Anmerkung zur Transkription:

Schreibweise und Interpunktion des Originaltextes wurden übernommen.

ALEXANDER ENGEL

HERR ADAM
UND FRAU EVA

1.–3. Taus.
1920

WILA

Alle Rechte,
besonders das der Übersetzung
vorbehalten.

Verlags-Nr. 49

Druck der
Gesellschaft für graphische Industrie
Wien VI.

DER APFEL DER EVA

LIEBE ZENSUR!

Insoferne du noch lebst,
überblättere freundlichst dieses Kapitel.

Eine Frau ist nur schön, wenn sie schöner ist.


Ein Abgrund lockt die Frauen wie ein geheimnisvoller Brunnen: sie wollen hineinsehen.


Scham ist, wenn man seine unvollkommenen Reize verbirgt.


Das Herz ist die Heimat der Frau, aber es gibt Frauen, die in ihrem Patriotismus zu weit gehen.


Bevor eine Frau sündigt, ruft sie alle Heiligen an.


Eine anständige Frau fällt nur – in Gedanken.


Auch Frauen, bei denen du nichts gewinnen kannst, sehen es gerne, wenn du ... alles wagst.


Die Treue ist die reizendste Laune einer Frau.


Eine Frau verrät leichter ein Seelen- als ein Toilettengeheimnis.


Wenn eine tiefe Frau liebt, so fällt sie; eine oberflächliche schwankt.


Wundere dich nicht über die Schwankungen einer Frauenseele; sie ist ein Meer von Widersprüchen – auch sie hat Ebbe und Flut.


Frauen versprechen nicht gerne das, was sie halten.


Manche Frau gleicht dem schiefen Turm von Pisa: sie neigt sich, aber sie fällt nicht.


Ein Mann ist eifersüchtig mit dem Herzen oder mit den Sinnen, eine Frau mit der Eitelkeit.


Die Frauen erraten eine Liebeserklärung lange bevor sie ausgesprochen ist.


Die Treue einer Frau ist Sache der – Geschicklichkeit.


Jede schöne Frau im Negligé kokettiert mit dem Gedanken: »Wenn jetzt ein Mann ins Zimmer treten würde!«


Der Plural von Liebe ist Untreue.


Der Widerstand einer Frau wirkt immer dekorativ.


Die Tugend mancher Frau ist so klein, daß sie in einem Portemonnaie Platz findet.


Psycho-Analyse! Was ist das für eine schöne wissenschaftliche Ausrede.


Mädchen, die zu weit gehen, bleiben am leichtesten sitzen.


Manche Frau weicht einer Gefahr aus, um sich in die andere zu stürzen.


Es gibt wohl viele Liebhaber, aber – sehr wenig Liebende.


Eine abergläubische Frau bleibt nie beim – dreizehnten Anbeter stehen.


Die Tugend hat einen leisen Schlaf; oft weckt sie schon ein Kompliment.


Wenn eine Frau erklärt, sie werde uns auf halbem Wege entgegenkommen, so sind wir sofort bereit – weiter zu gehen.


Wenn man einem Manne den kleinen Finger zeigt, will er gleich die ganze – Figur.


Koketterie: Ein Scheck, den anständige Frauen auf eine Bank ausstellen, in der sie – kein Guthaben besitzen.


Schön ist eine Frau, wenn wir sie beim Verlassen ihres Boudoirs noch schöner finden.


Die Frauen schätzen die mutigen Männer, die kühnen aber belohnen sie.


Die schöne Frau: »Sie dürfen meine Ehre angreifen, aber nicht meine Frisur.«


Eine tugendhafte Frau schließt in einem schwachen Augenblick stets die Augen, um sagen zu können, sie sei blind gewesen.


Die wenigsten Frauen sind Egoistinnen, denn am liebsten vergessen sie sich.


Wir suchen oft lange Zeit den richtigen Schlüssel zum Herzen einer Frau und es ist – offen.


Die Mädchen lieben, weil sie nicht wissen; die Frauen lieben, weil sie wissen.


DER PARK DER ERKENNTNIS

JUNGE MÄDCHEN!

Eintritt verboten!

Moral ist eine Alterserscheinung.


Zum Heiraten gehören zwei, zum Scheiden – drei.


Wenn man sich eine Ehe gar nicht erklären kann, nennt man sie – Vernunftehe.


In der Ehe-Mathematik stimmt die Rechnung in den seltensten Fällen, weil man vergißt, mit einer – unbekannten Größe zu rechnen.


Die Tugend mancher Frau beruht auf – der Anständigkeit eines Mannes.


Monolog eines Ehemannes: Die Frau braucht tausend Gründe, um zu lieben und keinen einzigen, um zu betrügen.


Die Sterne, die Männer für Frauen vom Himmel holen, kennt die Astronomie nicht.


Die Frauen wissen gewöhnlich schon vor der Ehe, was Liebe ist, aber in der Ehe – vergessen sie es.


Männliche Treue: Ein Dieb, der nicht erwischt wird.


Die Fasson, nach der eine Frau selig wird, muß gewöhnlich der Mann bezahlen.


Die ehrlichsten Worte sind die, die uns entschlüpfen.


Treue ist die Ehre der Liebe.


Der Hafen der Ehe ist ein Kriegshafen.


Es gibt nichts Unanständigeres als die sogenannte Moral.


Zwei Herzen verstehen sich leichter als zwei Köpfe.


Liebe? Oft eine Harmonie aus lauter Dissonanzen.


Am häuslichen Herd verbrennt sich fast jeder die Finger.


Frauen verlangen nie das Unmögliche von dir, weil sie nichts für unmöglich halten.


Tiefe Herzen brechen geräuschlos.


Würde man Frauen-Ministerien einführen, gäbe es sicher keine Minister – ohne Portefeuille.


Die Freiheitslüge: Ehemänner wollen niemals die große Freiheit, sie wollen nur kleine Freiheiten.


Es gibt wohl viele bessere Ehen, aber sehr wenig gute.


»Die Frauen sind Rätsel«, sagte der Ehemann. Und er ließ sich scheiden. Damit hatte er die beste Lösung gefunden.


Bilde dir nicht zu viel auf die Liebe einer Frau ein – oft erhört sie dich nur, weil sich ihre Eitelkeit langweilt.


Im Leben heißt es: »Aller Anfang ist schwer« – in der Liebe ist das Ende viel schwerer.


Die Liebe ist vollkommen, nur die Liebenden haben Fehler.


Erlebte Romane liest man nicht gerne zweimal.


Oft ist die Liebe schon gestorben und die Eifersucht lebt noch.


Der Mann ist das Schicksal der Frau. Es gibt Frauen, die viele Schicksale haben.


Die platonische Liebe findet man nur im Konversationslexikon oder in der Ehe.


Für die meisten Dummheiten im Leben wird die Liebe verantwortlich gemacht.


Abenteuer? Wenn wir sie suchen, finden wir sie nicht, aber wir finden sie immer, wenn wir sie nicht suchen.


Was kein Philosoph erklären, aber jeder Dummkopf fühlen kann, das ist Liebe.


Wenn zwei Egoismen sich vermählen, so nennt man das »Konvenienzehe«.


Wie muß dich eine Frau lieben, wenn sie dir das Unrecht verzeiht, das – sie dir zufügt.


Der Don Juan glaubt das Leben zu genießen, inzwischen verzehrt es ihn.


Ich hatte einmal eine Schauspielerin gekannt, die hatte das Temperament der Temperamentlosigkeit.


Nichts findet man leichter, als eine Frau – für einen anderen.


Wenn ein Mann mit seiner Freundin soupiert, zahlt er die Rechnung, ohne sie anzusehen – soupiert er mit seiner Frau, so rechnet er nach.


Zoologie des Lebens: Die Katzen glauben nicht an die Treue des Hundes.


Die guten Erfahrungen in der Liebe werden einem immer erzählt, die schlechten macht man selbst.


Es ist im Grunde ganz gleichgültig, wen du heiratest – die Richtige kriegst du ja doch nicht.


Man kann wohl der Frauen überdrüssig werden, aber niemals der Liebe.


Man nimmt schwermütigen Abschied von seiner – letzten Torheit.


Für seine blonden Haare sucht man sich eine Geliebte, für die grauen eine Gattin.


Wenn dir ein Mädchen Herz und Hand bietet, sei bescheiden und nimm das Herz.


Oft ist die Ehe nur eine Ergänzung zweier Portemonnaies.


Die schlechten Gewissen der Männer sind die besten Kunden der Juweliere.


Aus dem Tagebuche eines Dritten: Ein Ehemann darf nichts ahnen – das ist Taktsache.


Willst du dein Ideal verlieren, so heirate es.


Man findet oft zu einem Frauenherzen nicht den richtigen Schlüssel, weil – zu viele passen.


In mancher Ehe sollte das Fremdenzimmer für den Gatten reserviert bleiben.


Die Weltanschauung einer Frau hängt davon ab, ob die Welt sie anschaut.


Es gibt nichts Traurigeres, als eine Liebe, die nicht den Mut findet, zu sterben.


Vulkane: So mancher Vulkan endet als – Herdfeuer.


Wenn eine Frau in ihrer Ehe unglücklich ist, rasselt sie so lange mit ihren Ketten, bis sie jemand hört.


Wie kann man nur zwei Frauen gleichzeitig lieben? Bei der einen liebt man die Seele, bei der anderen die Nackenlinie.


Schönen Frauen verzeihen die Männer alles, die Frauen – gar nichts.


Die schärfsten Ehegegner sind die Ehemänner.


Auch die feinste Frau hat eine – Volksausgabe.


Ein Mann ist oft aus edlen Motiven unanständig, eine Frau ist aus unanständigen Motiven edel.


Erfahrung in der Liebe: Wenn dich eine Brünette betrogen hat, läufst du einer Blonden nach.


Das Geistreichste, was ein Mann einer Frau sagen kann, ist ein – Kompliment.


Die Unschuld errötet, die Prüderie schämt sich.


Das reizendste Lächeln haben Frauen, wenn es gilt, eine Torheit zu verzeihen, die wir ihretwegen begangen haben.


Für die Freiheit, die wir verlieren, gibt es stets eine ehrliche Finderin.


Vernunftehe: Ich habe so viel Geld für die Frauen ausgegeben – sprach der Lebemann – daß ich mir alles wieder durch eine hereinbringen will.


Von einer großen Leidenschaft bleibt oft nichts anderes übrig, als eine kleine Erinnerung.


»Ich erreiche alles, was ich will«, prahlte die eigene Kraft. Der Zufall lachte dazu mit dem Munde einer schönen Frau.


Es gibt Blicke, die die Zensur verbieten sollte.


Männer schmücken sich für Frauen; Frauen auch.


Männer entdecken, Frauen erfinden.


Preisfrage: Wie kann der Schnee unschuldig sein, wenn er fällt?


Oft ist uns eine Frau nur teuer, weil sie billig ist.


»Die Ehe ist das höchste Hazard« – sagte der Ehemann. »Man sollte sie verbieten.« »Das würden sich die Kiebitze nicht gefallen lassen«, bemerkte der Dritte.


Die Geschichte verschweigt, ob die Richter, vor denen Phryne stand, jung, alt oder in den mittleren Jahren waren.


Viele denken von der Institution der Ehe sehr hoch und von den Frauen sehr gering – deshalb heiraten sie nicht.


Tiefe Frauen haben nur Amateurwert.


Makrobiotik: Die Ehe verlängert wohl nicht das Leben, aber sie läßt es uns viel – länger erscheinen.


Die Liebe und die Gewohnheit sind zuerst erbitterte Feindinnen, später schließen sie aus Bequemlichkeit eine Konvenienzehe.


Eine Frau kann viel leichter klug sprechen, als klug schweigen.


Die gute Einteilung: Zuerst träumen die Frauen von der Liebe, später lieben sie und zum Schlusse erinnern sie sich.


Eine Vernunftehe ist ein Geschäft, bei dem sich beide Teile verrechnen.


Wir sind so lange jung, so lange unsere Torheiten jung sind.


Sich so geben, wie man ist, das verzeiht nur die Liebe.


Wenn eine Frau sagt: »Ich könnte Sie lieben« – so ist das nur ein grammatikalischer Irrtum.


Es gibt nichts Schwierigeres, als dort galant zu sein, wo man galant sein – muß.


Den Frauen verdankt man oft die großen Karrièren, die kleinen wollen ehrlich verdient sein.


Das Vertrauen, das uns Frauen schenken, macht uns alt.


Der Abgrund: Einem Manne schwindelt vor einem abgrundtiefen Brunnen, eine Frau sucht lächelnd im Wasserspiegel ihr Bild.


In der Liebe verlieren die Dummen das Herz, die Klugen auch noch den Kopf.


Die Sorge ist weiblichen Geschlechts und doch verläßt sie uns nie.


Wenn eine Frau zu dir sagt: »Darf ich mir eine diskrete Frage erlauben?«, so erwartet sie eine – indiskrete Antwort.


Einer Schlanken sage vor allem, sie sei schlank, einer Korpulenten – ebenfalls.


Physik: Die Treue des Mannes beruht oft auf dem Gesetze der Trägheit.


Mathematik. In mancher Ehe ergänzen sich drei.


Grammatik: Die Treue ist viel weniger weiblich, als die Grammatik ahnt.


En tout cas. Der Schirm, den ein Mann einer Frau zum Schutze anbietet, ist immer ein Fallschirm.


Eine kluge Frau vergißt nie ein Rätsel zu sein.


Bekenntnis eines Altruisten: Ich brauche eine Frau, um sie zu – vernachlässigen.


Liebe ist die poetischeste Form der Zeitverschwendung.


Die Unschuldigen gewähren, die Erfahrenen – versagen.


RINGELSPIEL IM PARADIES

Den Ausnahmen ihres Geschlechtes,
also allen Frauen,

in tiefer Verehrung.

Wenn der Teufel keine Zeit hat, irgendwo zu erscheinen, schickt er eine Frau als seine Stellvertreterin. Und sie macht die Sache besser.


Märchen. Eine häßliche, taube Frau gewann plötzlich eines Tages wieder ihr Gehör. Ein Jüngling hatte ihr ein Kompliment gemacht.


Melancholische Frauen sind kostspieliger als die lustigen – sie setzen sich über die Nichtigkeiten des Daseins nur hinweg, indem sie sie genießen.