiss nicht wie,

Also daz ir uber al 45

Warend da nach meiner zal

Zway tausent streyt frey 48c

Und fünf hundert auch da pey.

** Die ander dörffer koment nicht

Und sprachent, daz zuo der geschicht

Besser wär ein luogen zuo, 5

Rüwecleichen spat und fruo,

Also schlaffent pey der want,

Dann selber spilen mit der hand.

*** Doch so ward in zuo gesant

Von Indertrinn dem teuffen land 10

Ein alter man und dar zuo gra;

Nicht mer so vand man ir auch da.

Der wolt auch sein ze ritter worden,

Also wol gefiel ym der orden.

Des ward verworfen er ze stuond. 15

Sym, was schol uns der schebig hund?

Sprachen seu, ker wider häym!

Du pist den jungen ungenäm.

Des war auch chömen her Galvan

Ein ritter werd von Montalban, 20

Lanczelott und her Tristan,

Stolff und ander herren gmäyn.

Do muosten seu ir schlosse retten

Und andreu güter von den steten.

Her Rüggel doch von Elrpach, 25

Den man nie derligen sach,

Hiet ze streyten ym derkorn,

Da was er dannacht ungeporn.

Des waren chömen in der zeit

Den Nyssingern zuo irem streyt 30

Mäczendorffer ungebetten,

Die sach man grimmelechen tretten,

Sam die zieren fiessen

Mit baslern und auch spiessen.

Yeder auf seim wappenroch 35

Fuort einn ygel auf eim stok.

Seu wâren chomen umb ein sach,

Die vor hundert jaren gschach.

Daz was ein schad und ein verratten,

Daz die Lappenhauser taten 40

Iren vordren umb ein stro;

Daz wolten die erst rechen so.

Der andern dörffern kainer cham,

Dan von Leybingen ein man

Vil jägerleichen mit eim horn, 48d

Er hiet der veinten tod gesworn.

Ein rostigs panczer truog er an,

Ein fuorggen auch, da mit der man

Gab, so er wolt rüren sich, 5

Wunden drey in einem stich.

Mäczendorffer der was vil

Und, sam ich euch es sagen wil,

Wol auf neun und sibenczig do.

Daz wurden eben achczig so. 10

Der Sweiczer was auf hundert knecht

Dannocht zwänczich, daz macht recht

Zwirent hundert, alz ein har.

Do was der reken sunderbar

Vier alläin, die nenn ich dir. 15

Es was der Perner, glaub es mir,

Und sein mäyster Hiltprant,

Dyetleib von Steyrland

Und der werd Wolffdyetreich.

Secht, do was der twergen gleich 20

Tausent neunczig und auch ächt.

Nu secht vil eben, waz daz macht!

Der von Nyssingen man hiess

Rechter harscher sechczig spiess

Reiten auf den placz da her, 25

Da zeller man ze yedem sper

Dreu phert beräytet wol,

Sam ein lancze haben schol.

Secht, do hiet ein man gesehen

Ze hundert malen dreyzehen 30

Und sechzig erbrer uber al.

Der andern warent ane zal

Ze päyden taylen komen dar

Von sakman und preganten schar,

Von schüczen und schiltknechten, 35

** Die hulfend auch ze fechten.

*** Die geste wurden schone enphangen

Von den frauwen und den mannen.

Man hiess in allen ze drinken geben.

Wes scholten seu do fürbas phlegen? 40

Der wein in zuo den stirnen schluog,

Des wuostens auf vil ungefuog

Und wolten ze der selben stund

Die veint erwürgen sam die hund.

Trun daz wär leycht do getan! 49

Da zugen seu die alten von,

** Die Nyssinger mit grossem schall.

Her zuo, ir herren, schreuwens all;

Seyt ze streyten nicht ze gäch! 5

Wir schüllen haben ein gespräch

Und auch kumen uber äyn,

Was uns sey ze tuon gemayn.

Des waren seu gehorsam do.

Strudel machet sich aufhin so 10

Uber sich bis auf ein tach.

Er huob sein rede an und sprach:

Hört, ir herren arm und reich,

Chläin und gröss und all geleich,

Got der alleu ding tuot 15

Uns ze hayl und auch ze guot,

Geyt dem sünder oft ein pein

An dem leib und an dem seyn,

Daz er sich dest e beker,

Dar umb so wisst, es ist mein ler, 20

Daz wir alle Cristan gemäyn

Peychtig werdin gancz und räyn.

Das pin ich nicht ze sagen worden,

Dar wir die veinde schullen bsorgen,

Die so löss sein und so zag, 25

So böss und narrisch alle tag.

Ich sprich es nur alläyn umb das,

Daz wir got behagin bäs,

Won ist er mit uns alläin,

Niemand zeucht uns umb die päyn. 30

Dar nach schullen wir auch all

Fröleich essen und mit schall

Prot und fläysch von einem swein,

Dar zuo trinken roten wein,

Daz git uns chraft und dar zuo macht. 35

Nach dem schol man gen der nacht

Ziehen auss hin auf hin auf daz veld

Ze richten hütten auf und zelt.

Da schullen wir auch all beleyben,

Die nacht vil rüwechleich vertreyben, 40

Doch mit guoter wart und feur,

Bis an den liechten tag geheur.

Dar nach so mach sich ieder man

Auf und leg sein härnäsch an 49b

Und segen sich, er sauff ein äy

Dreu ald viereu oder zway

Mit einem glass von guotem wein.

Das hilft ym zuo den nöten sein. 5

Des mach er sich ye so hin an

Zuo seinem rechten haubtman,

Der hie fünfe schullen sein.

Der erste sey her Laureyn

Ein künich lobesam und werd, 10

Gewaltig über alle perg.

Der ander ist her Dyetreich

Von Pern, dem nie kayn man geleich

Ward an tugend und an macht.

Des haben auch die reken acht, 15

Doch sein seu all so wol getan,

Daz yeder möcht ein haubetman

Uber all die welt gesein.

Das sprich ich auf die treuwe mein.

Der dritte haubtman ist geräyt 20

Der fräydigest der cristenhait,

Er ist ein fiess vil wol derkant,

Her Paggenzan von Sweiczerland,

Der von Aurach hie mein herren

Hat gefüret so von verren. 25

Der vierde haübtman ist der stark

Von Mäczendorffe auf der march,

Der des streytens gar vil phligt

Und in allen angesigt.

Der von Leybingen der sey 30

Sein selbers herr ein degen frey,

So pin auch dirr purger hie

Haubt und mäyster, got wiss wie!

Gar unwirdig ich sein pin,

Sam mich dünkt in meinem sin. 35

So muoss meim nefen auch glingen,

Der ist der best von Nyssingen

Und is gehaissen Füliczan.

Des rüm ich nicht, er ghört mich an.

Man mag es sehen an seiner tât, 40

Was der man ym herezen hat.

*** Der ist von uns dar zuo derwelt,

Ist, daz es euch auch gevelt,

Daz er durch ewer nucz und er

Fürer sey und weis daz her 49c

Mit unserm paner an daz zil,

Da man des morgens streyten wil,

Won er der strâssenkunst ist vol.

Seu sprachent all: Daz gefelt uns wol. 5

Wer schol aver pilleich haben

Den vorstreyt? Daz schült ir uns sagen?

Trun, des antwurt Strudel do,

Unser ordnung sey also!

Hie sind cristan, twerg und reken, 10

Die schüllen sich ze velde streken,

Ze ross und fuosse gancz und gar

Sunderleich auf fünf schar,

Alz vil, sam auch der haubtleut.

Dar zuo wisst, sam ich euchs beteut, 15

Der veinten gsind daz ist gschaiden

In häxen, risen und in häyden,

Dar zuo habens cristan her

Wol auf sechse schar und mer.

Nu sagt mir an, daz wisst ir bas, 20

Wen habt es allermäyst in hass,

Dem schult ir auch des streytes geben.

Das ghört dar zuo und fügt euch eben.

Ich wäyss wol, am ze aller zeit

Der Sweyczer ist der vorstreyt 25

Von iren alten rechten,

Wann seu mit cristan vechten.

Der twergen gwonhäyt wayss ich

Noch der helden, so man vicht.

Seu sein aller eren vol, 30

Got geb was in fügi wol!

Der rede wurdens alle fro.

Des sprachen do die twerg also:

Kayn häxe noch kayn unhold

Ward uns nie mit trüwen holt. 35

Nu dar, so macht euch an den streyt,

Wan sen chöment welher zeit,

Sprach do Strudel an der vart.

Der reken täyl auch schreyent ward:

Die risen maynen wir nicht wol, 40

Won seu sind aller bösshäyt vol.

Der schult ir mich gepeyten,

Bis daz seu werden streyten,

Antwurt Strudel ze der stuond.

Die Sweyczer ruften aus dem mund: 45

So wisst, wir seigin cristan leut

Und lust uns wol der häyden heut. 49d

So nemps auch hin, sprach Struodel do.

Doch so rât ich euch also,

Daz yecleicher ein segen hab

Und sneid die payn den kaczern ab. 5

Mäczendorffer auch hin zuo:

So wisst, wir hassent spat und fruo

Lappenhauser, daz ist war.

** Do sprach Strudel offenbar:

Die schullen werden uns ze täyl, 10

Seu sind uns umb käin gelte väyl.

Doch so mag ich also sprechen:

Wolt es euch an inen rechen,

So greyfft dte Narrenhäymer an,

Won es spricht der weise man: 15

Wer die diener füret hin,

Der fürt den herren sampt mit in.

Mäczendorffer sprachent do:

Das selbig schult es tuon also,

Sam ir von uns halten welt. 20

Daz haben wir für recht gezelt.

Strudel der hiet weisen muot.

Daz wär vil pilleich und auch guot,

Sprach er, so ist ir ze vil,

Dar umb man euch nicht lassen wil 25

So verderben, noch enschol;

Won wir wissen alle wol,

Wer euch schlügi auf den tod,

Der prächt uns in die selben not.

Des liessen seu sich auch benügen. 30

*** Fülzan der ward sich rügen

Und sprach: Vil lieber vetter mein,

Daz du sälich müssist sein!

Du sprichst: Ich schül das paner tragen

Und dem her den wege sagen. 35

Ghört daz nicht eim haubtmann aff,

Dem das gesind ist undertan?

** Nayn du, sprach her Strudel do,

Du pists der panermayster so

Und hast ze schaffen anders nicht, 40

Dann den sturmfan, so man vicht,

Tragen vestecleich hin an

Hoh embor, so bist ein man.

Und tracht, daz nicht kerst wider

Oder daz mans truk da nider! 45

Da geit man dir auch hilffen zuo, 50

Die dein gaument spat und fruo.

Ein anders ghört einm haubtman an,

Der schol des ersten sein ein man

Frey des gemütes unerzäyt, 5

Daz er ze trösten sey berayt

Das ander volk und pring auch an

Mit heczen, so er beste kan,

Won der fröd in ym nicht hât,

Der tröst die andren gar ze spât. 10

Daz ander ist, daz er schol sein

Listig in den sinnen sein,

Daz er sich halt recht sam der man,

Der schaffzagel spilen kan,

Mit greyffen an und hüten sich 15

Vor schaden nemen, merkst du mich?

Dar umb so tuo des ersten das

Ze frides zeit, daz fügt ym bas,

Und hayss sein gsinde tag und nacht

Uben sich in ritterschaft 20

Mit stechenn und turnieren

Und anderm jubilieren,

Won der ungelert den gelerten

Mag so wenig uberherten,

Sam der bloss mag einen man, 25

Der ganczen härnesch füret an.

Dar umb des ersten künnen schol

Yecleicher vil sunder wol

Schon und sauberleichen reyten,

Auf und ab zder tenchen seyten 30

Sicz der man an underlâss,

Dar zuo sey der stegräyff mâss,

Daz sich so einer müg derheben

In dem sattel, daz man legen

Möcht ein kugel unter in. 35

Die payne schol man streken hin

Und die knie doch zemen haben,

Die sporn nicht gen dem phärde tragen,

Den zaume hab in seiner gewalt,

Sicz aufrecht in schlechter gstalt. 40

Der dann mit dem sper wil reyten,

Der trachti daz zder andern seyten

Der stegräyff umb ein halbeu spang

Für den andern stegräyff hang!

Smukt er sich ein tayl hin an, 45

Dest minr man ym geschaden kan.

Des ersten schol er stapfen hin, 50b

Darnach bald, daz ist der sin,

Und wil er treffen alle zeit,

So nem den lauffe nit ze weyt!

Pey frid so schol man wappen chauffen, 5

Der nicht enwelle nakent lauffen

Vor dem veinde an der zeit,

So derhaben ist der streyt.

In den selben sachen

Der haubtman schol auch wachen, 10

Nicht enschlaffen, daz ist recht.

Er schol die ritter und die knecht

Nicht so füren gar verwegen,

Des gesindes leben muoss er phlegen

Und zühen sich ze velde so, 15

Da man haber vind und stro,

Holcz und wasser, des ist not,

Daz die phärd nicht liegen tod,

Noch der mensche gepresten hab,

Daz er an creften neme ab. 20

Das wasser, das man trinken schol,

Schol man vor credenczen wol

Und auch die frömden speys da pey,

Wil man wesen giftes frey.

In chaym wald schol er beleyben 25

Noch pey mos die nacht vertreyben,

Dar zuo schol er speher haben,

Die ym tägleich mügin sagen

Der veinten willen und ir macht.

Secht, daz geyt die besten craft. 30

Und ist der veinten gar ze vil,

So wisst, daz ich ym raten wil,

Das er häymleich seu derschleych,

Wil er werden siges reich.

Oder mag daz nicht gesein, 35

So tuo noch nach der lere meyn

Und warti ir en sölcher stat,

Da ers am ertreich bessers hab.

Sein seu krencher oder geleich,

So mag ein haubtmann gmütes reich 40

Freyleich lassen lauffen dar,

Schlahen, rumpeln in die schar.

Doch sag ich, ob eins geschäch,

Das man an dem lesten säch

Anders nichczit, dann den tod, 45

So mag er fliehen in der not. 50c

Daz ist der aller beste streyt,

Den man da vindet ze der zeyt.

Der seu aver haben wolt

Ze gevangen, sam man billeich scholt, 5

Doch ân toten, so rât ich,

Daz yeder geb ze gefangen sich

Lieber, dann ym werd gesant

Hasenswancz ze seiner schand,

Sunderleichen, daz er werd 10

Uberhaben das auf erd.

So schol er sich ze streyten heben

Mit dem rossvolk auf die eben,

Mit dem fuossfolk auf die perg,

Daz ym der obertayle werd. 15

Ist daz gpirgig sey daz land,

Die schüczen schik er doch ze land

Hin für die andren, daz ist guot.

Das geschoss den ersten schaden tuot.

Dur zuo so schol er auch die schar 20

Zemen halten fest und gar,

Und die die krenchsten müssen sein,

Die machin sich enmitt hin ein.

Niemand für den andern lâss

Tretten hin, daz ist die mâss. 25

Ist das lande alles eben,

So scholt du nach den schüczen legen

Die reyter, die die langen sper

Rennen durch die veinde her,

Dar nâch die mit den swerten, 30

Daz seu die helm zerserten.

Die zfuossen seygin auch da pey,

Ob ein reyter gefallen sey

Aus dem sattel und dar nider,

Das seu ym helffin wider. 35

Der veinten phärt seu schüllen stechen

Und der gfallner drüssel brechen,

Ringen, schlahen, dar zuo würgen,

Daz ander fuossvolk nider mürden.

Und ob der sige wär dergangen, 40

So nemin seu daz überig zgfangen.

Ist es aber alles gepirggig,

So hab daz obertäyl vil wirdig

Die schüczen für die reyter ab,

Die phert seu pinden zuo dem hag 45

Und schiessin mit den lanczen dar, 50d

Daz ir die veinde werdin gewar

Die schüllen seu auch überdringen,

So mag in dester bas gelingen.

Und ob in got daz glük verhengt, 5

Daz man die veinde schindt und pfendt,

So schol der haubtman taylen hin

Yedem man nach rechtem gewin.

Ze allen zeiten gehört dar zuo,

Daz der haubtman spât und fruo 10

Sehen schol zuo seinem gesind,

Ob er dehäinen chriege vind

Unter inn, daz er daz pring

Ze äynem suon, mit dem geding,

Daz der schuldig gepessert sey, 15

So bleybt daz volke schanden frey.

Won chäyn chrieg das land so siert,

Dann der zwüchschen freunden gpirt.

Do sprach Paggenzan der man:

We, wie wench ich rechtens kan! 20

Iich wayss vil chläine, waz die gschrift

Singet, saget oder stift!

Des antwürt Strudel do und sprach:

Dar umb nempt euch kayn ungemach!

Nach ewer gwonhäit halt daz gricht 25

Und acht vil wench der ander gschrift!

Tuot sam euch gewissen ist!

Secht, daz ist die beste list!

Von Mäczendorff der haubtman

Huob ein andren frag do an: 30

Sagt mir, was ist ewer rât,

Ob mir einr gelihen hat

Phärt ald härnesch ze dem streyt,

Das verleur ich ze der zeyt,

Muoss ich es icht wider geben? 35

Nayn du, sprach do Strudel eben,

Won er wisset vor hin wol,

Das der streyt ist scadens vol.

Won vier gemochten nie derstreyten

So vil, daz einer hiet ze reyten 40

Mit got und mit dem rechten.

Den nucze hat daz vechten,

Dar umb daz rechte sich verficht,

Er wolt dirs geben, leyhen nicht,

Es sey dann daz er gedinget hab, 45

Ym sein schäden ze nemen ab. 51

Laureyn der lag an der lâg

Und tet dem Strudel auch ein frâg:

Weyser mäyster, sagt uns an,

Wie tuon wir dem gefangen man? 5

Strudel hiet geantwürt do,

Des wolt er Laureynn eren so,

Und sprach: Die frâg ist hoher mär,

Meinen sinnen gar ze swar.

Dar umb so muoss ich suochen 10

Äyn antwurt an den buochen.

Des cham er pey einr weil her umb

Und sprach: Es ist mir noch ze chrumb

Do, sam ich derkennen chan.

Ich vind daz all gvangen man 15

Mag man temmen ze der geschicht,

Ob man sich für wârs versicht,

Daz ir leben schaden tät,

Yr verhayssen nicht wär stät,

Es war dann, daz in offem streyt 20

Versichert war des mannes leyb,

Der süst ein böswicht nicht enwär,

Den schol man lassen ane swär.

Daz guot daz hat er doch verlorn,

Ym wär dann auch dafür gesworn. 25

Doch so ist des kaysers recht,

Daz sein gevangen äygen chnecht

Werden, so er selber vicht

Nach der alten pücher gericht.

Einn hürrensun den schol man vahen, 30

Wie man mag, und dar zuo gahen

Und würgen ym den drüssel ab,

Wie wol man ym verhaissen hab,

Mocht er an versichern nicht

Gevangen werden; ob er spricht: 35

Halten mir die rechte mein!

Dar zuo schol ym geantwurt sein:

Wie macht daz recht nu ruffen an

Und hast so oft da wider getan?

Dein recht daz ist ein galgenstrik, 40

Der dich pey deinem hals verschlik!

Hie pey mügt es wissen wol,

Wie man Lappenhauser schol

Richten aus in sölher not,

Won ir fröd ist unser tod. 45

Die frömden schol man lassen gen,

Daz ir auch mügt dest bas besten.

Her Dyetreich da von Perne 51b

Der wolt auch horen gerne,

Wie es umb die gevangen wär,

Den daz leysten daucht ze swär.

Do sprach der Strudel ye so drat: 5

Daz ist nicht die mynste frag.

Hie schol man trachten pey,

Ob ein man gevangen sey

Von bösen leuten umb sein hab.

So mag er wol nach rechter sag 10

Prechen an dem läysten so,

Wie vil er hiet verhaissen do.

Won niemant von seinr missetät

Gewinnen schol, das sag ich drat.

So ist der sitt in offem streyt, 15

Ob ein man gevangen leyt

Und sich wil derbitten aus

Haym ze faren in sein haus,

Dar zuo auch versprechen wil

Sich antwürten ze einem zil, 20

Daz er vil billeich laysten schol,

Er war dann, daz er wissti wol,

Daz er des laystens müsse sterben

Oder an eim lid verderben,

Und hiet ein andrer joch versprochen, 25

Das schol beleiben ungerochen.

Dar nach so chament etleich leut

Von Nyssingen in alter heut

Und sprachent zuo dem Strudel do:

Wir habent recht, die sprechent so, 30

Daz alter nicht gepunden ist

Zuo dem streyt dehayner frist.

Dar umb wir bitent euch ze stett,

Daz ir uns streytens uberhebt.

Strudel in die red verwarff. 35

Die alten sind, der ich bedarff,

Sprach er zuo den greysen do,

Wär ir vil, das tät mich fro.

Ich wäyss wol, das des streytes macht

Ist nicht allain an leybes craft, 40

An gemüte, pfärden und an eysen.

Der beste tayl leit an den weisen,

Die mit einer zunge chläin

Schlahent durch die veint gemäyn.

Doch so schol man merken das 45

Von den alten, die vil bas

Dar zuo chumin, dann die jungen, 51c

Von den andern sey euch gsungen,

Daz vor sechzehn jarn ein knab

Und wer ir uber sechzig hab,

Ruwen schol ze chrieges zeyt, 5

Nyemant zuo jung in zuo dem streyt.

Dar zuo wer ym mag gehaben

Lebentiger fünf knaben

Pey der e und dannocht so,

Ob ir einr tod wer do, 10

Do man den gemaynen nuczen warb

Ob er doch mit eren starb.

Die frauwen sein auch ausgenomen,

Seu wollen dann mit staynen fromen.

Kayn siecher schol auch streyten nicht. 15

*** Das was ein esel, der das spricht,

Sprachent do die andern so.

Und wie da was gesprochen do,

Vil nahent säytent ze der stuond,

Lappenhauser wider umb, 20

Das hielten auch bis morgens fruo

Paideu täyl, daz gehort dar zuo.

** Doch belibend ane peycht

Lappenhauser, won der gewicht

Seu do nicht verhorren wolt, 25

Sam er auch nicht hörren scholt.

Sech, do sprachens aus eim spott:

*** Nu helf uns doch der alt got!

Do nu der tag ward erst geporn,

Der Leybinger erschiel sein horn. 30

Das hiet man für daz herhorn do.

Des tages warens alle fro.

Rüfli dar und Saychinchruog

Der Lappenhauser paner truog,

Dar an ich wainn daz gemalet war 35

Mit einem spul ein sneyderschär

Uud prachent auf von irm gezelt

Gen der linden auf daz daz veld,

Da sey da wolten streyten.

** In den selben zeyten 40

Der mäger zuo dem here sprach:

Wol mir, daz ich ie gesach

Ein her so schon mit ganczer mügend

In so wunnecleicher jugent,

Sam es seit. Des macht euch fro 45

Und haltend euch noch heut also,

Daz wir gewinnen er und guot,

Daz ein freyer harsch wol tuot,

Wil er legen seinen sin

Auf er und guot und auf gewin. 51d

Dar umb gepeut ich pey dem haubt

(Saylich sey, der mir es gelaubt!)

Allen rittern und auch knechten,

Daz seu sich stellen heut ze vechten 5

Ritterleich an alles fliehen.

Dar zuo schol auch kayner ziehen

Für den andern an mein wort,

Und schüff er joch einn grossen hord

Unserm her, daz hulff in nicht, 10

Ich tät ym sam einm hürrenwicht.

Gunterfay, nu schlag dar an,

So fröwt sich ross mit sampt dem man.

Yeder schre also: Ich swerr

Uber seu, herr, und uber seu, herr! 15

*** Trieffnas hiet seynn mayden gass,

Dar umb er lauffen muost die strass.

Die weil cham auch her Fülizan

Mit seinem paner, da stuond an

Ein stok auf einem amboss 20

Mit einem schindmesser bloss.

Strudel der was nicht der böst,

Er hiet sein gesinde auch getröst.

Er zoch hin gen der linden,

Der mayger liess sich vinden, 25

Die veinde warent nahent,

Daz seu enander sahent.

Kayser Lechspiss was ein gesell.

Wer nu ze ritter werden well,

Sprach er do zuo seinem gesind, 30

Der mach sich für her so geswind!

Des cham da her, sam aus eim traum,

Perchtold von dem Kerssenpaum,

Ein edelman und fechper gar.

Dar nach so cham geritten dar 35

Chuoni von Stochach

Und der Tyrawätsch hin nach;

Häym von Greczingen

Cham auch zuo denen dingen.

Des zoch der kayser aus sein swert 40

Und sprach: Ir seyts der eren werd.

Er schluog seu mit der chling entwerchs

Und ward in singend disen vers:

Hie besser ritter, danne knecht!

Die andern sprachent: Daz ist recht. 45

Doch scholt es nicht reiten an

Vor den frömden, sprach der man.

Des hiet man in geschenchet do 52

Swert und hentschuchgürtlen so,

Dar zuo guldin rittersporn.

Da was es hie und dort verlorn.

** Des wart er ruoffent ze der vart, 5

Die frauwen sein vil rayn und zart,

Dar umb man sey auch eren schol.

*** Nu dar, fro Hächel, tuot so wol

Und macht euch an den ersten streyt

Mit ewern tochtren, des ist zeit. 10

Halt euch sam die zieren fiessen!

Lasst euch schiessens nicht verdriessen!

Fro Hächel was ir eren fro.

Wie schier sey macht sich fürher do!

Den andern sprang sey allen vor 15

Auf einem wolf vil hoch embor,

Die tochtren alle her mit ir.

Zuo den veinten hietens gir

Und schüssen mit den pursten dar

Aus den fingern gen der schar. 20

Strudel in den selben sachen

Liess von seinem rittermachen

Und ruofft der twergen herren an:

Wie wol ich euch der eren gan!

Daz die deupin und ir gesinder 25

Geligin nider sam die rinder!

Her Laurein macht sich gen der mit

Trostleich gar, daz was sein sitt.

Den seinen mannen ward vil gach,

Yrem chüng ze ziehenn nach, 30

Yeder mit seinr schlingen gswind

Ze werfen in das frauwen gesind.

** Die pfeyffer und die farnden leut

Waren sicher an der heut

*** Und huoben sich ze samen so 35

An ein ort mit fröden do,

Seu bliesend dreyn und schluogend dran,

Bis der streyt ein end gewan.

Die paner gen enander zügend,

Die weyber fluogend, die twerge stubend 40

Auff gayssen und auf rehen.

Wer scholt den andern flehen?

Es was do flüchens, scheltens zeit,

Also geleichert was der streyt.

Des tet auch Hächel so und sprach: 52b

He, her Nürggel unterm tach,

Yr seyz ein maniggeyn vom Reyn.

Von mir so müst ir leyden peyn.

Her Laureins muot was ob der erd. 5

Er sprach: Du huorr, du pist nicht werd,

Daz ich mit dir nu klaffen well.

Wer dich, ald du must in dhell!

Da mit er werffen ser began,

Er und alle seine man, 10

Die häxen mit irn schossen

Warend unverdrossen.

Des ward des bolens also vil,

Sam ich es euch nu sagen wil,

Daz es so an der selben vart 15

Der tag von pfeyllern tunkel wart.

Die pürste traffend mangen twerg,

Daz er hin vallen muost zuor erd.

Seu warend spiczig und so geswind,

Daz manger ward ann augen plind. 20

Vil oft ein man cham umb sein augen

Und umb den hals, daz schult es glauben,

Won die pfeyl ze der geschicht

Hietens vornen all vergift.

Herrn Laureyn ward ein bott gesant, 25

Daz ym geswal die tengge hand.

Der häxen vil und dannocht mer

Geworffen wurden also ser,

Daz vil mangeu in der not

Ward geleczet auf den tod. 30

Der streyt in payden herte leyt,

Dar zuo so reyt zder selben zeit

Ein wilder man mit mangem stoss

Durch seu auf einem hyerssen gross

Mit seinem cholben ungetan 35

Und schlecht das weyb mit sampt dem man,

Mangen auf den tod ze stuond.

Er warff ir vil in seinen schlund,

Er hiet zwen zan so lang und räss,

Daz er vil mangen ztod erbäyss, 40

Und wol die streyter all gemäyn

Nider legen so alläyn,

** Won er gedacht in seinem sin:

Ir vechten daz ist mein gewin,

Daz seu unter enander tuond. 45

Laureyn auch den schalch verstuond

Und fro Hächel trun da mit. 52c

Des tatens nach der weysen sitt

Und liessend von irm fürsacz

Nür dem wilden man ze dracz

Und auch ze schaden und ze râch. 5

*** Auf in ward in allen gâch

Mit werffen und mit schiessen,

Das liess seu nicht verdriessen.

Des ward er in doch gar zbehend

Ze reyten durch ir payder wend 10

Mit schlahen und mit lauffen,

Mit stechen und mit rauffen.

Er schluog die unholden

Mit seinem eysencholben,

Daz seu auf die erde schier 15

Vielend hin ye vier und vier.

Der hyerss auch mit den hulnern sein

Schuoff den veinten mangen peyn.

Er zucht die chlaynen twerge

Vil hoch auf von der erde 20

Und schlürpfecz durch, er stach in seu,

Des vielen hin ye dreu und dreu.

Das was ein wildes geferte,

Es lag in trauwen herte,

Und warind sein vil wench genesen, 25

Wär ein chuner twerg nit gewesen,

Der was so snell und dar zuo chläyn.

Dem hyerssen chäm er zwünscht päyn,

Den zagel begräyff er pey der hand,

Er was her Äschenzelt genant, 30

Und huob mit gewalt den läuffer so,

das er beleyben muosst aldo.

Und stach dem hierssen in den pauch,

Das er auf den füssen gelag. 35

Der wilde held viel uber ab,

Da mit die häxen alle hie,

Und zamptend in, ich wäyss nicht wie,

Daz er do sam ein lämbel gsass

Und seines lebens da vergäss. 40

Diss was doch dannocht nicht an nôt,

Maniger viel sich uber in ztod,

Dar zuo ward ir auch vil verlorn

An des toten hyerssen horn.

Do nu dis ding also vergieng, 45

Ein neuwer streyt sich ane vieng

Zwüschen häxen und den twergen, 52d

Des muost ir dannecht vil verderben.

We, was pluocz do ward vergossen

Von den gstaynen und den gschossen!

Und do der strâlen nicht mer was, 5

Des liessens lauffen dester bas

Auf die gfügen leute do

Und stiessen mangen nider so

Mit wolfen und auch gayssen

Von magren und auch fäyssen, 10

Die sprungen auf bis an die luft

Und vielend auf die armen chruft

Also gefüg und also leis

Geleich in eines falchen weis,

Der die vogel mit der prust 15

Stosst und von enander must.

Die twerge sprangten auch ir bök

Und stiessens nider sam die stök,

Die häxen mägten sich zer erd,

Ir phärde uber Höperg 20

Flugend hin ze aller vart,

Wan ir äynes ledig wart.

Do dicz her Laureyn so dersach,

Wie schier er zuo den seinen sprach:

Stet ze füss ab, des ist not, 25

Und stecht der hürren phärt ze tod!

Dar nach so yeder schlach die weyb,

Wil er behalten seinen leyb!

We, wie schier ward vollepracht

Des ym Laureyn hiet gedacht! 30

Doch was fro Hächeln wolff also

Bezaubert, daz man in nicht do

Noch sey dar zuo mit kayner sach

Versneyden mocht, dar umb geschach

Hern Laureyn dannocht häyss genuog, 35

Sey lieff in an so ungefuog,

Daz er sich viel vil oft da nider.

Des hulfend ym die andern wider,

Anders er wär gar verlorn.

Die schand tet dem fürsten zorn 40

Und begrayff des paners sper,

Er hielt es gen fro Hächlen her

Und derräycht sey an der prüst.

Secht, daz was umb gar umb süst.

Niemant sey gevellen macht, 45

Das hiet sey mit irm zaubren gschaft. 53

Des schluog sey ab dem man sein sper

Und macht sich zuo ym nider her,

Sey speybt ym an die wangen seyn

So sere pey der treuwe mein, 5

Daz ym blatren wuochsen auf

Grosser, dann ein sneggenhaus.

Des gab der wolff von ym ein taunst

Aus dem mund recht sam ein prunst.

Wenn er gen dem herczen schluog, 10

Der muosst sich plagen sam ein chruog.

Das pracht vil mangen umb den hals.

Dar nach, das irs wissind als,

Kumpt ein twerg, was Trintsch genant,

Und fuort ein necz in seiner hand, 15

Er macht sich hintnan an daz weib

Und warff daz necz umb iren leyb

Und umb den wolff, ich wäyss nit wie.

Des warend do die andren hie

Und wurgtens päydeu in irm pluot, 20

Sam man noch den füchsen tuot.

Da mit dis auf und an hin wider,

Der häxen paner gie da nider,

Ein ungluk daz ander reyt.

Helfend, jo won es ist zeit, 25

Schreuwend die unholden so

Gen der Lindentolden do.

Wir sein verlorn und vertriben,

Das unser wenig ist beliben.

Gefothen was do, das man wuot 30

Bis an die versinn in dem pluot.

Do ruoft der kayser in dem gras:

Nu dar, her rysen, hört ir das?

Yr seycz die minner in dem her,

Get hin an durch frauwen er, 35

Und lat der twergen nicht ein bissen

Unzerrürt und unzerrissen!

Ich schäcz der euwern einen wol

Gen einem perg der twergen vol.

Der ruom die risen machet fro 40

Und schritten yeso hin aldo

Gen den twerglin an den streyt.

Die hietin ze der selben zeyt

Gelesen auf der staynen vil

Und wurffen all ze einem zil, 45

Das was in die rysen, secht! 53b

Do sprach der wütend Reymprecht:

Wetter tyefel, wer ist der,

Der uns da syert so ferr da her?

Wie wirt uns erst gelingend, 5

So wir hin zuo bas dringend!

Das muoss ich doch versuochen so.

Hin zuo, ir herren, sprach er do.

Des chamen seu bis nâch hin an.

Her Gyggenfist, huob einer an 10

Zuo hern Laureyn, wie gturt ir

Beleyben und genahen mir?

Wäyst du nicht, daz ich vermag

Als dem gesind in einem schlag

Legen tod bis in die erd? 15

Des antwürt ym der chünig werd:

Ich wayss nicht wol, waz du vermacht,

Ich tröst mich wol der meinen chraft.

Wie wol ich sey ein chlayner twerg,

Ich wird dir noch ze einem perg 20

In deinen augen, glaub es mir!

Dar zuo wil ich sagen dir:

Mich duncht, du seygist ungezogen,

Und was du sprichst, das sey gelogen.

Das wil ich nu bewären so. 25

Seyne schlingen luod er do

Und traff den rysen pey der stirn,

Daz ym dar stayn gie durch daz hirn.

Golie muost des ligen tod,

Das tet seinen gesellen zorn von not, 30

Die weil ir drey reken

Gen in sich wollen streken.

** Nicht so, sprach her Hyldprand das,

Der ir haubtmans mäyster was.

Haltin wir en wenich hie, 35

Bis wir nu bas dersehhin, wie

Chlainer man sich müg geweren

Gen dem grossen und erneren.

Hie pey lernen wir auch wol,

Gen wem man gerner vechten schöl. 40

So wissend, daz von diser üb

Werdent auch die rysen müd.

Des varen wir so frisch hin an

Und schlahins nider auf den plan!

*** Her Dietreich sprach: Her mayster mein, 53c

Was ir gepietend, das schol sein!

Da mit der hurnyn Reymprecht

Sprang do für die andern, secht,

Bis enmitten durch die twerg 5

Und schluog ir mangen zuo der erd.

Des muosten sen von in hin weychen,

Niemant getorst sich an in streichen.

Des ward ym doch ein brief gsant,

Daz ym die stang viel aus der hand. 10

Das was ein stayn, der seinen taumen,

Chond ym von der hende raumen.

Des waren so die andern hie

Dem risen zuo, ich wayss nicht wie,

Und an die payn, daz er do hin 15

Viel zuo seinem ungewin.

Yeder drang ym auf seinen pauch

Und zukt sein faustmesser aus.

Do was er also gancz von horn,

Daz alz ir stupfen was verlorn. 20

Des was her Reymprecht auch nit träg,

Wie er an dem ruken lag.

Er bäyss ir vil und räyss ir me,

Des cham vil mangem twerg ze we.

An die augen schreuwens so, 25

Des ward er schier geplendet do.

Dannocht was er nicht ze faul

Und gyent vil weyt her mit dem maul,

Er wolt sey han verschlunden.

Des cham ze denen stunden 30

Einer mit dem messer sein

Und styess yms in den schlund hin ein.

Do mit so hiet er auch sein end.

Die andern rysen warend behend

Und lieffend her mit irem gedens 35

Recht sam die wolff in ander gens.

Seu schlugend mit irn stangen

Und wen sey mochten gelangen,

Umb den so was dergangen.

Wer scholt den helden genahen? 40

Ze weichen muost man gâhen

An her Laureyn, der sich schampt

Des fliehens und cham her gerant

Entwerichs auf den grossen sigen,

Das der auch viel und muost gligen, 45

Des sprang er auf und was genesen.

Er sprach: Ich pin sein nicht gewesen. 53d

Hiet er vor gefohten ser,

Er schluog ir dannocht dreystund mer.

Her Trinch der hiet sein ross verlorn,

Dar umb so säss der hochgeporn 5

Auf einen andern twerg hin wider,

Won ym sein haubet stuond ze nider,

Das necz er aber zuo ym nam

Und lieff den weggen hintnan an.

Er warff es uber in aldo, 10

Des was der ryss nicht träge so.

Er zerräyss es mit den zenden

Durch und durch zuo allen wenden

Und sprach: Daz ich dein muoter cley!

Waynst, daz ich ein vogel sey? 15

Die red macht maistern Trintschen we

Und lieff den weggen an sam e,

Er gräyff ym zuo den augen hin

Und zukt yms zuo seym ungewin,

Das es ym gen der nasen hieng. 20

Da mit der rys sein aug gevieng

Und zoch es ganz und gar heraus.

Er sprach: Des acht ich nit ein laus,

Ich gesich mir noch genuog.

Hie mit er do umb sich schluog 25

Gen den veinten ân gevärd

Und traff den Trintschen mit seim pfärd,

Das entwerdrer fürbas wolt

Essen, so man trinken schölt.

Des was der twergen hilf verlorn, 30

Das tet dem Äschenzelten zorn

Und lieff da her der degen chlayn,

Er cham dem risen zwüschen dpäyn

Und wolt in stechen untnan auf

Mit einem messer in den pauch. 35

Des was der held so gar behuot

Mit seiner eysenpruoch vil guot,

Daz man ym nicht enmocht getuon,

Da mit ertrukt er sam ein huon

Mit seinem schinggen Äschenzelten. 40

Des muosten alleu twerg engelten,

Den des smerczens ward genuog.

Dar zuo eins zum andern schluog.

Her Ruolant macht sich bas hin an

Und warff ir paner auf den plan. 54

Des nam her Hylprand yeso war.

Nu dar, ir zieren helden, gar!

Macht euch freyleich an den streyt,

Auf und an seu, es ist zeit! 5

Her Dyetreich ward der rede fro

Und lieff her mit dem seinen do,

Das do von der selben vart

Das ertreich unterm bidment wart,

Die päyine zuchtens von der erd 10

Und schluogend in die rysen werd.

Des sprach her Egg do: Waffen, waffen,

Mit gerten schol man kinder straffen.

Und nam einn grôssen berg auf in,

Er warff in gen den reken hin. 15

Syha, ist daz nicht der geyr?

Sprach her Dietlayb do von Steyr.

Wilt du uns also begraben?

Nu sein wir noch nit ztod erschlagen.

Erdschollen und auch mist 20

Wirfft ein weib, daz zornig ist.

Hast icht eysens, das zäig her!

Ja du, sprach Egger,

Und pott seinn stahlein stangen dar,

Das ir her Dyetleib ward gewar 25

So ser an seinem starchen gyel,

Das er für tod do nider viel.

Der schimpfe tet dem Perner zorn,

Er wând, sein gsell der war verlorn,

Und schluog hern Eggen pey der mitt 30

Enzway, das was her Dyetreichs sitt.

Seyn swert das hiet ein sneyden

Und sneyd an alles leyden

Durch fläisch und päyn und was es vand.

Sprach: Her, zaig das ist ein schand, 35

Das du dein swert so gar an layd

Hast gezogen aus der schäyd.

** Narren messer, hürren prüst

Sicht man bleken oft umb süst.

*** Des lacht der Perner in dem sin 40

Und schluog zuom andern mal da hin,

Des Eggen er verfaylet do

Und traff hern Ruolanden so,

Das er auf dem ärs gesass.

Egg des seynen straychs vergass 54b

Und wolt sich nach dem Perner tuken.

Des viel er auch da hin ze stuken,

Also das derselben risen

Gelagend vier auf einer wisen. 5

Dannocht waren ir wol drey

Der reken auch so vil dapey,

Die schluogen in enander do

Also festechleichen so,

Das ein straich in perg und tal 10

Uber siben meyl derhal.

Sich huob ein nebel von dem streyt

Einr halben meyle hoh und weyt.

Ir tämer ward so ungeheur,

Das man do sach das wilde feur 15

Her durch den nebel dringen,

Das gye von iren swingen

Und auch von iren äten so,

Den seu so hiczig taten do.

Hie was hert und wider hert, 20

Des cham auch zuo dem selben gfert

Her Dyetleyb zuo ym selber do,

Er machtt sich auf und rach sich so,

Und, sam ich euch es kurczen wil,

Das die rysen ze dem zil 25

Der ubel tod an sich gevie.

Ir paner mit in nider gie.

Do schre der käyser âne chron:

Her zuo, hin an, her Mageron,

Mit ewerm gesind, won des ist gnuog, 30

Und scheubt die reken in ein chruog!

Des fuoren do die häyden dar

Ze röss und ze füssen alle gar

Und schüssend in die reken her

Mit iren pogenn dik und ser. 35

Des hiet Wolffdyetreich do gesprochen:

Ich wänn mich hab ein fleug gestochen!

Do in der pölczen einer traff.

Des wissten seu nicht, was er sprach.

So chament die ze röss aldo, 40

Die hieten seu gewent also,

Das seu hin zuo und auch hin wider

Sprungend auf und dar zuo nider

So snellechleichen her und dar,

Das sein niemant ward gewar, 54c

E das er der kröl emphant,

Die seu wurffen mit der hand

Behendecleichen in die leut

Und zuchtens an sich pey der heut, 5

Da mit seu tâten schadens vil.

Doch, sam ich euchs kürczen wil,

Her Hildprand nam den schild für sich

Und lieff so in der hayden vich,

Daz der phärt sich muosten legen 10

Eins und sechczig von den schlegen

Und ir herren auch da pey.

Des chament do die andren drey

Und schluogend hin das überig gar

Bis an des fuossvolkes schar. 15

Der was so vil, sam ich es mäyn,

Ye zway tausent wol an äynn,

Die hieten grossen schaden geschaft

An der müden helden macht;

** Won wasser, das pricht durch den stäyn, 20

Ist sein lauff da hin gemäyn.

*** Do drungen her yeso ze hand

Die zieren fiess von Sweyczerland

Und schluogend soleich scharten

Mit iren helmparten, 25

Das der hayden vil gelag.

Paggenzan tet einen schlag,

Das ir sechs und zwaynzig do

Vielen nider sam das stro.

Do was der hayden klayde hert, 30

Secht, das von dem selben gfert

Das leder pochslent ward so fast,

Man hort es uber zehen rast.

Der Leybinger mit seiner furggen

Reussen, hayden und auch Turggen 35

Stach er all in einem stich,

Das seu storczten unter sich.

Des huoben sich der keczer dar

An die weit ein michel schar

Und schussend her zuom andern mal, 40

Das vil mangeu scharfe stral

Den Sweyczern in dem fläysch gelag.

Das tet in we, das was ir schad.

Do lieffend dis mit iren segen

Den hayden auf das veld engegen 54d

Und hubend an ze mäyen do

Der häyden payn, sam häw und stro.

Da mit was es dergangen,

Das uberig floh von dannen 5

Mit irem paner uber mer.

Des habend noch die Sweiczer er.

Secht, do was es vesperzeit,

Dar zuo wisst, das an dem streyt

Yeder do ze fuossen wuot 10

An die knie auf in dem pluot.

Do die reken wissten das,

Das ir täyl der besser was

Und ir veinde so gelegen,

Des namen seu der freunden segen 15

Und zugend fuder von dem plan,

Sam vor Laureyn hiet getan.

Der mäyger auch das selbig sach.

Es tett ym laid und ungemach,

Das Sweyczer hieten mit ir macht 20

Vertriben so die haydenschaft

Und daz velde hielten so.

Des sprach er zuo den seinen do:

Nu wol auf, es ist zeit,

Das wir auch ziehin an den streyt 25

Und lassin ir enkeinen leben,

Das wird ir schäd und kumpt uns eben.

Da mit so richt er seine schar

In einen spicz und macht sich dar.

Die schuczen vor und dar nach er 30

Auf einem esel mit seim sper

Und die spiesser all hin nach.

Zuo iren veinten was in gach

Mit schiessen und mit stechen.

Mit muosten dar zuo brechen 35

Die ze fuossen hintnan so.

Der streyt derkücht sich aber do

Und ward auch schlethleich also hert,

Das ir zuo dem selben gfert

Mer dann siben hundert tod 40

Gelagen da von rechter not.

Des was der Lappenhauser gnuog.

Der Sweyczer sturbend ane fuog,

Swert die hort man chlingen,

Helm und ring zerspringen, 45

Das velte was von pluote nas.

Wer bas mocht, der tett auch bas. 55

Die ritter augten auch ir macht

In irer nüwen ritterschaft,

Bis das seu allesament so

Derstikten in der hicz aldo. 5

** Das geschach nicht ane sach,

Won der weis vil ofte sprach:

Alter part der hat die wicz,

Nüwer palg der hat die hicz.

*** Wes scholt der Strudel warten do? 10

Zuo seinem harsche sprach er so:

** Nu dar, ir herren wol gemäyt,

Gedenkt vil eben an das läyd,

Das die Lappenhauser lös

Mit irem willen also bös 15

Habent uns so oft derzäigt,

Darumb wir schüllen sein beräyt,

Schand ze rechen und auch schaden.

Dar zuo so hört, was ich wil sagen!

Welt ir haben er und gwin, 20

So schölt es legen euwern sin

An früntleich gar ze streyten

Mit schlahen zbayden seyten

Und nicht verzagen dehaynen frist,

Die weil ein äten in euch ist. 25

Und sicherleichen tuot ir das.

Uns gelinget wol und bas

Und beleibent pey dem leben.

Da mit gewinnent wir vil eben

Er und guot und ross und rinder, 30

Daz wir und unsern lieben kinder

Derfräuwet werdent von dem streyt

In ganczem frid vil lange zeit.

Ze lesten, wisst, tuon wir des nicht,

Das uns das widerwärtig gschicht. 35

*** Des furen seu mit schalle dar

Veintleich in die andern schar

Mit schlahen, stechen und auch schiessen.

Was scholt die helde des verdriessen,

** Die so wol mit aygner hand 40

Mothen rechen do ir schand.

*** Hieten Sweyczer schaden getan

Lappenhausern, sünder wan

Das herfulten die vil gäncz

In irem zorn von rechter schancz, 45

Und sünderleichen ze der gschicht

Her Snegg hiet vergessen nicht 55b

Seines fromen vatters tod,

Des schuoff er jamer, angst und not

An den Lappenhausern so.

Sein sper das schluog er unter do 5

Und so veintleich in die schär

Auf einer starchen Russinn dar,

Das ir zwelf von einem stich

Muosten gagen unter sich.

Siben blibend an dem spiess, 10

Die huob er auf der selbig fiess,

Sam die hüner an eim spiss.

Niemant was vor in gewiss,

Er wär eim türsten gnuog gwesen.

Wer scholt do vor in genesen? 15

Des hercz so hiczig was ze streyt,

Har an die gröste sterki leit.

Secht, der verte tett er vil.

Egghart ze dem selben zil

Hiet auch nichcz vergessen das, 20

Wie sein lieber suon vor was

Derschlagen von der veinten râch,

Des was ym auch ze rechen gâch,

Und sünderleichen an den besten.

Er rant vom ersten bis ann lesten. 25

Das was der erst der chünig so,

Der ander was ir herrczog do,

Der drit der graf et cetera,

Die vielend all vor ym alda,

Und do der Ruflinn kayser vand, 30

Das swert das fasst er in die hand

Und gab dem haubtman einen schlag,

Das er do auf der erd gelag.

Des cham do her der fuossen schär

Und saczten in hin wider dar. 35

Dem Egghart stachens seinen mayden,

Das er sich dar von muosste schäiden.

Des cham er auf der wol geporn,

All sein wer hiet er verlorn,

Den rechten fuoss den huob er auf 40

Und stiess des kaysers hengst in pauch,

Das er an der seyten gelag.

Do muosst der herr auch hin ab.

Egghart der was nicht ze träg,

Wie herticleichen es ym läg, 45

Das swert dem Lechspiss zucht er do 55c

Und schluog in auf den grind also,

Das in der lange schlaff gevie,

Der ym auch nimer mer vergie.

Man hiet ym geholffen auf sam e, 5

Da mocht er nicht gesiczen me.

Man hiet den Eggharten zersorten

Umb und umb ze allen orten.

Da hieten seu des glückes nicht,

** Das macht und craft und wicz zerpricht. 10

*** Dar nach cham der seinen dar

Der fromen dyet ein michel schar,

Die ym do hulfend von der nöt,

Die veint auch schluogend in den tod,

Also das mit mangem jagen 15

Des mäygers leyb ward hin getragen

Gen der Lappenhauser gezelt.

Do huob sich leyden in der welt.

Strudel der hiet wiczen gnuog,

Sald und chraft, daz was sein fuog, 20

Er macht sich hin selb dritter dar,

In der härwen veinten schär.

Gen irm paner drang er do

Und begrayff die stang also,

Daz sey auf die erde gie. 25

Sein arm der negel spicz gvie,

Das er do zuo der selben vart

Mit enander bluotend wart.

Des achtet er vil wenig do,

Wan er des seges was so fro. 30

** Lappenhauser vielent nider

Ze geleicher weis sam schaff und wider,

Die noch hierten weder hund

Habend ze der selben stuond,

So die wolfe hungrig gar 35

Chömend in ir bloden schar.

*** Ze gefangen hieten seu sich geben,

Des wolt man kainen lassen leben,

Und warind auch verdorben so.

Des chament Narrenhaymer do 40

Mit äxen und mit pyellen

Und auf die veinde viellen.

Dis hieten besser gelük dann seu

Und schluogend oft ein man in dreu.

Secht, do ward die tayding chrumb, 45

Das glükrad kert sich wider umb,

Und hiet es vor gehulfen ser, 55d

Do schadigot es dristund mer.

Von Lappenhausen Saychinchruog

Ein hercz gewan zuo seinem fuog,

Des cham er auch zuo sinnen drat. 5

Ein vännli hiet er in der wat,

Da was seins dorffes zäychen an

Gemalet, secht, das stiess der man

An ein sper und warff es höch

Auf; do huob sich ein gezöch, 10

Das was vil stark dem paner nach,

Und machten sich hin an vil gach,

Do ir veinten sturmvan was.

Seu drungen fast und schluogend bas,

Bis daz der Fülczan ze hart 15

Mit sampt der stang zerhaket wart.

Do gieng es an hern Strudel do,

Zuo dem grâf Purkhart sprach also:

He, ir gsell, ir gsell, ir gsell,

Ir muosst nu reuschen in die hell. 20

Ir habt so manig mort gestift,

Daz man euchs schol vertragen nit.

** Des antwurt in der werde doch:

Wiss, das ich mich rüre noch

Und pin an meinem herczen warm. 25

Wie mag ich dann ze helle varn?

*** Des zoch er aus ein messer do

Und stach graf Purcharten also,

Das er yeso tod gelag.

Nu var du in die hell hin ab! 30

Das ist dein haus und ghört dich an,

Sprach er zuo dem toten man.

Des wärd doch Strudel da beliben

Mit seinem harsch vil gar gestigen,

Da warent Maczendorffer hie 35

Also schier, ich wäyss nicht wie,

Wie laut seu schreuwent auf die schär!

Es ist noch nicht des io so gar,

Sam ir nu wänt, ir hürrenschelch!

Es müsst uns lassen hie die pelg 40

Und gearnen auf dem plan,

Das ewer vordren haben getan.

Des stachens her mit iren spissen

In der Lappenhauser fiessen,

Nyssinger auch wider dar 45

In der Narrenhaymer schär 56

Also ser mit payder chraft,

Das der veinten hilf und macht

Aber do gechrencket ward,

Also das in einer vart 5

Narrenhaymer haubtman,

Lappenhauser sturmvan

Vielent nider auf den tan,

Der van von Nissingen vil schier

Aufgeworffen also zier, 10

Des muostens schreyen in dem streyt

Gen Torenhofnern an der zeit,

Die das hieten ubersehen,

So grosseu vinstreu was geschehen

Von dem pulver auf dem plan. 15

Do das geschrey nu was getan

Umb die hilf, das hortens wol,

Und ranten her gemuotes vol,

Wol geruowt vil stark und frisch,

Sam die färli von dem tisch, 20

Und lieffend Mäczendorffer an,

Seu schluogend in vil mangen man

Mit iren steken, daz seu hin

Vielen zuo irm ungewin.

In was der mensch recht sam äyn äye 25

Und knustend flaysch und payn enzway,

Seu fuoren her gemuotes frey

Auch mit chüglen von dem pley

An die chlaider fest gepunden,

Mit eysenketten ze den stunden, 30

Und wurffend gen dem herczen,

Des machet mangen smerczen.

Seu smuczten gen den haubtern dar,

Das seu die sinn verluren gar.

Was der vorderr streyt verlorn, 35

Des ward ein neuwer do geporn,

So stark und ungeheur aldo,

Und sam ichs kürczen wil also:

Des Strudels van die swär gevie

Und dreystuond auf und nider gie, 40

Des hieltens doch ir veld und macht

Und streyten in die veinstren nacht

So verr, dess ieder tayl yeso

Selber höret auf aldo,

** Und sprachent, sam auch ghört dar zuo, 56b

Einen frid bis morgens fruo.

*** Da hört ich, daz man in dem pluot

Bis uncz an den gürtel wuot.

Wie vil aver wär derschlagen, 5

Der mär getar ich euch nicht sagen.

Der da glegen was, der glags,

Der da gen mocht, der trats

Und gie hin wider in sein gezelt

Oder läyt sich auf das veld 10

Ze schlaffen sam ein rind dahin.

Fro Laychdenman in irem sin

Gedacht vil eben an die tat,

Die ir in Lappenhauser rat

Wider fuor von Niggels wort, 15

Dar umb sey stiften wolt ein mord

Und macht sich haymleich aus dem haus

Für des dorffes tor hin aus

Und lieff hin zuo der veinten schär,

Die schlieffend da von müdi gar. 20

Sey wakt seu auf und sprach also:

Ewer eren pin ich fro

Und ewers guots ze aller stund,

Dar umb so trachtend umb einn fund,

Das ir all des morgens fruo 25

Reytt ze Lappenhausen zuo.

Die weil so wil ich legen schier

Feur ins dorff an steten vier

Und euch ein tor auch geben eyn,

Das sag ich auf die treuwe meyn. 30

Der rede warens alle fro

Und dankten ir vil fleyssechleych do,

Seu verhiessen ir da mitt

Guotes vil, das ist der sitt.

Des fuor seu hin fro Laychdenman, 35

Bis seu gen Lappenhausen cham,

Und pracht ze samen was seu sprach.

Mit welhen dingen das geschach,

Ich noch niemant sagen schol.

** Bosshayt lert sich selber wol. 40

*** Die weil auch Nyssinger vil drat

Chômend zamen all ze rât

Umb die red, die da getan

Was, des huob ein alter man

Und sprach: Dis dinch wil haben wicz. 45

** Wir ligend auf des todes spicz, 56c

Unser veint sein sterker vil,

Dann wir, sam ich sagen wil,

Dar umb so schüllen wir mit listen

Unser süsses leben fristen 5

Und taylen uns ze unserm häyl

Vil eben gar in zway tayl:

Das erst mit den veinden streytt,

Das ander häymleich an hin reitt

Gen Lappenhausen zuo dem tor 10

Und halte da en wenig vor,

Und lât man uns dann schier hin eyn,

So schüllen wir vil endleich seyn

Mit rauben und mit stechen.

Hie mit wir mügend rechen 15

Alles unser läyd und schaden.

Nicht mer so kan ich euch gesagen.

Do sprach der alt her Pütreich:

Dein rat der ist uns nicht geleich

Und pist dir selben wider auch 20

An deiner red recht sam ein gauch.

Du sprichst, der veinten sey ze vil

Und wilt dann, daz wir halb daz spil

Treyben mit in allen aus.

We, wie kämin wir ze haus? 25

Dar umb wil ich ein anders sagen.

Wir schüllen unser wägen laden

Mit plunder und mit härnesch gär

Und schiken unsers täyls ein schär

Vil taugenleichen in den wald, 30

Den andern täyl wir senden bald

Mit dem paner auf die weyt,

Da sich derheben schol der streyt,

Und wann die veintschär zeucht gen in,

So trachten dis ze fleuhen hin 35

Gen dem holcz, die wagen nach;

So wirt den veinten also gach

Ze jagen und ze rauben ser,

Das seu sich strowent in dem her,

Einer her, der ander hin. 40

Secht, so ist der beste sin,

Das unser hauff mit allem gar

Mach sich auf die ierren schär

Mit schiessen, schlahen und mit stechen,

Stossen, müsten und auch brechen. 45

Mügen wirs auch an gevahen, 56d

Die schüldigen wir schullen hohen,

Kaynen lassen wir genesen.

Und ist, das es also mag wesen,

So reyten wir in einem trük 5

Gen Lappenhausen auf die prügg,

Und wär joch, das die morderin

Nicht wolt tuon nach unserm sin,

Sam eim menschen mordes vol,

Niemand mag getrauwen wol, 10

Dannocht müssen seu derzaygen,

Wan seu sehent so derschlagen

Ir vormacht und ir gesind

Und dergeben sich geswind.

Wolten seu des nicht entuon, 15

Des achtin wir recht sam ein huon,

Und lauffin an die hulczinn maur

Mit feur, das wirt in gar ze saur.

Wär aber, das daz weib

Tät uns auf ze rechter zeit, 20

So schüllen wir berayte sein

Uns ze machen all hin ein

Und nicht ze gaslen in den strâssen,

Won man mocht her aber lassen

Von den heusern holcz und stäyn 25

Und uns derschlahen all gemäyn.

Wir schüllend in das erste haus

Prechen drât und dar nach aus

In das ander yemer dar

Und töten was da lebet gar 30

An die unsern freund alläyn.

Dar nâch so nemin wir gemäyn

Alles, das man genemen mag,

Und täyllins ganczleich pey dem tag,

Und was uns nicht ze nücze werd, 35

Das verbrenn man gar in herd.

*** Nicht anders saget er in do.

Des râtes wurdens alle fro,

Und was her Pütreich hiet gedacht,

Daz ward auch alles volleprâcht. 40

Des wurdens sälich und auch reich

Und machten sich auch all geleich

Wider häym hin auf den weg.

Und do seu chamend zuo dem steg,

Do sahens wie der Triefnas, 45

Der von dem streyt geflohen was, 57

Sass auf einem birlinch höh.

Secht, do huob sich ein gezôch

Gen dem höschochen,

Das bläyb nicht ungerochen 5

** An den ersten buoben,

Die vielend in die gruoben,

Die Perschi vor mit seiner craft

Umb die festi hiet gemacht

Und bedeket schon mit gras. 10

Das er geschaden mocht dest bas,

Er hiet viel dornen spicz gericht

Uber sich auch zuo der geschicht,

Ob seu chämin ze der stunde,

Das mans mit den füssen funde. 15

Das geschach, sich stiess dar an

Vil oft ein blosser sakman.

*** Das tet in we und macht in zorn.

Hietens Pertschins tod gesworn,

Das wolten seu do erste enden 20

Und wurden her und dorthin senden

Umb laytern, mäntel und auch pleyden

** Und umb ein chaczen, die seu treyben

Scholten an die maur hin an.

Dar zuo woltens pikel han 25

Ze untergraben hie und dört

Und anders, daz zuo sturmen ghört.

*** Secht, das prâcht man yeso dar!

** Do ruft der Strudel ze der schar:

Ir herren, merkt was ich wil sagen! 30

Ich han gehört pey meinen tagen

Mit werffen man das haus derwert,

Mit schiessen man es nider zert.

*** Dar umb schült es die armbrust laden

Und an hin schiessen nicht verzagen. 35

Also mag er sich nicht gerüren,

Die kaczen schol man an hin furen

Und stossen in die maur enzway.

Secht, das halff nicht umb ein äy.

Der turne, der was innan vol 40

Und nicht sam die andern hol.

Des hiess er do die laytren pringen,

Werffen an und auff hin chlimen

Und verhiess mit seinem mund

Dem ersten zgebenn zehen phunt, 45

Dar zuo schiessen ymer dar. 57b

Des ward der Triefnas do gewar

Und macht sich aus dem haw herauf.

Er warff den ersten in den pauch,

Das er ab der laytern viel 5

Also hart auf seinen gyel,

Das er yeso muost beleyben,

Den lesten tag alda vertreiben.

Triefnas wisst er vor hin wol

Und hiet den seinen geren vol 10

Gesamlet an dem morgen fruo

Und ein pavesen auch dar zuo.

Die schyrmpt in vor den geschossen gar.

Des stayg der aller röschest dar.

Einer, der hiess Spöczinnkübel, 15

Den warff er auf sein gyssübel,

Das die layter sampt mit ym

Vielent also zprosten hin.

Do nu das die andren sahen,

Niemant gtorst ym furbas nahen. 20

Also wolten seu in haben

Mit den pikkeln untergraben,

Und errechet von dem haus,

Sam man mangen rauchet aus.

Da was daz ertreich gar ze lind 25

Und ertrukt ein michel gesind.

Secht, das schuoff in mü und leyden!

Des wurdens werffent mit der pleyden,

Die stayn gestekten in dem gras

Und vestneten die maur dest bas. 30

Wie gern seu hietin geschossen do

Aus der büchsen gen ym so!

Da hieten seu des pulvers nicht.

Dar umb ir sturmen was enwicht.

Do huoben seu ze tröwen an 35

Mit den worten gen dem man.

Des fluochet er in so ze stett

Mit ferczenn, das er gen in tett.

Noch woltens in mit kinden worten

Aus dem nest do han gesorten, 40

Do mocht er in getrauwen nicht,

Won ein spruchwort also spricht:

** Vor alter veinten süssen botten

Und vor fischen zwir gesotten

Hüte dich ân alles spotten! 45

*** Des chamen seu da überäyn

Das seu allesampt gemayn 57c

Läyten sich hin umb das haus,

Bis in der hunger trib hin aus.

Des wâren ir der scharen drey.

Yedeu schluog auf ein bastey 5

Und lagend da mit starker macht

Hin bis an die vierden nacht

Mit grosser zerung und auch wart.

Trûn do hungert Pertschinn hart.

Do was der held besessen, 10

Was scholt der arman essen?

Secht, des was er doch nicht faul,

Er schluog des häws in sein maul

Und bäyss dar in, er cheuwet ser.

Das sach der Strudel in dem her, 15

Er schre: Dar von es ist ein wicht,

Wir mügen hie geschaffen nicht,

Er isst das häw mit sampt dem stro.

Des fluhen seu da hin aldo

Und drafften sich hin uberm steg. 20

Pertschi nam ein andren weg

Uber dhäyd der selben zeit

Und kam da hin, da sich der streyt

Hiet derhaben und dergangen.

Des sach er da von tôten mannen 25

Mangen grôssen hauffen ligen,

Die warend auf enander gdigen

Von des pluotes gussen so.

Ge Lappenhausen cham er do

Und sach, wie da verderbet was 30

Haus und hoff, daz laub mit gras,

Man und weib mit sampt dem kind,

Er und guot also geswind

Und sein liebeu hausfrauw tod.

Das prâcht ym jamer, angst und nöt, 35

Das wasser ym zum augen gie,

Ein stärkeu dannocht in gevie,

Das er wol ein halben tag

Sam ein andrer toter gelag.

** Des cham er zuo ym selber do. 40

Ein sendes geschray derhuob er so:

O we, jamerleicher tag!

Das ich dich ie gelebet hab,

Des muos ich ymer leyden pein

Mit chlagen an dem herczen mein 45

Und mangen pittern jamer dulden, 57d

Nicht anders dann von meinen schulden,

Das ich so weysleich was gelert

Und mich so wenig dar an chert.

Wie chläine wolt ich es gelauben! 5

Nu sich ich selber mit den augen:

Wer heut lebt, der stirbet morn.

Wie schier ein man auch hat verlorn

Alles, das er ie gewan!

Da mit gedacht er auch dar an, 10

Wie sich älleu dinch vergend,

Die an unsern werchen stend,

Dann alläine gottes vorcht,

Gottes minne unverworcht.

*** Also fuor er hin so bald 15

Enmitten in den Swarczwald,

Da verdienet er vil gwär

In ganczer andâcht an gevär

* Nâch disem läyd das ewig leben.

Das well uns auch der selbig geben, 20

Der wasser aus dem stäin beschert

Hât und auch ze wein bekert!

AMEN.

Anmerkungen zur Transkription:

Der vorliegende Text wurde anhand der 1851 erschienenen Buchausgabe wiedergegeben. Gelegentliche Verwechslungen der Kleinbuchstaben ‚u‘ und ‚n‘ wurden stillschweigend korrigiert. Abgesehen von offensichtlichen Druckfehlern wurde der mittelhochdeutsche Text unverändert beibehalten, wodurch ungewöhnliche Schreibweisen und Inkonsistenzen bestehen bleiben.

Jedes der Blätter der ursprünglichen Handschrift enthält vier Spalten; je zwei auf der Vorder- und Rückseite. Die erste Spalte auf der Vorderseite wird ohne nachfolgenden Buchstaben angegeben, die zweite mit einem ‚b‘; auf der Rückseite werden die Spalten analog mit mit ‚c‘ und ‚d‘ nach der Nummer des Blattes bezeichnet. In dieser Version werden diese Seitennummern, wie in der Originalfassung, in Fettdruck wiedergegeben, um sie von den Zeilennummern der jeweiligen Spalte zu unterscheiden. Die Bedeutung der Asterisken (*, ** und ***) am Beginn der jeweiligen Zeilen wird in der Vorrede erklärt.

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