The Project Gutenberg eBook, Unser Familien-Arzt, by H. R. (Henry Rice) Stout
Anmerkungen zur Transkription:
In der originalen Frakturschrift wird zwischen den Großbuchstaben ‚I‘ und ‚J‘ nicht unterschieden, daher wurden den Namensinitialen willkürlich der wahrscheilichere Buchstabe ‚J‘ zugeordnet. Bei ‚Iodide‘ wurde, passend zur entsprechenden englischen Bezeichnung, ein ‚I‘ verwendet; bei den deutschen Bezeichnungen ‚Jod‘ und ‚Jodid‘ aber der Buchstabe ‚J‘.
Passagen in Antiquaschrift werden hier kursiv dargestellt. Für gesperrt gedruckte Passagen wird serifenlose Schrift verwendet.
Eine [Übersicht über die korrigierten Fehler] findet sich am Ende dieses Textes.
Unser Familien-Arzt.
Allöopathische, Homöopathische, Hydropathische, Eclectische und Kräuter-
Heilmethode.
Eine
vollkommen zuverlässige Anweisung
zur
Entdeckung aller solcher Krankheiten, die ohne ärztliche Hilfe von irgend einer intelligenten Person in ihrem Verlaufe gehemmt oder behandelt werden können.
Mit besonderer Berücksichtigung
der
prompte, energische Maßregeln erheischenden, sowie der in Amerika vorkommenden Krankheitsfälle.
Nebst
einer vollständigen und deutlichen Anweisung zur Krankenpflege, Zubereitung der Krankenkost u.s.w.
Chicago.
J. S. Goodman & Co.
Cincinnati. C. F. Vent & Co.
San Francisco. H. H. Bancroft & Co.
1869.
Entered according to Act of Congress, in the year 1869, by
J. S. GOODMAN & CO.,
In the Clerk’s Office of the District Court of the United States, for the Northern District of Illinois.
Vorwort der Verleger.
Schon längst sind wir davon überzeugt, daß sich in unserem Lande das Bedürfniß nach einem bündig gefaßten Werke, das billig verkauft werden kann, und welches eine zuverlässige Anweisung für die erfolgreiche Behandlung solcher Unpäßlichkeiten, Krankheiten und körperlichen Beschädigungen enthält, die von irgend einer intelligenten Person ohne ärztliche Hülfe behandelt werden mögen, vorhanden ist: Ein Werk, das nicht den Anspruch macht, alle die betreffenden Kenntnisse zu bieten, noch unter allen Umständen die Hülfe eines Arztes unnöthig zu machen, denn es giebt Fälle, deren Behandlung berufsmäßige Geschicklichkeit und lange Erfahrung erfordert.
Es giebt jedoch — dies ist einleuchtend — eine große Anzahl Krankheitsfälle, welche mit Hülfe solcher Belehrung, wie die in der vorliegenden Abhandlung leicht gehoben werden können, während andere gleich beim Anfang die promptesten, energischsten Mittel nöthig machen, widrigenfalls sie sich, ehe noch ein Arzt eintreffen kann, so sehr steigern, daß das Leben des Patienten gefährdet wird.
Der Schreiber dieses erinnert sich noch recht wohl des plötzlichen Erkrankens seines Familienarztes, welcher unerwartet in seiner Office von jener fürchterlichen Seuche, der Cholera, befallen wurde, und ehe Hülfe geleistet werden konnte, dem Tode verfallen war.
Auch erinnert sich der Verfasser dieser Vorrede noch recht wohl, wie dankbar er dafür war, daß er ein Buch hatte, welches genau angab, was bei Croup-Anfällen zu thun sei, als er zum erstenmal mitten in der Nacht durch den Croup-Husten seines einzigen Kindes aufgeweckt wurde.
Durchdrungen von der oben ausgedrückten Ueberzeugung, sahen wir uns nach einem Autor um, welcher einerseits mit unseren Ansichten völlig übereinstimmte und andererseits die Fähigkeit hatte, dieselben in praktische Form zu kleiden, und nachdem wir längere Zeit vergeblich uns bemühten, sind wir sicher, den rechten Mann gefunden zu haben, und legen nun dem Publikum das Resultat seiner Arbeit mit der Zuversicht vor, daß dieses längst gefühlte Bedürfniß durch dieses Werk vollkommen befriedigt ist.
Um das Buch noch brauchbarer und praktischer zu machen, sind die verschiedenen Behandlungsweisen der verschiedenen medizinischen Schulen angegeben: die allöopathische, die homöopathische, die hydropathische, die eclectische und die Kräuter-Heilmethode, so daß man je nach Bequemlichkeit oder Ueberzeugung zu der einen oder der andern greifen, oder eine nach der andern anwenden kann, falls die erst angewandte nicht den erwünschten Erfolg erzeugt hätte. Wenn z. B. eine auf dem Lande, weit von einem Arzte oder einer Apotheke lebende Person sich plötzlich eine heftige Erkältung zuzieht und ein Fieber im Anzuge ist, mag sie — obgleich die allöopathische Kurmethode vielleicht vorziehend — zur Kräuter- oder Wasser-Heilmethode mit dem besten Erfolg greifen.
Diese Zusammenstellung der verschiedenen Heilmethoden ist originell und wird, wie wir glauben, in keinem anderen Buche gefunden.
Der Name des Autors ist, wie der Leser bemerken wird, nicht angegeben und zwar deshalb, weil er ein Graduirter eines medizinischen Collegiums, ein angesehener Arzt einer der medizinischen Schulen ist und seine Stellung unter seinen Fachgenossen verlieren würde, sobald bekannt wäre, daß er nebst den in seiner Schule üblichen Behandlungsweisen auch andere angegeben habe. Erst kürzlich wurde ein hochgestellter allöopathischer Arzt in New-York „disciplinirt,“ weil er mit einem ebenso intelligenten und ausgezeichneten homöopathischen Arzte sich berathen hatte. So lange solcher Geist selbst noch unter den intelligenteren Kunstgenossen herrscht, kann man es unserem Autor nicht verargen, wenn er seinen Namen verschweigt, und dies um so mehr, als durch die Nennung desselben doch nichts Gutes bezweckt würde.
Der Werth des Werkes wird demselben entweder Erfolg sichern, oder das Mißfallen des Publikums zuziehen; aber wir übergeben es der Oeffentlichkeit mit dem festen Glauben, ja wir möchten sagen, mit der unzweifelhaften Gewißheit, daß es mit Beifall aufgenommen werden und ein kostbarer Familienschatz in tausenden Häusern werden wird. Daß dies der Fall sein möge, ist der Wunsch
Der Verleger.
Chicago, September 1868.
Vorrede des Verfassers.
Dieses Werk der Beurtheilung des Publikums übergebend, bin ich überzeugt, durch dasselbe einem langgefühlten Bedürfniß für ein Familienbuch der Heilkunde, das allen Klassen entspricht, nachzukommen. Dasselbe ist hauptsächlich für die Erfordernisse der Landbevölkerung und solcher geschrieben, die weit entfernt von größeren Ortschaften oder solchen Plätzen wohnen, wo zuverlässige Hülfe in Krankheitsfällen beschafft werden kann. Viele können sich gewisser Zeiten erinnern, in welchen, wäre ein solches Buch vorhanden gewesen, großen Leiden vorgebeugt, oder selbst dann und wann ein Leben hätte gerettet werden können. Da unser Leben, auch wenn wir ein hohes Alter erreichen, immerhin ein sehr kurzes ist, so ist die Pflicht, dasselbe womöglich bis zu der dem Menschen zugemessenen Zeit zu verlängern, eine deutliche; Niemand kann sagen, wann ihn eine Krankheit befallen, wann er durch einen Unfall körperlich bedeutend beschädigt werden wird, und wir sollten gegen solche Fälle stets vorbereitet sein.
In der Ausarbeitung dieses Werkes habe ich mich bemüht, jede Krankheit in so einfacher Weise zu beschreiben als möglich, indem ich mir Mühe gab, technische und wissenschaftliche Ausdrücke so weit dies geschehen konnte, zu vermeiden und eine Sprache zu gebrauchen, die jedes Kind verstehen kann. Alle Fremdwörter aber, die nothwendiger Weise gebraucht werden mußten, sind entweder sogleich erklärt oder findet sich deren Erklärung im Fremdwörterverzeichniß.
Um allen Klassen und den Anhängern der verschiedenen medizinischen Schulen etwas zu bieten, habe ich bei jeder Krankheit die Behandlungsweise der verschiedenen Methoden beigefügt und dabei alle Vorurtheile, die ich für oder gegen diese oder jene Schule haben mag, in den Hintergrund treten lassen, indem ich jeder derselben volle Gerechtigkeit widerfahren ließ und sowohl meine Erfahrung als die anderer benützte, denn es wurden die besten Autoritäten Europas und Amerikas zu Rathe gezogen, so daß man sich auf die Angaben dieses Buches verlassen kann.
Zur Bequemlichkeit und Nachhülfe beim Nachschlagen ist das Werk eingetheilt wie folgt:
Erster Theil: Allgemeine Krankheiten.
Jedes Kapitel dieses Theils führt Krankheiten verschiedener Körpertheile auf, sowie allgemeine Krankheiten. Jede derselben ist deutlich behandelt, indem die Symptome, die Ursachen und die Behandlung der verschiedenen medizinischen Schulen pünktlich angegeben sind.
Zweiter Theil: Frauenkrankheiten.
Unter dieser Ueberschrift wird über Menstruation, mit ihren Störungen, Schwangerschaft und die Behandlung der Krankheiten während derselben, Entbindung u. s. w. abgehandelt.
Dritter Theil: Kinderkrankheiten.
In diesem Theile finden sich wertvolle Winke bezüglich der Verpflegung, der Kost und der allgemeinen Behandlung der Kinder, sowie Abhandlungen über Kinderkrankheiten.
Vierter Theil: Verschiedene Krankheiten.
Unter dieser Ueberschrift werden die nicht im ersten Theile eingeschlossenen Krankheiten aufgeführt, und sind Anweisungen gegeben, wie man die Scheintodten wieder zum Leben bringen kann. Dieser Abtheilung sind auch werthvolle Bemerkungen über die Krankenpflege beigefügt, nebst einer vollständigen Anweisung für die hydropathische Behandlung der Krankheiten.
Unter dem Titel — Pharmacie ist die Zubereitung mancher in diesem Buch angegebenen Arzneien vorgeschrieben.
Fünfter Theil: Wundarzneikunst.
In diesem Theil werden solche Behandlungen und Mittel der Wundarzneikunde angegeben, welche von jeder intelligenten Person in Anwendung gebracht werden können. Außerdem finden hier die Gifte nebst ihren Gegenmitteln und ein Verzeichniß der medizinischen Ausdrücke einen Platz.
In dem Symptom-Verzeichniß sind die hauptsächlichen Symptome der am häufigsten vorkommenden Krankheiten angegeben, und wird dasselbe den Personen, die unwohl fühlen, aber nicht gerade sagen können, was ihnen fehlt, gute Dienste leisten.
Daß das Werk zum Besten der Menschheit eine weite Verbreitung finden und hierdurch die darauf verwendete Arbeit vergüten möge, ist der aufrichtige Wunsch des
Verfassers.
Chicago, Januar 1869.
Zeugnisse.
Die folgenden anerkennenden Zeugnisse wurden von ausgezeichneten Aerzten der Homöopathischen, Allöopathischen und Eclectischen Schulen ausgestellt.
Herren J. S. Goodman & Co., Verleger:
Meine Herren! — Daß in Ihrem zu publizirenden Werk „Unser Familien-Arzt“ die Krankheiten genau und richtig beschrieben sind, und daß die darin angegebene Heilkunde zuverlässig ist, kann ich nach einer Prüfung der mir zugesandten Probebogen des Buches bezeugen.
N. F. Cooke, M. D.,
Professor der Theorie und Praxis am Hahnemannischen medizinischen Collegium.
Chicago den 6. Febr. 1869.
Ich beglaubige hiermit, daß ich das Werk „Unser Familien-Arzt,“ welches von J. S. Goodman & Co. publizirt werden wird, geprüft habe und in demselben die Symptome der Krankheiten richtig angegeben sind, wie denn das Buch überhaupt das Vertrauen des Publikums verdient.
H. S. Hahn, M. D.
Chicago den 8. Febr. 1869.
Meine Herren! — Auf Ihr Ersuchen habe ich die Probebogen Ihres Werkes „Unser Familien-Arzt“ durchgelesen und es macht mir Vergnügen dasselbe zu empfehlen. Es gibt die richtige Behandlungsweise der Krankheiten an und verdient eine weite Verbreitung.
J. F. Cooke, M. D.,
Professor im Bennett medizinischen Collegium, Chicago.
Den 8. Febr. 1869.
Inhalts-Verzeichniß.
Erster Theil. — Allgemeine Krankheiten.
Erstes Kapitel.
(Seite 17.)
Krankheiten der Haut. — 1. Ausschlagfieber. — [Ausschlag] — [Nesselfieber] — [Rose] — [Masern] — [Scharlachfriesel] — [Scharlachfieber] — [Windpocken] — [Blattern] — [Varioliden].
2. Chronische Hautausschläge. — [Jucken und Reizung der Haut] — [Frostbeulen] — [Zittermahl oder Gürtelrose] — [Flechten] — [Krätze] — [Milchschorf] — [Grindkopf] — [Hühneraugen] — [Warzen].
Zweites Kapitel.
(Seite 65.)
Fieber. — [Gewöhnliches oder eintägiges Fieber] — [Entzündliches Fieber] — [Nervenfieber oder Typhus] — [Gehirnfieber oder Gehirnentzündung] — [Remittirendes oder Gallenfieber] — [Intermittirendes oder Wechselfieber] — [Gelbes Fieber].
Drittes Kapitel.
(Seite 99.)
Geisteskrankheiten. — [Hypochondrie oder Schwermüthigkeit] — [Hysterie oder Bauchnervensucht] — [Melancholie oder Trübsinn] — [Manie, Irr- oder Wahnsinn].
Viertes Kapitel.
(Seite 106.)
Krankheiten des Kopfes. — [Congestion oder Blutandrang nach dem Kopfe] — [Schwindel] (Dizziness) — [Schlagfluß] — [Gehirnentzündung] — [Sonnenstich] — [Kopfweh durch Catarrh verursacht] — [Kopfweh durch Blutandrang verursacht] — [Kopfweh durch Rheumatismus verursacht] — [Kopfweh durch Hartleibigkeit und Unterleibsbeschwerden verursacht] — [Sympathetisches Kopfweh] (Sick Headache) — [Nervöses Kopfweh] (Neuralgia in the Head) — [Ausfallen des Haares].
Fünftes Kapitel.
(Seite 131.)
Augenkrankheiten. — [Niederfallen des Augenlids] — [Entzündung und Anschwellen des Augenlids] — [Entzündung des Rands des Augenlids] — [Entzündung des Augapfels] — [Chronische Augenentzündung] — [Chronische skrophulöse Augenentzündung] — [Gerstenkorn am Augenlid] — [Nasse oder thränende Augen] — [Schwarzer Staar] — [Augenschwäche] — [Blindheit] — [Kurzsichtigkeit] — [Weitsichtigkeit] — [Schielauge] — [Fremde Körper im Auge].
Sechstes Kapitel.
(Seite 147.)
Ohrenkrankheiten. — [Das äußere Ohr und die dasselbe umgebenden Theile] — [Ohrenentzündung] — [Ohrenweh] — [Ohrensausen] — [Schwerhörigkeit] — [Ohrlaufen] — [Durchstechen des Ohrläppchens] — [Fremde Körper im Ohr].
Siebentes Kapitel.
(Seite 155.)
Krankheiten der Nase. — [Entzündung und Anschwellen der Nase] — [Nasenbluten] — [Schnupfen oder Erkältung im Kopf] (Catarrh) — [Eiterung der Nase] — [Nasenpolyp] — [Nasenkrebs] — [Fremde Körper in der Nase].
Achtes Kapitel.
(Seite 166.)
Krankheiten des Gesichts, der Lippen und der Kinnbacken. — [Gesichtsrose] — [Gesichtsausschlag] — [Nervöser Gesichtsschmerz oder Neuralgie] — [Gesichtsflecken] — [Gesichts- und Kinnbackenlähmung].
Neuntes Kapitel.
(Seite 178.)
Krankheiten der Zähne, des Zahnfleisches und des Mundes. — [Zahnweh] — [Verfall und Leiden der Zähne] — [Widerwärtiger Geruch des Athems] — [Schlechter Geschmack im Munde] — [Zahnfleischschwären] — [Entzündung und Anschwellen der Zunge] — [Mundkrebs] — [Scorbut] — [Speichelfluß] — [Stammeln].
Zehntes Kapitel.
(Seite 194.)
Krankheiten des Halses. — [Weher Hals oder gewöhnliche Halsentzündung] — [Eiternde und putride (Fäulniß erzeugende), oder bösartige Halsentzündung] — Entzündung und Anschwellung der Mandeln oder Tonsillen — [Anschwellen und Verlängerung des Zäpfchens].
Eilftes Kapitel.
(Seite 208.)
Krankheiten der Luftröhre und der Brust. — [Heiserkeit] — [Luftröhrenentzündung oder Bronchitis] — [Influenz oder Grippe, auch Flußfieber] — [Husten] (Tussis Convulsiva) — [Lungenentzündung] — [Lungenentzündung bei alten Leuten] — [Pleuresie, Brustfell-, Rippenfell-Entzündung] — [Scheinbare Pleuresie oder Seitenstechen] — [Herzentzündung] — [Herzklopfen] — Rheumatische Herzschmerzen — [Brustbeklemmung] — [Lungenbluten] — [Engbrüstigkeit oder Asthma] — [Brustwassersucht] — [Auszehrung] — [Brustquetschung] — [Fremde Körper in der Luftröhre].
Zwölftes Kapitel.
(Seite 253.)
Krankheiten des Magens und der Eingeweide. — [Mangel an Appetit] — [Heißhunger, Schlinglust] — [Dyspepsie oder schwacher Magen] — [Sodbrennen, oder Unverdaulichkeit, oder versäuerter Magen] — [Uebelkeit und Erbrechen] — [Seekrankheit] — [Magen-Neuralgie] — [Magenweh oder Magenkolik] — [Magenentzündung] — [Gedärmentzündung] — [Leberentzündung] — [Gelbsucht] — [Milzentzündung] — [Würmer] — [Hartleibigkeit] — [Diarrhöe oder Durchfall] — [Ruhr] — [Cholera Morbus] — [Asiatische Cholera] — [Hämorrhoiden] — [Mastdarmvorfall] — [Bruch] — [Unterleibswassersucht].
Dreizehntes Kapitel.
(Seite 323.)
Krankheiten der Harn- oder Urin- und Geschlechts-Organe. — [Nierenentzündung] — [Blasenentzündung] — [Harnverhaltung] — [Harnfluß] — [Harnruhr] — [Blasenpolyp] — [Blasenstein] — [Blutharnen] — [Selbstbefleckung] — [Syphilis oder Lustseuche] — [Samenfluß, Tripper].
Zweiter Theil. — Frauenkrankheiten.
Erstes Kapitel.
(Seite 344.)
[Menstruation.] — Eine vollständige Beschreibung dieser Funktion.
Zweites Kapitel.
(Seite 349.)
Störungen der Menstruation. — [Verzögerte Menstruation] — [Chlorose oder Bleichsucht] — [Uebermäßige Menstruation] — [Schwere Menstruation oder Menstrualkolik] — [Unterdrückte Menstruation] — [Aufhören der Menstruation oder Uebergangszeit].
Drittes Kapitel.
(Seite 367.)
[Vorfall der Gebärmutter]. — [Weißer Fluß].
Viertes Kapitel.
(Seite 375.)
Schwangerschaft. — [Anzeichen der Schwangerschaft] — [Kleidung] — [Bewegung] — [Diät] — [Erbrechen] — [Scham-Jucken während der Schwangerschaft] — [Krampfadern oder varicöse Adern] — [Hämorrhoiden oder Goldader] — [Anschwellen der Füße] — [Hartleibigkeit während der Schwangerschaft] — [Diarrhöe während der Schwangerschaft] — [Zahnweh] und [Speichelfluß] — [Dyspepsie oder versäuerter Magen, auch Sodbrennen genannt] — [Hysterische Anfälle] — [Herzklopfen] — [Kopfweh] — [Husten] — [Krämpfe] — [Urin- oder Harnträufeln] — [Unterdrückung des Urins] — [Blutfluß] — [Frühgeburt oder Abortion] — [Falsche Wehen] — [Behandlung der Brüste].
Fünftes Kapitel.
(Seite 396.)
Entbindung oder Kindbett. — [Geburtswehen] — [Schmerzen bei den Geburtswehen] — [Entbindung] — [Behandlung nach der Entbindung] — [Verbinden des Nabels] — [Licht, Temperatur und Lüftung] — [Nachwehen] — [Blutfluß] — [Dauer des Kindbetts] — [Diät und Regeln während des Kindbetts] — [Lochien oder Geburtsfluß] — [Unterdrückung der Lochien] — [Uebermäßige und lang anhaltende Lochien] — [Milchfieber] — [Ausbleiben der Milch] — [Uebermäßige Ansammlung der Milch] — [Wunde Brustwarzen] — [Brustfieber] — [Brustgeschwulst] — [Hartleibigkeit nach der Entbindung] — [Diarrhöe nach der Entbindung] — [Puerperal- oder Kindbettfieber] — [Weiße Schenkelgeschwulst] — [Der wunde Mund der Stillenden].
Dritter Theil. — Kinderkrankheiten.
(Seite 415.)
[Kleidung des Kindes] — [Scheintod] (Asphyxia) — [Diät der Neugeborenen] — [Anschwellen und Verlängerung des Kopfes] — [Anschwellen der Brüste] — [Kindspech] (Meconium) — [Gemüthsbewegungen beeinflussen die Milch] — [Abgewöhnung] — [Kost während des Säugens] — [Ruhelosigkeit und Schlaflosigkeit der Kinder] — [Durchscheuern und Wundheit der Haut] — [Gelbsucht] — [Krämpfe] — [Zahnen] — [Verstopfte Nase oder Schnupfen] — [Mundschwamm] — [Hartleibigkeit] — [Diarrhöe] — [Kopfwassersucht] — [Remittirende Fieber] — [Cholera Infantum] — [Sommerkrankheit] — [Häutige Bräune] — [Keuch- oder Stickhusten] (Hooping cough; Pertussis) — Gaumenlähmung — [Kolik] — [Würmer] — [Gehirnentzündung] — [Kehlsucht, auch Ziegenpeter].
Vierter Theil. — Verschiedene Krankheiten.
Erstes Kapitel.
(Seite 448.)
Verschiedene Krankheiten. — [Rheumatismus] — [Gicht] — [Skropheln] — [Hüftenentzündung] — [Krämpfe] — [Kropf] — [Schlaflosigkeit] — [Lähmung] — [Säuferwahnsinn] — [Fallsucht] — [Veitstanz] — [Ohnmacht] — Starrkrampf.
[Scheintod durch Hunger] — [durch Ertrinken] — [durch Erfrieren] — [durch Erhängen] — [durch Blitzschlag] — [durch schädliche Dünste] — [durch einen Fall oder Schlag] — [durch heftige Aufregung].
Zweites Kapitel.
(Seite 474.)
Das Krankenzimmer. — [Krankenpflege] — [Zubereitung der Speisen für Kranke und Wiedergenesende] — [Brauchbare Anweisungen].
Drittes Kapitel.
(Seite 484.)
Viertes Kapitel.
(Seite 495.)
Fünfter Theil. — Wundarzneikunst und Gifte.
(Seite 503.)
Wundärztliche Hülfsmittel. — [Umschläge] — [Bähmittel] — [Pflaster] — [Wickelbänder und Bandagen] — [Schienen].
Unglücksfälle. — [Bruch des Nasenbeins] — [des untern Kinnbackens] — [der Rippen] — [des Schlüsselbeins] — [des Schulterblatts] — [des Oberarms] — [des Ellbogens] — [des Vorderarms] — [des Fingers] — [des Schenkels] — [des Beins] — [des Fußes] — der Zehe — [Zusammengesetzte Brüche].
Ausrenkungen. — [Ausrenkung des Kinnbackens] — des Genicks — [der Schulter] — [des Ellbogens] — [des Faustgelenks, Handwurzel] — [der Hüftknochens] — [der Kniescheibe] — [des Kniegelenks] — [des Knöchels].
Wunden, Quetschungen. — [Verstauchungen und Erschütterungen] — [Brand- und Brühwunden] — [Erfrorene Gliedmaßen] — [Beulen] — [Karfunkel] — [Fingergeschwür] — [Einwachsen des Zehenagels].
(Seite 524.)
[Gifte und Gegengifte.] — Animalische Gifte — Vegetabilische Gifte — Mineralische Gifte.
(Seite 527.)
[Angabe der Symptome der verschiedenen Krankheiten.]
(Seite 536.)
[Alphabetisches Fremdwörter-Verzeichniß.]
(Seite 540.)
[Alphabetisches Inhalts-Verzeichniß.]
Unser Familien-Arzt.
Erster Theil. — Allgemeine Krankheiten.
Erstes Kapitel. — Krankheiten der Haut.
1. Ausschlag-Fieber.
Ausschlag.
Diese Krankheit wird häufig durch Erkältung, Mattigkeit, verdorbenen Magen u. s. w. hervorgerufen. Sie zeigt sich in der Form von kleinen rothen Flecken, welche besonders des Nachts unerträglich jucken, ist aber nicht lebensgefährlich.
Behandlung.
Homöopathisch. Wenn das Jucken sehr stark wird, dabei Frost oder Hitze und Schlaflosigkeit, gebe man alle Stunden eine Dosis (6 Kügelchen) Chamomilla. Wird es nach 2 bis 3 Stunden nicht besser, so gebe man eine Dosis (6 Kügelchen) Ledum Palustre. Ist es am nächsten Tage noch nicht besser, so gebe Rhus und Sulphur abwechselnd alle 2 bis 3 Stunden. Laue Bäder werden sehr erfrischen.
Allöopathisch. Das folgende gelinde Abführmittel mag gegeben werden:
| Magnesia | ½ | Pfund. |
| Ingwer (Ginger) fein pulverisirt | 1 | Unze. |
| Rhabarber fein pulverisirt | 2 | Unzen. |
Dies zu mischen. Für Kinder ungefähr einen halben, für Erwachsene einen Theelöffel voll oder mehr.
Nesselfieber (Hives, Urticaria).
Dies ist ein Ausschlag der Haut, ähnlich den Verletzungen durch Brennnesseln; derselbe ist aber weder ansteckend, noch gefährlich.
Ursachen. — Einige Personen haben eine Anlage zu dieser Krankheit, so daß sie sich nach dem kleinsten Diätfehler einstellt. Nahrungsmittel wie Schellfisch, Gurken, Pilze, Erdbeeren, Makrele &c. werden häufig die Ursache zu einem Anfall. Kinder, die eine zarte, feine Haut haben, sind besonders geneigt dazu.
Kennzeichen. — Der Ausschlag besteht in erhabenen Flecken auf der Oberfläche der Haut, die zuweilen roth, aber im Allgemeinen weiß und roth gemischt und ziemlich hart sind und eine brennende, juckende Empfindung erzeugen. Nesselausschlag erscheint häufiger bei kleinen Kindern in der Form von großen Blattern, die außen von unregelmäßiger Gestalt und hellrother Farbe, im Mittelpunkt aber weiß und ein wenig erhaben sind. Der Ausschlag zeigt sich bald an dem einen bald an dem andern Ort. Zuweilen geht der Krankheit ein wenige Stunden anhaltendes Fieber, Kopfschmerz, Uebelkeit, Erbrechen, bitterer Geschmack im Munde voraus; hin und wieder gleicht auch der Ausschlag den Striemen von Peitschenhieben.
Behandlung.
Allöopathisch. Geht die Krankheit vom Magen aus, so gebe man das folgende Brechmittel:
| Brechweinstein (tartar emetic) | 1 | Gran. |
| Ipecacuanha-Pulver | 1 | Skrupel. |
| Gewöhnlicher Syrup | 1 | Drachme. |
| Quellwasser | 10 | Drachmen. |
Mische und nehme es auf einmal.
Diesem lasse man untenstehendes schnell wirkendes Abführmittel folgen:
| Zusammengesetzter Extrakt von Coloquinthen (Colocynth) | ½ | Drachme. |
| Extrakt von Jalappenwurzel (Jalap) | 15 | Gran. |
Mische es und mache 12 Pillen daraus. 2 oder 3 Pillen werden ihre Wirkung nicht verfehlen.
Bei starken nervösen Symptomen gebe man je nach dem Alter des Kranken 5–20 Tropfen Schwefel-Aether — alle halbe Stunden.
Zur äußerlichen Anwendung gebrauche man eins von den folgenden:
| Bleizucker | ½ | Drachme. |
| Kohlensaures Ammoniak (Carbonate of Ammonia) | 1 | Drachme. |
| Rosenwasser | ½ | Pint. |
Mische es.
Oder:
| Alcohol | 1½ | Unze. |
| Rosenwasser | 4 | Unzen. |
Mische es.
Oder folgendes von Dr. Erasmus Wilson empfohlene:
| Aetzendes Quecksilber (Corrosive Sublimate) | 6 | Gran. |
| Rosmarin-Spiritus | 1 | Unze. |
| Alcohol | 1 | Unze. |
| Kühltrank von bittern Mandeln | 6 | Unzen. |
Mische es.
Es ist rathsam, hiervon sorgfältig äußerlich Gebrauch zu machen, weil der Ausschlag nach Innen getrieben werden kann, was bedenkliche Folgen hat.
Eclectische und Kräuterkur. Wo immer der Ausschlag erscheint, reibe man den Körper mit Waizenmehl und lasse den Kranken ungehindert Saffran-Thee, oder Salbei- und Sassafras-Thee trinken. Bessert sich der Kranke, so gib folgendes beruhigendes Arzneimittel: 3 Theile Cremor Tartari, ein Theil Schwefel mit Molasses gemischt; davon einen Theelöffel dreimal des Tages mehrere Tage hinter einander. Wirkt es nicht hinreichend, nehme man eine Dosis Salz und Sennablätter. Warmes Saleratuswasser ist ein gutes Einreibmittel für die Haut.
Homöopathisch. Aconitum. — Wo dem Ausschlag Fieber, heiße Haut, Durst, belegte Zunge und Schlaflosigkeit vorausgeht oder wo es denselben begleitet.
Dulcamara. — Wenn der Anfall durch Erkältung hervorgerufen ist, und von Uebelkeit, Erbrechen, bitterem Geschmack im Munde, Diarrhöe begleitet ist, die Symptome des Nachts oder in der Stubenhitze stärker, dagegen im Freien schwächer sind. Dieses Mittel kann abwechselnd mit Antimonium Crudum gegeben werden.
Rhus toxicodendron. — Wird der Ausschlag von Jucken und Brennen begleitet, besonders nach Bewegung im Freien oder dem Genusse gewisser Speisen.
Pulsatilla. — Wenn der Anfall durch reiche und fette Kost hervorgerufen wurde.
Calcarea Carbonica. — Wenn der Ausschlag beim Aufenthalt in der frischen Luft verschwindet und er durch die Anwendung des kalten Wassers verstärkt wird, das Gesicht gelb, die Haut rauh mit Gänse-Finnen bedeckt ist, mit einem betäubenden Schmerz im Kopf, Uebelkeit und Schwindel des Nachts oder beim Erwachen des Morgens.
Wenn durch feuchtes Wetter Erkältung, mit Schmerzen in den Gliedern, Frost und Kopfschmerz hervorgerufen, so gebe man Bryonia und Rhus toxicodendron abwechselnd, alle 3 bis 4 Stunden eine Gabe (4 oder 6 Kügelchen). Ledum Palustre ist ein anderes Mittel, das bei den meisten Fällen mit Erfolg angewendet werden kann.
Sollte sich der Ausschlag nach Innen werfen und der Kranke über einen krankhaften Zustand des Magens, große Schwäche klagen, gebe man Ipecacuanha (Ipecac) oder Bryonia jede Stunde mehrere Stunden hintereinander, tritt nach drei Stunden keine Besserung ein, so nehme man Arsenicum. Gleichzeitig hülle man den Kranken wohl ein und lasse ihn viel Wasser trinken, um Schweiß hervorzurufen.
Hat Jemand diese Krankheit eine lange Zeit, oder hat er besonders Anlage dazu, so lasse man ihn jeden vierten Tag am Abend eine Dosis Calcarea Carbonica nehmen. Bessert er sich nicht innerhalb einiger Wochen, gebe man entweder Lycopodium, Sulphur, Acidum Nitri oder Carbo Vegetabilis in derselben Weise.
Die Darreichung der Arzneimittel. — Wenn die Dosis nicht mit dem Mittel erwähnt ist, löse man 12 Kügelchen in 12 Theelöffel Wasser und gebe alle 2 oder 3 Stunden, je nach der Heftigkeit des Auftretens der Symptome, eine Dosis.
Kost. Kein Fleisch, oder erhitzende Getränke, nur Wasser, schwarzer Thee, Haferschleim, Zwieback (Toast), gebackene Aepfel und altbackenes Brod.
Die Rose (St. Antonius Feuer, Erysipelas).
Die Rose oder Rothlauf ist eine Entzündung der Haut, die sich leicht ausbreitet und zuweilen weit in das Zellengewebe dringt. Sie ist ansteckend und Personen, deren Verdauungsorgane nicht in Ordnung, oder die der Feuchtigkeit und Kälte ausgesetzt sind, haben besonders Anlage dazu. In der Regel finden wir die Rose im Gesicht, häufig aber auch an den Gliedern.
Kennzeichen. — Der Rose gehen gewöhnlich Fieber, eine allgemeine Erschlaffung, Frost, Kopfschmerz und belegte Zunge voraus; diesen Symptomen folgen dann heiße Haut, schneller Puls, Durst, Schmerzen im Rücken und den Gliedern, die Haut wird roth oder purpurn, und ein starkes stechendes, brennendes Gefühl mit Spannung und Schmerz wird wahrgenommen. Die betreffenden Theile fangen an zu schwellen, und befindet sich die Entzündung am Kopf oder im Gesichte, so schwellen die Augen zu und die Züge können nicht wieder erkannt werden. Blasen mit Wasser gefüllt, gleich jenen, die vom Verbrennen herrühren, bilden sich zuweilen auf der Oberfläche. Der Kranke, besonders wenn sich die Entzündung am Kopfe befindet, phantasirt des Nachts und der Hals schwillt beträchtlich an. In den schlimmsten Fällen steigert sich dieser Zustand bis zum Irrsinn; Schlafsucht tritt ein und der Kranke kann in Folge eines inneren im Kopfe erfolgenden Ergusses sterben. Wird das Zellengewebe tief angegriffen, so kann sich Eiter bilden und die betreffenden Theile können sich von dem gesunden Fleisch ablösen. Sind die Theile bedeutend angegriffen, die Farbe hochroth, das Prickeln und Brennen sehr heftig, die Oberfläche fest und hart, so wird die Entzündung Phlegmone oder unächter Rothlauf genannt. Ist die Geschwulst weich und schwammig — beim Druck beweglich — die Farbe blaßroth oder wachsgelb und gewöhnlich schwächliche Constitutionen angreifend, so wird sie Blasen- oder Blatterrose (Erysipelas ædematodes) genannt.
Wenn der Rothlauf als eine blasse Röthe ohne Fieber auftritt, nennt man ihn Erythema (kalte Hautröthe).
Ursachen. — Die Ursachen der Rose sind mannigfach, einige von ihnen sind folgende: Einfluß der Witterung, ungeregelte Lebensweise, Mangel an Reinlichkeit. Die meisten Veranlassungen dazu sind: Unmäßigkeit, heftige, geistige Aufregung, das sich Aussetzen der kalten Luft nach Erhitzung oder Aufregung, besonders wenn der Magen nicht in Ordnung ist, Wunden und Quetschungen. Große Sorgfalt muß getragen werden, die Ausbreitung der Entzündung zu verhindern. Man lüfte das Zimmer gut aus ohne den Kranken der Zugluft auszusetzen, halte ihn sehr reinlich und gebe ihm hinreichend Nahrung. Personen, die an Wunden leiden, oder in irgend einer Weise erkrankt sind, und besonders Frauen unmittelbar vor oder nach der Entbindung sollte der Aufenthalt in der Nähe eines an der Rose Erkrankten nicht gestattet werden; auch sollten die mit dieser Entzündung Behafteten an Wunden Leidende oder Frauen im Kindbett nicht besuchen, ohne die größte Sorgfalt anzuwenden, um gegen die Uebertragung der Krankheit zu schützen, z. B. durch den Wechsel der Kleider, Baden u. s. w.
Behandlung.
Eclectische und Kräuterkur. Beginne die Behandlung, besonders wenn Fieber vorhanden ist, mit folgendem Abführmittel:
| Potophyllum peltatum (Gemeines Fußblatt) | 1½ | Gran. |
| Leptandrin | 4 | Gran. |
| Cremor Tartari | 20 | Gran. |
Mische es, theile es in zwei Pillen und gib alle 6 Stunden eine, bis Stuhlgang erfolgt ist. Hierauf erhalte regelmäßigen Stuhlgang durch folgendes:
| Schwarzwurzel (Blackroot) | 5 | Unzen. |
| Wilde Indigo Wurzel (Wild Indigo Root) | 1 | Unze. |
Mische es und rühre die Mischung in 4½ Pint kochendes Wasser. Man nehme einen Theelöffel voll mehrere Male des Tages.
Treten die Symptome heftig auf, so beginne man die Behandlung mit einem Brechmittel. Gegen Magensäure gib Magnesia, Kreide oder doppeltkohlsaures Soda (Bicarbonate of Soda). Erscheint die Entzündung am Körper, so wird ein Dampfbad Erleichterung gewähren. Wenn sich die Rose im Gesicht oder am Kopf befindet, bähe die betreffenden Theile mit einer Abkochung von Boneset, Farnkraut (Tansy), oder Katzenmünze (Catnip) mehrere Male des Tages. Ein Umschlag von Preiselbeeren wird von Vielen für ein ganz besonderes Mittel gegen diese Krankheit gehalten. Koche ein oder zwei Pint, bis sie weich sind und mische sie mit pulverisirter Ulmenrinde oder Mehl und mache einen Umschlag auf den erkrankten Theil. Ist die Entzündung heftig, gebrauche
| Eisen-Chlor-Tinctur (tincture of chloride of iron) | 1 | Drachme. |
| Süßer Salpeter-Spiritus (sweet spirits of nitre) | 2 | Drachmen. |
Mische es. Dosis: 25 Tropfen in ein Weinglas mit einem Aufguß von Hollunderblüthe und Frauenhaar (Elder flowers and Maiden hair) 1 Unze von jedem, in 2 Pints kochenden Wassers.
Bilden sich Blasen und tritt Eiterung ein, mache Umschläge von Ulmenrinde und Hopfenmalz. Verschwindet die Entzündung plötzlich, oder wird eine Neigung hierzu bemerkbar, gebe man folgendes:
Blutwurzel, Pleuresiewurzel, Ipecacuanha und Salpeter, jedes pulverisirt, eine Drachme. Gieb eine Dosis von 12 zu 15 Gran alle 3 oder 4 Stunden. Zur Milderung des Juckens und Brennens kann eines der folgenden Mittel gebraucht werden: Gleiche Theile von Lobelia- und Blutwurzel-Tinctur mit ein wenig Essig; drei- oder viermal des Tages anzuwenden. — Eine Abkochung von Flöhkraut und Stinkkamille (Smartweed and Mayweed) kann kalt gebraucht werden. Ein anderes Mittel: Lobelia-Tinctur, Lorbeer-Rinden- (Bay berry) Tinctur, eine satte Auflösung von Salmiak, von jedem eine Unze; bade die Theile mehrere Male des Tages damit. Ebenso noch einen erweichenden Umschlag von gebranntem Mehl oder Ulmen-Rinde. Wenn der Rothlauf chronisch ist und nach einigen Monaten immer wieder ausbricht, kann zu dessen Vertreibung folgende Behandlung angewendet werden: Man halte die Eingeweide mit guten Abführungspillen oder einem gemischten Pulver von Rhabarber und Potasche in Dosen von fünf oder zehn Gran dreimal des Tages zu nehmen in Ordnung; gleichzeitig nehme man das folgende: Wilde Indigo-Wurzel, Blut-Wurzel und Scharlachbeere-Wurzel (Poke root) von jedem eine Unze; holländischen Wachholderbranntwein (Gin) und Branntwein 1 Pint; man lasse es eine Woche stehen und füge 2 Drachmen hydriosaures Potasche-Salz, aufgelöst in einer Unze Wasser; Dosis einen Theelöffel voll dreimal des Tages. Das folgende Mittel wird gleichfalls empfohlen: Blaue Schwertlilien-Wurzel, gelbe Ampferkraut-Wurzel, Kletten-Wurzel, die Rinde der Bittersüß-Wurzel, Sassafras-Rinde, von jedem, grob gepulvert, eine Unze; Hollunder-Blüthe 2 Unzen, dazu 6 Pint kochendes Wasser; bedecke das Gefäß und lasse es 24 Stunden stehen; presse ferner die Kräuter, durchseihe und versüße es. Dosis: Ein Weinglas voll dreimal des Tages. Das Baden der angegriffenen Theile mehrere Male in der Woche in schwachem Laugenwasser wird gleichfalls von guter Wirkung gefunden werden.
Homöopathisch. Aconitum. — Wenn starkes Fieber, heiße, trockene Haut, Durst u. s. w. vorhanden ist.
Belladonna. — Ein wichtiges Mittel, besonders gegen Gesichtsrose, bei geschwollenen Augen, trockener Haut, Durst und Phantasiren. Aconitum und Belladonna kann abwechselnd gegeben werden. Alle 2 Stunden eine Dosis. Bessern sich die Symptome nicht, klagt der Kranke über Schmerz im Hals, Trockenheit, Husten ohne Auswurf, gebe man Lachesis. Apis mellifica kann abwechselnd damit gegeben werden.
Wenn diese Mittel eine Zeitlang gegeben worden sind und sich der Zustand des Kranken noch verschlimmert, während eine große Empfindlichkeit gegen Geräusch und Licht vorhanden, die Haut glänzend und sehr zart ist, zuweilen Blasen bildet, gebe man Belladonna und Rhus toxicodendron abwechselnd, einen Theelöffel voll alle zwei Stunden. Wird der Kranke schläfrig, gebe man eine Dosis (4 Kügelchen) Opium. Wenn aufgeregt und schlaflos, gebe man Kaffee und Belladonna abwechselnd, alle Stunden eine Dosis. Arsenicum kann gegeben werden, wenn die Entzündung eine dunkle Farbe annimmt und der Kranke sehr schwach wird.
Pulsatilla — ist zu geben, wenn die Krankheit durch gewisse Nahrungsmittel, wie Austern, Clams u. s. w. Auch dann, wenn die Entzündung an einem Orte verschwindet und an einem anderen wieder erscheint oder wenn sie die Ohren angreift. Gegen Rothlauf in den Gelenken Bryonia und Rhus toxicodendron abwechselnd.
Wenn sich Blasen bilden, die faulig werden, gebe man Arsenicum und Carbo vegetabilis abwechselnd.
Mercurius und Hepar sulphuris kann gegeben werden, wenn sich der Rothlauf in Eitergeschwüre verläuft.
Wenn die Krankheit chronisch wird und der Leidende derselben hin und wieder unterworfen ist, gebe man Rhus toxicodendron und Graphites einen Tag um den andern. Eine Dosis 6 Kügelchen.
Die Anwendung des Wassers — in Form von nassen Tücherumschlägen — um Schweiß hervorzurufen, wird sehr zuträglich gefunden werden.
Anwendung der Heilmittel. Löse 12 Kügelchen in 12 Theelöffel voll Wasser und gebe stündlich oder alle 2 bis 3 Stunden einen Theelöffel voll, wenn nicht anders verordnet.
Kost. — Trockenes geröstetes Brod, Haferschleim, schwarzer Thee, warme Limonade, wenn keine Diarrhöe vorhanden ist, und geschmorte Pflaumen.
Allöopathisch. Beim Ausbruch gebe man ein Abführmittel wie Bittersalz oder folgendes:
| Magnesia sulphurica | 1 | Unze. |
| Salpetersaure Potasche (Nitrate of Potash) | 10 | Gran. |
| Lakritzen-Saft (Liquorice) | 1 | Skrupel. |
| Gemischten Aufguß von Sennablättern | 5½ | Unze. |
| Tinctur von Senna-Blättern und Jalappenwurzel | 3 | Drachmen. |
| Spiritus von flüchtigem Salz (Spirit of sal volatile) | 1 | Drachme. |
Mische es. Dosis: 2 oder 3 Eßlöffel voll. Wenn die Krankheit nicht heftig ist, ist es nicht gut, ein Brechmittel anzuwenden. Das folgende kann, wenn nothwendig, gebraucht werden:
| Brechweinstein (Tartar Emetic) | 1 | Gran. |
| Ipecacuanha-Pulver | 1 | Skrupel. |
| Syrup | 1 | Drachme. |
| Quellwasser | 10 | Drachmen. |
Mische es und nimm es auf einmal.
Wenn auf die Eingeweide gewirkt wurde, kann das folgende gegeben werden:
| Eine Auflösung des essigsauren Ammoniak (solution of acetate of Ammonia) | 1½ | Unzen. |
| Süßer Salpeter-Spiritus (Sweet Spirits of Nitre) | 2 | Drachmen. |
| Syrup | 2 | Drachmen. |
| Campher-Mischung | 4 | Unzen. |
Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 2 bis 3 Stunden.
Ist der Magen reizbar, gebe man folgendes:
| Doppelkohlsaure Potasche (Bicarbonate of Potash) | 2 | Drachmen. |
| Syrup | 2 | Drachmen. |
| Destillirtes Wasser | 6 | Unzen. |
Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll. Zu jedem füge einen Theelöffel voll frischen Lemon-Saft oder 15 Gran Citronen-Säure, zuvor in einem Eßlöffel voll Wasser aufgelöst; trinke es während des Aufschäumens.
Wird der Kranke schwach und der Fall nimmt einen typhösen Charakter an, so gebraucht man folgendes stärkende Mittel:
Mische es. Dosis: 2 Eßlöffel voll alle 4 Stunden. Wein, Molken, Milch, Punsch, Eier und Wein u. s. w. können ebenfalls mit Vortheil angewendet werden.
Schlägt die Krankheit aus irgend einem Grunde nach Innen, muß die krankhafte Oberfläche mit Senf abgerieben und der ganze Körper in ein heißes Bad gebracht werden. Um das Jucken und Brennen der Haut zu vermeiden, ist eines von den folgenden Mitteln anzuwenden: Pfeilwurzpulver, Roggenmehl, pulverisirte Stärke, ein Thee von Buchweizenmehl; leinene Umschläge, mit folgender Mischung getränkt: