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Richard Dehmel

Gesammelte Werke
in drei Bänden

Erster Band


S. Fischer, Verlag, Berlin

22. bis 24. Tausend

Alle Rechte vorbehalten, auch das der Übersetzung
Copyright 1913 by S. Fischer Verlag A.-G., Berlin

Übersicht

(Die mit * bezeichneten Stücke sind neu aufgenommen)

Seite

[Erlösungen]

Denkzettel

[7]

*Freudenruf

[9]

*Deutsches Lied

[9]

An mein Volk

[10]

Auf den Weg

[11]

*Antrieb

[11]

Welt und Zeit

[11]

Bekenntnis

[11]

Grundsatz

[12]

Selbstzucht

[12]

Wen’s trifft

[13]

Die geflügelte Fackel

[13]

*Die Glocke im Meer

[14]

Der Pirat

[15]

An die Ersehnte

[19]

Im Fluge

[19]

*Entzückung

[20]

Durch die Blume

[20]

Entbietung

[21]

Ihr Wunsch

[21]

Die Umworbene

[22]

Der Rächer

[23]

Die Tochter der Sonne

[25]

Wollust

[28]

Ein Brandbrief

[29]

Die zwölf sittsamen Gastwirte

[32]

Eine gantz neu Schelmweys

[34]

Novemberfahrt

[35]

Der brave Strubel

[36]

Frecher Bengel

[37]

Fräulein Leichtfuß

[38]

Zuspruch

[38]

Epitaph

[38]

Ermutigung

[39]

Nächtliche Frage

[39]

Vorgefühl

[39]

Mädchenfrühling

[40]

Leises Lied

[40]

*Ständchen

[41]

Überraschung

[41]

Herrliches Pärchen

[43]

Empfang

[44]

Nicht doch

[44]

Das alte Lied

[45]

Die Heimkehr

[46]

Zuflucht

[47]

Sommerabend

[48]

Morgenandacht

[48]

Im Regen

[49]

Einkehr

[50]

Lied Kaspar Hausers

[50]

Heimat

[51]

Tief von fern

[52]

Der Herr der Liebe

[52]

Läuterung

[53]

Pfingstlied

[53]

Jetzt und immer

[54]

Allgegenwart

[54]

Waldseligkeit

[55]

Die Getrennten

[56]

In Sehnsucht

[56]

Deine Nähe

[57]

Der Bräutigam

[58]

Ansturm

[58]

Nachtgebet der Braut

[59]

Ballnacht

[59]

Entweihung

[60]

Landung

[61]

Die Illusion

[62]

Gebet an die Geliebte

[62]

Der Wunschgeist

[63]

Dante guidante

[68]

Rückkehr

[68]

Verheißung

[69]

An meine Königin

[70]

Wahrspruch

[71]

Lobgesang

[71]

Blick ins Licht

[72]

Fernhin

[73]

Erste Hoffnung

[73]

Am Storchsee

[74]

Wiegenlied für meinen Jungen

[75]

Lied der Mutter

[76]

Indianischer Wiegengesang

[77]

Adlerschrei

[80]

Eröffnung

[81]

Weihspruch

[82]

Nachruf an Nietzsche

[82]

Glockenklänge an Bismarck

[84]

Vor Sonnenaufgang

[87]

Humane Epistel auf deutsche Art

[88]

*Kampfspruch

[90]

Werkspruch

[90]

*Sprüche vom Glück

[90]

Menschenrecht

[90]

Machtsprüche

[91]

Das Spiel der Welt

[91]

In Summa

[92]

Lohngesetz

[93]

Ungleiche Schätzung

[93]

*Reinertrag

[93]

*Ewiges Ziel

[93]

Zwecksprüche

[94]

Allerlei Menschliches

[94]

Quintessenz

[95]

Heldentümliches

[95]

Humaner Konflikt

[96]

*Mann und Weib

[96]

Sprüche der Liebe

[96]

Spruch in die Ehe

[97]

*Sprüche der Treue

[97]

*Einziger Grund

[98]

*Die ewige Sehnsucht

[98]

Sprüche der Zeit

[98]

Sprüche zur Kunst

[99]

Inhalt der Kunst

[99]

Maßstäbe

[100]

*Gesichtspunkte

[100]

Kunstgenuß

[100]

Einem und jedem Schöpfer

[100]

*Den Empfänglichen

[101]

Den Querköpfen

[101]

*Den Auslegern

[101]

*Dichtersprache

[102]

*Dichterschicksal

[102]

*Der geduldige Dichter

[103]

Guter Rat

[103]

*Den Kennern

[104]

Den Herren Kritikern

[104]

Kumpaney

[104]

Laufbahn

[105]

*Der Hahnenkampf

[105]

*Die neue Würde

[106]

Die verunglückte Göttin

[109]

*Der Feuergeist

[115]

Das erlösende Wort

[116]

[Aber die Liebe]

Hieroglyphe

[118]

Der befreite Prometheus

[119]

Gethsemane

[124]

Tragische Erscheinung

[127]

Einsamkeiten

[127]

Bergpsalm

[129]

Lied an meinen Sohn

[131]

Ausschau bei Nacht

[132]

Weihnachtsglocken

[133]

Jesus der Künstler

[134]

Zu eng

[137]

Vergißmeinnicht

[142]

Die Magd

[143]

Die Armen

[144]

Vierter Klasse

[145]

Auf einem Dorfweg

[150]

Der tote Hund

[151]

Ein Märtyrer

[151]

Anno Domini 1812

[154]

*Ballade vom Volk

[156]

Drohende Aussicht

[157]

Dichters Arbeitslied

[158]

Die stille Stadt

[158]

Der Arbeitsmann

[159]

Predigt ans Großstadtvolk

[160]

Ein Freiheitslied

[160]

*Märzlied

[161]

Maifeierlied

[161]

*Bergarbeiterlied

[162]

Erntelied

[163]

*Sturmbild

[163]

*Die Hafenfeier

[164]

Drei Blicke

[170]

Ein Heine-Denkmal

[171]

Landstreichers Lobgesang

[176]

Hohes Lied

[178]

*Ruf an die Kühnsten

[179]

*Vogel Greif

[181]

*Die Musik des Mont Blanc

[182]

*Gebet im Flugschiff

[189]

Jesus und Psyche

[190]

Bann

[196]

Unsre Stunde

[196]

Ohnmacht

[197]

Büßende Liebe

[198]

Stromüber

[199]

Bitte

[200]

Gastgeschenk

[200]

Gottes Wille

[200]

Übermacht

[201]

Bestürmung

[202]

Antwort

[202]

Und dennoch

[203]

Nur

[204]

Nächtliche Scheu

[205]

Menschliche Botschaft

[205]

Entführung

[206]

Der Brand

[207]

Abschied ohn End

[208]

Dann

[209]

Bleiche Nacht

[209]

Trübes Lied

[211]

*Dahin

[211]

Lebewohl

[212]

Ein Stelldichein

[213]

Chinesisches Trinklied

[213]

Der Dritte im Bunde

[215]

Frühlingsrausch

[215]

Mein Trinklied

[216]

*Erklärung

[218]

*Äonische Stunde

[218]

*Zechers Nachtfeier

[218]

Fromme Wünsche

[219]

Lied des vogelfreien Dichters

[220]

Lied der Gehenkten

[221]

Rettung zu Gott

[222]

Mirakel

[232]

*Stimme von oben

[233]

Bach’sche Fuge

[234]

Rembrandts Gebet

[234]

*Die Schöpferhand

[235]

*Der letzte Traum

[235]

Ruhe

[236]

Ecce Poeta

[237]

Die ferne Laute

[237]

Notturno

[238]

Ein Ewiger

[241]

Loke der Lästerer

[242]

Um Ibsens Schatten

[247]

*Götterhochzeit

[249]

*Schöpfungsfeier

[250]

[Die Verwandlungen der Venus]

Das entschleierte Schwesternpaar

[255]

Anfang der Verwandlungen

[272]

Venus Anadyomene

[274]

„   Primitiva

[276]

„   Pandemos

[278]

„   Socia

[282]

„   Excelsior

[283]

„   Creatrix

[285]

„   Urania

[287]

„   Religio

[291]

„   Madonna

[293]

„   Mater

[294]

„   Mamma

[295]

„   Natura

[296]

„   Bestia

[297]

Amor modernus domesticus

[301]

Venus Adultera

[304]

„   Maculata

[306]

„   Perversa

[307]

„   Mystica

[309]

„   Idealis

[311]

„   Metaphysica

[315]

„   Occulta

[323]

„   Vita

[326]

„   Mors

[328]

„   Homo

[330]

„   Sapiens

[332]

„   Fantasia

[334]

„   Regina

[335]

„   Consolatrix

[343]

„   Universa

[346]

„   Heroica

[348]

„   Mea

[350]

Schluß der Verwandlungen

[351]

Erlösungen
Gedichte und Sprüche
Vierte Ausgabe

Denkzettel für den verehrten Leser

Verehrter Leser! Mensch! ich beschwör dich:

lies mich richtig, Mensch, oder scher dich!

Nämlich das Lesen von Gedichten

ist zwar sehr einfach zu verrichten,

aber gerade die einfachen Sachen

pflegt bekanntlich der Mensch sich schwer zu machen.

Vor allem: such keinen „Grundgedanken“!

sonst kommen deine paar Sinne ins Wanken.

Will ich dir meine Gedanken reichen,

schreib ich Sprüche, Aufsätze und dergleichen.

Gedichte sind keine Abhandlungen;

meine Gedichte sind Seelenwandlungen.

Selbe vollziehen sich aus Gefühlen,

die den ganzen Menschen aufwühlen.

Solch ein Gefühl, das steigt dann zu Kopfe,

sträubt mir manchmal die Haare vom Schopfe,

setzt mir meine paar Sinne in Schrecken,

daß sie plötzliche Luftbilder hecken;

die greifen einander in buntem Lauf,

jagen wohl auch Gedanken mit auf,

die dann über dem Grunde schaukeln,

etwa wie Schmetterlinge gaukeln

um eine große glühende Blume

über dem Brodem der Ackerkrume,

und so fang ich sie auf im Nu,

weiß wohl wie, weiß nicht wozu,

ist eine planvoll zwecklose Geschichte,

kurz — ich erlebe meine Gedichte.

Und, merk dirs, kein Erleben geschieht aus Gedanken;

ach, die Gedanken sind nur Ranken,

die wir arabeskenhaft flechten

um Manifeste von grundlosen Mächten.

Denn das Leben hat kein Gehirn,

verwirrt dir höchstens Dein Gehirn,

wird dir nur mit Schmerz oder Lust

als ein beseelender Wille bewußt,

der dich unsinnig treibt und lockt,

und den zu verdauen, Mensch, unverstockt,

mit unsern paar Sinnen, für Heid wie Christ

die wahre Seelenseligkeit ist.

Drum, verehrter Leser, Mensch, ich beschwör dich:

verdau mich ebenso! sonst scher dich!

Und verwirrt dich doch mal mein Gewühl,

so schieb’s nur, bitte, aufs Grundgefühl!

Wie ich auch hier nur, möglichst hold,

einem törichten Ingrimm Luft machen wollt.

Erster Abschnitt

*

Freudenruf

O freu dich, Mensch: Deine Welt erschallt!

Überall ist Frühling, wo dein Herz nachtigallt!

Menschenlieder, ihr schwanken

Meer- und Himmels-Gedanken,

Berg-, Fluß-, Fluren-Träume,

Wolken- und Wellen-Schäume,

Waldversunkenheiten,

Sternentrunkenheiten,

Wein- und Blumen-Gelüste,

schwellende Lippen und Brüste

bis hinauf zur Sonne —

ja: ihr wiegt uns in Wonne!

Deutsches Lied

Mich drängt zu singen

deutschen Geistes Kraft.

Erde nimmt Himmelschwingen,

wenn er dich, Volk, aufrafft.

Über die Eichenkronen

stürmt er zugvogeldreist

in alle Zonen,

wenns ihn zur Tat hinreißt.

Welten schweben nieder,

wenn er träumen will;

Himmel nimmt Erdgefieder,

heimatstill.

Mag er zu schlafen scheinen,

wenn er ruht:

plötzlich durch all die Seinen

zuckt Morgenglut.

Mit einem Märchenlachen

heller Verwegenheit

hörst du, Volk, ihn erwachen.

O Geist der Herrlichkeit!

An mein Volk

Ich möchte wohl geliebt von Vielen sein,

und auch geehrt; ich weiß es wohl.

Aber niemals soll

mein Stolz und Wert mir drum gemein

mit hunderttausend Andern sein.

Ich hab ein großes Vaterland:

zehn Völkern schuldet meine Stirn

ihr bißchen Hirn.

Ich habe nie das Volk gekannt,

aus dem mein reinster Wert entstand.

In meiner Heimat steht ein Baum,

den liebe ich, der steht sehr stolz

mitten im Mittelholz.

Da träumt ich manchen jungen Traum;

er wurzelt tief, der hohe Baum.

Da träumt ich, daß der Mensch allein

dem hunderttausendfachen Bann

entwachsen kann:

bis auch die Völker sich befrein

zum Volk! — mein Volk, wann wirst du sein?

Auf den Weg

Jugendsehnen, Jugendirren:

ach, was mag sich draus entwirren!

Nimmer ruht der Wünsche Spiel,

jeder Tag entfernt das Ziel.

Antrieb

Jüngling, du bist frei zum Flug;

sei nur immer Manns genug!

Spring aufs Glücksrad, rolle, rolle

durch die Welt, die wettlauftolle;

nimm als Lohn die eigne Bahn,

aller Ruhm ist fremder Wahn.

Welt und Zeit

Es klagt die Zeit: die Welt vergreist,

wo ist der alte heilige Geist!

Indeß liegt Seine Heiligkeit

im Schooß der Jungfrau Sinnlichkeit,

was zwar die Jungfernschaft befleckt,

doch eine junge Welt ausheckt.

Dann ruft die Zeit: Halleluja,

der heilige Geist ist wieder da!

Bekenntnis

Ich will ergründen alle Lust,

so tief ich dürsten kann;

ich will sie aus der ganzen Welt

schöpfen, und stürb’ ich dran.

Ich wills mit all der Schöpferwut,

die in uns lechzt und brennt;

ich will nicht zähmen meiner Glut

heißhungrig Element.

Ward ich durch frommer Lippen Macht,

durch zahmer Küsse Tausch?

Ich ward erzeugt in wilder Nacht

und großem Wollustrausch!

Und will nun leben so der Lust,

wie mich die Lust erschuf.

Schreit nur den Himmel an um mich,

ihr Beter von Beruf!

Grundsatz

Nicht zum Guten, nicht vom Bösen

wollen wir die Welt erlösen,

nur zum Willen, der da schafft;

Dichterkraft ist Gotteskraft.

Selbstzucht

Mensch, du sollst dich selbst erziehen.

Und das wird dir mancher deuten:

Mensch, du mußt dir selbst entfliehen.

Hüte dich vor diesen Leuten!

Rechne ab mit den Gewalten

in dir, um dich. Sie ergeben

zweierlei: wirst Du das Leben,

wird das Leben dich gestalten?

Mancher hat sich selbst erzogen;

hat er auch ein Selbst gezüchtet?

Noch hat Keiner Gott erflogen,

der vor Gottes Teufeln flüchtet.

Wen’s trifft

Schicksal hämmert mit blinden Schlägen:

Wachs bleibt Wachs, Gold läßt sich prägen,

Eisen wird Stahl, Glas zerspringt —

springt an hundert eiserne Türen,

keine Klinke will sich rühren,

die den Scherben Rettung bringt.

Die geflügelte Fackel

Du wünschtest dir und deinem Haus ein Zeichen,

das euch für alle Zeit ein Glücksbild sei;

doch welches Gleichnis ist so reich und frei,

so vieler Seelen Wünsche auszugleichen?

Wir möchten alle gern das Glück erreichen,

das endlich eint dies ewige Zweierlei;

doch fass ich meins, geht deins vielleicht entzwei.

So lag und sann ich über solch ein Zeichen.

Da träumte mir: Gewappnet mit zwei Schwingen

kam eine Fackel durch die Nacht geweht.

Sie loderte; die Sterne alle hingen

wie Mücken nach der Flamme hingedreht.

Und ihr Emporflug trieb mich aufzuspringen:

dies Zeichen gilt für Jeden, der’s versteht!

Die Glocke im Meer

Ein Fischer hatte zwei kluge Jungen,

hat ihnen oft ein Lied vorgesungen:

Es treibt eine Wunderglocke im Meer,

es freut ein gläubig Herze sehr,

das Glockenspiel zu hören.

Der eine sprach zu dem andern Sohn:

Der alte Mann verkindet schon.

Was singt er das dumme Lied immerfort;

ich hab manchen Sturm gehört an Bord,

noch nie eine Wunderglocke.

Der andre sprach: Wir sind noch jung,

er singt aus tiefer Erinnerung.

Ich glaube, man muß viel Fahrten bestehn,

um dem großen Meer auf den Grund zu sehn;

dann hört man es auch wohl läuten.

Und als der Vater gestorben war,

fuhren sie weg mit braunblondem Haar.

Und als sie sich grauhaarig wiedertrafen,

dachten sie eines Abends im Hafen

an die Wunderglocke.

Der eine sprach, verdrossen und alt:

Ich kenne das Meer und seine Gewalt.

Ich hab mich zuschanden auf ihm geplagt,

hab auch manchen Gewinn erjagt;

läuten hört ich es niemals.

Der andre sprach und lächelte jung:

Ich gewann mir nichts als Erinnerung;

es treibt eine Wunderglocke im Meer,

es freut ein gläubig Herze sehr,

das Glockenspiel zu hören.

Der Pirat

Nach José de Espronceda

Mit zehn Kanonen, blank an Bord,

mit vollen Segeln vor dem Wind,

die flink wie Möwenflügel sind,

streicht eine Barke durch die Flut:

die Barke des Piratenherrn,

auf allen Meeren ausgekannt

von einem bis zum andern Strand,

der „Hai“ getauft für seinen Mut.

Im dunkeln Wasser hüpft der Mond,

im Tauwerk rauft und pfeift der Wind;

ein langer Silberstreifen rinnt

breit durch die blaubewegte Flut.

Und der Piratenkapitän

sitzt singend hoch an Steuers Rand,

links Asiens, rechts Europens Strand,

und singt und singt und schwenkt den Hut:

„Fliege, mein Segler, fliege,

unverzagt;

fliegst und segelst zum Siege!

Spottest der Stürme, der Klippen und Riffe,

der Himmelslaunen, der feindlichen Schiffe,

weil dein Herr sein Leben wagt!

Zwanzig Prisen

haben wir gemacht,

haben die Staatsmützen

ausgelacht;

hundert Nationen

liegen und grüßen hier

mit ihren Flaggen

zu Füßen mir.

Denn meine Barke ist mein Reichtum,

denn mein Gesetz ist mein Begehr,

mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,

mein einzig Vaterland das Meer.

„Könige streiten da drüben

in blinder Gier

um ein paar Äcker Rüben.

Seht, ich lache! Meine Gefilde

reichen, soweit das weite wilde

Meer entrollt sein frei Panier.

Da ist kein Wimpel,

wie er auch glänze,

da keine Küste,

wo sie auch grenze,

die nicht Salut getan

meinem Geschlecht,

die nicht erkannten

mein Hoheitsrecht.

Denn meine Barke ist mein Reichtum,

denn mein Gesetz ist mein Begehr,

mein Gott der Wind, mein Recht die Freiheit,

mein einzig Vaterland das Meer.

„Kaum schrein vom Mars die Jungen:

Schiff in Sicht!

rennt’s schon mit vollen Lungen.

Hoi, alle Segel breit, Fersengeldsegel,

rennt es und rennt es; denn diese Flegel

lieben den König der Meere nicht.

Aber wie Brüder