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tusrussen hat Leo Diaconus nicht. Aus Massudi's Bericht tber den Russen-
zug vom Ј. 913/914 erhellt, dass jedenfalls ит diese Zeit die Meerenge
im chasarischen Besitze war.
Was den Vertrag von 944 betrift, so sind ftir unsere Zwecke zwei
Stellen in demselben гоп besonderer Wichtigkeit. Die eine Stelle hinsichtlich
der Verpfichtung der Russen, die Schwarzen Bulgaren von Pltinderungen
des Cherson'schen Gebietes abzuhalten, wurde bereits oben erwihnt. Die
andere bezieht sich auf das Versprechen der Chersoniten den Russen im
kriege (дедеп die Chasaren?) Beistand zu leisten. Was aber den Passus
anlangt, dass die Russen sich keine Gewalt iiber Cherson und die Stidte
daselbst anmaassen sollen, so sind unter letzteren nat0rlich die im Cherson-
schen Gebiete belegenen Castelle Катра Хертбло;) zu verstehen.
Die Schwarzen Bulgaren im Vertrage von 944 m0ssen sich mit Коп-
stantin's Bewohnern von Schwarzbulgarien decken. Sie Коппеп entweder in
Taurien selbst oder n0rdlich davon zu Hause gewesen sein. Der im Vertrage
gebrauchte Ausdruck Капп verschieden gedeutet werden: der Grossf0rst soll
nicht zulassen oder nicht gestatten, abhalten oder verhindern, dass die Bul-
garen das Chersonsche Gebiet verheeren. Es Капп die Sache sowohl so ver-
standen werden, dass der Grossfiirst die Zuginge zu Cherson in seiner Ge-
walt hatte, als auch dass er die 0berherrschaft iiber die Bulgaren aus0bte
und daher das Recht besass, ihnen zu gebieten und zu verbieten.
Im Vertrage von 972 verpfichtet sich der Russenf0rst gleichfalls das
Gebiet der Chersoniten nicht zu behelligen; von den Schwarzen Bulgaren
ist aber da nicht mehr die Rede.
Aus beiden Vertrigen geht unzweideutig hervor, dass die Grossfiirsten
von Russland in dem Zeitraum von etwa 944—972 Cherson hart bedringten.
'Aber nach konstantin (ит 950) und nach Joseph (ит 960) zu urtbeilen,
besassen sie ит die genannte Zeit weder die Siidkiiste von Taurien noch
die Halbinsel Татапј. Erst im Ј. 965 drang Swjatoslaw nach Eroberung
von Sarkel bis nach Татапј vor. Dieser merkw0rdige, die Chasarenmacht
untergrabende Vorstoss des Grossfursten in so entlegene Gegenden diirfte
mjt mancherlei, unserer kenntniss sich entziehenden Umwllzungen in der
krim zusammenhingen. Seit dieser Zeit, besonders aber seit 969, als die
Russen Itil und Semender von Grund aus zerst0rten, lag das einst mach-
tige Chasarenreich kraftlos darnieder und war sein EinHuss auf Taurien де-
brochen. Im Jahre 989 bemlchtigt sich Wladimir Cherson's, dieses gewal-
tigen Bollwerks des Gr•enthums in der krim. Vor oder nach dem Falle
von Cherson wird auch der gr0sste Theil der S0dk0ste in den Besitz der
Russen 0bergegangen sein. Nach Annahme des Christenthums und nach
seiner Verschwlgerung mit den byzantinischen kaisern erstattete der Russen-