Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1880 erschienenen Ausgabe der Zeitschrift so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Zeichensetzung und offensichtliche typographische Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche sowie inkonsistente Schreibweisen wurden beibehalten, insbesondere wenn diese in der damaligen Zeit üblich waren oder im Text mehrfach auftreten. Historische Zitate sowie fremdsprachliche Passagen wurden nicht verändert.

Im Originaltext wird die Kombination ‚ſs‘ (ſ: ‚langes s‘) meist für das Schriftzeichen ‚ß‘ (Eszett, scharfes s) verwendet; dieses Zeichen wird in historischen Zitaten aber auch direkt verwendet. Die Buchstabenkombination ‚ſs‘ wird im vorliegenden Text durchgehend durch ‚ß‘ ersetzt, wobei darauf hingewisen werden muss, dass die Verwendung des Eszett teilweise stark von dessen heutigem Gebrauch abweicht. Umlaute in Großbuchstaben werden im Text stets umschrieben (Ae, Oe, Ue), mit Ausnahme des Titelkopfs der Zeitschrift.

Die fortlaufende Seitennummerierung in der vorliegenden elektronischen Version dient lediglich der Orientierung. Das Original verwendet eine Spaltennummerierung, jedoch wurden einige Beiträge über zwei Spalten hinweg gedruckt, so dass in Einzelfällen beide Nummerierungen geringfügig voneinander abweichen können. Außerdem wurden einige Abbildungen dem Textfluss entsprechend verschoben, so dass diese auf einer anderen Seite erscheinen können, als dies im Text angemerkt wurde.

Das im alphabetischen Register angeführte 'Statut der Kürschnerzunft zu Brunneck' ist im Jahrgang 1880 nicht vorhanden. Im Beitrag 'Zur mittellateinischen Spruchpoesie', II. Teil (Juli 1880; Sp. 215) ist die Zeilennummerierung inkonsistent, oder es fehlt im Originaltext eine Zeile. Da die Fehlerquelle nicht bestimmt werden konnte, wurde die (falsche) Nummerierung beibehalten.

Abhängig von der im jeweiligen Lesegerät installierten Schriftart können die im Original gesperrt gedruckten Passagen gesperrt, in serifenloser Schrift, oder aber sowohl serifenlos als auch gesperrt erscheinen.

ANZEIGER
FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

Siebenundzwanzigster Band.

Jahrgang 1880.

Nürnberg, im Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums.


Redaction des Anzeigers.

August Essenwein, Dr. phil., I. Direktor des germanischen Museums.

Georg Karl Frommann, Dr. phil., II. Direktor und Vorstand der Bibliothek.

Beiträge
zu vorliegendem Bande haben geliefert:

  • Baist, G., Dr. philos., in Döckingen.
  • Bezold, F. v., Dr., Privatdozent, in München.
  • Bischoff, Bruno, in Prag.
  • Blaas, C. M., Gymnasialprofessor, in Stockerau (Niederösterreich).
  • Bösch, Hans, Sekretär des german. Museums.
  • Eye, August von, Dr., in Berlin.
  • Franck, Joh., Dr., Subrektor, in Edenkoben.
  • Friedländer, Julius, Direktor des kgl. Münzkabinets in Berlin.
  • Gebert, C. F., Numismatiker, in Nürnberg.
  • Göcke, R., Dr. philos., in Schleswig.
  • Gradl, Heinrich, städt. Archivar, in Eger.
  • Hach, Th., Dr. jur., in München.
  • Häser, H., Dr., Prof., geh. Medizinalrath, in Breslau.
  • Hohenlohe-Waldenburg, Fürst Friedrich Karl, Durchl., in Kupferzell.
  • Hövel, Freih. v., Premier-Lieutenant im k. Jäger-Bataillon 8, in Zabern.
  • Huemer, Joh., Dr., k. k. Gymnasiallehrer, in Wien.
  • Jacobs, Ed., Dr., gräfl. Stolberg’scher Bibliothekar und Archivar in Wernigerode.
  • Joachim, Dr., Archivsekretär, in Idstein.
  • Loose, Wilh., Dr., Rektor der Realschule in Meißen.
  • Mörath, A., fürstl. Archivassessor, in Schloß Schwarzenberg.
  • Mummenhoff, Ernst, Sekretär am k. Kreisarchiv zu Nürnberg.
  • Rübsam, Joseph, Dr., k. Gymnasiallehrer, in Fulda.
  • Schepß, Dr., k. Studienlehrer, in Würzburg.
  • Schneider, Friedrich, Dompräbendat, in Mainz.
  • Schultz, Alwin, Dr., Professor an der Universität zu Breslau.
  • Teutsch, G. D., Dr., Superintendent der ev. Landeskirche A. B., in Hermannstadt.
  • Thomas, G. M., Dr., Univers.-Prof. u. Oberbibliothekar, in München.
  • Wattenbach, W., Dr., Professor an der Universität zu Berlin.
  • Wernicke, Ewald, Dr., k. Waisenhauslehrer, in Bunzlau.
  • Wernicke, E., Oberpfarrer, in Loburg.
  • Zingerle, Oswald, Dr. philos., in Innsbruck.

Alphabetisches Register

zum

siebenundzwanzigsten Bande des Anzeigers für Kunde der deutschen Vorzeit.


I. Aufsätze und Notizen.


II. Literatur-Anzeigen.

  • Bockenheimer, K. G., Mainz und Umgebung. [230].
  • Bücher, die vier, von der Nachfolge Christi. Aus dem Lateinischen ... neu übersetzt von Pater Cölestin Wolfsgruber. [61 f.]
  • Eye, A. v., u. P. E. Börner, die Kunstsammlung von Eugen Felix in Leipzig. [230].
  • Göcking, H. v., Geschichte des Nassauischen Wappens. [230 f.]
  • Gruppe X der Mustersammlung des Bayer. Gewerbemuseums zu Nürnberg: Arbeiten aus Metall mit den Rohprodukten und Werkzeugen. [61].
  • Jahresbericht der Geschichtswissenschaft. Herausgegeben von Dr. F. Abraham, Dr. J. Hermann, Dr. Edm. Meyer. [197 ff.]
  • Lammert, G., Dr., Zur Geschichte des bürgerlichen Lebens und der öffentlichen Gesundheitspflege, sowie insbesondere der Sanitätsanstalten in Süddeutschland. [199].
  • Lehfeldt, Dr. Paul, die Holzbaukunst. [164 f.]
  • Lotz, die Baudenkmäler im Regierungsbezirk Wiesbaden. Herausgegeben von Friedr. Schneider. [229 f.]
  • Mayerfels, Dr. Karl Ritter von, der Wittelsbacher Stamm-, Haus- und Geschlechtswappen. [231].
  • Oppre, Frau Anna, das neue Kochbuch für das deutsche Haus. [61 f.]
  • Quellen zur Geschichte Siebenbürgens aus sächs. Archiven. I. Bd., 1. Abth. [392].
  • Rohlfs, Heinrich, die medizinischen Classiker Deutschlands. [165].
  • Röhricht, Reinh., u. Heinr. Meisner, deutsche Pilgerreisen nach dem heil. Lande. [350 ff.]
  • Schauß, Dr. Emil v., historischer und beschreibender Katalog der königlich Bayerischen Schatzkammer zu München. [58 ff.]
  • Schultz, Alwin, das höfische Leben zur Zeit der Minnesänger. I. Bd, [92]. II. Bd. [392 f.]
  • Warnecke, F., heraldisches Handbuch. [130 f.]
  • Weerth, Ernst aus’m, Wandmalereien des christlichen Mittelalters in den Rheinlanden. [128 ff.]

Nürnberg. Das Abonnement des Blattes, welches alle Monate erscheint, wird ganzjährig angenommen und beträgt nach der neuesten Postconvention bei allen Postämtern und Buchhandlungen Deutschlands incl. Oesterreichs 3 fl. 36 kr. im 24 fl.-Fuss oder 6 M.

Für Frankreich abonniert man in Paris bei der deutschen Buchhandlung von F. Klincksieck, Nr. 11 rue de Lille; für England bei Williams & Norgate, 14 Henrietta-Street Covent-Garden in London; für Nord-Amerika bei den Postämtern Bremen und Hamburg.

Alle für das german. Museum bestimmten Sendungen auf dem Wege des Buchhandels werden durch den Commissionär der literar.-artist. Anstalt des Museums, F. A. Brockhaus in Leipzig, befördert.

ANZEIGER
FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

Neue Folge.   Siebenundzwanzigster Jahrgang.

ORGAN DES GERMANISCHEN MUSEUMS.

1880.

Nº 1.

Januar.


Wissenschaftliche Mittheilungen.

Bilder aus dem bürgerlichen Haushalte des 14.-15. Jahrhunderts.

Die Bibliothek des germanischen Museums enthält unter Nr. 7121 ein hebräisches Pergamentmanuscript von 42 Blättern, welches reich mit Illustrationen versehen ist, die, mit Tinte gezeichnet, mit Lokaltönen koloriert unter seltener Anwendung von Schattierung, dagegen reich mit Gold und Silber ausgestattet, die breiten unteren und die ähnlich breiten äußeren Seitenränder der Blätter ausfüllen, theilweise ganze Seiten bedecken. Die Schrift ist mit äußerster Sorgfalt hergestellt, theilweise mit Ueberschriften in Gold und Farbe geziert. Die Illustrationen haben das Mißgeschick erlitten, daß später in ziemlich derber Weise die Konturen mit schwarzer Farbe nachgefahren, auch einige Schattierungen in Schwarz angegeben wurden, wodurch die Malereien, die ursprünglich auf die feinste Miniaturausführung angelegt worden sein mögen, roh geworden und nicht mehr der sorgfältigen Durchführung der Schrift ebenbürtig sind. Dabei läßt sich auch nicht mehr feststellen, ob allenthalben die ehemalige Vorzeichnung genau beibehalten ist. Diese Frage ist für die Zeitbestimmung der Malereien aber wichtig. Ein zur Zeit hier sich aufhaltender Hebraist, Herr Epstein, behauptet, daß das Buch den Schriftzügen nach nicht später entstanden sein könne, als im 13. Jahrh. Auch zeigt sich da und dort in der Ornamentik der romanische Stil mit Entschiedenheit festgehalten, während der Hauptsache nach doch schon der gothische in seiner früheren Ausbildung erscheint. Einzelheiten aber, insbesondere die Bewaffnung, gehören so entschieden der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. an, daß nur die Annahme der späteren Ueberarbeitung es möglich erscheinen läßt, an eine frühere Entstehung der Illustrationen zu denken. Ohne solche müßte das Buch in die Zeit von etwa 1480–1500 gesetzt werden. Und doch wäre es kaum denkbar, daß so viele Ueberbleibsel der früheren Zeit sich finden sollten, wenn das ganze Werk erst so spät entstanden wäre. Freilich, in welchen Kreisen ist es entstanden? Welchen Kreisen der Gesellschaft sind die Vorbilder entnommen, nach denen der Maler sich richtete? Da tritt uns denn auch ein Zwiespalt entgegen. Man wird naturgemäß zuerst an einen Juden als Maler denken, wie ja wohl nur ein Jude als Schreiber anzunehmen und die Verbindung zwischen der Miniaturmalerei und der Schreibkunst eine so natürliche ist, daß wir recht wohl auch dem israelitischen Schreiber selbst die Kunst des Zeichnens und Kolorierens zutrauen müssen. Daß ein Israelite die Bilder gezeichnet, wird nach der Ansicht des Herrn Epstein noch wahrscheinlicher durch die Thatsache, daß die Bilder einzelne, dem Talmud entnommene Züge wiedergeben, die zwar an den Text anschließen, aber in demselben nicht enthalten sind, so daß wir den Maler von jüdischer Gelehrsamkeit beeinflußt sehen. Aber er war auch von christlichen Bildern so weit beeinflußt, daß theilweise seine Orthodoxie Schaden gelitten hat. Die Engel z. B. stellt er ganz in christlicher Weise, ohne Rücksicht auf israelitische Traditionen, dar. Im Stile der Zeichnung, in der Art der Behandlung zeigt sich kein Unterschied von christlichen Malereien. War er also auch Jude, so stand er nicht isoliert; er hatte seine geistige Verbindung mit der christlichen Kunst. Daß natürlich in einem Werke, das für einen jüdischen Besitzer hergestellt wurde, die Juden nicht in der von der christlichen Kunst ihnen zugewiesenen typischen Kleidung mit dem bekannten Spitzhute dargestellt sind, daß sie vielmehr ein allgemeines, auch von den Christen getragenes Zeitkostüm tragen, ist nicht zu verwundern. Aber, wenn der Maler Jude war und deshalb vielleicht, wie sich auch in anderen hebräischen Manuscripten findet, einzelne ältere, in der hebräischen Schule zurückgebliebene Motive gewohnheitsgemäß noch später verwenden konnte, als sie in der christlichen Kunst heimisch blieben, so ist doch wiederum nicht zu denken, daß die Juden, wo sie keine spezifische Judentracht tragen mußten, eine hundert Jahre ältere Tracht getragen hätten. Gerade, weil sie ein Zeitkostüm tragen, kann es nur das Kostüm der Zeit der Entstehung des Werkes sein. Und da haben wir so viele Anknüpfungspunkte an den Schluß des 14. und Beginn des 15. Jahrhunderts, daß wir die Entstehung eben jener Zeit zuweisen müssen.

Fig. 1.

Fig. 2.

Fig. 3.

Diese Vorbemerkung schien uns nöthig, um unsere Zeitbestimmung zu rechtfertigen, nachdem wir schon auf Sp. 268 des vorigen Jahrganges auf das Buch hingewiesen und in Fig. 1 eine Anzahl Figuren abgebildet haben.

Was nun den Inhalt betrifft, so enthält die Schrift Gebete und Betrachtungen biblischer Erzählungen, insbesondere für Festzeiten, die bei verschiedenen Gelegenheiten, theilweise beim Mahle selbst, verlesen wurden, so daß das Buch noch Reste von Speisen an Flecken mancher Blätter aufzuweisen hat. Die Illustrationen stellen nun die biblischen Erzählungen dar, die, gleichwie bei der christlichen Kunst, in das Zeitkostüm eingekleidet sind und eine ganze Reihe von Scenen aus dem Leben wiedergeben, wie es sich vor den Augen des Malers, vor den Augen der Andächtigen abspielte, die das Buch lasen.

Fig. 4.

Fig. 5.

Es würde sicher für das Studium der historischen Entwickelung von israelitischer Gelehrsamkeit von Interesse sein, den ganzen Codex publiciert und erklärt zu sehen. Wir greifen inzwischen Einiges heraus, was uns das Leben im Hause, in Küche und Keller vor Augen führt, soweit die stark mitgenommenen Bilder sich überhaupt wiedergeben lassen. Dies ist leider bezüglich des ersten Blattes, eines der interessantesten, nicht mehr der Fall. Den Anfang des Buches (von rückwärts) bildet nämlich die Herstellung der ungesäuerten Brote, und als erstes Bild sehen wir, eine ganze Seite füllend, die Windmühle dargestellt, zu welcher ein Esel mit Getreidesäcken geführt wird. Es ist aber derart beschmutzt und verwischt, daß nur eben noch ein Schein desselben vorhanden ist und eine Wiedergabe uns nicht räthlich erschien; die folgende Seite zeigt in 7 Gruppen, von denen wir hier 5 wiedergeben ([Fig. 1][5]) den Brunnen, von welchem das Wasser genommen wird, und das Tragen des Wassers ([1]) oben, wobei das Wasser in den Gefäßen vergoldet ist, wol um anzudeuten, daß es kein gewöhnliches Wasser sei; das Herbeitragen ([2]) und Oeffnen des Mehlsackes unten, die Bereitung des Teiges in 3 Gruppen in der Mitte ([3][5]). Es sind die Sack- und Wasserträger, wie sie damals ihre Dienste für jedermann ausübten, in dessen Hause sie dienten; es ist die Hausfrau, wie sie ihr Mehl in die Schüssel füllt und ihren Teig knetet; eben so sah eine christliche Hausfrau aus, wenn sie Dampfnudeln buk, wie die Jüdin, welche ihr Osterbrot bereitete.

Auch der Backofen auf der folgenden Seite ([Fig. 6]) sah wol allenthalben so aus, ob das schwarze Hausbrot, ob die Osterbrote darin gebacken wurden. Auch mögen christliche Knaben eben so frisches Brot oder Anderes genascht haben, wenn die Mutter eine besondere Speise aus dem Backofen brachte, wie hier die beiden, denen die Mutter das Verbot des verfrühten Genusses von Osterbrot einschärft.

Fig. 6.

Wiederholt finden wir die Gesellschaft bei Speise und Trank am Tische. Wir können aber nicht alles wiedergeben; doch sind wir es wol unsern Lesern schuldig, denselben die Darstellung einer Köchin zu geben, die auf freiem Feuer in einer Nische des geplatteten Bodens einen Topf stehen hat, bei welchem sie, der Hitze wegen möglichst entfernt, mit vorgebundener Schürze steht und mit dem Kochlöffel rührt, während ein anderer Topf am Haken von oben herabhängt ([Fig. 7]).

Fig. 7.

Fig. 8.

Zur Speise fehlt der Wein nicht. Im Keller wird er ([Fig. 8]) aus dem Hahn des Fasses in einen großen Krug gefüllt.

Wie sehr der Maler das Genrehafte liebte, geht daraus hervor, daß er auch als Kellerscene auf einem anderen Blatte eine Katze dargestellt hat, welche die reichlich vorhandenen Mäuse fängt. Wir werden nächstens noch andere interessante Darstellungen aus diesem Codex bringen.

Nürnberg.

A. Essenwein.


Die Tischgebete in Luthers Katechismus.

In Nr. 10, Sp. 288 ff. des Anzeigers v. J. wünscht Johannes Müller Auskunft über den Ursprung jener Tischgebete zu erhalten, welche Luther seinem Katechismus beigegeben hat. Zunächst wird ganz zutreffend die Vermuthung ausgesprochen, daß die fraglichen Gebetsformeln nicht, wie allen Zeugnißen entgegen mehrfach konnte behauptet werden, „Luthers eigenste Produkte“, sondern daß dieselben „älteren Datums“ und „alte in Klöstern oder Gelehrtenschulen angewendete Formeln“ seien. Dem humanistischen Juristen Marschalk, der diese Tischgebete seinem Hülfsbuche für den griechischen Unterricht beifügte, kommt kein anderes Verdienst zu, als daß er die in aller Mund lebenden Gebete ins Griechische übertrug, um den Schülern mit dem geläufigen Inhalte die Ausdrucksweise in der fremden Sprache leichter beizubringen[1].

Dem a. a. O. bereits erbrachten Nachweise, daß die fraglichen Gebete schon vier Jahre vor der Drucklegung des Lutherschen Katechismus in dem Laienbüchlein von 1525 in deutscher Sprache vorkommen, ist hinzuzufügen, daß u. a. das zwischen 1471–1494 zuerst gedruckte und dann wiederholt aufgelegte Volksbuch „Kerstenspiegel“ von Dietrich von Münster diese Tischgebete bereits enthält. Die Amsterdamer Ausgabe (s. a.), betitelt: „Den kersten spiegel van broeder Diederick van Munster“, gibt dieselben also: „F II ad calcem: Hier na volcht die duytsche benedictie | die men overtafelen lesen sal. | Ghebenedijt den heere... O heere gebenedijt ons ende dijn gaven die wij | van dijn miltheyt sullen in nemen etc. — Die gracie volghet hier na | De tali convivio | Laet ons den here dancken van dese | maeltijt. Godt danchen wij. Wij | dancken dij o here Jhesu Christe voor alle | die weldaden die leves en̄ regneers Godt | inder ewicheijt. Amen. Laudate dominum etc.“

Offenbar gehörten diese Gebete zur Reihe jener auf Glauben und christliches Leben sich beziehenden Stücke, welche während des Mittelalters Gemeingut des Volkes waren und darum die weiteste Verbreitung hatten. Ursprünglich jedoch gehören sie zu den liturgischen Gebeten und finden sich als solche in der Sprache der Kirche, in lateinischer Faßung in den liturgischen Formularien des Mittelalters; sie lassen sich Jahrhunderte hinauf verfolgen. Es mögen einige, eben zur Hand stehende Belege hier Platz finden.

Das Manuale ad usum insignis Ecclesiae Sarum (Append. Manuale et Processionale ad usum insignis Ecclesiae Eboracensis, Publicat. of the Surtees Society, 1874, vol. 63) p. 33 enthält die benedictio mensae in folgender Form: „Benedicite — (dicat Sacerdos). Respond.: Deus. — Ps.: Oculi omnium... Gloria Patri... Kyrie eleison... Pater noster. Sacerdos: Benedic, Domine, nos et dona tua quae de tua largitate sumus sumpturi. Per Christum Dom. nostr. Lector: Jube Domne benedicere“ etc. und dann post prandium: „Sacerdos: Deus pacis et dilectionis maneat semper nobiscum. Tu autem Domine miserere nostri. Deo gratias. Ps.: Confiteantur... Deinde dicit Sacerdos Capitulum: Agimus tibi gratias, omnipotens Deus, pro universis beneficiis tuis, qui vivis.. etc. Ps.: Laudate, VV. RR. Retribuere dignare etc.“ Das in Rede stehende Manuale ist der Abdruck einer Ausgabe vom Jahre 1506, welcher ein Manuscript aus dem Anfange des 15. Jahrh. zu Grunde lag.

Der Mönch Udalricus schickte von Clugny dem Abte Wilhelm von Hirsau eine Abhandlung über die Consuetudines Cluniacenses (Migne, Patrol. lat. tom. CXLIX, fol. 711). Das Cap. 23, lib. II bespricht: „Qua disciplina maneat in refectorio“. Hier findet sich das liturgische Tischgebet bereits ganz in der später üblichen Weise; insbesondere heißt es daselbst: „... erectus manu et ore ita benedicit: Benedic, domine etc.“ und nachher: „.. erectus: Agimus tibi gratias...“ Das Schreiben Udalrici mon. ist aus dem Jahre 1086.

Ein Zeugniß aus dem 9. Jahrhundert bietet das Sacramentarium des Abtes Grimaldus von St. Gallen (Migne, Patrol. lat. tom. CXXI, fol. 850, Nr. 127), welches der Substanz und selbst bereits theilweise dem Wortlaute nach das Tischgebet enthält: „Benedicantur nobis, Domine, dona tua, quae de tua largitate nobis ad remedium deducta sunt, qui es Deus benedictus in saecula“.

Die Gallicanische Liturgie (Sacramentar. Gallican. ed. Mabillon, Paris 1729), welche bereits in der Karolingischen Zeit außer Uebung kam, hat folgendes Gebetsformular: „ad mensam: Benedicantur nobis, Domine, dona tua, quae de tua largitate sumturi sumus, qui vivis et regnas etc. Post mensam: Gratias tibi agimus, omnipotens aeterne Deus, qui nos de tuis donis satiare dignatus es, per famulos illos.“

Das Formular, welches aus Psalmversen, anderweitig in der Liturgie vorkommenden Stücken und besonders gewählten Gebeten besteht und wechselsweise gesprochen wird, hat sich ohne Zweifel in den Klöstern herausgebildet. Die oben erwähnte Stelle aus den Gewohnheiten der Cluniacenser-Mönche beweist dafür. Aber auch die Regel des Patriarchen der abendländischen Mönche, des heil. Benedict, welche bereits im Anfange des 6. Jahrhunderts geschrieben wurde, bietet einen Anklang, wenn es daselbst heißt: cap. 43. „Ad mensam qui ante versum non occurrerit, ut simul omnes dicant versum et orent...“ und weiter unten: „qui ad illum versum non praesens fuerit, qui post cibum dicitur“. Merkwürdiger Weise ist jedoch die Geschichte des liturgischen Tischgebetes von den liturgischen Schriftstellern fast nicht behandelt, und eben so wenig finden sich genügende literarische Nachweise auf Grund älterer handschriftlicher oder gedruckter Formulare.

Das Gebet selbst ist durch das ganze Mittelalter bis auf die Neuzeit ununterbrochen in kirchlichem Gebrauche geblieben; es bedienen sich dessen ebensowohl der Weltklerus, wie die Ordensgeistlichen. Seit der durch das Concil von Trient angeordneten Revision der liturgischen Bücher ist die Benedictio mensae in den Anhang des Breviers aufgenommen, wo sie sich zwischen die Commendatio animae und das Itinerarium clericorum mit den nach den kirchlichen Festzeiten wechselnden Versikeln und Responsorien eingeschaltet findet.

Mainz.

Friedrich Schneider.


Ein Weisthum vom Jahre 1479.

„Ick Johan thon Broyle[2] richter bynnen Statlon van weggene myns leyven gnedigen hern von Monster (be)[3]kenne vnd betuge (bezeuge) in dessen apenen (offenen) besegelden breue dat ick sat (saß) in eynem gehegheden gerichte des h(oues) to Statloen dat dar vor my ghekommen ys Albert Bernynck myt Johanne Tegeder[4] thon Broyle synen g(ewune)nen vorspreken vnd vraggede dar eyn recht ordel dar eyn man vnd eyn frouwe weren vnde weren bey(de) eynweldich[5] in den hoff vnde de frouwe storue vnd hadde gyne (keine) kynder, de ze na leyte (die sie nachließe, hinterließe) wes m(yn) her (meinem Herren) daran voruallen were bestedet an Ludeken Kampes de dar vb wysede vngesmedet golt[6] buckene schoe vnde kleyder de myt syden beneyt (benähet) weren vnde den schulten syn vordel[7]. Went (da, weil) dyt (ge)richtliken vor my gescheyn ys so hebbe ick Johan ton Broyle richter vorg. myn ingesegel an d(essen) breff doͤn hangen. Datum anno domini MCCCClxxix des Frygdages na des hillighen cruce(s) dage invencionis“ (1479, Mai 7).

Da dieses Urtheil, dessen Kenntniß ich der Güte des Gutsbesitzers Herrn A. Krampe in Nordwalde bei Münster i. W. verdanke, am Gericht des Hofes zu Loen gefragt und gewiesen wurde, so stand zu vermuthen, daß das Loener Hofrecht v. J. 1363 einige Anhaltspunkte gewähren würde. Artikel 12 desselben[8] enthält denn auch eine ähnliche Bestimmung:

„Item vortmehr (ferner) storue eyne frouwe, de des ampts recht hadde vnd hedde sie eyne dochter, die men mochte hören doer (durch) eyne eikene planke, de engeue noch erue noch gerade, mer hedde sie gelt oft (oder) buntwerk offte buckene scho offte syden wandt, dat geue sie tho recht vnd enhadde sie gene dochter, so gyfft sie eyn gerade, den hove syn vordel oer kleidunge vnd wat die natel begaen“...

Das Weisthum vom Jahre 1479 unterscheidet sich dadurch, daß es gemünztes Gold, bockslederne Schuhe in den Sterbefall der kinderlosen Hofesfrau aufnimmt, dagegen die Gerade, Kleidung und was die Nadel begangen, nicht erwähnt, während das Loener Hofrecht Geld, Buntwerk, bocklederne Schuhe und Seidengewand als Sterbefall einer Frau bestimmt, deren Tochter man durch eine eichene Planke hören kann.

Wie die Verschiedenheit des Mortuariums in den vorgeführten zwei Fällen zu erklären ist, vermag ich nicht zu sagen. Man könnte meinen, sie sei dadurch begründet, daß das eine Mal von einem Hof mit Amtsrecht, das andere von einem Hofe schlechthin die Rede ist. Aber bei dem letzteren verfällt nach Art. 35 des Loener Rechts die Gerade dem Hofschulten.

Das in der Urkunde von 1479 ausgesprochene Urtheil ist im Loener Hofrecht nicht enthalten. Unerklärlich bleibt immer, warum für zwei gleiche Fälle zwei verschiedene Urtheile von demselben Hofgericht — allerdings in einem Zwischenraum von mehr als 100 Jahren — gewiesen werden.

Nürnberg.

Mummenhoff.


Schreiben Markgraf Friedrichs des Aelteren von Brandenburg.

an Sebald Rieter zu Nürnberg, 30. Januar 1487.

Fridrich von gottes gnaden marggrave zu Brandenburg.

Unsern grus zuvor. Lieber getreuer, wir sein jetz ettlich teg bei unsern lieben oheimen von Sachsen etc. gewest. Haben uns ir lieb vnder anderm gebeten, mit inen auf irer swester und mumen eelichs beiligen[9], hinein gein Braunsweigk zu reiten. des sein wir zu thon also in willen und nachdem wir uns versehen, das auf solichem eelichen beiligen das ritterspill, rennen und stechen geubt werde, bitten wir dich gar gutlich, hast du ein aigen stechzeug, du wollest uns den leihen. Wo du aber kein aigen zeug hetest, so wollest uns ein entlehen und den unserm hernaschmaister dem Knechtlin antworten. So wir dann von solichen eelichen beiligen wider anheims komen, wollen wir dir den von stund wider schicken. Wo auch der verloren oder was daran zerbrochen wurd, wollen wir gar gütlich bezalen und es in gnaden gein dir erkennen. Datum Culmbach am Dinstag nach conversionis Pauli anno etc. lxxxvii.

(Aus dem k. Kreisarchive zu Nürnberg.)

Nürnberg.

Mummenhoff.


Unrichtige Siegelabbildung.

In der Zeitschrift: „der deutsche Herold,“ Nr. 8 und 9 vom September v. J. wurde die hier folgende Abbildung ([Fig. 1]) des Siegels Hugonis de Lapide aus den Jahren 1286 und 1292 mitgetheilt und dazu bemerkt, es zeige „2 vollständig isolierte und durch ein dazwischen gelegtes Ritterschwert von einander getrennte Adlerhälften“.

Da eine langjährige Erfahrung mich gegen alle Abbildungen mittelalterlicher Siegel mißtrauisch gemacht hat, und da meinem Stilgefühle dieses „Ritterschwert“ in der angegebenen Verwendung — als heraldisches, wie als sphragistisches Novum — etwas verdächtig vorkam, war ich äußerst begierig, das Originalsiegel kennen zu lernen. Durch die liebenswürdige Bereitwilligkeit des Magistrates der alten Reichsstadt Mühlhausen in Thüringen erhielt ich die betreffende Pergamenturkunde, datiert „in crastino Palmarum 1292“, mit dem Siegel Hugonis de Lapide, zur Einsicht, und theile hier ([Fig. 2]) eine diplomatisch getreue Abbildung dieses in mehrfacher Beziehung sehr interessanten Siegels mit.

Fig. 1.

Fig. 2.

Der Vergleich dieser beiden Abbildungen zeigt, daß mein Zweifel in die Richtigkeit der obigen Abbildung ([Fig. 1]) gerechtfertigt war. Von einem „Ritterschwert“ zwischen den beiden halben Adlern ist keine Spur vorhanden; was für das Kreuz (die Parierstange) des Schwertes angesehen worden, sind nur die, bei mittelalterlichen heraldischen Adlern so häufig vorkommenden, hier nur halben, Knöpfe oder Kugeln an den Schwänzen.

Die Theilungslinie, welche die beiden halben Adler des Wappens trennt, ist auf diesem Siegel, im Verhältniß zu anderen ähnlichen gespaltenen Wappenschilden auf Siegeln jener Zeit, ausnahmsweise stark angegeben. Von einem Doppeladler ist daher hier keine Rede; das Wappen besteht vielmehr aus zwei halben Adlern, und zwar mit versetzten Tinkturen (welchen? ist natürlich aus dem Siegel mit Sicherheit nicht zu bestimmen), ganz ähnlich dem Wappen der Badwegen, Nr. 446 der Züricher Wappenrolle[10].

Für die versetzten Tinkturen in dem Wappen Hugonis de Lapide spricht die zu jener Zeit noch willkürliche, d. h. die Farbe nicht bestimmt bezeichnende, Schraffierung, hier Punktierung, des rechten Feldes und des halben Adlers im linken, glatten Felde, welche noch zum Theil deutlich zu erkennen ist.

Dieser Umstand macht dieses Siegel für die Sphragistik noch besonders interessant; denn nach meiner bisherigen Erfahrung ist die Schraffierung eines Wappenthieres auf mittelalterlichen Siegeln eine äußerst seltene Ausnahme (mir ist im Augenblick kein zweites Beispiel bekannt); wogegen andere Wappenbilder, z. B. die sog. Heroldstücke, und die Felder häufig schraffiert oder damisciert graviert wurden.[11]

Der Holzschnitt [Fig. 1] ist wieder ein neuer Beweis, wie vorsichtig man bei Beurtheilung von Abbildungen mittelalterlicher Siegel sein muß, zumal wenn dieselben, wie im vorliegenden Falle, in heraldischer und sphragistischer Beziehung dem Kenner ganz Ungewöhnliches darstellen, und daß in solchen Fällen die Autopsie des Originals, oder doch wenigstens eines guten Gipsabgusses, für den Forscher durchaus geboten ist, wenn er ein gründliches Urtheil darüber abgeben will.

Kupferzell.

F.-K.


Ein (fingierter) Kupferstich.

Herzog Adolf August von Holstein-Plön, welcher in kaiserlichen Kriegsdiensten 1704 in Liegnitz stand, überschickte am 2. October selben Jahres in seine Heimat nachfolgendes Pasquill, welches ihm von Wien zugegangen war: Beschreibung eines (fingierten) Kupferstiches, welche die damalige politische Weltlage (spanischer Erbfolgekrieg) in der beliebten allegorischen Manier des Rococo zeichnet.

(Staatsarchiv Schleswig A. VII, Nr. 534.)

„Auf einem Kupferstich welcher aus London arrivirt, war folgendes zu sehen.“

„Erstlich präsentirte sich ein kostbarer Triumph-Wagen, auf welchem der so gemeinte König in Spanien Duc d’Anjou saß, auf selbigem kutschierte der König in Frankreich Ludovicus XIV. Die Leitseile waren lauter Gold und Silber. An diesen Wagen waren 6 Pferde gespannt, das erste präsentirte den Churfürsten von Bayern, das zweite den Churfürsten von Cölln, das dritte den Herzog von Parma, das vierte den Herzog von Mantua, das fünfte den Ragazzi, das sechste den Pabst mit einer Larve wegen der verdächtigen Neutralität. Auf beiden Seiten liefen mit brennenden Fackeln der Cardinal Portocarero im Spanischen, der Cardinal d’Estrée und Cardinal Janson im Französischen und drittens der Cardinal Radzicofsky im Polnischen Habit wegen der Faction mit Schweden. Bei Abfahrung des Triumph-Wagens zeigte sich ein Portal, darinnen ein kostbarer Herr zu sehen war, über welchen an einem Faden eine Krone hing, darüber sah man 5 österreichische Larven mit dieser Ueberschrift: Bonis Omnibus. Neben dem Portal saßen bei einem Tische unter dem Schatten eines verdorrten Lorbeerbaumes der Prinz von Wallis und der Prinz von Conti à l’ombre spielend. Der Prinz von Wallis hatte in seiner Hand den Schellenkönig andeutend was ihm sein Vater für eine so große Schelle durch Verlust seines Königreiches angeleget habe. Der Prinz von Conti hielt in der Hand s. v. die Eichel-Sau andeutend was er für eine große Sau in Polen aufgehoben habe, welche beide den vorbeigehenden Duc d’Anjou zu dem darbeistehenden leeren Sessel auf ein Spiel einladeten. Bei Herannäherung des Triumph-Wagens war vor diesem ein Schlagbaum, welchen England, Holland, Portugal und Savoyen zuzogen. Nach diesem aber zeigte sich in seinem geheimen Cabinet der Kaiser, nebst ihm der Römische König, vor denen der itzige Kriegs-Präsident (Prinz Eugenius) aufwartete. Bei der Thür aber zeigten sich 3 sehr fromm und einfältig stellende Patres Societatis mit Bettel-Säcken auf den Puckeln. Der Kammer-Präsident hatte auch einen leeren Sack in der Hand, und in bemeltem Cabinet hingen auf allen Seiten an den Wänden lauter leere Säcke, mit der Ueberschrift Capitation-Steuer, Vermögen-Steuer, der Herren Stände Gelder, der Prälaten Gelder, des gemeinen Mannes Gelder. Worauf Ihre Majestät der König auf die Jesuiten zeigend zu dem Kammer-Präsidenten sagte: Hi sunt qui multa bona habent, posita in annos plurimos. Auch (Auf?) dieses sagte gedachter Herr Kammer-Präsident zu denen Patribus: Dum tempus est operandi bonum, saltem animus noster est, ut reddatis Caesari, quod fuit Caesaris. Hierauf antworteten die dabeistehenden Patres; der erste sagte: Dominus providebit. Der andere: Aurum et argentum non est nobis. Der dritte: Ex inferno nulla est redemptio. Worauf Ihro Majestät der Kaiser sie tröstend, sagte: Cadent a latere vestro mille et decem millia a dextris vestris ad vos autem non appropinquabit malum. Nach diesem zeigte sich der Kaiser in seiner Retirade schlafend, hinter welchem stund Pater Müller Ihro Majestät der Kaiserin Beichtvater, dem Kaiser die Prophezeiung des Patris Aretoni vorlesend. Nächst darbei hielt P. Bischof das Licht. Vor dem Kaiser aber stund Pater Meregati mit einem großen Fliegen-Wedel, dem Kaiser die Spanischen Mücken zu vertreiben. Dieses alles beschloß Pater Wolff der, wie es schien, eine große Menge Hunde nach sich zog.“

Schleswig.

R. Göcke.


Entwurf eines Pokales mit Deckel aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

Unter den Handzeichnungen des germanischen Museums befindet sich eine Reihe von Entwürfen für Goldschmiede zu den Gefäßen, wie sie vom 15.-17. Jahrhundert so beliebt waren. Wir haben daraus auf Sp. 267 u. 268 des vorigen Jahrganges unseres Blattes einen gothischen Doppelpokal veröffentlicht und lassen heute [eine Zeichnung] folgen, die nach dem Stile der Darstellung etwa der Mitte des 16. Jahrh. angehören muß. Leider ist das Papier fast dicht rings um die Zeichnung abgeschnitten und diese auf neues Papier aufgeklebt, so daß etwaige Angaben über den Meister oder ein Monogramm weggeschnitten sind. Das Wiener Museum hat seiner Zeit eine Reihe solcher Gefäßzeichnungen publiciert, die als Entwürfe des Meisters Hans Brosamer gelten. Eine gewisse Verwandtschaft zwischen unserer Zeichnung und jenen Werken ist nicht zu läugnen; aber der Entwurf steht auch anderen Meistern der Zeit kaum weniger nahe.

Nürnberg.

A. Essenwein.


Extract Schreiben aus dem kays. feltlager bey Ofen, den 16. July 1684.

Dieser Brief ist in ein Aufschreibbuch des 16. Jahrhunderts, über das ich ein anderes Mal genauer zu berichten gedenke, eingetragen. Die leeren Blätter sind nämlich in späterer Zeit zu verschiedenen Einzeichnungen benützt worden, und zu diesen gehört auch nachfolgendes Schreiben. Dasselbe ist besonders deswegen interessant, weil wir daraus ersehen, mit welchem Siegesbewußtsein man damals die Einnahme von Ofen erwartete, eine Hoffnung, die aber nicht erfüllt wurde. Unser Berichterstatter schreibt:

„Den 11ten dito seindt wür aus der Insul St. andre über die Schifbrugen gerucket, alda wir den Feindt in völliger Patalia angetroffen, welcher mit großer Furia und unbeschreiblichen geschrey auf unsere Leith loßgangen, in Mainung selbige zu umbringen[12], und weilen der Paß etwas eng in das Waßer zu sprengen, ist aber der Gestalten von uns empfangen worden, das er mit hinterlaßung vieler Todten, das feld also raumen und sich bis hinter Ofen würcklich berendt, und seindt vnsere Leith schon in den Stadtgraben an die Mauren kommen. sobald vnsere Patarien verfertiget, wird man mit 22 halbe kardaunen beschießen. wann sich die Belagerten nit beßer defendieren, so hoft man deßen innerhalb 8 Tägen mit der Hilf Gottes Maister zu werden. Der Feind hat sich, so er unseren Marsch und Belagerung vernummen, 3 Meil wegs von Ofen hinwerths begeben. Allhier will man sagen das der General Leßla die Esecker Brugen abgebrendt habe; wo deme also were, so kamme kein Bain von dem Feind daruon. Gästern ist der Herr Paladinus Regni mit seinen Vngern auch zu uns kammen[13].“

Innsbruck.

Oswald Zingerle.


(Mit einer Beilage.)


Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.


BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

1880.

Nº 1.

Januar.


Chronik des germanischen Museums.

Nürnberg, den 15. Januar 1880.

Unsere Münzsammlung hat zum Jahresschlusse eine höchst werthvolle Bereicherung erhalten. Die reuß’schen Münzen waren bis jetzt nur in der neueren Abtheilung vertreten; einige kleine Stücke der älteren Abtheilung dienten nur eben dazu, zu zeigen, wie groß die Lücke sei. Um sie zu füllen, hat Se. Durchlaucht Fürst Heinrich XIV. Reuß j. L. dem Museum eine Sammlung von 122 Gold-, größeren und kleineren Silber- und Kupfermünzen vom 17. bis zum Beginne des 19. Jahrhunderts übersenden lassen, nur Stücke, die fast ohne Ausnahme selten sind, zum Theile zu den höchsten Seltenheiten gehören, daß wir also wol in dieser Reichhaltigkeit die Serie nie hätten erwerben können, auch wenn die Mittel uns zur Verfügung gestanden hätten.

Die Angelegenheit unseres Handelsmuseums hat, wie schon in der letzten Nummer des vergangenen Jahres angedeutet wurde, in Bremen dankenswerthe Förderung erhalten, indem durch freundliche Bemühungen der Herren Kaufmann H. Jungk und des Architekten H. Müller eine Subscriptionsliste in Umlauf gesetzt wurde, welche die Betheiligung der Herren und Firmen: J. H. Bachmann, H. Bischoff u. Co., Leopold Engelhardt u. Biermann, Theodor Fischer u. Co., H. Jungk, Dr. jur. H. H. Meier, Gebrüder Melchers u. Co., Migault u. Ruyter, Heinrich Müller, Natermann u. Hurm, Ferdinand Nielsen, Chr. Papendiek u. Co., E. Pavenstedt, Julius Quentell, J. Schultze u. Wolde, Alb. Nic. Schütte u. Sohn, kaufmännischer Verein „Union“, C. H. Wätjen und D. Heinr. Wätjen mit je 1 Antheilschein zur Folge hatte. Die Handelskammer in Lübeck betheiligte sich mit 2 Scheinen. Eine Anzahl interessanter Geschenke ist gleichfalls eingelaufen und wird im Jahresberichte des Handelsmuseums Erwähnung finden. Wir hoffen in den nächsten Monaten auch aus andern Städten günstige Berichte bringen zu können, nachdem erfreulicher Weise das Interesse für die Sache immer weiter in die Kreise der Kaufleute vordringt.

Im Pflegschaftswesen haben sich seit unseren Mittheilungen in Nr. 8 des vorigen Jahrganges folgende Veränderungen zugetragen.

Eine neue Pflegschaft wurde gegründet in Hildesheim. Pfleger: Fr. Küsthardt, Bildhauer, seit 18. Oktober v. J. Als weitere Pfleger wurden aufgestellt in Görlitz: v. Keszycki, k. preuß. Kammerherr, seit 1. April v. J. Leipzig: Frhr. v. Seckendorff, k. Regierungsrath, seit 22. November v. J. Potsdam: Professor Heinr. v. Dehn-Rotfelser, k. Regierungs- und Baurath, seit 1. November v. J.; Gottgetreu, k. Hofbaurath, seit 15. Oktober v. J.; Haushoff, Direktor der Gewerbeschule, seit Oktober v. J.; Bernh. Ragotzky, emer. Pfarrer, seit 1. November v. J. und Max Wellmann, k. Bauführer und Sec.-Lieutenant der Landwehr, seit 15. Oktober v. J.

Nachstehende Pflegschaften wurden neu besetzt: Bautzen. Pfleger: Dr. Hugo Helbig, Gymnasiallehrer, seit 1. Januar d. J. Bergzabern. Pfleger: M. Lang, Pfarrer, seit 19. Dezember v. J. Dinkelsbühl. Pfleger: Dr. G. Schepß, k. Studienlehrer, seit 10. Okt. v. J. Donauwörth. Pfleger: M. Rösle, Buchhalter, seit 5. November v. J. Dortmund. Pfleger: Otto Uhlig, Buchhändler, seit 1. September v. J. Eßlingen. Pfleger: C. Weychardt’sche Buchhandlung seit 1. Januar d. J. Frankfurt a. M. Pfleger: Hugo Freiherr v. Bethmann, seit 7. Dezember v. J.; Ferd. Günther, Kunsthändler, seit 15. Oktober v. J. und L. Ricard-Abenheimer, Wechselsensal, seit 7. Dezember v. J. Kitzingen. Pfleger: Christian Fertig, k. Notar, seit 10. Oktober v. J. Lohr. J. Koch, Rechtsanwalt, seit 8. Oktober v. J. Marktbreit. Pfleger: Richard Plochmann, Stadtpfarrer, seit 1. November v. J. Mediasch. Pfleger: Fr. Karl Heinrich, Gymnasialrektor, seit 1. Oktober v. J. Mellrichstadt. Pfleger: Friedr. Kehr, k. Bahnexpeditor und Stationsvorstand, seit 1. Oktober v. J. Osnabrück. Pfleger: C. A. Hartmann, Prorektor am Rathsgymnasium, seit 1. Januar d. J. Tauberbischofsheim. Pfleger: Dr. Oster, Direktor des Progymnasiums, seit 15. Oktober v. J. Ulm. Pfleger: Ludwig Frey, Buchhändler, seit August v. J. Werneck. Pfleger: Alfons Söder, Curatus an d. k. Kreis-Irrenanstalt, seit 1. Januar d. J. Windsheim. Pfleger: Karl v. Linck, Apotheker, seit 18. Oktober v. J.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer wurden folgende neue Jahresbeiträge bewilligt:

Von Vereinen: Landshut. Liberaler Verein 20 m.

Von Privaten: Altenburg. Dr. Löbe, Professor, (statt früher 3 m.) 4 m. Alt-Ranft. Graf Hacke, Gutsbesitzer u. Landtagsabgeordneter, 3 m. Amberg. Anton Geyer, k. Professor, 2 m. Biberach. Angele, Kaufmann, 2 m. Bremen. Dr. Wilh. v. Bippen 3 m.; Aug. Töpfer 3 m. Büdingen. Dr. Geist, Gymnasiallehrer, 1 m.; Hechler, Amtsanwalt, 2 m.; Dr. Hoffmann, Gymnasiallehrer, 2 m.; Koch, Oekonom, 2 m.; Schäfer, Fabrikant, 2 m. Coburg. Fräulein Bertha Kästner 2 m. 6 pf. Dresden. Dr. Karl Friederich, Stabsarzt, 4 m.; B. Jolles 15 m.; Dr. Gg. Müller, Oberlehrer, 3 m.; E. F. Spinner, Kaufmann, 10 m. Forchheim. Drausnik, geistl. Rath, (statt früher 2 m.) 3 m.; Dürig, k. Forstmeister, (statt früher 2 m.) 3 m.; Ebbinghaus, Fabrikbesitzer, (statt früher 2 m.) 3 m.; Otto Hauer, k. Bezirksamtmann, (statt früher 2 m.) 3 m. Fürth. Meißner, k. Landgerichtsrath, 2 m. Hannover. Phil. Cohen 3 m.; Schweger, Hofgoldschmied, 3 m. Landshut. Adolf Böhm, Banquier, 2 m.; Theod. Böhme, Kaufmann, 2 m.; Aloys Fahrmbacher, Kaufmann, 2 m.; G. Fischer, Cafétier, 2 m.; Friedrich, Kaufmann, 2 m.; Haindl, Schullehrer, 2 m.; A. Hansladen, Schullehrer, 2 m.; Chr. Holzhausen, Kaufmann, 2 m.; Jackermeyer, Kaufmann, 2 m.; Koller, Brauereibesitzer, 2 m.; Metzger, Schullehrer, 2 m.; Joseph Nideröcker, Bautechniker, 2 m.; Ludw. Oberpauer, Kaufmann, 2 m.; J. Paur, Kaufmann, 2 m.; Frhr. v. Podewils, Oberstlieutenant a. D., 2 m.; J. Rietsch, Buchdruckereibesitzer, 2 m.; Schmuckermair, Professor, 2 m.; Dr. Schreyer, prakt. Arzt, 2 m.; Karl Wittmann, Brauereibesitzer, 2 m. Lohr a. M. Ferdin. Brand, Ingenieurpraktikant, 4 m. Metz. Otto I., Hauptmann im braunschw. Inf.-Regt. Nr. 92, 3 m. Nürnberg. G. Linnartz, Gravieranstalt-, Schrift- u. Steinschneidereibesitzer, 4 m.; Ernst Nister, Kunstanstaltsbesitzer, 5 m.; Paul Riecker, k. Schloßgärtner, 5 m. Prenzlau. Camp, Amtsrichter, 3 m. Ribnitz. Hupe, Lehrer,1 m.; Rühe, Conrektor, 1 m. Weissenburg a. S. Emil Fick, k. Oberamtsrichter, 2 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

I. Für die kunst- und kulturgeschichtlichen Sammlungen.

(Nr. 8219–8232.)

Dresden. Streit u. Neidhardt, Verlagsbuchh.: Das Reich der Töne. (Porträte von Musikern). Die deutschen Fürsten, Mitglieder des Bundesrathes und des Reichstages, 1878–81. 2 Blätter Lichtdruck. — Fürth. Röder, Pfarrer: Zwei Verdienstkreuze, 19. Jahrh. 3 kleine Silbermünzen, 18. Jahrh. — Gera. Se. Durchl. Fürst Heinrich XIV. Reuß j. L.: 122 größere u. kleinere Gold-, Silber- und Kupfermünzen und Medaillen reuß’schen Gepräges, 17.-19. Jahrh. — Karlsruhe. Se. Königl. Hoheit Friedrich Großherzog von Baden: Gipsabgüsse zweier antiken Bronzefigürchen. — Kissingen. Aus dem Nachlasse des k. Hofrathes Dr. Erhard: Eine umfangreiche Sammlung von Porträten in Kupferstich, Holzschnitt und Lithographie. — Nürnberg. Frau Bosch, Expeditorsgattin: Ein mit altem gemusterten Stoffe überzogener Strohsack. Dammer, k. Landesgerichtsrath: Einige Radierungen des Hrn. Geschenkgebers. Heinrich, Schuhmachermeister: Fürer’sches Siegel in einer Holzkapsel, 17. Jahrh. — W. Kohlmann, Handlungscommis: Kleine Silbermünzen und mehrere Zinnmedaillen des 18. Jahrh. Küchenhoff, Lehrer an der Handelsschule: Graburne, gefunden bei Röderen an der Elbe. Meyer, Einsammler: Karte des Kurfürstenthums Bayern, 18. Jahrh. Freiherr v. Stromer, I. Bürgermeister: Großer Topf von Steingut mit Reliefs, 17.-18. Jahrh. O. Zimmermann, Zeichner: 2 mittelalterliche Stoffmuster. Bruchstücke eines Crucifixes aus Alabaster.

II. Für die Bibliothek.

(Nr. 40,163–40,219.)

Berlin. Franz Lipperheide, Verlagsbuchh.: Blätter für Kostümkunde, hrsgeg. v. A. v. Heyden; n. F. 8. Heft. 1879. 8. Carl Robert: Ders., Thanatos. 1879. 4. Ad. Stubenrauch, Verlagshandlung: Oberbreyer, Abriß der deutschen Literaturgeschichte. 1876. 8. — Bonn. Verein von Alterthumsfreunden im Rheinlande: Ders., Jahrbücher etc.; Heft LXVI. 1879. 8. — Bremen. Dr. H. v. Eelking: Katalog der IV. kunstgewerblichen Weihnachts-Ausstellung im Gewerbehause zu Bremen. 1879. 8. — Donaueschingen. Karl Egon Fürst zu Fürstenberg: Fürstenbergisches Urkundenbuch; IV. Band. 1879. 4. — Dresden. Louis Ferd. Freih. von Eberstein, k. pr. Ingenieur-Hauptm. a. D.: Ders., Fehde Mangold’s von Eberstein zum Brandenstein gegen die Reichsstadt Nürnberg, 1516–1522. 2. Aufl. 1879. 8. Rath der k. Haupt- und Residenzstadt: Ders., Verwaltungs-Bericht etc. für d. J. 1878. 1879. 4. — Emden. Naturforschende Gesellschaft: Dies., 64. Jahresbericht, 1878. 1879. 8. Dies., kleine Schriften etc. XVIII. 1879. 4. — Essen. G. D. Bädeker, Verlagshdlg.: Meyer, Atlas zur deutschen Geschichte. 1880. 8. — Frankfurt a. M. Jos. Bär & Cie., Buchhändler: Mathieu, Minnesänger aus der Zeit der Hohenstaufen, im XIV. Jahrh. gesammelt von Rüdger Maness von Maneck. Facsimile der Pariser Handschrift. 1850. 2. Sugenheim, Geschichte der Aufhebung der Leibeigenschaft und Hörigkeit in Europa. 1861. 8. Wetter, Geschichte und Beschreibung des Domes zu Mainz. 1835. 8. — Gotha. Justus Perthes’ geogr. Anstalt: v. Spruner’s Hand-Atlas für die Geschichte des Mittelalters und der neuern Zeit; 3. Aufl., bearb. von Menke, 22. u. 23. Liefg. (Schluß.) 1879. qu. 2. — Hamburg. Administratoren der Bürgermeister Kellinghusen’s Stiftung: Stöter, die ehemalige Marien-Kirche oder der Dom zu Hamburg in Bildern mit erläut. Texte. 1879. 4. Verein für hamburgische Geschichte: Ders., Zeitschrift etc.; n. F. IV. Bd., 1. Hft. 1879. 8. Mittheilungen etc.; 2. Jhg. Nr. 10–12. 1879. 8. Koppmann, Verzeichniß der in der Zeitschrift etc. Bd. I-VI enthaltenen Aufsätze. 1880. 8. — Hannover. Schmorl und von Seefeld, Buchhandlung: Mocatta, die Juden in Spanien und Portugal und die Inquisition. 1878. 8. Günther, die Königl. Thierarzneischule zu Hannover in den ersten Hundert Jahren ihres Bestehens. 1878. 8. Michaelis, Bad Rehburg; 2. Aufl. 1880. 8. — Innsbruck. Wagner’sche Universitäts-Buchhandlung: Mittheilungen des Instituts für österr. Geschichtsforschung, redig. von Mühlbacher; Bd. I, H. 1. 1880. 8. — Köln. J. P. Bachem, Verlagshandlung: Röckerath, die preuss. Volksschule unter Dr. Falk. 1877. 8. Sonderabdr. Haffner, eine Studie über Gotth. Ephr. Lessing; 2. Aufl. 1878. 8. — Leipzig. Bernhard Tauchnitz, Verlagshandlung: Flathe, St. Afra. Geschichte der k. sächs. Fürstenschule zu Meißen. 1879. 8. Körner, die Kursächs. Staatsregierung dem Grafen Zinzendorf u. Herrnhut bis 1760 gegenüber. 1878. 8. — Lübeck. W. Gläser, Verlagshndlg.: Ders., Aug. Michael Gläser, Schullehrer. 1879. 8. Verein für Lübeckische Geschichte: Ders., Bericht etc.; über das Jahr 1877 u. 1878. 4. u. 8. Verzeichniß von Abhandlungen und Notizen zur Geschichte Lübeck’s aus lübeckischen u. hansischen Blättern. 1879. 8. — Mainz. Friedr. Schneider, Dompräbendat u. Subcustos: Faits d’armes de l’armée Française en Espagne. (1823.) 1824. 2. — Meinberg bei Detmold. G. A. B. Schierenberg: Ders., der Externstein zur Zeit des Heidenthums in Westfalen. 1879. 8. — Meuselwitz bei Altenburg. Ungenannter: Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. Jahrg. 1878. 1879. 8. — München. Friedr. Hektor Graf Hundt: Ders., Regesten ungedruckter Urkunden zur bayr. Orts-, Familien- und Landesgeschichte; 25. Reihe: Urkunden des Klosters Altomünster, 2. Reihe. 1879. 8. Sonderabdr. Literar. Institut von Dr. M. Huttler: Die vier Bücher von der Nachfolge Christi. 1880. 8. Oppre, das neue Kochbuch für das deutsche Haus. 1879. kl. 4. von Schauß, historischer u. beschreibender Catalog der kgl. bayer. Schatzkammer in München. 1879. 8. — Nürnberg. Dr. A. Barthelmeß, prakt. Arzt: Muster-, Spruch- u. Receptbuch eines Hafners. Pap. Hs. 18. Jahrh. 8. Heinlein, Pfarrer bei St. Aegidien: Binsfeldius, Tractat von Bekanntnuß der Zauberer u. Hexen. 1592. 4. Küchenhoff, Lehrer an der Handelsschule: Osiander, psalmi Davidis juxta vulgatam translationem etc. 1579. 8. Decimator, secunda pars sylvae vocabulorum et phrasium etc. 1586. 8. Mößel, Antiquar: Jäck, Bamberg und dessen Umgebungen. (1812) 12. Sigm. Soldan, Hof-Buch- u. Kunsthandlung: Hiltl, die Waffensammlung Sr. K. H. des Prinzen Carl von Preußen; Liefg. III-V. Imp. 2. — Ohrdruff. Kämmerer, Fabrikbesitzer: Stammbuch des stud. medic. Joh. Georg Stöberlin. 1642–54. qu. 8. — Poppenreuth. Gg. Muck, Pfarrer †: Ders., Geschichte von Kloster Heilsbronn; 2. u. 3. Bd. 1879 u. 1880. 8. Rudolstadt. Fürstl. privil. Hofbuchdruckerei u. Verlagsbuchhandlung: Schwartz, Landgraf Friedrich V. von Hessen-Homburg u. s. Familie; 3 Bde. 1878. 8. Weiß, Preussisch Littauen u. Masuren; 1.-3. Thl. 1879. 8. — Sigmaringen. Eugen Schnell, fürstl. Archivar: Ders., neue Beiträge zur Geschichte u. Literatur des h. Fidelis von Sigmaringen. 1879. 8. — Stuttgart. v. Holder, Obermedizinalrath: Neue Apothecker-Taxa der Stadt Basel. 1701. 4. Paul Neff, Verlagshandlung: Gutekunst, die Kunst für Alle; Lfg. 38–41. Imp. 2. — Wien. Heraldisch-genealog. Verein „Adler“: Ders., Jahrbuch etc.; 5. Jhg. 1878. 4. Wissenschaftlicher Club: Ders., Monatsblätter etc.; I. Jhg. Nr. 1–3. 1879. 8. M. Gottlieb’s Buchhandlung: Leo, die gesammte Literatur Walther’s von der Vogelweide. 1880. 8. — Wiesbaden. C. W. Kreidel’s Verlag: Schliephake, Geschichte von Nassau; 9. Halbband. 1879. 8. — Wolfenbüttel. Gustav Milchsack: Ders., die Oster- u. Passionsspiele. I. Die latein. Osterfeiern. 1880. 4. — Zittau. G. Korschelt, Oberlehrer: Festschrift zur Feier des 25jähr. Amtsjubiläums des Hrn. Prof. Heinr. Jul. Kämmel. 1879. 8.


Nachstehende Zeitungen und Zeitschriften sind uns im Jahre 1879 theils als Geschenke, theils im Austausche gegen unseren Anzeiger zugekommen:

Annalen van den oudheitskundigen Kring van het Land van Waas.

Anzeiger der k. Akademie der Wissenschaften (philos.-histor. Classe) in Wien.

Anzeiger für schweizer. Alterthumskunde.

„ für schweizer. Geschichte (Indicateur etc.)

„ für Bibliographie und Bibliothekwissenschaft (von Petzholdt).

„ numismatisch-sphragistischer (v. Walte u. Bahrfeldt).

„ Nürnberger.

Archief voor nederlandsche Kunstgeschiedenis.

Archiv für kirchliche Baukunst und Kirchenschmuck (v. Prüfer).

Archiv, neues, der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde (v. Wattenbach).

„ für Stenografie (v. Rindermann).

Archives, Néerlandaises des sciences exactes et naturelles.

Bär, der (Berlin). Blätter f. vaterl. Gesch. u. Alterthumsk.

Bauzeitung, deutsche (v. Fritsch u. Büsing).

Bazar, der.

Beilage, wissenschaftliche, der Leipziger Zeitung.

Bericht des Vereins für das Museum schles. Alterthümer.

Bibliographie, allgemeine, f. Deutschland (Hinrichs).

Bibliotheca historica (v. Müldener).

Blätter für Kunstgewerbe (v. Teirich).

„ für Münzfreunde (v. H. Grote) und: numism. Verkehr.

„ numismatische (v. Nentwich).

„ für literar. Unterhaltung (v. R. v. Gottschall).

„ zur näheren Kunde Westfalens (v. Tücking).

Bulletin archéologique et historique de la société archéologique de Tarn-et-Garonne.

„ de la société pour la conserv. des monum. hist. d’Alsace.

„ de la société Belge de géographie.

Carinthia. Zeitschrift für Vaterlandskunde etc.

Centralblatt, literarisches (v. Zarncke).

Correspondenz, allgemeine literar. (v. Foltz).

Correspondenzblatt des Gesammtvereins d. deutschen Geschichts- und Alterthumsvereine.

„    der deutschen Archive (v. Burkhardt).

Daheim. Familienblatt mit Illustrationen.

Evkönyvei, az Erdélyi Muzeum Eygylet.

Formenschatz (v. G. Hirth).

Forschungen zur deutschen Geschichte.

Gartenlaube. Illustr. Familienblatt.

Gemeindezeitung, deutsche (v. Stolp).

Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg.

Gewerbehalle (v. Schill).

Handweiser, literar. (v. Hülskamp).

Herold, der deutsche. Zeitschrift für Heraldik etc.

L’investigateur (Paris).

Jahrbuch, statistisches, der k. k. statist. Centralcommision (Wien).

Jahrbücher, württembergische, für Statistik und Landeskunde.

Journal, Nürnberger (v. Kirsch).

Kirchenschmuck, der. Blätter des christlichen Kunstvereins der Diöcese Seckau.

Kirchenzeitung, neue evangelische (v. Meßner.)

Korrespondent von und für Deutschland.

Korrespondenzblatt d. Ver. für siebenb. Landeskunde.

Kunst und Gewerbe. Wochenschrift des bayerischen Gewerbemuseums in Nürnberg, u.: Mittheilungen dieses Museums.

Kunstchronik, österreichische (v. Kábdebo.)

Künste, die graphischen (von Berggrün).

Kurier, fränkischer.

Land und Meer, über.

Magazin für die Literatur des Auslandes.

„ neues Lausitzisches.

Mittheilungen der anthropologischen Gesellschaft in Wien.

„   der k. k. Centralcommission zur Erforschung und Erhaltung der Kunst- u. historischen Denkmale.

„   des Vereins für anhaltische Geschichte und Alterthumskunde.

„   des Vereins f. Gesch. der Deutschen in Böhmen.

„   des Vereins für hamburgische Geschichte.

„   „   „  für hess. Geschichte u. Landeskunde.

Mittheilungen des Vereins für Landeskunde von Niederösterreich.

„   des k. k. Museums für Kunst u. Industrie in Wien.

„   und Nachrichten für die evang. Kirche in Rußland.

Monatsbericht der k. preuß. Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Monatsblatt, ostfriesisches (v. Zwitzers).

Monatsblätter des wissenschaftl. Club in Wien.

Monatshefte für Musikgeschichte (v. Eitner).

„   zur Statistik d. deutschen Reiches.

Monatsschrift, altpreußische (v. Reicke u. Wichert).

Monatsschrift f. rhein.-westfälische Geschichte (v. Pick).

Monatsschrift, conservative.

Muzéum, Erdélyi (Klausenburg).

Natur, die (v. Uhle).

Postzeitung, Augsburger.

Presse, Nürnberger.

Quartalbericht des Vereins f. mecklenb. Geschichte u. Alterthumskunde.

Quartalschrift, theologische (Tübingen).

Reform. Zeitšrift, des algem. fereins für deutše rechtšreibung.

Reichs-Anzeiger, deutscher, u. k. preuß. Staats-Anzeiger.

Reise-Journal, internationales.

Revue d’Alsace.

„  bibliographique universelle.

„  celtique.

Rivista Europea (aus Florenz).

Rundschau, deutsche (v. Rodenberg).

„ literarische (v. Köhler).

Saxonia (v. Moschkau).

Sitzungsberichte der Münchener Akademie die Wissenschaften, (philos.-philol. u. histor. Classe; mathemat.-physikal. Cl.)

Sprech-Saal. Organ der Porzellan-, Glas- und Thonwaaren-Industrie.

Staats-Anzeiger für Württemberg.

Stadtzeitung, Nürnberger.

Statistik des deutschen Reiches.

Statistik, preußische.

Streffleur’s österr. militär. Zeitschrift. Nebst: Mittheilungen des k. k. Kriegsarchivs.

Studien, baltische.

Verhandlungen der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin.

Vierteljahrschrift für Heraldik, Sphragistik u. Genealogie.

„   f. Volkswirthschaft, Politik u. Kulturgeschichte.

Viestnik hrvatskoga, arkeolog. dražtva (Agram).

Wartburg, die. Organ des Münchener Alterthumsvereins.

Welt, die illustrirte.

Wochenblatt der Johanniter-Ordens-Balley Brandenburg.

Wochenschrift, gemeinnützige (Würzburger).

Zeit, unsere (v. R. v. Gottschall).

Zeitschrift für deutsches Alterthum u. deutsche Literatur (von Steinmeyer).

„ des Anwaltvereins für Bayern;

„ des Architekten- und Ingenieur-Vereins in Hannover.

„ des hist. Vereins für Schwaben und Neuburg.

„ des Vereins f. hessische Gesch. u. Landeskunde.

„  „    „    f. thüringische Gesch. u. Landeskunde.

„ für Ethnologie (v. Bastian u. Hartmann.)

„ für d. Geschichte des Oberrheins.

„ des deutschen Graveur-Vereins zu Berlin.

„ für bildende Kunst. Mit d. Beiblatt Kunst-Chronik.

„ für Museologie u. Antiquitätenkunde (v. Gräße).

„ numismatische (Wiener).

„ für deutsche Philologie (v. Zacher).

„ des k. preuß. statist. Bureaus.

„ des k. sächs. statist. Bureaus.

Zeitung, fränkische.