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PBIEDRICH твтввве. DBB ТОРАВСНА

kortschev (kertsch) kommt zum letzten Male auf einer Inschrift а.

1068 vor (s. Bruun, Zapiski der 0dessaer Gesellsch. f. Gesch. Bd. У,

1863 р. 131). In der zweiten Hllfte des XII. Jahrh. geh0rten diese Ge-

biete nachweisbar den Griechen (в. kunik р. 92). Ebenso wenig К0ппеп

die Barbaren mit den Petschenegen (vor dem Einfall der Polowzer) identifcirt

werden, da sich im М. Jahrhundert Griechen und Russen im Besitz der

S0dk08te von Taurien theilten. Wie aus einer griechischen (Aus-

gabe der kaiserlich-russischen archaeologischen Gesellschaft, St. Peters-

burg 1896 р. 16/17) ersichtlich ist, befanden sich а. 1059 Cherson und

Sugdaja (Sudak) in der Gewalt von Byzanz.

Wenn die Barbaren weder mit den Petschenegen noch Китапеп zu-

Bmmenfallen und die Fragmente sich nicht gut auf8 XI. Jahrhundert be-

ziehen К5ппеп, so d0rften letztere auf's Х. Jahrhundert hindeuten und die

Barbaren sich mit den Chasaren decken. Jedermann wird zugeben, dass die

Charakteristik, welche der Toparch von ihnen entwirft, auf die Chasaren

gnt passt. Sie bildeten ein grosses altes halbcivilisirtes Reich, in dem

Handel und Wandel gediehen. In der zweiten Hilfte des Х. Jahrhunderts

ward es bereits stark geschwlcht: im Jahre 965 eroberte Swjatoslaw ihre

Grenzfestung Sarkel ат Don oder Bjela Wjesha und drang bis zum Каи-

kasus vor. Im Jahre 969 erging wie ein verheerender 0rkan tiber das

Chasarenreich der farchtbare Raubzug der Russen (h0chst wahrscheinlich

normannische Freischaaren). ImJahre 1016 werden die letzten chasariwhen

Besitzungen in der 0stlichen Mlfte der krim, anamentlich bei Eski-krym

oder Solqat, welchen 0rt die Armenier noch in spatester Zeit kazarat be-

nannten, sowie bei kafa, dessen Gebiet durch das ganze Mittelalter hin-

durch zu Gazaria ger•net wurde» (Tomaschekp. 32), von den vereinigten

Streitkriften der Griechen und Russen erobert.

Татапј (Tmutarakanj) wird als russ±es Farstenthum vom Pseudo-

Nestor bereits а. 988 erwlhnt. Es muss also vor 988 gegrandet worden

sein, mbglicher Weise schon von Swjatoslaw, welcher im Jahre 965 sich die

Jassen (Alanen) und die kassogen (Tscherkessen) unterwirft. Stinde in der

Chronik Jassen allein, so liesse sich 0bigerSchluss noch nicht ziehen, da die

Jassen •(mittelalterlichen As) n0rdlich vom kaukasus bis zum Asow'schen

Meere, ја bis zum Don gereicht haben, wlhrend die Sitze der kassogen

(Tscherkessen), во viel wir wissen, auf das Gebirge selbst bewhrlnkt waren.

Mithin muss Swjatoslaw auf seinem Zuge nach der Halbinsel Татапј bis

zum kaukasus gelangt sein. Aus diesem Grunde sind wir berechtigt, dieym

kriegerischen Ftirsten die Gr0ndung der russischen Colonie auf der Halb-

insel Татапј zuzuschreiben. Mit der Besitzergreifung von Татапј war der

Hauptweg nach der S0dk0ste von Taurien den Chasaren versperrt und ihre