Vor Arques im Laufgraben hält Henri seinem Marschall Biron vor, daß sie auf den Angriff des Feindes schon eine Woche warten. Mayenne steht drüben hinter dem Wald, kein Geplänkel lockt ihn hervor: in diesem Nebel will er nicht kämpfen. Aber der Nebel wäre von Vorteil für das kleinere Heer. Henri möchte die Schlacht erzwingen. Der Alte rät ab. «Sire! Sie haben auf mich gehört und sich in den Platz Dieppe nicht eingeschlossen. Es ist ein schlechter kleiner Platz.» — «Und wimmelt von Verrätern», sagte Henri. Der Marschall: «Sie kennen die Menschen, wie ich an mir selbst erfahren habe. Dafür weiß ich länger als Sie auf den Schlachtfeldern Bescheid. Verlassen Sie um keines Nebels willen dies weite, überall gedeckte Viereck. Hier sind Sie sicher, zu widerstehen. Sie haben für sich alle natürlichen Umstände, die Burg in Ihrem Rücken, zu Ihrer Linken den Fluß mit seinem sumpfigen Ufer, unzugänglich für die Reiterei des Feindes, noch mehr für seine Kanonen. Von weitem kann er im Nebel nicht zielen mit Kanonen.»

«Die unseren aber» — murmelte Henri. «Wo sind sie? Das ist das Geheimnis. Das wird die Überraschung sein.»

Biron sah sich um, einen Augenblick sprachen sie nicht. Dann zuckte der Marschall die Achseln. «Auch rechts kann Mayenne nicht angreifen, die Hügel sind buschig und enge gewunden. Bleibt ihm nur übrig, vom Wald her durch das nackte Feld zu kommen. Sire! Sie erwarten ihn zwischen Ihren beiden guten Verschanzungen: auf der vorderen stehen fünfhundert Ihrer alten Hugenotten, an ihnen hab ich mir früher die Knie gerieben. Ist aber auch Raum gelassen, daß Sie fünfzig Pferde in einer Front können vorschicken.»

«Sie haben alles bedacht, Biron, das wissen auch die Truppen. Meine Truppen sind grade mäßig genug an Zahl, daß jeder einzelne Soldat sieht und urteilt. Sein Kampfeseifer ist voll Verständigkeit. Darin liegt unser Vorteil, daß wir nicht zu viele sind.»

«Sire! Ein dichter Nebelreif, der über Ihr Gesicht zieht, verbirgt mir, ob Sie lachen.»

Ihm ins Ohr sagte Henri: «Der Nebel wird dem Feind verbergen, wie wenige wir sind. Und wie gut wir verteilt sind», schloß er — rückte die ausgestreckte Hand von einem Punkt der weiten Landschaft zum anderen: sechs Punkte, er kannte jeden und fand im Nebel hin.

Weder Henri noch Biron hatten erwähnt, was sich von selbst verstand: der Nebel schützte, aber er gefährdete auch, die einen wie die anderen. Den ganzen Tag schlichen Kundschafter unsichtbar hin und her. In dem riesengroßen Heer der Liga brach öfter ein grundloser Schrecken aus. Bei den Königlichen legte man das Ohr auf den Boden und horchte. Am Morgen darauf gab Mayenne es auf zu warten, bis die Luft klar würde: er griff an. Mayenne war geschickt, er tat etwas Überraschendes, konnte wenigstens meinen, es wäre unerwartet. Er kam zuerst nicht über die Ebene, sondern schickte einiges Fußvolk, nur dreihundert deutsche Landsknechte, seitwärts durch das Hügelland. War er recht berichtet, stand der König in Person rechts von der zweiten Verschanzung. Hinter den Büschen, im Nebel, seine Stellung umgehen und ihn fangen, damit dachte Mayenne sogleich zu gewinnen. Der König gefangen, alsbald sprängen die Deutschen auf die zweite Schanze, stürmten von rückwärts die erste, dort fänden sie die Reiterei der Liga schon eingedrungen. Genommen alle Befestigungen, und was übrigbliebe von den Königlichen, wären auf nacktem Feld zwei, drei verzagte Haufen. So die Schlacht, die der Feind zu schlagen dachte. Beschert wurde ihm eine ganz andere.

Neben der ersten Schanze stand Biron, wie Henri neben der zweiten. Er stützte sich auf eine Kapelle, die wollte er halten mit seinem ganzen Eigensinn. Der Alte hatte nur sechzig Reiter, aber Augen, die erkannten durch den Nebel, wie ein Landsknecht unter Büschen schlich. Er schickte einen Reiter zum König. Als die dreihundert Deutschen, schnaufend nach dem heimlichen Schleichen, bei der Stellung anlangten, wurden sie erwartet, und taten wohl daran, mit frommen Gesichtern sogleich die Hände zu erheben. Sie behaupteten, sie wären eigentlich königlich gesinnt, weshalb man ihnen noch über den Graben half, auch die Waffen ließ und der König berührte ihre Hände. Indessen meinten sie es nicht so genau. Das zeigte sich, da Reiterei und Fußvolk der Liga mit Übermacht einstürmten auf die Verteidiger der ersten Linie. Das waren aber die fünfhundert Arkebusiere der Religion, die ließen nicht leicht jemand ein, der sich an ihnen die Knie reiben wollte. Leichte Reiterei des Feindes setzte wohl hinüber in das geschlossene Feld zwischen den beiden Schanzen. Da waren es sechsundzwanzig berittene Edelleute des Königs, die sie anfielen aus dem Nebel, waren nicht zu zählen im Nebel und jagten die feindlichen Reiter vor sich her nach der Kapelle: dort stießen sie auch noch auf Biron und seine sechzig.

Die Landsknechte auf der zweiten Schanze waren mit jeder Minute weniger königlich gesinnt. Sie merkten wohl, die Truppen der Liga waren eingedrungen in das geschlossene Feld. Was weiter geschah, entging ihnen, oder sie begriffen es etwas zu spät: jedenfalls verwandelten sie sich plötzlich in Feinde zurück. Dadurch riefen sie zwar große Wirrnis hervor.

Biron, der herbeieilte, wurde vom Pferd geworfen. Derselbe Deutsche, der den Marschall zu Fall gebracht hatte, hielt dem König selbst seinen Spieß vor die Brust und sagte, der Herr sollte sich ergeben. Das wäre soviel wie eine lebenslange Versorgung gewesen für den Guten. Nur leider kam er zu spät, seine Partei war im geschlossenen Feld schon niedergeworfen: er hatte nicht achtgegeben vor Eifer. Plötzlich sieht er sich umstellt von Reitern, die drauf und dran sind, ihn hinzumachen. Sein Gesicht wird dumm wie je, der König lacht und befiehlt, ihn laufenzulassen.

Hier wurde Biron zornig. Steif von dem Sturz, kletterte er auf sein Pferd: noch nie hatte jemand ihn herunterfallen gesehen. Nun war Zeuge der König selbst, machte sich aber nichts daraus, sondern lachte. Seine Sache, wenn er den Spieß des Deutschen auf seiner Brust haben wollte.

«Sire! Ich rühme mich weder meiner Sanftmut noch Seelenkraft. Geben Sie mir den Mann!»

Er war knochig wie sein Klepper, hatte auch seinen eisernen Blick zurück, mit dem Blick kannte Henri ihn aus der Zeit ihrer Feindschaft. Der alte Feind schwankte dort oben lang und dürr; alles Lärmen und Gewühl der Schlacht entriß ihn seinem Sinnen nicht auf Recht und Rache. «Biron, so sind Sie. Nun, und so ist der Landsknecht. Ich aber muß mit vielen Menschen leben.» Der König sprach es ruhig, schon halb fortgewendet. Er war zu Fuß im Graben unter der Schanze; der Reiter aus seiner Höhe sah ihn klein, die ganze graue Rüstung, der große weiße Helmbusch. Um so stärker fühlte er plötzlich den Abstand, ja, mehr als nur einen Abstand des Ranges. Wesen und Macht der Tiefe wollten ihn anrühren unheimlich von dort unten — ihn, den sie den berittenen Tod nannten. Ein Spaßmacher, der dort? Spieler um jeden Einsatz und tränenreiches Kind? Respekt, Biron, das ist der König, so sehr wußten wir es noch nicht. Vor ihm gelte ich, Marschall Biron, dem deutschen Landsknecht gleich. Man sagt: «Er ist gut.»

Man sieht: er ist lustig. Kann sein. So fliegen helle Vögel über dunklen Grund. Ist alles richtig, Sanftmut, Seelenkraft — und besonders, daß wir’s uns nur gesagt sein lassen, die gerechte Verachtung der Menschen.

Damit wendete Biron und sprengte nach seiner Kapelle; um diese drehte sich die Schlacht, sie wollte er halten eigensinniger als je — für einen solchen König.

Das große Heer der Liga hatte nichts ausgerichtet gegen das verschanzte Lager inmitten. Durch die Hügel rechts ließ es sich jagen bis nach dem Weiler. Biron hielt die Kapelle, und so lange mußte die Schlacht sich drehen, der Feind geriet von selbst auf das sumpfige Gelände links. Dort drangen mehr Königliche in seine Abteilungen ein, als er jemals dachte, kennenzulernen. Fiel auch niemandem bei, es könnten immer dieselben sein. Eine Truppe des Königs, herangeführt im Galopp von ihm selbst über die ganze Breite des Schlachtfeldes, sie vernichtete Kompanien mitsamt dem Anführer — alsbald aber verging sie im Nebel. Der nachrückende Feind verlor die Richtung. Wohin? Gegen wen? Er suchte den König; der war längst anderswohin zu Hilfe geflogen. Über den Feind kamen neue Truppen her, blieben aber in Wirklichkeit dieselben wie vorher. Seine großen Haufen wurden einzeln ermüdet, bevor sie sich recht erinnerten, daß sie ein übermächtiges Heer waren. Dann allerdings trat von diesem ein Hauptteil zugleich auf den weichen Boden, so daß er wich unter der Wucht. Umkehr, Verwirrung, viele staken im Sumpf. Die Vordersten gerieten an die Schweizer.

Im Hohlweg hinter Hecken standen den Fluß entlang die Schweizer des Königs, sperrten Dorf Arques ab, hätten auch ins Gras gebissen Mann für Mann, bevor nur einer hindurchgelangt wäre von den Feinden des Königs. Es waren, allein und abgeschlossen an einer Stelle fremden Landes, Männer aus Solothurn und Glarus mit ihrem eigenen Obersten, Gallaty. Sie streckten ihre Spieße vor, dies war ihr Platz, auf den sie ihre breiten Füße stemmten; wichen keinem Druck der Übermacht, wären alle geblieben. Einmal sahen sie im Nebel einen weißen Helmbusch, den trug nur der König. Er sagte zu ihnen: «Meine Schweizer! Diesmal deckt ihr mich. Das nächstemal hau ich euch heraus.» Sie verstanden ihn, obwohl er anders sprach als sie, auch kein Französisch, das sie kannten. Er nannte sie Souisses. Er war ihr Freund und hatte ihrem Obersten Gallaty versprochen, daß er, einmal Herr seines Königreiches, der freien Schweiz Hilfe schuldete gegen ihre Bedränger. Das war ein Wort für ihn und sie. Er wollte nachher immer nur der Verbündete freier Völker sein. Sie waren von der Art der Eidgenossen, die am Todestage des Admirals Coligny noch seine Treppe gehalten hatten, solange von ihnen einer lebte.

Die Schweizer hielten den Hohlweg. Die Reiter des Königs, fünfzig in der Front, brachen immer wieder aus den Schanzen, sein Fußvolk wehrte sich des Lebens an sechs Stellen, Biron klammerte sich an die Kapelle — und alle diese blieben durchaus dieselben, indes ihre Gegner Atem schöpften und einander ablösten. Handgemenge, Pistolen nah ins Gesicht abgeschossen, nicht früher, als man die Farbe der Schärpe unterscheidet. Die Lanze unter den Sitz des Reiters geschoben, aus dem Sattel mit ihm, zu Boden mit ihm. Ein großer Herr der Liga beschimpfte noch vom Erdboden herauf den jungen Protestanten, seinen Besieger: «Wichse kriegen, Junge!» — und hatte sich schon den Hals gebrochen. Bei der Kapelle aber fiel ein La Rochefoucauld, Josias mit seinem biblischen Namen. Ihr Pferd verloren Rosny und Biron. Der Pferde waren leider mehr als genug, da ihre Reiter zwischen den Hufen lagen mit einem Ächzen, das nahm nur noch die Erde auf. Über die Sterbenden hin toste wie je das Leben und hörte sich an wie eine Schlacht.

Der König und sein Helmbusch wurden gesehen bei der Kapelle, im Hohlweg neben dem Fluß, auf den Schanzen, dem nackten Feld, überall, von jedem einzelnen und allen zugleich. Er rief sie an, im Nebel und in der Not, damit sie aushielten und es gut machten. Er rief die großen Namen, deren Träger sich zu seinen Geschicken geschlagen hatten, und war ein Name bis jetzt nicht groß, dann wurde er es durch ihn. Er ritt vorbei an dem jungen Generalobersten seiner leichten Reiterei, Sohn Karls des Neunten und einer Mutter aus dem Volk. ‹Valois! Dich kenn ich und vergeß ich nicht, dich und dein Haus. Ihr seid bei mir auf ewig. War schon vorbei. Montgomery, Richelieu! Ich hab eine Überraschung. Rosny, La Force! Wenn die Not am größten, ist Gott am nächsten. Biron! Siehst du nicht den Nebel steigen? Wird steigen, muß steigen, so wahr Gott hilft und wir siegen sollen. La Rochefoucauld, für dich ist meine Überraschung, bald sollst du sie hören hereinbrechen mit Donnerschlag.›

Vom Pferd herab faßte er diese Schulter, da fällt der Mann um, nicht wie ein Lebender fällt. Einen Toten in seiner Rüstung hatten sie aufrecht an die Kapelle gelehnt.

«Josias? Du?» fragt Henri für sich allein und will nicht glauben, was er fragt. Es wird geschehen ein Donnerschlag, aber dieser hört keinen mehr. Retten sollen uns die Kanonen von Burg Arques, sobald der Nebel steigt und sie zielen können. Hab hinter der Schanze einen normannischen Seeräuber, der sagt mir auf die Minute, wann der Nebel steigt. Vernimm dies als letztes, mein Josias!›

La Rochefoucauld liegt entseelt am Wege, wie einst ein anderer seines Namens, in Schloß Louvre, am Ende der Mordnacht. So liegen die Toten am Wege. Der König ist fort und weiter.

Er ist bei den Schweizern. Bleibt fest dies letztemal! Unmöglich, sie werden überrannt. Der Hohlweg am Fluß, jetzt dennoch aufgegeben, und so auch endlich die Kapelle. Die Reste des königlichen Heeres halten einzig den Brückenkopf, schon bedacht auf den Rückzug nach Arques und Dieppe. «Gevatter», nennt der König den Schweizer Obersten. «Gevatter, hier bin ich, will mit euch sterben oder Ehr gewinnen mit euch.» Spricht, und sieht dabei, wie alle Zuschauer es gewärtig sind, die tiefen Reihen des Feindes einander vorschieben mit schwerer Wucht, sich zu legen und zu schließen als ein Grabesdeckel über ihn und sein Königreich. Ihn hat geschaudert. ‹Vorbei, weiter, zuletzt ist nicht zuletzt: meine Hugenotten!› Da holt er sie sich, die festgebliebenen Verteidiger der ersten Verschanzung, seine Alten von Jarnac und Montcontour, Gefährten des Herrn Admirals, Überlebende aus zwei Jahrzehnten der Kämpfe um das Gewissen. Die von der Religion! Sie hören seinen Ruf, erblicken seinen Helmbusch und verlassen die Schanze, die vordere, die behaupten sie eisern seit dem Morgen. Sie waren fünfhundert und treten auf, als wären sie es noch. Bei ihnen marschieren die Toten mit. Ihnen voran geht ihr Pastor Damours. Er heißt Da-mours.

«Herr Pastor, stimmen Sie den Psalm an», sagt der König, und sie singen. Den Feind anfallen, wenn er am höchsten glänzt und prahlt, so war es in den alten Schlachten, und auch bei Coutras. Ist keinem Feinde gut bekommen: sogar dieser großmächtige erschrickt, als er den Psalm hört; kommt zum Stehen, verwickelt sich.

O Gott, so zeige Dich doch nur,
Und plötzlich wird sich keine Spur
Vom Feind mehr blicken lassen.
Wenn er denn ab sein Lager bricht,
Vergehn vor Deinem Angesicht
Sie alle, die uns hassen.
Befiehl, o Gott, daß alle fliehn,
Du läßt ja auch den Rauch verziehn,
Der auf dem Feld gekrochen.
Das Wachs hält nicht dem Feuer stand,
Den Bösen wird von Gottes Hand
All ihre Kraft gebrochen.

Hier hebt sich der Nebel: sofort donnern von der Burg Arques die Schläge der Kanonen. Die Kugeln zerreißen und zerrütten den Feind, je näher er sich herangewagt hatte. Das ist der Sieg und er verbürgt das Königreich. Nun gibt Gott gar nicht, oder gibt mit vollen Händen von dem, was sein ist, das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit. Auch dies erfährt Henri heute, ergriffen von Gottesfurcht. Coligny, der Sohn des Admirals, trifft bei ihm ein, aus Dieppe, für das nichts mehr zu fürchten ist, siebenhundert heran, zu den vorigen alten Arkebusieren der Religion wieder siebenhundert.

«Dich schickt Gott, Coligny!»

Henri hat nicht geklagt noch gebetet, solange es schlecht und eigentlich verzweifelt stand. Er ruft zu Gott im Glück, und um im Glück sich zu neigen. Lange, gefahrenvolle Stunden hat er mit den Hufen dies Schlachtfeld umgeackert, hat eingegriffen überall, jede seiner kleinen Truppen glaubte ihn immer zugegen. Hier hält er an. Er hat in Nebel und Ungewißheit hinein Namen gerufen und hat die Namen größer gemacht. Er hat seine kleinen Truppen, wo immer sein Helmbusch erschien, befestigt in Mut und Vertrauen. Den Schweizern hat er seine Treue gebracht für die ihre. Er hat mit den Toten am Wege gesprochen. Er hat Marschall Biron gelehrt, wer er ist. Er hat Glück gehabt. Sein Tag ist schon lang, aber nach dem Verwehen des Nebels geht auch sein Tag erst glänzend auf. Er wird nächstens sechsunddreißig Jahre alt, dies war nun erst die Jugend. Über sein Gesicht, das verklärt ist noch eher durch gehabten Kampf und bestandenes Leid als aus Freude, rinnen mit dem Schweiß die Tränen.

Von beiden Seiten drücken seine alten Krieger, Freiheitskrieger, Gewissenskrieger, den Feind ein: alle Kraft des Feindes ist gebrochen, sie aber singen. Rauher Jubel, Sturmglocken des Himmels, an deren unsichtbaren Stricken gerissen wird von der frommen Schar.

Indessen bringt die fromme Schar
Dem Herrn ihr Preis und Singen dar,
Sie dürfen Lust sich gönnen:
Vor großer Freude, wie sie sehn
Die Bösen straks von dannen gehn,
Springen sie, was sie können.
So singt dem Herrn zur hohen Ehr
Und psalmodiert, lobt ihn noch mehr,
Des Ruhms kein Ende kennet!
Da er auf einer Wolke steht
Und Namens großer Majestät
Den Ewigen sich nennet.