М. TREU, BRIEFE DBB GEORG. kYPRIOS АН Ј0. ВТАПВАКЈОВ. 105

Bekkers Ausgabe рад. 226, 236 f., 251, 257 (dazu Tafel De Thessalonica

рад. 31).

Es gereicht mir zu besonderer Freude, dem Wunsche meines lang-

jihrigen Freundes nachkommend dieser ersten Einfiihrung eines verschol-

lenen Schriftstellers diese ап ihn gerichteten Briefe hinzuftgen zu diirfen.

Wenn freilich der Ertrag, der аи8 ihnen ftir die kenntnis des Staurakios

gewonnen wird, ganz ausserordentlich gering ist, wird das nicht gerade

wunder nehmen. Denn f(ir Georgios von kypros Briefe gilt dasselbe, was im

allgemeinen fiir samtliche Briefe der griechischen und italienischen Нита-

nist.en: sie bilden eine besondere Art kleiner in sich abgeschlossener littera-

rischer Prnnkstticke, die von Anfang ап f0r die Allgemeinheit bBtimmt

sind. sind nicht Briefe in unserem Sinne, sie dienen nicht als Ersatz f0r

den pers0nlichen Verkehr, sind nicht das nattirliche Mittel der Verstindi-

дипд zwischen Abwesenden. Ein Brief ist dem byzantinischen Humanisten

ein Geschenk, durch das er den hohen GOnner gewinnt, den Freund erfreut:

vornehmlic.h die Form, die kunst und SchOnheit der Sprache soll wirken,

die Wirklichkeit, die realen VerhMtnisse Коттеп nur in soweit in betracht,

als sie dazu geeignet erscheinen diesem k0nstlerischen Zwecke zu dienen.

Und во Капп тап sich aus solchen Briefen allenfalls ein Bild der geistigen

Beschafenheit des der Gedankenkreise, die ihn hauptshchlich

beschiftigten, entwerfen; es• ist aber der reine Zufall, wenn sie auch einiges

Licht auf das iussere und innere Leben des Empfingers werfen.

Die Thatsachen, ит die ев sich in diesen Briefen handelt, sind herzlich

unbedentend: Stauraki(B hat sich vergeblich ит die Erneuerupg vergilbter

Akten und Privilegien bem0ht (Вт. 1), er hat bei der Ausfiihrung einiger

Auftrige nicht gerade besondere DienstbeHissenheit und Sorgfalt bewiesen;

auf die Abschrift einer Platonhandschrift, die er f0r Georgios 0bernommen,

hat er ungeb0hrlich lange warten lassen; als sie Georgios endlich erhllt, ist

er das miserable Machwerk ganz ent.setzt (Вт. 1—3, 6). Zwei ganze

Jahre wartet Georgios schon auf ein Erzeugnis thessalischer kunstfertigkeit,

da8 ihm jener versprochen (Вт. 9). Diese Dinge und die teils ernsten tei18

scherzhaften breiten ErOrterungen 0ber die Seltenheit, Llnge und ktirze

der Briefe, die Schwierigkeit des Verkehrs, die wiederh01te

Ver8icherung treuer Freundschaft— alles das ist ја ab und zu ganz hiibsch

zu lesen, aber er hitte es ebenso gut ап jeden anderen Freund schreiben

К0ппеп: irgend eine Nachricht 0ber Staurakios' Pers0nlichkeit sucht тап

vergebens; ebenso 0ber die anderen MAnner, die gelegentlich erwlhnt wer-

den, iiber kabasilas (Вт. 1) und Nikolaos (Вт. 4), beide in Thessalonike, und

0ber kerameas (Вт. 1).

Der Gewinn, den uns Briefe f0r Staurakios' kenntnis bringen,