аонсив (ANONYNUS TAURICU8) AU8 DEI 10. ПНВН.
107
wir den Mittheilungen im kbnigsschreiben Glauben, so zin%ten alle Stidte
ап der krim'schen Siidkiiste den Chasaren. Folgen wir der russischen
Chronik, so hatte auch Igor in Taurien Fuss zu fassen gesucht und kriege
gef0hrt. Es.ist freilich ganz versandlich, dass die s0dlichen Gestade der
taurischen Halbinsel zwischen drei Einf0ssen: Byzanz, Chasarien und
Russland, hin und her schwankten. Was Russland betrift, so ist aufs
energischste zu betonen, dass es sich vor 965 ап der Meerenge von kertsch
noch nicht festgesetzt hatte, trotz der in der zweiten Hilfte dieses Jahr-
hunderts in Historiker-kreisen aufgekommenen Legende von einer sogen.
Twhernomorskaja Russj (Pontusrussen) ат kimmerischen Bosporos. keine
einzige zeitgenossische Quelle (konstantin, Joseph, Massudi und die 0brigen
orientalischen Schriftsteller) weiss etwas von Russen sei es in Татапј, sei
es in kertsch, vor 965.
Die Entstehung der Mythe hinsichtlich der Pontusrussen ат kimme-
rischen Boswros ist durch zwei Umstinde zu erkllren. Erstens verlegen
die meisten Forscher irriger Weise. Schwarzbulgarien ап den kuban. Da
sich im Vertrage von 944 die Russen verpHichten, Einfille der Schwarzen
Bulgaren ins Cherson'sche Gebiet zu verhindern, so nahm тап ап, dass die
Russen die Meerenge von kertsch beherrschten. Zweitens lisst Leo Dia-
conus den Tzimiskes den Grossfiirsten Swjatoslaw daran erinnern, dass sein
Vater Igor уха тау 4хета Вбтлароу (ed.
Вопп. р. 106). Auf diese vereinzelte Bemerkung eines Schriftstellers, welcher
Ende des Х. Jahrhunderts sein Werk verfasste, eine Bemerkung, die blos die
Wegrichtung andeutet und eine unsichere Grundlage bietet, st0tzen die Ge-
lehrten ihre Behauptung von der Existenz der Pontusrussen. Wie schwankend
und wenig Vertrauen erweckend obige Aeusserung des Leo Diaconus ist,
beweist eine andere Stelle bei demselben auf S. 129, in der
ев heisst, dass Tzimiskes seine Flotte in den Ister (972) einlaufen liess, ит
den Russen den R0ckzug тђу•тртм TtzrpiSa... xat kq.LFL{pwv Вбттороу
abzuschneiden. Den Rtickweg, welchen Igor im Ј. 941 (nach Leo Diaconus)
einschlug, Коппеп wir nicht kontrolliren. Dagegen wissen wir sehr wohl,
dass Swjatoslaw ап der M0ndung des Dnjepr tberwinterte und bei den
Stromschnellen mit seinen Маппеп erschlagen wurde. Wie sollte Tzimiskes
darauf Коттеп, Swjatoslaw nach dem fernen kimmerischen Bosporus ab-
segeln, statt die directe Route nach Russland einschlagen zu lassen? Der
kimmerische Bosporus scheint bei Leo Diaconus eine Art stehender Phrase
oder Redefgur zu sein, wenn es sich ит die Heimath der Russen handelt.
Er scheint den kimmerischen Bosporus, die Meerenge von kertsch als den
einzigen oder hauptsachlichen Weg, der nach Russland f0hrt, zu betrachten.
Wie dem auch sei, eine zwingende Beweiskraft f0r die Existenz der Роп-