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Sagenbuch
des Erzgebirges

von

Dr. Joh. Aug. Ernst Köhler,

erstem Oberlehrer am Königlichen Seminare in Schneeberg, Vorsitzendem im Gesamtvorstande des Erzgebirgsvereins, Ehrenmitgliede der oberlaus. Gesellschaft der Wissenschaften in Görlitz sowie des vogtländ. altertumsforschenden Vereins in Hohenleuben, Mitgliede des Altertumsvereins zu Freiberg, Ehren- und korrespondierendem Mitgliede mehrerer naturwissenschaftlichen Gesellschaften u. s. w.

Schneeberg und Schwarzenberg.
Verlag und Druck von Carl Moritz Gärtner.
1886.


Vorwort.

In einer Zeit, da sich die Teilnahme weiterer Kreise dem Erzgebirge, seiner Natur und dem auf demselben pulsierenden Volksleben zugewandt hat, verdienten gleich den Sitten und Gebräuchen und den schlichten Volksliedern auch die Sagen gesammelt und zu einem Ganzen vereinigt zu werden. Besitzen doch andere deutsche Gebirge schon längst ihre Sagensammlungen. Zwar haben bereits in den Jahren 1822 und 1824 Dietrich und Textor zwei Bändchen erzgebirgischer Sagen herausgegeben; niemand aber, der diese 22 Nummern starke Sammlung kennt, wird behaupten wollen, daß uns in derselben ein wirkliches Sagenbuch des Gebirgs geschenkt wurde. Einem solchen haben in anerkennenswerter Weise Gräße und Ziehnert durch ihre sächsischen, Grohmann, Bernau, Wenisch und andere durch ihre böhmischen Sagen vorgearbeitet, und ebenso bieten Chroniken und die periodische Litteratur viel zerstreutes Material, das mit den immer spärlicher werdenden mündlichen Überlieferungen zu einem erzgebirgischen Sagenbuche vereinigt werden mußte.

Das Erzgebirge ist ein völlig abgeschlossenes Ganzes, dessen südliche Grenze von den Teplitzer und Komotauer Kohlenmulden und dem Egerthale bis Mariakulm gebildet wird. Dabei haben wir das sogenannte »Elstergebirge«, welches geologisch jedoch keine Selbständigkeit beanspruchen kann, sondern als nordöstlicher Ausläufer des Fichtelgebirgs zu betrachten ist und dasselbe unmerklich mit dem Erzgebirge verbindet, von letzterem abgetrennt. Der quellenreiche Abhang des Schönecker Schieferplateaus mit seinen tief eingeschnittenen Thälern und steilen Abhängen trägt jedoch so unverkennbar den erzgebirgischen Charakter an sich, daß wir dasselbe auch in unser Sagengebiet mit eingeschlossen haben. In Böhmen würde der gegen Schönbach gekehrte Abfall und der Leibitschkamm mit den Mariakulmer Bergen die westliche Grenze bilden. Von dem Schönecker Plateau ist dieselbe dann weiter über Falkenstein und Auerbach ins Göltzschthal und von dort an der Westgrenze der Kirchberger Granitinsel über Irfers- und Hauptmannsgrün bis in die Gegend von Neumark und an der Pleiße abwärts nach Frankenhausen bei Crimmitschau zu ziehen. Da das erzgebirgische Becken in vorliegender Sagensammlung ebenfalls berücksichtigt worden ist, so verläuft die Nordgrenze des Gebiets nordöstlich von Crimmitschau über Glauchau, Hohenstein-Ernstthal, Oberrabenstein, etwas nördlich an Chemnitz vorüber nach Frankenberg, Hainichen und Siebenlehn nach Nossen. Die Ostgrenze zieht sich von Nossen über Tharand, den Wilisch nach Gottleuba und von da bis nahe an die Tyssaer Wände, westlich vom hohen Schneeberge fort. Obschon diese östliche Grenze gewöhnlich von Nossen aus über Grillenburg nach Dorfhain und Seifersdorf südlich von Tharand und Rabenau gezogen wird, so glaubte der Verfasser doch beide letztgenannten Orte mit einschließen zu müssen, da der bis an die Weißeritz sich fortsetzende Tharander Wald nur als ein letzter Ausläufer des Erzgebirges anzusehen ist.

Im Jahre 805 zog ein Teil des Heeres bei dem Feldzuge, welchen König Karl, Kaiser Karls des Großen Sohn unternahm, über »Fergunna«, d. h. das Waldgebirge, worunter jedenfalls das Erzgebirge als ein Glied des Ptolemäischen Sudetengebirges, verstanden werden muß. Unser vaterländisches Gebirge war zu jener Zeit noch unbewohnt und dunkler Nadelwald bedeckte dasselbe. Im 10. und 11. Jahrhunderte tritt daher der Name »Miriquidi«, d. h. Schwarzwald, für dasselbe auf, welcher jedoch auch den Colditzer Wald, nicht aber das östliche Erzgebirge umfaßte. In den darauf folgenden Jahrhunderten finden wir des Erzgebirges nicht besonders gedacht, denn der Anbau schritt auf demselben nur sehr sparsam fort. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts aber begegnet man neben den Bezeichnungen »böhmisches Gebirge« und »böhmischer Wald« vereinzelt bei Petrus Albinus auch dem Namen »Erzgebirge«, womit jedoch nicht das ganze Gebirge, sondern nur die Gegenden bezeichnet wurden, in denen Bergbau getrieben ward. Selbst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts war die letztere Bezeichnung noch nicht recht eingebürgert, obschon wir jetzt bereits dem Ausdrucke »erzgebirgischer Kreis« begegnen.

Aus dem »Waldgebirge« war im Laufe der Jahrhunderte ein »Erzgebirge« geworden; ehe aber dieser Name allgemeinen Eingang in der geographischen Litteratur gefunden hatte, waren schon längst die ersten Gruben zur Erzgewinnung im Betriebe. Wenn auch die slavischen Bewohner an dem Fuße des Gebirges in den Sudpanien Daleminzi und Chutizi, welche letztere sich selbst in die Thäler des alten Miriquidi hinaufzog, vorherrschend Ackerbau trieben, so haben sie doch als nicht ungeschickte Metallbearbeiter jedenfalls auch Erze gesucht. Der älteste erzgebirgische Bergbau bezog sich vielleicht nur auf die Gewinnung von Zinn-, Kupfer- und Eisenerzen, und erst später trat der Silberbergbau hinzu. Letzterer veranlaßte die Gründung Freibergs in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Damals kamen unter ihrem Vogte Hermann von Gowische Harzer Bergleute, und fortgesetzt hat dann der Zuzug in unser Gebirge, auch aus der bayrischen Oberpfalz, dem Fichtelgebirge und Bezirke von Eger fortgedauert. Schon um das Jahr 1000 hatten Einwanderungen Deutscher in die oben genannten slavischen Gaue stattgefunden und es wurden damals Orte, wie Sachsenfeld, Sachsengrün, Frankenstein, Frankenberg, Frankenhausen u. s. w. gegründet, welche in ihren Namen noch die Erinnerung an diese ersten deutschen Ansiedler erhalten haben. Ebenso weist die Übereinstimmung von Ortsnamen in der Eibenstocker Gegend mit solchen im egerschen Bezirke und in Bayern oder im Harze auf frühere Einwanderungen hin. Vermutlich wurde z. B. auch gegen das Ende des 15. Jahrhunderts das Dorf Bermsgrün von Blechschmieden aus dem Fichtelgebirge, welche das damals entstandene Hammerwerk Erla hinzog, angelegt; soll doch vor ungefähr 40 bis 50 Jahren der dortige Dialekt noch manche Ähnlichkeit mit dem im bayrischen Fichtelgebirge gesprochenen gehabt haben, ebenso wie der Chronist von Bockau, M. Georg Körner, in der Mitte des vorigen Jahrhunderts auf eine Verwandtschaft der Mundart in der Eibenstocker Gegend mit derjenigen bei Eger hinweist. Durch die Gründung der Bergstädte seit Ende des 14. (1395 Geyer), hauptsächlich jedoch im 15. (Altenberg, Schneeberg, Annaberg) und vielleicht auch im 16. Jahrhunderte (Hohenstein, Marienberg) wurden viele Familien von auswärts zur Niederlassung in unserm Gebirge veranlaßt; einzelne derselben gründeten selbst neue Orte, wie Blauenthal, welches seinen Namen der Nürnberger Familie Blaue verdankt, deren Glieder durch die Zwitterzechen in die dortige Gegend gezogen wurden.

Bei Beachtung dieser allmählichen Besiedelung des Erzgebirges darf man sich nicht wundern, wenn unsere Volkssagen vielfach an solche des Fichtelgebirges und Harzes oder Thüringens erinnern, da es sehr wahrscheinlich ist, daß Berg- und Hüttenleute dieselben aus ihrer alten Heimat mitbrachten und mit Plätzen ihrer neuen Heimat verknüpften, wie ja auch Berge, Bäche und neugegründete Orte mit Namen belegt wurden, welche das Andenken an die heimatlichen Fluren erhalten sollten.

Das Gesagte gilt in erster Linie von den Spuk- und Gespenster- sowie Dämonen- und Schatzsagen. Auffällig könnte dabei erscheinen, daß die Sagen von der während der Weihnachtszeit umherziehenden Frau Holle oder Perchtha, welche im Vogtlande und Thüringen, im nördlichen Franken über die Rhön hinaus, in der Wetterau bis zum Westerwalde und im Egerlande heimisch sind, im Erzgebirge gänzlich fehlen. Mutmaßlich sind dieselben aber hier wieder verloren gegangen, da für ihr einstmaliges Vorhandensein manche abergläubischen Meinungen und Gebräuche sprechen. Dr. M. Spieß teilt z. B. mit, daß man nach dem Volksglauben im sächs. Obererzgebirge während der Zwölfnächte nicht klöppeln dürfe, weil die Klöpplerinnen ihre Spitzen beschmutzen würden, daß man die Reste von Speisen in der Christnacht auf dem Tische stehen, oder wenigstens das in ein Tischtuch eingeschlagene Brot daselbst liegen lasse, und daß man die Tenne in der Scheune sorgfältig reinige, weil die Abgeschiedenen (die Götter) um Mitternacht dort tanzen sollen u. s. w. (Sitten und Gebräuche des sächs. Obererzgebirges, 1862. S. 7–9.)

Neben den jedenfalls aus andern deutschen Landschaften in unser Gebirge eingewanderten Sagen entstanden in demselben auch neue und ihm eigenartige. Schlummert doch die Phantasie nirgends und zu keiner Zeit, und so läßt sich die Sagenbildung selbst bis in die Gegenwart verfolgen. Ein Beispiel möge dies beweisen. Als vor einigen Jahren die seit Jahrhunderten verlassen gewesenen Baue des St. Georg zu Schneeberg wieder aufgeschlossen wurden, fand man in den Erd- und Gesteinsmassen neben zahlreichen Werkzeugen auch ein kleines gußeisernes Männchen. Dasselbe stellt eine harlekinartige Figur vor, welche vielleicht ein Musikinstrument in den Händen hielt und wahrscheinlich von einem der Trinkgefäße abbrach, die 1477 auf den bekannten Silbertisch Herzog Albrechts gestellt wurden. Als man bald nachher im St. Georg auch reiche Silbererze fand, da erzählten die Bergleute, das Männchen habe so gelegen, daß es mit seinem ausgestreckten linken Arme dorthin gezeigt habe, wo man diese Erze suchen müsse. Der den Bau leitende Beamte habe dieses Zeichen wohl verstanden. Wenn man nun weiß, daß der betreffende Beamte die kleine Figur gar nicht gefunden hatte, sondern daß man ihm dieselbe erst einige Tage später übergab, so wird man zugestehen müssen, daß hier die dichtende Phantasie der Bergknappen etwas schuf, was sich vielleicht nach Jahrzehnten den älteren Volkssagen von wunderbaren Anzeichen auf verborgene Schätze ebenbürtig an die Seite stellen dürfte.

Wie hier die Phantasie sich einer historischen Thatsache bemächtigt hat, so thut sie dies auch in anderen Fällen, sie dichtet zu eigentümlich klingenden Namen wunderbare Sagen und so werden einzelne Felsen, Höhlen, Berge und die Reste alter Schlösser durch den poetischen Sinn der Bewohner gleichsam verschönt.

Jeder Erzgebirger, der seine Heimat lieb hat, sollte sich daher auch ihrer Sagen freuen und diejenigen, welche noch aus der Kinderzeit in seine alten Tage hinüberklingen, treu bewahren.

Die vorliegende Sagensammlung will ihm dabei zu Hülfe kommen und ihn mit dem Schatze dessen, was unser Volk gedichtet hat, bekannt machen, halb Vergessenes wieder auffrischen und ihm zeigen, daß in manchem, worüber er vielleicht gelächelt und was er nur als der kindlichen Einfalt zusagend angesehen hat, oft ein tiefer Sinn ruht.

In den Volkssagen, wie

»in des Volkes Kindermund, in Lied und Spruch der Alten,
da rauscht manch frischer Weisheitsquell wie aus Granites Spalten.«

Es gab eine Zeit, und sie ist vielleicht nicht völlig vorüber, da glaubte man die einfachen Stoffe, wie solche im Munde des Volkes lebten und noch leben, durch Zuthaten ausschmücken zu müssen. In diesen Fehler sind z. B. die bereits genannten Sammler Dietrich und Textor verfallen, in deren Erzählungen es vielfach schwierig ist, den eigentlichen Kern aus der novellistischen Umhüllung herauszuschälen; auch die in metrischer Form wiedergegebenen Sagen Ziehnerts haben gerade dadurch ihren Duft verloren. Der Herausgeber der vorliegenden Sammlung vermied aber möglichst jede der ursprünglichen Überlieferung fremde Ausschmückung, selbst auf die Gefahr hin, daß er damit dem verbildeten Geschmacke manches Lesers keinen Gefallen erwies. Er beherzigte vielmehr die Worte, welche die Brüder Grimm ihren »Deutschen Sagen« voranschicken und die kurz und bündig aussprechen, was von einer Sagensammlung verlangt wird. Sie lauten: »Das erste, was wir bei Sammlung von Sagen nicht aus den Augen gelassen haben, ist Treue und Wahrheit. Die ungenügsamen Gebildeten haben nicht bloß die wirkliche Geschichte, sondern auch das gleich unverletzliche Gut der Sage mit Unwahrheiten zu vermengen, zu überfüllen und überbieten getrachtet. Wir haben arme Sagen nicht reich machen mögen, weder aus einer Zusammenfügung mehrerer kleinen, wobei zur Not der Stoff geblieben, Zuschnitt und Färbung aber verloren gegangen wäre, noch gar durch unerlaubte, fremde Zuthaten, die mit nichts zu beschönigen sind.« Schlicht und einfach erzählt das Volk und in gleicher Form müssen auch seine Sagen der möglichen Vergessenheit entrissen werden. Daß mich bei der vorliegenden Sammlung einzelne meiner Schüler unterstützten, welche in dem Elternhause manche Sage hörten, die mir vielleicht entgangen wäre, habe ich mit Dank anzuerkennen, und ebenso gebührt allen andern, welche mir in gleicher Weise behülflich waren, mein verbindlichster Dank, auch wenn ihre Namen, die mir nach der Aufzeichnung der mündlichen Mitteilungen nicht mehr in der Erinnerung geblieben waren, hie und da fehlen sollten.

Das Sagenbuch des Erzgebirge berücksichtigt, wie sich ja schon aus der vorangeschickten Umgrenzung des Gebietes ergiebt, neben dem sächsischen auch den böhmischen Teil des Gebirgs. War doch das Volksleben in den früheren Jahrhunderten, denen wohl die meisten Sagenstoffe entstammen, auf beiden Seiten ein im wesentlichen gleiches und haben ja auch die politischen Grenzen mehrfach sich verändert, so daß Bezirke, die früher zu Böhmen gehörten, jetzt sächsisch sind, und umgekehrt. Ich stellte mich hier auf denselben Standpunkt wie andere Sagensammler, die allgemein thüringsche oder lausitzsche Sagen u. s. w. veröffentlichten.

Den einzelnen Abteilungen des Sagenbuches sind einleitende Worte vorausgeschickt und vielen einzelnen Sagen Bemerkungen beigefügt worden, in denen für diejenigen, welche sich mit spezieller Sagenforschung nicht befaßt haben, einerseits auf die mythologische Bedeutung vieler Sagen oder auf verwandte Überlieferungen in andern deutschen Gebieten hingewiesen, in denen aber auch auf einzelne historische Thatsachen aufmerksam gemacht wird, um die betreffenden Sagen als das hinzunehmen, was sie sind: Erzeugnisse der Phantasie und Poesie, welche sich nur an historische und zum Teil wieder vergessene Ereignisse anlehnen. Der Fachgelehrte bedarf selbstverständlich der Anmerkungen nicht.

Da es schwer ist, in allen Fällen die Sage von der wirklichen Geschichte zu trennen, so sind auch einzelne Stoffe aufgenommen worden, welche als bloße chronikalische Nachrichten aufgefaßt werden können, obschon ihnen ein, wenn auch nur schwacher Schimmer des dichtenden Volksgeistes anhaftet. Dies gilt besonders von den sogenannten Ortssagen, von denen einige vielleicht auch einen Platz in einem andern Abschnitte hätten finden können. So dürfte z. B. [No. 329], welche Sage freilich, was hier gleich bemerkt sein mag, durch ein Versehen mit eingereiht wurde, da dieselbe streng genommen nicht mehr in das am Eingange abgegrenzte Gebiet gehört, unter den Göttersagen an keinem unrechten Platze sein. Über solche Einzelheiten und ebenso über die Gruppierung der Sagenstoffe können ja die Meinungen aneinander gehen.

Möge nun das Buch recht viele Freunde finden und möge es, wie bereits ein Rezensent aussprach, dazu beitragen, »daß die Freude an Herkommen und Vergangenheit uns wieder wie unsern Altvorderen zu eigen werde, damit wir selbst wieder mit unserer Scholle verwachsen und in unserer Heimat heimisch werden, wie es von jeher deutsche Art und Sitte war.«

Schneeberg, den 16. Juni 1886.

Dr. Köhler.


Inhaltsverzeichnis.

[I.] Göttersagen.
Vorbemerkungen.
[1.]Das Bild des Wendengottes Triglas in Zwickau.
[2.]Der Slavengott Ladon.
[3.]Ursprung des Namens Crottendorf.
[4.]Der Crodensee in Eibenstock.
[5.]Der Götze Crodo bei Meerane.
[6.]Das Herdabild bei Zwickau.
[7.]Der heilige Hain bei Freiberg.
[8.]Der heilige Hain in Weißbach.
[9.]Das Hahnthor und der Hahnteich bei Frauenstein.
[10.]Der Taufstein bei Ober-Crinitz.
[II.] Sagen von Spukgeistern und Gespenstern.
Vorbemerkungen.
[11.]Das wütende Heer bei Annaberg.
[12.]Das wütende Heer bei Weißbach.
[13.]Der wilde Jäger zwischen Stangengrün und Hirschfeld.
[14.]Die wilde Jagd bei Komotau.
[15.]Der wilde Jäger bei Karlsfeld.
[16.]Der wilde Jäger bei Schönlinde.
[17.]Der wilde Jäger bei Neustadt b. Falkenstein.
[18.]Der graue Jäger auf dem Tossen.
[19.]Der Waldschütz.
[20.]Reichbrod von Schrenkendorf als wilder Jäger.
[21.]Der Jäger ohne Kopf im Hofbusche bei Schlettau.
[22.]Der Reiter ohne Kopf auf dem Ziegenberge bei Zwönitz.
[23.]Der gespenstische Reiter bei Hainsberg.
[24.]Der gespenstische Reiter bei Waschleite.
[25.]Der Reiter ohne Kopf bei Wildenfels.
[26.]Der kopflose Reiter bei Bernsbach.
[27.]Der Reiter ohne Kopf zwischen Lößnitz und Stein.
[28.]Der Panzerreiter zu Stollberg.
[29.]Die feurigen kopflosen Reiter bei Lichtenstadt.
[30.]Das Geisterschloß bei Bockau.
[31.]Der Spuk an der Straße bei Albernau.
[32.]Die Gestalt ohne Kopf zwischen Bärenburg und Altenberg.
[33.]Die weiße Frau zu Neustädtel.
[34.]Die weiße Frau zu Venusberg.
[35.]Die weiße Frau in Schneeberg.
[36.]Die weiße Frau zwischen Wildenthal und Karlsfeld.
[37.]Die weiße Frau am Brautstock bei Altenberg.
[38.]Die weiße Frau auf Schloß Scharfenstein.
[39.]Die weiße Frau in Unterchodau.
[40.]Die weiße Frau in Premlowitz.
[41.]Die weiße Frau des Hohen Steins.
[42.]Die weißen Frauen des Raubschlosses bei Brandau.
[43.]Die weißen Frauen zwischen Olbernhau und Blumenau.
[44.]Die weiße Frau im Pfarrgarten zu Meerane.
[45.]Die gespenstische Frau auf dem weißen Fels im Hartensteiner Walde.
[46.]Die Jungfrau auf dem Pöhlberge bei Annaberg.
[47.]Die Jungfrau des Lautersteins bei Zöblitz.
[48.]Die Jungfrauen des Breiten- und Röthelsteins bei Beerheide.
[49.]Verwünschte Schloßfräulein hängen Wäsche auf.
[50.]Die Jungfrau auf dem Braunsteine.
[51.]Der Schön-Jungferngrund bei Oberwiesenthal.
[52.]Die Jungfrau des Pürsteins.
[53.]Das Fräulein des Schlosses Rabenau.
[54.]Die verwünschte Jungfrau des Greifensteins.
[55.]Die verwünschte Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege.
[56.]Die Jungfrau des Grauensteins.
[57.]Die eifersüchtige tote Frau.
[58.]Eine gespenstische Frau in Joachimsthal wird zur Ruhe gebracht.
[59.]Eine Verstorbene verhilft ihrer Tochter zu ihrem Rechte.
[60.]Die umherwandelnde Gräfin in der Kirche zu Wildenfels.
[61.]Die grüne Frau zwischen Altenberg und Zaunhaus.
[62.]Das Fräulein auf der Mulde bei Klösterlein Zelle.
[63.]Gespenstische Frauen in Eibenstock.
[64.]Die alte Frau in der Isenburg.
[65.]Das Fegeweib vom Katzensteine.
[66.]Das Gespenst auf der Superintendentur zu Glauchau.
[67.]Die Entbindung im Grabe zu Olbernhau.
[68.]Der Katzenhans und seine Genossen.
[69.]Der Rachhals in Aue.
[70.]Das Hammergespenst.
[71.]Der unheimliche Hansmichel.
[72.]Der rote Hohensteiner.
[73.]Der gespenstische Freier auf Hartenstein.
[74.]Der gespenstische Mönch bei Grünhain.
[75.]Der gespenstische Mönch im Klostergarten zu Altzelle.
[76.]Der Mönch in Komotau.
[77.]Spukgestalten an einem Brunnen auf dem Fichtelberge.
[78.]Der Laternenmann in Alberode.
[79.]Der spukhafte Mönchskopf zu Chemnitz.
[80.]Der gespenstische Mann an der Erbisleite bei Scheibenberg.
[81.]Ein Mordgespenst bei Stützengrün.
[82.]Der gespenstische Fuhrmann zwischen Geiersdorf und Königswalde.
[83.]Der Feuermann von Komotau.
[84.]Der Mann mit dem Lichte bei Pobershau.
[85.]Der schwarze Mann zu Königswalde.
[86.]Das schwarze Männchen auf dem Gottesacker in Schneeberg.
[87.]Der Schamprich zu Nossen.
[88.]Der schwarze Mann des Jüdensteins.
[89.]Ein Jüngling zu Weißbach findet im Grabe keine Ruhe.
[90.]Ein Gespenst ängstigt einen Wiesenthaler Fleischer.
[91.]Der Einsiedler im Thale der roten Weißeritz.
[92.]Spukgeister im Herrenhause zu Großhartmannsdorf.
[93.]Das Gespenst im Tannicht bei Meerane.
[94.]Ein Gespenst dringt einem Fuhrmanne Geld auf.
[95.]Das Gespenst in einer Halde in Pobershau.
[96.]Die sieben Ruten bei Chemnitz.
[97.]Der böse Seidelmann in den Sechsruten.
[98.]Der Baslerfels bei Platten.
[99.]Der böse Graf von Wildenfels.
[100.]Der Hirse zählende Verbannte.
[101.]Der Geist eines Ritters geht auf der Isenburg in Zwerggestalt um.
[102.]Der alte Turm in Tannenberg.
[103.]Die tanzenden Geister in der Aue bei Lößnitz.
[104.]Spuk auf dem Braunsteine.
[105.]Spuk auf dem Grauensteine.
[106.]Das Glockengeläute im Leidenswalde bei Platten.
[107.]Der Leichenweg und Kirchhof zwischen Neidhardsthal und Zschorlau.
[108.]Gespensterspuk auf der Ämmlerstraße bei Scheibenberg.
[109.]Die wüste Mühle im Trebnitzgrunde.
[110.]Die Erlösung.
[111.]Das Spiel mit silbernen Kegelkugeln.
[112.]Die gespenstische Fahrt zu Ossegg.
[113.]Die gespenstische Müllerin in Brand bei Joachimsthal.
[114.]Der gespenstische Leichenzug bei Pöhla.
[115.]Der Kirchenbau zu Pritschapel.
[116.]Der große Bergsturz zu Altenberg.
[117.]Der gespenstische Hund auf der Straße zwischen Udwitz und Komotau.
[118.]Der feurige Hund bei Graslitz.
[119.]Die zwei weißen Pudel bei Rittersgrün.
[120.]Der weiße Widder auf dem Pandurenfelsen.
[121.]Das gespenstische Schaf bei Wildenfels.
[122.]Der schwarze Pudel an der Eisenbrücke bei Niederschlema.
[123.]Der schwarze Hund auf dem Hemberge bei Bockau.
[124.]Der schwarze Hund in Grünthal.
[125.]Der schwarze Hund auf der Bockwaer Köppe.
[126.]Der Walkpudel.
[127.]Der Hüttenmops.
[128.]Der gespenstische Hase bei Frankenberg.
[129.]Die Vögelgesellschaft zu Dittersbach.
[130.]Das Schindergründel bei Joachimsthal.
[131.]Die vergrabenen Fuhrleute bei Blauenthal.
[132.]Die Puppe von Brand.
[133.]Gespensterspuk in einer Binge bei Eibenstock.
[134.]Die geheimnisvollen Hammerschläge in einem Keller zu Eibenstock.
[135.]Die Klage in den Kohlenschächten bei Bockwa.
[136.]Das gefährliche Feld bei Zwickau.
[III.] Dämonensagen.
Vorbemerkungen.
[137.]Die Zwerge des Hohen Steins.
[138.]Die Zwerglöcher auf dem Schwarzberge.
[139.]Das Zwergloch im Scheibenberge.
[140.]Die Zwerge am Pöhlberge bei Annaberg.
[141.]Die Zwerge in Schmiedeberg.
[142.]Die Zwerge backen Kuchen.
[143.]Die Heilingszwerge.
[144.]Der Zwergtanz im Kupferhügel.
[145.]Das graue Männlein bei Joachimsthal.
[146.]Das graue Männlein bei Blauenthal.
[147.]Das graue Männchen und die Seuche in Bernsdorf.
[148.]Der graue Zwerg am weißen Steine bei Alberoda.
[149.]Das freundliche Verhältnis zwischen Zwergen und Menschen wird gestört.
[150.]Wodurch die Zwerge aus dem Obererzgebirge vertrieben wurden.
[151.]Spuk der Berggeister u. Zwerge auf der Ruine Oberlauterstein bei Zöblitz.
[152.]Berggeister in den Schneeberger Gruben.
[153.]Der Berggeist in der Grube Sieben-Schlehen bei Neustädtel.
[154.]Der Berggeist am Donat zu Freiberg.
[155.]Der Berggeist bestraft einen Kunstwärter.
[156.]Der Berggeist erscheint als grauer Mann einem Bergmanne in Neu-Geising.
[157.]Vom Berggeist in Schneeberg.
[158.]Der Berggeist erscheint als schwarzer Mönch.
[159.]Der Berggeist erscheint in Roßgestalt.
[160.]Der gespenstische Bergmann in Aue.
[161.]Gespenstische Bergknappen im Zechengrunde bei Zinnwald.
[162.]Der gespenstische Bergmann zwischen Rittersgrün und Pöhla.
[163.]Der gespenstische Bergmann bei Scheibenberg.
[164.]Ein gespenstischer Bergmann führt irre.
[165.]Das graue Männchen warnt einen Bergmann.
[166.]Das graue Männchen in der Grube »Treue Freundschaft« bei Johanngeorgenstadt.
[167.]Der boshafte Berggeist in dem Schachte Orschel.
[168.]Der Berggeist verlangt für reiche Ausbeute eine Pfennigsemmel.
[169.]Der Berggeist von Joachimsthal.
[170.]Der Berggeist von Abertham.
[171.]Der kleine Jäger auf dem Ochsenkopfe bei Bockau.
[172.]Der Gevattersmann vom Greifensteine.
[173.]Das Geschenk des Holzweibchens.
[174.]Die Waldweibchen bei Pobershau.
[175.]Das Holzweibel auf dem Spitzberge bei Preßnitz.
[176.]Ein Holzweibel flüchtet vor dem Teufel.
[177.]Holzweibchen bei Grumbach, Steinbach und Pfannenstiel.
[178.]Gejagtes Holzweibchen bei Steinbach.
[179.]Von Holzweibchen geschenkte Späne verwandeln sich in Gold.
[180.]Das Waldweibchen im Seegrunde bei Zinnwald.
[181.]Ein gefangenes Waldweibchen verkündet den Frieden.
[182.]Das Holzweibchen im Schönecker Walde.
[183.]Buschweibchen in der Umgebung des Hohen Steins.
[184.]Buschweibel in der Gegend von Platz und Hohentann.
[185.]Warum die Holzweibel nicht mehr im Erzgebirge leben.
[186.]Die Holzweibel ziehen fort.
[187.]Moosmännchen auf dem Kahleberge bei Altenberg.
[188.]Der Waldgeist bei Pfannenstiel.
[189.]Ein Feldteufel zu Grumbach.
[190.]Der Getreideschneider.
[191.]Der Hemann im Erzgebirge.
[192.]Der Hemann und andere Waldgeister in Bäringen.
[193.]Das Hemännchen bei Krima und Neudorf.
[194.]Das Hemännchen bei Graslitz.
[195.]Der Hemann des Rammelsberges.
[196.]Das Heideweibchen.
[197.]Die Marzebilla.
[198.]Der Wechselbalg.
[199.]Das Mittagsgespenst.
[200.]Der Alp.
[201.]Die Melusina.
[202.]Vom thörichten See bei Satzung.
[203.]Der Nix im Grundtümpel bei Wildenau.
[204.]Der Wasserteufel in einem Sumpfe bei Gottesgab.
[205.]Die Wassernixe am Hans-Heilings-Felsen.
[206.]Der Wassermann flickt.
[207.]Der Nix fordert sein Opfer.
[208.]Nixe im Zellwaldteiche bei Nossen.
[209.]Die Nixenwanne und die Nixentaufe des Chemnitzflusses.
[210.]Der Nix im Rabenauer Grunde.
[211.]Die Seebergsjungfer.
[212.]Der Kobold zu Lauter.
[213.]Der Poltergeist zu Grüna.
[214.]Der Kobold zu Thalheim.
[215.]Schalkheiten des Kobolds in einem Hause zu Annaberg.
[216.]Der Koboldstein bei Pfaffengrün.
[217.]Der Kaspar des Greifensteins.
[218.]Geist Mützchen.
[219.]Der Katzenveit im Kohlberge bei Zwickau.
[220.]Ein Stückchen vom Pumphut.
[221.]Das Jüdel.
[222.]Das Schrackagerl.
[223.]Die Wehklage.
[224.]Die Winselmutter bei Grünhain.
[225.]Irrlichter bei Annaberg und Scheibenberg.
[226.]Die Staatslaterne bei Geyer.
[227.]Die unheimliche Fackel.
[228.]Dämonische Gestalten am Grundtümpel bei Wildenau.
[229.]Dämonische Gestalten in einem Teiche bei Scheibenberg.
[230.]Dämonischer Sturm bei Oberscheibe.
[231.]Der Drache.
[232.]Das gespenstische Kalb auf dem Frauenmarkte in Schneeberg.
[233.]Das gespenstische Kalb zu Mildenau.
[234.]Der Fisch im Windischteiche bei Eibenstock.
[235.]Der Otternkönig und die Schlangenkönigin.
[236.]Die Riesenrippe zu Nossen.
[237.]In Kirchen ausgegrabene Riesengebeine.
[238.]Große Menschengebeine.
[IV.] Teufelssagen.
Vorbemerkungen.
[239.]Eines Schmiedes Tochter in Platten ist vom Teufel besessen.
[240.]Der Teufel bietet einer Frau zu Zwickau Geld an.
[241.]Die vom Teufel besessene Frau zu Freiberg.
[242.]Der Teufel verführt eine Magd zu Zelle.
[243.]Der Teufel erscheint in Freiberg einem Bergmanne.
[244.]Der Teufel ängstigt einen Bergmann.
[245.]Einige Saufbrüder werden vom Teufel bestraft.
[246.]Die Teufelskanzel in der Schloßkirche zu Chemnitz.
[247.]Der Teufel in der Katzenmühle bei Buchholz.
[248.]Die Teufelsmühle am Wilischberge.
[249.]Der Käthelstein bei Annaberg.
[250.]Der Hans-Heilings-Felsen.
[251.]Der Nonnenfelsen bei Erlabrunn im Schwarzwasserthale.
[252.]Das Berggebäude »Turmhof« bei Freiberg.
[253.]Der versteinerte Kammerwagen.
[254.]Wie der Teufel Schellerhau verlor.
[V.] Zaubersagen.
Vorbemerkungen.
[255.]Der Schwarzkünstler zu Geyer.
[256.]Pestzauberei.
[257.]Die Zauberelse zu Zwickau.
[258.]Das Zauberbuch und die gespenstischen Raben.
[259.]Die unheimlichen Gäste in Werda.
[260.]Die Hexen zu Schellenberg.
[261.]Wann die Hexen ins Erzgebirge kamen.
[262.]Das Hexenloch bei Joachimsthal.
[263.]Mittel gegen Zauberei.
[264.]Eine Hexe wird erkannt.
[265.]Die Hexen am Walpurgisabende.
[266.]Der wunderliche Katzentanz.
[267.]Das Schmatzen der Toten in den Gräbern.
[268.]Von einem an eine Stelle festgebannten Sohne.
[269.]Speisen werden festgemacht.
[270.]Festgemachte werden überwunden.
[271.]Festgemachte werden von ihrem Wesen u. ihrer geheimnisvollen Kraft befreit.
[272.]Der Räuber Hartenknopf bei Zelle ist kugelfest.
[273.]Der Holzmüller von Neudorf.
[274.]Ein zaubernder Schüler zu Freiberg wird vom Teufel umgebracht.
[275.]Ein zaubernder Pfaffe aus Mulda kommt elend ums Leben.
[276.]Der Wunderdoktor zu Permesgrün.
[277.]Dr. Fausts Höllenzwang.
[278.]Orte, wo keine Sperlinge vorkommen.
[279.]Ein Herr von Arnim kann das Feuer versprechen.
[280.]Wie das Feuer gebannt wird.
[VI.] Schatzsagen.
Vorbemerkungen.
[281.]Schätze in der Steinwand bei Blauenthal.
[282.]Die Schatzkammer am Bärensteine.
[283.]Der Schatzkeller im Scheibenberge.
[284.]Der Geldkeller auf dem Greifensteine.
[285.]Der Schatz auf dem Greifensteine sommert sich.
[286.]Das Schatzgewölbe auf dem Hohen Steine.
[287.]Der Schatz unter der Stundensäule am Hohen Steine.
[288.]Der Schatz im Heinrichsteine bei Platten.
[289.]Der Schatz des Seeberges.
[290.]Die Teufelswand bei Blauenthal.
[291.]Der verborgene Schatz im Schloßbrunnen auf dem Purberge.
[292.]Der beschrieene Schatz des Hohen Steins.
[293.]Der Schatz in der Loh bei Schönau.
[294.]Der Schatz auf der Geyersburg.
[295.]Die Schätze bei der Prokopikapelle in Graupen.
[296.]Der Schatz in der großen Mühle bei Rabenau.
[297.]Der Schatz im Schlosse zu Rabenau.
[298.]Das Aberthamer »Fels'l.«
[299.]Der Tümpelstein bei Klösterle.
[300.]Die Schätze der Burg Niederlauterstein.
[301.]Die Schätze von Oberlauterstein.
[302.]Der Silbermann bei Pürstein.
[303.]Der Schatz im Schlosse Rabenstein.
[304.]Der Schatz unter der wüsten Kirche bei Reichenau.
[305.]Der Schatz in der Ruine Rechenberg.
[306.]Der Schatz des Tschinnersteines bei Brandau.
[307.]Der Heldenberg bei Seifen.
[308.]Der Schatz des Braunsteines bei Joachimsthal.
[309.]Der erlöste Herr auf dem Braunsteine.
[310.]Die Schätze im Hausberge bei Graslitz.
[311.]Der Schatz zu Joachimsthal.
[312.]Die Johanneskapelle zu Joachimsthal.
[313.]Der weiße Fels bei Bäringen.
[314.]Die Räuberhöhle am Schafteiche bei Glauchau.
[315.]Reichtum des Hammerbergs bei Wittichsthal.
[316.]Der Eimer voll Silber.
[317.]Ein graubärtiges Männlein zeigt einem Schüler zu Schneeberg einen Schatz.
[318.]Die Zigeuner und die Schatzgräber in Platten.
[319.]Die Schatzgräber.
[320.]Buchstaben, Hobelspäne und Kohlen verwandeln sich in Gold.
[321.]Kutter verwandeln sich in Geld.
[322.]Die sonderbaren Sägespäne.
[323.]In Goldstücke verwandelte Kartoffeln.
[324.]Die Hirtenjungen am Heilingsfelsen.
[325.]Die drei Jungfrauen und die Schätze des Borberges.
[326.]Der Schatz auf dem Burgberge bei Mulda.
[327.]Die Schätze des ehemaligen Schlosses Voigtsdorf bei Sayda.
[328.]Der Schatz im Zeisigwalde bei Chemnitz.
[329.]Der Schatz im Taurasteine.
[330.]Der feurige Pudel und die vergrabene Kriegskasse im Kaiser-Wilhelmsthale bei Nossen.
[331.]Der Burgberg zu Gleisberg bei Nossen.
[332.]Der Schatz auf dem Rodigberge bei Nossen.
[333.]Der Schatz im Klosterbrunnen bei Marbach.
[334.]Der Schatz im Kloster Grünhain.
[335.]Der Alpstein zwischen Müdisdorf und Helbigsdorf.
[336.]Die goldene Kette vom weißen Fels im Hartensteiner Walde.
[337.]Der Schatz im roten Berge bei Werdau.
[338.]Der Schatz im Vorwerk zu Elterlein.
[339.]Der Schatz des Seeberges bei Eisenberg.
[340.]Der Schatz auf dem Riesenberge bei Ossegg.
[341.]Der Schatz im Kiefrig bei Haßlau.
[VII.] Wundersagen.
Vorbemerkungen.
[342.]Die Wunderblume auf dem Schlettenberge bei Marienberg.
[343.]Die Wunderblume des Teufelssteins bei Lauter.
[344.]Die Wunderblume auf dem Spitzberge bei Gottesgab.
[345.]Die Wunderblume des Grauensteins.
[346.]Die Wunderblume bei Blauenthal.
[347.]Die Wünschelrute.
[348.]Die Wahlen oder Venetianer im Erzgebirge.
[349.]Die Goldstampfe am Borlasbache.
[350.]Die Venediger auf dem Spitzberge bei Preßnitz.
[351.]Das Lamm aus Goldkörnern der Müglitz.
[352.]Das alte Schloß bei Schmiedeberg.
[353.]Ein Geyersdorfer Bauer findet reiche Erzgänge.
[354.]Glockengeläute verkündet neue Anbrüche.
[355.]Prophezeiung von reichen Erzen am Pöhlberge und Bärensteine.
[356.]Johannes Niavis prophezeit den reichen Bergsegen von Joachimsthal.
[357.]Der Anfang des Bergwerkes St. Briccius am Pöhlberge.
[358.]Die Entstehung Annabergs.
[359.]Die Kapelle zu Frohnau.
[360.]Der Schweizerzug bei Joachimsthal.
[361.]Der Basler und die Baslerin zu Joachimsthal.
[362.]Die Tellerhäuser bei Oberwiesenthal.
[363.]Die neue Grube bei Preßnitz.
[364.]Die Grundsteinlegung der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg.
[365.]Der goldene Hirsch auf dem Kuhberge bei Stützengrün.
[366.]Die Eselswiese bei Zwickau.
[367.]Des Schlackenmannes oder albernen Mannes Loch.
[368.]Die Grube »Himmlisches Heer« bei Annaberg.
[369.]Der Alaunsee bei Komotau.
[370.]Der gute Brunn zu Nieder-Zwönitz.
[371.]Die Entdeckung eines Heilbrunnens zu Grumbach.
[372.]Die Kraft des Bernsbacher Heilbrunnens geht verloren.
[373.]Die Heilquelle bei Hartessenreuth.
[374.]Der Ursprung der Quelle bei Hartessenreuth.
[375.]Der Wunderbrunnen auf dem Pöhlberge.
[376.]Von den wunderbaren Eigenschaften des Zöblitzer Serpentins.
[377.]Die alte Linde auf dem Gottesacker zu Annaberg.
[378.]Der dürre Lindenstab.
[379.]Der Galgenbaum bei Blankenhain.
[380.]Die drei Linden bei Crimmitschau.
[381.]Der prophetische Barfüßer zu Chemnitz.
[382.]Prophezeiung des M. Schütze zu Öderan.
[383.]Eine Prophezeiung der Zigeuner.
[384.]Die Eiche bei Hartenstein.
[385.]Eine Sylvestersage.
[386.]Der Scharfrichter und sein Schwert.
[387.]Der Traum auf Augustusburg.
[388.]Die Kurfürstin Margaretha wird durch einen Traum vor den Prinzenräubern gewarnt.
[389.]Ein Traum verkündet Freibergs Befreiung durch die Schweden.
[390.]Ein Geist zeigt eine Mordthat an.
[391.]Absterbende Bäume zeigen den Tod ihres Besitzers an.
[392.]Nächtliches Fallen zeigt den Tod an.
[393.]Verstorbene zeigen durch Rufen einen Todesfall an.
[394.]Ein zersprungener Trauring zeigt den Tod des Ehegatten an.
[395.]Singen und Klingen verkündet einen Sterbefall.
[396.]Rumoren zeigt einen Todesfall an.
[397.]Der geplagte Polizeidiener.
[398.]Vögel sind Unglücksverkündiger.
[399.]Anzeichen von Feuersbrünsten.
[400.]Die brennende Bergwitterung zeigt Erze an.
[401.]Ein Wunderzeichen am Himmel zeigt Krieg an.
[402.]Ein Sturm ist Anzeichen des böhmischen Bauernkrieges.
[403.]Ungestümes Wetter zeigt Krieg an.
[404.]Heulendes Wasser zeigt Unglück an.
[405.]Verschiedene Zeichen deuten auf die Gründung Johanngeorgenstadts.
[406.]Ein Zeichen für die rechte Feier des heiligen Abendmahls.
[407.]Die verschworenen Zechen am Mühlberge in Schneeberg.
[408.]Frevelhafte Worte beim Bergwerk werden bestraft.
[409.]In Chemnitz wird ein gottloser Spötter bestraft.
[410.]Der heillose Bäcker in Freiberg.
[411.]Die Görkauer Maskenhochzeit.
[412.]Meineid wird bestraft.
[413.]Der bestrafte Gotteslästerer in Zwickau.
[414.]Mönch und Kriegsknechte des Teufelsteins bei Lauter.
[415.]Die Oswaldskirche bei Grünhain.
[416.]Ein Fluch zerstört das Schloß auf dem Grauensteine.
[417.]Der Gottesleugner zu Nossen.
[418.]Vorboten der Pest.
[419.]Wodurch in Freiberg die Pest einzieht.
[420.]Großhartmannsdorf wird durch die Zeitheide von der Pest verschont.
[421.]Bergglück unter besorglichen Wunderzeichen.
[422.]Ein Wunderzeichen zu Niederbobritzsch.
[423.]Ein himmlisches Wunderzeichen zu Freiberg.
[424.]Ein himmlisches Wunderzeichen in Wiesenthal.
[425.]Eine wunderbare Himmelserscheinung bei Gottesgab.
[426.]Kreuze fallen vom Himmel.
[427.]Ein Topf schwitzt zu Öderan Blut aus.
[428.]Blutzeichen.
[429.]Ein längst verstorbenes Kind blutet.
[430.]Blutende Geweihe in Schneeberg.
[431.]Ein wunderbarer Schuß in Schneeberg.
[432.]Der krumme Schuß in Zwickau.
[433.]Perlenschoten in Wiesenthal.
[434.]Brot wird aus weißer Erde gebacken.
[435.]Gottes-Speise bei Zwickau.
[436.]Körnerregen.
[437.]Wallfahrten zum Bade Wolkenstein.
[438.]Die Kapelle des St. Jobs in Wiesenbad.
[439.]Wallfahrten nach Freiberg zu einem wächsernen Marienbilde.
[440.]Das wunderthätige Marienbild in Ebersdorf.
[441.]Die Muttergottesstatue in Maria-Sorg.
[442.]Das Marienbild bei Klösterle.
[443.]Das Marienbild in Mariaschein.
[444.]Das Ölbild in der Steiner Pfarrkirche.
[445.]Die heilige Georgenfahne zu Tharand.
[446.]Das Wunschfläschchen.
[447.]Die Tempiskapelle zwischen Komotau und Görkau.
[448.]Sieben versteinerte Jungfrauen.
[449.]Wie die große Glocke auf der Marienkirche zu Zwickau ihre Stimmung bekommen hat.
[450.]St. Wolfgang zu Freiberg.
[451.]Der Fallsüchtige in der Kirche zu Annaberg.
[452.]Ein Totenschänder wird entdeckt.
[453.]Eine Wundersage von dem Stücke des Kreuzes Christi in der Marienkirche zu Zwickau.
[454.]Das Marienbild in der Kirche zu Fürstenau.
[455.]Die Fußtapfen der heiligen Maria.
[456.]Die heilige Maria im Erzgebirge.
[457.]Der heilige Petrus in Eisenberg.
[458.]Die Fußspur des heiligen Wolfgang bei Graupen.
[459.]Der Hengstberg bei Hengstererben.
[460.]Das Mönchsgesicht an der Kirche zu Schlettau.
[461.]Die Totenhand in Buchholz.
[462.]Der Doppelgänger zu Wiesenthal.
[463.]Arndts Paradiesgärtlein ist unverbrennlich.
[464.]Das Meteoreisen in Elbogen.
[465.]Der Köhler von Klingenthal.
[466.]Vom flinken Knechte zu Rechenberg.
[467.]Warum die Eisenberger Kapelle nicht vollendet wurde.
[VIII.] Völker-, Helden- und Geschlechtssagen.
Vorbemerkungen.
[468.]Von den alten Wenden bei Eibenstock.
[469.]Rottmannsdorf von Wenden bewohnt.
[470.]Der Riese Einheer.
[471.]Schwanhildis.
[472.]Libussas Tanzplatz.
[473.]Die Herren von Einsiedel.
[474.]Die Herren von Rechenberg.
[475.]Die Herren von Sebottendorf.
[476.]Das Geschlecht Callenberg.
[477.]Die Familie von Berbisdorf.
[478.]Die Herren von Hartitzsch.
[479.]Die Herren von Pardubitz.
[480.]Das Geschlecht von Vitzthum.
[481.]Die Herren von Wildenfels.
[482.]Die Herren von Ortwinsdorf.
[483.]Das Geschlecht von Arnim.
[484.]Das Geschlecht von Auerswald.
[485.]Die Herren von Bünau.
[486.]Die Ritter von Bärenstein.
[487.]Das Geschlecht von Lüttichau.
[488.]Das Wappenschild der Schönburge.
[489.]Woher das Wappen der Herren von Schönberg entstanden ist.
[490.]Wie die Herren von Römer zu Zwickau zu ihrem Wappen gekommen sind.
[491.]Die Siebenschläfer.
[492.]Die Türkenheide.
[493.]Die Korporallöcher bei Schönau.
[IX.] Ortssagen.
Vorbemerkungen.
[494.]Entdeckung der Freiberger Silbererze.
[495.]Der Anfang der Stadt Freiberg.
[496.]Stellen, wo in Freiberg das erste Bergwerk fündig wurde.
[497.]Ursprung der Bergwerke bei Nossen.
[498.]Die Entdeckung der Silbererze des Schneebergs.
[499.]Entdeckung der Altenberger Zwitter.
[500.]Entdeckung der Zinnerze bei Fürstenau, Mückenberg und Graupen.
[501.]Anfang des Bergwerks am Schreckenberge bei Annaberg.
[502.]Ein Pferd entdeckt die Silbererze des St. Georg in Schneeberg.
[503.]Die Entdeckung des Freudensteiner Ganges zu Schneeberg.
[504.]Die Entdeckung der Silbergänge zu Joachimsthal.
[505.]Ein Zain Goldes wird mit dem Getreide abgeschnitten.
[506.]Die Entdeckung der reichen Zeche St. Lorenz bei Abertham.
[507.]Der Fronleichnamsstollen bei Annaberg.
[508.]Die Entstehung von Schöneck.
[509.]Der Ursprung des Schlosses Bärenstein.
[510.]Die Stiftung des Klosters Altzella.
[511.]Ursprung von Dippoldiswalde.
[512.]Ursprung der Stadt Öderan.
[513.]Die Gründung von Mittelsayda.
[514.]Die Gründung des Dorfes St. Michaelis.
[515.]Die Gründung der Kirche zu Niederschönau.
[516.]Der Ursprung des Dorfes Waschleite.
[517.]Ursprung des Dorfes Geyersdorf.
[518.]Ursprung des Namens Buchholz.
[519.]Ursprung des Namens Grünstädtel.
[520.]Gründung und Name des Dorfes Zschorlau.
[521.]Entdeckung des Karlsbader Sprudels.
[522.]Entdeckung der Heilquellen in Teplitz.
[523.]Die Namen der Stadt Zwickau.
[524.]Ursprung des Dorfnamens Rittersberg.
[525.]Gründung und Name der Stadt Werdau.
[526.]Der Name der Stadt Frankenberg.
[527.]Von dem Namen der Stadt Marienberg.
[528.]Ursprung und Name von Elterlein.
[529.]Ursprung des Namens Hermannsdorf (bei Elterlein).
[530.]Ursprung des Namens Crandorf.
[531.]Ursprung des Namens Grünhain.
[532.]Von dem Namen Hermannsdorf (bei Weißbach).
[533.]Entstehung des Namens Gottesgab.
[534.]Entstehung des Namens Abertham.
[535.]Ursprung des Namens der Stadt Platten.
[536.]Ursprung und Namensentstehung von Bäringen.
[537.]Die Entstehung von Jahnsbach bei Thum.
[538.]Woher der Name des Dorfes Müglitz bei Lauenstein stammt.
[539.]Ursprung des Namens Wolkenstein.
[540.]Ursprung des Namens Eibenstock.
[541.]Der Name des Schlosses Pürstein.
[542.]Ursprung des Ortsnamens Reitzenhain.
[543.]Ursprung und Name des Bergstädtchens Brand.
[544.]Ursprung des Dorfnamens Weißenborn.
[545.]Ursprung des Namens Conradsdorf.
[546.]Von dem Namen des Dorfes Ursprung.
[547.]Der Name des Dorfes Wüstenbrand.
[548.]Der Name des Dorfes Crossen.
[549.]Die frühere Lage und der Name von Gersdorf.
[550.]Der Ursprung des Ortsnamens Silberstraße.
[551.]Ursprung der Namen Frauenstein, Purschenstein, Pfaffroda u. Rechenberg.
[552.]Der Name des Fleckens Bockau.
[553.]Ursprung des Ortsnamens Remse.
[554.]Der Ursprung der Bergstadt Sebastiansberg.
[555.]Der Name der Stadt Sonnenberg.
[556.]Der Name der Stadt Falkenau.
[557.]Die Entstehung des Namens Neudeck.
[558.]Die Entstehung des Namens Frühbuß.
[559.]Über den Namen des Dorfes Sauersack.
[560.]Ursprung des Namens Sorgenthal.
[561.]Name und Ursprung der Stadt Weipert.
[562.]Von dem Ortsnamen Stolzenhahn.
[563.]Die Entstehung des Ortsnamens Einsiedel.
[564.]Der Name der Halsbrücke bei Freiberg.
[565.]Die Namen von Ortmannsdorf, Mülsen St. Niklas und St. Jacob.
[566.]Über den Namen des Dorfes Lichtenberg bei Frauenstein.
[567.]Ursprung des Namens Dörnthal.
[568.]Deutung des Namens Weiters-Wiese.
[569.]Von den Namen Schellenberg und Lichtenwalde.
[570.]Von den Namen Streitwald, Beutha, Affalter und Lößnitz.
[571.]Der frühere Name von Lichtenstein.
[572.]Der Zeisigstein und der »Storch« bei Frauenstein.
[573.]Der Predigtstuhl bei Rabenau.
[574.]Das Brautbett bei Rabenau.
[575.]Der Katharinenstein bei Lauenstein.
[576.]Die Kutte bei Elterlein.
[577.]Sechs Brüder bei Geyer.
[578.]Die Dreibrüderhöhe bei Marienberg.
[579.]Die Waldung »Reue« bei Waldkirchen.
[580.]Woher der Name des Waldgrundes »Bär« bei Blauenthal stammt.
[581.]Der Ursprung des Felsnamens Bärenstein.
[582.]Der Ursprung des Namens Mückenberg mit dem Mückentürmchen.
[583.]Ursprung des Namens Fastenberg.
[584.]Der weiße Helm, eine Anhöhe bei Öderan.
[585.]Ursprung des Bergnamens »Schweizer«.
[586.]Ursprung des Namens Silberbach.
[587.]Ursprung des Namens Höllengrund im Öderaner Walde.
[588.]Das Schulmeisterbächel bei Wildenthal.
[589.]Der Spitzberg bei Pfaffengrün.
[590.]Der Dreimännerberg.
[591.]Der Rockenstein bei Schönheiderhammer.
[592.]Ursprung des Namens Riesenberg bei Sosa.
[593.]Deutung des Bergnamens Mehltheuer bei Stein.
[594.]Der Claußberg in Schneeberg.
[595.]Der Galgenberg bei Euba.
[596.]Das Buttertöpfchen bei Frauenstein.
[597.]Der Taufstein im Pechtelsgrüner Walde.
[598.]Der letzte Heller und die Teufelskanzel am Schottenberge bei Annaberg.
[599.]Das rote Wässerchen bei Jöhstadt.
[600.]Von den Namen einiger Brunnen.
[601.]Ursprung der Namen verschiedener Zechen.
[602.]Die alte Mordgrube bei Freiberg.
[603.]Ursprung des Namens Pacemmühle bei Schneeberg.
[604.]Die Mordhütte bei Weiters-Wiese.
[605.]Das Stadtwappen von Geyer.
[606.]Das Wappen der Stadt Kirchberg.
[607.]Das Stadtwappen von Öderan.
[608.]Das Stadtsiegel von Frankenberg.
[609.]Das Gerichtssiegel von Rabenau.
[610.]Das Stadtsiegel von Zöblitz.
[611.]Das Wappen der Stadt Zwickau.
[612.]Das Wappen der Stadt Freiberg.
[613.]Das Denkbild zum Stadtwappen von Scheibenberg.
[614.]Siegel der Stadt Dippoldiswalde.
[615.]Siegel der Stadt Frauenstein.
[616.]Das Gemeindesiegel von Olbernhau.
[617.]Das Siegel des Dorfes Auerbach.
[618.]Wahrzeichen der Stadt Zwickau.
[619.]Die Wahrzeichen Freibergs.
[620.]Wahrzeichen von Crimmitschau.
[621.]Das Wahrzeichen von Chemnitz.
[622.]Das Wahrzeichen von Tharand.
[623.]Die Wahrzeichen von Schlackenwerth.
[624.]Die Wüstung Kraxdorf.
[625.]Breitenau wird entvölkert und Wüstung.
[626.]Die frühere Größe des Städtchens Platz.
[627.]Die frühere Größe und Bedeutung der Stadt Meerane.
[628.]Das Gemäuer und der böse Brunnen zwischen Marienthal u. Königswalde.
[629.]Das ehemalige Schloß Bödigen bei Dippoldiswalde.
[630.]Wüste Orte in der Gegend von Lößnitz und Hartenstein.
[631.]Die wüste Mark Oberopritz.
[632.]Wüste Marken in der Gegend von Chemnitz.
[633.]Wüste Marken bei Augustusburg.
[634.]Von früheren Vesten bei Schneeberg.
[635.]Die Wüstungen Erbendorf und Großmitweida.
[636.]Die Wüste Mark Eibendorf.
[637.]Die Wüste Mark Nennigkau.
[638.]Wüstungen bei Bärenstein.
[639.]Wüstungen bei Freiberg und Öderan.
[640.]Wüstungen in der Herrschaft Glauchau.
[641.]Die Wüstung Sahnau.
[642.]Die Wüstung Rappendorf.
[643.]Die Wüstung Boberau.
[644.]Die Wüstungen Haselbrunn und Erlich bei Schöneck.
[645.]Die wüste Mark Warnsdorf bei Grillenburg.
[646.]Die ehemalige Burg Sohra.
[647.]Alt-Elbogen.
[648.]Die Grillenburg.
[649.]Die Wüstung Lützen bei Frankenberg.
[650.]Der »Niklas« am Krudumberge bei Elbogen.
[651.]Die frühere Lage der Stadt Frauenstein.
[652.]Die ehemalige Lage von Preßnitz.
[653.]Die ehemalige Lage der Stadt Kirchberg.
[654.]Der Friedensstein am Streitwalde bei Zwönitz.
[655.]Der Peststein bei Rauenstein.
[656.]Der rote Stein auf der Kirchgasse zu Annaberg.
[657.]Das Kreuz und der Kelch bei Wolkenstein.
[658.]Zeichen auf dem Katzensteine bei Marienberg.
[659.]Die zwei Messer zu Eibenstock.
[660.]Das Steinkreuz bei Schlettau.
[661.]Das Steinkreuz in Werda bei Falkenstein.
[662.]Der Denkstein zwischen Hauptmannsgrün und Waldkirchen.
[663.]Der Denkstein im Streitwalde bei Hirschfeld.
[664.]Der Stein an der alten Frühbußer Straße.
[665.]Der Denkstein in Fürstenwalde.
[666.]Drei Steinkreuze bei Lößnitz.
[667.]Das steinerne Kreuz vor der Johanniskirche in Chemnitz.
[668.]Die drei Kreuze bei Brand.
[669.]Das Hahnenkreuz bei Görkau.
[670.]Beim roten Kreuze in Schmiedeberg.
[671.]Das Kreuz in Böhmisch-Moldau.
[672.]Der Stein mit dem Kreuze in Bärenwalde.
[673.]Das Arnodenkmal bei Klaffenbach.
[674.]Die Marterlinde in Dorfchemnitz bei Sayda.
[675.]Von einem Zweikampfe in Dorfchemnitz.
[676.]Das Marienbild in Maria-Kulm.
[677.]Das Zedelsbild in Weidmannsruhe.
[678.]Das Schnitzwerk in der Kirche zu Neumark.
[679.]Die Walfischrippen in Zwota.
[680.]Ein Eber wühlt bei der »alten Zelle« bei Nossen zwei Glocken aus.
[681.]Eine Glocke der Lungwitzer Kirche ist von einer wilden Sau ausgewühlt worden.
[682.]Die Glocke von Jahnsgrün.
[683.]Die unterirdischen Glocken im Kranichsee.
[684.]Die Stadt auf dem Steinberge bei Burkhardsgrün.
[685.]Die große Glocke in Geyer.
[686.]Die Barbarakapelle in der Dippoldiswalder Heide.
[687.]Die Kapelle in Unterwiesenthal.
[688.]Der Marienaltar im Hirschgrunde bei Abtei-Lungwitz.
[689.]Das Goldschiffchen in der Kirche zu Ebersdorf.
[690.]Die Geißelsäule in der Schloßkirche zu Chemnitz.
[691.]Der Hauptaltar in der Kirche zu Annaberg.
[692.]Die Domkanzel in Freiberg.
[693.]Der Donatsturm zu Freiberg.
[694.]Der Marterturm auf Hassenstein.
[695.]Der Mohr im Schlosse zu Nossen.
[696.]Die Tabakstanne zwischen Thalheim und Stollberg.
[697.]Die Eichen zu Callnberg.
[698.]Sagen von der Schloßkirche zu Chemnitz.
[699.]Das zürnende Steinbild zu Nossen.
[700.]Der Frau-Mutterstuhl zu Oberforchheim.
[701.]Das Schächerhäusel bei Geyer.
[702.]Die St. Blasiuskirche zu Niederzwönitz.
[703.]Das wandernde Haus in Zinnwald.
[704.]Die unterirdische Verbindung des Schlosses Wildenfels mit benachbarten Schlössern.
[705.]Der Judenborn zu Sayda.
[706.]Der Mühlengrabenstollen bei Schloß Scharfenstein.
[707.]Des Keglers Pflaster in Schneeberg.
[708.]Die übermütige Rede eines Schneebergers wird bestraft.
[709.]1500 Gulden geben einen silbernen Löffel und einen kupfernen Fischkessel.
[710.]Üppiges Leben in den Bergstädten wird mit Verarmung bestraft.
[711.]Eine Vogelbirne wird um 1500 Gulden verkauft.
[712.]Billig verkaufte Häuser in Schneeberg.
[713.]Historia, wie Silbererz im Holz gewachsen.
[714.]Reiche Ausbeute zu Mildenau.
[715.]Kostbarer Sand zum Häuserbau in Schneeberg.
[716.]Weshalb keine Hoffnung auf ergiebigen Bergbau da war.
[717.]Silberhaltige Schlacken werden von der Mulde fortgeführt.
[718.]Untergang der Höckendorfer Silberbergwerke.
[719.]Die Grabmäler der Ritter von Theler.
[720.]Vom früheren Bergbau in Niklasberg und Böhmisch-Moldau.
[721.]Das verschwundene Bergwerk im Theesenwalde.
[722.]Wie der Zwickauische Kohlenberg brennend wurde.
[723.]Ein kaiserliches Regiment versinkt bei Freiberg durch einen Erdfall.
[724.]Von riesigen Schlangen im Erzgebirge.
[725.]Die Freiberger Bauernhasen.
[726.]Ursprung der ehemaligen Privilegien von Schöneck.
[727.]Das Märktlein Markersbach.
[728.]Die Räuberherberge im Hoyer bei Schneeberg.
[729.]Wittichs Schloß bei Glashütte.
[730.]Die dürre Bretmühle im Pöbelthale.
[731.]Der schwarze Teich auf Henneberg u. der Teufelsstein bei Johanngeorgenstadt.
[732.]Das Schloß auf dem Hohen Steine.
[733.]Das Raubschloß auf dem Lautersteine bei Zöblitz.
[734.]Das Raubschloß Sommerstein.
[735.]Das Raubschloß auf dem Greifensteine.
[736.]Die Räuber auf Schloß Frauenstein.
[737.]Schloß Hauenstein.
[738.]Burg Neustein bei Görkau.
[739.]Das alte Schloß Mulda.
[740.]Tauben verraten das Schloß Schönfels.
[741.]Schön-Guta von Hassenstein.
[742.]Die heldenmütige Herrin des Schlosses Hartenberg.
[743.]Ein Beispiel von Vaterlandsliebe.
[744.]Der Hauptmann Gecko von Lauenstein.
[745.]Der treue Haberberger von Freiberg.
[746.]Ein Freiberger Bürger rettet Markgraf Friedrich dem Freidigen das Leben.
[747.]Der Ritter von Bärenstein und der Löwe.
[748.]Ein Ritter von Schönberg wird von den Hussiten gejagt.
[749.]Hertha von der Planitz rettet die Kirche zu Öderan.
[750.]Die Zerstörung des Klösterleins »alte Zelle« bei Nossen.
[751.]Herzog Albrecht hält auf einer Silberstufe Tafel.
[752.]Der Kretscham und Fürstenbrunnen bei Neudorf an der Sehma.
[753.]Die Prinzenkleider in der Kirche zu Ebersdorf.
[754.]Von der Erbauung der Muldenbrücke zu Nossen.
[755.]Kunigunde Mathesius von Öderan.
[756.]Maximilian II. im Tharander Walde in Lebensgefahr.
[757.]Die Söhne des Ritters Conrad von Theler.
[758.]Der treue Rat von Freiberg.
[759.]Die Erfindung des Spitzenklöppelns.
[760.]Cristoph Schürer.
[761.]Dr. Luther vergilt einem Bergmanne zu Altenberg Böses mit Gutem.
[762.]Die vierzehn Nothelfer bei Gottleuba.
[763.]Harras der kühne Springer.
[764.]Der Trompeterfelsen bei Seifersdorf.
[765.]Der Kärrner zu Stollberg.
[766.]Die lange Schicht zu Ehrenfriedersdorf.
[767.]Die Brautgabe aus der Kirche zu den vierzehn Nothelfern bei Reichstädt.
[768.]Das steinerne Herz im Schwarzwasser.
[769.]Wie Meerane ehemals in üblem Rufe gestanden hat.
[770.]Die Entdeckung der Topase des Schneckensteins.
[771.]Das Paradies zu Zwickau.
[772.]Der Leichnam des Grafen Joachim Andreas Schlick.
[773.]Wie Bernsbach seine Waldungen verlor.
[774.]Aus welchem Grunde der Pfarrherr zu Reinsdorf Getreidezins erhielt.
[775.]Warum in Zwickau kein Kürschner zum Ratstand gezogen wurde.
[776.]Ein altes Recht der Töpfer von Dippoldiswalde.
[777.]Warum die Griesbacher Gemeinde keinen eigenen Pfarrer hat.
[778.]Wie das Schnorr'sche Chor in der St. Wolfgangskirche zu Schneeberg eine Thür von außen erhielt.
[779.]Der erste Klöppel in Annaberg.
[780.]Das Geschwistergrab in der Kirche zu Annaberg.
[781.]Das Blutopfer des Baumeisters der Kirche zu St. Jacob in Chemnitz.
[782.]Die Zipperleinkur in Annaberg.
[783.]Der Blutfleck auf dem Pfarrhofe zu Elterlein.
[784.]Die Bäuerin in Frohnau.
[785.]Die beiden Brüder zu Frohnau.
[786.]Das Mönchskalb zu Freiberg.
[787.]Die Abschiedstanne zwischen Mitweida und Gottesgab.
[788.]Die Fichte auf dem Gottesacker zu Annaberg.
[789.]Die drei Eichen im Gründel bei Glauchau.
[790.]Woher der Name Preiselbeere stammt.
[791.]Was der Name Wismut bedeutet.
[792.]Woher die alte Bezeichnung »Schnieber« für Groschen stammt.
[793.]Redensarten.
a. Zwickau gehört zum Vogtlande.
b. Der Kas is och darnoch.
c. Kein Hammerschmied stirbt, sondern er kommt von der Welt, man weiß nicht wie?
d. Man kann die sächsischen Eisenhämmer so wenig aufhalten, als die schwedischen Truppen.
e. Vom Silbergehalt unscheinbarer Steine.
f. Fägel schweiget seine Gäste.
g. Toffel, das gilt dir auch mit.
h. Der Narr ist aus dem Häusel gekommen.
i. Die Schlimmen von Öderan.
k. Je, daß dich der Bär herze.
l. Vom früheren Wohlleben in den Bergstädten.
m. Redensarten Herzog Georgs.
n. Weshalb man die Gottesgaber scherzweise »die Wölfe« nennt?
o. Anhang. Sprichwörter und Rätsel.
[794.]Wie es kam, daß die Böhmisch-Wiesenthaler Kirche auf ihrem jetzigen Platze erbaut wurde.
[795.]Von der Klugheit der Hauptmannsgrüner.
[796.]Wie die Ebelsbrunner den Mond fangen wollten.
[797.]Eine Eigentümlichkeit des Schlosses Augustusburg.
[798.]Sprüche von der Stadt Freiberg.
[799.]Das Todaustreiben.
[800.]Der Totenteich bei Tharand.
[801.]Altes Fastnachtsspiel der Bergleute.
[802.]Der Streittag der Freiberger Bergleute.
[803.]Der Schwerttanz der Tuchknappen in Chemnitz.
[804.]Strafe für zänkische Weiber.
[805.]Strafe für liederliche Weibspersonen.
[806.]Wie das Lehen gereicht wurde.
[807.]Gebrauch bei einer zweiten Verheiratung.
[808.]Das Bärenprivileg für Lößnitz.
[Anhang.]
[809.]Der Wegzug der Zwerge.
[810.]Der gespenstische Hund bei Unterscheibe.
[811.]Der Schmiedmönch von Thierfeld.
[812.]Warum einer von den Eingängen in die St. Wolfgangskirche zu Schneeberg zugemauert wurde.
[813.]Die Befreiung der geraubten Prinzen Albert und Ernst.
[814.]Der Berggeist erscheint in Roßgestalt. (Zu No. 159.)
[815.]Eines Schmieds Tochter in Platten ist vom Teufel besessen. (Zu No. 239.)
[816.]Das Gespenst in der Katzenmühle bei Buchholz. (Zu No. 247.)
[817.]Der Geldkeller auf dem Greifensteine. (Zu No. 284.)
[818.]Gottesspeise bei Zwickau. (Zu No. 435.)
[819.]Die Berggeister des Greifensteins beschenken einen Wandersmann. (Zu No. 537.)

I.
Göttersagen.

Von den Höhen des Erzgebirge dehnte sich nordwärts bis in die Gegenden von Chemnitz, Mittweida, Freiberg und Tharand der Miriquidi d. h. Schwarzwald aus, ein Stück des alten Germanien, welches Tacitus als ein Land voll grauser Waldungen oder abscheulicher Sümpfe bezeichnet. Auf den dichtbewaldeten Höhen und in den düsteren Thälern des Miriquidi wurde in jener Zeit die tiefe Stille nur von dem Geheul des Sturmes, dem Rauschen der Gewässer, dem Geprassel der zusammenstürzenden Riesenstämme, auf deren vermodernden Leibern wieder eine junge Vegetation emporwucherte, und dem Geschrei der Vögel und des zahlreichen Wildes unterbrochen; der Mensch hielt sich noch von dem unwirtlichen Gebirge fern, da er an seinem Fuße im Nord und Süd Raum genug für seine einsamen Wohnungen fand. Von der nördlichen Grenze an, ausgebreitet zwischen Saale und Elbe, waren die Hermunduren, im jetzigen Böhmen die Markomannen und in den südwestlich gelegenen Gauen, im nordöstlichen Baiern und im Vogtlande, die Varisker seßhaft. Da, wahrscheinlich schon am Anfange, besonders aber im letzten Viertel des 4. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, begann die Erschütterung, das Drängen und Vorrücken der Völker. Die slavischen Stämme rückten von Osten her vor. Zwischen 454 und 495 drangen die Czechen in Böhmen ein und ungefähr zu gleicher Zeit kamen aus der Weichsel- und Odergegend die Milczener, Lusitzer, Lutitzier, Obotriten und Sorben bis in die später sächsischen, mecklen- und brandenburgischen Länder. Von diesen rückten die Sorben oder Serben, deren Name sie ganz besonders als ackerbautreibendes Volk bezeichnet, in das spätere Meißnische, und da 531 von den Franken und Sachsen das mächtige Reich der Thüringer vernichtet wurde, westwärts bis zur Saale vor. Die Sorben waren demnach die unmittelbar nördlichen Nachbarn des alten Miriquidi, und sie gründeten sehr bald in den fruchtbaren Niederungen und Thälern Orte und bebaueten das Land. Aber noch wurde dieses Volk von der Ansiedelung auf den rauhen unwirtlichen Waldhöhen abgeschreckt, bis endlich nach den langen Vernichtungskämpfen der mächtigen deutschen Kaiser im 9. Jahrhunderte, denen die Erbauung der Burg Meißen (928 oder 929) folgte, und ganz besonders als unter Otto I. die Grafen Hermann Billung und Gero glücklich die letzte Erhebung an der niedern Elbe und in den Lausitzen niedergeschlagen, die Macht der Slaven völlig gebrochen war. Der Tributpflichtigkeit zu entgehen, festhaltend an dem Glauben ihrer Väter, erfüllt mit tiefem Haß gegen die christliche Geistlichkeit, welche von ihren Einkünften an Getreide und Vieh, Leinwand, Honig und Wachs den zehnten Teil forderte, zogen sich nun nach den für ihr Volk unglücklichen Kämpfen zahlreiche sorbische Familien in das unfreundliche und von wilden Tieren bevölkerte, aber ihnen doch Freiheit und Sicherheit gegen ihre Besieger verheißende Erzgebirge zurück, und so wurden bereits gegen Ende des 10. Jahrhunderts von diesen slavischen Einwanderern daselbst einzelne feste Niederlassungen gegründet. Immer höher stiegen sie, vorzugsweise wohl in den Thälern und so dem Laufe der Gewässer entgegen, auf der nordwestlichen Senkung des Gebirges bis ungefähr zur Linie Eibenstock-Schlettau-Zöblitz-Sayda auf. Erst vom 12. Jahrhundert an, da das Gebirge durch die Entdeckung reicher Silbererze zum Erzgebirge wurde, drangen auch die Deutschen zahlreicher vor, gründeten Städte und Dörfer, und das germanische Element verschlang sehr bald die slavischen Reste, wo sich dieselben bis dahin noch in einiger Selbständigkeit erhalten hatten. Wohl erhielt sich noch, wenigstem am Fuße des eigentlichen Gebirges, ihre Sprache, denn im Jahre 1327 wurde der Gebrauch derselben bei den Zwickauer Gerichten und in Meißen sogar erst 1424 verboten (Rich. Andree, Wendische Wanderstudien, S. 143.); jedoch auch in den höher gelegenen slavischen Ansiedelungen wird die Muttersprache nach Berührung mit den später vorgedrungenen Deutschen nicht sobald erloschen sein, da viele slavische Worte, die selbst in der Gegenwart nicht verschwunden sind, von den Deutschen festgehalten wurden.

Wenn wir nun vom Erzgebirge übereinstimmend mit dem Vogtlande und der Lausitz wissen, daß sich germanische und slavische Bewohner in die Kultur des Bodens teilten, daß demnach von beiden Volksstämmen mythische Sagen in das Gebirge verpflanzt und im Laufe der Jahrhunderte von den nachfolgenden Generationen, wenn auch vielfach umgewandelt, festgehalten wurden, so mögen doch die verhältnismäßig spät und nur sporadisch gegründeten Niederlassungen eine Ursache davon sein, daß wir solche Sagen, denen eine naturreligiöse Bedeutung innewohnt, in unserm Gebirge sparsamer, als in den vorhingenannten Provinzen mit dem Volksleben verwachsen finden. Besonders sparsam sind die eigentlichen Göttersagen, welche uns heidnische Gottheiten mit ihren Namen vorführen, oder welche früher geheiligte Plätze durch die ihnen innewohnende Poesie gleichsam erklären. Wo uns einige deutsche Göttergestalten entgegentreten, da sind dieselben jedenfalls durch spätere Einwanderer in unser Gebirge verpflanzt und möglicher Weise infolge zufälliger Ähnlichkeiten der neuen Niederlassungen mit Orten der verlassenen Heimat auf erstere übertragen worden. Dies gilt zunächst von den Ueberlieferungen, welche im Erzgebirge einen Götzen Crodo verehrt sein lassen. In Bothes 1492 erschienener »Kroneka der Sachsen« tritt zuerst die Nachricht auf, daß man bei Goslar auf der Harzburg das Bild eines alten Götzen, mit Namen Crodo, der als Krankenhelfer galt, verehrt habe, jedoch wurde später nachgewiesen, daß diese Nachricht eine erfundene ist, daß es also einen Sachsengott, der diesen Namen führte, nicht gegeben hat. Immer aber ist hierbei erwähnenswert, daß eine unserer Volkssagen einen Platz, an welchem der »Krankenhelfer« verehrt wurde, in die Nähe von Meerane verlegt, von wo aus früher bis zum Anfange dieses Jahrhunderts die sogenannten »fahrenden Ärzte« ihre jährlichen, oft sehr weiten Reisen unternahmen.

Bergleute deutscher Abkunft aus dem Harze waren ja, wenn wir von dem einige Jahrhunderte früheren Eisenbergbau und den hüttenmännischen Arbeiten der Slaven auf der südlichen und nördlichen Abdachung des Gebirges absehen (K. Schurig, Beiträge zur Geschichte des Bergbaues im sächs. Vogtlande, Plauen 1875, S. 2), die ersten, welche im Erzgebirge Bergwerke auf edle Erze anlegten und z. B. 1171 nach Mollers Chronik von Freiberg die Gründung dieser Stadt veranlaßten. Liegt es da nicht nahe anzunehmen, daß durch solche Bergleute und andere deutsche Einwanderer aus Baiern und der Oberpfalz auch germanische Göttersagen neben anderen Überlieferungen in die neue Heimat verpflanzt wurden, in welche ja von ihnen, wie M. Körner in seinen Bockauischen Nachrichten (1758, S. 278 und 279) nachweist, auch die Benennungen von Bergen und Ortschaften, sowie von kleinen Gewässern aus der alten Heimat übertragen wurden?

Weiter verweist die Sage vom Herdabilde bei Zwickau ganz deutlich auf die Ueberlieferung von der mütterlichen Gottheit der Erde Nerthus (Herda, altnord. Jördh), welche, nachdem sie in ihrem von Kühen gezogenen Wagen im Lande umhergeführt worden war und frohe Tage und Frieden gebracht hatte, in dem heiligen See auf Rügen gebadet wurde. (Grimm, deutsche Myth. 1835, S. 155. Mannhardt, die Götter der deutschen und nord. Völker, 1860, S. 316.)

Anders ist es mit zwei slavischen Göttern, welche im erzgebirgischen Sagenkreise auftreten, dem Triglav und Ladon. Triglav oder Triglas, ein Hauptgott oder vielmehr eine Göttertrias der Wenden, welche in Stettin einen der vornehmsten Tempel hatte, wurde als eine Person mit 3 Köpfen dargestellt. Bei den Wenden auf Rügen waren in ihr die drei Gottheiten Swantowit, Radegast und Prowe vereinigt, und daß auch die Slaven an der Mittelelbe, Mulde und Saale eine göttliche Trias gehabt haben mögen, ist deshalb anzunehmen, weil die slavischen Völkerschaften in den Hauptlehren ihrer Religion größtenteils übereinstimmten. (Liebusch, Skythika, 1833, S. 198 und 205.) Unterstützt wird diese Annahme durch folgende Mitteilung des Albinus (Meißnische Land- und Bergchronik, S. 184 und 149): »Man hat im Lande zu Meisen auch, wie ich berichtet bin, an etlichen Orten alte Bilder in Stein gehauen mit dreyen Angesichten gefunden. Vnd ist sonderlich zu Grimma auff der Brücken eines dergleichen zu sehen gewesen, daran drey Angesicht vnter einem Hütlein. Dannen her denn zu achten, daß die Sorben diesen Abgott (den Triglas), wie ihre Nachbarn auch geehret«.

Ladon wird in unserer Sage ein Kriegsgott genannt. Nach Liebusch (Skythika, S. 155) war Ladon ursprünglich der Mondgott und hieß wahrscheinlich als Mondgöttin Lada; dieselbe war in ihrer Funktion der russischen Led und der polnischen Leda ähnlich, weshalb man sie mit dem Mars verglich; als Mondgöttin war sie zugleich Todesgöttin im Kriegskampfe. – Noch mag erwähnt werden, daß sich auch nach Vernaleken eine Erinnerung an den Perun, die slavische Gewittergottheit, in Eisenberg auf dem böhmischen Abfalle des Erzgebirges erhalten hat.

Ebenso sparsam wie die Überlieferungen von heidnischen Göttern sind diejenigen von Opferplätzen. Der Volksmund nennt bei uns nur wenige Haine, welche wir als einst geheiligte Orte ansehen könnten; aber weiter liegt die Vermutung sehr nahe, daß der Taufstein bei Oberkrinitz, welcher mit seinen Vertiefungen den zahlreichen Opfersteinen im Fichtelgebirge und der Lausitz ungemein ähnlich ist, ebenfalls in der heidnischen Vorzeit zu gottesdienstlichen Handlungen bestimmt war. Nach Dr. Kalina Ritter von Jäthenstein war auch der Berg, welcher heute die Ruinen der Burg Hassenstein bei Sonnenberg trägt, einst ein heidnischer Opferplatz, da innerhalb des Schloßhofes daselbst Asche, Kohlen, Knochen und Urnenreste nicht selten gefunden wurden. (Erzgebirgszeitung, 4. Jahrg., 1. Heft, S. 19.) Endlich mögen noch aus der Gegend des Bergstädtchens Graupen der Rosen- und Geiersberg als alte Kultusstätten genannt werden. Wenn nun auch Albinus in seiner Meißnischen Bergchronik (S. 98) bei dem Jahre 932 schreibt: »Die Sorben sind endlich durch die christliche Religion so weit gebracht, das sie sich ihrer barbarischen gewohnheit des stehlens und raubens geschemet«, so teilt doch wieder Christian Knauth in seiner Sorbenwendischen Kirchengeschichte (S. 145) mit, daß der Bischof Bruno II. von Meißen den St. Petridom in Bautzen an Stelle einer älteren Kirche im Jahre 1213 ausdrücklich zu dem Zwecke gegründet habe, um die Sorben der Lausitz und Meißens zum Christentume zu bekehren; denn dieselben »steckten annoch in großer geistlicher Finsternis, führten wohl den christlichen Namen, hatten aber keine oder wenige Erkenntnis vom Christentum; hingegen waren sie mit heidnischen Irrtümern behaftet, lebten heidnisch, und einige mochten auch wohl hin und wieder im Verborgenen, in Wäldern und Heiden, ihre heidnischen Greuel treiben.«

Diese Stelle wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch auf die im Erzgebirge zerstreut lebenden Sorben angewendet werden können; denn es ist wohl anzunehmen, daß dieselben bei ihrer Abgeschiedenheit in dem einst fast undurchdringlichen Miriquidi noch längere Zeit ihre Gottheiten verehrten. Obschon die zuerst von M. Körner ausgesprochene Meinung, daß in dem Thale, in welchem sich jetzt das Dorf Bockau hinzieht, einst ein slavischer Gott verehrt worden sei, der den Namen des Ortes veranlaßte, hinfällig geworden ist, da man Bockau nicht als »Gottesdorf« oder »Gotteshain,« sondern als »Buchholz« oder »Buchwald« zu deuten hat, so weist doch dafür nach Immisch (Die slavischen Ortsnamen im Erzgebirge, 1866) der Name des Dorfes Klaffenbach bei Chemnitz, obschon er wie ein deutsches Wort klingt, in seiner Ableitung von den slavischen Worten hlowa (oberlaus. wendisch), glawa (niederlaus. wendisch), hlawa (czechisch) = Haupt, Kopf und bòh = Gott, also in seiner Deutung als »Hauptgott,« auf einen Platz hin, an welchem ein slavischer Gott verehrt wurde. Die Geschichte erzählt auch, daß im Jahre 892 der Bischof Arno von Würzburg auf der Klaffenbacher Höhe, als er den daselbst zum Götzendienste zahlreich versammelten Heiden das Christentum predigte und die Messe las, von letzteren ermordet wurde (Immisch a. a. O.).

Endlich ist noch auf zwei Plätze hinzuweisen, welche offenbar zu gottesdienstlichen Handlungen bestimmt waren; dabei mag es jedoch dahin gestellt sein, ob hier slavischen Gottheiten geopfert wurde, oder ob die Plätze vielleicht schon einer früheren germanischen Bevölkerung zu Kultuszwecken gedient haben. Es sind zwei Steinkreise, von denen der eine, auf dem Borberge bei Kirchberg, nur noch zu einem kleinen Teile an der Westseite eines Granitplateaus vorhanden ist, während der größere Teil im Jahre 1848 abgetragen wurde. Der andere Überrest aus dem grauen Altertume ist ein Doppelsteinkreis auf dem Burgberge zwischen Mulda und Lichtenberg. Beide Kreise lehnen sich hier an einen steil abfallenden Porphyrfelsen, der in der Mitte zu einer felsigen Kuppe aufragt, an, und wie auf dem Borberge liegt innerhalb der Steinwälle ein in das Gestein gearbeiteter Brunnen, in welchem nach der Volkssage das Wasser niemals verschwinden soll. Dieser Brunnen heißt an beiden Örtlichkeiten »Jungfernbrunnen.« Es gleichen beide Steinkreise, die einzigen, welche zur Zeit in dem Erzgebirge bekannt geworden sind, denen in der Lausitz und in Böhmen, so daß wohl die Annahme, nach welcher wir es an diesen Orten mit einst den Göttern geweihten Plätzen zu thun haben, eine berechtigte ist. Wünschenswert wären Nachgrabungen nach etwaiger Asche oder Kohlenresten.

1. Das Bild des Wendengottes Triglas in Zwickau.

(Tobias Schmidt, Chronica Cygnea. Zwickau, 1656. S. 79 u. 360.)

In der Hauptkirche zu Zwickau ist des Triglas oder Triglaff Kopf zweimal und außer der Kirche an einem Pfeiler noch einmal zu finden, das eine Mal mit drei Bärten und die andern zweimal ohne Bart. An einem Kopfe sind drei Gesichter mit Augen, Nasen und Mäulern. Andere halten diese Bildnisse aber nicht für Köpfe des Götzen, sondern meinen, daß man damit das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit in einem göttlichen Wesen habe andeuten wollen.

2. Der Slavengott Ladon.

(Erzgebirgs-Zeitung, 1. Jahrg., S. 199.)

Der Schloßberg zu Teplitz trug einst eine starke Feste mit doppelten Ringmauern, sowie sieben Türmen, welche jene zierten. Bereits im achten Jahrhundert aber soll auf dem Berge ein Tempel des slavischen Kriegsgottes Ladon gestanden haben.

3. Ursprung des Namens Crottendorf.

(Herm. Grimm, Das sächs. Erzgebirge, Dresden 1847, S. 204. Ziehnert, Sachsens Volkssagen, Annaberg 1838–39. III. S. 201. Segnitz, Sagen, Legenden etc., Meißen 1839–54. II. S. 73.)

Der Name des Dorfes Crottendorf würde richtiger »Crodendorf« zu schreiben sein, da der Ort seinen Namen dem Götzen Crodo verdankt, welcher am östlichen hohen Gebirge, auf den Klippen der Wolfs- und Liebensteine, lange nach Einführung des Christentums noch verehrt worden ist. Denn als man im Orte eine Kirche bauen wollte, suchte dies der Heidengott in Gestalt des Teufels zu verhindern. Er riß das am Tage aufgeführte Mauerwerk in der Nacht wieder ein und das Bauholz schleppte er weit bis an das andere Ende des Dorfs. Da ging einst ein frommer Priester zu derselben Zeit vorüber, als die Bauleute eben beschäftigt waren, den angerichteten Schaden wieder gut zu machen. Derselbe segnete das sämtliche Holz und Baumaterial und nun mußte der Götze dasselbe in Ruhe lassen, so daß der Bau bald vollendet werden konnte.

In der Einleitung ist bereits auf die unhistorische Gottheit Crodo hingewiesen worden. Von späteren Schriftstellern wurde dieselbe als ein Mann mit entblößtem Haupte, barfuß auf einer Säule stehend und mit einem leinenen Schurze umgürtet, in der linken Hand ein Rad, in der rechten einen Wassereimer haltend, dargestellt. Anders bildet Großer in seinen Merkwürdigkeiten der Ober- und Niederlausitz den Gott ab. Hier erscheint er als ein bekleideter Mann ohne Kopfbedeckung; in der einen Hand trägt er einen Korb mit Früchten (?), in der andern erhobenen ein Rad; er steht auf einem Fische, welcher auf einer Säule liegt.

4. Der Crodensee in Eibenstock.

(Oettel, Hist. von Eibenstock. 1748, S. 5. Oesfeld, Historische Beschreibung einiger merkwürdigen Städte im Erzgebirge. 2. Teil 1777, Seite 51.)

Man hat behaupten wollen, daß die Harzländer, welche nach den Wenden in die Gegend von Eibenstock gekommen, noch Heiden gewesen wären und den Abgott Crodo verehrt hätten, davon auch der Croden- oder Crottensee, der obere Stadtteil von Eibenstock seinen Namen haben soll.

5. Der Götze Crodo bei Meerane.

(H. Leopold, Chronik von Meerane, S. 9.)

Das Volk bezeichnet den Thalgrund bei Meerane, in welchem die Dörfer Götzenthal, Crotenleide und Hainichen und Köthel liegen, als einen Ort, wo der Götze Crodo verehrt wurde. Bei Crotenleide wurden auch einige Altertümer, nämlich zwei steinerne Hämmer und unter uralten Eichen ein Opfertisch, der jetzt im Wechselburger Parke steht, ausgegraben.

Als der obengenannte Opfertisch wird jene achtseitige, auf vier steinernen Unterlagen ruhende Porphyrplatte, welche im Wechselburger Parke der Eulenkluft gegenüber aufgestellt ist, bezeichnet. (S. C. Ehrhardt, Ausflüge in das Sächs. Erzgebirge 1885, S. 40.)

6. Das Herdabild bei Zwickau.

(Köhler, Volksbrauch im Voigtlande. 1867, S. 447.)

Nach der Sage soll das Bild der Herda von Rügen in die Zwickauer Gegend gebracht worden sein. In dem Schwanenteiche wusch man den Wagen der Göttin, und es soll sich ihr Dienst daselbst noch lange erhalten haben.

Wie berichtet wird, befand sich auf einer Insel im Meer ein heiliger Hain und in demselben stand ein mit Decken verhüllter Wagen, in welchem die Erdgöttin Nerthus (Herda), von Priestern geleitet, von Zeit zu Zeit ihren Umzug hielt. Wenn der von Kühen gezogene Wagen mit der Göttin durch das Land fuhr, hörte aller Krieg auf und im Frieden freuten sich die Sterblichen. War die Göttin wieder nach dem heiligen Hain zurückgekehrt, dann wurde ihr Wagen und sie selbst in einem See von Sklaven gewaschen, die dann das Wasser des Sees begrub.

7. Der heilige Hain bei Freiberg.

(Heinr. Gerlach, Kleine Chronik von Freiberg, S. 85.)

Auf der Höhe unweit des »schwarzen Teichs«, zwischen den Seitenthälern der Mulde, welche von der Münz- und Waltersbach gebildet werden, soll in jener Zeit, da die Sorben in der Gegend von Freiberg noch seßhaft waren, ein heiliger Hain gestanden haben, in welchem ein Götzenbild aufgestellt war. Man hat in der neuesten Zeit sowohl am Gehänge des Münzbachthales, als auch in der untern Waltersbach zu Großschirma Streitäxte gefunden.

8. Der heilige Hain in Weißbach bei Schneeberg.

(Mündlich.)

Auf der flachen Höhe südlich von der Kirche zu Weißbach, wo man vor mehr als hundert Jahren noch die spärlichen Überreste eines Walles sah, soll ehemals die Rommels- oder Rummelsburg gestanden haben. Andere aber erzählen wieder, daß daselbst ein heiliger Hain der Sorben stand.

9. Das Hahnthor und der Hahnteich bei Frauenstein.

(Bahn, Das Amt, Schloß und Städtgen Frauenstein. 1748, S. 25.)

Wie die alten Heiden ihre Haine, Hahne oder Hagen und Gehege gehabt und darinnen ihren Götzendienst verrichtet, so findet man auch bei Frauenstein davon eine sattsame Spur vor dem Hainthor, das zwischen dem Schloß- und Freibergischen Thor stehet. Allem Ansehen nach hat ihr Götze auf dem Platze gestanden, wo jetzt die drei Linden stehen, welche zum Andenken an den Abgott und zerstörten Hain gepflanzt worden sind. Und weil die Heiden bei ihrem Götzendienst sich zu waschen und zu baden pflegten, so ist nicht weit davon der Hainteich angelegt. Jetzo nennen es die Frauensteiner das Hahnthor und den Hahnteich.

Haine waren bei den germanischen Völkern Orte, an denen sie ihren Göttern opferten und Volksversammlungen und Gericht abhielten; es waren heilige Plätze, und vielfach wurden an solchen Stellen später christliche Kirchen errichtet. Zu solchen heiligen Hainen gehörte jedenfalls auch das »Götzenbüschchen« bei Oelsa bei Dippoldiswalde. Ob alle Plätze, welche heute noch den Namen Hain (oder Hahn) führen, früher zu gottesdienstlichen Zwecken geheiligt waren, darf wohl als sehr fraglich gelten. Von Grünhain meldet allerdings die Sage, daß der nahe Spiegelwald in der Sorbenzeit zur Gottesverehrung gedient habe (Schumann, Lex. v. Sachsen, 16 B. S. 567); vielleicht bezieht sich diese Angabe besser auf einen heiligen Hain, der sich an dem Platze befand, wo jetzt das genannte Städtchen steht.

Am rechten Ufer des Brückenbaches bei Jöhstadt nennt man eine Waldung »die alten Haine« oder »die alte Henne«. Im Nassauer Revier giebt es einen »breiten Hain« und »Hainwiesen«, und in die obere Freiberger Mulde ergießt sich das jedenfalls von dem breiten Haine und den Hainwiesen kommende Hainwässerlein (Bahn, Frauenstein, S. 25). Ein »hoher Hahn« oder Hain liegt in der Gegend der Morgenleite bei Schwarzenberg. Durch den »großen und kleinen Hain« bei Sachsenburg führen der Kirchsteig von Neudörfchen nach Seyfersbach und die Straße von Mittweida nach Dresden; eine Waldung bei Geyer heißt der »Hahnrück« (ursprünglich Hainrücken). Bei Oberlungwitz existierte früher ein »oberes und unteres Hahnholz«; ersteres befand sich an der Stelle des jetzigen Gottesackers zu Ernstthal (Gumprecht, Lindenblätter von Oberlungwitz. 1863, S. 15.). Ein »Hainholz« ist noch heute westlich vom Hüttengrunde bei Hohenstein auf den Karten namhaft gemacht. Außerdem giebt es Ortschaften, deren Namen die Silbe »Hain« enthalten, wie Stolzenhain, Altenhain u. a. Vom letzteren Orte vermutet Bahn in seinen historischen Nachrichten von Frankenberg (S. 12.), daß daselbst von altersher ein starker Verkehr gewesen sei und ein heidnischer Götzenhain gestanden haben müsse, welcher von ihm an der Stelle gesucht wird, wo das Vorwerk steht.

Wenn Jacob Grimm (deutsche Mythologie, S. 45.) geneigt ist, die fast überall in Deutschland erscheinende örtliche Benennung »heiliger Wälder« auf das Heidentum zurückzuführen, so gilt dies vielleicht auch von den Namen »heilige Wiese« und »heiliger Born«. Eine heilige Wiese und ein heiliger Born liegen am untern Teile des Dorfes Königswalde bei Werdau. (Göpfert, Gesch. des Pleißengrundes, S. 308.)

10. Der Taufstein bei Oberkrinitz.

(P. Wetzel im »Glückauf,« 1881, No. 7.)

Auf einer unbedeutenden Anhöhe beim Dorfe Oberkrinitz, die früher einen schönen Buchenbestand trug, liegt ein unregelmäßig gestalteter Granitblock, welcher auf der Oberfläche eine große und fünf kleinere künstliche Vertiefungen zeigt. Von den letzteren gruppieren sich vier um die große in der Mitte befindliche Vertiefung, welche die Form eines Beckens hat, während die fünfte sich an der Rückseite des Steines befindet. Nach dem Becken öffnen sich drei kleinere sitzähnliche Aushöhlungen, und in eine von diesen mündet wieder ein noch kleinerer Sitz. Die Sitze sind so groß, daß Kinder bis zu 10 Jahren bequem darin Platz nehmen können, während der auf der Rückseite des Steines befindliche Sitz einen etwas größern Umfang hat. Man nennt diesen großen Granitblock in der Gegend allgemein den »Taufstein« und erzählt sich von ihm folgendes: Als vor langer, langer Zeit das Christentum sich auch in unserer Gegend Anhänger zu erwerben begann, konnte die Verehrung des wahren Gottes nur im Geheimen geschehen, da sonst die heidnischen Priester den Christen ein sicheres Verderben bereitet hätten; besonders aber mußte die Taufe geheim gehalten werden. Deshalb suchten die wenigen Christen einsame, tief im Walde versteckte Orte auf, wo sie ungesehen und unbemerkt die heilige Taufe vollziehen konnten. Zu diesem Behufe wählten sich nun die Glaubensgenossen große, auf bewaldeten Anhöhen liegende Steine aus und arbeiteten in dieselben ein Becken zur Aufnahme des Wassers, drei Sitze für die drei Taufpaten und einen für den Täufling hinein. Der Taufstein bei Oberkrinitz soll nun von unsichtbaren Mächten beschützt werden, und niemand hat das Becken vollständig ohne Wasser gesehen. Ein alter Mann erzählte, er habe einmal eines Abends als junger Bursche mit seinen Freunden das Wasser gänzlich ausgeschöpft, doch als sie am nächsten Morgen nachgesehen, sei eine größere Menge Wassers in dem Becken zu finden gewesen als vorher, obgleich es die ganze Nacht nicht geregnet hatte. Schon oft hätten die Steinmetzen sich an den Stein gemacht, um ihn zu zerschlagen und zu verarbeiten, aber der »Uhâmel« (Unheimel?), mit dem in der Gegend auch die Mütter ihren Kindern drohen, um sie zur Ruhe zu bringen, habe sie stets auf den Arm geschlagen, so daß sie von der Arbeit hätten abstehen müssen. Der Taufstein werde deshalb jetzt von ihnen in Ruhe gelassen. Noch wird erzählt, daß in dem Wasserbecken Geld liege.

Nach einer von Karl Morgenroth novellistisch bearbeiteten Sage (Nachrichtsblatt für Kirchberg und Umgegend 1869, No. 12 und 14) drangen einst die siegreichen Deutschen in ein verlassenes sorbisches Dorf ein, in welchem sie nur den heidnischen Oberpriester, einen silberhaarigen Greis, antrafen. Derselbe rief bei ihrem Eindringen den Zorn der Götter auf die verhaßten Deutschen herab und empfing dafür alsbald den tötlichen Schwertstreich. Sein Enkel aber, welcher in der Hütte vergeblich auf ihn harrte, wurde von einem Deutschen an Sohnes statt angenommen, um zunächst getauft zu werden und in der Taufe statt seines Heidennamens Scop den christlichen Namen Johannes zu erhalten. Der junge Sorbe Johannes wurde später Priester und als solcher zog es ihn vorzugsweise zu seinen Stammesgenossen hin, denen er das Evangelium predigte. Auf seinen Wanderungen durch den Miriquidi forschte er nach den ehemaligen Bewohnern seines Heimatortes, ohne sie zu finden. Dabei wurde er selbst alt, und als er nun, ein Greis geworden, eines Tages an den Platz kam, wo der Taufstein liegt, lehnte er sein Haupt ermüdet an den Stein, welcher damals von einer alten Eiche beschattet wurde. Bald schlief er ein, und im Traume verkündete ihm Gott, daß er in der Nähe der Gesuchten sei, und alle zum Christentume bekehren würde. Als nun der Morgen anbrach, baute sich Johannes eine Hütte neben dem Steine und stellte in derselben ein einfaches Kreuz auf. Eines Tages trat aus dem Walde, welcher seine Wohnung umschloß, ein junger Sorbe, der zwar in seinem Schrecken, hier jemanden anzutreffen, schnell umkehren wollte, aber durch die Freundlichkeit, mit welcher Johannes in seiner eigenen Sprache zu ihm redete, bewogen ward, zu bleiben. Es war der Sohn eines sorbischen Priesters, den Feinde des letzteren verfolgt hatten. Als sie aber gesehen, daß der Flüchtling durch den Sumpf und auf den Hügel, auf welchem sich noch heute der Taufstein befindet, eilte, da ließen sie ab, denn dieser Platz war als Sitz böser Geister gefürchtet. Von seinem Schützlinge, welcher Tage und Wochen lang bei Johannes blieb, erfuhr nun letzterer, daß in der Nähe eine slavische Ansiedelung und ein Götterhain sei und daß sich der junge Sorbe ebenfalls Scop nannte. Es stellte sich heraus, daß beide mit einander verwandt waren. Zuletzt sprach der junge Scop das dringende Verlangen aus, ebenfalls Christ zu werden und die Taufe von Johannes zu empfangen. Der Tag, an welchem die heilige Handlung geschehen sollte, war da, aber das Wasser fehlte, denn reines Wasser sollte es sein, und der umgebende Sumpf bot nur übelriechendes dar. Die Eiche, unter welcher der Stein lag, war noch vom vortägigen Regen naß und ein scharfer Wind ließ das Regenwasser auf den Stein fallen, der oben eine Vertiefung hatte, also ein Naturbecken war; somit war auch Taufwasser vorhanden. Freudig bewegt sagte der Täufling: »Hier ist Wasser, taufe mich!« und Johannes that es im Glauben, daß dies nicht der letzte seines Ortes sei, den er taufe. So geschah es auch. Johannes begleitete seinen Schützling bis zur Hütte des heidnischen Priesters und war später oft ein Gast daselbst. Endlich wurde der alte Priester Scop selbst den Lehren des Christentums zugänglich, so daß er sich an demselben Orte taufen ließ, an welchem sein Sohn die Taufe empfangen hatte. Da nun die übrigen Sorben der Ansiedelung sahen, daß kein Opferrauch mehr aus dem Götterhaine aufstieg, verwunderten sie sich und forschten nach der Ursache. Nachdem sie dieselbe erfahren, wurden sie anfangs mit Zorn und Angst, später aber, als sie vernahmen, wie glücklich ihr früherer Priester und dessen Sohn geworden waren, mit Sehnsucht nach dem neuen Glauben erfüllt. So zog denn eines Tages eine große Menge Sorben hinaus nach dem Steine und empfing dort die Taufe. Die alten Widersacher des früheren Priesters Scop aber waren zurückgeblieben und zündeten unterdeß die Hütten der jungen Christen an. Johannes wehrte ihnen, dafür Rache zu nehmen; sie ließen vielmehr die Heiden, welche sich 2 Stunden abwärts im Thale ansiedelten und den neuen Ort wie den alten nannten, ruhig abziehen. Da geschah es jedoch ein Jahr später, daß Blitze auf Blitze niederfuhren und das Heidendorf in Asche legten. Die christlichen Stammesgenossen im obern Dorfe kamen helfend herbei und von dieser Liebe, welche Böses mit Gutem vergalt, wurden die Heiden erwärmt und ebenfalls für das Christentum gewonnen. Auch sie wurden an dem Taufsteine in den Christenbund aufgenommen. Aus den beiden sorbischen Ansiedelungen erwuchsen aber die Dörfer Ober- und Niederkrinitz.

Obschon unsere Sagen bestimmt von einem Taufsteine sprechen und die in ihm vorhandene größere Vertiefung als Taufbecken bezeichnen, so glaube ich doch, daß der Krinitzer Granitblock ein alter Opferstein ist und habe ich deshalb die sich mit ihm verknüpfenden Sagen dem ersten Abschnitte des Sagenbuchs angereiht. Bestimmend ist für mich seine offenbare Ähnlichkeit mit Blöcken im Fichtelgebirge, in Schlesien und andern Landesteilen, welche von den meisten Archäologen für Opfersteine angesehen, aber von dem Volke nicht immer als solche, sondern auch als Richter- und Teufelssitze, Teufels- und Hexenschüsseln u. s. w. bezeichnet werden. In den Schüsseln sammelten die Priester das Blut der geschlachteten Tiere und zum Opfer bestimmten Kriegsgefangenen, um dann vielleicht ihre Hände hinein zu tauchen und das umstehende Volk damit zu besprengen. Obschon Dr. H. Gruner (Opfersteine Deutschlands, Leipzig, 1881) die schüssel- und muldenartigen Vertiefungen als durch Einwirkung von Frost und Atmosphärilien, Gletscherthätigkeit oder Wasserstrahlen entstanden erklärt, würde doch ihre spätere Benutzung zu Opferzwecken damit nicht ausgeschlossen sein; schreibt doch Dr. Gruner (S. 7) selbst: »Daß viele Steine zu solchem Zwecke gedient haben, soll nicht bestritten werden.« Unsere zweite Sage vom Krinitzer Taufsteine faßt übrigens die Hauptvertiefung ebenfalls als ein Naturbecken auf.

Ganz unwahrscheinlich klingt in der zuerst mitgeteilten Sage die Deutung der übrigen Vertiefungen als Sitze für den Täufling und die Taufpaten. Die Täuflinge stiegen in der ersten christlichen Zeit wohl durchgängig ins Wasser und wurden untergetaucht, später, vom 8. Jahrhundert an, trat das Begießen und Besprengen an die Stelle des Untertauchens, obschon sich in der lateinischen Kirche das letztere teilweise noch bis ins 13. Jahrhundert erhalten hat. (Hauff, Bibl. Real- und Verbal-Concordanz, II. S. 748.) Es wäre dabei allerdings immer möglich, daß man am Krinitzer Taufsteine aus dem mittelsten Becken das Wasser geschöpft und damit den Täufling besprengt habe. Daraus aber, daß eine der Vertiefungen als Sitz für den Täufling bezeichnet wird, ergiebt sich, daß der Taufstein bei Erwachsenen benutzt wurde. Wozu dienten dann aber die andern Sitze, da ja wohl bei der Taufe von Erwachsenen keine Paten nötig waren? Es kann nämlich angenommen werden, daß die Wahl von Paten zugleich mit der Kindertaufe gegen Ende des zweiten Jahrhunderts in der christlichen Kirche Gebrauch wurde.

Mir erscheint es darum wahrscheinlicher, in unserm Taufsteine einen heidnischen, entweder germanischen oder slavischen Opferstein zu erblicken, und zwar auch in Berücksichtigung der Sage von dem dämonischen »Uhâmel,« welcher ihn gegen Steinmetzen schützen soll. Von spukhaften Gestalten, welche alte Opfersteine schützen, erzählen auch andere Sagen. So befindet sich bei Mukwar auf einem Hügel ein Stein, von dem man sagt, daß auf demselben einst geopfert worden ist. Als denselben einst ein Arbeiter zerschlagen wollte, sah er auf ihm eine Gestalt in langem, weißem Gewande sitzen. Vor Schrecken lief er davon und seit der Zeit hat niemand mehr Hand an den Stein zu legen gewagt. (Veckenstedt, Wendische Sagen und Märchen. Graz, 1880, S. 431.)


II.
Spukgeister- und Gespenstersagen.

Spukgeister und Gespenster sind nach Otto Henne-Am-Rhyn (die deutsche Volkssage) die Schatten der Götter; Götter werden zu Gespenstern, d. h. zu geisterhaftem täuschenden Trug (Jacob Grimm, deutsche Myth. 1835, S. 512), zu Phantomen, welche Menschen verlocken. Aber ebenso werden auch Menschen, deren Seelen nach der Sage häufig zur Strafe für begangenes Unrecht nicht der Seligkeit teilhaftig wurden, zu Gespenstern, und sie müssen nun zwischen Himmel und Erde schweben oder auch wohl zu den Stätten wiederkehren, an denen sie einst auf Erden wandelten.

Daß die alten heidnischen Götter zu gespenstischen Wesen wurden, erklärt sich aus der Zähigkeit, mit welcher unsere Vorfahren noch lange die Erinnerung an jene Göttergestalten bewahrten, obschon diese Erinnerung nach und nach in soweit verblaßte, als die ursprünglichen Züge sich verwischten und die Begriffe finsterer und abschreckender Gewalten an ihre Stelle traten. (Grimm a. a. O., S. 515.)

Als Beweis hierfür ist an erster Stelle Wuotan (Wodan) oder Odhin, der Herr des Himmels, und somit der Sterne, Wolken und Stürme zu nennen. Begleitet von den Walkyren, den Schlachtjungfrauen, und den in der Schlacht gefallenen Helden, ritt er auf seinem weißen Rosse Sleipnir dahin. Kampf gegen Menschen und Tiere ist die Tugend der Helden und darum ziehen letztere auch durch die Wälder, um zu jagen, und vor ihnen flüchtet das gehetzte Wild; als Geister ziehen sie jetzt durch die Lüfte. (Zapf, Sagenkreis des Fichtelgebirges, S. 2.)

Wuotans Zug ist in der Volkssage zum wilden Heer, der Gott selbst aber zum wilden Jäger geworden. Begründet wird diese Annahme in erster Linie durch skandinavische Sagen und Redensarten; so glaubt z. B. der schwedische Bauer im Sturmesgeheul des Gottes Jagd mit Rossen und Wagen zu vernehmen, und in Schonen nennt man ein nächtliches Geräusch »Odens Jagd«. Ähnlich sagt man in Mecklenburg und Pommern, daß »Wode jage«, und in Schwaben wird das wilde Heer zum »Wuetes«- oder »Wuotes«-, in Mittel- und Süddeutschland aber zum »wütenden Heere«. Und wenn nach einer unserer Sagen der wilde Jäger bei Schönlinde mit »hölzernen Hunden,« d. h. jedenfalls »Holzhunden« oder Wölfen jagt, so verweisen auch letztere auf Odhins Wölfe Geri und Freki, die er nach dem nordgermanischen Mythus täglich füttert. So reicht die Sage vom wilden Jäger und der wilden Jagd bis in das germanische Heidentum zurück. Sie verknüpft sich jedoch nicht nur mit dem Sturmgott Wuotan, sondern auch mit anderen Göttern, selbst Göttinnen und Helden. In Schwaben wurde noch im 16. Jahrhundert an die Spitze der wilden Jagd ein Gespenst mit Namen Berchtold, die männliche Gestaltung der Berahta gesetzt, und so mochten auch heidnische Göttinnen, besonders die genannte Berahta und Holda, welche einst feierlich durch das Land zogen, später nach dem Volksglauben auch das wilde Heer zu bestimmten Zeiten anführen. Wenn Frau Holda an der Spitze ihres Geisterheeres dahinzog, versah Eckhart mit dem weißen Stabe das Amt eines Herolds. Neben Eckhart war nach dem Volksglauben auch Dietrich von Bern ein zweiter Held des gespenstischen Zuges, (Grimm, a. a. O., S. 522–524), wenigstens heißt im Bereiche des Erzgebirges (bei Schönlinde) der wilde Jäger noch »Banditterch,« ebenso wie er in einer oberlausitzischen Sage (Haupt, Sagenbuch der Lausitz, No. 138) »Pan«, d. h. Herr »Dietrich« heißt, der einst ein Raubritter war, welcher wegen seiner Frevel zum wilden Jäger wurde. Der Übertragung der Sagen von Wuotan als wilden Jäger auf die historische Person Dietrichs von Bern wird auch von W. Mannhardt (die Götter der deutschen und nordischen Völker, S. 119) gedacht. Der Gotenkönig Theodorich, welcher in der Sage als Dietrich von Bern fortlebt, soll, – so ging schon im 12. Jahrhundert die Rede, – lebend auf einem Rosse ins Totenreich geritten sein. In Westfalen und Niedersachsen wird dagegen der wilde Jäger auf die historische Person eines braunschweigischen Oberjägermeisters namens Hackelbärend oder Hackelberg bezogen, der zur Strafe für sein eifriges Jagen als wilder Jäger spuken soll. Hackelbärend, d. h. Mantelträger, ist jedoch, wie Jacob Grimm vermutet, ein Beiname des Wuotan, denn des Gottes Schultern umhüllte ein weiter schwarzer Mantel, wenn er auf seinem Rosse dahinbrauste. (Grimm a. a. O., S. 517. Mannhardt, die Götter der deutschen und nordischen Völker, S. 108.)

Nach einer erzgebirgischen Sage (aus Karlsfeld) besteht das Gefolge des wilden Jägers aus den Seelen von Jägern, welche im Leben Übles gethan haben; ähnlich spricht auch der Volksmund in Böhmen (Grohmann, Sagenbuch aus Böhmen und Mähren I., S. 74), daß dem wilden Jäger die Seelen der Verdammten in Gestalt von glühenden Hühnern folgen, und eine norwegische Sage erzählt, daß diejenigen Seelen, welche nicht so viel Gutes thun, daß sie den Himmel, und nicht so viel Böses, daß sie die Hölle verdienen, wie Trunkenbolde und Spötter zur Strafe bis ans Ende der Welt umreiten sollen. (Grimm, a. a. O., S. 525.) Neben denen, die ihre Christenpflicht vergessen haben, sollen auch die ungetauft gestorbenen Kinder und die eines gewaltsamen Todes Umgekommenen zum Gefolge des wilden Jägers gehören, da diese nach einem engherzigen christlichen Dogma vom Himmel verschmäht, dem heidnischen Gotte zufallen. (Henne-Am Rhyn, a. a. O., S. 530.) Wie bei uns im Erzgebirge hörte man auch in der Lausitz beim Durchziehen der wilden Jagd das Anschlagen wie von »Dachshunden« (Haupt a. a. O., N. 39.), und diejenigen, welche den wilden Jäger anriefen, erhielten bei uns wie in der Lausitz und im Harz ein Stück übelriechendes Aas. (Haupt a. a. O., No. 144. Veckenstedt, Wendische Sagen, S. 43, 44, 50. Gillwald, der Harz in Geschichte und Sage, S. 21.) So hören wir dieselben Sagenklänge in den verschiedensten Gegenden unseres Vaterlandes; überall ist das Schattenbild des germanischen Gottes in seinen wesentlichen Eigenschaften gleich; denn er zieht wiederholt dieselbe Straße, führt die Wanderer in der Nachtzeit irre und ist erzürnt, wenn man sein Huh, Huh! oder das Gekläff seiner Hunde nachahmt. Daher gilt auch heute das Gebot, sich bei seinem Nahen nieder auf die Erde zu werfen und ihn nicht anzurufen, wie dies auch eine durch den Kult gebotene Forderung an unsere heidnischen Vorfahren war, wenn Gott Wuotan im Sturme durch die Wipfel der Bäume brauste.

Wie die Sagen vom wilden Jäger, dem ähnlich in unserm Gebirge der Katzen- und Bachreiter, sowie der unheimliche Hans Michel erscheinen, sind auch diejenigen vom Reiter ohne Kopf, der bei uns ein Schrecken der Holzdiebe ist, auf Wuotan zurückzuführen. Ein Reiter ohne Kopf zieht durch die Waldungen des Saallandes, und wenn er junge Leute, welche um Mitternacht auf einem Kreuzwege horchten, vertrieb und verfolgte und diese dann glücklich vor ihm die Hausthüre verschlossen hatten, so geschah ein schwerer Schlag an die Thüre und am anderen Morgen war der tiefe Eindruck eines Hufeisens zu sehen. (L. Zapf, a. a. O., S. 4.) Das Hufeisen weist uns auf Odhins oder Wuotans Roß hin. – Fremdartig ists in einer unserer Sagen, daß der Reiter ohne Kopf auf schwarzem Rosse sitzt, da sowohl dem wilden Jäger als auch Wuotan übereinstimmend sonst nur ein weißer oder grauer Schimmel zugewiesen wird; doch trägt der Reiter einen schwarzen Mantel und um ihn flattert eine Krähe und verkündet den Tod. Einen schwarzen Mantel trägt auch der wilde Jäger, welcher am Roßberge in der Schweiz wohnt (Henne-Am Rhyn, a. a. O., S. 521), und zu Wuotan als wildem Jäger gesellen sich die Totenvögel Eule und Rabe (Mannhardt a. a. O., S. 108); letzterer aber wird in dem Volksglauben vielfach auch durch die Krähe vertreten. – Kopflos tritt meist der wilde Jäger auf, wenn ihn der Glaube als Geist eines ruhelos umhergehenden Herrn, der das Volk durch seine Härte quälte, auffaßt. H. Heine (Sagen, Märchen und Bilder aus dem Harze, 1878, S. 55.) bemerkt, daß bei Meißen der wilde Jäger ein Mann im grauen Rocke, mit hohen Sporenstiefeln, einem Jagdhorne und ohne Kopf sei, der auf einem Grauschimmel reite, und auf der Insel Möen jagt im Grünewalde Wuotan mit einer Meute Hunde hoch zu Roß, einen Spieß in der rechten Hand und das Haupt unter dem linken Arme tragend. (Mannhardt a. a. O., S. 153.) – Die Göttin der Unterwelt war nach dem Glauben der Germanen Hel, nach demjenigen der slavischen Bevölkerung Böhmens die Morana; wenn eine von ihnen erschien, zeigte sie einen Todesfall an. Ursprünglich war die Hel wahrscheinlich die Mutter alles Lebens, zu der auch alles Leben wieder zurückkehrte. Daher wurde sie auf Grund dieser Doppelseite ihres Wesens, in ihrer Eigenschaft als Gebieterin über Leben und Tod, halb menschenfarbig, halb schwarz vorgestellt, und beide Farben tragen auch noch vielfach nach den Überlieferungen der Sage die verwünschten Jungfrauen und Frauen, welche ihre Schattenbilder sind und die teils freundlich, teils feindlich in das Leben der Menschen eingreifen. (Henne-Am-Rhyn, a. a. O., S. 549.) Die weiße Frau zu Neuhaus erscheint bei fröhlichen Gelegenheiten im langen weißen Talar, bei Todesfällen aber in schwarzen Handschuhen. Einen Todesfall verkündet auch die weiße Frau zu Venusberg. – Ihre Doppelnatur kennzeichnet sich bei den weißen Frauen noch dadurch, daß sie nach der Volksüberlieferung bald als blühende schöne Jungfrauen, bald wieder als häßliche alte Weiber erscheinen. Ich rechne dazu die Erscheinung am weißen Fels bei Hartenstein, welche in ihrer Wandelbarkeit an die schöne Jungfrau am Fuße des Nußhardt im Fichtelgebirge erinnert, und die nur dann erlöst werden kann, wenn sie von jemandem zu der Zeit, da sie als häßliches Weib wiederkommt, auf die Stirne geküßt wird. Man sieht sie zuweilen mit einem Rechen an der Sonne Flachsknoten ausbreiten, und dadurch erinnert sie an die Hulda oder Frau Holle, die freundliche Göttin, welche den Flachsbau beschirmte und die fleißigen Spinnerinnen belohnte, die faulen aber bestrafte. Zur Weihnachtszeit hielt sie ihre Umzüge, aber sie fuhr auch nach anderen Überlieferungen, ihrer ursprünglichen Natur entgegen, auf einem Wagen mit dem wilden Heere schreckhaft durch die Lüfte, und Hexen bildeten dann ihre Gesellschaft. (Henne-Am-Rhyn, a. a. O., S. 554.) Ihre abgeschwächten Abbilder sind vielleicht die zwei Jungfrauen des Breiten- und Röthelsteins, die in feuriger Kutsche mit dergleichen Pferden umherfahren und dann im Röthelsteine verschwinden; beide erscheinen zuweilen in schwarzen Kleidern. – Hexenähnlich erscheint uns auch das Fegeweib des Katzensteins, das mit einem Besen die durch die Luft fliegenden Kugeln wegfegt, bis es endlich durch einen frommen Spruch machtlos wird.

Die Überlieferungen von diesen ursprünglich göttlichen Wesen, welche zum Zeichen ihrer Göttlichkeit gewöhnlich weiß gekleidet erscheinen, fließen vielfach zusammen. So erscheint die Frau Holle in Norwegen und Schweden als die Berg- und Waldfrau Hull oder Huldra; sie liebt Musik und Gesang wie das über die Mulde bei Zelle schwebende Fräulein, welchem musicierende Bergleute ein Ständchen bringen, oder wie die Lieder singende Jungfrau des Braunsteins und das Schloßfräulein im Schönjungferngrunde bei Oberwiesenthal, welches die Laute spielt. Auch die Huldra wird bald jung und schön, bald alt und finster gedacht, und wenn sie grau gekleidet und alt an der Spitze ihrer Herde im Walde angetroffen wird, hat sie einen Melkeimer in der Hand. Ich bin geneigt, die Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege bei Breitenbach für identisch mit ihr zu halten, obschon sie durch die Sage zu einer wegen schlechten Maßes der verkauften Milch verwünschten Jungfrau wird, die nun ruhelos umher wandeln muß; sie trägt in der Hand ein Milchseidel und einen grünen Kranz auf dem Kopfe.

Wie die Hulda und die mit ihr verwandte Berahta beschenken auch die weißen Frauen einzelne Menschenkinder mit scheinbar wertlosen Dingen, welche sich später in Gold verwandeln. Ich verweise aus unserm Sagenkreise in dieser Beziehung auf die weiße Frau des hohen Steins bei Graslitz, von welcher ein armer Hirte eine wunderthätige Rute und Laub empfing, das sich in Goldstücke verwandelte; ähnliches wird auch von einem Hirten erzählt, den die Jungfrau des Lautersteins beschenkte, und als die beiden musicierenden Bergleute der Jungfrau bei Klösterlein Zelle ein Ständchen brachten, erhielt jeder von ihnen ein Blumensträußchen, deren eines sich in Gold verwandelte, weil es nicht weggeworfen wurde.

Die den Melkeimer in einer Hand tragende Huldra gehört als Bergfrau offenbar zu den weißen Frauen, welche nach dem Glauben unserer heidnischen Vorfahren ihren Sitz in den Wolken hatten und von da der Erde himmlische Milch, den Regen, spendeten. Wenn man ihre Wohnungen nach einem anderen Glauben auch auf die Berge verlegte, so erklärt sich dies daraus, daß die Wolken von den Naturvölkern auch als Berge angesehen wurden. Die weißen Jungfrauen hängen als Wolkenfrauen häufig Wäsche auf oder bleichen Linnen. Dies thun die Fräulein im Schönjungferngrunde am Fichtelberge und die Jungfrau des Grauensteins; als der letzteren einmal die ausbreitete Wäsche geraubt wurde, verwandelte sich dieselbe in zischende Ottern. Bemerkenswert ist übrigens, daß die Grauensteiner Jungfrau keinen Kopf hat, und sie erinnert dadurch an eine der zahlreichen weißen Frauen des Vogtlandes, welche zuweilen aus den unterirdischen Gemächern der Teufelskanzel bei Ranis hervortritt und an der Stelle des Kopfes zwei goldene Hörner trägt. (Rob. Eisel, Sagenbuch des Vogtlandes, No. 235.) Die Jungfrauen auf dem Hausberge bei Graslitz hängen Wäsche auf, die sich beim Näherkommen in Spinngewebe verwandelt. Anderwärts im Gebirge scheint man die aufgehängte und plötzlich wieder verschwindende Wäsche den Holzweibeln zugeschrieben zu haben. (S. Dämonensagen.)

Da die Wolke in der Vorstellung unserer Vorfahren sowie der Slaven auch als Brunnen galt, so wohnen weiße Jungfrauen nicht bloß auf Bergen, sondern auch in Brunnen. Die Sage erzählt von einem Wunderbrunnen auf dem Fichtelberge, an dem man zu Zeiten eine Jungfrau gesehen hat. Durch diese Brunnenjungfrauen werden wir auch wieder auf die mütterliche Gottheit der Erde Nerthus und auf Frau Holle hingewiesen, welche den Aufenthalt in Brunnen liebten; in der Mittagsstunde sah man sie als weiße Frauen daselbst baden und dann wieder verschwinden. (Jac. Grimm, deutsche Mythologie, S. 166.) Derartigen Überlieferungen begegnet man in den meisten Gauen unseres deutschen Vaterlandes; so badet auch oft eine weiße Frau in dem Heribertsborn, welcher auf dem Höhenzuge Grünscheid bei Solingen entspringt. (Leibing, Sagen und Märchen des Bergischen Landes, No. 54.) Ebenso sind derartige Sagenklänge auch in Böhmen heimisch; dort wird die gütige Jungfrau Lida, welche in Brunnen wohnt und nur in mondhellen Nächten hervorkommt, auf Lada, die slavische Göttin des Frühlings und der Liebe zurückgeführt. (Grohmann, Sagenbuch von Böhmen, S. 33.)

Die auf und in den Bergen, besonders solchen, welche ehemals Burgen trugen, wohnenden weißen Jungfrauen, denen die Sage gewöhnlich ein Schlüsselbund beilegt, und von denen sie erzählt, daß sie unermeßliche Schätze hüten (s. die Schatzsagen), sind ebenfalls göttliche Wesen. Grohmann (a. a. O., S. 34) meint, daß unter ihnen in Böhmen die Tochter des Donnergottes Perun, die jungfräuliche Göttin Devana zu verstehen sei, welche Hanus als Göttin des Lichtes deutet. Während des Winters, wenn das Licht durch trübe Wolken verdeckt wird, ist dieselbe in die Wolkenberge verbannt, und sie wartet auf den Frühling, welcher sie wieder befreien soll. So warten auch die in das Innere der Berge verbannten Jungfrauen, und vielfach ist es eine Blume, welche den Zugang zu ihrem Gefängnisse öffnet. Nach Schönwerth aber ist die Schätze hütende Jungfrau in den rein deutschen Bezirken die verhüllte Erdenmutter, die bereits genannte Hel, oder auch die Nerthus oder Freya; letztere, als Gemahlin Wuotans und Wolkenfrau, nähert sich in vielen Zügen der slavischen Devana, soweit sie aber neben der Herrschaft über Winde, Wolken und Blitze auch Macht über den Sonnenschein besaß und so auch der Erde Segen spendete, verschmolz sie wieder mit der Erdgöttin. (Mannhardt a. a. O., S. 271.) Aller Germanen Mutter und somit die gemeinsame Ahnfrau aller auf den Burgen herrschenden adeligen Geschlechter ist die Erde. Diese göttlichem Geschlechte angehörende Ahnfrau erscheint nun nach der Volkssage noch heute an denjenigen Plätzen, wo ihre Kinder wohnten, welche das Christentum für sich gewann. Durch dasselbe will auch sie erlöst werden, und sie bietet daher ihre Schätze, um dafür Ruhe zu erlangen und wieder mit den Ihrigen vereint zu werden. (Zapf, Sagenkreis des Fichtelgebirges, S. 22.)

Einen mythischen Hintergrund haben die Sagen von gespenstischen Hunden, Hähnen und Hasen. Erstere erscheinen gewöhnlich schwarz, vereinzelt aber auch feurig, und erschrecken die einsamen Wanderer. Vielleicht sind sie in einigen unserer Sagen auf die Hunde der Schicksal verkündenden Nornen zurückzuführen, und damit sind sie auch Verkündiger des Todes oder Krankheit bringend, wie der schwarze Pudel, welcher sich zuweilen auf dem Hemberge bei Bockau sehen läßt. Wo der Hund in Gesellschaft einer Jungfrau im Innern des Berges Schätze hütet, ist derselbe Sarmr, der Hund der Unterwelt.

Daß auch der Hahn mythisch ist, erzählt uns die nordische Götterlehre, nach welcher der Hahn Fialan kräht, ehe das Weltende herannaht; durch Hähne werden Hexen und böse Geister verscheucht und ein schwarzer Hahn ist nach dem Volksglauben dem Teufel geweiht. Ebenso tritt auch der Hahn in den Schatzsagen auf. So führt z. B. ein solcher diejenigen irre, welche auf dem Burgberge bei Lichtenberg den daselbst liegenden Schatz heben wollen. In böhmischen Sagen vertreten goldene Hähne die Stelle von Schätzen, und Hühner legen auch nach anderen Überlieferungen goldene Eier. – Endlich sprechen für die mythische Bedeutung des Hasens viele abergläubische Meinungen; so ist z. B. im Vogtlande ein Hase, welchen man beim ersten Ausgange zuerst erblickt, Unglück verkündend. Er ist ein Göttertier, denn die Göttin Hulda ließ sich bei ihrer nächtlichen Wanderung, welche sie als Mond ausführte, von Hasen Lichter voraustragen. Als einst ein Arbeiter in Blauenthal nach einem an der nahen Steinwand, wo sich auch andere Spukgespenster sehen lassen, wiederholt nächtlich erscheinenden weißen Hasen schlug, war er in der nächsten Nacht tot.

Unter den erzgebirgischen Spukgeschichten giebt es viele, nach denen die Seelen verstorbener Menschen, welche der himmlischen Ruhe nicht teilhaftig geworden sind, auf Erden umherwandeln. »Sie gehen um«, wie der Volksmund sagt, denn sie bleiben als schattenhafte Wesen in der Nähe des Ortes, welcher ihnen einst in ihrem irdischen Leibe als Wohnplatz angewiesen war. Nicht immer ist dies, wie bei dem Rachhals zu Aue, nach dem Volksglauben eine Strafe für begangenes Unrecht, oft sind diese Gespenster warnende Geister, ja sie haben sich vereinzelt selbst zu gutmütigen Hausgeistern umgewandelt. Andererseits aber werden auch solche Gespenster zu Quälgeistern, die sich gleich böswilligen Kobolden dem Wanderer aufhocken, oder ihre Angehörigen in anderer Weise ängstigen; dies thun z. B. das Gespenst, welches als feuriger Hund bei Graslitz erscheint, und die gespenstischen Frauen, welche ihre Ehemänner beunruhigen. Der »schwarze Mann«, mit welchem Namen sich häufig die Kinder gegenseitig schrecken, ist ein Schattengeist, der zuweilen nur erscheint, um zu drohen, ohne jemandem sonst weiter ein Leid zuzufügen. Teilweise, wie in Schneeberg, meldet die Sage bloß, daß er sich sehen läßt, sie teilt aber über die Bedeutung und Ursache seines Erscheinens nichts weiter mit. An anderen Orten, wie in Königswalde, ist er ein bösartiges Wesen, welches ein eben getauftes Kind holen will; er erinnert so an den Vernichtungsgott Surtr. Ursprünglich aber ist der schwarze Mann wohl auf den Schutzgeist zurückzuführen, welchen jeder Mensch zu eigen hatte. (Rochholz, deutscher Glaube und Brauch, I. S. 104.)

Die Sagen von den umherwandelnden Geistern Verstorbener werden durch altheidnischen Glauben begründet. Nach demselben tritt mit dem Tode keine Vernichtung ein, ja der Krieger ist nach solchem Glauben imstande, auch im Grabe einen ins Land fallenden Feind zurückzuschrecken. Der deutsche Häuptling Iwar befiehlt sterbend, daß man ihn an derjenigen Landesgrenze begrabe, an welcher am meisten feindliche Einfälle zu befürchten seien. (Rochholz a. a. O., S. 117.) Nach der Darstellung der Edda behalten die Helden ihren Körper; kämpfen sie doch in Walhalla mit vollkommenem Leibe, den keine Wunden töten; aber die Bösen,

»die Männer, die Meineid und Mord verübt
Und zur Untreu' verleitet des andern Geliebte,«

kommen in einen Saal, »fern von der Sonnen, das Thor gegen Norden am Leichenstrand. Da saugt und frißt an entseelten Leichen der wölfische Neidhagen«. (Edda, die Kunde der Wala 13.) Wenn also nach diesem altheidnischen Glauben der Leib der Bösen vernichtet und in den Urstoff aufgelöst wird, so müssen ihre Seelen ruhelos auf der Erde umherwandeln, bis ihre Strafzeit vorüber ist und sie einen anderen Leib finden.

So ist also der Gespensterglaube ein Überrest heidnischer Vorstellungen, welche in die Gegenwart hineinragen, deren Ursprung jedoch dem Volke nicht bekannt, deren tiefere Bedeutung vergessen worden ist.

11. Das wütende Heer bei Annaberg.

(Christ. Lehmann, Histor. Schauplatz etc. S. 77.)

Insonderheit hatte der höllische Jäger vor und in dem 30jährigen Kriege auf den hohen Wäldern sein Affenspiel, indem es, vornehmlich, wenn etwa eine feindliche Armee einbrechen sollte, wie ein starkes Jägergeschrei »Hu! hu! hu!« erschallte. Man hieß es insgemein das wütende Heer, und war ein böser Vorbote. Anno 1626 ritt Junker Rudolf von Schmertzing, Erbsaß auf dem Hammergute Förstel, halbtrunken von Annaberg ganz allein, und vermeinte den geraden Weg über Schlettau auf die Scheibenbergischen Mühlen durch die Unter-Scheibner Räume zu nehmen. Es verführte ihn aber eine Jagd mit Jägergeschrei und Hundegebell, welchem er nachritt, und fiel mit seinem Pferde in einen Morast, darin das Pferd halbversunken stecken blieb. Er arbeitete sich endlich heraus, lief nach den benachbarten Vorwerken, kleidete sich um und ließ Leute auftreiben, welche das Pferd mit Stangen und Seilen aus dem Morast zogen.

Einst reiste auch ein alter Priester von Wiesenthal sehr frühe durch den Wald nach Annaberg. Da erhob sich mitten im Walde ein ungemeines Jägergetöne, um welche Zeit doch kein Arbeiter und Jäger in dem Walde zu finden war. Sein Fuhrmann besann sich bald darauf und sagte: »Herr, es ist das wütende Heer; wir wollen in Gottes Namen fahren, es kann uns nicht schaden.«

12. Das wütende Heer bei Weißbach.

(Mündlich.)

An dem von der Straße in Weißbach nach Kirchberg abführenden Hohlwege soll sich oftmals das wütende Heer haben hören lassen.

13. Der wilde Jäger zwischen Stangengrün und Hirschfeld.

(I. Gräße, Sagenschatz d. K. Sachsen, No. 499. II. Mündlich.)

I. Eines Tages sind zwei Brüder, Spitzenhändler, auf der Straße von Stangengrün nach Hirschfeld geritten, da haben sie plötzlich am hellerlichten Tage auf freiem Felde das laute Hohoschreien des wilden Jägers gehört, aber ihn selbst nicht gesehen; nur unter ihren Pferden, die sich furchtbar gebäumt, sind eine Menge kleiner Dachshunde herumgelaufen, ohne daß sie jedoch einen derselben hätten von den Pferden treten sehen, und plötzlich ist alles wieder verschwunden gewesen.

II. Zwischen Hirschfeld und Stangengrün liegt der Teufelswald. In demselben hat man mehrmals die wilde Jagd gesehen und gehört. Dies widerfuhr unter anderen einem Tischler, welcher einst des Nachts um 12 Uhr mit einem Karren durch den Wald fuhr. Da hörte er Pfeifen und Gebell, und darauf sah er auch den wilden Jäger als schwarze Gestalt zu Fuße an sich vorübergehen; derselbe führte zwei Hunde bei sich.

14. Die wilde Jagd bei Komotau.

(Grohmann, Aberglauben und Gebräuche aus Böhmen und Mähren. 1. B. 1864. S. 5.)

Eine alte Frau aus Komotau erzählte: Geht man an Adam und Eva früh zur heiligen Beichte und Kommunion und fastet dann den ganzen Tag, selbst abends, und geht dann um Mitternacht auf einen Kreuzweg, so sieht man die wilde Jagd vorüberziehen, und der letzte aus derselben giebt einem einen Thaler, der, so oft man ihn auch wechselt, immer wieder zurückkehrt.

Wenn Grohmann (Aberglauben und Gebräuche aus Böhmen und Mähren, Vorrede S. 7) bemerkt, daß den Slaven der Glaube an den wilden Jäger fehlt, so bezieht sich dies wohl nur auf die Czechen. Veckenstedt teilt eine größere Anzahl wendischer Sagen vom Nachtjäger mit. Auch nach dem Glauben der Niederlausitzer Wenden erscheint der Nachtjäger wie bei uns auf Kreuzwegen; ebenso ist er selbst sowie sein Pferd ohne Kopf. (Wendische Sagen und Märchen, Graz 1880, S. 35 etc.)

15. Der wilde Jäger bei Karlsfeld.

(Mitgeteilt vom Lehrer Thuß in Tellerhäuser.)

Bei Karlsfeld ist der wilde Jäger mit seinem Heere öfters gesehen und gehört worden. Sein Gefolge besteht aus den Seelen von Jägern, die in ihrem Leben Böses gethan haben und nicht zur Ruhe kommen können.

16. Der wilde Jäger bei Schönlinde.

(Grohmann, Sagenbuch von Böhmen und Mähren, I. S. 78.)

Auch bei Schönlinde läßt sich zuweilen der wilde Jäger sehen; man nennt ihn dort Banditterch (Berndietrich). Er soll daselbst in den Schweinsgründen und in Budersdorf mit hölzernen Hunden herumjagen.

Die hölzernen Hunde sind ebenfalls gleichbedeutend mit Holzhunden, wie man in Norddeutschland die Wölfe heißt; der wilde Jäger jagt also nach dieser Sage mit Wölfen. Die Wölfe aber, welche schon in der Edda Hunde genannt werden, sind Lieblingstiere Wuotans.

17. Der wilde Jäger bei Neustadt.

(Köhler, Volksbrauch etc. im Vogtlande, S. 509.)

Noch im vorigen Jahrhunderte hatte der wilde Jäger sein Revier in der Gegend von Neustadt bei Falkenstein. Da zog er des Nachts in der Luft mit seinen Hunden oft über Neustadt hinweg und ließ sein »Hoho!« hören. Einmal sah ein dortiger Bauer zum Fenster hinaus, als der wilde Jäger in der Luft hinzog, und er äffte das »Hoho!« nach. Am nächsten Morgen fand der Bauer auf seinem Fensterstocke draußen einen toten, übelriechenden Hasen. Er verscharrte ihn in seinen Düngerhaufen, aber am nächsten Morgen lag er doch wieder auf demselben Fensterstocke. Er verscharrte ihn zum zweiten und dritten Male, aber der Hase lag am nächsten Morgen immer wieder auf dem alten Platze. Auf den Rat anderer Leute vergrub ihn der Bauer endlich unter gewissen Förmlichkeiten auf einem Kreuzwege, und der ihm vom wilden Jäger zugedachte Braten kam nimmer wieder.

Wir finden im Erzgebirge für die Züge des wilden Jägers oder Wuotans sowohl die Bezeichnung »wilde Jagd«, als auch »wütendes Heer.« Unser Gebirge bildet die Grenzscheide zwischen Nord- und Süddeutschland, und daher vermengen sich hier beide Namen, von denen der eine (wilde Jagd) vorzugsweise Nord-, der andere (wütendes Heer) aber Süddeutschland angehört. Wuotan ist übrigens in seinem Namen, welcher den »stürmisch Schreitenden« bedeutet, mit dem Worte »Wut« verwandt.

Die Sagen von dem wilden Jäger lassen uns Umschreibungen von Naturvorgängen erkennen. Der Sturmgott Wuotan ist der Sturm selbst; sein Roß, Hut und wallender Mantel sind die Wolken, Wolken sind ursprünglich vielleicht auch die von ihm gejagten Frauen. (S. die Sagen von den Holzweibchen.)

Der Hase ist ein gespenstisches oder teuflisches Tier; in der Lausitz glaubt man, daß die Hexen zuweilen in der Gestalt von Hasen durch das Dorf laufen. Der Hase war den Asen geweiht. Das Hinwerfen eines Hasen durch den wilden Jäger hat also eine mythische Bedeutung, ebenso wenn anderwärts ähnliche Sagen erzählen, daß der wilde Jäger dem Rufenden ein Pferdeviertel zugeworfen habe. In letztgenannter Überlieferung findet sich vielleicht eine Erinnerung an die alten heidnischen Opfermahlzeiten, bei denen das Pferdefleisch nicht fehlte.

18. Der graue Jäger auf dem Tossen.

(Mitgeteilt vom Lehrer R. Bachmann aus Markneukirchen.)

Auf dem Tossen, einem kahlen Landrücken bei Schönbach in Böhmen, jagt allnächtlich der graue Jäger mit seinem Hunde. Als einst eine Frau aus der sogenannten Hetaschen von Markneukirchen aus heimkehrte, gesellte sich zu ihr der graue Jäger und begleitete sie bis nach Hause. Die Frau erzählte dies ihrem Manne. Am andern Morgen lag ein Stück Hirschfleisch auf dem äußern Fensterbrette. Der Mann stieß es hinab, und drei Tage darauf war er eine Leiche. Seitdem hat man den grauen Jäger nie wieder gesehen oder jagen gehört.

19. Der Waldschütz.

(Grohmann, Sagen aus Böhmen. S. 115.)

In Rodau, einem Dorfe bei Graslitz, erzählt man sich viel von dem Waldschützen. Es soll dies ein Mann sein, der in dem nahegelegenen Walde zu mitternächtlicher Stunde umgeht. Er schlägt dabei mit großer Kraft und Gewalt an die Bäume und verursacht dadurch einen großen Lärm. Zugleich setzt er dem Wilde nach, scheucht es auf und treibt es so lange herum, bis ihn die Geisterstunde zurückruft. Dabei hört man, wie er die Hunde hetzt. Deshalb nennen ihn die Leute den Waldschützen. Er geht immer tiefer in den Wald und verliert sich endlich im Forste.

Dieser Waldschütz hat endlich auch die Gewohnheit, die Leute in diesem tiefen Walde irre zu führen. Eines Tages ging ein Holzhauer aus dem Walde nach Hause. Er war noch nicht lange gegangen, als es stockfinster wurde und er furchtbare Axtschläge in seiner Nähe vernahm. Der Holzhauer ging herzhaft auf den Lärm los, weil er glaubte, daß es Holzdiebe seien. Wie er aber auf den Platz kam, wo die Schläge erschallten, sah er einen fremden Mann in Jägertracht, der an die Bäume klopfte. Der Holzhauer fragte: »Wer bist Du?« »Ich bin der Waldschütz!« sagte der Mann und klopfte weiter. Der Holzhauer folgte dem Mann nach. Um Mitternacht waren sie schon tief in den Wald geraten, da fühlte der Holzhauer plötzlich einen Axtschlag, daß er halbtot zu Boden stürzte. Am anderen Morgen, als er aufwachte, standen einige Leute bei ihm, die ihn gefunden hatten. – In der Hochgart geschah es, daß dieser Geist sich am Tage sehen ließ; dann ist er böswillig und läßt niemanden ungeschoren. Ein armer Mann sah ihn und rief ihn dreimal beim Namen: »Waldschütz, Waldschütz, Waldschütz!« Da drehte sich derselbe um und sprach: »Für dein Necken sollst du hier in einen Baumstumpf verwandelt so lange stehen, bis dich der Zufall erlöst.« Augenblicklich ward der Mann zu einem Baumstumpf und wurzelte im Boden. Seine Erlösung aber blieb nicht lange aus. Eines Tages waren Köhler in der Nähe; einer derselben sah den Stock dastehen und dachte, er sei gut, das Mittagsessen darauf einzunehmen. Er legte daher sein Brot darauf, schnitt es mit dem Messer durch, so zwar, daß er auch noch in den Stock schnitt, und hackte auch seine Hacke darin ein. In demselben Augenblicke schrie es heftig auf, der Baumstumpf verschwand und der verzauberte Mann stand erlöst vor den Augen der Köhler.

20. Reichbrod von Schrenkendorf als wilder Jäger.

(Sachsens Kirchengalerie, 2. B. S. 177.)

In der Mitte des 17. Jahrhunderts gehörte der Ort Klingenberg einem Herrn Reichbrod von Schrenkendorf, der ein großer Jagdfreund gewesen zu sein scheint, indem eine nach Colmnitz hin gelegene Waldwiese, genannt »Reichbrods Wiese«, heute noch von den Landleuten ungern zur Nachtzeit passiert wird, weil daselbst Reichbrod einen Jagdlärm treibt, als ob wilde Schweine gehetzt würden.

21. Der Jäger ohne Kopf im Hofbusch bei Schlettau.

(Ziehnert, Sachsens Volkssagen. Anhang, No. 29.)

In dem Hofbusche bei Schlettau, durch den der Weg nach Unter-Herrmannsdorf führt, läßt sich bei Nacht oft ein gespenstischer Jäger ohne Kopf sehen. Er soll vor alter Zeit die Armen, welche sich das dürre Reißholz sammelten, oft unbarmherzig mißhandelt haben und zur Strafe nach seinem Tode nun umgehen müssen. Rechtliche Leute läßt er ungeneckt, aber die Holzdiebe hat er schon oft in Todesangst gejagt und bisweilen festgebannt, so daß sie Stunden lang an einer Stelle stehen bleiben mußten.

22. Der Reiter ohne Kopf auf dem Ziegenberge bei Zwönitz.

(Nach der poetischen Bearbeitung von Ziehnert bei Gräße, Sagenschatz des K. S. No. 572.)

Auf dem Ziegenberge bei Zwönitz soll sich ein Reiter ohne Kopf sehen lassen, von dem sich das Volk folgendes erzählt:

Einst (im 17. Jahrhundert) soll ein Müller in Zwönitz eine sehr schöne Tochter gehabt haben, die mit dem Förster von Grünhain heimlich versprochen war; derselbe war übrigens mit den übrigen Gliedern ihrer Familie so gut wie gar nicht bekannt. Nun hatte aber der Müller auch einen Sohn, von dem er sich losgesagt hatte, weil derselbe ohne seine Erlaubnis die Tochter des Scharfrichters geehelicht und damit nach den Ansichten jener Zeit seine Familie beschimpft hatte. Gleichwohl kamen die Geschwister an diesem und jenem Orte mit einander zusammen, und als nun eines Tages die schöne Müllerstochter in die Schenke wo sie ihren Liebhaber zu treffen dachte, zum Tanz gegangen war, traf sie ihren Bruder mit seiner Frau und konnte es ihm natürlich nicht abschlagen, ein Tänzchen mit ihm zu machen. Während dem war aber der Förster angelangt und gleich vom Pferde aus, wie er war, auf den Tanzsaal geeilt; als er nun seine Braut in den Armen eines ihm Fremden erblickte und sah, wie sie freundlich mit ihm scherzte, ergriff ihn rasende Eifersucht. Er lockte sie also unter Schmeichelworten auf den Ziegenberg, indem er vorgab, er habe bei dem schnellen Ritte etwas im Walde verloren und sie solle ihm suchen helfen. Das Mädchen ging auch, nichts Böses ahnend, mit; als sie aber an eine recht wilde, verwachsene Stelle des Berges kamen, warf er ihr ihre Untreue vor und erstach sie, ohne nur ihre Verteidigung anhören zu wollen. Leider hatte er nur zu sicher getroffen, die Unglückliche gab in wenigen Minuten ihren Geist auf, indem sie nur noch so viel Zeit hatte, ihrem Mörder zuzurufen, ihr vermeintlicher Verführer sei ihr Bruder gewesen, den er noch nicht gekannt habe. In wilder Verzweiflung warf sich der Förster über die Sterbende, allein er vermochte sie nicht wieder ins Leben zurückzurufen. Er eilte also auf den Tanzsaal und schrie ihrem Bruder zu, er habe seine Schwester gemordet, er wolle sich selbst dem Gerichte übergeben. So geschah es auch. Da er den Tod suchte, dauerte die Untersuchung nicht lange, schon nach drei Monden fiel sein schuldiges Haupt zu Grünhain auf dem Schafott; auf dem Flecke aber wo die blutige That geschehen, ward ein Rosenstrauch gepflanzt, dessen weiße Rosen des Nachts wie mit Blut besprengt aussehen und der seine Blätter traurig zur Erde zu senken scheint. Um Mitternacht aber kommt, wenn böse Zeiten bevorstehen, ein Reiter, den Kopf unter dem Arme, vom Grünhainer Hochgericht nach dem Rosenstock geritten, verweilt kurze Zeit daselbst und kehrt dann wieder zurück.

Der letzte Teil der Sage erinnert an die poetische Vorstellung, daß die entweichende Seele eine aufblühende Blume ist, durch welche sie auch symbolisch dargestellt wird. Die weiße Rose, welche des Nachts wie mit Blut besprengt dasteht, ist die Seele des ermordeten Mädchens. Die Seelen Verstorbener wachsen als Blumen aus dem Grabe. Erhob sich doch auch auf den Gräbern Tristans und Isoldes eine Rebe und ein Rosenstock.

»– Doch eine Rose, einen Reben
sah man sich aus den Gräbern heben
und innig sich verschlingen.«

23. Der gespenstische Reiter bei Hainsberg.

(Gräße, Sagenschatz etc. No. 267.)

Auf der von Hainsberg nach Tharand führenden Chaussee soll sich an gewissen Tagen um Mitternacht ein Spukgeist sehen lassen; er reitet auf einem Pferde ohne Kopf und trägt den seinigen zuweilen selbst unter dem Arme, er jagt bis Tharand und kehrt dann wieder zurück.

24. Gespenstische Reiter bei Waschleite.

(Christ. Lehmann, Histor. Schauplatz etc. S. 75.)

Eine halbe Meile von Grünhain gegen Waschleite ist einem Gerber von Elterlein, der des Nachts von Schwarzenberg heimfuhr, eine ganze Rotte Reiter ohne Köpfe und in mancherlei Gestalt entgegengekommen, denen mußte er ausweichen, worauf er infolge des gehabten Schrecks krank wurde. Daselbst hat man auch zuweilen die schönste Geistermusik gehört.

25. Der Reiter ohne Kopf bei Wildenfels.

(Nach Mitteilung des Lehrers R. Schlegel aus Wildenfels.)

Die Holzhauer erzählen, daß sich an dem sogenannten neuen Teiche im Wildenfelser Walde ein Reiter ohne Kopf sehen lasse, welcher dann im Wasser verschwinde.

Unselige Geister erscheinen häufig hauptlos, wie uns die Sagen aus zahlreichen Orten erzählen. Ohne Kopf sieht man z. B. den Reiter im Wiesenthale bei Königerode. Auch der wilde Jäger im Zellgrunde zeigt sich ohne Kopf. (Größler, Sagen aus der Grafschaft Mannsfeld, No. 54 und 162.) In einem bei Weimar gelegenen Hölzchen läßt sich des Nachts ein Reiter sehen, welcher seinen Kopf wie einen Hut unter dem Arme trägt; er führt die Leute irre. (Witzschel, Sagen aus Thüringen, No. 297.) Bemerkenswert ist dabei, daß solche unselige Geister vielfach auf halben oder dreibeinigen Rossen reiten und mit einer Meute dreibeiniger Hunde den Zug des wilden Jägers begleiten. Es ist dies eine Erinnerung an die Todes- und Pestgöttin Hal, welche auf einem dreibeinigen Pferde erscheint.

26. Der kopflose Reiter bei Bernsbach.

(Mitgeteilt vom Seminarist Osw. Hübner aus Bernsbach.)

Auf der Straße von Bernsbach nach Beierfeld, im sogenannten Kirchgraben, soll öfters ein Reiter ohne Kopf gesehen worden sein.

27. Der Reiter ohne Kopf zwischen Lößnitz und Stein.

(Mitgeteilt von J. G. Müller, Kirchner und Lehrer in Lößnitz.)

In der Mitte des Weges zwischen Lößnitz und Schloß Stein ist ein Waldort, genannt »die hohle Linde.« Zur Zeit steht an der Stelle neben einer Vertiefung eine junge Linde; ehemals befand sich eine umfangreiche hohle Linde daselbst. Früher stieg aus derselben um Mitternacht ein Reiter ohne Kopf, der den Wald durchirrte und die Leute schreckte. Noch jetzt soll derselbe zuweilen aus der kleinen Senke daselbst aufsteigen.

28. Der Panzerreiter zu Stollberg.

(Gräße, Sagenschatz d. K. Sachsen, No. 574; z. T. mündlich.)

In der Gegend von Stollberg soll bei Nacht ein Reiter ohne Kopf, in einen langen schwarzen Mantel gehüllt, auf einem schwarzen kopflosen Rosse herumreiten. Vor ihm her flattert eine grau und schwarz gefleckte Krähe, welche sich auch bisweilen auf einer großen Linde in der Oberstadt sehen ließ und durch ihr nächtliches Krächzen jedem, der es hörte, den Tod binnen drei Tagen verkündigte. Nach anderen sollen vor dem Reiter drei Raben fliegen; auf welchem Hause sich dieselben niederlassen, daraus soll jemand in demselben Jahre sterben. Den Reiter nennt man den Panzerreiter.

29. Die feurigen kopflosen Reiter bei Lichtenstadt.

(Grohmann, Sagen aus Böhmen, S. 95.)

Einst gingen einige Leute von Lichtenstadt nach Karlsbad; als sie den Berg hinuntergingen, war es gerade 11 Uhr in der Nacht. Da sahen sie unten viele hunderte von feurigen Männern und Pferden ohne Köpfe sich herumtummeln. Um 12 Uhr war alles wieder verschwunden.

30. Das Geisterschloß bei Bockau.

(Mitgeteilt vom Seminarist Paul Mothes aus Bockau.)

Ungefähr 20 Minuten von dem durch seinen früher lebhaft betriebenen Arzneihandel bekannten Bergflecken Bockau befindet sich ein Sumpf, von den Bewohnern einfach »die Pfütze« genannt. Dabei erhebt sich ein Felsen, auf dem in gewissen Nächten zwischen 11 und 12 Uhr ein großes Schloß mit unzählig erleuchteten Fenstern zu sehen ist. Jeder aber, welcher auf das Schloß zugeht, wird in der Irre umher geführt. An demselben Platze hat sich auch zuweilen ein Reiter ohne Kopf sehen lassen.

31. Der Spuk an der Straße bei Albernau.

(Mitgeteilt von Lehrer E. Schlegel aus Zschorlau.)

Da, wo von der Chaussee zwischen Schneeberg und Bockau der Communikationsweg nach Albernau abgeht, steht eine steinerne Säule. Von diesem Platze wird verschiedenes erzählt. Einige wollen daselbst in gewissen Nächten zur Mitternachtsstunde einen Reiter ohne Kopf gesehen haben, der mit wildem Geheule vorüberjagte; andere erzählen, daß sich dort des Nachts zwischen 12 und 1 Uhr ein Licht hin und her bewege, wobei zugleich deutlich Gewinsel zu hören sei.

32. Die Gestalt ohne Kopf zwischen Bärenburg und Altenberg.

(Gießler, Sächs. Volkssagen, Stolpen, S. 618.)

Schon von vielen Personen wurde auf der Chaussee vom Gasthofe zu Bärenburg aufwärts nach Altenberg, da wo die Straße der Steigung halber die großen Krümmungen macht, eine Erscheinung ohne Kopf beobachtet. Bei der letzten »Drehe« pflegt die Gestalt, welche sonst immer in gleicher Höhe mit dem Wanderer auf der andern Seite der Straße fortschreitet, zu verschwinden. Die oft einsam fahrenden Postillone der Nachtpost wollten in früherer Zeit den Spuk neben den Pferden hergehend gesehen haben.

33. Die weiße Frau zu Neustädtel.

(Chr. Lehmann, Histor. Schauplatz. S. 943.)

In Neustädtel bei Schneeberg erzählt man von einer gespenstischen weißen Frau, welche eine Sechswöchnerin gewesen und endlich verbannet worden. Auf deren Grab ist immer ein Grüblein, einer Backschüssel groß, geblieben, ob man es gleich zufüllete.

34. Die weiße Frau zu Venusberg.

(Lehmann a. a. O. S. 942.)

Auf dem herrschaftlichen Hofe zu Venusberg bei Thum kennt man eine weiße Frau von langen Jahren her, ohne daß jemand wissen will, wer sie gewesen. So oft bei der Herrschaft oder ihrer Familie und nächsten Anverwandten ein Todesfall sich ereignen soll, lässet sie sich eine gute Zeit zuvor von vielen öffentlich sehen, und zwar, wenn ein Todesfall im Hause geschehen soll, gehet sie aus selbigem heraus, die Treppen hinunter, über den Hof hinab bis zu demjenigen Thor, durch welches die Leiche hinausgetragen werden soll. Ist aber der Todesfall außerhalb des Hauses unter den nächsten Anverwandten zu vermuten, so läßt sie sich nur bald hier, bald dort, auch wohl zu den Fenstern herab sehen. Es ist aber niemandem dadurch ein Leid oder eine Krankheit widerfahren, weil sie ohne Beleidigung ihr Wesen treibt.

35. Die weiße Frau in Schneeberg.

(Mündlich.)

In der Kosaken- und Webergasse zu Schneeberg hat sich des Nachts mehrere Male eine weiße Frau sehen lassen.

36. Die weiße Frau zwischen Wildenthal und Karlsfeld.

(Mitgeteilt vom Lehrer Thuß in Tellerhäuser.)

Auf dem Wege von Wildenthal nach Karlsfeld ist öfters des Nachts bei Mondenschein eine Frauengestalt in weißem Gewande erschienen. Dieselbe ging stets vor dem Wanderer her, ließ sich aber von demselben nicht erreichen, so sehr er auch seine Schritte beschleunigte.

37. Die weiße Frau am Brautstock in Altenberg.

(Bürgermeister Schönherr im Freiberger Anzeiger 1883, No. 181. 1. Beilage.)

Der Weg durch die sogenannte lange Gasse in Altenberg, welche nach Zinnwald führt, wird vielfach begangen; man findet darin eine einfache unbearbeitete Porphyrsäule, der Brautstock genannt. Eingearbeitet sind die Jahreszahlen 1716 und 1820. Der Sage nach soll von Zeit zu Zeit und in gewissen Nächten eine weiß gekleidete junge Frau zu erblicken sein, welche am Steine seufzt, betet und dann zu versinken scheint. Im Anfange des vorigen Jahrhunderts soll unter seltsamen Umständen an dieser Stelle eine Vermählung stattgefunden haben. Ein in einem Duell verwundeter Offizier ließ sich hier die Geliebte antrauen und gab darauf sein Leben Gott zurück.

In Wirklichkeit dürfte der genannte Brautstock nichts anderes als ein großer Rainstein sein, der bei der großen Verrainung vom Jahre 1716 zwischen der kurfürstlichen Waldung und derjenigen der Zwitterstocksgewerkschaft zu Altenberg gesetzt wurde. Der Stein trägt zunächst das Waldzeichen letzterer Gewerkschaft, das Jupiterzeichen aus den Kalendern, welches einem lateinischen »Z« ähnelt, sodann die Jahreszahlen »1716« und »1820«, die Rainungsziffer 53, nach Süden abermals das Jupiterzeichen und nach Westen ein lateinisches »A« (Altenberger Staatsforstzeichen). Eine Innschrift führt der Brautstock nicht und doch ist derselbe schon seit Jahren unter diesem Namen als Grenzrainungsmarke in verschiedenen Karten und Fluraufrissen geführt worden.

Der vorigen Sage von der weißen Frau am Brautstocke liegt eine wirkliche Begebenheit zu Grunde. Auf einer kleinen sumpfigen Waldwiese südlich von Peterswalde fand zu Anfange des vorigen Jahrhunderts ein Duell auf Kugeln statt, bei welchem der Garde-Capitän von Siemensky tödlich verwundet wurde. Seine Braut war in einem Wagen mit einem Arzte gefolgt und als der letztere äußerte, der Verwundete könne vielleicht noch gerettet werden, wenn es gelänge, die Kugel durch einen sachverständigen Beistand zu entfernen, wurde der Garde-Capitän in dem Wagen auf einer vierstündigen Fahrt über Schönwalde und Voitsdorf bis nahe vor Altenberg gebracht. Hier aber auf der steinigen Landstraße fühlte der Verwundete sein Ende herannahen und begehrte, daß ihn ein Geistlicher mit seiner Braut trauen sollte, um letztere in den ungeschmälerten Besitz seiner Güter zu setzen und ihre Ehre vor der Welt zu retten. Eilig wurde aus Altenberg der Pastor Johann George Bretschneider geholt und dieser vollzog unter freiem Himmel die Trauung. Darauf starb von Siemensky. Seine angetraut Gattin starb bei der Geburt eines Knaben, welcher von einem Herrn von Nostitz erzogen wurde und später das Erbe seines im Duell getöteten Vaters antrat.

Forstleute haben später durch den einfachen »Brautstock« die Stelle bezeichnet, wo jene tragische Begebenheit der Vermählung im Angesichte des Todes sich ereignete.

(S. Näheres bei Gießler, Sächsische Volkssagen. Stolpen ohne Jahreszahl. S. 607 etc.)

38. Die weiße Frau auf Scharfenstein.

(Ziehnert, Sachsens Volkssagen. Anhang No. 15.)

Auf dem Schlosse Scharfenstein zwischen Zschopau und Wolkenstein geht seit Jahrhunderten eine weiße Frau um. Des Nachts mit dem zwölften Glockenschlage wird sie rege und wandelt, in lange, weiße, nebeldünne Gewänder gehüllt, durch alle Gemächer des Schlosses, bleibt bisweilen stehen und seufzt und ist überhaupt traurig. Oft hat man gewagt, sie anzureden, aber nie hat sie Antwort gegeben, sondern ist immer sogleich entflohen. Sie muß eine schwere Sünde begangen haben; welche aber, weiß niemand.

39. Die weiße Frau in Unterchodau.

(Anton Aug. Naaff und Friedr. Bernau in der Comotovia, 4. Jahrg. Komotau 1878. S. 84.)

Zu Unterchodau bei Elbogen stand früher an der Stelle der Porzellanfabrik ein einfaches, einstöckiges Schlößchen, an das später eine Glashütte angebaut wurde. Erst später entstand hier eine Porzellanfabrik. In diesem Schlößchen nun wohnte die Witwe eines ehemaligen Littmitzer Brauers, welche Wohnung ihr von der Stadt Elbogen mildherzig verliehen wurde, nachdem sie mit ihrem Manne gänzlich von Vermögen gekommen war. Sie ging nun einst bei ihrem Schwager vorbei, der gegenüber der Schule wohnte; derselbe rief sie ins Haus und gab ihr ein Krüglein Bier. Da blickt sie gegen das Schlößchen und sieht plötzlich im Erkerfenster eine weiße Frau stehen. Ach Gott! rief sie, ich habe meine ganze Wäsche auf dem Boden, man will sie mir gewiß stehlen! Sie läuft nach Hause, ihre Kinder weinen, sie nimmt das jüngste auf den Arm und eilt die Treppe hinauf. Auf dem Boden angelangt, bleibt sie jedoch ganz starr stehen, – sie sieht die weiße Frau mit verschränkten Armen und auf dem Dachboden einen Haufen Gold, auf welchem Pergamentrollen lagen. Statt von dem Golde zu nehmen, lief sie zum Schwager mit der Bitte, ihr das Gold wegtragen zu helfen; bei der Rückkehr jedoch war alles verschwunden. Auch als schon die Glashütte stand, hielt sich kein Arbeiter abends gerne in der Werkstätte auf und selbst jetzt noch hält man es dort nicht für geheuer.

40. Die weiße Frau in Premlowitz.

(Anton Aug. Naaff und Friedr. Bernau in der Comotovia, 4. Jahrg. Komotau 1878. S. 84.)

Bei dem Hofe Premlowitz bei Karlsbad geht eine weiße Frau um. Vor fünfzig Jahren noch will man sie täglich von 11 bis 12 Uhr mittags mit verschränkten Armen auf dem Hofgang gesehen haben.

Einmal sah die weiße Frau ein Knecht, der auf dem Felde ackerte. Er rief sie mit den Worten an: Du könntest mir auch ausspannen helfen! erhielt aber plötzlich einen solchen Schlag ins Gesicht, daß ihm der Backen anschwoll und er mehrere Wochen das Bett hüten mußte.

41. Die weiße Frau des hohen Steins bei Graslitz.

(Joh. Böhm in der Erzgebirgs-Zeitung, 2. Jahrg. S. 131.)

Es weidete einmal ein Junge aus Waltersdorf, einem Dorfe am Südostfuße des hohen Steines, seine Herde, als um die Mittagszeit herum eine weiße Frau erschien und ihn fragte, was er denn in seinem Zwerchsacke trage. »Mein Brot,« antwortete furchtsam der Hirt. »Gieb mir etwas davon,« bat die Frau, und während der Angesprochene ihrem Wunsche willfahrte, sagte er, daß er ihr nur wenig bieten könne, indem seine Bäuerin ein geiziges Weib sei, die ihrem Gesinde die Brocken in die Schüssel zähle. Da überreichte ihm die weiße Frau eine kleine Rute mit dem Bedeuten, das geizige Weib damit zu berühren, wenn sie im Begriffe stehe, ihm sein Brot mit auf die Hutweide zu geben. Außerdem streifte sie mit der Hand das Laub von dem Aste eines Baumes und sprach: »Nimm auch diese Blätter und hebe dieselben wohl auf; sie sind der Lohn für das mir gereichte Brot.« Nach diesen Worten entschwand die Frau den Blicken des Hirten, der das erhaltene Geschenk in seinen Taschen barg. Als er aber am Abend seine Herde nach Hause trieb, wurde ihm das Tragen der Blätter unbequem, und einfältig, wie er war, warf er sie von sich. Wie reute ihn aber sein Thun, als er zu Hause angelangt, in seiner Tasche drei funkelnde Goldstücke fand, welche durch Verwandlung dreier von den geschenkten Blättern, die in seiner Tasche kleben geblieben, entstanden waren. Wohl lief er schnell zurück, um das so leichtsinnig weggeworfene Geschenk der gütigen Frau wieder aufzunehmen; allein sein Suchen war und blieb vergeblich. Die Blätter blieben verschwunden. Als ihm am andern Morgen die Bäuerin sein Brot schnitt, berührte sie der junge Hirte, ungesehen von ihr, mit der erhaltenen Rute und war erstaunt, das geizige Weib alsbald sprechen zu hören: »Dem Hirten muß ich heute ein großes Stück Brot samt einer Butterflade und mehrere Kuchen mit auf die Weide geben; er verdients.« Und es geschah. So oft der Hirt die Bäuerin mit seiner wunderthätigen Rute berührte, erhielt er eine reichliche und gute Zehrung. – Einst aber unterzog die Magd des Hauses den Stall einer durchgreifenden gründlichen Reinigung, und bei dieser Gelegenheit warf sie des Hüters Rute, der sie im Stalle oben unter einen Balken gesteckt hatte, mit hinaus. Weinend beklagte dieser nach seiner Nachhausekunft seinen unersetzlichen Verlust; aber das half ihm nichts. Die Bäuerin schnitt fortan das trockene Brot fast noch kleiner als vordem und bitter bereute es der Betroffene, das wohlthätige Geschenk der weißen Frau nicht sorgsamer aufbewahrt zu haben. Diese erschien dem jungen Hirten zwar noch einige Male, aber nur in der Ferne. Ihre Gesichtszüge waren finster auf ihn gerichtet und drohend erhob sie manchmal den Zeigefinger ihrer Rechten gegen den Unachtsamen, vielleicht dadurch ihre Unzufriedenheit mit ihm zu erkennen gebend.

42. Die weißen Frauen des Raubschlosses bei Brandau.

(A. Blüml in der Erzgebirgszeitung, 5. Jahrg. S. 173.)

Wenn man von Brandau, das mit dem zugehörigen Orte böhm. Grünthal den am weitesten vorgeschobenen Zipfel des Brüxer Bezirks ausfüllt, nach Kallich wandert, so muß man durch das wegen seiner Naturschönheiten berühmte und deshalb von Touristen sehr besuchte Teltschthal, in dem der Grenzbach Natschung zahlreiche Brettmühlen und auch das jetzt allmählich verfallende Eisenwerk Gabrielenhütte treibt. Am Eingange in dieses Thal befindet sich zur rechten Hand, unmittelbar über dem zu Brandau gehörigen Wirtshause zu »Beneschau,« vielleicht 8 Minuten vom eigentlichen Dorfe entfernt, in dem der Gemeinde Brandau gehörigen Walde ein Felsen, der schon steil gegen die Straße, noch mehr aber gegen das Natschungthal abfällt. Hier auf diesem Felsen will man noch Mauerüberreste sehen und man nennt den Platz das Raubschloß. Die Sage erzählt davon folgendes:

Auf dem Raubschlosse stand früher eine Burg, die einem mächtigen Ritter gehörte, der gar oft viele Wochen von ihr sich entfernte, aber immer reich mit fremden Schätzen beladen zu ihr zurückkehrte. Als er einst wieder auf Raub auszog, überfielen seine Feinde die Burg, nahmen die Besatzung gefangen und legten sich in den Hinterhalt, um auch den nur von wenigen Reisigen umgebenen Ritter zu fangen. Als dieser zurückkehrte, erkannte er sogleich die ihm drohende Gefahr und sprengte, um der Gefangenschaft zu entgehen, mit seinem Pferde den steilen Berg hinab in das Thal, wo er zerschmettert anlangte. Die Burg wurde dem Erdboden gleich gemacht.

Seit jener Zeit treibt dort ein graues Männchen sein Wesen, das einst einem Försterburschen eine Thür zeigte, durch die er in ein großes Zimmer im Berge trat. Das Männchen erlaubte ihm auch, von dem vielen hier aufgespeicherten Gelde täglich eine bestimmte Summe zu holen. Als der Bursche aber noch einen seiner Kameraden mitbrachte, damit auch dieser die Schatzkammer kennen lerne, blieb er in der Höhle eingeschlossen.

Wenn am Pfingstmontage nach dem Gottesdienste die Lichter in der Kirche ausgelöscht werden, öffnet sich die Thür, und eine weiße Frau kommt heraus, die aber schon wieder nach einer halben Stunde hinter derselben verschwindet. Benutzt man diese halbe Stunde, so kann man die verborgenen Schätze aus der Höhle holen.

Ein Knabe aus dem sächsischen Grenzorte Rothenthal spielte eben auf der Violine, als die weiße Frau aus dem Felsen trat und ihn aufforderte, ihr etwas vorzuspielen. Furchtlos überschritt er den Grenzbach und spielte der Frau seine schönsten Melodien vor, in der Meinung, von ihr reich belohnt zu werden. Als die halbe Stunde verflossen war, nahm ihn aber die Frau nicht, wie er vermutet hatte, mit in den Berg, sondern füllte nur seinen Geigenkasten mit Laub.

Ärgerlich warf er dasselbe heraus und lief heim. Dort sah er noch einmal in den Kasten und fand drei Thaler darin. Eilends kehrte er zurück, fand aber weder die Frau, noch das weggeworfene Laub.

Ein andermal saß ein Mann am Ufer der Natschung und fischte. Da öffnete sich wieder die Thür im Raubschloß, und drei weiße Frauen traten heraus, gingen zum Bache und wuschen ihre Hände. Als sie den Mann sahen, riefen sie ihm zu, er möge drei Säcke holen, was sich dieser nicht zweimal sagen ließ. Obwohl die Frauen die Säcke nur mit Laub füllten, trug sie der Mann doch eine weite Strecke. Als sie ihm aber zu schwer wurden, schüttete er das Laub aus. Doch blieben in jedem Sacke einige Blätter, die er später als reines Gold erkannte. So oft er auch später die Stelle wieder aufsuchte, wo ihm das Glück so gelächelt hatte, die Frauen sah er nie wieder.

Am Palmsonntage ging eine Frau mit ihrem kleinen Kinde in derselben Gegend spazieren und kam zu einer Thür, die sie noch nie gesehen hatte. Neugierig versuchte sie die Thür zu öffnen, was ihr auch gelang. Sie trat in ein einfaches Zimmer, in dessen Mitte ein Tisch mit Geld stand. Während sie das Kind auf den Tisch setzte, raffte sie schnell das Geld zusammen und trug es hinaus. Hier sah sie aber nur Laub in ihrer Schürze und fand, als sie ihr Kind wieder holen wollte, die Thür verschlossen. Ein Priester, den sie in ihrer Verzweiflung um Rat fragte, schalt sie ihrer Habsucht wegen und sagte ihr, daß sie in einem Jahre genau um dieselbe Stunde wieder bei der Thür warten müsse, bis sich diese öffne. Sie that dies und fand auch wirklich ihr Kind, mit roten Äpfeln spielend, die sich im Freien in Goldklumpen verwandelten.

43. Die weißen Frauen zwischen Olbernhau und Blumenau.

(Christ. Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 948.)

Am 15. September des Jahres 1695, Sonntags spät, ritt Christoph Kaiser, Müller zu Blumenau, nach Hause, und als er hinter die Pfarrwohnung zu Olbernhau kam, wo ihn sein Weg nach Hause führte, gingen drei Männer geschwind und ohne Gruß vorüber, worüber er sich verwunderte, weil er sie für Blumenauer ansah. Als er ein wenig fortreitet, kommen ihm auf dem Wege vier verschleierte Weiber entgegen, welche eine Totenbahre mit einem Sarge und Leichentuch tragen. Darüber erschrickt er und weiß nicht, wo er ist; bald dünkt ihm, er reite durch ein großes Wasser, bald scheint es ihm, als müsse er einen hohen Berg hinan reiten, bis es ein wenig licht wird und er sich bekennet, daß er auf dem rechten Wege sei. Als er zu des Richters Teich, der nahe bei dem Gerichte ist, kommt, sieht er abermals fünf bis sechs Paar verschleierte Weiber daher kommen, die über den Steig, darüber er auch gewollt, gehen, daß er nicht weiß, was er thun soll. Er lässet aber dem Pferde seinen Gang; dasselbe ist des Weges wohl gewohnt, will jedoch über den Steig nicht gehen, sondern lenket sich mit Schnauben neben demselben durch ein Bächlein, und bringet so seinen Reiter gesund nach Hause, wie wohl es sehr geschwitzet. Des andern Tages hat es der Müller ausgesagt und hat ihm nichts geschadet.

44. Die weiße Frau im Pfarrgarten zu Meerane.

(Leopold, Chronik und Beschr. der Stadt Meerane, S. 252.)

In alter Zeit lebte auf dem Schlosse zu Meerane ein Herzog, der von seiner Gemahlin keine Kinder bekam. Daher nahmen sie ein junges Mädchen, eine Gräfin, an Kindesstatt an. Als diese 17 Jahr alt war, starb des Herzogs Gattin. Sie ward bald vergessen und kurze Zeit darauf von dem Herzoge jenes Mädchen zur zweiten Gemahlin erwählt, welche ihm in der Folge zwei Kinder gebar, einen Knaben und ein Mädchen. Auch der Vater starb, als jener acht, dieses zwei Jahre alt war, und die junge Witwe ließ sich bald darauf den Zutritt eines fremden, ihr nicht ganz ebenbürtigen Mannes gefallen. Als er nun während der Zeit seiner Bewerbungen einmal wieder abreiste, hatte er die Worte fallen lassen: es sei alles gut, wenn nur vier Augen nicht wären. Das verblendete Weib und die dabei unnatürliche Mutter deutete obige Worte so, daß ihr Liebhaber sie gern heiraten würde, wenn nur ihre zwei Kinder nicht wären. Und sofort war auch ihr Entschluß gefaßt. Die Wartefrau mußte mit den beiden Kindern in den nahen Wald, das Gottesholz, gehen und ein gedungener Bösewicht alle drei ermorden. Die Wartefrau fiel als erstes Opfer. Als der Knabe sie in ihrem Blute hinsinken sah, fiel er dem Mörder um den Hals und versprach, er wolle ihm fünf Rittergüter von seinen acht geben, wenn er ihn nur leben ließe. Doch auch ihm senkte der Schändliche den Dolch in die Brust. Das Mädchen hielt ihm zur Abwehr, wie zur Beschwichtigung, in jeder Hand eine Puppe entgegen, die sie mitgenommen hatte. Auch dies Kind wurde nicht geschont. Die Mutter ließ hierauf die drei Leichen heimlich in die Burg bringen, und nach dem sie ausgesprengt, alle drei seien schnell einer bösartigen Krankheit erlegen, in der Burgkirche beisetzen. Ihrem Liebhaber schrieb sie, das Hindernis ihres Ehebundes sei beseitigt und er solle nun kommen. Und er kam – aber mit strafendem Blicke und dem Bedeuten, daß er sie nur habe prüfen wollen, ob bei ihr sinnliche Liebe über Kindesliebe siegen könne, und daß nun ein Ehebündnis mit ihm unmöglich sei. Jetzt überfiel die Unglückliche die entsetzlichste Reue und da sie meinte, daß ihre so große Schuld nur durch die schwerste Buße zu sühnen sei, ließ sie sich beide Knie mit Polstern umkleiden und trat nun in Begleitung ihrer Kammerfrau und in leichtem Gewande ihre Bußreise zu dem Papste nach Rom immer auf den Knien rutschend an. Auf der Hälfte des Weges starb ihre Begleiterin, sie selbst mußte allein weiter reisen. Als sie endlich an dem ihr bezeichneten Kloster in Rom angekommen war, war es nachts 12 Uhr; sie vermochte es nicht mehr, sich aufzurichten und an der Schelle zu ziehen, sank vor Erschöpfung nieder und wurde früh morgens vor der noch ungeöffneten Pforte des Klosters von Vorübergehenden tot aufgefunden. Ihre Seele fand daher keine Ruhe, sondern schweift seitdem als weiße Frau in dem Rotengarten oder Raubgarten, dem jetzigen Pfarrgarten von Meerane, umher.

In einem alten Buche über Meerane soll die Ermordung der beiden Kinder abgebildet sein mit den Unterschriften:

»Mein lieber H., laß mich leben,
Ich will Dir Neudeck und Nossen (?) geben,
Pleißenburg, die neue,
Es wird Dich nicht gereue.« Und:
»Mein lieber H., laß mich leben,
Ich will Dir meine Puppen geben.«

Fast ganz übereinstimmend mit unser Sage ist die von der Gräfin von Orlamünde. (Richter, deutscher Sagenschatz, 4. Heft, No. 51.)

45. Die gespenstische Frau auf dem weißen Fels im Hartensteiner Walde.

(Nach Mitteilung des Lehrers G. Günther aus Lößnitz.)

Auf dem zwischen Schloß Stein und Nieder-Schlema auf der Höhe des rechten Muldenufers emporragenden weißen Fels und in dessen Umgebung hat sich vorzeiten eine Frauengestalt sehen lassen. Anfangs erschien dieselbe als weiß gekleidete Jungfrau, später aber als altes Mütterchen. In dieser Gestalt ist sie noch vor einigen Jahren von Holzlesern gesehen worden.

46. Die Jungfrau auf dem Pöhlberge bei Annaberg.

(Br. Grimm, deutsche Sagen, I. No. 11.)

Bei Annaberg liegt vor der Stadt ein hoher Berg, der Pöhl- oder Pielberg genannt, darauf soll vor Zeiten eine schöne Jungfrau verbannt und verwünscht sein, die sich noch öfters um Mittag, weshalb sich dann niemand darf sehen lassen, in köstlicher Gestalt, mit prächtigen gelben, hinter sich geschlagenen Haaren zeigte.

47. Die Jungfrau des Lauterstein bei Zöblitz.

(Wg. im »Glückauf«, 2. Jahrg. No. 5.)

Einst hütete ein junger Hirte aus Lauterbach seine magere Herde bei der Ruine Lauterstein und legte sich auf den weichen warmen Rasen, um sich zu sonnen. Schon wollte er zu Mittag eintreiben, als er ein Geräusch hinter sich hörte. Er sieht sich um und erblickt eine Jungfrau, groß und stark, in einer Kleidung, wie sie niemand mehr trug; dieselbe war beschäftigt, Laub zusammen zu rechen. Freundlich kommt sie auf den Hirten zu, steckt ihm alle Taschen voll Laub und verschwindet, als er sich nach ihr umsieht. Voll Verwunderung und innerem Grauen treibt der Knabe seine Herde eilig nach Hause. Hier erzählt er bei Tische von der Erscheinung, greift in die Tasche nach dem Laube und zeigt es vor. Welch Wunder! Die Blätter hatten sich in eitel Gold verwandelt. Noch an demselben Tage gingen seine Leute in die Gegend der Ruine, um Laub zu rechen. Sie brachten ganze Säcke davon nach Hause, aber es war und blieb Laub. Der Hirtenknabe kaufte später das Lehngericht in Lauterbach; aber die goldspendende Jungfrau hat er nie wieder gesehen.

48. Die Jungfrauen des Breiten- und Röthelsteins bei Beerheide.

(Köhler, Volksbrauch im Vogtlande, S. 519.)

An den Breiten- und Röthelstein bei Beerheide knüpft man folgende Sage: Im grauen Altertume sollen von Ellefeld bei Falkenstein aus zwei alte Jungfrauen hierher verbannt worden sein, die noch jetzt ihr Wesen in dieser Gegend treiben. Denn bald fahren dieselben in feuriger Kutsche mit dergleichen Rossen bespannt vom Breitenstein über den Göhlenbach zum Röthelstein, der dann seine Thore öffnet und sie aufnimmt; bald gehen dieselben in schwarzen Kleidern um den Röthelstein spazieren. Zuweilen findet man dort die schönsten Silber- und Kupfermünzen, die, wenn man sie aufgehoben und in die Tasche gebracht hat, aus derselben wieder verschwinden. – Auch wird erzählt, daß am Morgen des ersten Osterfeiertags die Jungfrauen des Röthelsteins tanzen.

49. Verwunschene Schloßfräulein hängen Wäsche auf.

(Grohmann, Sagen aus Böhmen, S. 88.)

Vor Jahren ging ein Mann im Graslitzer Amtshofe herum. Da bemerkte er auf dem Hausberge mehrere verwunschene Schloßfräulein, die eben Wäsche aufhingen. Um sich zu überzeugen, daß er sich nicht täusche, ging er auf den Berg, der Stelle zu, wo das Linnen aufgehängt war. Allein je weiter er ging, desto weiter schien sich das Linnen zu entfernen. Endlich stand es stille. Als er aber darauf losging, verschwanden die Jungfrauen und auch das Linnen und statt des letzteren sah er eine Masse von Spinnweben, die ihn so dicht umhüllten, daß er sich nur mit Not herausfitzen konnte.

50. Die Jungfrau auf dem Braunstein.

(Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 44.)

Droben am Braunstein zwischen Schlackenwerth und Joachimsthal hat ein verwunschenes Schloß gestanden, das ist mit einer verwunschenen Jungfrau und vielen Schätzen versunken. Holt sie einmal ein recht frommer Mann, dann wird er mit ihr auch die Schätze heimführen.

Der Petermüller unten hat es mit seinen eigenen Ohren zu Ostern jedesmal in der Passionszeit gehört, wie da die Jungfrau im Berge drinnen geweint, und bald darauf hörte er auch einen solchen Engelgesang, wie ihn die Leute niemals vernahmen. Die Jungfrau hat noch niemand zu holen versucht.

An einem heißen Augusttage des Jahres 1848 schritt um die elfte Vormittagsstunde ein Mann aus Joachimsthal heiteren Sinnes an der »Petermühle« vorbei. Seine Verwunderung war nicht gering, als er bemerkte, daß die Müllerin, seine Verwandte, auf der unterhalb der Mühle gelegenen Wiese Heu wendete, da doch Sonntag war. Überzeugung kann nicht schaden, dachte sich unser Joachimsthaler und ging in die Mühle, um dort nach der Ursache zu fragen, daß die Frau des Hauses heute am Sonntage, am Tage des Herrn, Heu mache. Doch welche Überraschung! Seine Verwandte stand gerade beim Ofen und bereitete das Mittagsmahl. Man eilte schnurstracks auf die Wiese, allein die Heumacherin, welche die Braunsteiner Jungfrau gewesen sein soll, war verschwunden. Derselbe Mann erzählte, daß sein Vater, als er Schafe hütete, die Braunsteiner Jungfrau habe herrliche Lieder singen hören.

Drei Männern aus Mariasorg träumte einmal, sie sollten auf den Braunstein gehen, dort würden sie ungeheure Schätze finden, welche von einer verwunschenen Jungfrau bewacht würden. Als die Männer früh zusammen kamen, erzählten sie sich gegenseitig den seltsamen Traum und entschlossen sich, in der folgenden Nacht zwischen elf und zwölf Uhr auf den Braunstein zu gehen. Dort angelangt, fanden sie den Berg offen, gingen furchtlos hinein und erblickten wirklich eine große Pfanne mit Gold- und Silbermünzen und eine schöne Jungfrau, welche die Männer freundlich begrüßte und zu ihnen mit wohltönender Stimme sprach: »Diese Schätze gehören Euch; doch müßt Ihr die Pfanne samt dem Inhalte auf einmal forttragen.« Als aber einer der Männer, der die Ausführung dieser Forderung für unmöglich hielt, seine Meinung unverhohlen zum Ausdrucke brachte, verspürten alle drei gleichzeitig eine so derbe Ohrfeige, daß sie besinnungslos zu Boden sanken. Als die Männer wieder zum Bewußtsein erwacht waren, machten sie große Augen, weil sie sich, in ihrer Hoffnung getäuscht, auf der Oberfläche des Berges befanden.

51. Der Schön-Jungfern-Grund bei Ober-Wiesenthal.

(I. F. A. Türke im Glückauf, 2. Jahrg. No. 3. II. Ziehnert a. a. O. Anhang, No. 32.)

I. Wer von Neudorf nach Oberwiesenthal wandert und die Richtung durch den Wald nach dem Fichtelberge einschlägt, kommt nach seinem Austritt aus dem Walde zuerst bei dem roten Vorwerke, sodann auf der andern Seite bei dem weißen Vorwerke vorbei und hierauf an den Schön-Jungfern-Grund, einen tiefen, von der Höhe des Fichtelberges beginnenden und sich nach Osten ziehenden Einschnitt. In diesem Grunde liegt oft der Schnee in den Wintern viele Meter tief und zeigt noch schmutzigweiße Reste im Spätfrühling, wenn längst schon Feld, Wiese und Wald sich grün geschmückt haben. Die Sonne kann ihm nicht gut beikommen und das herabrieselnde Gewässer kann nur den tiefliegenden fortbringen. So erklärt es der gewöhnliche Verstand. Die Sage weiß es anders und zwar so: Vor langen Zeiten stand hier ein schönes Schloß und darin wohnten noch schönere Burgfräulein. Darauf kamen böse Raubritter, zerstörten das Schloß und ermordeten die schönen Jungfrauen. Sie leben aber doch noch, wohnen im Innern des Berges und bleichen im Frühlinge ihre Leibwäsche.

II. Der Jungferngrund soll seinen Namen von zwei Jungfern haben, welche sich oftmals im Neumond sehen lassen. Es sind Schwestern; die eine spielt auf der Laute und die andere windet einen Kranz. Wer sie eigentlich sind, weiß niemand.

Den Wiesenthalern dient der Jungferngrund auch als Wetterprophet. Denn wenn der Himmel über demselben hell ist, so wird – ob es auch sonst allenthalben trübe aussieht – zuverlässig schönes Wetter; wenn aber der Jungferngrund voll Nebel ist, so sagt man: Die Jungfern trocknen ihre Wäsche! und dann folgt kalte und nasse Witterung.

52. Die Burgfrau des Pürsteins.

(Karl Jentscher in der Erzgebirgs-Zeitung, 1. Jahrg. S. 66.)

Die Sage berichtet, daß einst in dem Bache am Schlosse Pürstein ein Knabe fischte, was die Aufmerksamkeit der Burgfrau erweckte. Sie saß nämlich oben auf dem Söller und winkte ihrem Gemahl, welcher in den Krieg zog, ihre letzten Scheidegrüße zu. Heftig erzürnt über den Knaben, der es wagte in diesem Bache Fische zu fangen, ließ sie ihn sofort gefangen nehmen und vorführen. Der Vater des Knaben, der Brücknerhäusel-Besitzer gewesen sein soll, warf sich zu Füßen der Burgfrau und bat um Gnade, allein vergebens; ja man fesselte jetzt beide und warf sie in das tiefste Burgverließ. Ein Knecht öffnete des andern Tages den Kerker, um dem Vater die Freiheit, aber auch den Befehl zu bringen, daß er sofort diesen Ort und die umliegende Gegend zu verlassen habe, sein Eigentum sei unter die Schergen verteilt und sein Weib ausgejagt worden. »Und mein Kind?« rief der Alte. Der Knecht deutete auf den Mühlberg, wo soeben das Haupt des Kindes unter dem Beile fiel und über die Höhe des Berges hinabrollte. Der arme Vater, auf das tiefste getroffen, wankte langsam den Burgweg hinab und nie kehrte er wieder. Seitdem wurde der Gipfel des Mühlberges »Kopfleiten« genannt und zum Andenken ein Kreuz dort errichtet, welches noch bis in die dreißiger Jahre dort stand. Wenn der Allerseelensonntag seine trüben Nebel über die Gegend wirft, dann wandelt der Knabe als eine lichte Gestalt traurig dahin, und aus den Felsen des Hinterwaldes ertönt ein Jammergeschrei. Die Burgfrau aber, von Gewissensbissen getrieben, hatte keine Ruhe mehr gefunden, weshalb auch ihr Gemahl das Schloß verließ und es seinen nahen Vettern übergab. Ihr Schatten zog noch lange und oft auf dem Wege dahin, welchen das unglückliche Opfer zur Richtstätte genommen hatte. Viele wollte die alte Burgfrau zu den Schätzen des Schlosses locken, um durch diese von ihrem Schicksale erlöst zu werden, oft hatte sie sich den Dorfbewohnern in später Nachtstunde gezeigt, ein Becken mit Geld und Gold auf den Schultern tragend, – doch jeder wich scheu zurück und dachte an den armen Brücknersohn. Nur einem Manne gelang es, wie die Sage weiter erzählt, sich in einer Nacht reich zu machen. Ihm träumte, er solle dreimal auf die Brücke von Rodisfort gehen und zwar immer zur bestimmten Zeit; während er das dritte Mal zur Stelle war und harrend sann, kam die Burgfrau als ein altes, häßliches Weib hinkend auf ihn zu und deutete mit erhobener Krücke gegen Pürstein mit den Worten: »Gehe dahin gegen Pürstein auf das alte Schloß! Wenn dann der Mond am höchsten steht, so glänzt dir in der alten, schwarzen Mauer ein weißer Stein entgegen, diesen hebe hinweg, und was du suchtest, das wird dir mehr als zuviel!« Und er hob um Mitternacht diesen verhängnisvollen Stein hinweg, und fand so viel Gold, daß er nicht stark genug war, alles fortzubringen. – Seit dieser Zeit hat niemand mehr die alte Frau gesehen, und während früher in den alten Mauern nachts oft Getöse hörbar war, herrscht dort jetzt Grabesstille.

53. Das Fräulein des Schlosses Rabenau.

(Mitgeteilt vom Dir. Ludwig Lamer in Hainsberg.)

Von Zeit zu Zeit ließ sich auf dem Schloßhofe zu Rabenau ein Fräulein sehen, welches des Nachts ruhelos auf demselben mit einem hellen, weitleuchtenden Lichte umherwandelte und auf Erlösung von dem Banne wartete. Welcher Art diese Erlösung sein sollte und warum das Fräulein umging, hat man nicht erfahren können.

54. Die verwünschte Jungfrau des Greifensteins.

(Dietrich und Textor, Die romantischen Sagen des Erzgebirgs I. 1822. S. 123 etc.)

Am Hofe des Böhmenherzogs Wratislaw lebte im 11.Jahrhunderte ein Ritter Otto von Greifen, welcher sich, des Hoflebens müde, mit seiner Gemahlin in das damals unwegsame Erzgebirge zurückzog und im jetzigen Freiwalde eine Burg erbaute. Von dieser Burg, Greifenburg genannt, will man jetzt noch Überreste auf dem Greifensteine bei Ehrenfriedersdorf sehen. Seine Gemahlin schenkte ihm einen Sohn, und als derselbe fünf Jahre alt war, brachte der Ritter ein zweijähriges Mädchen mit, welches er im Walde schlafend angetroffen hatte. Das Mädchen erblühte nach und nach zur herrlichen Jungfrau und so geschah es, daß sie von dem Junker Werner, dem Sohne Ottos von Greifen, mit welchem sie auf der Burg erzogen worden war, herzlich geliebt wurde. Werners Eltern ahnten nichts von diesem Verhältnisse; doch eine Entdeckung konnte nicht ausbleiben, da die Frucht der heimlich gehaltenen Liebe heranreifte. Unglücklicherweise aber geschah die Entdeckung zu einer Zeit, wo Werner angezogen war, einem alten Freunde seines Vaters, dem Ritter Bruno von Scharfenstein, gegen den räuberischen Rekko von Rauenstein, welcher vor achtzehn Jahren Brunos schwangere Gemahlin geraubt hatte, und seitdem mit jenem in Fehde lebte, in einem Kampfe beizustehen. Als Ritter Otto von Greifen von dem heimlichen Verhältnisse seines Sohnes zu seiner Pflegeschwester hörte, zieh' er dieselbe in seinem Stolze der Verführung und ließ sie in das Verließ seiner Burg hinabstoßen. Hier genaß das verlassene Mädchen eines Kindes und in einer sie befallenden Geistesstörung schleuderte sie dasselbe an die Mauer des Gefängnisses. Plötzlich aber stieg aus dem Boden eine Geistergestalt auf und sprach: »Heil mir, wehe dir! Seit langen Jahren bin ich wegen einer gleichen That zum ruhelosen Umherwandeln verurteilt worden. Jetzt bin ich durch dich erlöst und du wirst meine Stelle so lange einnehmen, bis einst ein keusches Weib, das niemals einen unreinen Gedanken in seiner Seele gehabt hat, in stiller Mitternacht deinen Namen dreimal ohne Furcht rufen wird!« Die Gestalt verschwand, und das gefangene Mädchen sank zu Boden, um in fürchterlicher Raserei wieder zu erwachen, wobei sie sich endlich den Kopf wie den ihres Kindes an der Gefängnißmauer zerschmetterte. Ihr Geist aber erschien in der Nacht dem hartherzigen Pflegevater und verkündete seinem Hause Verderben. Reuig eilte er in den Kerker, wo er den Leichnam seiner unglücklichen und verstoßenen Pflegetochter neben dem ihres Kindes fand. Da ließ er beiden ein ehrendes Begräbnis bereiten; doch eben, als dies geschah, kehrte sein Sohn wieder zurück. Derselbe war voller Freude, denn durch ihn war der räuberische Rekko von Rauenstein gefallen, und in der Todesstunde hatte derselbe bekannt, daß Brunos von Scharfenstein geraubte Gemahlin eines Töchterchens sehr schwer genesen und an den Folgen der Entbindung gestorben sei. Das Kind aber habe er bei einem Köhler des großen Schellenberger Waldes zwei Jahre lang erziehen lassen und dann, als es ihm lästig geworden sei, weiter für dasselbe zu sorgen, im Freiwalde, ohnweit Ottos Burg aussetzen lassen. Dieses Kind war also kein anderes, als Werners unglückliche Pflegeschwester; sie war ihm durch ihre Geburt ebenbürtig und daher war er hoffend, daß seine Eltern in eine Verbindung mit ihr willigen würden, zurückgekehrt. Als er nun alles erfuhr, was sich während seiner Abwesenheit zugetragen hatte, sank er in tiefe Ohnmacht. Als er wieder erwachte, hatte stiller Wahnsinn seine Seele umnachtet; er endete sein Leben in einem Kloster der Ritter vom Hospital zu Prag. Otto von Greifen und seine Gemahlin erlagen bald dem Übermaße ihres Grams. Die Greifenburg fiel als erledigtes Lehen an Herzog Wratislav, wurde aber später, da die folgenden Besitzer zum Räuberhandwerk griffen, auf Befehl Wipprechts von Groitzsch zerstört. Sie ist nie wieder aufgebaut worden.

Historisch ist, daß auf dem Greifensteine eine Burg »Gryfenstein« gestanden hat; sie wird als ein markgräflich meißnisches Lehen der Dynasten von Waldenburg urkundlich im Jahre 1372 angeführt. (Herzog, Archiv für sächs. Gesch. II. S. 76.)

55. Die verwünschte Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege.

(Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 101.)

In der zur Gemeinde Breitenbach gehörigen Ortschaft Ziegenschacht lebte vor langer Zeit eine Jungfrau, welche ihres Geizes und ihrer Ungerechtigkeit wegen gefürchtet war. Seit ihrer Verlobung kannte ihre Habsucht keine Grenzen. Um ihr Heiratsgut, woran ohnedies schon die Thränen der Armut hingen, zu vergrößern, bediente sie sich sogar beim Verkaufe der Milch eines so schlechten Maßes, daß sich darüber allgemeine Klagen erhoben. Als die hartherzige Jungfrau dieselben jedoch nicht berücksichtigte, wurde sie von einer Milchkäuferin verwünscht. Von dieser Stunde an wandelt die Jungfrau auf dem Ziegenschachter Wege noch bis heute herum. In der Hand trägt sie ein Milchseidel und auf dem Kopfe einen grünen Kranz. Doch sehen die verwünschte Jungfrau, die bloß zu gewissen Zeiten erscheint, nur wenige Menschen.

Auf die mögliche Verwandtschaft der Ziegenschachter Jungfrau mit der Huldra wurde bereits in der Einleitung hingewiesen. Eine thüringische Sage ist übrigens der unsrigen sehr ähnlich. Eine Krämerin, welche ihre Käufer durch falsches Gewicht und Maß betrog, wandelt ebenfalls als Gespenst in der Nähe von Mehlis bei dem Reißigersteine umher und ruft dabei: »Drei Viertel für ein Pfund! Drei Quärtchen für eine Kanne!« (O. Richter, Deutscher Sagenschatz, 3. H. No. 10.) Daß aber gerade der Betrug beim Milchverkauf mit dem gespenstischen Umherwandeln der Betrüger bestraft wird, ist eine in der Volkssage erhaltene Erinnerung an den hohen, alle übrigen Besitztümer überragenden Wert der Milch und Milch gebenden Tiere aus dem frühesten Zeitalter der indoeuropäischen Völker.

56. Die Jungfrau des Grauensteins bei Joachimsthal.

(Wenisch, Sagen aus dem Joachimsthaler Bezirke, S. 64 etc.)

Sehr viel wird von der Grauensteiner Jungfrau erzählt, welche keinen Kopf hat und sich zuweilen blicken läßt. Einst ging ein Weib von Joachimsthal nach Holz, da bemerkte sie einen schönen rasigen Platz, auf dem sich Wäsche ausbreitet fand. Darauf zugehend, um es näher anzuschauen, bemerkte sie, daß die Wäsche immer reiner und schöner ward. In ihrem Innern regte sich der Wunsch, ein Stück Wäsche zu nehmen, was sie auch that. Plötzlich hörte sie hinter sich ein Geschrei; als sie aber, sich umsehend, niemanden bemerkte, nahm sie noch ein Stück Wäsche und ging ihren Weg, auf ein abermaliges Rufen nicht achtend. Sie erreichte eben einen Kreuzweg, als die unbekannte Stimme zum dritten Male sich hören ließ: »Wenn kein Kreuzweg gekommen wäre, wärest Du des Todes!« Hätte sie alle Wäsche gestohlen, so wäre die Grauensteiner Jungfrau erlöst worden.

Es geht noch die Sage, daß das Weib an derselben Stelle, wo es ein Stück Linnen erbeutete, um Mitternacht eine wundersam blaue Flamme als Wahrzeichen eines verborgenen Schatzes emporschlagen sah. Als sie, um den Geist zu bannen und den Schatz zu heben, ihren Rosenkranz in den blauen Flammenschein geworfen hatte, siehe da! des Morgens lagen an dieser Stelle zwei funkelnde Silbersiebzehner.

Eines Tages ging ein altes, gebücktes Mütterchen in den Wald, um dürre Reiser zu sammeln. Als die Alte in der Nähe des Grauensteines das aufgeschichtete Reisigbündel zusammengebunden hatte und es auf den Rücken nehmen wollte, tönte ihr von dort bezaubernder Gesang entgegen. Das Mütterchen lauschte eine Weile, faßte sich dann ein Herz und schritt dem Grauensteine zu. Doch welch eine Überraschung! Es erblickte daselbst ein prächtiges Schloß, vor dem eine schöne, weißgekleidete Jungfrau Wäsche bleichte. Kaum wurde die Jungfrau des Weibes ansichtig, so zog sie sich stillschweigend und langsam hinter die Mauern des Schlosses zurück. Als aber das herzhafte Mütterlein nach einem Stück Wäsche griff und mit dem gestohlenen Gut davontrippelte, verschwand unter Blitz und Donner das Zauberschloß, an dessen Stelle wieder die Halde war. – Wie die Sage weiter erzählt, soll das Weib, das auf diesen weggenommenen Linnen ein paar Jahre gelegen hat, darauf schmählich verkommen sein.

Der Bergschmied Bernhard ging eines Tages nach der Schönerzzeche, um dort sein Gezähe in Ordnung zu bringen, all die Fäusteln und Stopfer, Stecher und Bohrer, Hacken und Sägen, mit denen der Bergmann hantiert. In der Mondscheinnacht kam er zwischen elf und zwölf Uhr am Grauensteine an. Potztausend! Auf der blanken Wiese, wo weitum keine Einschichte liegt, rings Wäsche um Wäsche, die ganze Wiese ist von Linnen vollauf überspannt. Bernhard nahm sich sein klopfendes Herz in die Hand, und eine innere Stimme sagte ihm: Ei! für wen liegt so herrliche Wäsche ausgespannt? die Geister haben genug daran, unsereins wäre reich fürs ganze Leben! Greif zu, Bernhard! Nimm, so viel du schleppen kannst! Und er griff zu, faßte die Wäsche mit beiden Händen, schlug sie über den Rücken, wand sie um den Leib und lief hastig; doch horch! Hollah! hinterher welch ein Gepolter, welch ein Getümmel, welch ein Gekrach! Ist der Grauenstein geborsten? Schnell, wie er sie zusammenraffte, warf er die Wäsche wieder von sich. – Da hat er die Poltergeister versöhnt; denn mit einemmale ist es stille geworden ringsum, und die Wäsche war verschwunden, als er sich umsah, und er lief voll Entsetzen nach der Schönerzzeche.

Einem Weibe aus Joachimsthal träumte in einigen aufeinander folgenden Nächten, sie solle auf ihre unweit des Grauensteins gelegene Wiese gehen, dann könne sie reich werden. Als sie sich endlich in einer mondhellen Nacht auf den Weg machte und zwischen 11 und 12 Uhr auf der Wiese anlangte, sah sie zu ihrer Verwunderung auf derselben ringsum Kinderwäsche ausbreitet. Find' ich auch kein Geld, dachte sie, so lasse ich doch auch dieses Zeug nicht liegen. Sie nahm also die Wäsche in ihre Schürze und trat die Heimkehr an. Doch siehe! Kaum näherte sich das Weib einem Graben, da rührte es sich mit einemmale in der Schürze und als sie dieselbe öffnete, erblickte sie darin lauter zischende Ottern. Vor Furcht und Ekel warf sie alle in den Graben und lief bestürzt nach Hause; nur zwei Schlangen erreichten den jenseitigen Rand. Als das Weib des anderen Tages zu dieser Stelle kam, fand sie zwei Häufchen Gold.

57. Die eifersüchtige tote Frau.

(Lehmann, Histor. Schauplatz, S. 943.)