Blossius Aemilius Dracontius

Blossius Aemilius Dracontius war ein spätantiker lateinischer Dichter des späten 5. Jahrhunderts n. Chr. Er war senatorischer Herkunft und als Advokat in Karthago tätig. Dracontius dichtete um 484 einen Lobgesang auf einen nicht-vandalischen Herrscher, wahrscheinlich den oströmischen Kaiser Zeno. Dafür wurde er mitsamt seiner Familie unter dem in Afrika herrschenden Vandalenkönig Gunthamund (484–496) verhaftet: Während die römische Bevölkerung in Nordafrika, das in den Jahren nach 429 unter vandalische Herrschaft geraten war, den Kaiser in Konstantinopel als ihren eigentlichen Souverän betrachtete, erschien dies Gunthamund als Hochverrat. Freigelassen wurde Dracontius wahrscheinlich erst unter Gunthamunds Nachfolger Thrasamund, auf den er ein Dankgedicht verfasste.