Anmerkungen zur Transkription

Kommentare zur den Original-Handschriften wurden in der gedruckten Ausgabe am jeweiligen Seitenende vermerkt; diese finden sich im vorliegenden Text zusammenhängend am Ende des Dokuments (siehe ["ANMERKUNGEN ZU DEN EINZELNEN SEITEN"]. Das [Inhaltsverzeichnis] wurde dagegen an den Anfang des Textes verschoben.

Die in der Buchausgabe gesperrt gedruckten Passagen werden hier in serifenloser Schrift dargestellt.

[Weitere Anmerkungen] finden sich am Ende dieses Buches.

BIBLIOTHEK

DES

LITTERARISCHEN VEREINS

IN STUTTGART.

LXIV.

STUTTGART.

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTERARISCHEN VEREINS.

1862.

PROTECTOR

DES LITTERARISCHEN VEREINS IN STUTTGART:

SEINE MAJESTÄT DER KÖNIG.

*

VERWALTUNG:

Präsident:

Dr A. v. Keller, ordentlicher professor an der k. universität in Tübingen.

Kassier:

Dr Zech, ordentlicher professor an der k. universität in Tübingen.

Agent:

Fues, sortimentsbuchhändler in Tübingen.

*

GESELLSCHAFTSAUSSCHUSS:

Dr Böhmer, stadtbibliothekar in Frankfurt a. M.

G. freiherr v. Cotta, k. bayerischer kämmerer in Stuttgart.

Dr K. v. Gerber, kanzler der k. universität in Tübingen.

Hofrath dr Grimm, mitglied der k. akademie in Berlin.

Dr G. v. Karajan, vicepräsident der k. akademie in Wien.

Dr E. v. Kausler, vicedirector des k. geheimen haus- und staatsarchivs in Stuttgart.

Dr Klüpfel, bibliothekar an der k. universität in Tübingen.

Dr O. v. Klumpp, director der k. privatbibliothek in Stuttgart.

Dr Maurer, ordentlicher professor an der k. universität in München.

Dr Menzel in Stuttgart.

Dr Pauli, ordentlicher professor an der k. universität in Tübingen.

Dr Wackernagel, ordentlicher professor an der universität in Basel.

ENDRES TUCHERS
BAUMEISTERBUCH
DER STADT NÜRNBERG

(1464–1475)

MIT EINER EINLEITUNG UND SACHLICHEN ANMERKUNGEN

VON

DR FRIEDRICH VON WEECH

HERAUSGEGEBEN

DURCH

DR MATTHIAS LEXER.

STUTTGART.

GEDRUCKT AUF KOSTEN DES LITTERARISCHEN VEREINS

NACH BESCHLUSS DES AUSSCHUSSES VOM JUNI 1861.

1862.

DRUCK VON H. LAUPP IN TÜBINGEN.

INHALTSÜBERSICHT.

Seite
Vorwort [V]
Einleitung [1]
Baumeisterbuch [17]
Nachtrag [294]
Fewerpüchel [327]
Topographische anmerkungen [334]
Sachregister [347]
Personenregister [350]
Ortsregister [359]
Wortverzeichnis [361]

VORWORT.

Die handschrift A, welche der ausgabe des baumeisterbuches zu grunde liegt, gehört in die bibliothek der familie Merkel zu Nürnberg, aus welcher wir sie durch gütige vermittelung des herrn prof. dr Hegel in Erlangen zur benutzung erhielten. Es ist ein starker folioband von 229 blättern, deren erstes und letztes von pergament die übrigen von starkem papiere sind, das kein waßerzeichen trägt. Der vordere deckel fehlt, der hintere besteht aus holz mit leder überzogen und reich mit messing beschlagen. Auf dem ersten pergamentblatte ist in verblaßter schrift zu lesen: Daz Buch ist der Stat zu Nuremberg, woraus, sowie aus der sorgfältigen und schönen schrift des codex nicht undeutlich hervorgeht, daß wir in demselben ein officielles, für den rath angefertigtes exemplar, vielleicht sogar jenes vor uns haben, welches Endres Tucher selbst dem rathe geschenkt hat (vgl. die einleitung s. 14).

Die ersten 27 blätter sind nicht foliiert; im abdrucke wurden sie mit römischen ziffern bezeichnet. Das erste papierblatt ist unbeschrieben, auf der kehrseite des zweiten beginnt mit einer schönen blaurothweißen initiale die vorrede: 1461. Nachdem vnd herr Hanns Coler u. s. w. Die folgenden 16 blätter enthalten ein ausführliches register zu dem buche, welches nicht mit abgedruckt wurde; bl. xviib-xxia sind leer, dann folgt der kalender bis xxvib, worauf nach einem leeren blatte das eigentliche baumeisterbuch beginnt und mit ihm auch die foliierung der blätter von der hand des abschreibers. Sie ist, wie aus dem register hervorgeht, so eingerichtet, daß je zwei eben aufgeschlagene seiten des buches als ein blatt genommen werden; 1b und 2a bilden also blatt 2 u. s. w. Die einzelnen abschnitte haben rothe überschriften und blauweißrothe initialen; die initialen der absätze, zwischen denen je ein raum von drei zeilen gelaßen ist, sind roth gemalt. Am ende jeden abschnittes ist ein größerer raum offenbar für etwaige nachträge leer geblieben. Die schrift, welche ganz jenen charakter trägt, den wir in officiellen aufzeichnungen des 15 jh. finden, ist äußerst sorgfältig und nur selten durch eine correctur entstellt. Mit dem nachtrage beginnt 201b die zweite hand, deren schrift ebenfalls sorgfältig, aber mehr verzogen und spitzig ist, wie die der ersten. Das ganze schließt 220b: die mit den sleypffen wasser zu füren. Die letzte seite sowie das darauf folgende pergamentblatt ist leer. Auf der innenseite des hinteren deckels steht von einer hand aus dem ende des 16 Jh.: »Ludwig Pfintzing Weyermaister Fol. 181« (s. 268, 13); es ist die gleiche hand, von der auch manche randbemerkungen im codex herrühren, die meist kurze inhaltsangaben von einzelnen absätzen enthalten.

Die codd. B und C, welche ich, wie weiter unten gezeigt werden soll, für abschriften von A halte, befinden sich auf dem k. archive in Nürnberg. Der cod. B besteht aus 229 blättern in fol. und trägt die nr 305; der einband ist von holz. Nach drei leeren blättern beginnt der text auf der kehrseite des 4 bl.: Nachdem vnd herr Hanns Coler u. s. w. Die hand, welche diesen und auch den cod. C geschrieben, läßt sich leicht erkennen; es sind die nämlichen, wenn auch etwas kleineren züge wie im nachtrage zu A und in den hin und wieder angebrachten correcturen dieser handschrift. Die einrichtung von B stimmt ganz mit A überein, nur sind die einzelnen absätze, die auf je zwei seiten stehen, numeriert, weshalb auch im kalender auf diese randziffern und nicht wie in A auf die anfangsbuchstaben der absätze verwiesen wird (s. 19 anm.). Auf bl. 114a steht die überschrift: »Von der rören im schysgraben«, sonst ist die seite leer. Nach dem abschnitte »von dem tagwerck seyl« hat bl. 182b eine hand des 16 jh. folgendes hinzugefügt: »Item 51200 schuch ist ein ganczer morgen oder ein tagwerg. Item 25600 schuch ist ein halber morgen oder tagwerg. Item 12800 schuch ist ein firtell ains morgenns. Item 3200 schueh ist ein sechtzehennthayll einß morgen.« Auf das leere 189 bl. folgt der nachtrag ganz wie in A, der 209a schließt. Auf den noch übrigen blättern hat der codex weitere nachträge und zwar:

209b von der gleichen hand: »Ratslag der wassergreffen etlicher gepew vnd gebrechen halb an und in dem wasser der Pegnitz in und bey der stat anno 1482 in herrn Niclas Grolands frage fer. 4 post Mauricy 1482.« Als »wassergraven« werden aufgeführt: Ulerich Schilt, Cuntz Hofman, Hanns Mülner, Ulerich Fischer, alle von Amberg. Auf diesen »ratslag«, der bis 210b reicht, folgen von derselben hand noch zwei: »Ein Ratslag aller wasser Reder untterhalb der weydenmüll im 89 jar gesehen und in einem erberen Ratt erkant dem folg zu thun u. s. w. der Ratslag solt geschriben worden sein nach dem Ratslag der hernach volgt vom mülberck, wann der Ratslag ist vil jünger (211a–213a).« »1488 jar. Ein ratschlag alß mülberckß halben hye im 88 jar geschehen, und der Ratschlag solt ee sten dann der Ratslag der vor stet der wasserreder halben« (214b–218a). Das ursprünglich leere 219 bl. hat ein späterer benutzt, um einige bestimmungen über die mühlen von Nürnberg aufzuschreiben vom jahre 1537 und 1633. Auf bl. 220a steht wieder von der ersten hand eine urkunde über die verleihung der Mang auf der Schütt »dem ersamen Hanns Heer von Kempten, anno 1489«, und auf dem folgenden blatte von eben derselben hand zwei verträge: Seitz Pfintzing, der stadt baumeister, bestellt vorläufig auf ein jar den Endres Guldein zu einem deckermeister, anno 1489; eben derselbe bestellt 1490 den Ulrich Yberer auf drei jare zu einem säger der stadt. Auf bl. 222b steht von einer hand des 16 jh. eine urkunde vom jahre 1492 über die schlichtung des streites wegen der Weidenmül zwischen Hanns Imhoff und Contz Prewß. Dann noch fünf leere blätter.

Der cod. C hat die nr 404, im ganzen 272 bl., deren erstes und letztes von pergament; der einband ist von leder mit messingbeschlägen. Auf dem ersten blatte steht: »Michel Beheim pawmeister 1502« und zwar von der nämlichen hand, von der auch im cod. manche randbemerkungen geschrieben sind. Die schriftzüge sind etwas größer wie in B, doch unverkennbar von derselben hand; auch die einrichtung trifft mit B überein mit ausnahme des nachtrages, dessen einzelne abschnitte der schreiber jenen stellen des baumeisterbuches angefügt hat, wohin sie gehören, weshalb in C auch die einleitenden worte zum nachtrage fehlen. Aus versehen sind auch im abdrucke s. 199–201 einige absätze dort stehen geblieben, wo sie der cod. C hat, während sie in A später, wenn auch nicht im nachtrage folgen. Auf bl. 252 steht die urkunde über die verleihung der Mang vom j. 1489 wie in B; dann folgen noch 18 leere blätter. B und C haben stierkopfpapier.

Diese zwei codices sind abschriften von A und zwar von der nämlichen hand, die in A den nachtrag geschrieben; B hat die einrichtung von A mit ausnahme der verweisungen im kalender noch vollständig beibehalten, C suchte aus den zwei theilen des baumeisterbuches ein ganzes zu machen, wie oben gezeigt wurde. Die gleiche hand erkennen wir auch in den correcturen von A, die vielleicht eben bei der abschriftnahme angebracht worden sind; aber den deutlichsten beweis für die ursprünglichkeit von A und die identität des schreibers von B und C bietet die sprache selbst. Mit ausnahme einzelner abweichungen in der orthographie geben nämlich BC den text von A, soweit ihn die erste hand geschrieben, getreu wieder und ebenso die eigenthümlichen formen und laute, die wir im nachtrage finden, wo z. b. für kurzes und langes a fast immer o, lun lunen statt lon lonen steht u. s. w.

Ein vierter codex, der hier in betracht kommt, wurde erst nachträglich, nachdem der druck nahezu vollendet war, in der Nürnberger stadtbibliothek aufgefunden: »cod. chart. S. XV (erste hälfte) fol. oblong. Schwarz 450«. Er zählt 49 beschriebene blätter und bietet seinem inhalte nach ganze abschnitte aus dem baumeisterbuche dar, oft wörtlich mit diesem übereinstimmend, zum größeren theile aber in kürzerer faßung. Es liegt die vermuthung nahe, daß Endres Tucher diese aufzeichnungen bei der ausarbeitung seines baumeisterbuches benutzt habe. Ich will eine nähere beschreibung der auch der sprache nach interessanten handschrift hier geben und jenes, worin sie vom baumeisterbuche abweicht oder was sie mehr bietet als dieses, hier nachtragen.

Auf den ersten zwei blättern, deren obere hälfte zum theile fehlt, steht das register, dann auf bl. 2a: »Item die hernach gesriben artickell alß vor alter herkwmen ist, daß pwchell außweiß vnd hernach gesriben stet.« Von den deutschen herren heißt es: »Item eß. sullen die tewczen heren den vischpach nemen pei dem inern spitell turen und durch die mawr leiten wber den grawen jn iren hoff vnd wider ein die stat laiten awf ir kost, daß die stat keinerlei hilf oder stewr daran tonn.« Und weiter: »Item eß ist zu sulden kumen XXXVo (von späterer hand in XXXVIo corrigiert), daß die czbw truchen uber den graben schaden heten genumen, daß sie (nämlich die deutschen herren) keinerlei daran machen wolten, do ließ in der paumeister den pach vorseczen wol auf XIII tag, daß sie keinlerlei (sic) daran machen wolten; do kunten sie vor gesmack nit im hoff weleiben und musten daran arbeiten« (vgl. baumeisterb. 227, 20–28). Bl. 3a: Die pruckell uber Fischpach. 6a: Vom Fischpach. 8a: Vom schön prunen. Bei diesem abschnitte hat der Schwarzische cod. folgendes im baumeisterbuche nicht enthaltene: »Item eß ist zu sulden kumen, daß man der geheuß mit dem wasser i vorloß und sein nicht gewinden kunt, wan eß ging vnter sich ein daß lant, wan eß ist an vil enten an dem Mark vil alcz gemewrß von gebelben, vnd merk, wie duß daß waßer suchen solt. Item zum ersten prich [an] czweien enten auf pei XX suchen von einander vnd slach daß wasser ab vnd mach II spunt durch die roren, die einß fingerß oder czweier dick sei vnd laß dir ein ror machen alß weit alß der spunt ist vnd secz darauf 1 stock mit 1 ror vnd stek in paid vnd stok (sic) formachß gena vnd mach darob ein spunt, daß du mit der hent hin ein mugst greufen vnd nim hodern vnd formachß rein oberhalb rorß vnd webarß wol vnd hert vnd spunt zw vnd loß daß wasser wider an; get eß im ror vber sich so ist der schad ober halb, get eß aber nit, so ist er vnter halb musterß. Item wer aber sach, daß man eß nicht gefinden mocht, so mocht man wol furpaß mustern alß vor, man mocht eß auch mit roren stoken mustern pei VIII such hoch alß rorn, aber du must ie daß waser vor seczen, daß es nit ober halb stok mug. vnd pint eiß (einß?) reb seilß an hader, loß daß drum herauß gen, daß dir die hadern daß waser nit nem. Item dardurch man die spunt macht daß ist darumb, ob etbaß sich in ein roren vorsleimet, so nim gespalten raif vnd sneid kerben an den orten vnd pincz gebiß zu hauffen, daß stark sei vnd pincz so lank an einander alß du von eim spunt zum andern gehawen magst; vnd ain ort deß raifß pint ein starken hadern gebiß vnd czewch von eim spunt zum andern, damit fegst du die rorn. Item wer aber sach, daß an der geheuß eim etbaß pruchß gesech, eß wer am Mark oder czwischen dem prunen vnd den fleißpenken, daß man den kasten nit geren ler liß sten, so mocht mon wol daß ander geheuß lossen gen ein kasten vnd ein czafpen (sic) im abloß machen auf poden vnd dardurch ein loch, daß daß waser unten herauß ging vnd nit ein die einfell deß vorloren waserß. Item ob ein pruch an dem prunen gesech auserhalb der stat oder ein der Pegnicz an roren legen oder an andern grosen scheden, so must man daß waser ab slahen eim kasten, darinen der slegell ist, denselben slegell must man czihen im garten. Item eß wer noch noturftig, daß man den vorgesriben fluß ein dem garten vber 8 gar ein fart raumet vnd albegen xx such lank ein stein vom andern aufhub ob dem tollen, daß man dester paß geraumen mocht. Item eß ist zu sulden kumen, daß daß waser ein gengen forczuckt hat und wider gangen ist; daß ist deß suld, daß etbaß von froschen vnd andern vnflot fur geleckt hat. Item ob sach wer, daß man die roren abslug im kasten eim garten, darein sie gefast sint eim kasten, vnd man daß wasser wider an bolt lossen ein die stat zu gen, so merk, daß du den abloß ofnest im kasten an der eich vnd daß wasser ein weil herauß lossen gen vnd denn wider forslahen, so der wint herwider herauß ist kumen; wann solt eß einß genß gen vom kasten im graben piß in schon prunen, so zuriß der wint die roren, wann eß get sust nit mit folen waser in dreien tagen, eß hab sich der weir for erfult im garten vnd sich daß wasser gesamet. Item ob daß gesech, daß ein pruch an roren gesech czwischen der eich und der stat maur hintern wiltpat, darein daß en in die maur gehawen ist, so gen ausen roren am sibel turn gen die roren durch turn, da ist ein spunt vnd ein czafp (sic), den slach auf vnd laß daß waßer gen vnd ofen den spunt vnd vorsecz mit hader, daß kein waser herein mug, vnd vorsich dich, daß dir daß waser kein hadern hin einczich« (11a–15b). Zu baumeisterb. 166, 16 ff. ist auch folgendes zu vergleichen: »Item die zwen paum gen albarcz durch den weir, der hoch pfoll zu einem zeichen geseczt [ist] newen den roren, vnd gen durch daß tam pei dem Gleißhamer oder Tullnaw genant piß zu der Snodin garten pei dem pruckell, daß der Hadermül zu gehort, da gegen deß Langen wisen vber ligen sie durch die Pegnitz zwen pfel daruber geslagen zu eim zeichen darein gehaut mit eim kreucz« (9a).

Ferner enthält unser cod. 18a: Von deß feurß wegen. 23a: Von den feur laitern. 27b: Von leuchten in der stat. 31b: Von Reuchelperg. 34a: Von pflaster haufen stein, pflastermeister. (Da heißt es: »Item eß geit ein iclicher hauf, der nach der stangen wol geseczt ist, 2½ ruten noch eim newen pflaster«; vgl. baumeisterb. 87, 5 ff. Ferner: »Item eß ist vor alter herkumen, welcher ein pflaster von newen machen wil, so hat man im geben von einer ruten 60 dn. und allen czeug czu der hent czechen, und die ruten mesen 13 such in die firung; eß sol die pflaster ruten haben 13 stat such.« Vgl. baumeisterb. 48, 26 ff.) 34b: Von der wechung (weichung) vor der stat und hinnen. Vom grabe (sic) an der furet. 35a: Von dem tagberkseill. 36a; Von deß wegß wegen zu Ton. 36b: Von weg, steg. 37b: Vom purkheren auf der feste. 38b: Vom heiltum. 39b: Von keten an zu legen zum heiltum. 41a: Vom heimlichen gemach im loch. Den werckleut trinckgelt. 44a: Rorenheintz. Schutmeister. Von pferden an der arbeit. 44b: Von dem lon. (Die arbeitslöhne stimmen mit denen im baumeisterbuche überein.) 45b: Stoschel (stössel) am pflaster. Vom decker. Vom dachknecht. 46a: Vom morterrürer. Vom taglone. 46b: Vom pagelt (sic). 47a: Von der arbeit zu gen.

Daß dieser cod. bedeutend älter als das baumeisterbuch ist, geht unter anderm auch daraus hervor, daß des Ammans weier und weierhaus noch immer des Starken weier und weierhaus genannt wird (vgl. baumeisterb. 219, 15).

Einigemale wurde diese hs. auch in dem am schluße gegebenen wortverzeichnisse benutzt und dort mit S bezeichnet.

Ich habe noch einiges zu sagen über die behandlung des textes. Grundsatz war, änderungen der schreibweise nur da vorzunehmen, wo die handschrift schwankte und in denselben worten bald die einfache, bald die mit consonanten überladene schreibung darbot, wie kunftig und kunfftig, klafter und klaffter, knopf und knopff, auf und auff, helfen und helffen u. s. w., in welchen fällen der einfachen Schreibung natürlich der vorzug gegeben wurde. Für ck hat die hs. öfter in den nämlichen worten gk; ersteres wurde durchgeführt. Die verbindung dt blieb stehen, wo sie durch den ausfall eines vocals entstanden ist, obwohl der cod. auch in solchen fällen einfaches t zeigt: bint 236, 33; gewent 248, 31 u. s. w. Th, das namentlich im anlaute neben t öfters erscheint, wurde beibehalten, ebenso die schwankung zwischen anlautendem s und sch vor l, m, n, w. Bei ß, welches die hs. auslautend durch ein langes und kurzes s, inlautend durch zwei lange s wieder giebt, muste (weil ich, eine mittheilung des herrn prof. von Keller misverstehend, der meinung war, daß die druckerei keine langen s mehr gebrauche) eigenmächtig verfahren werden: auslautend wurde ß gesetzt, inlautend ss beibehalten mit ausnahme der wenigen fälle, in denen die hs. selbst ß schreibt (bei der zweiten hand ist diese schreibung regel); entsprach ß (d. h. langes und kurzes s) der hs. früherem s oder ss, wurde es auch durch diese wieder gegeben und die gemination nach einfachen vocalen beibehalten: grass, glass. Bei den vocalen wurde nur mit y eine änderung vorgenommen, welches von dem schreiber höchst willkürlich gebraucht wird, namentlich in den diphthongen; nur die præpos. bei zeigt mit ausnahme eines einzigen falles (194, 34) immer y, doch wurde auch hier ei durchgeführt. Manchmal steht y für ie: dienen und dynen, smieren und smyren, in welchen fällen es in ie aufgelöst wurde. Eine auflösung fand auch statt bei anlautendem v und inlautendem w, wenn sie für u stehen, sowie bei inlautendem u, wenn es für v steht, doch wurde w in den diphthongen beibehalten, die auf früheres ûw, ouw, iuw zurückgehen: pawen, frawen, trewe u. s. w. Alle übrigen schwankungen blieben stehen; über die der vocale giebt das wortverzeichnis aufschluß, in welchem die wichtigsten lautverhältnisse zusammengestellt wurden.

Das wortverzeichnis selbst wird vieles zu wünschen übrig laßen, da mir auch die nöthigen hilfsmittel nicht zu gebote waren. Manches wort, das eine aufnahme verdient hätte, wird mir entgangen sein, sowie vielleicht umgekehrt manches im verzeichnisse steht, das beßer weggeblieben wäre; in beiden fällen bitte ich um nachsicht, da bei einem wortverzeichnisse, welches sich auf das wesentlichste beschränken soll, die gränzen von auf- und nichtaufnahme der worte schwer zu ziehen sind. Auch die von mir einem worte gegebene bedeutung wird oft nicht stichhaltig sein, namentlich bei den technischen ausdrücken, die im volke zum theile nicht mehr leben und über die auch meine hilfsmittel schwiegen; doch darf ich versichern, daß ich es an mühe und umfrage nicht fehlen ließ, die rechte bedeutung dieser technischen ausdrücke zu ergründen.

Für einzelne mittheilungen bin ich dem herrn prof. Weinhold in Kiel, den herren dr Frommann und baurath Solger von hier zu dank verpflichtet; vor allem aber habe ich herrn prof. von Keller, der auch die revision der bogen aufs genaueste besorgte, für freundliche hilfe und rathschläge meinen besondern dank auszusprechen.

Das sach- und ortsregister hat dr v. Weech angefertigt.

Nürnberg, 24 december 1861.

M. LEXER.

EINLEITUNG.

Nur zu lang ist die geschichte der deutschen städte ein brach liegendes feld gewesen. Man hat wohl dann und wann dem localpatriotismus diese und jene notiz über städtische dinge zu verdanken gehabt, aber ein klarer einblick in den organismus der städtischen gemeinwesen war mit ausnahme der rechtsverhältnisse doch fast nie eröffnet worden. In neuerer zeit freilich ist, wie überall auf dem gebiete der geschichtsforschung ein reges leben eingetreten ist, auch in dieser richtung manches geschehen; namentlich hat die modische »wißenschaft der culturgeschichte« gerade hier nicht unbedeutende und nachhaltige verdienste erworben.

Von allen deutschen städten war übrigens kaum einer von den localhistorikern schon im vorigen jahrhundert so viele aufmerksamkeit geschenkt worden, als Nürnberg. Wer die litteratur der Nürnberger geschichte nur flüchtig kennt, wird über die menge von »beiträgen, untersuchungen, materialien u. s. w.« staunen, die von patriotischen bürgern der alten reichsstadt zusammengebracht wurden, um deren vergangenheit den nachkommen wenigstens im bilde gegenwärtig zu erhalten, nachdem die wirkliche größe längst dahingesunken war. Aber wer diese litteratur näher kennen lernt, wird auch eingestehen müßen, daß trotz der vielen schriften, die wir über Nürnberg haben, doch im grunde genommen, etwa mit ausnahme der urkundlichen publicationen, die freilich zum großen theil auch schlecht genug ausgefallen sind, vom wißenschaftlichen standpunkte aus die geschichte Nürnbergs noch viel zu wenig beleuchtet und erforscht worden ist. Man hat sich gröstentheils auf auszüge, auf modernisierte umschreibungen der originalen aufzeichnungen beschränkt, zum theil waren auch die archive, welche das patriziat mit großer strenge überwachte, gerade den männern, die lust und geschick zur erforschung der vaterstädtischen geschichte gehabt hätten, am schwersten zugänglich; kurz wir haben, außer den arbeiten von Murr doch sehr wenig über die frühere zeit Nürnbergs, was dem heutigen standpunkte der forschung auch nur annähernd entspräche.

Jetzt, da durch die munificenz seiner majestät des königs Maximilian von Baiern die historische commission der Münchner akademie in das leben getreten ist, die sofort die herausgabe der deutschen städtechroniken ins auge faßte und mit den Nürnbergischen begann, tritt eine reihe wichtiger aufzeichnungen zu tage, von deren dasein man, sogar wenn sie gelegentlich benutzt worden waren, (da das citieren nicht jedermanns sache ist) bisher gar keine kenntnis hatte.

Das baumeisterbuch von Endres Tucher, welches hier der öffentlichkeit übergeben wird, im jahre 1464 begonnen, 1470 abgeschlossen, mit nachträgen bis 1475 bereichert, ist eine wichtige quelle zur kenntnis der bis in das kleinste detail ausgebildeten organisation, deren sich schon im 15 jahrhundert das gemeinwesen Nürnbergs erfreute, um so wichtiger, als die beziehungen des baumeisters zu hundert dingen, deren zusammenhang mit dem baumeisteramte unser bureaukratisch geschulter sinn kaum einsieht, einen einblick in die verschiedensten verhältnisse der alten reichsstadt gewähren. Die centralisation, die heute die spitzen aller amtlichen thätigkeit zusammenfaßt, jedem einzelnen wirkungskreis nur eine höchst beschränkte entfaltung gestattet und überall und allezeit einzugreifen im stande ist, übte damals ihre allmächtige gewalt noch nicht aus wie jetzt. Dafür vereinigten sich in den einzelnen ämtern alle mit deren geschäftskreis irgendwie verwandten funktionen und der »ehrbare rath«, weit entfernt, in jeder einzelnen amtshandlung mitzusprechen, begnügte sich mit der überwachung des ganzen.

Die aufzeichnung Endres Tuchers hat nicht nur eine historische, sondern auch eine praktische tendenz. Sie soll in der erinnerung festhalten, wie er die zustände des amtes, die rechte und pflichten des baumeisters, die beziehungen nach oben und unten vorfand und seinerseits handhabte; sie soll aber auch den nachfolgern eine anleitung sein, wonach sie sich künftig zu richten haben. Daher sind mitten unter die trockene, weitschweifige aufzählung der verschiedenen funktionen des baumeisters zahlreiche rathschläge eingeflochten, zu nutz und frommen des späteren geschlechts, und das ist es, was der aufzeichnung einen eigenthümlichen reiz verleiht, daß man außer dem pflichtgetreuen beamten auch noch den kernhaften menschen auf jeder seite des buches zu erkennen im stande ist.

Der nächste untergebene des baumeisters ist der stadt schaffer und anschicker. Er hat die unmittelbare aufsicht über die städtischen arbeiter, er zahlt sie jeden samstag aus, nachdem der baumeister auf seinen vortrag freitags das geld aus der losungsstube herbeigeschafft hat, er bewahrt vorräthe und werkzeuge, gibt sie den arbeitern heraus und nimmt sie wieder in seine hut, nachdem er ihren zustand vorher aufs sorgfältigste geprüft, alles schadhafte sofort zur reparatur bei seite gelegt hat. Dafür erhält er jährlich 4 pfund, freie wohnung auf der Peunt und holz und späne, die beim zimmern abfallen, zur feuerung.

Mit dem baumeister steht er in sehr enger verbindung; freitags und samstags, da sie mit dem lohne der arbeiter zu thun haben, ißt er bei Endres Tucher.[1]

Den arbeiten steht eine reihe von meistern vor, die dem baumeister gehorsam geloben und versprechen, der stadt nutz und frommen getreulich zu fördern und vor schaden zu bewahren: maurer und zimmermann, steinmetz und brunnmeister, pflasterer, dachdecker, tüncher, schloßer, wagner, hafner, glaser, büttner, schreiner, seiler, schlotfeger, schleifer u. s. w., die mit ihren gesellen und lehrjungen an den bauten der stadt thätig sind. Aber nicht wie etwa heutzutage wird dem meister eine arbeit in accord gegeben, der dann seinerseits gesellen bestellt, lehrjungen beizieht und nach belieben verwendet und bezahlt; auch diese untergeordneten arbeiter stehen unmittelbar unter der aufsicht und im lohne des baumeisters, auch sie geloben, ihre kraft bestens zum nutzen der stadt anzuwenden. Es sollen aber auch, wo möglich, lauter gute Nürnberger kinder sein; wenn einheimische arbeiter zu haben sind, muß ihnen stets der vorzug vor den fremden eingeräumt werden; wenn doch ein fremder geselle, von einem Nürnberger meister an den baumeister gewiesen, arbeit begehrt, und wenn sich platz findet, soll er welche erhalten auf 8 oder 14 tage, damit er zehrung verdiene, um weiter wandern zu können; aber es sei solchen gegenüber vorsicht nöthig, meint Endres Tucher, daß sie nicht etwa handwerkszeug mit sich wegtragen oder versetzen, oder daß sie nicht etwa gar geschickt seien, um kundschaft oder noch schlimmeres zu treiben.

Durch diese unmittelbaren beziehungen des baumeisters zu den meistern, gesellen und lehrlingen erhalten wir denn eine, namentlich für den nationalökonomen höchst wichtige zusammenstellung der gebräuchlichen arbeitslöhne. In den letzten jahren, klagt Endres wiederholt, sind sie, wie die preise aller lebensbedürfnisse, merklich gestiegen. Um diese erhöhte ausgabe wenigstens einigermaßen zu paralysieren, sieht man auf der andern seite gleichzeitig eine reaction eintreten. Das baden war bekanntlich im mittelalter, namentlich in den unteren volksschichten viel mehr bedürfnis als heutzutage. In folge der lohnerhöhung wurden die badgelder, welche die arbeiter jede woche einnahmen, herabgesetzt. Natürlich, bei einer preissteigerung der nächsten bedürfnisse muß dasjenige, was in zweiter linie steht, was schon mehr zum luxus gerechnet wird, zurücktreten. Man erfährt denn auch, wie die länge der arbeitsstunden geregelt ist, wie nach den verschiedenen tageslängen auch die dauer der arbeit wechselt. Am samstag endlich wird der lohn vertheilt. Früher, erzählt Endres, hat man die auszahlung am samstag abends vorgenommen, damit kein arbeiter vor dem feierabend die arbeit verlaße, jetzt aber zahlt man am samstag früh, vor mittag aus, damit die arbeiter und die armen leute vor mittag, wenn sie zur suppe gehen, ihren weibern und kindern das geld heimbringen mögen, fleisch und brot darum zu kaufen, das man beßer früh als abends kauft. Darum kann doch keiner früher feierabend machen, denn die paliere haben acht, daß sich keiner wegstehle und ziehen einem solchen bei der nächsten löhnung den entsprechenden theil ab. Es geschah, daß leute, die forderungen an arbeiter zu machen hatten, mit dem ansinnen zu Tucher kamen, den arbeitern beim lohne zu gunsten des gläubigers abzüge zu machen. Aber dieser erklärte, daß er niemand an seinem lohn pfände oder pfänden laße; doch stehe jedem frei, am samstag um die stunde der auszahlung sich an ort und stelle einzufinden und sich an seinen mann zu halten, der dann geld bei sich habe. Der lohn aber wird in gutem gelde ausbezahlt. Endres und sein schaffer zählen die summe, die sie wochentlich aus der losungsstube erhalten, ab und vertheilen sie in die einzelnen partien, und wenn sie »böse pfennige« darunter finden, so »klauben sie diese aus« und geben sie den losungern wieder, welche sie gerne umwechseln und ausdrücklich erklärt haben, sie wollten nicht, daß man den taglöhnern und arbeitern »böses geld« gebe. Es soll dagegen auch keiner zu viel erhalten; wenn einer einmal die arbeit ausgesetzt hat, soll ihm das an seinem wochenlohn abgezogen werden. Sollte sich aber der baumeister irren und einem mehr geben, als er verdient, so darf er nicht besorgen, daß der es stillschweigend einstecke, denn, setzt Endres hinzu, wenn er auch gern schwiege, so schweigen seine gesellen nicht, die rügen je einer den andern.[2]

Aber nicht nur die arbeit hat der stadt baumeister zu überwachen, auch die beschaffung des baumaterials ist ihm übertragen. So steht er denn mit der stadt waldhauer in verbindung, bezeichnet die zum bauholz tüchtigen bäume und überwacht das fällen der stämme. Er hat dabei die bemerkung gemacht, daß das holz im märz, mai und september am besten und leichtesten zu hauen sei. Wie alles im werth gestiegen ist, so sind auch die holzpreise jetzt viel höher als noch vor wenigen jahren. Endres gibt einen genauen tarif der preise, je nach größe und beschaffenheit der hölzer.[3]

Es ist interessant zu sehen, daß man schon damals maßregeln treffen muste, um dem verderben der wälder durch abholzen einhalt zu thun, ja daß schon ganze strecken von wäldern »sehr verhauen« waren. Man schritt deshalb streng gegen jede art von forstfrevel ein und dehnte diese vorsorge auch auf einen fall aus, der Endres, welcher mit großer pietät an dem alten herkommen hieng, höchst unangenehm berührte. Es war eine uralte sitte, daß die steinbrecher vom Reuchelberg dem baumeister am vorabende des pfingstfestes einen büschel eichenlaub schickten. Als sie dieses auch im jahre 1462 thaten, wurden sie auf requisition des waldamtmanns darüber zur rede gestellt und Endres sollte eine strafe von 20 pfund bezahlen. Mit großer mühe fand er sich mit dem amtmanne so weit ab, daß dieser gegen 30 pfennige, die er für sich behielt, der alten sitte in zukunft nichts in den weg legte.[4]

Es waren nämlich auch die städtischen steinbrüche dem baumeister untergeordnet. Er bestimmte die stellen, an denen steine gebrochen werden durften, er vermittelte den einzelnen meistern die erlaubnis, gruben anzulegen, er verfügte, wie lang an einer grube fortgearbeitet werden, wann die arbeit an einer neuen beginnen sollte, endlich stand auch die meßung der quadern, die nach der stadt gebracht wurden, »das eichen« derselben unter seiner aufsicht.[5]

Ebenso wie der baumeister für das rohmaterial zu sorgen hatte, so hatte er auch alles, wessen man sonst zu bauten bedarf, herbeizuschaffen. Er überwachte die kalköfen, er kaufte große vorräthe von ziegeln und dachsteinen, er sorgte für schloßerarbeiten aller art, wobei wir denn wieder die preise aller dieser gegenstände auf das genaueste specificiert kennen lernen. Er muß auch wagen und karren machen laßen, die man zum transport gebraucht, er schließt contracte mit hafner, glaser, büttner, nagelschmid, kurz mit allen handwerkern, deren handierung irgendwie im zusammenhange mit den bedürfnissen steht, die sich bei bauten, reparaturen u. dgl. ergeben.[6]

Wie er aber aufbaut und repariert, so muß er für die gute erhaltung des einmal aufgeführten sorgen. So liegt ihm denn auch die reinigung der gebäude ob. Wir verdanken dieser pflicht ein langes capitel über der stadt »nachtmeister«.[7]

Mit dieser conservativen verbindlichkeit hängt denn auch der antheil zusammen, den der baumeister an der feuerpolizei nimmt. Er gibt einen genauen bericht über die eintheilung der stadt in viertel, über die maßregeln, die, sehr praktisch, mit dieser eintheilung verbunden sind, um der verheerung durch brände wirksam entgegentreten zu können.

An bestimmten plätzen in allen stadtvierteln sind feuerleitern, eimer, schäffel vertheilt, eigene feuermeister sind bestellt, welche die spritzen überwachen, die müller und badstubenbesitzer sind in das system der löschordnung in geschickter weise mit hineinzogen, laternen stehen in gewissen häusern bereit, um, wenn nachts ein brand ausbricht, das dunkel wenigstens einigermaßen zu erhellen, es sind prämien auf schleunige hilfeleistung gesetzt, kurz wir treffen systematisch durchgeführte anordnungen, die es erklärlich machen, daß von dem alten Nürnberg verhältnismäßig so viel erhalten ist, während so manche andere städte durch brand fast alle erinnerungen an frühere jahrhunderte verloren haben.[8]

Das wirksamste element in der reihe der löschanstalten ist natürlich das waßer. Auch darüber handelt Endres Tucher weitläufig. Die Pegnitz fließt durch die stadt, doch ist sie schwer zugänglich, da an den meisten stellen bis hart an ihre ufer gebaut ist. Dagegen bietet ein treffliches löschmaterial der Fischbach, der durch einen großen theil der straßen der Lorenzer seite fließt, bald offen, bald bedeckt. Über diesen wird denn ausführlich nach allen beziehungen berichtet, in denen die einwohner dankbaren sinnes zu diesem waßer stehen, das der hausfrau zum waschen und fegen, den verschiedensten gewerben zum betrieb ihrer arbeit dient und noch vor seiner mündung in die Pegnitz zwei mühlen treibt.[9] Nicht minder liegt die sorge für die zahlreichen brunnen dem baumeister ob. Wir erhalten von ihm eine höchst ausführliche und so sehr ins detail eingehende beschreibung der röhrenleitungen und radbrunnen der stadt, daß wir gar nicht mehr im stande sind, sie bis in das einzelne zu verfolgen.[10]

So glücklich die stadt sich durch ihren waßerreichthum schätzen darf, so hat sie anderseits auch die gefahr von überschwemmungen zu gewärtigen, die bei dem seichten bette der Pegnitz, welche aus dem hügellande herabkommt, sehr häufig und dann sehr schnell eintreten. Da hat man denn auch vorkehrungen getroffen. Die anwohner des oberen flußes, die von Hersbruck und Lauf geben schleunig durch boten nachricht von der drohenden gefahr.[11] Da mag dann der baumeister harte tage gehabt haben, denn auch das waßerbauwesen war ihm übertragen, brücken und stege, waschbänke und gräben, kurz alles, was mit waßerbauten irgendwie zusammenhängt, hatte er zu versehen.[12] Und nicht nur in der stadt, auch in der umgebung hatte er die wege in ordnung zu halten, die brücken in stand zu setzen, die gräben zu reinigen, endlich sogar die »landwehr« (verschanzungen rings um die stadt durch schranken gegen plötzliche überfälle) war ihm zur erhaltung anvertraut.[13] Nicht minder hatte er bei feierlichen gelegenheiten, hohen festen u. dgl. die straßen der stadt reinigen, den koth hinausführen, das pflaster ausbeßern zu laßen, wie er auch die aufsicht über die ketten und schlößer[14] führte, durch die man die straßen gegen fuhrwerk abzusperren pflegte. Das geschah wohl an hohen festen, besonders am tage der heilthumsweisung, an welchem die in Nürnberg aufbewahrten reichskleinodien dem volke gezeigt wurden. Die vorbereitungen dazu nahmen seine thätigkeit mehrere tage lang in anspruch, da unter seiner leitung das schaugerüst errichtet und manche andere maßregel getroffen wurde, die bei dem zusammenströmen der großen menschenmenge, die sich da jährlich am freitag nach der osteroctav in Nürnberg einfand, nöthig sein mochte.[15] Wie das buch gar manches enthält, was Endres Tucher nebenher beobachtet hat, so gibt er auch gelegentlich die zahl der wagen und karren an, die an diesem feste im jahre 1463 durch die stadtthore hereinkamen. Es waren 1266 wagen und 608 karren.[16]

Gleichwie zu dieser feier hatte Endres Tucher auch die einrichtung der veste zu treffen, als kaiser Friedrich III im jahre 1471 in Nürnberg erwartet wurde; eine aufzählung der mannichfachen geräthschaften, die da den burgberg hinaufgeschickt wurden, gestattet einen reizenden einblick in die verhältnisse jener zeit.[17]

Daß der baumeister nicht nur für das nothwendige, sondern auch für das angenehme sorgte, zeigt ein bericht über die anpflanzung einer großen menge von linden an verschiedenen plätzen der stadt,[18] für deren schatten ihm noch manche generation zu dank verpflichtet war. Doch nicht nur der technische betrieb der bauten war in seine hände gelegt, auch die handhabung der baupolizeigesetze war mit dem amte verbunden. Er führt in gröster weitläufigkeit alle verordnungen an, die der rath in dieser richtung hat ergehen laßen,[19] und die das verhältnis der bauherrn zu ihren nachbarn, zur straße u. s. w. bestimmen. Sie sind zum theil energisch genug. Wenn einer gegen des rathes willen einen theil seines hauses zu weit in die straße hineinbaut, wird er ohne erbarmen niedergerißen; dasselbe, mit ansehnlicher geldstrafe verbunden, geschieht, wenn man näher an die stadtmauer baut, als der rath bestimmt hat. Jedes haus muß mindestens 18 schuh davon entfernt sein.

Bestrebt, seine nachfolger über nichts im unklaren zu laßen, was mit dem amte in beziehung steht, gibt Endres im verlaufe seiner aufzeichnung auch angaben über die verhältnisse der handwerker, die von höchstem interesse sind.[20]

Die meister dürfen z. b. keine vorräthe aufkaufen, sondern nur so viel, als sie zu ihren nächsten arbeiten gebrauchen; bleibt davon übrig, so ist ihnen nicht gestattet, den rest zu verkaufen ohne die erlaubnis des rathes. Sie sollen keinem fremden gesellen über 8 tage arbeit geben und stets den einheimischen dem fremden vorziehen. Sie dürfen bei 10 pfund strafe nicht eine arbeit verlaßen, die sie einmal übernommen haben; wenn ein geselle von seinem meister weggeht, ohne die begonnene arbeit vollendet zu haben, der soll 1 pfund heller zur strafe zahlen und bei keinem andern meister in der stadt aufnahme finden. Kein meister darf dem anderen durch anbietung höheren lohnes seine gesellen abspenstig machen. Ohne des raths erlaubnis soll kein meister im sommer außerhalb der stadt arbeiten bei strafe 3jähriger verbannung. Es ist den meistern bei strenger strafe untersagt, ihren gesellen hinfür kost zu geben, sie sollen ihnen lediglich den gesetzten lohn bezahlen; und kein meister oder bauherr darf mehr lohn geben, als der rath für jedes handwerk bestimmt hat; nur bei »bosselarbeiten« ist ein kleines trinkgeld zuläßig, doch nur ein paar tage lang. Kein geselle darf ohne des meisters wißen eine arbeit übernehmen u. s. w. Da es vorgekommen ist, lautet ein eingeschalteter nachtrag, daß »liederliche meister« aufgenommen wurden, die ihr handwerk nicht verstanden, hat der rath für die zukunft meisterprüfungen angeordnet, welche vor zwei vereideten meistern desselben handwerks stattfinden sollen. Auch ein minimum der lehrzeit wird wenigstens für gewisse handwerke festgesetzt. Diese normen sind natürlich in ihrer specialisierung hier nur für die gewerbe vorgeführt, mit denen Endres Tucher durch sein amt in beziehungen steht. Es wird aber ein schluß durch analogie die ausdehnung derselben principien auf die verhältnisse auch der übrigen gewerbe gestatten.

Der baumeister gelobt alle jahre dem neuen rathe gehorsam und legt jährlich seine rechnung ab. Dieß geschieht in gegenwart der losunger und zweier der älteren herrn.[21] Einnahmen und ausgaben werden dann verglichen und der baumeister ist verpflichtet, über etwaige anstände auskunft zu geben. Nach der prüfung der rechnung erhält er sein solarium, 100 pfund neu; davon gibt er dem schreiber, welcher die rechnung abgeschrieben hat, 8 pfund alt, nebst »papier und copert«, dem hausknecht aber des rathhauses 8 groschen oder 60 pfennige zu trinkgeld. Hierauf wird vor versammeltem rathe darüber referiert und wenn der baumeister im rathe ist, muß er indess aus dem sitzungssaale abtreten. Nach dem vortrage pflegt ihn der rath zu bitten, für das nächste jahr das amt wieder zu versehen. Außer seiner fixen besoldung hat er dann auch noch andere bezüge.

Seine vorgänger hatten größere gehabt, einigen war sogar ein pferd gehalten worden; ihm gebühren nur noch späne und abfälle vom zimmerholz, die ihm auf der stadt kosten in seine behausung gefahren werden. Man verkauft sie und lost daraus jährlich etwa 60 pfund alt. Diess geld nimmt Endres Tuchers hausfrau in empfang, wie es alte sitte ist, daß die baumeisterin das einnimmt; der schaffer, der es einsammelt, erhält dafür von ihr zum neuen jahr ein geschenk, ein hemd oder dergleichen. Die trinkgelder, welche die werkleute den dienstboten des baumeisters geben, und die jährlich etwa 20 bis 24 pfund alt betragen, sammelt Endres in einer büchse. Diese gelder haben vor alters etliche baumeister selbst behalten; er behält nur die hälfte oder etwas darüber und vertheilt den rest unter die dienstboten. Von seinem theil aber muß seine hausfrau fische und wein bestellen und er lädt am weißen sonntag oder 8 tage danach drei bedienstete der stadt, die seinem amte am nächsten stehen, natürlich auch seinen getreuen schaffer darunter, zu sich, sagt ihnen, daß er rechnung abgelegt habe und gibt ihnen einen rechenwein.[22]

Ein eigenes capitel handelt von dem, »was ein baumeister in guter acht haben soll.«[23]

Er soll täglich bei den städtischen arbeiten ab und zu gehen und überall umschau halten, ob alles in ordnung vor sich gehe, denn diese unmittelbare überwachung fördert die arbeit; mindestens ein mal des jahres soll er die steinbrüche besuchen und sich durch eigenen augenschein von dem fortgang und gedeihen der arbeit überzeugen; eben so oft soll er die schlößer an allen stadtthoren untersuchen und mit baumöl schmieren laßen, daß es keinen aufenthalt gebe, wenn etwa plötzlich zur nachtzeit eines geöffnet werden müße; um Michaelis soll er jährlich alle waßerbauten, mauern und zäune besichtigen und noch bevor die kälte eintritt, die nöthigen reparaturen befehlen; er hat die pflicht von zeit zu zeit nachzusehen, ob alle vorkehrungen getroffen sind, die bei einem schnellen wachsen der Pegnitz sich als nothwendig ergeben haben; er soll oft um die stadt reiten und den zustand der ringmauern prüfen; auch zu den thürmen an der stadtmauer hat er die schlüßel und ist verbunden, sie außen und innen im stande zu halten und jeder etwaigen ausschreitung der thurner entgegenzutreten; aus den zwingern soll er im herbst allen unrath beseitigen laßen und anstalt treffen, daß im winter der schnee von den mauern weggeschaufelt werde; er soll auch dem pflaster seine aufmerksamkeit schenken und die reinigung der straßen nicht versäumen; wenn ein turnier am markt gehalten wird, so ist er es, dem die aufrichtung der schranken zusteht; nicht minder hat er die oberaufsicht über den stadtgraben, dessen gras den findelhäusern zur nutznießung gehört, und über die hirsche und rehe, die im graben hinter St. Katrein gehegt werden, denen der stadt waldhauer auf des baumeisters anordnung zu zeiten junge föhren in den graben wirft, »daran zu kiefen.«[24] Überhaupt hat er die sorge für die erhaltung der baulichkeiten der stadt, so auch für den schönen brunnen, der bei den volksfesten auf dem markte eine große anziehung auf die schaulustigen ausübt, die sich auf das gitter stellen wollen, um weitere umsicht zu genießen. Da jedoch der brunnen gefahr läuft, dadurch verdorben zu werden, so hat Endres das sinnreiche mittel erdacht, ein paar männer mit spritzen dort aufzustellen, die denn alle neugier zudringlicher mit einem kräftigen waßerstrahl erfolgreich abwehren.

Er hat ferner eine reihe von verpflichtungen gegen gewisse gewerbe und personen, die in diesem capitel alle ausführlich verzeichnet und ein neuer beweis für die bis ins kleinste ausgebildete ordnung sind, wodurch sich die organisation des nürnbergischen öffentlichen lebens auszeichnete.

Nachdem wir so den hauptinhalt des baumeisterbuches in kürze skizziert haben, wird noch einiges über den charakter dieser aufzeichnung beizufügen sein.

Wir haben schon oben angedeutet, daß an hundert stellen des buches uns die person des verfaßers entgegentritt, daß wir darin ein deutliches bild von der physiognomie der guten alten stadt erhalten. Mitten unter der trockenen, lang gedehnten verzeichnung der handwerker und ihrer pflichten, der arbeiter und ihrer löhne erscheint, gelegentlich hingeworfen, ein satz, der leben in die todte masse bringt, der unser interesse auch an der prosaischen umgebung, in der er auftritt, erhöht, um so mehr, als dieß kein künstliches experiment ist. Der wackere Endres Tucher hat wohl nie daran gedacht, daß sein werk jemals die schwelle des rathhauses oder der Peunt überschreiten werde. Es sind also keine schriftstellerischen manöver, denen wir da begegnen, sondern es ist die gesunde natürlichkeit des mannes, der wir diese reizenden einschiebsel zu verdanken haben. Er gibt darin sich und seine zeit ganz wie sie waren. Es war ein sparsamer mann, unser baumeister. Zu unnöthigen ausgaben entschließt er sich nie, dieß zeigt sich bei jeder gelegenheit, aber auch bei den unvermeidlichsten weiß er eine einrichtung zu treffen, durch die er der stadt ein paar groschen erspart. Wir erinnern uns, daß der rath vorsorglich die bewohner von Hersbruck und Lauf angieng, ihm vom steigen der Pegnitz sofort nachricht zu geben; der baumeister muß das ersuchen alle jahre um weihnachten erneuern; diesen brief schickt er jenen durch ihren bäcker hinaus, damit er keinen boten verlohnen muß und keine kosten verursacht.[25] Er scheut sich nicht, eines noch weiter als sparsamkeit gehenden verfahrens der viertelmeister erwähnung zu thun. Das gras in den zwingern ist für die findelhäuser bestimmt; aber die viertelmeister, denen die aufsicht über die zwinger zusteht, haben, erzählt er, zuweilen selbst kühe und brauchen die weide für sich, oder gönnen sie guten freunden vor der findel.[26] Mit derselben harmlosen gemüthsruhe verzeichnet er das benehmen des waldamtmannes bei dem verbot, eichenlaub zur stadt zu bringen, wovon früher die rede war. Aufgefordert, 20 pfund als strafe zu zahlen, erklärte Endres, daß er das keineswegs aus seinen mitteln bestreiten, sondern aus der losungsstube nehmen werde, dahin könne es der amtmann wieder zurückbringen. Als dieser hartnäckig auf seiner forderung stehen blieb, schickte Endres endlich die 20 pfund, von denen der amtmann 30 pfennige behielt und ihm das andere wieder zurückgab.[27] Ebenso naiv läßt er uns erkennen, wie wenig grund man hatte, sich vor dem raschen eingreifen einer hohen polizei zu fürchten. Eine anzahl unternehmender Handwerker vermuthet im vestnerberge einen schatz; sie beginnen danach zu graben und stoßen dabei auf unterirdische gänge, die von der burg herab nach verschiedenen puncten der stadt führen. Diese arbeit konnten sie sechs wochen lang betreiben, ohne daß dem rath etwas davon zu ohren kam. Endlich ward man davon in kenntnis gesetzt, Endres untersuchte den fall, man ließ die leute auf ihr ansuchen weiter graben, und da sie natürlich nichts fanden, hatte der rath noch die annehmlichkeit, die löcher, die sie da und dort geöffnet hatten, wieder verschütten zu laßen.[28]

Ein anderer passus charakterisiert nicht minder scharf die zustände der stadt in jener zeit. Ein gewisser Zeringer hatte an der steinernen brücke am neuen bau eine »marter« setzen laßen, der rath verbot ihm, daran noch ein Schild anzubringen. Er that es dennoch und da er auf wiederholte abmahnung der behörde sich nicht entschloß, dasselbe abzunehmen, fand man es eines tages mit brauner farbe überstrichen; »ob das der Zeringer befohlen, setzt Endres dieser erzählung bei, oder wer das gethan hat, das weiß gott wohl.«[29]

In seiner aufrichtigkeit verhehlt er auch nicht ein misgeschick, das ihn während seiner amtsführung getroffen. Er hat unter anderm das bohren der brunnröhren zu überwachen. Da kommt im jahre 1462 ein Jude her, des namens Josep von Ulm, der sich anheischig macht, auf der stadt kosten ein bohrzeug herstellen zu wollen, durch dessen hilfe ein mann in einem tage so viele röhren bohrt als sonst zwei gesellen in zwei oder drei tagen fertig bringen; wenn ihm der versuch mislingt, will er den schaden tragen; wenn er gut ausfällt, begehrt er, daß ihm ein ehrbarer rath das bürgerrecht schenke. Man geht darauf ein, Endres läßt umfaßende vorkehrungen treffen, ein gerüst errichten u. s. w.; als bereits 50 gulden dafür verausgabt waren, stirbt der Jude in Stuttgart und das werk bleibt in seinen anfängen wieder stehen.[30] Nicht minder aber weiß er die energie zu betonen, mit der er im nothfall die verordnungen des raths durchführt. Jeremias Holzschuher baute sich ein Haus hinter St. Egidien. Er brach deshalb etliche kleine häuser ab, die ihm im wege standen und erhielt die erlaubnis des rathes, um eine gerade linie herstellen zu können, unentgeltlich ein stückchen weit in den gemeindegrund herauszubauen. Aber er oder sein werkmeister versah es und fuhr weiter heraus, als der rath erlaubt hatte, was zu großen conflicten führte, in denen doch Endres standhaft alle nachgiebigkeit verweigerte.[31] Auch sonst berichtet er wohl einmal über die mühe, die er sich im interesse der humanität und seines dienstes gibt. Es waren bauern verpflichtet, die reinigung von gräben in der umgegend der stadt vorzunehmen. Im weigerungsfall sollten sie gepfändet und die reinigung auf ihre kosten vorgenommen werden. Aber obwohl es nie ohne weigerung von ihrer seite abging, so wuste er sie in der regel durch seine überredungskunst zum gehorsam zu bewegen, so daß es fast niemals bis zur execution kam.[32]

Der werth der aufzeichnung wird dadurch erhöht, daß sie dann und wann eine notiz über sitten und gebräuche der zeit und der stadt gibt. Eine der hübschesten stellen ist der bericht über die sulzfische, die Endres nach altem herkommen den werkmeistern und werkleuten der stadt am heiligen christabend sendet, deren bereitung, die unserem geschmack schlechterdings unbegreiflich ist, ausführlich geschildert wird. Eine auserwählte schaar derselben werkleute, der werkmeister, der maurer, der zimmermann und der schaffer erhalten außerdem am vorabend von St. Johannis tag zu sonnwenden auf der stadt kosten ein viertel guten meths und an St. Martins abend ein viertel guten Frankenweins. Endres selbst, der ersichtlich mit seinen leuten im besten einvernehmen steht, hat denselben zuweilen aus eigenem säckel zu St. Martins tag jedem eine gans und zu weihnachten einen weck geschickt, auch wohl zu Walpurgis jedem der nachtmeister einen kreuzkäse zukommen laßen.[33]

Ein andere stelle belehrt uns über die art und weise, in der gewisse amtliche ankündigungen proclamiert wurden. Jährlich ein mal muß der Fischbach gereinigt, also das waßer auf etliche tage abgesperrt werden. Dieß läßt der baumeister auf des raths geheiß am sonntag, vor die arbeit beginnt, in der St. Lorenzkirche von der kanzel herab durch einen büttel oder einen schreiber ausrufen, nach dem der segen gegeben ist und ehe man den weihbrunnen gibt, während der priester in der sacristei die heiligen gewänder ablegt; denn da ist das meiste volk in der kirche.[34]

Anderswo wird berichtet, daß eine arme dorfschaft, der das hochwaßer eine brücke weggerißen hat, die erlaubnis erhält, an gewissen tagen vor u. l. frauen kirche auf dem markt beiträge zur aufführung einer neuen sammeln zu laßen, und wieder an einer andern stelle, daß jungfrauen und »geisterinnen« im criminalgefängnis, im »loch« eine truhe stehen haben, in der sie kissen, laken, polster und anderes geräthe bewahren, das benützt wird, wenn man den gefangenen das leben absagt und ihnen die heiligen sacramente spendet, und daß ein »ewiges geld« zur erhaltung dieser sitte gestiftet ist.[35]

Sollen wir endlich noch die genauigkeit der aufzeichnung constatieren, so wird genügen, wenn wir als probe anführen, wie Endres sogar nöthig findet, zu notieren, daß er zu zeiten dem Ludwig Pfinzing, der stadt weiermeister, ein paar waßerstiefel aus der Peunt geliehen habe, aber sofort, um ja kein präjudiz für seine nachfolger zu bilden, beisetzt, daß er dazu keineswegs verpflichtet gewesen sei.[36]

Wenn wir uns nach den quellen umsehen, welche der bearbeitung des baumeisterbuches zu grunde liegen, so finden wir die schriftlichen bedeutend in der minderheit. Verträge, rathsverläße u. s. w. hat Endres Tucher ohne zweifel vorliegen gehabt, dann und wann weist er direct auf solche hin, namentlich im nachtrag ist eine reihe in den text aufgenommen; er hat auch die schrift eines vetters, Berthold Tucher über die gräben um die stadt, benutzt[37] und die bücher seines vorgängers im amte, Hans Graser durchgesehen.[38] Diese letzteren hat er freilich nicht in der besten ordnung gefunden, aber er gibt doch etliches daraus im auszug und gerade das ist für uns von der höchsten wichtigkeit, da es die unterschiede der preise, arbeitslöhne u. s. w. zu Grasers zeiten und etwa 20 jahre später in der klarsten weise darlegt. Die hauptquelle aber, die Endres Tucher seiner darstellung zu grunde legte, war die mündliche überlieferung. Und da hat er einen trefflichen dolmetscher zur seite gehabt an dem schaffer und anschicker auf der Peunt, Conrad Gürtler. Als Tucher das material zu seiner aufzeichnung zu sammeln begann, war Gürtler schon 27 jahre lang in seiner stelle und hatte vier baumeistern hinter einander verständig und treu gedient. Endres hat ihn aber auch fest ins herz geschloßen und unterläßt nie, seinen rath zu erholen und in zweifelhaften fällen seine ansicht gewißenhaft zu verzeichnen.

Um aber noch einmal auf die urkunden zurückzukommen, die Endres Tucher benutzt hat, so möchten wir nicht versäumen, zum troste neuerer forscher, die mit getäuschten hoffnungen ein archiv verlaßen, zu constatieren, daß auch dem städtischen baumeister zu Nürnberg im 15 jahrhundert diese schriftstellerische calamität nicht erspart war. Er berichtet mit großem kummer, daß er lange zeit nach einem vertrage gefahndet habe, aber die losunger hätten ihn nicht finden können und ihm gesagt, nachdem sie noch viele briefe hätten, die nicht registriert seien, so wüsten sie die verlangte urkunde nicht zu finden. Sie möge wohl auch unter den unregistrierten liegen.[39]

Nachdem wir uns so lange mit dem baumeisterbuche Endres Tuchers beschäftigt haben, bleibt uns noch übrig, einen blick auf die person des verfaßers zu werfen. Wir erhalten über ihn kurze auskunft in dem »Tucherbuch«, dem prachtvoll ausgestatten pergamentnen geschlechtsbuche der noch in Nürnberg blühenden familie der freiherrn von Tucher, dessen einsicht mit freundlichster liberalität gestattet wurde. Im anfage des 17 jahrhunderts angefertigt, liegen diesem geschlechtsbuch zum grösten theil die materialien zu grunde, welche dr. Christoph Scheurl, der berühmte Nürnberger gelehrte, und sammler für die familie zusammengestellt hatte. Über Endres wird bl. 51 folgendermaßen berichtet:

Herr Endres Tucher, der ander diß namens, Endressen Tuchers und Margaretha Baumbgartnerin sohn ward geborn den funften aprilis am andern ostertag und negsten tag nach Ambrosii [5 April] umb ein ur auf den tag anno 1423; Wilhelm Scheuhenpflug hueb ihn auß der tauff; hielt hochzeit mit junckfrawen Adelheit Gundlachin von Bamberg mittwoch nach deß hailigen creutz erfindungs tag 1446 [4 Mai], ward deß raths an stadt seines vaters brudern Bertholden Tuchers anno 1454, der vorderst alt genant und paumeister, beschrieb ein ordentlich, nutzlich buch von gemainer statt gebewen, von rath vnd ordnungen, das er einem erbern rath zuletzt schencket und heutiges tags in der peundt gebraucht wird, thailet mit seinen dreyen brüdern Bertholden, Hannßen und Sebalden donerstag nach Urbani 1462 [27 Mai], ubergab Bertholden und Hannßen, seinen brudern sein antheil an ihrem vaterlichen hauß und andern seinen guettern freytags nach Urbani 1476 [31 Mai] und ward mit bewilligung seines unfruchtbaren weibs ein convers bruder zu den cartheusern an s. Ambrosii tag 1476 [4 April], als er zwei und zwaintzig jar in rath gangen war, und ward Hannß Volckhaimer an sein statt baumeister. .. .. Er lebet im orden ain und dreißig jar, ward alt vier und achtzig jar und neun tag, starb den vierzehnten aprilis anno 1507 daselbsten (in s. Sebalds kirche) im chor vor dem hohen altar begraben.

Wir können noch hinzufügen, daß eine chronikalische aufzeichnung, welche von Endres vater herrührt, vorhanden ist und in dem 1 bande der Nürnberger chroniken gedruckt vorliegt, daß Endres selbst seit 1454 bis zu seinem rücktritt aus der welt alter genannter blieb, und seit 1459 ein jahr um das andere elector war, endlich daß er seine stelle als der stadt baumeister im jahr 1461 antrat. (Raths- und ämterbücher der genannten jahre im Nürnberger archiv.)

Sein bild in dem Tucherbuch, welches freilich kaum auf porträtähnlichkeit wird anspruch machen dürfen, in doch ganz in der weise aufgefaßt, wie wir ihn uns denken, nachdem wir sein buch gelesen haben. Ein ernster, wohlwollender mann steht er da vor uns, wie wir ihn auf jeder seite des baumeisterbuches finden.

Ich habe zum schluße noch wenige worte über meine bearbeitung zu sagen, die sich fast einzig auf topographische und die nöthigsten sachlichen erläuterungen beschränkt, und nur an ein paar stellen durch notizen aus dem Nürnberger k. archiv bereichert worden ist. Was die topographischen anmerkungen betrifft, so bin ich mir wohl bewust, daß sie an zahlreichen und nicht unbedeutenden mängeln leiden. Wenn die publication eine Nürnberger im eigentlichsten sinne des wortes wäre, so würde wohl eine reihe sehr eingehender untersuchungen in dieser richtung nothwendig gewesen sein, die unter den verhältnissen, unter denen diese edition erscheint, unterbleiben konnten und musten. Hier galt es nur, so viel zu erklären, als man mit den vorhandenen hilfsmitteln erklären konnte. Da hat sich freilich schnell und empfindlich genug gezeigt, wie sehr die topographie Nürnbergs noch im argen liegt. Das büchlein von Nopitsch (Wegweiser für fremde in Nürnberg. 1801) erwies sich noch immer als das brauchbarste, um so mehr, als der verfaßer es zu einer zeit niederschrieb, in der die alten bezeichnungen der straßen, häuser, höfe, etc. noch in aller mund waren, während sie täglich mehr den modernen namen, die man ihnen zu substituieren beliebte, weichen und so nach und nach ganz der vergeßenheit anheimzufallen drohen. Manche hilfe gewährte auch die kleine schrift: »Die noch vorhandenen abzeichen Nürnberger häuser von einem forscher in alten dingen.« Nürnberg 1855, die eine reiche menge von andeutungen gibt, die ich dankbar benuzte. Wenn der verfaßer dieses werkchens, der sich so lang und viel mit Nürnberger geschichte beschäftigt hat, sich nur angewöhnen wollte, seine behauptungen nicht immer lediglich in die luft zu stellen, sondern sich herbei ließe, sie durch citate zu stützen. Um wie viel verdienstlicher würde dadurch dieses schriftchen, das freilich nicht einmal das erfüllt, was es in seiner jetzigen gestalt verspricht, da es nicht die vollständigkeit aufzuweisen hat, die man doch wohl fordern darf. Man könnte dem verfaßer eine anzahl von häusern mit abzeichen und gerade in belebten straßen bezeichnen, die man in seinem buche vergebens gesucht hat.

In dem alphabetischen verzeichnis am schluße, das die topographischen anmerkungen enthält, sind die namen von straßen, welche heute noch dieselben sind, wie ehedem, nicht verzeichnet worden. Man kann sie leicht auf jedem plane der stadt Nürnberg, deren eine große zahl existiert, finden. Für solche, die sich eingehender für diesen theil der arbeit interessieren, darf auf den stadtplan verwiesen werden, der dem 1 bande der Nürnberger chroniken beigegeben ist.

Zum schluße erlaube ich mir noch einen wunsch auszusprechen. Möchte doch das baumeisterbuch Endres Tuchers, das so viel werthvolles material enthält, einen berufenen mann anregen, seine kräfte der erforschung der Nürnbergischen topographie zuzuwenden. Unsere philologen haben sich so viele mühe gegeben, die topographien Roms und Athens bis in die kleinsten einzelheiten zu ergründen und festzustellen; sollte unser altehrwürdiges Nürnberg nicht einer gleichen mühe werth sein? Das wäre eine aufgabe für die localhistoriker, die hier eine arbeit fänden, durch welche sie sich wirkliche und nachhaltige verdienste um die wißenschaft erwerben könnten und zu der sie sicher mehr beruf und geschick hätten, ab zu den elaboraten, womit ihre mehrzahl in der regel die gelehrte weit heimsucht.

Dr. Friedrich von Weech.

[1461.]

[ija] Nachdem und herr Hanns Coler des paumeister amptz abstunt und das einem erbern ratt aufgabe in dem ein und sechtzigsten jare in der vasten, also ward ich Endres Tucher von einem erbern [ratt] hie bestellet zu der stat paumeister ampt, und darnach in dem selben jare zu dem newen rat thet ich gehorsam und pin nun in das viert jare der stat paumeister gewest. also hab ich gemerckt ettliche ordenung altes herkomens, auch bestellung der werckleut, allerlei zeugs und mancherlei, das einem der stat paumeister zu steet, angeet und im nöt ist zu wissen, des alles doch kein eigentliche verzeichnus vorhanden gewest ist. darumb hab ich mit hilf Conrat Gürtlers, ietzunt auf der Peunt gesessen, der dann ein schaffer und anschicker ob der stat pewen pei sibenundzweintzig jaren gewesen ist, nemlich pei Hansen Graser, Stefan Schuller, Lutzen Steinlinger seligen und herrn Hansen Coler, alle paumeister, und nun pei mir im vierden jare schaffer und anschicker ist, die hernach geschriben stuck auf gezeichent, wie der ettliche vor alter mit guter gewonheit herkomen sein, auch wie ich das ietzunt halt und außricht, darauß und darnach sich kunftiglichen ein stat paumeister gerichten mag. nit das es pei den hernach geschriben stucken und artickeln allweg also besteen oder beleiben solle, oder das ich kunftige paumeister lernen oder unter richten wolle, des sie vor mer dann ich wissen etc. dann sich die ding alle sam teglichs verkeren und endern in ein und ander, so mag aber doch ein paumeister auß dem allen abnemen, wie es vor gehalten worden ist, und sich auch dester paß kunftiglichen darnach wissen zu richten etc. und soliche verzaichnuss ist gescheen und gemacht worden nach Cristi gepurt viertzehenhundert und in dem vier und sechtzigsten jare zu aller heiligen tag [Nov. 1]. mer so ist darnach und darzu in das puch geschriben und das alles geendt und beslossen worden zu aller heiligen tag im sibenzigsten [jare].

[xxja] Durch anzeigung dieses nachgeschriben kolenders vindet man eins ieden tags was ein paumeister desselben tags oder in derselben wochen gescheft oder zu thun hatt, die er dann auf die selben oder ander tag wenn es im eben ist außrichten mag etc. und wie woll in dem hernachgeschriben puch gar vill stuck sein, die ein paumeister wissen und in acht haben soll über jare, dieselben man aber nit alle nach dem kolender außrichten mag, sunder unter allen anderen hab ich die außgezeichent und in den kolender pracht, die dann ein paumeister auf dieselben tag und wochen ungeverlichen außrichten mag oder bestellen, das die außgericht werden, dardurch dester minder saumnuss geschicht. nachdem der stuck und artickel on zall und so vil ist, das die ein paumeister nit woll alle in dem sinne allewege pei anderen teglichen zufellen und gescheften getragen mag, darumb hab ich diesen kolender zu einer vermanung gemacht.

Am ersten so steet in dem hernachgeschriben kolender, das aber in anderen gemeinen kolendern nit steet, nemlich der vassnacht, die ostern und pfingst veiertag und der tag, so man das hochwirdig heiligtumb hie weist, auch die vier goltfasten tag, unsers herren leichnams tag; und das G ist suntag pustaben gerechent. und dieselben tag der vassnacht, ostern, pfingsten sein doch also außgemessen, das die über viertzehen tag nit mugen hinfur noch hinter nimmer mer kunftiglichen keines jars gefallen; wo die tag aber hin fur oder hin hinter gefallen anders dann sie ietzunt steen, so prenget es doch an diesem furnemen kein irrung, wann darinnen doch allweg zu vinden ist, was man thun sol etc.

Zu dem andern so ist der kolender also zu versteen, das man muß suchen in der liny eines ieden tags, den man wissen oder haben will, do steet am ersten nach dem heiligen tag: folio 165 oder 27 etc. das bedeutet dasselb plat hinden in dem puch, das muß man erstlichen suchen, und so man dasselb plat hat so muß man wider sehen in den kolender und in derselben liny suchen, was pustaben noch der [zale des folio] geschriben steet. den oder dieselben pustaben muß man dann suchen, an dem vorgeschriben plat, das man gefunden hat, do steen der oder dieselben pustaben versals weiß mit ruberiken geschriben, und alsdann den oder dieselben artickel lesen, der oder dieselben [artickel] zu erkennen geben und klerlichen innhalten, was desselbigen tags oder wochen ungefehrlichen zu thun ist, und also mag man verrer suchen desselben tags in derselben liny die ander zall der folio und nach den pustaben, die darnach steen, dieselben versale, so vindet man desgleichen in denselben artickeln über jar eins ieden tags, was ein paumeister zu thun hat.

Kal. Der jener hat 31 tag.
A.der jarstag.
b. Steffan achter. folio 165. N. A.
c. Johanus achter.
d. der kindlein achter. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
e. Symon pischof. folio 26. D.
f. der oberst tag.
g. Lucius pischoff. folio 22. D. N etc. 23. E.
A. Erhart pischof. folio 48. A.E.
b. Julius marterer. folio 165. N. A.
c. Paulus einsidel.
d. Peter prediger. folio 165. N. A.
e. Johanus pischof. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Hilarius pischof. folio 26. D.
g. Felix priester. folio 47. W.
A. Maur. apt. folio 165. N. A.
b. Marcell pabst. folio 65. A. J etc.
c. Anthonig apt. folio 165. N. A.
10 hore d. Prisca junckfr. folio 26. A.
e. Germanicus mart. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Fabian Sebastian. folio 26. D.
g. Agnes junckfr.
A. Vincent mart. folio 66. S. 165. N. A.
b. Emerenciana. folio 171. E.
c. Tymotheus junger. folio 165. N. A.
d. Paulus bekerung.
e. Policarp pischof. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31 D. S.
f. Johans mit dem gul. folio 26. D.
g. Thomas prediger.
A. Valerius pischof. folio 167. B. 165. N. A.
b. Adelheid junckfr. 12. Z.
c. Metranus mart. 165. N. A.

Kal. Der febrer hat 28 tag.
d. Brigida junckfr. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
e. unser frawen liecht.
f. Blasius pischoff. folio 26. D.
g. Gelasius pischof.
A. Agatha junckfr. folio 43. A. P. W etc. 165. N. A.
b. Dorothea junckfr. folio 121. B. J.
c. Reichart kunig. folio 165. N. A.
d. Helena kungin.
e. Apollonia junck. folio 27. N. A. (u. s. w. wie oben am 1.)
11 hore f. Scolastica junck. folio 26. D. 25. N.
g. Eufrasia junck.
A.[Eulalia] junck. folio 162. D. 165. N. A.
b. Steffan pischof. folio 52. E. B. D etc.
c. Valentin mart. folio 160. M.
d. Faustin marterer. folio 165. N. A.
e. Juliana junckfr. folio 27. N etc. (u. s. w. wie oben am 1.)
f. Donatus pischof. folio 26. D. 169. M.
g. Concordia junck. folio 32. A. W. N etc. 2. A.
A. Gabinus marterer. folio 160. W. 165. N. A.
b. Fasennacht.
c. Siriccius. folio 27. N etc (u. s. w. wie oben am 1.)
d. Peter stulfeier. folio 7. M. 9. A. 31. J.
e. ........ folio 26. D. 160. E. A. D. 161. S. V. J. A. D. 162. W.
f. Mathias XII pot.
g. Walpurg schidung. folio 163. D.
A. Fortunat mart. folio 165. N. A.
b. Leander pischoff.
c. Goltfasten. folio 91. E. 158. D. 12. Z. 165. N. A.

Kal. Der martzo hat 31 tag.
d. Albanus marterer. folio 27. N x 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
e. Marinus mart. folio 4. M. 5. J. 26. D.
f. [Kungund] schidung.
12 hore g. Adrian marterer. folio 25. M.
A. Quiriacus mart. folio 171. Z.
b. Milarius pisch. folio 165. N. A.
c. Perpetua felicitas.
d. Poncius diacon. folio 162. Z. 165. N. A.
e. Candidus mart. folio 27. N etc. (u. s. w. wie oben am 1.)
f. Vocus marterer. folio 26. D.
g. Gumprecht. folio 45. E. N. W etc.
A. Gregorius pabst. folio 69. D. 165. N. A.
b. Macedon. folio 69. S.
c. Glodeswind mart. folio 165. N. A.
d. Matrona junck.
e. Patricius pisch. folio 27. N etc. (u. s. w. wie ob. am 1.)
f. Gerdraut junck. folio 26. D.
g. Eleutherus folio 59. E. J etc.
A. Joseph pfleger. folio 165. N. A.
b. Gutprecht mart.
c. Benedict apt. folio 165. N. A.
d. Matheus pisch. folio 173. A.
e. Theoder pischof. 27. N etc. (u. s. w. wie oben am 1.)
f. Banfast. folio 26. D.
g. unser frawen kündung.
A. Castul marterer. folio 165. N. A.
13 hore b. Rupertus mart. folio 63. M. D etc. 25. M.
c. Gottramin mart.
d. Kungunden. folio 165. N. A.
e. Weidon apt. folio 27. N etc. (u. s. w. wie oben am 1.)
f. Sabin junckfr. folio 26. D.

Kal. Der aprill hat 30 tag.
g. Maria Mag.
A. Abundi mart. folio 77. G. 165. N. A.
b. Benignus mart. folio 12. Z.
c. Ambrosius pisch. folio 165. N. A.
d. Celestinus pisch.
e. Herena junck. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Marina junck. folio 26. D. 77. A. 169. M.
g. der ostertag.
A.ander ostertag.
b. drit ostertag.
c. vierd ostertag. folio 77. D.
d. Constantinus. folio 77. V. 78. S. E etc. 79. M. 165. N. A.
e. Eufemia. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 6.)
f. Tiburtz. Valerian. folio 26. D. 159. D.
g. Nicomedis mart.
A. Marcial marterer. folio 60. E. 79. E. D. S. 80. A. 165. N. A.
b. Hermogenes. folio 164. A. 171. E. 172. S. 173. S.
c. Terrena junck. folio 79. A. J etc. 80. V. B. E. D. J. 159. Z. 169. M. 12. Z.
d. Die süssen liebsten. 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S. 81. N. F. Z etc.
14 hore e. der heiltum tag. folio 81. A. E. 25. S.
f. Simeon pisch. folio 26. D. 82. D. 174. B.
g. Sotherus pisch.
A.Jorg ein ritter. folio 42. W etc. 165. D.
b. Adalbertus mart. folio 9. A. 38. W. 82. N.
c. Marx ewangelist. folio 172. E. M. J. 165. N. A.
d. Anacletus mart. folio 163. E.
e. Anastasius pisch. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 6.)
f. Vital marterer. folio 26. D.
g. Peter prediger.
A. Quirin mart. folio 60. M. 165. N. A.

Kal. Der matzo hat 31 tag.
b. Philip. Jacob. Wal. folio 67. S. A. 31. M. E.
c. Sigmund pisch. folio 138. D. 165. N. A.
d. des heiligen † tag.
e. unsers hern cronung. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Gothart mart. folio 26. D.
g. Joh. ante portam. folio 31. J.
A. Domicillus junck. folio 165. N. A.
b. Michel erscheinung.
c. Macharius mart. folio 165. N. A.
d. Gordianus mart.
e. Mamertus mart. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 4.)
15 hore f. Pangracius pisch. folio 26. D. 25. D.
g. Gervacius pisch.
A. Gangolf mart. folio 165. E.
b. Sophey junck. folio 165. N. A.
c. Brandan apt.
d. Torpetus mart. folio 165. N. A.
e. Liberius pisch. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 4.)
f. Potentiana junck. folio 26. D.
g. Basilla junck.
A. Prudenciana. folio 165. N. A.
b. Helena junckfr. folio 52. E. B. D etc.
c. Desiderius pisch. folio 12. Z.
d. Dominicus erhaben. folio 165. N. A.
e. Urban pabst. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 4.)
f. Franciss erhaben. folio 26. D. 169. M.
g. der pfingstag.
A.ander pfingstag.
b. drit pfingstag. folio 32. A. W. N etc. 2. A.
c. die goltfasten. folio 158. D.
d. Petronel junck. folio 91. E. 165. N. A.

Kal. Der czunio hat 30 tag.
e. Caprasius mart. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Marcell mart. folio 4. M. 5. J. 26. D.
g. Erasmus pisch.
16 horeA. Florian marterer. folio 25. D.
b. Bonifacius. folio 165. N. A.
c. Philip ewangelier. folio 158. M.
d. herrn leichnams tag.
e. Medardus mart. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 1.)
f. Primi Feliciani. folio 26. D.
g. Onufrius einsidel.
A. Barnabas junger. folio 167. B.
b. Cirini sein gesell. folio 165. N. A.
c. Felicule junck.
d. Basilius pisch. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 1.)
e. Veit ein marterer.
f. Justina junck. folio 26. D.
g. Paula junckfr.
A. Marcius marterer. folio 165. N. A.
b. Gervasius mart. folio 12. Z.
c. Silverus mart. folio 165. N. A.
d. Alban marterer.
e. Zehen tausent mart. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 1.)
f. Banfast. folio 26. D. 77. N.
g. Johanns taufer.
A. Eligius pischof. folio 165. N. A.
15 hore b. Johannis Pauls. folio 25. D.
c. Siben slaffer. folio 165. N. A.
d. Banfast. folio 27. N etc. (u. s. f. wie am 1.)
e. Peter. Paulus.
f. Pauls gedechtnus. folio 26. D.

Kal. Der luio hat 31 tag.
g. Thebalt pischof.
A.unser frawen besuchc.
b. Monegund. folio 165. N. A.
c. Ulrich pischoff.
d. Numerian mart. folio 165. N. A.
e. der XII posten achter. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Wilbold pischof. folio 26. D.
g. Kilian. sein gesellen.
A. Cirillus pischoff. folio 165. N. A.
b. Siben geprüder.
c. Procopius mart. folio 165. N. A.
d. Theodora junck. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 6.)
e. Margreth junck.
f. Keiser Heinrich. folio 26. D.
g. der XII poten teilung.
A. Eustachius mart. folio 36. S. 165. N. A.
b. Alexius peichtiger. folio 12. Z.
c. Arnolff pischoff. folio 165. N. A.
d. Ruffin. junckfr.
14 hore e. Josep der gerecht. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 6.)
f. Praxedis junck. folio 26. D.
g. Maria Magdalena.
A.[Brigitta.] Apolli. folio 165.
b. Cristina. Banfast.
c. Jacob XII pot.
d. Anna, Marie muter. folio 165. N. A.
e. Keiser Karl. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 6.)
f. Panthalan mart. folio 26. D.
g. Martha junckfr.
A. Abdon et Sennen. folio 165. N. A.
b. German pisch.

Kal. Der augusto hat 31 tag.
c. Peter kettenfeier.
d. Steffan pabst. folio 165. N. A.
e. Steffan vindung. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Justinus priester. folio 26. D.
g. Oswalt konig. folio 7. M. 9. A.
A. Sixtus pabst. folio 165. N. A.
b. Affra merterin. folio 12. Z.
c. Ciriacus. sein gesell. folio 165. N. A.
d. Banfast. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 3.)
e. Laurentz mart.
13 hore f. Tyburtz mart. folio 26. D. 25. M.
g. Clara junckfr.
A. Ypolit. sein gesell. folio 165. N. A.
b. Banfast.
c. unser frawen schidung.
d. Serena kungin. folio 165. N. A.
e. Lorentz, achter. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 3.)
f. Agapitus mart. folio 26. D. 169. M.
g. Sebolt beichtiger.
A. Bernhart apt. folio 165. N. A.
b. Privatus pisch.
c. Thimoteus junger. folio 165. N. A.
d. Banfast. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 3.)
e. Bartholomeus.
f. Ludwig kunig. folio 26. D.
g. Genesius mart.
A. Ruffus marterer. folio 171. E. 165. N. A.
b. Augustin pisch. folio 12. Z.
c. Johans enthaubtung. folio 155. V. 165. N. A.
d. die seligen gemerter. folio 27. N etc. (u. s. w. wie am 3.)
e. [Paulinus] pisch. folio 26. D.

Kal. Der september hat 30 tag.
f. Gilg ein apt.
12 hore g. Verena junckf. folio 85. M. 155. N. E.
A. Remaclus pisch. folio 165. N. A.
b. Erndraut junck.
c. Herculian mart. folio 165. N. A.
d. Magnus peichtiger. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
e. Banfast. folio 26. D.
f. unser frawen gepurt.
g. Kungund erhaben. folio 155. D.
A. Hilarius pisch. folio 156. D. S. 165. N. A.
b. Prothus. Jacinctus. folio 70. D. 157. M.
c. Matern pischof. folio 159. W.
d. unser frawen dreissig. folio 165. N. A.
e. das heilig † erhaben. folio 27. N etc. (etc. wie am 6.)
f. Nycomedis mart. folio 26. D. 157. W.
g. Eufemia junck.
A. Lamprecht mart. folio 157. D. 158. S. V.
b. Trofinus mart. folio 165. N. A.
c. goltfasten. folio 91. E. 158. D. 12. Z.
d. Banfast. folio 27. N etc. (etc. wie am 6.)
e. Matheus XII pot.
f. Moritz. sein gesellen. folio 4. M. 5. J. 25. D.
g. Tecla junckfr. folio 32. A. W. N. E etc. 2. A.
11 horeA. Ruprecht mart. folio 25. N. 165. N. A.
b. Cleophas junger. folio 52. E. B. D etc.
c. Ciprian marterer. folio 165. N. A.
d. Cosme. Domian. folio 27. N etc. (etc. wie am 6.)
e. Wentzel mart. folio 26. D.
f. Michel ertzengel. folio 4. A. 67. A.
g. Otto pischoff.

Kal. Der october hat 31 tag.
A. Remigius pisch. folio 165. N. A. V.
b. Clara erhaben. folio 166. M.
c. Leodegarius. folio 170. J. 165. N. A.
d. Franciss erhaben. folio 171. B. J.
e. Aurea junck. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Trew. junckfr. folio 26. D.
g. [Sergius.] Bachus.
A. Reparata junck. folio 166. S. 167. D. S etc.
b. Dyonisius pisch. folio 165. N. A.
c. Gereon mart. folio 12. Z.
d. Honesta. Victor. folio 165. N. A.
e. Maximian mart. folio 27. N etc. (etc. wie am 5.)
f. Colman mart. folio 26. D.
g. Burckhart mart. folio 64. A. D. W etc.
A. Antiochus mart. folio 165. N. A.
b. Gallus apt. folio 31. V. 79. D.
c. Sigmund mart. folio 69. D. 165. N. A.
10 hore d. Lucas. folio 25. A.
e. Januarius mart. folio 27. N etc. (etc. wie am 5.)
f. Pelagia junckfr. folio 26. D.
g. eilf tausent meid.
A. Cordula junckfr. folio 165. N. A.
b. Severin pischof, folio 167. B.
c. Columban apt. folio 165. N. A.
d. Crispin Crispiniani.
e. Amandus mart. folio 27. N etc. (etc. wie am 5.)
f. Banfast. folio 26. D.
g. Symon Judas.
A. Narciss pischoff. folio 72. Z. N. D etc. 74. D.
b. Marcell mart. folio 73. A. 12. Z.
c. Banfast. folio 69. S. 165. N. A.

Kal. Der november hat 30 tag.
d. Aller heiligen tag.
e. Aller sele tag. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
f. Piriminus mart. folio 26. D.
g. Modesta junck.
A. Heinrich hertzog. folio 36. A. 165. N. A.
b. Lienhart peichtiger. folio 68. D.
c. [Wilbrod] pisch. folio 68. S.
d. Vier gekront mart. folio 165. N. A.
9 hore e. Theodorus pisch. folio 27. N etc. (etc. wie am 2.)
f. Mertein pabst. folio 26. D. 77. Z.
g. Mertein pischof.
A. Livinus pischof. folio 169. D. 165. N. A.
b. Britz pischoff. folio 66. A.
c. Corona junck. folio 171. E. 165. N. A.
d. Fidencian mart. folio 174. S.
e. Otmar apt. folio 27. N etc. (etc. wie am 2.)
f. Hugo kartheuser. folio 26. D.
g. Eugenius pisch.
A. Elspet lantgrefin. folio 168. W.
b. Poncianus mart. folio 165. N. A.
c. Maria im tempel.
d. Cecilia junckfr. folio 165. N. A.
e. Clement pabst. folio 27. N etc. (etc. wie am 2.)
f. Crisogoni martiris. folio 26. D.
g. Katherina junckfr.
A. Conrad pischoff. folio 169. W. G. 165. N. A.
b. Agricoll mart. folio 12. Z.
c. Virgilius pisch. folio 165. N. A.
d. Banfast. folio 27. N etc. (etc. wie am 2.)
e. Endreas XII pot. folio 1. W.

Kal. Der december hat 31 tag.
8 hore f. Longinus pisch. fol. 26. D. 25. W.
g. Vespasianus mart. folio 1. D. 2. D etc.
A. Sola apt. folio 165. N. A.
b. Barbara junck. folio 153. S.
c. Sabina ebtesin. folio 27. N etc. 28. F. 29. W. N. 30. V. N. S. A. M. 31. D. S.
d. Niclas pischoff. folio 3. D. N etc. 5. D. E. S etc. 6. D. W.
e. Eukarius pischof. folio 26. D.
f. unser frawen enphaung.
g. Syrus pischoff. folio 6. Z. 7. E. J etc. 8. J. D. E.
A. Melciad pabst. folio 168. D. K. 165. N. A.
b. Damasus pabst. folio 163. S. J. A. W.
c. Waltherus pisch. folio 165. N. A.
d. Lucia. Ocilia. Jobst. folio 9. Z.
e. Nicasius pischof. folio 27. N etc. (etc. wie am 5.)
f. Aurelianus mart. folio 26. D.
g. Anania. Azaria. folio 9. D. E etc. 12. D. V.
A. Lasarus pischoff. folio 171. E. 165. N. A.
b. [Wunbolt] pisch. folio 61. A. 62. M. J etc.
c. Goltvasten. folio 52. E. B. D etc. 55. M. J etc. 91. E. 158. D. 165. N. A.
d. Banfast. folio 27. N etc. (etc. wie am 5.)
e. Thomas XII pot. folio 10. D. E etc. 12. Z. N etc. 13. E. 14. D. N etc. 15. A. M. 16. A. J. 148. A. E.
f. Teodosia junck. folio 4. M. 51. N. 26. D. 57. D. N. W etc. 58. D. S. A etc. 75. N. V etc.
g. Eugenia junck. folio 75. E. J etc.
A.Banfast. folio 169. M. 173. E.
9 hore b. der cristag. folio 25. W.
c. Steffan mart.
d. Johanns XII pot. folio 16. D. 17. W. N etc. 18. N etc. A etc. 19. W. E. 20. N etc. A. 32. A. W. N etc. 2. A.
e. der kindlein tag.
f. Thomas von Aquin. folio 26. D. 165. N. A.
g. David kunig. folio 21. M. E etc. 23. S. J.
A. Silvester pabst. folio 172. S. 173. S.

[1b] Umb sant Endres [Nov. 30] ein tag oder vier vor oder nach ongeverlichen soll der stat paumeister in einem wolgesamentem rate fur pringen und erzelen, was afterstelliger pewe noch ungemacht, die im vor von einem erbergen rat zu machen bevolhen und noch ungemacht vorhanden sein, auch wie vil steinmetzen und zimmergesellen er an der stat arbeit das vergangen jare gehabt hab etc. und do ein burgermeister fragen lassen, was ein erberger rate das kunftig jare in willen hab mer zu pawen, auf das, das ein paumeister mit der bestellung der arbeiter sich darnach wisse zu richten das kunftig jare.

Darnach und am ersten soll der stat paumeister zu im fordern den schaffer und anschicker, als ietzunt Conrat Gürtler ist, und sein abrede mit im zu haben, das kunftig jare pei der stat arbeit und an seinem ampt zu beleiben. und wiewol derselb schaffer alle jar zu dem newen ratte ob der stat amptbuch gehorsam thut, alsdann sein eid im newen eitbuch folio 25 außweist, iedoch soll er der stat paumeister geloben nach verhorung der hernach geschriben artikel etc.

[2a] Des schaffers und [anschickers] ampt.

Der schaffer und anschicker, also ietzunt ist Conrad Gürtler, sol der stat paumeister geloben und sein trew geben an eins aids stat, das er das zukunftig jare bei und ob der stat pewen beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wolle, und dem paumeister hilflich sein zu wie er sein bedarf zu der statt nottorft, auch der stat arbeitter und pferde anschicken zu arbeitten nach eins paumeisters unterrichtung. auch sol er selber nichts angeben noch machen lassen on eines paumeisters wissen und willen, und soll alle wochen am freitag einem paumeister beschriben geben wie vil aller arbeitter an der stat arbeit dieselben wochen sein, und wie vil [ir ieder] derselben arbeitter taglone verdienet habe, auf das, das ein paumeister wissen mag darnach gelt ein zu nemen auß der [lösung stuben], das im dann der schaffer soll zelen helfen in die püchslein, darmit man den arbeittern gelonen mag am sambstag. auch soll er der stat holtz, pretter, kalck, stein, eisen und andern iren zeug getrewlichen bewaren, den er unter handen hat, auch was er des werckzeugs den meistern allenthalben und andern arbeittern under die hende gibt darob zu sein, das sie im den wider antworten. auch das er des zeugs nichtz hin leihe noch gebe on wissen und willen eines paumeisters; weme aber ein paumeister von werckzeug ettwas leihet, das soll der schaffer nit hin auß geben anders dann auf silberen pfant, die soll er dann auf heben und eigentlichen beschreiben, wes das sei oder was dasselb pfant stee etc. wenn man dann soliche pfant wider lösen will, soll der schaffer eben auf sehen, ob icht schadens, es sei an wegen, kerren, seil, zwispitz oder anders gescheen sei an dem, das man wider pringt, das soll er im heißen wandeln ee und er die pfant hinauß gibt, und was er also von gelt ein nimpt von altem oder newen holtz oder anderm das eim paumeister berechen und getrewlich uberantworten, alles ongeverlichen.

So gibt der statpaumeister dem schaffer alle wochen, es sei veiertag oder wercktag, fur sein solde vier pfunt alt; dem Gürtler hat man vormals bei des Grasers seligen zeitten dreu pfunt alt ein wochen geben. darnach kame er zu dem thorsperre ampt des eußern Frawen thors, davon er auch ein sold hette; wann im aber der gescheft zu vil wart und [er] wider von dem thorsperr ampt kame, do het ein erber ratt [2b] bevolhen im die vier pfunt alt alle wochen zu geben etc. dapei es noch also besteet.

Auch sol der schaffer das zimmerholtz, das der stat walthawer zu der stat pewen herein antwort, eigentlichen mercken und ab zelen mitsampt der stat werckmeister dem zimmermann, als oft des nöt ist. und soll auch alle goltvasten, wenn der stat paumeister mit dem walthawer rechen will, dasselb holtzwerck einem paumeister verzeichent geben ein iede gattung in sunderheit von leng und größ; und ob der walthawer solich holtzwerck an leng und größ nit als follig precht, das soll der schaffer zu wissen thun einem paumeister. und wenn ein paumeister mit dem walthawer rechent, so gibt der walthawer dem schaffer sechtzig pfenning von dem rechen und [trinckgelt], das ein paumeister dem walthawer gibt.

Ein schaffer und anschicker hat sein wonung auf der Peunt in dem vordern gemache, als man hin ein geet, vergebens und on zinse, darzu holtz und spen, das ab geet von dem zimmer, ein nottorfft zu prennen in seinem hause.

Wo aber der stat paumeister pruch oder geprechen het an einem schaffer oder anschicker, das soll er einem erbergen ratte furpringen; der hat im dann ab zu sagen und urlaub zu geben wenn ein ratte will etc.

[3a] Darnach zu sant Niclas tag [6 Dec.] soll der stat paumeister zu im vordern und besenden der stat werckleut den maurern und zimmermann und do mit iedem in sünderheit sein abrede haben irer bestellung halben das zukunftig jare. und wiewol sie am ersten und im anfang von einem erbergen rate bestellt und darnach alle jar zu dem newen rate ob der stat amptbuch mit andern werckleuten gehorsam thun, als derselb ir eide im amptbuch folio.... zu erkennen gibt etc. iedoch so sullen sie einem paumeister geloben nach verhorung der hernach geschriben [artickel].

[3b] [Von der stat werckmeister, dem maurrer.]

Nu soll der stat werckmeister, der maurrer, der stat paumeister geloben und sein trew geben an eines aids stat, das er das zukunftig jar ob der stat pewen und arbeit sein, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wolle, auch die steinmetzen, maurrer gesellen und die taglöner, die unter im sein, darzu halten, das sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten; und das er selbs auch teglich pei der stat arbeit sei und mit der hant selber arbeit was einem meister zu steet, und der arbeit getrewlichen vor sein, als ob im die arbeit selber zu stunde. er soll sich auch sünst keiner andern arbeit unter winden noch machen, es sei im dann vor von einem erbern rate oder der stat paumeister erlaubt; auch soll er der stat iren zeug getrewlichen bewaren den er unter handen hat, und davon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eines paumeisters. und ob im seiner gesellen oder taglöhner einer oder mer nit fügsam, gefellig oder eben were, das sol er der stat paumeister zu wissen thun, der hat dann dorein zu sehen, ir einem oder mer dorumb urlaub zu geben. auch soll der meister kein gesellen hinlecken noch kein frembden gesellen nit furdern an der stat arbeit on wissen und willen eines paumeisters, alles ongeverlichen.

Er soll auch alle stein, die von dem [Reuhel perck] zu der stat pewen komen und herein gefurt werden, alle wegen über vierzehen tage selbs eichen in den stab, der darzu geordent ist, und dorob zu sein, das dieselben stein alle eigentlichen gemerckt, abgezelt und geeicht werden, darvon soll im der stat paumeister geben allwegen von hundert guten oder geeichten quatern vier und zweintzig pfenning eich geltz, und also nach anzall einer ieden sum, ir sei vil oder wenig.

Wenn dann also ie uber vierzehen tag oder drei wochen ein eiche wurd, so sol der werckmeister das zwen oder drei tag allewegen vor zu wissen thun der stat paumeister auf das, das ein paumeister dester mer geltz darauf wisse ein zu nemen auß der losung stuben, darmit man die steinprecher [4a] außgerichten und die stein bezallen muge.

So soll im der stat paumeister geben alle wochen, es sei veiertag oder werckentag, für sein lone und padgelt fünf pfunt alt etc.

Mer soll im der stat paumeister geben alle jare zehen pfunt novi zu vorauß für ein trinckgelt und erung, des gib ich im alle goltvasten zehen pfunt alt.

Auch soll im der stat paumeister geben alle jar zu sant Michels tag [29 Sept.] ein stoß holtz oder sechtzehen pfunt alt, auf das, das er sich sunst keinerlei holtz an nemen soll weder von bockstallen, rustholtz oder anderm altem holtz.

Nu hat man ettwan einem stat werckmeister dem mauerrer geben ein herberck, dorinnen einer vergebens gesessen ist, nemlich in dem nechsten turn underhalb Tiergartner thor gegen dem wasser herab, als dann meister Hanns Rupprecht maurrer, ietzunt statmeister, des er noch in anvorderung ist, wann man im den thurn genomen und sunst umb zins verlihen hat.

In einem erbergen rate wart erteilt und verlassen im sibenundsechtzigsten jar am montag vor Pangracy [11 Mai], das ich Endres Tucher [4b] meister Hannsen Ruprecht hinfur alle jar geben solt zu vorauß zehen pfunt novi; des gib ich im alle kottember zehen pfunt alt wie oben steet. und von der anforderung wegen die er gehabt hat eines thurns und herberg halben, so im Steffan Schuler seliger versprochen hat, und von pesserung wegen seines lones auch von einer erung und trinckgeltz wegen der pew halben, die er einem erbergen rate und gemeiner stat getan hat etc. ist erteilt, das ich im fur alle dink geben soll viertzig pfunt novi, die ich im dann alspald par geben hab. waren burgermeistere Karel Holtzschuer, Endres Gewder etc.

Wenn aber ein werckmeister ein ler jungen an der stat arbeit lernen und anpringen wolt stein zu hawen, das zu der stat paumeister steen soll zu erlauben; doch soll man im uber ein ler jungen nit erlauben, dann die andern steinmetzen versaumen sich mit im, die weil einer einem etwaß weist so het er selber mer nutz geschaft. wo im dann ein paumeister des vergunt, so soll derselb ler jung geloben der stat paumeister und der stat werckmeister dreu jar, die nechsten, pei und an der stat arbeit zu beleiben. dorumb soll im ein paumeister das erst jare geben zu taglon allwegen acht pfenning minder dann einem steinmetzen und alle wochen, wenn er arbeit, zwen pfenning padgeltz und von einem, zwen oder drei tage ein pfenning padgeltz, und furbas nach außgang des ersten jars ganzen lone als andern steinmetzen, es were dann, das sich einer im jare also pessert, oder das er als gar grob und ungelirnig wer, so het ein paumeister darein zu sehen im den lon zu pessern oder nit. wo aber einer bruchig wurde, es wer ein ler jung oder der gelubden gesellen einer, und vor der zeit hinloff, so soll im der meister nachfragen, und wo er in erfüre das einem paumeister zu wissen thun, und nach des paumeisters rate dem nachschreiben, darmit ein sulcher vertriben wurde und darfur gehalten als er ist.

Nu uber das alles so hat ein erberg rate einem werckmeister und stat maurrer ab zu sagen und urlaub zu geben, wenn ein rate will etc.

[5a] [Von] der stat werckmeister, dem zimmerman.

Der stat werckmeister, der zimmermann, soll der stat paumeister geloben und sein trew geben an eines aids stat, das er das zukunftig jar ob der stat pewen und arbeit sein und der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wolle, auch die zimmergesellen die unter im sein darzu halten, das sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten. er soll auch selbs teglich pei der stat arbeit sein und mit der hant selber arbeitten was einem werckmeister zusteet, und der arbeit getvewlichen vor sein in mossen, als ob sie im selber zustund. er soll sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden noch machen, es sei im dann vor von einem erbern ratte oder der stat paumeister erlaubt. auch so soll er der stat iren zeug getrewlichen bewaren, den er unter handen hat, und darvon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eines paumeisters. und ob im seiner gesellen einer oder mer nit gefolgig, fugsam oder eben wern, so soll er das einem paumeister zu wissen thun, der hat dann darein zu sehen, ir einem oder mer darumb urlaub zu geben. auch soll der meister kein frembden gesellen nit furdern an der stat arbeit on wissen und willen eines paumeisters, alles ongeverlichen.

Er soll auch das holtz, das der stat walthawher zu der stat pewen und nottorft herein antwort, mitsampt dem schaffer abzelen als oft das nöt ist, und sunderlichen alle goltvasten, wenn der stat paumeister mit dem walthawer rechen will, so soll der werckmeister darob sein, das der stat walthawer ein iedes holtz von leng und groß volliglichen hawen und pringen; weren aber soliche holtzer nit vollig an leng und groß, das solt er einem paumeister zu wissen thun, und welchs holtz dann kein bestimbt noch gesetzt gelt het das soll der werckmeister schatzen und darob sein, das der stat in gleichem gelt von dem walthawher werde.

So hat der stat walthawher piß her allewegen zu ieder rechnung dem Dubinger von dem rechen und trinckgelt, das im der stat paumeister gibt, sechtzig pfenning geben von freiem willen, das [5b] aber der walthawher nit mer [thut] und dem meister Ekarius nichtz mer gibt ietzunt.

Es sol im der stat paumeister geben alle wochen, es sei veiertag oder wercktag, für sein lone und padgelt funf pfunt alt.

Und er hat sein herberck und wonung zu vorauß auf der Peunt zins frei, darzu hat er holtz und spen, das abgeet von dem zimmer, was er der zu seiner nottorft im haus ongeverlichen verprennt oder bedarfe. sider er auf die Peunt komen ist hat im der Coler als ein paumeister der spen begunt, des ich im dann auch nit abgeslagen hab; aber die weil er im marstall saß, must er sein holtz selber haben.

Auch gibt man dem meister Hannsen dem Dubinger, ietzunt statmeister, alle jare auß der losung stuben zweintzig gulden rheinisch zu vorauß.

Im sechsundsechtzigsten jare bestellt herr Hanns Coler und ich Endres Tucher nach abgang meister Hannsen Dubinger seligen von befelhnus eines erbergen ratz meister Ekarius zehen jare lang zu der stat zimmermeister und versprachen im zweintzig pfunt novi alle jare zu vorauß; des gib ich im alle cottember zweintzig pfunt alt.

[6a] Nu uber das alles so hat ein erberger ratte einem werckmeister und stat zimmermann ab zu sagen und urlaub zu geben, wenn ein rate will.

Ob nu der stat meister ein ler gesellen haben wolt, des hat man biß her dem zimmermeister nit günnen wollen, doch wo im der stat paumeister eines vergönnen wolt, solt man im uber ein nit vergönnen, und dem das erst halb jare sechs pfenning minner zu taglon geben dann der andern zimmergesellen einem, und hinfur, darnach sich einer pessert oder an neme, so mocht im ein stat paumeister den lone pessern etc. auch soll ein solicher im anfang geloben die nechsten dreu jare an der stat arbeit zu bleiben.

Denn nach solcher bestellung der stat werckmeister und schaffers soll der stat paumeister mit denselben meistern und schaffer rettig werden und für augen nemen die steinmetzen maurrer und zimmergesellen, die das vergangen jar an der stat arbeit gewesen sein, welche gesellen er nun hinfür bei der stat arbeit behalten oder urlauben woll, oder was er von newen gesellen das künftig jar zu der stat arbeit also prauchen woll.

Wer denn sach, das der stat paumeister mer steinmetzen oder zimmergesellen an der geurlaubten oder abgangen stat oder zu den alten nötturftig wurde, so sollen die werckmeister und der schaffer fragen unter den gesellen allenthalben nach redlichen gesellen und vorauß wo man die, die burger hie weren, gehaben mocht, sollen sie einem paumeister furhaben und zu pringen von anderen.

[6b] Zu sant Niclas tag [6 Dec.] oder den nechsten suntag vor oder nach ongeverlichen, wenn es der stat paumeister fugsam oder eben ist, so soll er fur sich vorderen und besenden durch sein schaffer solich steinmetzen maurrer und zimmergesellen, die er das kunftig jar zu der stat arbeit prauchen will, und inen dann in beiwesen der beder werckmeister und des schaffers das buch und die hernach geschriben artickel lesen, ir iedweder teil sovil und sie das berurt und antreffend ist; und wie wol sie gemeinlich zu dem newen ratt ob der stat amptbuch mit andern gesellen gehorsam thun, iedoch sullen sie der stat paumeister und der stat werckmeister geloben als hernach steet.

Auch alsman bißher nach allem herkomen ettwen vil jare den steinmetzen, maurrern, zimmergesellen etc. die summerzeit achtzehen pfenning und im winter viertzehen pfenning zu taglon geben hat, wann aber der guldein gestigen ist und grosse clag von den erbeittern was, das sie solichs lonnes nit zu komen mochten, darbei sie die pauhern auch sere ubernomen, hat ein erberger rate furgenomen im vierundsechtzigisten jare zu dem newen rate und iren lon erhöchet zu ieder zeit umb zwen pfenning, doch das man inen nit zu essen geben soll etc. und do man inen vor drei pfenning badgeltz geben hat, sol man iren nun hinfur zwen pfenning geben zu badgelt.

[7a] Von den steinmetzen und maurrer gesellen.

Es sullen die steinmetzen und maurrer gesellen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wird. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laube nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das unter inen in seinem abwesen [beviligt] gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pewen, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er will.

Jeder steinmetz und maurrer soll auch sein steinaxt, richtscheit, winckelmas und andern sein zeug [selber haben].

So sol inen darumb der stat paumeister zu taglone geben wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag [16 Oct.] piß auf sant Peters tag stulfeier [22 Febr.] sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Wer aber sach, das ir einer oder mer [Kornperck stein] hieben, derselben soll man alle tag drei pfenning mer geben, denn den obgeschriben lone zu ieder zeit; das geschicht darumb, das die stein hert sein und sie iren zeug sere darauf verderben und hin slagen.

[7b] Der stat paumeister soll inen leihen, wenn sie maurren oder löcher prechen, zwispitzen und steinexte oder stecheisen, auch setzeisen und hamer und kellen, alles von der stat zeug.]

Nachdem sie in dem winter zu zeitten oder sunst im jare veieren müssen wettershalben, so mag sie ein paumeister woll furderen, an stein furgriff zu hawen, und inen geben ie von einem quader Reuhel pergs zu bescheitten und bosset zu hawen drei pfenning nach altem herkomen.

Auch nachdem und die steinmetzen und maurrer gesellen also gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu [vertrincken] und leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vill oder wenig; es wer dann, das sie in dem vergangen jare icht redlicher pew volpracht oder gemacht hetten, so mag inen ein paumeister das trinckgelt pessern und für sloßwein ein sechtzig pfenning mer geben, darnach die arbeit gewesen ist und es die gesellen verdient haben etc. so hab ich die jar, die ich pißher paumeister gewest pin, über zehen gelubt steinmetzen nit vill gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.

Mer soll der stat paumeister den steinmetzen und maurrergesellen zu sant Peters tag stullfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach zu sant Oswaltz tag [5 Aug.] aber inen allen zusammen sechtzig pfenning zu vertrincken nach dem alten herkomen [geben].

[8a] So gibt die gemein judischeit auch hie den steinmetzen und maurrern gesellen an der stat arbeit alle jar dreu pfunt alt zu sant Walpurgen tag [1 Mai] trinckgeltz auf das, wo sie zu irer arbeit im jare komen, das sie die steinmetzen und ir [gesellen] dann unbeschrihen und unangelangt lassen.

In soll auch der stat paumeister zuschicken einen von den gelubten taglonern, der inen ir steinexte, zwispitz und meisel zu dem schmide trag und die spitzen lasse, wenn des nöt ist, und inen dann solichen iren zeug wider zu der arbeit pring nach altem herkomen.

Demselben spitz und exte trager soll der stat paumeister befelhen, das er eigentlich darob sei, das solich spitzen vor der schmiten [alspald] eigentlichen angeschriben werden, ee und er dann von danne geet, und das er auch in guter acht hab, waß und wie vil der sei zu ieder zeit, auf das, das nichtz vergessen oder geschalckt werde.

Was man dann solcher spitzen den steinmetzer macht, die soll der stat paumeister dem schmit bezallen, also das es die steinmetzen und maurrer nichtz angeet.

Ein obgeschribener spitztrager soll auch in guter acht haben, was schafe, zuber, schuffen, stutzen und anders bei den maurrern zulechsent oder die raiffe abspringen, das er soliche schafe und gefeße dann auf hebe und zu der stat puttner trag und bestell, das die wider gepunden werden, darmit sie nit gar zufallen und vergeen etc. und das er auch des abentz so man abgeet [8b] von der arbeit den zeug auf hebe und beware, das nichtz verloren werde von steinext, hebeisen, setzeisen, hemer, kellen, schafe, zange, rigel, besen etc.

Ob nu sache were, das frembde gesellen von steinmetzen oder maurrergesellen her kemen oder hie fur wanderten und zu der stat werckmeister dem maurrer kömen und ine umb furderunge petten, den dann derselb meister verrer an der stat paumeister weisen wurd: einem solchen gesellen mocht der stat paumeister wol furderung zu sagen ein acht tage oder viertzehen tage oder piß auf den nechsten lone, darnach und im ein paumeister das vergünt, darmit ie ein solicher wandergeselle ein zerung verdienen möcht, damit er verrer keme. und einem solichen gesellen, der also frembd herkompt, dem soll der stat paumeister zeug leihen von steinexten und wes er bedarfe. do pei soll sich ein paumeister versehen, das im nit einer den zeug hintrage oder versetz, oder das im solich gesellen icht sunst zugeschoben oder zugeschickt sein, kuntschaft oder anders zu treiben.

Auch wo einer stat paumeister so vil arbeit zustunde und zu machen het, als das er mit den gelobten steinmetzen und maurrern die ding so furderlich nit machen noch zu ende pringen mocht, so mocht der stat paumeister pitten oder gepietten den andern meistern hie in der stat, das sie selber oder aber ir einer ein zwen oder drei gesellen der stat paumeister leihen ein acht oder viertzehen tag oder drei wochen, darnach und ir der paumeister bedarfe, dordurch soliche arbeit gemacht wurdet der stat. darumb solt inen der stat paumeister iren taglone geben als andern.

[9a] Von den zimmer gesellen.

Die zimmergesellen sullen der stat paumeister und der stat werckmeister geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten und der stat iren zeug getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wurt, von zeug und von holtz. auch sullen sie kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen, und sullen irem meister oder wem er das [unter in] in seinem abwesen befilligt gehorsam und gefolgig sein, was der mit inen schaft zu thun, das sie des willig und gehorsam sein. auch sol ir keiner in der zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. und ob ir einer oder mer in der jarsfrist einem paumeister nit fugsam oder eben were, so mag im ein paumeister woll urlaub geben wenn er wil.

Es soll auch ein ieder zimmer gesell sein schrott und wurckpeihel, auch sein zwerwoffen und andern zeug selber haben.

Wo sie aber ettwas altz flicken, abprechen oder machen sullen, dorinnen sie ir schrottpeihel nit geren verderben, do soll in der stat paumeister der stat schrottpeihel eins oder zwai darzu leihen.

Inen soll darumb ein paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stulfeier sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß hinwider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, ir iedem zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[9b] Nachdem und die zimmer gesellen also gehorsam [gethan] und gelobt haben, so soll inen und irem meister der stat paumeister zu vertrincken und zu leikauf geben nach altem herkomen vier pfunt alt, ir sei vil oder wenig; es were dann, das sie in dem vergangen jar icht redlicher pewe gemacht und volpracht hetten, so mocht inen ein paumeister das trinckgelt woll bessern mit ein sechtzig pfenning, darnach und die arbeit gewest ist und es die gesellen verdient haben. so hab ich die jar, so ich paumeister gewesen pin bißher, bei zehen gelübter gesellen alle jar gehabt. von dem trinckgelt geben die gesellen des paumeisters knecht ein möß weins.

[Mer soll] der stat paumeister den zimmergesellen zu bescheiden einen von den gelobten [taglönern], der die spenn unter den fussen zusamen rech und von inen auß den fussen trag, wo sie zimmern oder arbeitten, nach altem herkomen.

Auch soll der stat paumeister den zimmergesellen geben zu sant Peters tag stulfeier fur ein trinckgelt inen allen zusamen sechtzig pfenning und darnach, wenn sie den heiltumstull wider abprechen auf dem Marckt, sechtzig pfenning, und zu sant Oswalts tag aber inen allen zusamen sechtzig pfenning trinckgeltz, alles nach altem herkomen.

Zu sant Lucien tag [13 Decemb.] soll der stat paumeister mit der stat werckmeister und dem schaffer zu rat werden und fur sich nemen die taglöner, die das vergangen jare an der stat arbeit gewesen sein, welche er nun hinfur bei der stat arbeit behalten oder urlauben woll, oder was newer taglöner er das kunftig jar bestellen woll. und welche er dann also vermeint zu bestellen, die soll ein paumeister besenden auf den nechsten suntag nach Lucie oder wenn es einem paumeister eben ist, und do in gegenwurtigkeit der stat werckmeister, sunderlich dem maurrer, inen das buch und die artickel lesen und horen lassen, als hernach geschriben steet.

[10a] So und als man bißher den [taglonern] nach altem herkomen ettwen vill jare die summer zeit zehen pfenning und im winter acht pfenning und neun pfenning geben hat den, die mit der schauffel arbeitten, nun aber der gulden gestigen ist und man den zimmerleuten und steinmetzen iren lone erhocht hat, hab ich den [taglonern] an der stat arbeit iren lon auch erhocht und gib inen zu ieder zeit eins pfenning mer dann man vor alter geben hat.

[10b] Von den taglönern.

Die tagloner sullen der stat paumeister auch der stat werckmeister dem maurrer und dem schaffer geloben und ir trew geben, das sie das jar hinfur an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit von und zu der arbeit gen und darzu getrewlichen und redlichen arbeitten, auch der stat werckzeug, der inen unter die hent gegeben wirt, wider aufheben und den getrewlichen antworten dohin dann ieder beschiden wirt. und sullen auch der stat werckmeister und anschicker oder wem es der stat paumeister befilht gehorsam sein, was die mit iren schaffen oder an was arbeit man sie schickt zu tun, das sie des willig und gehorsam sein. auch soll ir keiner kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen. auch soll ir keiner die zeit an keiner andern arbeit nit arbeitten dann an der stat pew, es sei im dann von einem paumeister vor erlaubt. auch ob ir einer oder mer einem paumeister in der jars frist nit fugsam oder eben wer, so mag im ein paumeister urlaub geben wenn er will.

Es soll auch ein ieder tagloner der an der stat [arbeit] ist sein aigne schauffel haben.

Inen soll auch der stat paumeister darumb zu lon geben, wenn sie arbeitten allein mit der schauffel, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stulfeier neun pfenning ein tag, und von sant Peters tag piß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten [6 Mai] zehen pfenning ein tag, und von demselben sant Johanns tag piß wider auf sant Gallen tag ailif pfenning ein tag, und alle wochen, wenn sie arbeitten, zwen pfenning badegeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[11a] Aber wenn das ist, das die tagloner bei den [maurrern] oder an andere arbeit geschickt werden, dann do sie slechtz mit der schauffel am schuß arbeitten, an was arbeit das ist, so soll inen ein paumeister geben ir iedem alle tag wenn sie arbeitten eines pfenning mer dann den obgeschriben lone. das sein oder heissen uberig pfenning nach altem herkomen und gewonheit.

Das aber sach wer, und die tagloner geschickt wurden an den hoyer pfell zu schlagen oder im kalck, des ab zu leschen, was der weren, den soll ein paumeister geben zu ieder zeit alle tag, wenn sie arbeitten, zwen pfenning mer dann den ersten gemein obgeschriben lone.

Nun auch welicher dann singt an dem hoyer unter den taglönern dem soll ein paumeister geben alle tag, wenn man pfell schlecht, drei pfenning mer dann den ersten gemeinen obgeschriben lone.

Wo man dann maurret und die winden von stat ruckt, welcher dann schreit von den tagelonern, dem gibt man ein pfennig, welicher dann das winden seil einzeucht, oder so man den zaum nider leget und die winden ab will heben, der hinauf steiget, dem gibt man zwen pfenning.

Ist sach nachdem und die tagloner also gelobt und gehorsam gethan haben, [11b] so soll inen der stat paumeister zu [trinckgelt] und leikauf geben vier pfunt alt; ir wer dann so gar vill, so mag inen ein paumeister das trinckgelt woll pessern und ettwas mer geben ein sechtzig pfenning nach alter gewonheit. so hab ich die jar, die ich bißher paumeister gewesen bin, pei dreissig und sechsunddreissig tagloner ie ein jare gehabt etc.

[12a] Von dem hoyermeister.

Darnach so soll der stat paumeister bestellen den hoyermeister, der dann gewonlichen einer von den gelubten zimmergesellen als ietzunt Conrat Schuchster ist, der dann mit rusten, pfell zu slagen und zu gewinnen, geschickt sei, auch ob den taglonern am hoyher sei, das sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten. demselben hoyermeister soll ein paumeister geben alle jar, wenn er arbeit, den lon, den man sunst einem zimmer gesellen gibt, und an was arbeit inen ein paumeister schickt, des soll er willig und gehorsam sein. auch gelobt ein hoyermeister mit andern zimmergesellen wenn die geloben etc. dorzu so soll im ein paumeister einpinden, die vorgeschriben artickel bei derselben seiner gelüb zu halten, alles ongeverlichen.

Und als man bißher [eim] hoyermeister und insunderheit [dem] obgeschriben Cuntz Schuchster alle jar fur ein forauß und trinckgelt hat geben sechtzehen pfunt alt etc. und nachdem ich aber [demselben] Cuntz Schuchster nun zu der wache und vergeben herberck auf und bei dem polwerk unten am wasser in sant Laurentzen pfarre auf dem Newenpawe geholfen hab, hat er mit willen derselben sechtzehen pfunt alt acht pfunt alt nachgelassen und darbei zugesagt, nit minder alles das zu thun als ein hoyermeister und er bißher getan habe etc.

[12b] Von dem rörenmeister.

Zu sant Thomas tag [21 Dec.] soll der stat paumeister besenden den rorenmeister, als ietzunt ist meister Heinrich Scharpf. der sol einem paumeister geloben und sein trew geben, das er der stat nutz und fromen getrewlich furdern und iren schaden bewaren wolle, auch das er das zu kunftig jar ob dem schönprunnen und rören auch an andern der stat arbeit, woran man ine schickt, getrewlichen sein und redlichen arbeitten wolle, und das er den kosten am schön prunnen alle wegen uber vier wochen und im summer öfter abschlaich und [außwasch], desgleichen die trog bei den fleischpencken. und sol das alleweg thun auf ein eritag und nit auf ein freitag oder sambstag, nachdem man des wassers zu fischen, paden und ander notturft mer auf die tag bedarf dann auf den eritag. und er soll sich auch sunst keiner andern arbeitten untersten noch machen, es sei im dann vor von einem paumeister erlaubt. auch sol er der stat iren zeug getreulichen bewaren, den er unter handen hat, und darvon nichtz hinleihen noch geben on wissen und willen eins paumeisters. auch sol er kein holtz, pretter noch anders von der arbeit on laub nit tragen one allein, was er von alten erfaulten prunn rören auß wurf, die mag er heim furen oder darmit tun und lassen was er will, alles ongeverlichen.

Nachdem und man dem Rorenheintzen, sider herr Hanns Coler paumeister gewest ist, geben hat die summer zeit funftzehen pfenning und im winter zehen pfenning zu taglon, und aller ander arbeitter lon gepessert ist, hab ich mit dem Rorenheintzen auch uberkomen und auch sein lon gepessert als hernach geschriben steet.

Rorrenheintzen dem soll der stat paumeister geben, wenn er arbeit, es sei am schönprunnen oder an ander arbeit der stat nottorft, nachdem und er nit alleweg an dem schönprunnen zu arbeitten hat, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier alle tage zwelf pfenning, von sant Peters tag wider auf sant Gallen tag sechtzehen [13a] pfenning ein tag zu taglon, und alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Im soll auch der stat paumeister darzu alle jare fur ein vorauß und trinckgelt geben sechtzehen pfunt alt, als man im dann ettwann vill jar her geben hat, wiewoll man dem Abschrot vor zeitten vill ein grossern vorauß und gelt hat mussen geben, der doch minder arbeit thet [mit der hent].

Wenn der Rorenheintz dann also gelobt hat, so sol im ein paumeister geben zu leikauf drei oder vier groschen.

So hat der Rorenheintz ein kemmerlein in dem geßlein zwischen dem gewant haus, und des Gartners haus am Fischmarckt, darinnen er sein pfannen, spunt, extlein, hebeisen, hoyer, hadern und andern sein zeug hat, dorzu er allein einen schlüssel hat. aber darnach macht man einem kandelgiesser ein kram an des Heintzen [kemmerleins] stat und macht dem Heintzen ein kemmerlein zu seinem zeug in das geßlein am alten fleischhaus hinden gegen dem radhaus uber, doselbst bei der kutlerin stege, do es noch also ist.

Es soll darnach der stat paumeister durch sein schaffer besenden die pflasterer meister und die auch wider bestellen zu der stat arbeit das zukunftig jare, dann man der auf das minst zwen, die auf den stullen arbeitten, haben muß uber jar allein zu flicken und im wesen zu halten das alt pflaster allenthalben in der stat.

[13b] Auch nachdem und man [den pflaster meistern], die auf den stullen arbeitten, ettwen vill jar her die summer zeit zweintzig pfenning und im winter achtzehen pfenning zu taglon gegeben, darzu auch mercklich vorauß als acht und neun guldein ir einem ein jar gegeben hat, dann man ir wenig findet und nit wol gehaben mag, und aber ein erberger rate andern arbeittern iren lone gemert hat, also hat man den meistern, die auf den stullen sitzen und arbeitten iren lone auch gemert. und wiewoll sie allwegen zu dem newen rate ob der stat amptbuch gehorsam thun, iedoch sullen sie einem paumeister auch geloben als hernach steet.

[14a] Von dem pflastermeister.

Der pflastermeister und sein gesellen die pei [ime] auf den stullen arbeitten sullen der stat paumeister geloben und ir trew geben, das sie das zukunftig jare an der stat arbeit beleiben, auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren wollen, und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlichen und redlichen arbeitten, und umb die locher im pflaster nit mer noch weitter auf prechen denn sein nöt ist, darzu niemant uber vier schuch zu seinem haus nichtz machen, es wolt dann einer selbs bezalen; auch der stat iren zeuge getrewlichen bewaren, der inen unter die hent gegeben wirt, und auch niemant auf der gemein in der stat kein newe rinnen furen noch stellen, noch das pflaster erhohen, auch kein eckstein einsetzen; auch kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen, dorzu auch ir keiner in dem jare an keiner andern arbeit nit arbeitten denn an der stat arbeit, alles on wissen und erlaubung der stat paumeister ongeverlichen.

Nun darumb soll inen der stat paumeister zu taglone geben, wenn sie arbeitten, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zweintzig pfenning dem meister und einem gesellen auf dem stull sechtzehen pfenning ein tag, und von sant Peters tag biß hinwider auf sant Gallen tag vierundzweintzig pfenning einem meister und zweintzig pfenning einem gesellen auf dem stull ein tag, und alle wochen vier pfenning einem meister zwen pfenning einem gesellen, und von einem, zweien oder dreien [tagen] zwen pfenning einem meister und ein pfenning einem gesellen auf dem stull zu badgelt geben.

So hab ich bißher, die weil ich der stat paumeister gewesen pin, zwen pflasterer und zu dem meisten teil drei auf den stullen gehabt. wenn sie denn also gehorsam thun, so soll inen ein paumeister zwu oder drei maß weins zu leikauf geben.

[14b] Ich hab in dem sibenundsechtzigisten jare einen pflastermeister, genant Jacob Pewllnschmidt, herpracht und ine zehen jare bestelt und im versprochen den vorgeschriben lon, als einem meister, und alle jare darzu zu vorauß sechtzehen pfunt alt zu geben. und das absagen steet an dem paumeister, des hat er also gelobt.

Es soll kein pflasterer hie meister recht arbeitten oder meister lon nemen on wissen und willen der stat paumeister, der sol vor wissen, was einer kan und wo er gelernt und wie lang einer gepflastert hab und wem.

Als man durch den spitalhoff und müntzhoff geet, ist der stat paumeister des pflasters nit schuldig zu pessern, sunder der newspital soll das in wesen halten.

Bestellen soll der stat paumeister mit den pflasterern, wo man roren legt zu den fliessenden prunnen, das man dasselb ertrich woll stöß, das man auf die roren wurft, und das man das pflaster darauf ein wenig höher ziech, dann es setzt sich alle weg gern an den enden auf die rörn und gewint ein teiche, wo man das nit verkumpt.

Zu zeitten, so der stat pflasterer ob den rörn zue pflastern, sullen sie geflissen sein, das sie alleweg wo spünt in die rörn sein, das sie an dem Rörnheintzen woll erfaren, das sie dann oben im pflaster am tag ein preitten pflaster stein legen, den man auß den anderen gesehen und dar pei gewissen mug, das ein spunt oder die rörn do ligen, das ist gar nütz etc.

[15a] Von dem stössel.

Auch so mussen die pflasterer haben einen gesellen der inen nachstöst, der ist vor alleweg gewest, und ist noch einer von den stercksten [taglonern], und hat auch einem paumeister gelobt und gehorsam gethon mit andern taglonern. einem solichen stössel hat man bißher geben und gibet ims noch, wenn er steest, von sant Gallentag biß auf sant Peters tag stulfeier zwelf pfenning, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag viertzehen pfenning ein tag. nachdem man aber andern iren lon gepessert hat, hab ich im die summer zeit sein lon zwen pfenning gepessert, und gib im sechtzehen pfenning ein tag, aber im winter pleibt es bei den zwelf pfenning. wenn aber er an der stat arbeit ist und nit steest, nachdem man nit allweg pflastern mag, so gibt man im als vill als sunst einem tagloner, und alle [wochen] zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

Von der pflasterer knecht.

Mer mussen die pflasterer haben knecht, die inen furlegen und [auf hawen], auch die stein zu schlahen etc. solich knecht man ine von den schwechsten, die dann gelubt sein an der stat arbeit, zuschick, einem ieden der auf dem stull arbeit ein knecht, als vil der ist ongeverlich. solichen knechten gibt man von sant Gallentag piß auf sant Peters tag stul feier zehen pfenning, und von sant Peters tag piß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten ailf pfenning, und von sant Johanns piß wider auf sant Gallen tag zwelf pfenning alle tag ir iedem zu taglon, wenn sie arbeitten pei den pflasterern, und alle wochen einem zwen pfenning padgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen einen pfenning padgeltz.

[15b] Von ler gesellen der pflasterer.

Ob ein pflastermeister einen gesellen lernen wolt, das mag er wol thun, aber nit anders dann mit der stat paumeister gunst und willen, also das derselb gesell vor ettliche zeit furgelegt und nach gestossen hab. ein sollicher ler geselle soll vor einem paumeister geloben der stat getrew zu sein und schaden bewaren, auch [das er] auf das minst dreu jare, die nechsten, an der stat arbeit und sunst nirgen arbeitten wolle. dem soll denn ein paumeister geben das erste halb jar viertzehen pfenning, das ander halb jar sechtzehen oder achtzehen pfenning darnach er es verdient, und nach außgang des jars gantzen lon wo ers verdien kan.

So muß man den pflasterern und ihren helfern allen werckzeug dar legen und leihen, darmit sie arbeitten, nichtz außgenomen, nach altem herkomen.

Und wo man aber ein pflasterer zu fur dinge und uberhaubt hin lassen will, gibt man ie von einer rutten, die hat dreizehen stat schuch und mit gerechent in ein vierung nach der ruten, ein ruten uber zwerch und ein ruten nach der leng, do gibt man von sechtzig pfenning allein zu machen, und man muß den pflasterern darzu von sante und stein allen zeug zu der hent darzu antworten.

Nun pflastert man gewonlichen von einem hauffen stein, der recht gesetzt ist, zwue ruten, es wer dann, das man die stein als gar klein schlug, dar pei dann auch nit nutz were, so pflasterent man weitter domit.

[16] Von der pflasterer pferde.

Auch so mussen die pflasterer haben einen mit einem pferde und karren, der inen zu der hent furet stein und sante und auch von inen furt den abraum und anders etc. als dann ietzunt der Heintz Löffler in das neunundzweintzigst jar thut und noch verte. mit dem oder einem solichen ein paumeister umb weihennachten auch sein abrede haben soll, das er das kunftig jar an der stat arbeit, und sunderlich den pflasterern zu furen und beleiben, und auch der stat nutz und fromen getrewlichen furdern und schaden bewaren woll. und nachdem die pflasterer im winter nit allwegen zu arbeitten haben, wo man dann sein zu der stat nottorft mit dem pferde bedarf, das er dann auch willig und gehorsam sei, und des soll er der stat paumeister also geloben.

Im sol der stat paumeister darumb zu taglon geben von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stulfeier sechsundzweintzig pfenning und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag dreissig pfenning alle tag wenn er arbeit, und alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz. darzu so sol man ime ein truhen karren leihen von der stat kerren einen, der starck und gut auf das pflaster sei, alles nach altem herkomen.

Darnach in den weihennacht feiertagen soll der stat paumeister gedencken umb ein deckermeister oder umb zwen mit iren helfern, darnach und man vill zu decken hat das kunftig jare. und wiewoll man ettwan dem deckermeister vorauß gegeben hat, und in sunderheit ich einem meister von Bamberck, genant meister Hanns [Zwycker] sechsundzweintzig pfunt novi ein jar gab, der aber neur [16b] zwue stunde im tag die summer zeit von der arbeit abgieng, so hab ich ietzunt ein meister, genant meister Ulrich Pfewffer, gehabt und dem acht und viertzig pfunt alt zu vorauß geben. und nachdem man lange zeit her einem deckermeister allwege zwen pfenning mer gegeben hat dann sunst einem zimmerman oder anderm werckmeister hie in der stat, wo sie iren werckzeug darlegen oder darleihen, dapei hat es ein erber rate noch also beleiben lassen nach altem herkomen.

[17a] Von dem deckermeister.

Wiewoll die decker gemeinglich zu dem newen rat ob der stat ampt buch gehorsam thun, iedoch so soll der stat deckermeister geloben der stat paumeister und sein trewe geben, das er das kunftig jar an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wolle, auch das er und sein gesellen, die unter im sein, darzu halt, das er und sie zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch getrewlich und redlichen arbeitten, und der stat iren zeug getrewlich bewaren, der inen unter die hent gegeben wirt, auch kein holtz, pretter noch anders von der arbeit nit tragen und sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden on wissen und willen eines paumeisters, alles ongeverlichen.

Nun darumb soll der stat paumeister einem deckermeister zu taglon geben, wenn er arbeit und deckt, von sant Gallentag piß auf sant Peters tag stulfeier zwenundzweintzig pfenning, wo er sein werckzeug selber hat, und von sant Peters piß wider auf sant Gallen tag sechsundzweintzig pfenning. wo man im aber den werckzeug dar legt und leicht als an der stat arbeit, so sol man im allweg zwen pfenning zu ieder zeit minder geben dann den vorgeschriben lon, und alle wochen vier pfenning baldgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen zwen pfenning badgelts. und man legt inen dar allen zeug von zugen, hacken, gelten, leittern, on allein kellen und deckhemerlein nit, das haben sie selber.

Auch darzu hat man alleweg einem deckermeister gelihen, die weil er an der stat arbeit gewesen ist, den turn an der stat maur mit dem roten F bezeichent hinder sant Claren, daran der Vischpach herein geet, darinnen ein meister vergebens gesessen ist, und noch also gehalten wirt nach altem herkomen. man hat vor jaren vier pfund alt zins auß demselben thuren gegeben.

[17b] Darauf hab ich meister Hannsen Goller zu dem meister rechten geholfen, der dann vor lange jar ein tagknecht pei der stat deckermeister und anderen gewest ist, der mir gelobt hat vier jar zu der stat arbeit, die nun auß sein. also hab ich ine in dem achtundsechtzigisten jar wider bestellt die nechsten funf jare der stat deckermeister zu pleiben, des hab ich ime zu vorauß versprochen die funf jar alle jar acht pfunt alt und den vorgeschriben thuren und herberck. doch steet das absagen an der stat paumeister.

So soll der paumeister alle dache auf thurnen, statmauren, heusern, kremen und andern dachen, die der stat zu steen, keins [außgenomen], in guter acht haben und die alle decken und pesseren lassen so oft das nött thut.

[18a] Von dem [dagknecht].

Nun des gleichen muß ein ieder deckermeister haben ein dagknecht, den dann der stat paumeister auch bestellen soll und gelub von ime einnemen nach verhorung der nachgeschriben artickel. und nachdem man nach altem herkomen einem dagknecht geben hat im summer achtzehen pfenning und im winter viertzehen pfenning als den zimmerleuten und steinmetzen gesellen, also hat man inen iren lon ietzunt auch gemert als hernach steet.

Es soll der stat dagknecht geloben der stat paumeister und sein trew geben, das er das kunftig jar an der stat arbeit beleiben und der stat nutz und fromen getrewlich furdern und schaden bewaren wolle, und zu rechter zeit von und zu der arbeit geen und getrewlich arbeitten, und kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen auch sich sunst keiner arbeit unterwinden noch machen on wissen und willen eines paumeisters.

Im soll darumb ein paumeister geben zu taglone, wenn er arbeit, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stul feier alle tag sechtzehen pfenning, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallentag zweintzig pfenning ein tag und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

So hab ich bißher kein redlichen dagknecht umb den lon mug gehaben, und hab dapei einem zu vorauß und trinckgelt mussen geben ein jar bei vier pfund alt und zu zeitten sechs pfunt alt.

[18b] Von dem morter rürrer.

Auch muß ein decker und tagknecht haben einen morter rurrer, doran dann vill leit. do soll der stat paumeister bestellen den pesten so er ine gehaben mag, und wie wol man ettwann kein vorauß geben hat, iedoch so hab ich einem die nechsten zwei jar sechs pfunt alt ein jar geben. auch hat man vormals nach altem herkomen geben die summerzeit funftzehen pfenning und im winter zwelf pfenning ir einem zu taglon. so man aber andern iren lon gemert hat, so hab ich den auch gemert, dann ich sunst kein gehaben mocht.

Es soll der morter rurrer, der der stat decker sein zeug rurren soll, der stat paumeister geloben und sein trew geben, das er das kunftig jare an der stat arbeit pleiben wolle und zu rechter zeit zu und von der arbeit geen, auch den morter und zeug getrewlich und redlichen arbeitten und rurren nach unterweisung seins meisters, und der stat iren zeug auch getrewlichen bewaren, der im unter die hent gegeben wirt, auch kein holtz noch anders von der arbeit nit tragen, und sich auch sunst keiner andern arbeit unterwinden dann mit wissen und willen eins paumeisters, alles on geverlichen.

Darumb soll der stat paumeister einem morter rurrer zu taglon geben, wenn er arbeit und morter rurret, von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier alle tag dreizehen pfenning, und von sant Peters tag wider auf sant Gallen tag sibenzehen pfenning und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[19a] Wenn dann der deckermeister dagknecht und morter rurrer also gehorsam thun der stat paumeister, so soll inen ein paumeister geben zwue oder drei maß weins zu leikauffe.

[19b] Von der decker knecht.

Es mussen auch der stat decker, dagknecht und morter rurrer haben knecht und hantreicher, die inen zutragen und hantreichen. derselben knecht sol [in] ein paumeister vor den [taglonern], die sunst an der stat arbeit gelobt sein, zuschicken zwen oder drei als vill sie der bedorfen. solichen [taglönern und hantreichern] soll man geben von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zehen pfenning, und von sant Peters tag biß auf sant Johanns tag vor der lateinischen pforten eilif pfenning alle tag zu taglon, und von sant Johanns tag biß wider auf sant Gallen tag zwelf pfenning alle tag zu taglon, wenn sie arbeitten pei den deckern, und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[20a] Von des deckers pferde.

Auch mussen darzu der stat decker haben einen mit einem karren und pfert, der inen zu furt zigel, sande und zeug, wo sie decken, als dann ietzund thut der knab und Gürtlers pferd in das achtzehest jare, und noch vert. und nachdem man aber nit alleweg zu decken hat, wo man dann solchs des Gürtlers knaben mit dem pfert bedarfe sunst zu der stat nottorft ettwas zu furen, das soll er thun und willig sein. darumb ich ime gib, als im die andern paumeister auch haben geben, alle tag wenn er arbeit, winter und summer, ein und zweintzig pfenning ein tag und alle wochen zwen pfenning badgeltz, und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz. darzu furet er einen von der stat truhen karren, den man ime leicht nach altem herkomen.

Hette aber der Gürtler kein pfert, so must der stat paumeister sünst einen gesellen und pfert bestellen, der auf die decker wartet und inen zu furet wes sie bedorften etc.

[20b] Von dem tünchermeister.

Nach dem allen soll der stat paumeister einen redlichen tuncher meister bestellen und mit ime sein abrede haben, ob man sein das kunftig jare icht bedorfe, das er dann gewertig sei mit allen seinen gesellen. und zu vorauß auf das minst soll ein tünchermeister der stat paumeister vorsehen mit einem redlichen tuncher gesellen, der getrew und richtig sei mit der arbeit, des man [gemeiniglich] alle jar bedarf zu stuben auf den versperten turnen und herniden zu weissen, verstreichen, und zu zeitten der stat pöden zu verstreichen und estreichen zu pesseren.

Demnach dann tuncher meister und ir gesellen in dem lon als zimmer und maurrer meister und ir gesellen alleweg herkomen und gewesen sein, und ein erber rat aber denselben iren lone gemert hat, so hat man den tunchermeistern und iren gesellen iren lone auch gemert, also das man einem tunchermeister zu taglon geben soll, wenn er arbeit und sein eigen werckzeug hat, von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier zweintzig pfenning, und von sant Peters tag piß wider auf sant Gallen tag vier und zweintzig pfenning, und [alle wochen] vier pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen zwen pfenning badgeltz.

Einem tuncher gesellen soll man desgleichen von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stullfeier sechtzehen pfenning zu taglon geben, und von sant Peters tag piß wider auf sant Gallen tag zweintzig pfenning, und alle wochen zwen pfenning und von einem, zweien oder dreien tagen ein pfenning badgeltz.

[21a] Was man aber estrich schlaher bedarf, die mag der stat paumeister bestellen, so er nechst mag, oder von seinen gelobten [taglonern] doran stellen, ob die anders tugenlichen darzu sein.

So hat ein tünchermeister, der also zu der stat arbeit verpflicht und gewertig ist, nach altem herkomen piß her alleweg gehabt einen thuren, dorein er unten sein eigen rigel und rust pretter behalten und verspert hat, als dann meister Niclas Schleicher der tuncher noch innhen hat an der hochen stat maur bei der Walk, der do gezeichent ist mit dem rotten p etc. [darauß er der stat paumeister alle jare zwen kreutzkess gibt zu Walpurgis] [1 Mai].

[21b] Von der stat pfert.

Mer soll der stat paumeister mit einem, dem er getrawen mag, bestellen zwai pfert und ein knecht, der darmit fare und auch darpei helf zu greiffen mit auf und abladen an allerlei, darzu man sein bedarf an der stat arbeit das zukunftig jare, und das soliche pferde auch sittig seien und in kerren und entzen wegen zihen. und wo man aber eines pferdes allein bedarf, also das sie an zweien enden musten sein und von einander gesetzt wurden, darzu darf jener der sie stelt an der stat arbeit nit zwen knecht haben, sunder ein paumeister soll ein knecht zu dem einen pferde schicken, der darmit fare. wo man aber ir beder bedarfe, do soll jener der sie stellt ein knecht zu haben, der dann alle morgen auf die Peunt damit kum, auch willig und gehorsam sei einem schaffer und anschicker, an was arbeit man ine schickt zu furen, das er das thue und auch zu rechter zeit zu und absetz von der arbeit als ander arbeitter, alles ongeverlichen.

Einem solichen, der pfert an der stat arbeit leicht und stellt, dem gibt man auf ein pfert von sant Gallen tag piß auf sant Peters tag stull feier alle tag sechsundzweinzig pfenning, und von sant Peters tag wider piß auf sant Gallen tag acht und zweintzig pfenning zu taglon. und wenn man der pfert eines oder zwai bedarf, so soll jener des sie sein einen knecht darzu stellen; demselben knecht gibt man keinen lon, sunder man gibt ime wenn er damit fert alle wochen zwen pfenning badgeltz und von einem, zweien oder dreien tagen einen pfenning badgeltz, alles nach altem herkomen.

Darauf hab ich ietzund ettliche jare her von Peter Funcken, der stat walthawer, bestellet zwai pfert, die er mir leichet mit sampt seinem knecht, oder er fert selber darmit hinnen, wenn ich der zu der stat nottorft bedarf, umb den obgeschriben lone.

[22a] Auch so hat der Gürtler ein gutz karren pfert in kurtz kauft, darzu ich der stat tagloner ein alle tag leihe, der darmit ferte am stein karren und an ander der stat nottorft. darvon gib ich ime von sant Gallen tag biß auf sant Peters tag stullfeier sechsundzweintzig pfenning ein tag, und von sant Peters tag biß wider auf sant Gallen tag achtundzweintzig pfenning zu taglon.

[22b] Von dem schütmeister.

Der stat paumeister soll auch bestellen ein schütmeister, der der schut allenthalben wart vor den thoren und ine der stat, als dann vor alter herkomen ist. und ein solichen schutmeister hat man zu zeitten auch gefurdert an der stat arbeit, doch das er unter sein stunden, die einer sunst feiert, der schut gewart hat, damit der stat arbeit nit versaumet gewest ist, als ich dann ietzunt im andern jare den Cuntz Künnen schutmeister bestellt und noch habe, der dann auch einer von den gelubten [taglonern] ist.