Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der Buchausgabe von 1890 so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert.

Obwohl die Regeln für das Setzen des ‚langen s‘ (ſ) nur für den Fraktursatz des Originals von Belang sind, werden diese hier dennoch mit übernommen, zumal sie in zwei Abschnitten ausführlich erklärt werden. Nicht alle erwähnten Verweise (s., vgl, etc.) führen zu einem entsprechenden Stichwort. Der jeweils angeführte Hinweis wurde aber dennoch wie im Original belassen.

Passagen in Antiquaschrift in der gedruckten Vorlage werden in der vorliegenden Fassung kursiv dargestellt. Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät installierten Schriftart können die im Original gesperrt gedruckten Passagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrt erscheinen.

Vollständiges
Orthographisches Wörterbuch
der deutschen Sprache

mit etymologischen Angaben, kurzen Sacherklärungen
und Verdeutschungen der Fremdwörter

von

Konrad Duden.


Nach den neuen amtlichen Regeln.


Dritte, umgearbeitete und vermehrte Auflage.

Neuer Abdruck.

Leipzig.
Verlag des Bibliographischen Instituts.
1890.

Alle Rechte vom Verleger vorbehalten.

Vorwort.

Die vorliegende dritte Auflage des „Orthographischen Wörterbuchs“ ist eine vielfach erweiterte. Sie enthält nicht nur einen Zuwachs von etwa 1000 neuen Artikeln, sondern sie ist auch durch kurze Sacherklärungen und etymologische Angaben bei allen Fremdwörtern, sehr vielen Lehnwörtern und einer Anzahl seltener oder sonst ein besonderes Interesse bietender deutscher Wörter wesentlich bereichert worden. Da für diese von vielen Seiten gewünschte Erweiterung, wenn das Buch seinen Charakter als „Orthographisches Wörterbuch“ bewahren sollte, nur ein ganz geringer Raum zur Verfügung stand, so mußten die Zusätze ganz knapp gefaßt werden. Wo die Sacherklärung sich nicht mit wenigen Worten geben ließ, mußte ich mich darauf beschränken, das Gebiet zu bezeichnen, in welches das betreffende Wort gehört. Ebenso war es unmöglich, den Weg, den ein Fremdwort oder ein Lehnwort gemacht, ehe es bei uns die vorliegende Gestalt angenommen, bis zu seiner Geburtsstätte rückwärts zu verfolgen.

Es kann nicht fehlen, daß bei dem Versuch, auf so knappem Raum eine solche Fülle von Belehrungen über Bedeutung und Herkunft so vieler Wörter zu geben, hier und da ungleichmäßig verfahren ist. Auch von Irrtümern wird das Buch nicht frei sein. Dagegen bedarf es wohl kaum der Versicherung, daß überall aus den besten Quellen geschöpft ist. Insbesondere sind nirgends haltlose Vermutungen über die Herkunft der Wörter gewagt, sondern als sicher ist nur angegeben, was nach dem heutigen Stande der Forschung feststeht oder doch den größten Meistern der Wissenschaft als feststehend gilt. Wo die Herkunft eines Wortes noch zweifelhaft erschien oder überhaupt nicht zu ermitteln war, da ist dieser Zweifel durch ein der landläufigen Erklärung beigefügtes „angeblich“ oder durch ein Fragezeichen ausgedrückt.

Die neu aufgenommenen seltenern deutschen Wörter sind alle aus der neuern Litteratur geschöpft. Vielleicht trägt ihre Zulassung zu dem Wörterbuch etwas dazu bei, daß manche alte Wörter von schönem Gepräge, wie sie J. Wolff, G. Legerlotz u. a. mit Vorliebe aus dem heimlichen Schatz der deutschen Sprache hervorgeholt haben, wieder in Umlauf gesetzt oder wenigstens ihrem Wert und ihrer Bedeutung nach erkannt werden.

Bei der Erklärung der Fremdwörter bin ich bemüht gewesen, durch Angabe guter deutscher Ausdrücke Eindringlinge, die das deutsche Bürgerrecht nicht verdienen, als entbehrlich zu bezeichnen.

Da das „Orthographische Wörterbuch“ als Richtschnur für die amtlich angeordnete Rechtschreibung in ganz Deutschland gelten soll, so sind in der neuen Auflage auch die Abweichungen der seit Erscheinen der vorigen Auflage herausgegebenen württembergischen amtlichen Regeln überall, wo es irgend erforderlich erschien, und zwar meist in kurzen Anmerkungen unter dem Text angegeben. Wen es interessiert, alle Abweichungen der verschiedenen amtlich angeordneten Schreibungen voneinander zusammengestellt zu sehen, den verweise ich auf mein bei C. H. Beck in Nördlingen erschienenes Schriftchen: „Die Verschiedenheiten der amtlichen Regelbücher über Orthographie nebst Vorschlägen zur Vereinbarung über die streitigen Punkte“.

Bei deutschen Wörtern sind diese Verschiedenheiten nur geringfügig; mehr fallen sie ins Auge bei den Fremdwörtern. Es läßt sich nicht leugnen, daß seit der ersten Ausgabe des preußischen Regelbuchs die an die Befolgung der amtlichen Regeln nicht gebundene Presse auf dem von den Regierungen nur angedeuteten Wege, welcher zu deutscher Schreibung, besonders des K- und des Z-Lautes, führt, mit Entschiedenheit vorangegangen ist. Die preußische Regierung selbst ist bei der zweiten Ausgabe des Regelbuchs in einigen Punkten dieser Strömung gefolgt. Die württembergische, welche mit ihrem Regelbuch zuletzt auf dem Plan erschienen ist, geht naturgemäß in der angedeuteten Richtung am weitesten. Ja, sie kommt dem Ziele schon ziemlich nahe, wenn sie geradezu sagt: „Der Gebrauch entscheidet sich bei den Fremdwörtern mit K- und Z-Laut mehr und mehr für die deutsche Schreibung, welche in Zweifelsfällen ohne Anstand gewählt werden kann“. Obwohl diese Regel meiner Auffassung von der notwendigen Entwickelung unsrer Schreibweise vollständig entspricht[1], so enthält der Text dieses Buches doch auch bei den hier in Betracht kommenden Wörtern überall in erster Linie die Schreibung, welche nach den preußischen Regeln als die vorzüglichere erscheint.

In Begriff, das Vorwort abzuschließen, erhalte ich die Trauerkunde von dem Hingang Frommanns. Ich erfülle nur eine Pflicht der Pietät, wenn ich dem hochverehrten Manne, der, solange er unter uns weilte, von Dank nichts hören wollte, an dieser Stelle nachträglich für das lebhafte Interesse, welches er für dieses Buch seit dessen erstem Erscheinen durch zahlreiche Mitteilungen an den Tag gelegt hat, den herzlichsten Dank ausspreche.

Dann wiederhole ich Wilmanns, dessen Kommentar nach wie vor als klassischer Zeuge für die wissenschaftliche Berechtigung der „neuen Orthographie“ unentbehrlich ist, hier nochmals meinen herzlichen Dank.

Von den vielen Männern, welche mich sonst durch Mitteilungen und Berichtigungen bei dem Ausbau dieses Buches unterstützt und zu Dank verpflichtet haben, glaube ich noch den Königlichen Berginspektor Herrn Fr. Wappler zu Freiberg i. S. nennen zu sollen. Obwohl mir persönlich ganz unbekannt, hatte Herr Wappler die Güte, lediglich aus Interesse für die Sache mir mehrere Berichtigungen und eine ganze Anzahl von Beiträgen, zumal aus dem Gebiete der Chemie und des Bergbaus, zugehen zu lassen.

Wohlwollende Beurteiler dieser neuen Bearbeitung des „Orthographischen Wörterbuchs“ bitte ich, nicht außer acht zu lassen, daß das Buch auch in seiner neuen Gestalt in erster Linie ein „Orthographisches“, nicht ein „Deutsches“ Wörterbuch und noch weniger ein Fremdwörterbuch ist, und daß es wegen seiner Bestimmung, ein wohlfeiles, für alle zugängliches Nachschlagebuch zu sein, sowohl hinsichtlich der Aufnahme von Fremdwörtern als auch in betreff der etymologischen Angaben und Sacherklärungen sich auf eine Auswahl des Notwendigsten unter dem Wissenswerten beschränken mußte. An Fremdwörterbüchern ist kein Mangel, und wer die Etymologie der Fremdwörter bis auf deren Quelle verfolgen will, der findet unter anderm in den großen Wörterbüchern von Diez und Littré, für das Englische bei Chambers Aufschluß. Für die Etymologie der deutschen Wörter, die uns vor allem interessiert, ist durch Kluges „Etymologisches Wörterbuch“ eine rein und reichlich fließende Quelle erschlossen. Den unerschöpflichen Reichtum unsers deutschen Sprachschatzes aber kann man nur aus Weigand, Grimm und Sanders kennen lernen. Des letztern „Ergänzungswörterbuch“ reicht bis auf unsre Tage, und nicht leicht wird man in demselben ein Wort vergeblich nachschlagen.

Aus allen diesen Quellen und noch aus manchen andern, weniger zugänglichen muß schöpfen, wer gründliche Belehrung sucht. Unser Buch beansprucht nichts weiter, als für das Bedürfnis des Augenblicks den notwendigsten Aufschluß zu geben.

Möge es denn auch in seiner neuen Gestalt seinen alten Ruf, ein zuverlässiger Ratgeber in orthographischen Nöten zu sein, bewahren und sich neue Freunde gewinnen unter denen, die über Herkunft und Bedeutung üblicher Fremdwörter und seltener deutscher Wörter sich schnell und leicht unterrichten wollen.

Hersfeld, im Januar 1887.

Konrad Duden.

Vorbemerkungen.

Die früher an dieser Stelle gegebene Darlegung der bei der Auswahl der aufzunehmenden Wörter und der Feststellung ihrer Schreibung befolgten Grundsätze erscheint jetzt überflüssig. Nachdem dies Buch in mehr als 100,000 Exemplaren Verbreitung gefunden, darf wohl angenommen werden, daß der Plan desselben im allgemeinen das Richtige getroffen hat und einer Rechtfertigung nicht weiter bedarf. Es folgen daher sofort einige

Ergänzende orthographische Regeln.

Diese sind zum Teil solche, die zur Begründung der im Wörterbuch befolgten Schreibung dienen sollen, zum Teil solche, welche sich an den einzelnen Wörtern nicht veranschaulichen lassen.

Über die S-Laute.

In betreff des S-Lautes in Verbindung mit andern Konſonanten merke man folgendes:

Vor t und p ſteht in der Regel ſ, also: faſten, Knoſpe; ebenſo in Fremdwörtern, z. B. Diſtanz, Deſpot. Nur bei Zuſammenſetzungen, deren erſter Teil auf s ausgeht und leicht als ein ſelbſtändiger Beſtandteil der Zuſammenſetzung erkennbar iſt, bleibt dieſes s auch vor t und p, z. B. distribuieren, disputieren; dagegen abſtrakt, abſtrus, Abſtinenz.

Bei tranſpirieren und ähnlichen iſt das s des erſten Beſtandteils vor dem ſ des zweiten ausgefallen.

Vor andern Konſonanten als t und p gehört der S-Laut in der Regel zur erſten Silbe und wird daher mit s bezeichnet, z. B. Maske, Boskett, Rekonvalescent, Diskus. Iſt aber aus der Etymologie oder den Lautgeſetzen erkennbar, daß der S-Laut zur zweiten Silbe gehört, ſo ſchreibt man ihn auch hier mit ſ, z. B. proſkribieren, obſkur.

Die S-Laute in lateiniſcher Schrift.

Zu merken iſt, daß man in lateiniſcher Schrift s für ſ und s ohne Unterſchied, ss für ſſ und ſs für ß anwendet. Statt ſs iſt auch ß zuläſſig[2].

Zusammentreffen dreier gleicher Konsonanten.

In betreff des Zusammentreffens dreier gleicher Konsonantzeichen in zusammengesetzten Wörtern folgt das Wörterbuch der preußischen Regel. Nach dieser schreibt man dennoch, Dritteil, Mittag, Brennessel, Schiffahrt. In allen übrigen Wörtern, in welchen durch Zusammensetzung drei gleiche Konsonanten zusammentreffen, behaupten alle drei ihren Platz; z. B. Betttuch, Schwimmmeister etc. Das bayerische Regelbuch schreibt vor, daß in allen Wörtern, in denen durch Zusammensetzung drei gleiche Konsonantzeichen zusammenstoßen würden, eins auszulassen sei; also z. B. auch Schalloch, Bettuch, Kammacher; aber Rückkehr, Schutzzoll. Bei den geläufigsten derartigen Wörtern ist unter dem Text auf die bayerische Schreibung hingewiesen.

Über die Silbenbrechung.

Über die Silbenbrechung lautet die Hauptregel: Man trennt nach Sprechsilben, nicht nach Sprachsilben, d. h. nach der Aussprache, nicht nach der Ableitung, also z. B. lie- ben, nicht lieb- en, En- dung, nicht End- ung.

Abweichend von dieser Regel werden zusammengesetzte Wörter nach ihren Bestandteilen zerlegt, auch wenn diese Teilung der Aussprache nicht gemäß ist; z. B. war- um, vor- aus, her- ein, be- ob- ach- ten, voll- en- den, Inter- esse, Atmo- sphäre, Mikro- skop, Di- stinktion, Dis- put.

Als besondere Regeln merke man:

1) Steht nur ein Konsonant zwischen zwei Vokalen, so kommt er, wenn nicht, wie in den obigen Beispielen her- ein, Inter- esse etc., Zusammensetzung vorliegt, immer auf die zweite Zeile; z. B. tre- ten, le- sen, nä- hen, bü- ßen.

Die Konsonantenverbindungen, welche nur einen Laut bezeichnen: ch, sch, ph, th, können nicht getrennt werden und kommen daher ebenfalls auf die zweite Zeile; z. B. Bräu- che, lö- schen, Or- thogra- phie; ebenso ist dt zu behandeln, wo es nur einen Laut bildet, z. B. Stä- dte, Verwan- dte.

2) Stehen mehrere Konsonanten im Inlaut, so kommt der letzte auf die zweite Zeile; z. B. här- ten, Laſ- ten (auch Las- ten), Waſ- ser (auch Was- ser), Knoſ- pe (auch Knos- pe), hak- ken (ck wird in kk aufgelöst), klop- fen, krat- zen, Ach- sel, An- ker, Fin- ger, Hoffnun- gen. Steht vor pf noch ein r oder m, so gehört pf zur zweiten Zeile; z. B. däm- pfen, Kar- pfen. Ebenso steht nach vorhergehendem Konsonanten st auf der zweiten Zeile; z. B. Für- sten, gün- stig, schwül- stig[3].

Über den Bindestrich (wörtlich nach dem preußischen Regelbuch).

1) Wird ein zu mehreren aufeinander folgenden Compositis gehörendes Wortglied nur einmal gesetzt, so tritt an den übrigen Stellen statt seiner der Bindestrich ein; z. B. Feld- und Gartenfrüchte, Vokallänge und -kürze.

2) Der Bindestrich tritt außerdem ein

a. in Zusammensetzung von Eigennamen und in Adjektiven, welche von solchen gebildet sind; z. B. Jung-Stilling, Reuß-Greiz, niederschlesisch-märkische Eisenbahn;

b. in unübersichtlichen Zusammensetzungen, z. B. Oberlandesgerichts-Präsident, Staatsschuldentilgungs-Kommission, das Für-sich-selbst-sein.

Anmerkung. Auch sonst läßt es zuweilen die Rücksicht auf die Deutlichkeit der Schrift wünschenswert erscheinen, den Bindestrich zu gebrauchen; z. B. Schluß-s, Dehnungs-h, Erd-Rücken zum Unterschied von Erdrücken u. ä.

Über den Apostroph (wörtlich nach dem preußischen Regelbuch).

1) Wenn Laute, die man gewöhnlich bezeichnet, unterdrückt werden, so bezeichnet man in der Schrift ihre Stelle durch einen Apostroph; z. B. Ich lieb’ ihn. Das leid’ ich nicht. Heil’ge. Jedoch ist in der gewöhnlichen prosaischen Darstellung eine solche Verstümmelung der Wortform zu vermeiden, ausgenommen etwa im Pronomen es; z. B. ist’s, geht’s.

Wenn die Präposition mit dem von ihr regierten Artikel verschmolzen wird, gebraucht man den Apostroph nicht; z. B. am, beim, unterm, ans, ins, zum.

2) Bei Eigennamen ist es nicht erforderlich, das s des Genitivs durch einen Apostroph abzutrennen; z. B. Ciceros Briefe, Schillers Gedichte, Homers Ilias.

Hingegen wird bei Eigennamen, welche den Genitiv auf s nicht bilden können, das Rektionsverhältnis durch den Apostroph bezeichnet; z. B. Voß’ Luise, Demosthenes’ Reden.

Über das Trema. — Ä, Ö, Ü statt Ae, Oe, Ue.

Schließlich sei noch bemerkt, daß das Trema in der deutschen Schrift nur ganz vereinzelt angewendet zu werden braucht. Es ist überall unzulässig, wo ein Mißverständnis nicht möglich ist. So ist es nie anzuwenden zur Trennung von a und e, o und e, u und e, auch nicht im Anfang groß geschriebener Wörter. Denn da hier der Umlaut nach den amtlichen Regelbüchern statt durch Ae, Oe, Ue nur noch durch Ä, Ö, Ü bezeichnet werden darf, so muß Ae, Oe, Ue stets zweisilbig sein, und es kann z. B. Aeronaut nur viersilbig gelesen werden.

Auch sonst wende man das Trema nur an, wo man glaubt, der unrichtigen Aussprache des Geschriebenen vorbeugen zu müssen, z. B. etwa in Aï (Faultier), nicht aber bei Rhomboid, Atheist, Wörtern, die nicht leicht jemand falsch, d. h. zweisilbig aussprechen wird. Die amtlichen Regelbücher thun des Trema gar keine Erwähnung.

Grammatisches.

Der Wunsch, bei jedem Worte über die Schreibung aller irgend welche Schwierigkeit bietenden Formen desselben Auskunft zu geben, führte dazu, bei ganzen Kategorieen von Wörtern die Anwendung gewisser Regeln auf die bezüglichen Formen durch Anführung der Formen selbst zu veranschaulichen.

Das erschien in erster Linie wünschenswert bei den Wörtern, deren Stamm auf einen S-Laut oder auf sch ausgeht, und zwar nicht nur, weil die Schreibung der S-Laute in den verschiedenen Formen eines und desselben Stammes an sich schon Schwierigkeiten bietet, sondern besonders auch noch, weil das Regelbuch S. 6, § 6,4, Anm. einige Regeln giebt, die von Ungeübten leicht mißverstanden werden können.

Verkürzte Formen von Wörtern, deren Stamm auf einen S-Laut oder sch ausgeht.

Die betreffenden Regeln lauten wörtlich: „Wenn vor dem st der zweiten Person der Vokal fehlt, so schreibt man nach einem vorhergehenden S-Laut oder nach einem sch nur t; z. B. du läßt, wächst, ißt, wäscht, sitzt.

Ähnlich werden die Superlative größte, beste und die Superlative der Adjektive auf isch gebildet, z. B. der närrischte.

Sonst meidet man die verkürzten Superlative von Adjektiven, deren Stamm auf einen S-Laut oder ein sch ausgeht; z. B. süßeste, frischeste.“

Fassen wir zunächst den ersten Satz, der mehrfach zu irrigen Folgerungen Anlaß gegeben hat, ins Auge, so ergiebt sich als der Sinn desselben zweifellos folgendes: Wenn bei Stämmen, die auf einen S-Laut oder ein sch ausgehen, die Endung der zweiten Person est den Vokal e einbüßt, so wird das übrigbleibende st im Anschluß an den vorhergehenden S-Laut, beziehungsweise an das vorhergehende sch in ein t verwandelt; man schreibt also nicht: du läßst, wächsst, st, wäschst, sitzst, sondern: du läßt, wächst, t, wäscht, sitzt. Daß das e der zweiten Person ausfallen müsse, ist damit keineswegs gesagt (vgl. Wilmanns’ Kommentar). Die Belehrung darüber, ob und wann das geschehen dürfe, hat der Verfasser des Schulbuchs, der lediglich orthographische Anweisung zu geben beabsichtigte, dem grammatischen Unterricht des Lehrers überlassen.

Für unser orthographisches Wörterbuch, das den Lehrer überflüssig machen soll, mußte diese grammatische Belehrung aber gegeben werden. Da das ganze Buch darauf berechnet ist, durch bloßes Aufschlagen des betreffenden Wortes sofort das Richtige finden zu lassen, so genügte es nicht, in den Vorbemerkungen im Zusammenhang die entsprechende Vorschrift zu geben; der Verfasser hat vielmehr bei jedem hierher gehörigen Verbum die abgekürzten Formen, welche unbedenklich gebraucht werden können, angeführt. Wenn daher z. B. bei „essen“ steht: du issest und ißt, er ißt; du aßest, so heißt das: die zweite Person des Präsens darf in der abgekürzten Form, welche der dritten Person völlig gleichlautend ist, unbedenklich gebraucht werden; dagegen ist die abgekürzte Form der zweiten Person des Imperfekts: du aßt statt du aßest, welche dem Wortlaut der obigen Regel nach auch zulässig ist, nämlich wenn das e der Endung ausfällt, zu vermeiden, weil eben das e der Endung im Imperfektum in der Regel nicht ausfällt, es sei denn, daß man etwa mit Absicht den Ton der niedern Volkssprache, z. B. in einer Posse oder in einem komischen Gedicht niederer Gattung, wiedergeben will. Hier sei noch ergänzend bemerkt, daß auch im Präsens die abgekürzte Form keineswegs der vollen vorzuziehen ist; die letztere behauptet vielmehr in der edlern Sprache entschieden den Vorrang.

Der zweite Satz der Regel ist nicht hypothetisch gefaßt, sondern enthält eine apodiktische Regel, denn er sagt: „Ähnlich“ — d. h. indem man das nach Ausfall des e übrigbleibende st der Endung in bloßes t verwandelt — „werden die Superlative der Adjektive auf isch gebildet“. Streng genommen hat der Lehrer der Orthographie hier seine Befugnis überschritten, indem er die Auslassung des e aus der Endung est im Superlativ der Adjektive auf isch verlangt hat. Man kann selbst zweifelhaft sein, ob es statt „gebildet“ nicht besser geheißen hätte „behandelt“; dann wäre für die Bildung der vollen Formen, z. B. der närrischeste, die wir keineswegs für unzulässig halten, Raum geblieben. Aber wie die Regel einmal dasteht, verlangt sie überall die Form ischte, die ja auch in der That in überwiegendem Gebrauche ist. Demgemäß haben wir bei jedem Adjektiv auf isch, wenn es überhaupt steigerungsfähig ist, die Superlativform auf ischte angegeben[4].

Der letzte Satz endlich sagt, daß man bei andern Adjektiven mit Stämmen auf sch (z. B. frisch, rasch) sowie bei solchen, deren Stamm auf einen S-Laut ausgeht, die verkürzte Form (d. h. t statt est) „meide“. Der vorsichtige Ausdruck „man meidet“ bezeichnet die vollen Formen als die entschieden üblichen, ohne doch die abgekürzten als unbedingt falsch zu bezeichnen. Mit der Zulässigkeit ihres Gebrauchs verhält es sich ähnlich wie mit derjenigen der abgekürzten Form der zweiten Person des Imperfekts. Es gilt daher das soeben von dieser Gesagte auch von jenen. Formen z. B. wie „am heißten“ statt „am heißesten“ sind nur in der Wiedergabe der niedern Volkssprache, oder wo das metrische Bedürfnis die kürzere Form erheischt, zulässig, und wir haben daher, zumal da die angeführte Form im amtlichen Wörterverzeichnis jetzt gestrichen ist, bei allen hierher gehörigen Adjektiven nur die unverkürzte Form angegeben. Vgl. Wilmanns’ Kommentar[5].

Flexion starker und unregelmäßiger Verba.

Was die weiteren grammatischen Belehrungen in Bezug auf die Verbalformen betrifft, so hat der Verfasser es auf Grund seiner langjährigen Erfahrung im Lehramte für nützlich gehalten, bei allen stark oder unregelmäßig flektierenden Verben die ablautenden Formen, das Präsens, das Imperfekt, das Partizip und den Imperativ, ferner, wo Umlaut oder Ablaut eintritt, auch den Konjunktiv des Imperfekts anzugeben; z. B. sterben; du stirbst; du starbst, conj. stürbest; gestorben; stirb!; wenden; du wandtest u. wendetest, conj. wendetest; gewandt u. gewendet. Wo die regelmäßige schwache Flexion stattfindet, ist nichts bemerkt; nur ist bei den mit Präpositionen zusammengesetzten Zeitwörtern das Partizip regelmäßig angeführt.

Flexion der Substantiva. — Bildung der Feminina und Diminutiva.

Bei den Substantiven ist regelmäßig das Genus, der Genitiv, der Plural und, wo es nützlich schien, die Femininform angegeben, z. B. Zauberer, Zauberin. In betreff des Plurals der Feminina sei hier noch bemerkt, daß die Endung -in regelmäßig in -innen verwandelt wird.

Die Diminutivform ist dem Substantiv in der Regel hinzugefügt, wo die Bildung derselben irgend etwas Bemerkenswertes bietet, also z. B. wenn zwischen Stamm und Endung die Ableitungssilbe el eingeschoben ist (Ding, Dingelchen), wenn Umlaut eintritt, z. B. Ast, Ästchen, oder wenn gegen die Regel der Umlaut unterbleibt, z. B. Frau, Frauchen.

Flexion der Eigennamen.

Da aus Gründen der Raumersparnis nur eine beschränkte Anzahl von Eigennamen aufgenommen werden konnte, so halten wir es für angemessen, die wichtigsten Regeln über die Flexion der Eigennamen hier kurz zusammenzustellen.

— Genitiv.

Eigennamen ohne Artikel, seien es Personennamen oder geographische Namen, bilden den Genitiv durch Anhängung von s; z. B. Hermanns, Berthas, Hessens, Kölns.

Personennamen, die auf einen S-Laut (s, ß, x, z) oder sch ausgehen, nehmen statt des s einen Apostroph an, z. B. Voß’ (Werke), Sokrates’ (Tod), oder die Endung lautet ens, z. B. Fritzens, Maxens, Franzens.

Diese Genitivendung ens ist jedoch fast nur noch bei Vornamen üblich, während man bei Familiennamen sowie bei fremden Eigennamen die Bezeichnung des Genitivverhältnisses durch den bloßen Apostroph vorzieht. Insbesondere vermeide man diese Genitivform bei solchen Familiennamen und fremden Namen, die auf s oder ß ausgehen, weil diese Buchstaben vor ens verändert werden müßten, wodurch der Name etwas Fremdartiges erhalten würde. Man schreibe also: Voß’, Claudius’, Demosthenes’, nicht etwa: Vossens, Claudiussens, Demosthenessens Werke. Dagegen ist zulässig: Horazens.

Die auf ein unbetontes e ausgehenden Personennamen können den Genitiv durch Anhängung von ns bilden, z. B. Amaliens, Goethens.

Ebenso richtig und bei den Familiennamen jetzt üblicher ist die Form mit bloßem s, also Amalies, Goethes.

Daß ein Genitiv auf ens bei Appellativbegriffen unzulässig ist, folgt aus der Beschränkung obiger Regel auf Eigennamen von selbst, mag aber noch besonders hervorgehoben werden, weil in manchen Gegenden Deutschlands falsche Formen, wie Arztens-Witwe, Profossens-Ehefrau etc., nicht selten vorkommen.

Geographische Namen, die auf einen Zischlaut ausgehen, nehmen in der Regel keine Flexionszeichen an; man bezeichnet bei denselben das Genitivverhältnis durch Hinzufügung eines Gattungsnamens, z. B. der Stadt Graudenz, der Landschaft Argolis, oder durch die Präposition von, z. B. die Umgegend von Graudenz, die Bewohner von Argolis.

Wenn Personennamen mit dem Artikel stehen, so bleiben sie unflektiert, z. B. des Karl, des Fritz, der Julie, des Cäsar, des Antonius, eines Cicero, eines Sokrates; ebenso, wenn noch ein Attribut hinzutritt, z. B. des großen Karl, des Kaisers Karl, der Kaiserin Augusta.

— Dativ und Accusativ.

Als Endung für den Dativ und Accusativ von Eigennamen galt früher en oder n, z. B. gieb Wilhelmen das Buch, ich habe Friederiken gesehen. Jetzt ist diese Endung veraltet, und der Dativ und Accusativ erhalten kein Flexionszeichen.

— Plural.

Da der Plural von Eigennamen selten gebraucht wird, so lassen sich aus dem Gebrauche nur schwer allgemein gültige Regeln feststellen. Doch beachte man folgendes:

Männliche Personennamen, die auf einen Konsonanten ausgehen, haben in der Regel e, z. B. zwei Wilhelme, Friedriche, Konrade, Felixe; zuweilen s, z. B. zwei Karls; zuweilen bleiben sie unflektiert, z. B. zwei Alexander.

Weibliche Personennamen, die auf unbetontes e ausgehen, nehmen immer n an; z. B. Marieen, Brunhilden, Julien.

Namen, die auf einen vollen Vokal ausgehen, nehmen fast immer ein s an, z. B. zwei Emmas, die Tassos; doch nehmen einige auf o, indem sie sich an das Lateinische anlehnen, ein nen an, z. B. die Scipionen, die Ottonen.

Vereinzelt merke man, daß bei dem Namen Jesus Christus meist die lateinische Flexion beibehalten wird: Jesus Christus, Jesu Christi, Jesu Christo, Jesum Christum.

Genitiv und Plural der Fremdwörter.

Bei den Fremdwörtern sind nicht selten zwei Formen für den Genitiv und den Plural angegeben. Das war leider notwendig, weil die Deklination der Fremdwörter im Deutschen fast ganz ungeregelt ist und ein fester Gebrauch sich nicht immer nachweisen ließ.

Flexion substantivierter Adjektive und Partizipien.

Zwischen den Substantiven und den Adjektiven steht eine Gruppe von Wörtern, die zwar substantivisch gebraucht werden, aber in ihrer Flexion noch ihre Herkunft von Adjektiven oder Partizipien verraten und wie solche flektiert werden; z. B. der Einjährige, die Einjährigen; ein Einjähriger, (mehrere) Einjährige. Auch das Wort Beamte, verkürzt aus Beamtete, gehört zu dieser Gruppe und ist daher ebenso zu behandeln. Die gebräuchlichsten der hierher gehörigen Wörter sind in das Wörterbuch aufgenommen.

Komparationsformen der Adjektive.

In betreff der Adjektive ist nur zu bemerken, daß das Wörterbuch überall die Komparation angiebt, wo dieselbe irgend welche Schwierigkeit bietet, insbesondere auch wo die Stammsilbe einen Vokal enthält, der den Umlaut zuläßt.

Substantive klein geschrieben.

Bei denjenigen Substantiven, die allein oder in Verbindung mit andern Wörtern ihre substantivische Funktion ganz oder teilweise eingebüßt haben, indem sie in andere Wortklassen übergehen, wie Trotz, Kraft, Willen, Anfang, Abend, Morgen, oder mit andern Wörtern einen Begriff bilden, wie Haus in haushalten, ist angegeben, ob sie in solchen Fällen mit großen oder kleinen Anfangsbuchstaben zu schreiben sind, und ob sie mit dem zu ihnen gehörigen Worte zusammen geschrieben werden dürfen. Jedoch sind die hier angegebenen Schreibungen nur als solche zu betrachten, die auf Grund des amtlichen Regelbuchs unbedenklich angewendet werden dürfen, ohne doch Anspruch auf ausschließliche Gültigkeit zu haben.

Von Personennamen abgeleitete Adjektive klein geschrieben.

Nach dem Vorgang des preußischen Regelbuchs, welches „lutherische Kirche“ schreibt, und in Übereinstimmung mit dem vorwiegenden Gebrauch sind die von Personennamen abgeleiteten Adjektive klein geschrieben, wenn man bei denselben mehr an eine Eigenschaft als an die Herkunft von den betreffenden Personen zu denken pflegt, also z. B. nicht nur ciceronianische Beredsamkeit, katonische Strenge, sondern auch pythagoreischer Lehrsatz, voltaische Säule. Da die Grenze nicht immer scharf zu ziehen ist, so haben auch die hier getroffenen Entscheidungen keinen Anspruch auf ausschließliche Gültigkeit.

Auslassung des e in Nachsilben.

Endlich erwähnen wir noch, daß bei solchen Wörtern, welche neben der Stammsilbe zwei Nachsilben haben, von denen die erste den Vokal e bietet, wenn es nützlich schien, angegeben ist, daß dieses e ausfallen kann; z. B. Abwechselung und Abwechslung. Hier möge zur Ergänzung noch die allgemeine Regel Platz finden, daß die Nachsilben el, en, er vor einer zweiten Nachsilbe in vielen Wörtern regelmäßig ihr e verlieren und fast überall es verlieren können. Ist die zweite Nachsilbe en oder em, so kann auch diese ihr e aufgeben, während die erste es alsdann behält. So sind für manche Wörter drei Formen möglich, z. B. anderen, andren und andern; edelen, edlen und edeln; unseren, unsren und unsern; heiterem, heitrem und heiterm; doch sind die an letzter Stelle genannten Formen andern, edeln, unsern, heiterm vorzuziehen.

Einrichtung des Wörterbuchs.

Zwei oder mehrere verschiedene Schreibungen, welche in gleicher Schrift nebeneinander stehen, sind gleichberechtigt; z. B. Façade, Fassade.

Die einfache Verweisung bedeutet, daß die erstere Schreibung nur zulässig, die zweite besser ist; z. B. Axe s. Achse, d. h. die Schreibung ›Achse‹ ist vorzuziehen.

Steht vor dem ersten Worte einer Verweisung eine eckige Klammer, so ist diese Schreibung verwerflich; z. B. [ächt s. echt, d. h. man schreibe ›echt‹ und nicht ›ächt‹.

Wenn bei einem andern Worte weitere Angaben, die auch auf das Schlagwort Anwendung finden, gesucht werden sollen, steht: vgl.; z. B. knitschen, vgl. kni[e]tschen, d. h. die betreffenden Flexionsformen sind bei ›[kni[e]tschen]‹ zu finden; siebentel, vgl. fünftel, d. h. bei ›[fünftel]‹ sind mehrere Beispiele wegen des etwaigen Groß- oder Kleinschreibens gegeben. Auch sonst ist durch „vgl.“ oder „s.“ nicht selten auf Artikel verwiesen, um auf ähnliche Erscheinungen aufmerksam zu machen; z. B. Sahlweide, vgl. Schalksknecht. Um dieselbe Erklärung nicht zweimal zu geben, ist bei gleichberechtigten Formen durch „s. d.“ von der einen auf die andre verwiesen; z. B. Salweide, Sahlweide s. d.

Was in eckige Klammern [] eingeschlossen ist, kann beliebig gesetzt oder weggelassen werden; z. B. Kem[e]nate, d. h. Kemnate oder Kemenate sind gleich richtig.

Horizontaler Strich vertritt das Schlagwort buchstäblich, z. B. Kehle, die; _, _n, d. h. der Kehle, die Kehlen; wird das Schlagwort bei der Flexion geändert, so ist es entweder vollständig (mit der betreffenden Veränderung) wiedergegeben, oder der veränderte Schlußteil desselben mit vorhergehenden zwei Punkten, die den unveränderten Teil ausdrücken; z. B. Gesang, der; _[e]s, ..sänge, d. h. des Gesang[e]s, die Gesänge.

Abkürzungen.

acc. bedeutet: Accusativ
Anm. Anmerkung
conj. Konjunktiv
dat. Dativ
d. h. das heißt
gen. Genitiv
m. P. männlicher Personenname
pl. Plural
S. Seite
s. siehe
s. d. siehe dies
etc. und so weiter; auch: und ähnliches
vgl. vergleiche
vgl. d. vergleiche dies
w. P. weiblicher Personenname
z. B. zum Beispiel
Zuss. Zusammensetzungen

Sonstige Abkürzungen, insbesondere auch die zur Angabe der Herkunft eines Wortes verwendeten, wie lat., griech. etc., erklären sich von selbst, nur ist zu bemerken, daß „neulat.“ bedeutet: es liegt ein Wort zu Grunde, welches erst nach dem Untergang des Lateinischen als einer lebenden Sprache nach lateinischer Weise gebildet worden ist. Es ist also zwischen Mittellatein und Neulatein nicht unterschieden.

A.

A (Note), das; _, _

a (fr. à); 5 Stück a 10 Pfennig, s. v. w. 5 Stück, das Stück zu 10 Pfg.

Aa, Aach[e], die, Name vieler kleiner Flüsse oder Bäche, eigentlich s. v. w. Wasser

Aachen (Stadt)

Aal, der; _[e]s, _e u. Äle; das Älchen

aalen

Aaltierchen, das; _s, _

Aar (Adler), der; _[e]s u. _en, _e u. _en

Aarau (Stadt)

Aar[e] (Fluß in der Schweiz), die

Aargau (Land), das

Aaron, Aron (m. P.)

Aas, das; Aases, Äser; das Äschen

aasen (die rohe Haut abaasen; fressen); du aasest u. aast, er aast; du aastest; geaast

aasig

aaßen (fressen); du aaßest u. aaßt, er aaßt; du aaßtest; geaaßt; vgl. [aasen] u. [äsen]

ab; auf und ab gehen; bergab, bergauf etc.

Abakus, der; _, _ (griech.); Rechenbrett; Deckplatte einer Säule

Abälard (m. P.)

Abalienation, die; _, _en (lat.); Entfremdung, Veräußerung

abalienieren s. d. [vorige Wort]

abänderlich

Abandon, der; _s (franz.); Abtretung, Übertragung

Abandonnement, das; _s (fr.); Abtretung; Zustand gänzlicher Verlassenheit

abandonnieren (franz.); aufgeben

Abartikulation, die; _, _en (neulat.); Gelenk-, Knochenfügung

Abartung, die; _, _en

abäschern, abeschern; abgeäschert

Abba (hebr.); Vater; s. [Abt]

Abbé, der; _s, _s (franz.); ursprünglich Abt, jetzt nur noch ein Titel für kathol. Geistliche ohne Amt

abblassen; du blassest u. blaßt ab, er blaßt ab; du blaßtest ab; abgeblaßt

abbosseln; abgebosselt

Abbreviation, die; _, _en (lat.); Abkürzung

Abbreviator, der; _s, _en (neulat.); Abkürzer; Ausfertiger von päpstlichen Breven

Abbreviatur, die; _, _en (neulat.); Abkürzung bei der Schrift, s. [Abbreviator]

Abc (ABC, A-B-C), das; _, _; vgl. [Abece]

Abcbuch, das; _[e]s, ..bücher

Abcschütz, der; _en, _en

abdachig, abdächig

Abdeckerei, die; _, _en

Abdera (Ort)

Abderit, der; _en, _en

abderitisch

abdicieren s. [abdizieren]

abdicken; abgedickt

Abdikation, die; _, _en (lat.); Abdankung, freiwillige Niederlegung eines Amtes

abdizieren s. [Abdikation]

Abdomen, das; _s, _ u. ..mina (lat.); Unterleib

abdominal, am [Abdomen] (s. d.) befindlich

Abdruck, der; _[e]s, ..drücke u. (Buchdruckerei) ..drucke

abducieren s. [abduzieren]

Abduktion, die; _, _en (lat.); Abführung; eine bestimmte Art des Knochenbruches etc.

abduzieren (lat.); abziehen, wegführen

Abece, das; _s, _s; vgl. [Abc]

Abecedarier, der; _s, _; Abcschüler, Spottname der Wiedertäufer

Abecedarius, der; _, ..rii, s. [Abecedarier]

abecedieren, das Abc hersagen

Abel (m. P.)

[Abelard s. [Abälard]

Abelianer, der; _s, _; eine christliche Sekte

Abelit, der; _en, _en; Angehöriger des Abelsordens

Abelmosch, der; _es, _e; Abelmoschuskörner, pl., ein Parfüm

Abencerrage, der; _n, _n; maurisches Herrschergeschlecht

Abend, der; _s, _e; abends, des Abends; heute abend; diesen Abend

Abendland, das; _[e]s

Abendländer, der; _s, _

abendländisch

abendlich

Abendmahl, das; _[e]s, _e

Abendrot, das; _[e]s

Abendröte, die; _, _n

abends; des Abends

Abenteuer, das; _s, _; (franz. aventure); ungewöhnliches Ereignis, Wagnis

abenteuerlich s. [Abenteuer]

abenteuern; geabenteuert, s. [Abenteuer]

Abenteurer, der; _s, _; die Abenteu[r]erin, s. [Abenteuer]

aber; tausend und aber tausend; das Wenn und das Aber

Aberacht, die; _, s. v. w. Oberacht, verstärkte Acht

abergläubisch; (der) abergläubischte

abermalig

abermals, abermal

Aberration, die; _, _en (lat.); Abirrung

Aberraute, die; Pflanze (aus griech.-lat. abrotonum)

Aberwitz, der; _es

abeschern, [abäschern] s. d.

Abfahrtssignal, das; _[e]s, _e; Abfahrtszeichen, s. [Signal]

abfällig; abfällig bescheiden

abfassen; abgefaßt; vgl. [fassen]

Abfasser, der; _s, _

abfeimen; abgefeimt

Abfuhr, die; _, _en

abgängig

Abgängling, der; _[e]s, _e

Abgängsel, das; _s, _

abgedroschen

abgefeimt

Abgeordnete, der; _n, _n

Abgesandte, der; _n, _n

abgeschieden

abgeschliffen

abgeschmackt

abgesondert

abgestorben

abgestumpft

Abgötterei, die; _

abgöttisch; (der) abgöttischte

Abgrund, der; _[e]s, ..gründe

abgrundwärts

Abguß, der; ..gusses, ..güsse

abhagern; abgehagert

abhalsen; du halsest u. halst ab, er halst ab; du halstest ab; abgehalst

abhanden kommen

Abhang, der; _[e]s, ..hänge

abhängig

abhorrescieren, abhorreszieren (lat.); verabscheuen

abhorrieren (desgl.)

Abhub, der; _[e]s

äbich[t] s. [Abrechte]

Abictin, das; _[e]s (vom lat. abies, Tanne); ein Harzstoff

Abigail (w. P.)

Abiturient, der; _en, _en (neulat.); »einer, der abgehen will«, zur Reifeprüfung an einer höhern Lehranstalt Zugelassener; Abiturientenexamen, Reifeprüfung

abjudicieren s. [abjudizieren]

Abjudikation, die; _, _en; s. das [folgende Wort]

abjudizieren (neulat.); gerichtlich aberkennen

Abjuration, die; _, _en; s. [abjurieren]

abjurieren (lat.); eidlich leugnen, abschwören

abkanzeln; abgekanzelt

Abkehr, die; _

Abklatsch, der; _es, _e

Abkommen, das; _s, Vereinbarung

Abkommenschaft, die; _

abkömmlich

Abkömmling, der; _[e]s, _e

abkonterfeien, abmalen, s. [Konterfei]

abkrusten; abgekrustet

Abkühl-..(apparat)etc.

Abkunft, die; _

Ablaktation, die; _, _en; s. [ablaktieren]

ablaktieren (lat.); entwöhnen; eine Art des Veredelns

Ablaß, der; ..lasses, ..lässe

Ablassung, die; _, _en

Ablativ, der; _[e]s, _e; Ablativus, der; _, ..ve (lat.); der sechste Kasus der lat. Deklination

Ableger, der; _s, _

ablisten; abgelistet

ablohnen, ablöhnen; abgelohnt

abluchsen; abgeluchst

Ablution, die; _, _en (lat.); Abwaschung

Abmachung, die; _, _en

abmagern; abgemagert

Abmähung, die; _, _en

Abmattung, die; _, _en

abmeiern; abgemeiert; eigentl. von Hof und Gut entfernen; abthun

abmergeln; abgemergelt

abmurksen; abgemurkst; vgl. [murksen]

abmüden; abgemüdet

abmüßigen; abgemüßigt

Abnahme, die; _, _n

abnorm (lat.); regelwidrig, ungewöhnlich

Abnormität, die; _, _en (neulat.); regelwidrige, krankhafte Erscheinung

abnötigen; abgenötigt

abnutzen; abgenutzt; vgl. [nutzen]

aböden; abgeödet

abolieren (lat.); abschaffen

Abolition (lat.); Aufhebung (eines gerichtlichen Verfahrens), Begnadigung

Abolitionist, der; _en, _en; Gegner der Sklaverei in Nordamerika, s. [Abolition]

Abonnement, das; _s, _s (frz.); Vorausbezahlung, Bestellung

Abonnementstermin, der; _[e]s, _e; Bezugszeit

Abonnent, der; _en, _en; s. [abonnieren]

abonnieren (franz.); vorausbezahlen; -bestellen

abortieren (lat.), einen [Abortus] thun (s. d.)

abortiv, zum Abortus gehörend

Abortus, der; _, _ (lat.); Fehlgeburt

abprotzen; du protzest u. protzt ab, er protzt ab; du protztest ab; abgeprotzt

abraffen; abgerafft

Abraffer, der; _s, _

Abraham (m. P.)

Abrahamit, der; _en, _en; Name verschiedener Sekten